30% der UCITS-Fonds sind nicht hinreichendend gekennzeichnet

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Ein maßgeblicher Anteil der KIIDs-Prospekte, mit denen
Fondsgesellschaften über ihre Investmentfonds informieren, enthalten mangelhafte
Angaben zur Vergleichs-Benchmark. In einer Auswertung von 2033 aktiv gemanagten
Aktienfonds, die in der EU aufgelegt worden sind, ermittelte das NGO „Better Finance“,
dass knapp 30 % der Fonds nicht hinreichend ausgezeichnet waren. Mindestens 619
der untersuchten Wesentlichen Anlegerinformation enthielten nicht die von der
EU-Vorgeschriebenen Angaben.

Unter den Fonds, die nicht die Auflagen erfüllten, waren 98,
die zwar eindeutig einen Index in den Informationsblättern indizierten,
anschließend aber seine Performance nicht darstellten. 145 Fonds hatten
ersichtlich eine Fonds-Benchmark, behaupteten aber in den KIID, keine Benchmark
zu besitzen. Für 30 aktive Fonds waren gar keine KIIDs auffindbar.

Von den 619 nicht ausreichend gekennzeichneten Fonds waren
94 % in Luxemburg, UK, Irland, Deutschland und Österreich aufgelegt. Deutsche
Fonds rangieren am unteren Ende der Mängelliste. Nach Angaben von Better
Finance waren 38 % der untersuchten, in Deutschland registrierten Fonds
fehlerhaft. Ganz vorne stehen hier Österreich, wo 67 % der Fonds nicht den
Standards genügten, sowie Irland mit 54 %. Bei in Großbritannien und Luxemburg aufgelegte
Fonds erfüllten jeweils 43 % der Fonds nicht die rechtlichen Rahmenbedingungen.
Vorbildlich in der Untersuchung zeigten sich Fonds in Spanien oder Frankreich
aufgelegte Fonds. Sie erfüllen zu 97 % (Spanien) bzw. 99 % (Frankreich) die
EU-Richtlinie.

Fonds-Informationen:
Belgische Fonds besonders unzuverlässig

Ucits-Fonds nach Ländern
Ucits-Fonds nach Ländern

Quelle: Better Finance

Die „Wesentlichen Anlegerinformationen“, englisch „Key-Investor-Information-Document“
(KIID) waren nach der Finanzkrise eingeführt worden und ersetzten die bis dahin
gültigen Verkaufsprospekte. Die KIIDs sind seit 2012 für Investmentfonds in
Deutschland vorgeschrieben und müssen unter anderem dezidierte Angaben zur historischen
Wertentwicklung der Anlageprodukte enthalten.

Die Untersuchung zu den Wesentlichen Informationsblättern sowieeine Auflistung der betroffenen Fonds finden Sie hier.

2. €uro FundForum startet in Hamburg

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Den Hanseaten steht ein abwechslungsreicher und hochkarätig
besetzter Konferenztag bevor. Und um eines gleich vorwegzunehmen: Es ist
FIFA Fußball-WM-Zeit und so wird Ex-Fussballprofi Carsten Ramelow am Abend
einen Vortrag über die Spielarten des Erfolgs halten und anschließend live die zweite Halbzeit eines WM-Spiels der Gruppe C kommentieren, das via Großleinwand im Konferenzraum übertragen wird. Eine Gelegenheit für WM-Fans (mit nicht
Fußball-interessiertem Partner), ohne schlechtes Gewissen und „beruflich“
bereits kurz nach 17.00 Uhr TV zu schauen.

Den Tag eröffnen wird Keynotespeaker Thomas Straubhaar,
Professor an der Uni Hamburg. Er referiert zum Thema „Neue Wirtschafts(un)ordnung
– Ende der Globalisierung?“.
Danach gibt es ein Panel zum Thema „Was kommt nach
dem Aufschwung an den Finanzmärkten?“ mit den Experten und Fondsmanagern Serge
Pizem (AXA-IM), Daniel Morris (BNP Paribas), Tilo Wannow (ODDO BHF) und Uwe
Röhrig UBS. Zwischen 11.45  und 16.00 Uhr sind exklusive Workshops,
Lunches und Pausen angesetzt. Am Nachmittag dann startet das zweite Panel mit
Selina Piening (Edmond de Rothschild), Wolfgang Fickus (Comgest), Andrej
Brodnik (Jupiter), Dirk Hoffmann-Becking (Morgan Stanley) und Roger Merz
(Vontobel) Ihr Thema: „Aktives Management im Spannungsfeld zwischen MiFID II
und ETFs“
. Die Panel-Moderatoren Martin Hüfner (Chefvolkswirt Assenagon) und
Rüdiger Sälzle (Vorstand FondsConsult Research) haben zugesagt, sich in den
Fachdiskussionen für das Publikum kräftig ins Zeug zu legen.

