BNP Paribas Asset Management: Superstars für das Portfolio

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Die Superstar-Economy stellt Investoren vor ein Dilemma, denn es gibt nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer und die können der Portfolioperformance massiv schaden.

Nachlassendes Wirtschaftswachstum, hohe Aktienbewertungen und politisches Tauziehen, etwa beim Brexit-Drama, machen es Anlegern aktuell schwer, attraktive Aktien auszumachen. Entsprechend wertvoll sind aktives Managemement und fundamentales Research.

„Es braucht daher eine aktive Strategie, die nicht nur
Aktien mit attraktiven Erträgen auswählt, sondern auch mögliche Chancen
erkennt, bevor der Markt auf sie aufmerksam wird“, sagt Eric McLaughlin,
dem Investmentexperten für US Small Caps, innovativen Konsum und disruptive
Technologien bei BNP Paribas Asset Management.

Superstars für das Portfolio:  Wie findet man
Unternehmen mit dem gewissen Etwas?

  • Große Namen = hohe Gewinne? Erträge entfallen
    scheinbar auf einige wenige Firmen
  • Aber: Bei Investitionen in Innovation und
    Disruption sollten Anleger alle Größenklassen berücksichtigen
  • Die Voraussetzung: Eine aktive Strategie, die
    nicht nur aktuell attraktive Titel auswählt, sondern auch kommende Chancen
    erkennt, bevor der Markt auf sie aufmerksam wird

Amazon, Nike, Disney – wir leben im Zeitalter der
Superstar-Firmen. Sie beherrschen die Wirtschaftspresse und bringen es oft auf
die Titelseiten. Auf den ersten Blick scheinen sie die perfekten Einzelwerte zu
sein: stark, stabil und dominant. Und zweifellos kann die Größe enorme Skalen-
und Netzwerkeffekte mit sich bringen, doch sie kann auch mit Risiken
einhergehen, zum Beispiel mit hohen Verwaltungskosten und Bürokratie. Die
Superstar-Economy stellt Investoren damit vor ein Dilemma, denn es gibt nicht nur
Gewinner, sondern auch Verlierer und die können der Portfolioperformance massiv
schaden. Es scheint, als würden die Erträge zunehmend auf eine kleine Gruppe
von Unternehmen entfallen.

Nicht nur auf Stars setzen

Beispiel: Einzelhandel. Große Einzelhandelskonzerne haben
viele traditionelle Läden zu Fall gebracht. Den kleineren Unternehmen, die die
Konsolidierung im Markt überlebt haben, können sie aber nichts mehr anhaben.
Diese „Überlebenden“ bieten entweder eine besondere Einkaufserfahrung,
Nischenprodukte oder haben eine Zielgruppe, die von anderen Anbietern nicht
erreicht wird. Sie sind oft hochprofitabel und schaffen Werte, werden aber
womöglich niemals internationale Superstars werden. Dennoch können ihre
Aktionäre mit der Zeit hohe Erträge erwirtschaften.

Daher investieren wir auch in Unternehmen, die einen
Nischenmarkt dominieren und so regelmäßig ROICs (return on invested capital)
über ihren Kapitalkosten erzielen können, auch wenn ihre Umsätze oder ihre
Marktkapitalisierung nicht sehr hoch sind. Es braucht daher eine aktive
Strategie, die nicht nur Aktien mit attraktiven Erträgen auswählt, sondern auch
mögliche Chancen erkennt, bevor der Markt auf sie aufmerksam wird.

Nachhaltigkeit ist mehr als ESG

Um diese vielversprechenden Unternehmen zu finden, erstellen
unsere Sektorexperten fundamentale Einzelwertanalysen. So erkennen sie günstig
bewertete nachhaltige Unternehmen mit dauerhaften Wettbewerbsvorteilen. Denn
für uns ist „nachhaltig“ mehr als ESG. Wir betrachten Unternehmen aus
finanzieller, wirtschaftlicher und strategischer Sicht. Deshalb gehört für uns
zu einem nachhaltigen Unternehmen auch ein belastbares Geschäftsmodell,
basierend auf einem dauerhaften Wettbewerbsvorteil durch Patente, einzigartige
Produkte, Marktmacht oder dem Schutz durch Markteintrittsbarrieren. 

Aus ESG-Sicht sollte ein Unternehmen zumindest keinen
Schaden anrichten. Viel besser ist es, wenn es auch einen positiven Beitrag zu
ökologischen, sozialen und Governance-bezogenen Zielen leistet.

Small is beautiful – aber nicht nur

Wo finden wir solche aussichtsreichen Kandidaten? Auf jeden
Fall unter den Small Caps, aber auch in Sektoren wie innovative Konsumgüter,
die von langfristigen Themen profitieren, beispielsweise vom
Bevölkerungswachstum, der Alterung der Bevölkerung und etwa dem Online-Handel.
Man kann durchaus sagen, dass viele Innovationen von kleineren und nicht
börsennotierten Unternehmen vorangetrieben werden. Aber auch viele
Superstar-Firmen haben den Dreh raus – und sie haben die Mittel, Innovationen
zu fördern. Das ist einer der Gründe, warum wir überzeugt sind, dass man bei
Investitionen in Innovation und Disruption alle Größenklassen berücksichtigen
sollte.

Streuen – weil die Stars von heute vielleicht morgen keine
mehr sind

Auch ein Blick über den Tellerrand ist sinnvoll: Denn
Superstars kommen und gehen. Der Superstar-Status ist keine Garantie für
langfristigen Erfolg. Wie die letzten Jahrzehnte zeigen, können disruptive
Innovationen die Welt dramatisch verändern – mit Chancen für neue Unternehmen.
Deshalb ist uns „Nachhaltigkeit“ so wichtig. Und deshalb wollen wir Unternehmen
meiden, die zu „gefallenen Engeln“ des Aktienmarkts werden können, indem wir
die fundamentalen Eigenschaften der nachhaltigen, belastbaren Geschäftsmodelle
von Unternehmen immer wieder neu beurteilen – unabhängig von ihrer Größe.

Eric McLaughlin
Eric McLaughlin
Eric McLaughlin, Investmentexperte für US Small Caps, innovativen Konsum und disruptive Technologien bei BNP Paribas Asset Management

Eric McLaughlin, Investmentexperte für US Small Caps, innovativen Konsum und disruptive Technologien bei BNP Paribas Asset Management