Tim Albrecht geht zu Berenberg

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Nach Stefan Leipold und Henning Gebhardt verlässt erneut ein prominenter
Fondsmanager die DWS. Wie aus Branchenkreisen bekannt wurde, geht auch sein Nachfolger
Tim Albrecht zur Privatbank Berenberg. Zum Jahresbeginn 2019 soll er dort die Leitung des Aktienressorts übernehmen. Insider haben den Wechsel bereits
bestätigt. Am Nachmittag werden offizielle Stellungnahmen der Fondshäuser
erwartet.
Tim Albrecht managte bis zuletzt die Milliardenfonds der DWS. Unter
seiner Leitung stehen der DWS Invest I German Equities (130 Mio. Euro), der DWS
Aktien Strategie Deutschland (2,6 Mrd. Euro), der DWS Deutschland LC (knapp 5
Mrd. Euro) sowie der DWS Investa (3,8 Mrd. Euro).
Albrecht hatte den Investa sowie den Aktien Strategie Deutschland 2016
von Gebhardt übernommen, als dieser nach zwanzig Jahren seinen Abschied
verkündete. Die Nachfolge Albrechts soll internen Angaben zufolge dessen
bisherige Chefin Petra Pflaum antreten. 

Dieter Fischer verlässt die €uro Advisor-Services

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Fischer gehörte 1990 zum Gründungsteam des Finanzen Verlags
und wechselte 2004 aus der Verlagsleitung der Euro am Sonntag in die
Geschäftsführung der Beteiligung Euro Advisor Service GmbH (FundResearch,
FVBS). Die Geschäftsführung der Euro Advisor Service GmbH wird künftig von
Michael Schmidt allein wahrgenommen, wobei beide Gesellschaften künftig noch
enger kooperieren werden.

Finanzen-Verleger Frank-B. Werner freut sich über die
Verstärkung: „Ich habe mit Dieter Fischer in den vergangenen 30 Jahren sehr eng
zusammengearbeitet und freue mich sehr darauf, mit ihm gemeinsam die nächsten
Wachstumsschritte des Verlags in Angriff zu nehmen.“ Fischer selbst lobt das
EAS-Team: „Ich hatte die Ehre, mehrere Jahre mit einem extrem professionellen
und motivierten Team zu arbeiten.“

EU verabschiedet PEPP

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Am vergangenen Montag hat der Wirtschafts- und Währungsausschuss
der EU die Einführung des Pan-European Pension Product (Pepp)
verabschiedet. Das private Altersvorsorgeprodukt soll europaweit Geltung finden,
die Kosten ein Prozent der Jahresbeiträge nicht überschreiten. Zudem soll die Kapitalanlage
nachhaltig erfolgen. Deutsche Verbände kritisieren den Vorstoß.

Momentan kommen in Europa auf einen Rentner vier Arbeitnehmer,
die für dessen Alterssicherung einstehen. Bis zum Jahr 2060 erwartet die EU,
dass sich dieses Verhältnis deutlich reduziert. In gut 40 Jahren sollen zwei
Arbeitnehmer die Erträge eines Rentners schultern müssen. Das Rentenniveau wird
sich unter dieser Voraussetzung spürbar reduzieren. Dennoch sorgt nur eine
Minderheit der EU-Bürger privat vor.

Um dem entgegen zu wirken hat die EU 2012 das europaweit handelbare
Privatvorsorgeprodukt Pepp  auf den Weg
gebracht. Pepp-Produkte sollen von privaten Unternehmen vertrieben werden,
unterliegen aber strengen Zulassungsregularien. Bspw. muss eine transparente Information
über Kosten und Gebühren gewährleistet sein, ebenso gelten besondere Vertriebsbestimmungen.
Ähnlich der Riester-Rente soll Anlegern die Auswahl zwischen verschiedene Risiko-Varianten
möglich sein. Für die geringsten Risikoklassen müssen Anbieter die Beiträge
garantieren. Darüber hinaus sollen Anleger alle fünf Jahre Anbieter und
europaweit den Wohnort wechseln können, ohne mit Einbußen rechnen zu müssen. Zudem
sollen verschiedene Auszahlungsmöglichkeiten angeboten werden. Ebenso verlangt
die EU, dass die Kapitalanlage nachhaltig erfolgt. Montag wurde vom Wirtschafts-
und Währungsausschuss der EU der Einführung von Pepp zugestimmt.

BVK und GDV sehen konzeptionelle
Mängel

Auf dem Papier klingt die Idee gut. Doch die Verbände sehen
das Produkt eher kritisch. So äußerte der Präsident des Bundesverbandes
Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), Michael Heinz, Zweifel an der
Attraktivität der Produkte. Riester, Rürup und private Renten- sowie
Lebensversicherungen würden in Deutschland großes Vertrauen genießen. „90
Millionen abgeschlossene Lebensversicherungen beweisen das“, so Heinz in einer
Stellungnahme. PEPP verkompliziere den Vertrieb. Kritik äußerte Heinz auch an
der angedachten Freizügigkeit. Die Rente länderübergreifend anzulegen sei wegen
der unterschiedlichen Steuersysteme der EU-Staaten nur schwer umsetzbar.

Peter Schwark, Mitglied der Geschäftsleitung des Verbandes derDeutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sieht schon die Konzeption von Peppfalsch angelegt. „Echte Rentenprodukte zeichnen sich dadurch aus, dass sie
dieselben typischen Risiken wie gesetzliche Rentensysteme absichern.
Insbesondere müssen Leistungen im Alter grundsätzlich lebenslang gewährt werden“,
so Schwark. Bei Pepp bestehe das Risiko, „dass das angesparte Geld im Alter vorzeitig
aufgebraucht ist und die Menschen systematisch dem Risiko der Altersarmut
ausgesetzt werden“.