Am Abend geht es zu einem formlosen Treffen gemeinsam in die „Tanzenden Türme“.

Das €uro FundForum  ist für Vermögensverwalter
mit BaFIN-Lizenz, Private-Wealth-Manager bei Banken und Sparkassen sowie für
Inhaber bzw. Führungskräfte von Family-Offices und unabhängigen IFA-Unternehmen
prädestiniert.

Workshop-Programm

Interessiert können aus einem breiten Spektrum an Vorträgen
wählen. AXA IM informiert über das Potential der Multi-Asset Investment-Expertise,
um jedes Kundenbedürfnis bedienen zu können. BNP Paribas AM legt den Fokus auf
Skandinavien, einen der stärksten Wirtschaftsräume Europas und wagt eine Expedition
in relevante Volkswirtschaften und Unternehmen. Comgest zeigt, was 2018 von
asiatischen Märkten und Asien zu erwarten ist, gibt Einblick in die Märkte,
Reformen und Innovationsführer Asiens. Edmond de Rothschild AM geht auf die Gewinner
und Verlierer der Big Data-Revolution ein. Bei Jupiter AM werden Wege
aufgezeigt, wie Emerging-Market-Dept optimal genutzt werden kann. Wie Sie in
volatilen Märkten sicher Investieren, ist Thema von Morgan Stanley IM. Im
Workshop von ODDO BHF Am erfahren Sie, wie Vermögensverwaltung für jeden
Anlegertyp funktioniert. Ob es jetzt Sinn macht, in Emerging-Markets zu allokieren,
erläutert UBS Asset Management (Deutschland). Vontobel AM informiert wie hochwertige
Investments in den Emerging-Markets gefunden werden können.

Sie finden das Programm hier zum Download.

Lokation: Empire Riverside Hamburg

Empire Riverside Hamburg
Empire Riverside Hamburg
Euro
Euro
Ausblick Riverside
Ausblick Riverside

Workshop-Impressionen

Workshop Impressiojn 1
Workshop Impressiojn 1
Workshop 2
Workshop 2

Panel-Diskussion

Diskussion
Diskussion
Panel 3
Panel 3

Bankensterben geht weiter

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Nicht nur die Deutsche Bank hat im aktuellen Marktumfeld schwer zu kämpfen. Wie ihr geht es vielen Kredithäusern. Wie aus dem aktuellen Bankstellenbericht der Deutschen Bundesbank hervorgeht, setzt sich die Konsolidierung im Bankensektor weiter fort und bestätigt den Trend der letzten Jahre. Im Jahr 2017 sank die Zahl der Kreditinstitute netto um 65 auf jetzt 1.823. Das entspricht einem Rückgang von 3,4% gegenüber dem Vorjahr. Ebenfalls stark rückläufig war die Zahl der Filialen. Bundesweit schlossen die Banken 1.900 Filialen – ein Minus von 5,8%. 

Konsolidierungsdruck wächst

Ursache für das Bankensterben ist, nach Ansicht von Bundesbankvorstand Joachim Würmeling, das schwierigen Marktumfeld. Das anhaltend niedrige Zinsniveau sowie die Herausforderungen des Wettbewerbsumfeld zwinge die Institute zu Kosteneinsparungen, sagt Würmeling. „Insbesondere für kleinere und mittlere Banken ist deshalb der Druck zum Zusammenschluss zu größeren Einheiten gestiegen“.

Diese Annahme wird durch die Zahl der Fusionen gestützt. Knapp drei Viertel der Bankschließungen sind auf Fusionen zurückzuführen. 84 Kreditinstitute schlossen 2017 ihre Pforten. Von den Abgängen beruhten 57 auf Verschmelzungen von Genossenschaftsbanken, 13 auf Zusammenschlüsse von Sparkassen, einer auf der Fusion zweier Landesbanken. Den Abgängen standen 19 Neugründungen gegenüber. Zuwachs gab es nur bei den Sparten „Regional- und Wertpapierhandelsbanken“ (+3) sowie bei „Zweigstellen ausländischer Banken und Wertpapierhandelsbanken“ (+16).

