Bellevue: Handelskrieg beindruckt Healthcare-Sektor kaum

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Die Gesundheitsmärkte sind vom Handelsstreit fundamental kaum betroffen, wobei die Marktpsychologie gerade bei den chinesischen Gesundheitsfirmen stark hineinspielt.

Der Ton im Handelskonflikt zwischen den USA und China wird immer schärfer. Nervöse Aktienmärkte hinterlassen ihre Spuren, Unternehmenszahlen von Gesundheitsfirmen zeigen sich aber stabil.

Von Dr. Cyrill Zimmermann, Head Healthcare Funds & Mandates, Bellevue
Asset Management.

Es steht ausser Frage, dass die
Rhetorik im amerikanisch-chinesischen Handelstreit auf beiden Seiten im Laufe
des Jahres aggressiver wurde und man sich in eine schwierige Position
manövriert hat. Für eine Annäherung der beiden Seiten ist es wichtig, dass man
Lösungen findet, bei welchen die Regierungen ihr Gesicht wahren können. Ohne
eine Kristallkugel zu besitzen, glauben wir, dass dies nach wie vor im Bereich
des Möglichen liegt – wir schätzen die Verhandlungspartner als genug flexibel
ein. Innenpolitisch würde eine Einigung noch in diesem Jahr Präsident Trump
sicherlich helfen.

Bedeutung
für den Healthcare-Sektor

Die Gesundheitsmärkte sind vom
Handelsstreit fundamental kaum betroffen, wobei die Marktpsychologie gerade bei
den chinesischen Gesundheitsfirmen stark hineinspielt. Aus Sicht der
amerikanischen Firmen gilt es zu erwähnen, dass diese kaum über
Produktionseinrichtungen in China verfügen, die chinesische Regierung an
effektiven Therapien hohes Interesse bekundet und diese kaum besteuern wird.
Bei den chinesischen Firmen ist zu berücksichtigen, dass diese vielfach auf den
chinesischen Binnenmarkt fokussiert sind und von den Handelsdiskussionen kaum
betroffen sind. Sie konzentrieren sich auf den strukturellen Case der
zunehmenden Überalterung und steigenden Mittelschichten.

Anpassungen
im Portfolio

Neben dem Handelskonflikt haben
jüngst auch die Quartalsberichte der Unternehmen die Aktienbörsen geprägt.
Letztere gaben uns einen klaren Einblick, welche Firmen effektiv unter den
Konsequenzen des Handelskonfliktes leiden. Die Unternehmenszahlen haben bestätigt,
dass die Gesundheitsfirmen, in welche wir investiert sind, bis dato keine bzw.
eine geringe Beeinträchtigung durch den Handelskonflikt spüren. Dies könnte
sich bei einer weiteren Eskalation allerdings ändern. Insbesondere stärkere
Währungsschwankungen könnten die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Unternehmen
verändern. Aus diesem Grund behalten wir die weitere Entwicklung genau im Auge.