Ausverkauf von Emerging-Market-Anleihen eröffnet Kaufgelegenheiten

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Ausmaß und Auslöser des jüngsten Ausverkaufs

Im Juli hatten sich Emerging-Market-Papiere erholt. Doch in den ersten drei Augustwochen erlitten sie erhebliche Verluste, die an den Kursrutsch im 2. Quartal 2018 anknüpften. Der Ausverkauf hatte mehrere Gründe, vor allem die Verschlechterung der Lage der Türkei.

Abbildung 1 zeigt die enormen Kursverluste von Emerging-Market-Anleihen Anfang August.

Abbildung 1:  Erträge ausgewählter Arten von Emerging-Market-Anleihen

Erträge ausgewählter Arten von Emerging-Market-Anleihen
Erträge ausgewählter Arten von Emerging-Market-Anleihen

Hinweis: Daten vom 1. Januar bis zum 20. August 2018. Quelle: JP Morgan, Stand 20. August 2018.

Die Anfälligkeit der Türkei ist keine echte Überraschung. Angesichts der sich verschlechternden Fudamentaldaten betrachten wir die Türkei bereits seit einiger Zeit mit Skepsis (sehr hohe Auslandsschulden, starke Abhängigkeit von Auslandsinvestitionen zur Finanzierung des Wirtschaftswachstums, hohe Inflation, verstärkt durch die immer schwächere Währung, geldpolitische Fehler und politische Probleme durch staatliche Interventionen, hohe Verschuldung des privaten Sektors … etc., etc.).

Zuletzt hatten die USA die Türkei im Zusammenhang mit dem Fall Brunson mit Sanktionen belegt. Der US-Pastor wurde 2016 von den türkischen Behörden festgenommen und befindet sich noch immer in Haft. Durch die Eskalation der Spannungen mit den USA hat sich die Lage in der Türkei weiter verschlechtert, sodass die Lira erheblich abwertete und es zu einem Ausverkauf türkischer Aktien und Anleihen kam. Da die türkischen Behörden nicht auf die lawinenartige Krise reagierten, haben die Bedenken der Investoren zuletzt noch weiter zugenommen.

Aber auch Spannungen in anderen Teilen der Welt trieben den Ausverkauf weiter an. Die USA verhängten neue Sanktionen gegen Russland, woraufhin die Märkte über weitere Maßnahmen bis hin zu einem kompletten Verbot des Erwerbs russischer Staatsanleihen spekulierten.

Auch andere Emerging-Market-Länder mit Anfälligkeit für eine Schuldenkrise, schwachen Leistungsbilanzen, Inflationsängsten und höheren politischen Risiken gerieten unter Druck. Vor allem werteten ihre Währungen ab.

Abbildung 2 zeigt einige Emerging Markets, deren Anleihen im August besonders stark verloren haben.

Abbildung 2:  Kursverluste von Emerging-Market-Lokalwährungsanleihen Anfang August (%)

Kursverluste von Emerging-Market-Lokalwährungsanleihen Anfang August (%)
Kursverluste von Emerging-Market-Lokalwährungsanleihen Anfang August (%)

Hinweis: Daten vom 1. bis zum 20. August 2018. Quelle: JP Morgan, Stand 20. August 2018.

Angst vor Dominoeffekten?

Emerging-Market-Anleihen und -Währungen sind vom 1. bis zum 20. August sehr stark gefallen. Gerechnet in US-Dollar und nicht währungsgesichert verlor der JP Morgan GBI EM Global Diversified Index in diesem Zeitraum 5%. Die größten Verluste entstanden in nur drei Handelstagen.

Auch die Spreads von Fremdwährungsanleihen sind stark gestiegen, durch die Rallye von US-Treasuries waren die Titel jedoch weniger volatil. In den ersten 20 Augusttagen gab der JP Morgan EMBI Global Diversified Index um 1,9% nach.

Asien vom Ausverkauf unbeeindruckt

Wie unsere Asienexperten berichteten, blieben Anleihen aus Asien während des jüngsten Ausverkaufs recht stabil. Gemessen am JPM JACI Index verdiente man mit asiatischen Fremdwährungsanleihen vom 1. bis zum 20. August sogar 0,2%. Auch asiatische Staatsanleihen und Währungen waren stabiler als ihre internationalen Pendants. Zum einen lässt sich das mit der jüngsten Lockerung der chinesischen Geldpolitik erklären. Ein weiterer Grund ist die bessere Kreditqualität in Asien.

Keine Lösung für die Türkei in Sicht

Vor allem in der Türkei zeichnete sich bei Redaktionsschluss keine echte Lösung ab. Die türkische Zentralbank stellte erste Gegenmaßnahmen vor. Unter anderem sollen die Mindestreserveanforderungen gesenkt werden, um für mehr Liquidität zu sorgen. Außerdem sollen Währungsswaps türkischer Banken eingeschränkt werden, um spekulative Short-Positionen in der Lira zu begrenzen. Schließlich versprach die Zentralbank, alles zu tun, um die finanzielle Stabilität zu bewahren.

Diese Schritte verschafften der Lira zwar eine kleine Atempause, an den grundsätzlichen Problemen mit den Fundamentaldaten der türkischen Wirtschaft hat sich jedoch nichts geändert, weshalb die Zentralbank weitere Maßnahmen einleiten muss. Es werden weitere konkrete Schritte erwartet, damit die Marktteilnehmer wieder in der Türkei investieren und sich türkische Wertpapiere nachhaltig erholen können. Die traditionellen Mittel gegen Krisen (Anpassung der Finanzpolitik, restriktivere Geldpolitik und Hilfen des IWF) scheinen für die türkische Regierung nicht in Frage zu kommen.