Filialnetz schrumpft

Weiterhin rückläufig ist auch das Zweigstellennetz der deutschen Banken. Ihre Anzahl sank um 1.900 auf 30.126. Nicht in der Statistik enthalten sind reine Selbstbedienungsterminals. Filialschließungen betrafen alle Banken aller Sektoren. Am stärksten reduzierten die Sparkassen ihr Netz. Hier sank die Zahl um 765 auf 10.174. Dennoch unterhalten die Sparkassen weiterhin das größte Zweigstellennetz. Sie stellen mehr als ein Drittel aller Filialen.

Erstmals seit Beginn der statistischen Erhebung fiel die Filialzahl des genossenschaftlichen Sektors unter die 10.000er Marke. 2017 wurde das Netz um 714 auf 9.455 abgebaut. 

Die Kreditbanken sparten ebenfalls signifikant und schlossen 402 Filialen: Ihr Netz umfasst nun 9.042 Filialen. Den größten prozentualen Rückgang verzeichneten die Regionalbanken. Mit 222 trennten sich die Banken von fast zehn Prozent der Zweigstellen (2017: 2.053).

Würmeling sieht hierfür einerseits Kostendruck als Ursache, der Rückgang spiegele aber auch den Trend zur Digitalisierung und vermehrter Nutzung von Online-Banking, so der Bundesbankvorstand.

Abbau konstant

Der Trend in der deutschen Bankenlandschaft setzt sich somit fort. Seit 2013 haben rund 20 % aller Sparkassen ihr Pforten geschlossen. Die Zahl der Genossenschaftsbanken sank im gleichen Zeitraum um 18 %. Von den Privatbanken konnten sich rund zehn Prozent nicht am Markt halten.

Besserung ist nach Ansicht von Experten kaum in Sicht. Die Unternehmensberatung ZEB sieht bis 2020 weitere Ertragsrückgänge der Branche von bis zu 7 Mrd. Euro. Ulrich Hoyer, Leiter der Practice Group Retail Banking bei ZEB, zeichnet ein düsteres Zukunftsszenario. Aktuell könne er keine positive Tendenz für das Retailgeschäft erkennen, so Hoyer, an Kosteneinsparungen gehe kein Weg vorbei. Wolle die Branche den prognostizierten Umsatzrückgang auffangen, müssten die Banken jährlich 17 % Kosten sparen. Daneben sollten die Banken beginnen, für ein besseres Kundenerlebnis zu sorgen, rät der Spezialist: „Einzelne Anbieter und internationale Erfahrung zeigen, dass Banken hier durchaus Chancen haben, der wahrscheinlichen Bedrohung durch „Big Tech“ Paroli bieten zu können“.

Gold und Silber lieb ich sehr…

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Silber-ETPs (A0N62F) verzeichneten die höchsten wöchentlichen Zuflüsse seit Januar 2015. Silber holt seit einigen Wochen gegenüber Gold auf. Nach dem Zweijahreshoch von 82 im April liegt die Gold-Silber-Ratio am 25. Mai wieder bei 78. Während Gold angesichts der steigenden Zinsen in den USA nach wie vor unter Druck steht, kann Silber von seinen Eigenschaften als Industriemetall profitieren. Der Ausblick für die industrielle Silbernachfrage wirkt günstig, zumal sich die globalen Einkaufsmanagerindizes zu Beginn des zweiten Quartals verbesserten. Silber weist seit 2013 ein Angebotsdefizit auf, und aufgrund der in den letzten Jahren ausgebliebenen Mineninvestitionen ist es wahrscheinlich, dass es noch eine Weile Bestand hat. Für Silber sprechen ferner die zunehmende Nachfrage im Elektroniksektor (vor allem für Autos) und in der Photovoltaik-Branche. Long-Silber-ETPs (A0N62F) zogen in der letzten Woche Gelder in Höhe von 97,3 Mio. USD an. Ganz anders die Entwicklung bei Gold-ETPs. Trotz der Zuflüsse gegen Ende der Woche, als das Gipfeltreffen zwischen den USA, Nordkorea und Südkorea für weitere Turbulenzen sorgte, kam es bei Gold-ETPs (A0LP78) im Wochenverlauf insgesamt zu Abflüssen in Höhe von 63,5 Mio. USD, da sich der Goldpreis vorwiegend rückläufig entwickelte.

