AB: Chinesische Aktien gewinnen auf globaler Ebene immer mehr an Bedeutung

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China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, aber seine Aktien sind in Marktindizes und Portfolios weltweit unterrepräsentiert. Angesichts einer wachsenden Marktkapitalisierung und steigenden Zuflüssen aufgrund der stärkeren Indexeinbeziehung sollten ausländische Anleger genauer hinsehen.

Die schiere Größe der chinesischen Aktienmärkte ist kaum zu übersehen.
Chinas A-Aktien sind nach Marktkapitalisierung der zweitgrößte
Aktienmarkt weltweit, und das Barumsatzvolumen liegt nur knapp hinter
den USA. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen der im Inland
gehandelten A-Aktien für 2019 bis einschließlich September macht mehr
als ein Viertel des gesamten Welthandels aus. Dennoch machen chinesische
Aktien nach wie vor einen unverhältnismäßig kleinen Teil der globalen
Indizes und der Portfolios ausländischer Anleger aus.

Chinesiche Aktien
Chinesiche Aktien
Chinesiche Aktien

Globale Investoren sahen sich viele Jahre lang starken
Einschränkungen ausgesetzt, aber das ändert sich zusehends. Mit der
Einführung von Stock-Connect-Programmen im Jahr 2014 und der Aufhebung
der Investitionsquoten für QFII- und RQFII-Programme im September dieses
Jahres ist der Zugang für Offshore-Anleger wesentlich einfacher
geworden. Wir sehen darin ein ermutigendes Signal, dass China sich zu
weiteren Reformen im Finanzsektor verpflichtet hat.

Nicht mehr abgeschottet

Die Indexanbieter reagieren bereits. Seit Mai erhöht MSCI das Gewicht
von Chinas A-Aktien in ihren Benchmarks. So werden beispielsweise im
MSCI Emerging Markets Index die A-Aktien bis Ende November von 0,7 % des
Index auf 3,3 % steigen. Das geschieht durch Vervierfachung des
Einbeziehungsfaktors für A-Aktien von 5 % auf 20 % der
freefloat-adjustierten Marktkapitalisierung jeder Aktie. Und es kommt
noch viel mehr. Unter der Annahme einer vollständigen Einbeziehung
könnten chinesische A-Aktien mehr als 15 % und China als Ganzes
innerhalb von fünf Jahren fast die Hälfte des MSCI Emerging Markets
Index ausmachen.

Was bedeutet das alles für die Anleger? Da Index-Tracker wie
börsengehandelte Fonds (meist ETFs) aufgrund der allmählich zunehmenden
Indexgewichtung gezwungen sind, ihre Allokation in chinesische Aktien zu
erhöhen, besteht auf absehbare Zeit eine erhebliche garantierte
Nachfrage. Während die Verlangsamung des chinesischen
Wirtschaftswachstums ein Risiko darstellt, denken wir, dass aktive
Manager mit lokalen Research-Kapazitäten Anlegern dabei helfen können,
die Volatilität in unsicheren Zeiten zu meistern und das Alpha-Potenzial
aus den wachsenden Chancen in diesem riesigen und vielfältigen Markt zu
nutzen.

John Lin ist Portfolio Manager für China Equities bei AllianceBernstein (AB).

Stuart Rae ist Chief Investment Officer für Asia-Pacific Value Equities bei AllianceBernstein (AB).