Die Lage in der Türkei bleibt schwierig, und auch die Marktstimmung dürfte sich nicht bessern. Wir gehen aber nicht davon aus, dass dies nachhaltige Folgen für andere Emerging Markets hat. Unsere Einschätzung beruht auf folgenden Überlegungen:

  1. Emerging-Market-Anleihen sind extrem niedrig bewertet, ein Großteil der schlechten Nachrichten ist bereits berücksichtigt. Vor sechs Monaten war das noch anders.
  2. Das technische Umfeld ist nach den jüngsten Mittelabflüssen aus der Assetklasse erheblich besser. Umfragen und der Entwicklung börsennotierter Derivate zufolge sind die Märkte im US-Dollar nicht mehr untergewichtet (wie im 1. Quartal), sondern übergewichtet, vor allem gegenüber Emerging-Market-Währungen.
  3. Weltwirtschaft und Unternehmensgewinne sind trotz der Störungen im Welthandel recht stabil geblieben. Vor allem das aktuelle Wachstum der Emerging Markets, das wir genau verfolgen, macht uns zuversichtlich, dass die Dynamik anhält. Außerdem ist der Aufschwung in den Emerging Markets noch immer der stärkste seit fast zehn Jahren.
  4. Die jüngste Lockerung der chinesischen Geldpolitik ist ein Richtungswechsel und dürfte für mehr Liquidität an den Märkten sorgen.
  5. Unsere Sorge, dass steigende US-Renditen eine Gefahr für die Emerging Markets sind, lässt nach. Die US-Konjunktur scheint an Dynamik zu verlieren, die Inflation ist noch immer nicht zu hoch, und allmählich zeichnet sich eine Pause der Zinserhöhungen der Federal Reserve ab.

Zwei wichtige Herausforderungen für Emerging-Market-Anleihen bestehen aber nach wie vor: Störungen des internationalen Handels und ein weiterer Anstieg der US-Zinsen. Aus unserer Sicht sind sie aber in den Kursen bereits berücksichtigt, und bis Ende dieses Jahres könnten sich für beides Lösungen abzeichnen.

Der Welthandel ist nach wie vor nicht frei von Konflikten, aber die Rhetorik war zuletzt vor allem in China weniger aggressiv. Im November finden in den USA Zwischenwahlen statt. Da sie allgemein als Referendum über die politische Zukunft Donald Trumps gelten, muss die US-Administration jetzt beim Thema Handel punkten. Ein echter Handelskrieg würde die Wähler wohl kaum überzeugen. Viele von ihnen würden unter Exportzöllen und steigenden Importpreisen leiden.

Positiv sind die jüngsten Gespräche zwischen den USA und Europa: Die USA ließen ihren Plan fallen, die Einfuhrzölle auf europäische Autos zu erhöhen. Auch die NAFTA-Verhandlungen laufen besser, vor allem die Gespräche mit der neuen mexikanischen Regierung.

Zu den US-Zinsen ist anzumerken, dass die US-Löhne noch immer nur schwach zulegen und auch ein nennenswerter Inflationsanstieg auf sich warten lässt. Die Septembersitzung des Offenmarktausschusses der Fed könnte die Märkte verunsichern. Der Ausschuss wird eine aktuelle 12-Monats-Prognose vorlegen und darüber informieren, wie der Zinserhöhungszyklus weitergeht. Wir gehen davon aus, dass die Fed ihre Karten endgültig auf den Tisch legen wird und eine Zinspause näher rückt. Nach der Sitzung wird dieses Thema im Mittelpunkt stehen.

Gut ist, dass die Zentralbanken einiger Emerging Markets bereits auf die bisherigen und erwarteten Leitzinserhöhungen der Fed reagiert haben. Sie haben Maßnahmen getroffen, um ihre Währungen zu schützen, die Inflation zu begrenzen und Kapitalabflüsse abzuwenden. Die Türkei ist hierbei die einzige Ausnahme. Angesichts all dessen sind viele Emerging Markets heute erheblich besser gegen steigende Zinsen gewappnet als beispielsweise während des Taper Tantrums im Jahr 2013.

Fazit

Unter Berücksichtigung aller positiven und negativen Szenarien halten wir die aktuelle Schwäche von Emerging-Market-Anleihen für eine Kaufgelegenheit. Die Assetklasse ist stark unterbewertet.

Die Konjunktur in den Emerging Markets ist günstig für die Kursentwicklung. Das Wachstum der Schwellenländer hat sich stabilisiert, die Unternehmensgewinne sind im Schnitt recht hoch, die Bewertungen sind gefallen, die Anfälligkeit für externe Ereignisse hält sich in Grenzen, und weltweit scheinen die Zentralbanken ihre Geldpolitik sehr vorsichtig zu straffen. Hinzu kommt, dass China mehr Konjunkturprogramme aufgelegt hat.

Am Ende wird die Fed den Startschuss geben, aber wir raten Investoren, schon jetzt zu investieren. Nach der Fed-Sitzung könnte man die Erholung verpassen.