ETF Securities Mittelzufluesse
ETF Securities Mittelzufluesse

Quelle: ETF Securities

Antizyklische Aktienanleger interessieren sich für Italien-ETFs. Die Bildung einer populistischen Koalitionsregierung in Italien schreckte den Markt in der letzten Woche auf, und der FTSE MIB büßte gut 4,5 Prozent ein. Vor den Ereignissen des Wochenendes, die weitere Turbulenzen zur Folge hatten, schienen die ETF-Anleger jedoch eine Kaufgelegenheit zu wittern. Bei FTSE-MIB-ETFs fielen die Zuflüsse mit 8,2 Mio. USD so hoch aus wie zuletzt im Juni 2016.

Zucker-ETPs (A0KRJ8) verzeichneten die höchsten Abflüsse seit Juli 2015, da die Anleger Gewinne mitnahmen. Als der Markt in der vergangenen Woche den Umfang des globalen Überangebots neu bewertete, legten die Zuckerpreise um 7 Prozent zu. Nach der Rekordernte (und des folgenden hohen Zuckerausstoßes) hatte der Markt zunächst reflexartig angenommen, dass Indien den Markt mit umfangreichen Zuckerrohrexporten überschwemmen könnte. Indien scheint sich aber in diesem Jahr mit der Anhebung der Lagerbestände zufrieden zu geben. Zugleich ist es wahrscheinlich, dass das brasilianische Angebot aufgrund der weniger günstigen Wetterlage geringer ausfällt. Darüber hinaus dürften die relativ hohen Rohölpreise dazu führen, dass größere Mengen Zuckerrohr der Zuckerproduktion entzogen und in die Ethanolproduktion gelenkt werden. Long-Zucker-ETPs verzeichneten in der vergangenen Woche Abflüsse in Höhe von 8,5 Mio. USD, da Anleger im Zuge des jüngsten Preisanstiegs Gewinne mitzunehmen schienen.

ETF Top 5 Zufluesse
ETF Top 5 Zufluesse

Quelle: ETF Securities

Auch bei Industriemetallen (A0SVX7) kam es wohl zu Gewinnmitnahmen. Deren Preise hatten nach einer Schwächephase erst im letzten Monat insgesamt um 1,5 Prozent zugelegt. Nach der Marktbewegung schienen die Anleger aber Gewinne mitzunehmen. So fielen die Abflüsse in der vergangenen Woche mit 16,6 Mio. USD so hoch aus wie seit acht Wochen nicht mehr. Auch wenn die fundamentale Situation weiterhin unterstützend für Industriemetalle wirkt, könnte der aufwertende US-Dollar den Anstieg der Preise auf kurze Sicht begrenzen.

ETF Top 5 Loosers
ETF Top 5 Loosers

Quelle: ETF Securities

Bei Long-Rohöl-ETPs (A0KRJX) kam es zu Abflüssen in Höhe von 45 Mio. USD, da sich Rohöl der Sorte WTI so stark verbilligte wie zuletzt vor zehn Wochen. Der Preis der Sorte WTI fiel in der letzten Woche um 5 Prozent, da die OPEC und Russland signalisierten, dass sie zu Fördererhöhungen bereit wären. Bisher ist unklar, in welchem Maße sie ihre Förderung anheben wollen oder inwiefern die 14 Mitglieder der Organisation – und die anderen zehn Nicht-OPEC Länder, die an der freiwilligen Förderanpassung teilnehmen – überhaupt mit einer Reduzierung der Förderkürzungen einverstanden sind. Wir gehen davon aus, dass das 174. Treffen der OPEC am 22. Juni für mehr Klarheit sorgen wird.

Die italienischen Regierungskrise und ihre Folgen

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Der
italienische Präsident Sergio Mattarella hat nach längerem politischem Patt
sein Veto gegen die Entscheidung der Fünf-Sterne-Bewegung und der Lega Nord
eingelegt, den Euroskeptiker Paolo Savona zum Finanzminister zu wählen.

Laut
Mattarella war die Entscheidung durch die Tatsache gerechtfertigt, dass die
neue Regierung nicht für ein Versprechen, den Euro zu verlassen, gekämpft hat.
Deshalb hat Moody’s das Kreditrating von Italien unter Beobachtung gestellt.


