Aegon AM/ Kames Capital: Weitere Zwächse auf Risikomärkten

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Risikomärkte konnten ihre Gewinne aufgrund einer steuerlich und geldpolitisch besser unterstützten chinesischen Wirtschaft und der Aussicht auf Zinssenkungen in den USA im ersten Quartal ausweiten.

In seinem Halbjahresausblick erläutert er den Kontext für
die bereits im September einsetzenden Kurskorrekturen der Märkte. Er zeigt, wie
die weitere Entwicklung aussehen könnte und was Investoren dabei im Blick
behalten sollten.

Ausblick zweites Halbjahr 2019:
Risikomärkte könnten ihre Zuwächse fortsetzen

Ein Kommentar von Stephen Jones, Chief Investment Officer
von Aegon Asset Management Europe

Im Hinblick auf das zweite Halbjahr 2019 könnten die Risikomärkte die
bereits in diesem Jahr beobachteten starken Zuwächse ähnlich wie in 2017
fortsetzen (wenn auch mit höherer – normalerer – Volatilität). Oder sehen wir einen
„birnenförmigen“ Verlauf wie in 2018?

Der Kontext für die im vergangenen September begonnene Kurskorrektur waren
eine Zunahme der geopolitischen Angst, einschließlich einsetzender
Handelszölle, eine sich verlangsamende Weltwirtschaft und die anhaltende
Straffung der US-Geldpolitik. Die Ereignisse dieses Jahres zeigen, dass politische
Maßnahmen mehr zählen als reine Rhetorik.

Risikomärkte konnten ihre Gewinne
aufgrund einer steuerlich und geldpolitisch besser unterstützten chinesischen
Wirtschaft und der Aussicht auf Zinssenkungen in den USA im ersten Quartal
ausweiten. Die Spannungen zwischen China und den USA haben unterdessen zugenommen
und auch die besorgniserregenden Entwicklungen im Iran setzten sich fort.

Geldpolitischer Straffungszyklus
der letzten Jahre wahrscheinlich vorbei

Die Märkte gehen derzeit
davon aus, dass die Fed die Zinsen im Juli senken wird, was den Rückgang der Anleiherenditen
bestätigt. 30-jährige US-Anleiherenditen sind mit 2,86% seit letztem November um
einen viertel Prozentpunkt gefallen, was dem stärksten Rückgang innerhalb von 8
Monaten seit vier Jahren entspricht. Anstatt einmal zu senken, wartet die
US-Notenbank normalerweise, bis die Bedingungen eine Reihe von Zinssenkungen
rechtfertigen.

Nachdem die Fed 1976 beispielsweise die US-Zinsen gesenkt hatte,
waren sie nur sechs Monate später höher als zuvor. Im Jahr 1976 – auch in einer
Zeit besorgniserregender Ölmarktentwicklungen – war die US-Inflation zuletzt
auf 12% gestiegen. Dies ist nicht der Kontext von heute (die aktuelle
US-Inflationsrate liegt mit 1,8% unter dem Ziel). Selbst wenn die Fed die
Märkte Ende dieses Monats enttäuschen sollte, scheint dieRichtung klar zu sein. Im Zuge der anhaltenden Herabstufung des neutralen
Leitzinses nach eigener Einschätzung der US-Notenbank (kürzlich auf 2,5%
reduziert) ist der Straffungszyklus der letzten Jahre wahrscheinlich vorbei.

Den gesamten Ausblick können Sie sich hier im PDF-Format downloaden.