L. Bryan Carter Head of Emerging Markets Fixed Income


Cyberkriminalität schwächt Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen

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Durch die zunehmende Omnipräsenz mobiler Geräte und die Nutzung von Online-Diensten ist die Menge digitaler Daten in den vergangenen Jahren exponentiell gewachsen. Der rapide Anstieg der von Unternehmen aufbewahrten Datenmenge hat auch Cyberkriminelle angezogen, die heute auf immer ausgefeiltere Tools und Techniken zurückgreifen. Dabei sind die Bereiche Datenverwaltung und -sicherheit für viele der betroffenen Unternehmen noch Neuland. Die durch Cyberkriminalität verursachten Kosten sind für globale Unternehmen heute um 60 % höher als noch vor fünf Jahren, wobei diese Zahl in den USA sogar auf über 80 % geklettert ist (siehe Abb. 1). Kein Unternehmen kann es sich heute leisten, die Bedrohung zu ignorieren, und Regulierungsbehörden wie das britische Information Commissioner’s Office (ICO) intensivieren Maßnahmen zur Durchsetzung. Damit wird jedoch gerade einmal die Spitze des Eisbergs behandelt.

Abbildung 1: Die Kosten für Cybersicherheit steigen

Die Kosten für Cybersicherheit steigen
Die Kosten für Cybersicherheit steigen

Quelle: ico.org.uk, Accenture & Ponemon Institute’s 2017 Cost of Cyber Crime Study, Cisco Global Cloud Index.

Was ist unter Cyberrisiko zu verstehen?

Cyberrisiken sind ein weit gefasster Begriff. Die meisten Personen verstehen darunter das Risiko, Verluste oder Schäden durch Sicherheitsverstöße oder Angriffe auf Informationssysteme zu erleiden. Diese Verluste können vielfältiger Natur sein: Es kann sich beispielsweise um direkte finanzielle Schäden, Rufschädigungen oder Betriebsunterbrechungen handeln. Jüngste, weitläufig bekannte Angriffe (WannaCry, Petya, Equifax etc.) haben dazu geführt, dass das Bewusstsein für dieses Thema geschärft wurde; gleichzeitig haben sie auch die Aufmerksamkeit der Regulierungsbehörden auf sich gezogen. Mit Cyberrisiken wird im Allgemeinen der Datenschutz in Verbindung gebracht, der auch im Mittelpunkt der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU steht, die im Mai 2018 in Kraft trat. Dieses Gesetz wurde zu einem weltweiten De-facto-Standard; es verdeutlicht und legt präzise dar, was sensible Daten sind und wer die Nutzungsrechte besitzt. Zudem wird Unternehmen die Verantwortung dafür zugewiesen, Kundendaten sicher aufzubewahren. Gelingt ihnen dies nicht, drohen hohe Geldstrafen.

Warum sollten Anleger sich für dieses Thema interessieren?

Cyberkriminalität stellt eine wesentliche Risikoquelle für Unternehmen dar, insbesondere für solche, die über signifikante immaterielle Vermögenswerte wie Marken, Kundenbeziehungen oder Technologien verfügen. Die negativen Auswirkungen, die Datenschutzverletzungen auf eine Marke haben können, ziehen die Wettbewerbsfähigkeit sowie die künftigen Umsätze und Cashflows von Unternehmen direkt in Mitleidenschaft. Datenschutzverletzungen decken oftmals unzureichende Geschäftsführungspraktiken und Schwächen in der Managementstruktur auf; zwar lassen sich Personen und Verfahren schnell ersetzen, doch das Vertrauen des Marktes und der Kunden wiederzugewinnen, dauert wesentlich länger.

Interaktion als wesentlicher Faktor

Unseres Erachtens sollten Anleger ein besonderes Augenmerk darauf richten, wie gut Unternehmen gegen Cyberereignisse gerüstet sind. Nur, wenn ein Unternehmen einen vielschichtigen Ansatz verfolgt, kann darauf vertraut werden, dass bei einem tatsächlichen (nicht potenziellen) Angriff Prozesse und Ressourcen zur Verfügung stehen, um die Auswirkungen auf den Betrieb und die Fähigkeit zur Wertschöpfung zu minimieren.

Um dieses Verständnis zu entwickeln, ist es erforderlich, über eine formelhafte Bewertung von Richtlinien hinauszugehen. Wir sind der Ansicht, dass die direkte Interaktion mit den Unternehmen das beste Mittel ist, um entsprechende Erkenntnisse zu gewinnen. Bei unserer umfassenden Auseinandersetzung mit dem Thema haben wir uns auf einige wesentliche Bereiche konzentriert:

  • Governance: Verfügt der Vorstand über ein ausreichendes Verständnis des Themas Cyberrisiken?
  • Expertise: Verfügt das Unternehmen intern über die erforderlichen Kompetenzen, um Cyberrisiken zu bewältigen? Greift es auf externe Fachleute zurück?
  • Technologie: Setzt das Unternehmen in technischer Hinsicht Best Practices um?

Da Cyberrisiken viele verschiedene Geschäftsmodelle betreffen, haben wir die Sicherheitsverantwortlichen (CISO) oder Datenschutzbeauftragten (DPO) von zehn Unternehmen befragt, in die Schroders investiert. Ihr Tätigkeitsbereich umfasst etwa Sektoren wie Finanzdienstleistungen, Technologie und Telekommunikation.