Auswirkungen auf die Märkte

Im
Zuge der Unsicherheit sind europäische Aktien gefallen. Italiens FTSE MIB fiel
am Dienstag um 3 Prozent, während auch der Euro Stoxx 50 und der deutsche DAX
einige Verluste hinnehmen mussten. Der in der vergangenen Woche begonnene
Ausverkauf von italienischen Staatsanleihen setzte sich fort, wobei die Rendite
der zweijährigen Papiere die 2-Prozent-Marke überschritt.*

 

Unsere Meinung

Laurent Clavel, Head of
Macroeconomic Research, AXA IM:

“Aus
makroökonomischer Sicht sind die Auswirkungen auf kurze Sicht eher neutral, da
sie die Aussicht auf eine populistische Regierung, die auf dem besten Weg zu
einer unsoliden Haushaltspolitik und Konfrontation mit den europäischen
Partnern und Institutionen war, zunichtemachen.

Mittelfristig
bleiben jedoch Risiken bestehen. Obwohl Mattarella von vielen Seiten für seine
Entscheidung heftig kritisiert wurde und sogar ein Amtsenthebungsverfahren
diskutiert wurde, glauben wir, dass dies unwahrscheinlich ist, da Mattarella
nach der Verfassung sowohl den Premierminister als auch die Minister bestimmen
darf.“

 

Was
folgt?

Mit
Blick auf die Zukunft können wir eine Reihe von Möglichkeiten nicht
ausschließen. Mattarella übergab dem ehemaligen IWF-Exekutivdirektor Carlo
Cottarelli das Mandat zur Bildung einer technokratischen Regierung. Cottarelli
wird die Nachfolge von Paolo Gentiloni als Premierminister antreten, aber
wahrscheinlich keine Mehrheit finden und das Land zu Neuwahlen führen.

Jüngste
Umfragen deuten darauf hin, dass die Lega Nord im Vergleich zum 4. März um etwa
8 Punkte zulegen würde, die Fünf-Sterne-Bewegung ist stabil, während Forza
Italia und PD etwas an Boden verlieren würden.

 

*Quelle:
Bloomberg

Scope sieht deutsche Fondsanbieter vorn

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In die Bewertung von Scope fließen Kennzahlen wie der Langzeitertrag sowie die Wertstabilität ein. Um ein qualitatives Rating zu erhalten müssen die Fonds mindestens fünf Jahre am Markt sein. Unter den großen Fondsgesellschaften, die mehr als 25 bewertete Fonds verwalten, verzeichnet der österreichische Asset-Manager Kepler Fonds in den ersten drei Monaten 2018 die höchste Erfolgsquote. Von 37 bewerteten Fonds erhielten 23 ein Top-Rating. Das entspricht einer Quote von gut 62%. Mit einer Quote von 56% belegt die britisch-südafrikanische Fondsgesellschaft Investec Rang zwei. Von ihren 25 untersuchten Fonds erhielten 14 ein A- bzw. ein B-Rating von Scope. Auf die gleiche Quote kommt der deutsche Anbieter Metzler. Die Frankfurter legen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen  Riesen-Performance-Sprung hin und verbessern sich von Rang 32 auf den zweitbesten Platz. 

Insgesamt vier deutsche Fondsgesellschaften schaffen dank guter Ratings ihrer Fonds den Sprung in die Top-Ten der besten großen Fondsanbieter. Neben Metzler halten die Deka (Rang 6) sowie Union Investment (Rang 7) und die Allianz GI (Rang 10) die deutsche Fahne hoch. Im letzten Jahr gelang es nur der Deka, sich einen Platz in der Bestenliste zu erarbeiten. Nicht mehr in der Top-10-Wertung vertreten sind dagegen die Assetmanagement-Sparten von Goldman Sachs, State Street, Legg Mason, JPMorgan sowie Invesco. 

Große Gesellschaften: Metzler schafft es auf Platz drei 

Scope Rating große Fondsanbieter
Scope Rating große Fondsanbieter

Bei den als klein eingestuften Fondsgesellschaften – mit weniger als 25 aber mehr als acht Fonds auf dem Markt – sticht die Pariser Fondsboutique DNCA Finance alle anderen Anbieter aus. 100 Prozent ihrer Fonds erhalten ein Top-Rating von Scope. Knapp dahinter kommt Sparinvest aus Österreich. Erfolgreichster deutscher Anbieter ist auf Rang sechs die Asset-Management-Sparte des Siemens Konzerns, SKAG, mit einer Erfolgsquote von 62,5%. Flossbach von Storch fiel dagegen aus der Bestenliste. Ihre Rating-Ratio fiel um 20 Prozentpunkte auf jetzt 50%. 

