BNP Paribas AM: US-Wirtschaft steht Wachstum bevor

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Nach den Anlaufschwierigkeiten bei den Caucus-Vorwahlen der US-Demokraten im Bundesstaat Iowa steht nun in New Hampshire die zweite Abstimmung zu Präsident Trumps möglichem Gegenkandidaten ins Haus.

Das hier übliche Wahlverfahren sollte diesmal einen reibungslosen
Ablauf ermöglichen – dennoch sind die Wahlen 2020 ein schwerer Hemmschuh
für die US-Wirtschaft.

Ansonsten sind die Aussichten beinahe rosig, so Cedric Scholtes,
Co-Head des Inflation-Teams bei BNP Paribas Asset Management: „Der
Gegenwind für das US-Wachstum im Jahr 2020 hat sich größtenteils gelegt,
so dass wir davon ausgehen, dass die Wirtschaft die historische
Wachstumsrate von zwei Prozent erreichen wird.“ Das heißt auch, dass es
wenig wahrscheinlich ist, dass die Federal Reserve die Zinsen in diesem
Jahr senken wird. „Die US-Wirtschaft nimmt weiter Fahrt auf, auch wenn
der Weg noch uneben und es eine eher holperige Fahrt ist“, sagt Scholtes
weiter.

Auf dem Weg zu 2 Prozent – eine holperige Fahrt bergauf

Das Tauziehen hat (vorerst) ein Ende, der Handelsstreit zwischen den
USA und China hat sich beruhigt. Das auf chinesische Agrarimporte
konzentrierte „Phase eins“-Abkommen dürfte zur Verringerung des
US-Handelsdefizits beitragen. Dies räumt aber nicht die strategischen
Bedenken der USA in Bezug auf Technologietransfer, Diebstahl geistigen
Eigentums und Einschränkungen im Marktzugang aus. 2020 sind nur geringe
Fortschritte in diesen Fragen zu erwarten, eine erneute Eskalation
bleibt möglich.

Ein erheblich größeres Risiko für das Vertrauen der Investoren
stellen derzeit jedoch die US-Vorwahlen in den kommenden Wochen dar: Die
Nominierung eines vergleichsweise links zu verortenden Kandidaten, wie
Elizabeth Warren, könnte die Märkte empfindlich treffen. Das legen ihre
vorliegenden Pläne zur Einführung höherer Unternehmenssteuern und zur
Umverteilung von Einkommens- und Vermögenssteuern für Verbesserungen im
Gesundheits- und Bildungswesen nahe.

Die Nominierung eines solchen Kandidaten, oder einer Kandidatin,
könnte für die US-Demokraten ein Eigentor sein – in Großbritannien etwa
haben die britischen Wähler Jeremy Corbyn bei den letzten Wahlen
abgelehnt. Die amerikanischen Wähler könnten bei einer Kandidatur von
Elizabeth Warren oder Bernie Sanders ähnlich reagieren. Demnach wäre der
gemäßigtere Joe Biden der Kandidat mit den besten Chancen, eine zweite
Amtszeit für Präsident Trump zu verhindern. Seine Kandidatur würde auch
die Finanzmärkte weniger stark durchrütteln.

Ansonsten sieht die Lage in den USA gut aus: Die Inflation ist
aktuell kein großes Thema, der Verbraucherpreisindex ging gegenüber dem
Vorjahr von 2,4 Prozent auf 2,1 Prozent leicht zurück. Der versöhnliche
Ton der Zentralbank stützt Wirtschaft und Kapitalanlagen. Und auch der
Brexit ist derzeit keine große Bedrohung für das US-amerikanische oder
globale Wachstum, da Unternehmen und Regierungen die Möglichkeit hatten,
zu planen. 

Dieser optimistische Wachstumsausblick bedeutet natürlich, dass eine
weitere Zinssenkung durch die Fed sehr viel unwahrscheinlicher wird –
obwohl das Risiko einen Korrektur nach unten nach wie vor überwiegt.
Insgesamt hat sich der Gegenwind für das US-Wachstum im Jahr 2020
größtenteils gelegt, so dass die Wirtschaft die historische
Wachstumsrate von zwei Prozent erreichen wird. Die US-Wirtschaft nimmt
weiter Fahrt auf, auch wenn der Weg noch uneben und es eine eher
holperige Fahrt ist.