Wesentliche Erkenntnisse: Expertise und Verantwortung des Vorstands

Dank dieser direkten und umfassenden Gespräche konnten wir die entscheidenden Informationen ausmachen und Stärken und Schwächen auf Unternehmensebene besser verstehen. Die wesentlichen Faktoren sind unseres Erachtens:

  • Expertise: Es ist von essentieller Bedeutung, dass ein Unternehmen über ein kompetentes Team aus Fachexperten im Bereich der Cybersicherheit verfügt. Dieses Team muss unter der Leitung eines CISO/DPO stehen, der wiederum nach Möglichkeit an den CEO oder den Vorstand berichtet. Zudem sollte das Sicherheitsteam regelmäßig auf externe Fachexperten zurückgreifen, um im Hinblick auf neue Bedrohungen und Sicherheitstools stets auf dem neuesten Stand zu bleiben. Spezifische Technologieprozesse wie Penetrationstests, Sicherheitspatches usw. sollten intern direkt vom Team kontrolliert werden.
  • Verantwortung auf Vorstandsebene: Auf Seiten des Vorstands sind spezifische Kompetenzen erforderlich, um einschätzen zu können, ob das Unternehmen auf betrieblicher sowie Führungsebene über geeignete Ressourcen zur Kontrolle von Cyberrisiken verfügt.

Untersuchen wir das Maß an Kompetenz und Verantwortung eines Unternehmensvorstands, bieten wir unseren Analysten und Fondsmanagern damit eine Grundlage, auf der sie ihre Fragen an die Managementteams aufbauen und die Antworten mit entsprechenden Vergleichsgruppen abgleichen können.

Darüber hinaus sehen wir nach den Gesprächen nun einige Bereiche mit anderen Augen; Bereiche, die generell als wichtig angesehen werden, von den Unternehmen jedoch häufig unbeachtet bleiben. Zum Beispiel deckten unsere Gespräche die folgenden Schwachstellen auf: Fokus auf ISO27001 (ein IT-Standard, den branchenführende Unternehmen intern umsetzen), Versicherungen gegen Cyberrisiken (die derzeit erhältlichen Produkte decken die Risiken nur begrenzt ab) und Leitlinien zu Cybersicherheit/Datenschutz (die zwar für Compliance-Zwecke wichtig sind, bei der tatsächlichen Bewältigung von Cyberrisiken jedoch weniger hilfreich scheinen).

Fazit: zielgerichteter Austausch

Cyberrisiken gewinnen für alle Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Wir als Investoren müssen ein umfassenderes Verständnis dafür entwickeln, wie gut die Unternehmen, die Bestandteil der Portfolios unserer Kunden sind, gegen diese Risiken gewappnet sind. Wir sind der Ansicht, dass ein gezielter Austausch mit den Unternehmen das effizienteste Mittel darstellt, um Einblicke in wesentliche Bereiche wie Risikobeherrschung und technische Kompetenzen auf Führungsebene zu gewinnen. Auf diese Weise können Anleger hier möglicherweise ungeeignete Methoden ausmachen, noch bevor diese Schaden anrichten können.

Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stellen nicht
notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von
Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten
Ansichten dar. Der Beitrag wurde am 04.09.18 auch auf schroders.com
veröffentlicht.


Michael Jensen: US-Wirtschaft unverändert stark

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In einer Woche richtungsweisender Daten und Ereignisse standen vor allem Preisdaten
aus
der Eurozone und den USA im Mittelpunkt. Die Kernrate in den USA stieg im Juli gemäß der vorläufigen Schätzung auf 2,0 Prozent an und bestätigte damit die Konsensschätzung. Damit liegt die Kernrate bereits zum dritten Mal in diesem Jahr auf der Inflationszielmarke der US-Notenbank. Weitere Daten aus den USA lieferte das Stimmungsbarometer für Konsumenten des Conference Board. Dieses kletterte im August auf den höchsten Wert seit fast 18 Jahren. Der überraschend deutliche Anstieg untermauert die aktuell außergewöhnlich gute konjunkturelle Situation in den USA. Mit Blick auf die Eurozone überraschte die dortige Inflation im August. Die Kernrate lieferte ebenfalls einen nicht erwarteten Rückgang. Auf nationaler Ebene fiel besonders der Rückgang der Gesamtteuerung in Deutschland auf. In Sachen Sentiments blickt die deutsche Wirtschaft hingegen wieder zuversichtlicher in die Zukunft. Nachdem der ifo-Geschäftsklimaindex zuletzt einige Male gesunken war, stieg er für August überraschend an und wies damit den ersten Zuwachs in diesem Jahr und gleichzeitig den stärksten Zuwachs seit
Dezember  2014 aus. Nach Angaben des ifo Instituts sorgte neben der starken Binnenkonjunktur vor allem der Waffenstillstand beim Handelskonflikt mit den USA für die Aufhellung des Sentiments. Eine leichte Eintrübung muss voraussichtlich die Verbraucherstimmung im September hinnehmen. Das signalisieren die jüngsten Umfrageergebnisse der GfK für August. Dennoch ist das absolute Niveau nach wie vor mit einem soliden Konsum kompatibel.

Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent verteuerte sich erneut deutlich gegenüber der Vorwoche und notierte auf einem Niveau von 77,68 US-Dollar je Barrel. Der US-Dollar verlor gegenüber dem Euro kaum merklich um 0,06 Prozent. Der japanische Yen erholte sich hingegen leicht um 0,24 Prozent im Vergleich zur Vorwoche.

In diesem Marktumfeld entwickelten sich die globalen Aktienmärkte mit Ausnahme von Europa positiv. Das größte Plus verzeichnete hierbei der japanische Aktienmarkt, gefolgt von amerikanischen Titeln. Die Industrienationen schnitten im Vergleich (mit Ausnahme von Europa) zu den Schwellenländern besser ab. Innerhalb Europas entwickelte sich die Eurozone schlechter. In Europa entwickelten sich die Sektoren Industrie, zyklischer Konsum und Rohstoffe am besten. Eine Underperformance zeigten die Segmente Finanzen, Energie und Telekom. In den USA gehörten Titel aus den Sektoren IT, zyklischer Konsum und Gesundheit zu den Gewinnern,
während Aktien aus den Bereichen Basiskonsum, Versorger und Telekom hinterherhinkten. Small Caps schnitten in den USA minimal schlechter ab als Large Caps, während in Europa Small
Caps deutlich besser abschnitten als Large Caps. Hinsichtlich
Valueund Growthschnitten in den USA und Europa GrowthTitel besser ab.