Kleine Gesellschaften: Siemens und MEAG unter den ersten zehn

Scope Rating kleine Anbieter
Scope Rating kleine Anbieter

Märkte im Bann der Politik

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Mit 12.938 Punkten schloss der DAX am Freitag mit einem Minus von knapp 150 Punkten (-1,1%) gegenüber dem Wochenauftakt. Anleger zeigten sich angesichts der rund um den Globus verstreuten, schwelenden Handelskonflikte der USA verunsichert. Zwar gab es keine Neuigkeiten im Streit mit dem Iran und Venezuela, aber US-Präsident Trump stellte das anberaumte Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zunächst wieder infrage. Zudem relativierte er den Fortschritt einer Einigung im Handelsstreit mit China. Darüber hinaus wurde bekannt, dass Trump Strafzölle auf Auto-Importe aus der EU erheben möchte. Für Claudia Windt von der Helaba wird die Gemengelage die Märkte noch eine Weile beschäftigen. Derzeit habe es nicht den Anschein, dass die Sorgen um einen Handelskonflikt schnell nachlassen werden. 

Positive Wirtschaft

Dennoch fing sich der deutsche Blue-Chips Index zum Wochenausklang und schloss am Freitag mit einem kleinen Plus (0,6%) gegenüber dem Vortag. Grund dafür sind nach wie vor gute wirtschaftliche Daten. So konnte der ifo-Geschäftsklimaindex seine Talfahrt beenden. Das Stimmungsbarometer war in den Vormonaten konstant gefallen. Es bleibt im Mai mit 102,2 Punkten auf dem Niveau des Vormonats. Für ifo-Präsident Clemens Fuest ein positives Signal: „Die deutsche Wirtschaft behauptet sich gut in einer schwierigen Weltlage“, so der Chefökonom. 

EU-Krise aufgeschoben

Auch der gegenwärtige Euro-Kurs sollte die Aktienmärkte eigentlich beflügeln. Ein schwacher Euro hilft der Exportwirtschaft. Am Freitag war der Euro auf 1,1646 USD – ein Sechsmonatstief – gerutscht. Experten machen dafür unter anderem die Lage in der drittgrößten EU-Volkswirtschaft Italien verantwortlich. Zum Wochenausklang stand die Regierungsbildung der EU-kritischer Parteien  5 Sterne und Lega kurz vor dem Abschluss. Gestern verweigerte Präsident Materella der Koalition seine Zustimmung. Das bedeutet Neuwahlen und auf der einen Seite, dass eine zweite EU-Schuldenkrise erst einmal vom Tisch ist. Dennoch blieben die Unsicherheiten in Italien, so Klaus Dieter Foertsch, Experte der Nord/LB, denn die Lösung der italienischen Probleme sei damit nur aufgeschoben. 

Ölförderung stabil

Positive konjunkturelle Signale kommen auch vom Ölmarkt. Mit Saudi-Arabien und Russland äußerten gleich zwei Big-Player im internationalen Ölgeschäft, die Fördermenge künftig erhöhen zu wollen. Die Preise für Brent und WTI gaben darauf deutlich nach. Sie waren nach Bekanntwerden der US-Iransanktionen, die dem Ölmarkt bis zu 1 Mio. Barrel pro Tag entziehen könnten, steil angezogen. 

Steigende Ölproduktion der USA

Entwicklung der Ölförderung in den USA
Entwicklung der Ölförderung in den USA

Quelle: guidance

Unberechtigt, meint Clemens Schmale, Finanzmarktexperte des Analysehauses Guidance. Auf dem Ölmarkt gebe es angesichts der steil ansteigenden Fördermengen der USA sowie dem bis dato weiter fließenden Öl aus dem Iran keine Ölknappheit – denn noch seien die US-Sanktionen nicht in Kraft. 

