Blockchain und KI – Chance oder Risiko in der Geldanlage?

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Derzeit bestimmen Megatrends die Anlagewelt. Neben dem Klimawandel und Nachhaltigkeit spielt auch die Digitalisierung eine immer wichtigere Rolle. Zwei große Treiber der Entwicklung sind Künstliche Intelligenz und die Blockchain-Technologie – Finanzberater sollten diese nicht außen vorlassen.

Die Digitalisierung vereinfacht den
Alltag, ermöglicht neue Produkte und beeinflusst Finanzberater in ihrer Arbeit.
Dass die Bedeutung technischer Entwicklungen auf die Finanzwelt wächst, hat nun
auch die Bundesregierung erkannt und am Mittwoch ein Strategiepapier mit 44
Maßnahmen verabschiedet, um Blockchain auch in Deutschland zu fördern. In dem
Papier heißt es: „Die Bundesregierung will das deutsche Recht für elektronische
Wertpapiere öffnen.“ Außerdem will sie noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf
veröffentlichen, der digitale Schuldverschreibungen mittels Blockchain erlaubt.
Auch digitale Aktien und Investmentfondsanteile sollen folgen. Bisher war der
Vertrieb von Fondsanteilen via Blockchain nicht per Gesetz zugelassen. Der
Vorteil der neuen Technologie: Alle An- und Verkäufe werden künftig dezentral
auf verschiedenen Rechnern gespeichert. Das zentrale Register hat damit ausgedient.
Bisher wurden alle Dokumente in den Tresoren der Deutsche-Börse-Tochter
Clearstream gelagert.

Im Gegensatz zum papierlosen
Wertpapier handelt, erteilt die Bundesregierung Stablecoins, wie die
Facebook-Währung Libra, eine klare Abfuhr. Im Strategiepapier heißt es dazu: „Die
Bundesregierung wird sich auf europäischer und internationaler Ebene dafür
einsetzen, dass Stablecoins keine Alternative zu staatlichen Währungen werden.“

Anleger sind beim Thema Künstliche Intelligenz vorsichtig

Die verabschiedete Strategie der
Bundesregierung gibt mit ihren 44 Eckpunkten erstmals einen Ausblick auf die
weitere Entwicklung der digitalen Geldanlage und bietet Finanzberatern so ein
Stück Planungssicherheit. Auch Hartmut Giesen, zuständig für die Digitalsparte
der Sutor Bank, begrüßt das Vorhaben der Bundesregierung: „Die
Blockchain-Strategie der Bundesregierung ist unabhängig vom jeweiligen Wert der
44 Einzelmaßnahmen ein wichtiges Zeichen, dass man Deutschland als einen
führenden Krypto-Technologie-Standort etablieren möchte.“ Aus seiner Sicht hat
das Thema eine noch viel größere Bedeutung in der Finanzwelt: „Die vielen
Einzelmaßnahmen wirken zwar wie ein Aktivitäten-Bauchladen, es zeigt aber auch,
dass die Blockchain nicht nur ein Finanzthema ist, sondern dass wir auf dem Weg
in eine tokenisierte Ökonomie sind.“

Der Vorstoß der Regierung ist laut
Giesen ein positives Zeichen, dass die Blockchain-Technologie in Deutschland
Fuß fassen kann. „Hier möchte man offenbar vieles besser machen, was man vielleicht
beim Thema Künstliche Intelligenz verschlafen hat.“ Vielleicht auch deswegen
nimmt Künstliche Intelligenz (KI) bei deutschen Anlegern derzeit keinen hohen
Stellenwert ein, wie eine Umfrage der Bank of New York Mellon (BNY Mellon) zeigt.
Dort gab die Hälfte der befragten Anleger an, dass zum Beispiel der Trend der
Künstlichen Intelligenzen (KI) ebenso ein Risiko wie auch eine Chance sei. Ein
Drittel der Befragten lehnt KI komplett ab und sieht darin nur Risiken für die
Geldanlage. Die Technologiebirgt den Befragten zufolge einige anlagespezifische
Herausforderungen. Ein Problem seien zum Beispiel immaterielle Vermögenswerte.
Denn die materiellen Werte sind in einem Tech-Unternehmen nicht alles. Viel
wichtiger sind in vielen Fällen das Wissen und die entwickelten Technologien.
Solche Werte lassen sich aber nicht einfach in Geld übersetzen, was die
Bewertung der Unternehmen für Finanzberater schwer macht. Es gilt somit
weiterhin, Chancen und Risiken gegenseitig abzuwägen.