Im Rentenbereich entwickelten sich alle Papiere negativ. Hochzinsanleihen, Anleihen mit kurzer Duration sowie
Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating mussten hierbei am wenigsten abgeben. Hart- und Lokalwährungsanleihen aus den Schwellenländern mussten im Vergleich zur Vorwoche einen stärkeren Rückgang verkraften. Euro-Staatsanleihen rangierten als
Schlusslicht.

Den vollständigen Marktkommentar können Sie hier herunterladen.


Martin Hüfner: Das „neue Deutschland“

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Normalerweise schätze ich die britische Wochenzeitung „Economist“ für ihre klaren Analysen und für ihr gutes Gespür für Trends in Wirtschaft und Gesellschaft. Aber selbst gute Journalisten leisten sich manchmal einen Flop. Einer passierte im April dieses Jahres, als der Economist ein Special über „Cool Germany“ veröffentlichte. Er lobte das Land, das vor einer neuen Ära stünde. Es würde „vielfältiger, offener, informeller“ und ganz einfach „hip“. Es könne mit der richtigen politischen Führung zu einem Modell für den Westen werden.

Aktienkurse in Europa
Kursindizes, Entwicklung seit Ende 2016

Aktienkurse in Europa
Aktienkurse in Europa

Quelle: Yahoo Finance

Als Deutscher freute ich mich natürlich über das Lob der sonst so kritischen Briten. Es war in der Tat ungewöhnlich. Andererseits hatte ich schon damals ein ungutes Gefühl, ob das wohl alles so richtig und gerechtfertigt ist. Die Monate seitdem haben mich in meiner Skepsis bestärkt. Da hat sich die Situation in Deutschland nicht verbessert. Die Auseinandersetzungen über die Flüchtlinge und die Fremdenfeindlichkeit haben sich im Gegenteil verschärft.

Die Kapitalmärkte sind für solche Schwächen immer empfänglich. Vor allem bei Aktien zeigt sich in letzter Zeit ein Trend, den viele so bisher nicht auf dem Schirm hatten. Schauen Sie sich die Grafik an. Seit fast zwei Jahren bleibt der DAX hinter anderen Indizes in Europa zurück. Während der französische CAC 40 um 11 % und der Wiener ATX gar um 25 % stiegen, liegt er heute praktisch unverändert auf dem Niveau von 2016. Der italienische MIB war zeitweise ebenfalls um 25 % gestiegen, ist aber nach den Wahlen kräftig gefallen.

Wem die Zahlen beim DAX zu niedrig vorkommen, muss berücksichtigen, dass es sich hier um den „Kursindex“ handelt. Er nimmt etwas langsamer zu als der in der Öffentlichkeit gebräuchlichere „Performance-Index“, denn er enthält nicht die Dividenden. Wenn man jedoch internationale Vergleiche vornimmt, muss man überall gleich konstruierte Indizes nutzen. Der CAC 40, der MIB und der ATX sind jeweils Kursindizes.

Was die Grafik zeigt, ist nicht nur eine temporäre, zufällige Abweichung. Es ist ein neuer Trend. Die Performance Deutschlands ist nicht nur beim Fußball schlechter geworden. Sie ist auch in der Wirtschaft und auf den Finanzmärkten nicht mehr so gut. Das „neue Deutschland“ ist, jedenfalls aus wirtschaftlicher Sicht, nicht „hip“ und „ein Modell für den Westen“, wie der Economist sagt. Es ist eher ein Nachzügler.

Das lässt sich mit Facts und Figures belegen. Es fängt mit Politik und Gesellschaft an. Die Regierungsbildung nach der letzten Bundestagswahl war ungewöhnlich schwierig und lang. Die schließlich gebildete Große Koalition hat bisher noch nicht viel zustande gebracht. Sie verliert an Zustimmung bei den Wählern. Umgekehrt gewinnt die rechtsextreme AfD an Popularität. Der öffentliche Streit über die Flüchtlinge wird aggressiver. Das macht das politische System der Bundesrepublik weniger stabil.

»Die Performance Deutschlands ist nicht nur beim Fußball schlechter geworden.«

Das Wirtschaftswachstum hat sich seit Jahresbeginn stärker verringert als das in anderen Ländern. Erst jetzt beginnt sich die Konjunktur zu fangen. Die Investitionen wachsen erheblich schwächer als in anderen Ländern Europas. Gerade in der Infrastruktur steht Deutschland nicht mehr vorbildlich da. Die Unternehmen haben nicht den Rückenwind, wie ihn beispielsweise ihre Konkurrenten in den USA durch die massive Steuersenkung haben. Die hohe Exportquote erweist sich in Zeiten handelspolitischer Auseinandersetzungen als Nachteil. Der Leistungsbilanzüberschuss, einst der Stolz der deutschen Wirtschaft, ist inzwischen zu einer Bürde geworden.

Die Industrie, Kernstück der deutschen Wirtschaft, hat an Attraktion verloren. Die wichtige Automobilindustrie leidet unter der Dieselaffäre. Bei der für die Zukunft immer wichtigeren Elektromobilität spielt sie nicht mehr vorne mit. Im Bereich Hightech hat Deutschland nur einen großen wichtigen Player (SAP). Unter den großen europäischen Banken gibt es kein deutsches Institut mehr. Das ist ein Nachteil bei der Finanzierung der Industrie. Für die Investmentbanken, die jetzt aus London nach Frankfurt kommen wollen, ist das deutsche Arbeitsrecht immer noch nicht an die Bedürfnisse der Banker angepasst worden.