Aktienfonds Europa – die fünf besten Fonds

Schlagworte: ,

FundResearch hat die Performance von Aktienfonds der Kategorie “Europa” in den vergangenen fünf Jahre untersucht. Das Szenario basiert auf der Annahme einer monatlichen Sparrate von 300 Euro. Ein fiktiver Anleger zahlt jährlich 3.600 Euro ein, insgesamt kommen auf diese Weise 18.000 Euro zusammen. ETFs werden von der Untersuchung ausgeschlossen, die Ertragsverwendung der Fonds muss thesaurierend sein, Mindestalter der Fonds ist entsprechend des betrachteten Zeitraums fünf Jahre. Die Analysedaten und -charts stammen aus der führenden  Berater-Software FINANZEN FundAnalyzer (FVBS). Das Analyse-Universum der Kategorie umfasst knapp 140 Fonds, die den vorgegebenen Kriterien entsprechen. 

Aktive Fonds lassen Indexfonds kaum eine Chance

Aktive europäische Aktienfonds machen jedem Indexfonds das Leben schwer. Nahezu jeder Fonds der Kategorie schlägt über die vergangenen fünf Jahre den Vergleichsindex STOXX Europe 600. Nur sieben Fonds liegen schlechter als der Index, der über den Betrachtungszeitraum knapp 20 % zulegen kann. Die maximale Outperformance kann sich hierbei sehen lassen: Die besten Fonds verdoppeln die Indexleistung. 

Aktienfonds Europa: Top-5-Produkte nach Fünf-Jahres-Wertentwicklung

Sparpläne in der Übersicht
Sparpläne in der Übersicht

Quelle: Finanzen FundAnalyzer

Der Testsieger stammt vom deutschen Fondsanbieter MainFirst und erwirtschaftete in den vergangenen fünf Jahren satte 12 % pro Jahr. Der MainFirst Top European Ideas (ISIN: LU0308864023) verwaltet rund 1,5 Mrd. Euro. Gemanagt wird er vom Trio Olgerd Eichler, Evy Bellet und Alexander Dominicus. Anleger, die dem Fonds fünf Jahre ihr Vertrauen schenkten, hätten heute 24.356 Euro im Depot. Insgesamt legt der Fonds immerhin 6.356 Euro auf die angesparten Beträge drauf. 2017 wurde das Trio für ihr herausragendes Fondsmanagement mit einem “Sauren-Award” ausgezeichnet. Der Fonds wird aktuell mit der €uro FondsNote 2 bewertet. Mit ihrem Produkt beweisen die MainFirst-Manager, dass sich eine langfristig angelegte Investmentstrategie bezahlt macht. Sie setzen, wohl auch wegen der langen Haltedauer, auf starke Fundamentaldaten. Mindestens 75 % ihrer Titel, so die Idee, sollen überdurchschnittlich gute Fundamentaldaten aufweisen. Zwischen Large-, Small- und Mid-Caps machen die Experten dagegen keinen Unterschied. Die Frankfurter legen überwiegend im Finanzsektor an, haben aber auch Industrie-Titel im Portfolio. Zu den größten Positionen zählen neben BMW mit knapp 10 % auch eher unbekannte Namen wie die BEFESA AG, ein knapp 500 Mio. Euro schweres Recycling-Unternehmen, das erst seit gut drei Monaten an der Börse gehandelt wird. Allerdings hat die Strategie ihren Preis: Die Volatilität (ebenfalls auf 5 Jahre berechnet) liegt mit 14,41 % auf hohem Niveau und klar über der Benchmark (11,4 %). 

Den zweiten Platz in der Auswertung erklimmt der Jupiter European Growth L (ISIN:  LU0260085492). Er bringt in fünf Jahren 23.374 Euro über die Ziellinie. Das entspricht einer kumulierten Wertentwicklung von 29,9 %. Alexander Darwall leitet seit mehr als zehn Jahren die Geschicke des Fonds, der sich an langfristig orientierte Anleger richtet, die nicht das Risiko scheuen. Seine Strategie zahlt sich aus: Der Fonds ist mit der €uro FondsNote 1 ausgezeichnet. Darwall geht bei seiner Aktienselektion Bottom-up vor. Daneben kann der Fondsmanager Futures, Anleihen, Optionen und Barmittel zur Risikoabsicherung einsetzen. Über 2,4 Mrd. Euro hat der Fonds mittlerweile eingesammelt, die der Manager zu mehr als vier Fünfteln in Large-Caps investiert. Allokiert ist Darwall derzeit vorwiegend in Industriewerte (24 %) sowie in Titel aus dem Dienstleistungssektor (20 %). Ebenfalls stark vertreten sind Unternehmen aus dem Gesundheitssektor (17 %) und Finanzwerte (13 %). 