Die Liste der Schwächen Deutschlands im internationalen Vergleich ließe sich fortsetzen. Nun soll man natürlich die Kirche im Dorf lassen. Es ist ein Klagen auf hohem Niveau. Die deutsche Wirtschaft ist nicht schlecht. Sie ist nur nicht mehr so gut und herausragend wie sie es lange Zeit war. Viele Länder wären froh, wenn sie nur diese Probleme hätten. Andererseits hören die Kapitalmärkte das Gras wachsen. Sie reagieren schon bevor die Probleme wirklich virulent sind.

Außerdem muss man sehen, dass es in der wirtschaftlichen Performance immer Schwankungen gibt. Ein Land steht mal ein paar Jahre ganz unten, erholt sich dann wieder und knickt dann wieder ein. Deutschland war nach der Wiedervereinigung lange Zeit der kranke Mann Europas. Durch die Hartz-IV-Reformen konnte es sich aus den Schwierigkeiten herausziehen. Es wuchs wieder stärker und entwickelte eine Dynamik, die erst durch die große Finanzkrise gestoppt wurde. Es ist also zu erwarten, dass Deutschland irgendwann auch bei den Investoren wieder in den Fokus rückt. Voraussetzung ist allerdings, dass die notwendigen Reformen ergriffen werden und wieder investiert wird. Ohne das ist alles nichts.

Für den Anleger

Wenn Anleger in Europa investieren wollen, ist Deutschland derzeit nicht die erste Wahl. Ich würde eher nach Frankreich oder Österreich schauen. Italien leidet derzeit noch unter der Unsicherheit über die Position des Landes in Europa. Wenn das geklärt ist, werden sich italienische Aktien wieder besser entwickeln.

Namensänderungen innerhalb der Fondspalette von AXA IM für vier Fonds

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AXA
Investment Managers treibt die strategische Neuausrichtung des eigenen
Aktienfonds-Angebots auf die langfristigen Wachstumstrends der Wirtschaft des
21. Jahrhunderts, die „Evolving Economy“, voran. Um dies zu unterstreichen,
erhielten zwei etablierte Fonds von AXA IM Framlington Equities im August neue
Namen: Der AXA WF Framlington Global wurde zum AXA WF Framlington
Evolving Trends
, und der AXA WF Framlington Health wurde in AXA
WF Framlington Longevity Economy
umbenannt. 

Mit
dem AXA WF Framlington Evolving Trends können Anleger in hochwertige
Unternehmen investieren, die von einem oder mehreren der fünf großen
Wachstumsthemen der Evolving Economy profitieren: Alterung und Lifestyle,
Automatisierung, der vernetzte Verbraucher,  saubere Umwelttechnologie und
Wandel der Gesellschaft. Jedes der Themen gilt nach dem Verständnis von AXA
Framlington Equities als Wachstumstreiber der kommenden Jahre und Jahrzehnte.
Der Fonds verfolgt einen langfristigen Investmentansatz und investiert
ausschließlich in Unternehmen, die ihre Einnahmen nachweislich aus den Themen
der Evolving Economy erzielen. 

Der
AXA WF Framlington Longevity Economy setzt auf langfristiges Wachstumspotenzial
in Bereichen, die durch den demografischen Wandel verstärkt werden. Dazu
gehören sogenannte Silberdollars (Ausgaben im Alter, die ein angenehmes Leben
gewährleisten sollen), Wellness, die Behandlung von Krankheiten und
Altenpflege. Ein Vorteil des Fonds gegenüber Wettbewerbern ist, dass er sich
nicht auf bestimmte Regionen oder Branchen, wie beispielsweise ausschließlich
das Gesundheitswesen, versteift. Da sich die Bevölkerungsentwicklung über
Jahrzehnte erstreckt, priorisiert der Fonds Unternehmen mit langfristigem
Wachstum und überdurchschnittlichen Wachstumsperspektiven. 

Darüber
hinaus fanden zwei weitere Umbennungen innerhalb der Fondspalette von AXA IM
statt. Der AXA WF MixIn Perspectives wurde zum AXA WF Women
Empowerment
und der AXA WF Planet Bonds wurde zum AXA WF Global
Green Bonds
umbenannt. 

Der
AXA WF Women Empowerment Fonds ist einer der ersten global und aktiv gemanagten
börsennnotierten Impact-Fonds mit Fokus auf Gender-Diversity. Ziel des Fonds
ist es, Investoren langfristige Erträge zu bieten und gleichzeitig einen
positiven Einfluss auf die Gesellschaft auszuüben. Investiert wird in
Unternehmen, die vorbildlich an die Geschlechtergleichstellung herangehen.
Darüber hinaus hilft AXA Investment Managers Unternehmen, diese Standards
aufrecht zu erhalten oder zu verbessern. 

Die Umbenennung des AXA WF Planet Bonds zum AXA
WF Global Green Bonds soll Investoren mehr Transparenz über den
Investitionsfokus auf grüne Anleihen bieten und weiterhin das Engagement zur
Förderung einer kohlenstoffarmen Wirtschaft hervorheben. Am Investmentprozess
ändert sich nichts: Der Fonds investiert zu 100 Prozent in grüne Anleihen. Dazu
zählen Unternehmen, die sich auf erneuerbare Energien, Umweltschutz,
Energieeffizienz und Erhaltung der biologischen Vielfalt fokussieren.


Danske Bank: Geldwäsche in atemberaubender Größenordnung

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Noch im Juli gingen die Ermittler davon aus,
dass die Bank von 2007 bis 2015 insgesamt etwa 8,3 Mrd. $ durchgeleitet hätte.
Nach Informationen des Untersuchungsberichts sollen russische Anleger aber allein
im Jahr 2013 rund 30 Milliarden bei der Bank hinterlegt haben. Das berichtet
die Financial Times unter Berufung auf eine nicht näher benannte Person aus dem
Ermittlungskreis.

„30 Milliarden $ sind eine wirklich atemberaubende
Größenordnung für so eine kleine Bank“, zitiert das Blatt die Person, die
anonym bleiben will. So eine Geldmenge habe nicht unbemerkt bleiben können,
„das hätte jemandem auffallen müssen“, so der Insider weiter. Ole Andersen,
Aufsichtsratsvorsitzender der Danske Bank bat in Reaktion auf die neuen
Vorwürfe gestern um Geduld. Man möge den endgültigen Untersuchungsbericht
abwarten, die er gegen Ende des Monats erwarte. Er gab allerdings zu, dass die
Ausmaße des Skandals größer wären als bislang angenommen: „Es ist jetzt klar,
dass die Probleme signifikant größer sind, als wir zu Untersuchungsbeginn
angenommen haben“, so Andersen. Die Information der Financial Times wollte er
indes nicht bestätigen, sondern verwies auf die Komplexität der Angelegenheit.
„Rückschlüsse auf die Anzahl der Transaktionen oder die Höhe des gewaschenen
Geldes können nicht aus einer einzigen Information, die aus dem Kontext
gerissen ist, gezogen werden“.

Der Skandal war im Jahr 2013 ins Rollen geraten, als ein
Whistleblower in einer Email an die zuständigen Aufsichtsbehörden einen Mangel
an Checks and Balances anklagte. Die estnische Finanzaufsicht nahm damals
ebenso wie die Bank selbst Ermittlungen auf. Der Anfangsverdacht erhärtete sich
schnell. In einem ersten Bericht konstatierte die Behörde schon 2014 groß
angelegte, systematische Verletzungen von Anti-Geldwäsche-Gesetzen.


Olivier de Berranger: Eine weitere Woche im Zeichen des Handelskriegs

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Es war eine weitere Woche im Zeichen des Handelskrieges. Im Zentrum standen der neuerliche Rückgang bei Aktien und die Unruhe aufgrund eines möglichen Anwachsens der Spannungen.

Dabei hatte alles so gut angefangen. Das am vergangenen Montag geschlossene Handelsabkommen zwischen den USA und Mexiko schien einem neuen nordamerikanischen Freihandelsabkommen (NAFTA) den Weg zu ebnen, obwohl die Aufkündigung des trilateralen Abkommens mit den direkten Nachbarn eines der Lieblingsthemen von Präsident Trump war. Diese Annahme wurde durch die zuversichtlichen Äußerungen der Vertreter der USA und Kanadas über die Aufnahme Kanadas in diesen neu verpackten Vertrag von 1994 bestärkt. Zudem verschob die US-Administration die Entscheidung über die Zölle für insbesondere europäische Importfahrzeuge und das chinesisch-amerikanische Treffen in Washington rief seitens des US-Präsidenten keine negativen Kommentare hervor – es war also alles gegeben, um die Märkte an eine mögliche Entspannung der Handelsstreitigkeiten glauben zu lassen.

Doch die Rechnung wurde ohne Donald Trump gemacht. Am vergangenen Donnerstag verstärkte er in einem Interview auf Bloomberg TV seine Kampfansagen. Er wiederholte seine Drohungen, aus der Welthandelsorganisation (WTO) auszutreten, falls diese Institution, deren Gründungsdokument er als „das schlechteste jemals geschlossene Handelsabkommen“ betrachtet, die USA nicht besser behandele. Überdies bezeichnete er die Europäische Union als „fast so schlimm wie China, nur kleiner“ und gab damit Anlass zu der Vermutung, dass der alte Kontinent sein nächstes Ziel sein könnte. Dabei waren anlässlich seines Treffens mit dem Präsidenten der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker Ende Juli noch eine engere Zusammenarbeit und neue Abkommen beschlossen worden.

Laut Bloomberg beabsichtigt Trump ferner die Verhängung neuer Zölle auf chinesische Produkte im Wert von zusätzlich 200 Milliarden US-Dollar nach der öffentlichen Anhörung am 6. September, durch die eine neue Produktliste erstellt werden soll.

Statt eines aufklarenden Horizonts bildeten sich also erneut die Wolken des Handelskrieges und verdunkelten den Himmel über den Märkten. Dies belastete Risikoanlagen insgesamt und vor allem Schwellenländeranlagen. Diese litten darüber hinaus noch unter einer neuen Schwäche der türkischen Lira und der katastrophalen Lage in Argentinien, dessen Zentralbank ihren Leitzins nach einer neuerlichen Abwertung des Pesos von 45 auf 60 Prozent anhob.

Die Wochen gehen ins Land, doch die Hintergrundmusik ändert sich nicht. Diese Musik könnte durchaus noch bis zu den Halbzeitwahlen zu hören sein. Danach, so die Hoffnung mancher Beobachter, könnte Donald Trump aufhören, Öl in das von ihm selbst entzündete Feuer zu gießen. Möglicherweise erklärt diese Erwartung auch die moderaten Reaktionen der chinesischen Behörden. Sollte Trump diesen Kurs auch nach den Midterms fahren, dürften die chinesischen Reaktionen mit Sicherheit schärfer ausfallen.