Erreichen mit wenig viel: die Leichtgewichte unter den Besten 

In einer ganz anderen Gewichtsklasse ist der Meinl Core Europe (ISIN: AT0000685425) unterwegs. Er bringt lediglich 6,2 Mio. Euro auf die Waage. Der Performance des von Arno Mittermann betreuten Fonds tut es keinen Abbruch. Über die Laufzeit rentiert der Fonds mit einem Plus von 29 % nur knapp hinter den beiden vor ihm platzierten Schwergewichten. 23.220 Euro bedeuten einen Mehrwert von 5220 Euro nach Abzug aller Gebühren. Auch Mittermann setzt vorwiegend auf Large-Caps, in die mit langem Horizont investiert wird. Zur Selektion setzt er auf ein eigenes Value-Quant-Modell, das auch dazu dient, kurzfristig in unterbewertete Titel investieren zu können. Während die beiden ersten im Feld ihren Fokus weder auf Telekommunikations- noch Rohstoff- noch Finanzunternehmen legen, allokiert Mittermann zur Zeit gezielt in die beiden Sektoren. Mehr als ein Drittel der Positionen bilden Finanztitel, knapp ein Sechstel in Rohstoffwerte, mehr als ein Achtel des Fondsvolumens steckt im Telekommunikationssektor. Das schlägt sich durchaus in einer höheren Volatilität nieder: Mit 17,8 % p.a. liegt sie deutlich über der des STOXX 600. 

Erhöhte Volatilität: MainFirst- und Meinl-Fonds

Risiko Rendite Auiswertung
Risiko Rendite Auiswertung

Quelle: Finanzen FundAnalyzer

Auf dem vierten Rang landet der B & P Vision – Q-Selection Europe (ISIN: LI0012044298). Auch er verwaltet lediglich 6,4 Mio. Euro, bringt aber einen Zuwachs von fast 28 % bzw. 5.031 Euro ins Anlegerdepot. Der Fonds hält ebenfalls die €uro FondsNote 1. Verwaltet wird der Fonds seit Auflage im Jahr 2001 von Rolf Schneider. Bei der Kapitalanlage orientiert sich Schneider am MSCI PAN-Euro. Allerdings bildet er nicht einem Indexfonds gleich, den Index nach. Auf Grundlage quantitativer Analyse allokiert der Fonds mindestens zwei Drittel in Aktien – derzeit sind über 90 % in diese Assetklasse investiert. Das übrige Drittel kann Schneider frei in andere Wertpapiere stecken. Der Fonds ist auch darum eher als Hochrisiko-Anlage klassifiziert. Bei Aktien setzt der Fondsmanager derzeit vornehmlich auf Growth-Aktien. Die Top-Fünf Sektoren sind Rohstoffe (25 %), Technologie (22 %), zyklische Konsumgüter (20 %) sowie Finanzdienstleistungen (9 %) vor Immobilien (8 %). Trotz der Risikoneigung des Fonds bleibt die Vola mit 11,4 % absolut im Rahmen.

Reformen notwendig für Standort Europa

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Die jüngsten Entwicklungen
in Italien haben Investoren weltweit deutlich daran erinnert, warum
Risikoaktiva in der Eurozone immer billig erscheinen; existenzielle Bedrohungen
für die Eurozone sind nie weit entfernt. Die aktuellen Turbulenzen kommen nach
einer Periode außerordentlicher Ruhe und Gewinne für die Märkte und Wirtschaft
der Eurozone, welche durch den Sieg von Macron im vergangenen Jahr angetrieben
wurde.

Italien scheint für Neuwahlen
vorbestimmt zu sein, die für viele die Wahl zwischen der Demokratie und einer
autoritären Staatsführung bedeuten, mit dem Potenzial, einen Sommer der
Unzufriedenheit zu erzeugen. Ob die italienischen Wähler, die für populistische
Parteien gestimmt haben, sich durchsetzen und einen Weg einschlagen werden, der
die weitere Mitgliedschaft Italiens im Euro bedroht, bleibt abzuwarten.
Unabhängig davon und in Anlehnung an die Botschaft des Vereinigten Königreichs
muss die europäische Elite sicherlich akzeptieren, dass eine Reform notwendig
ist. Wenn es nicht gelingt, einige der Ungleichgewichte zu korrigieren, verurteilt
dies Europa regelmäßig zu einer Version dieser Krise und dazu, dass die
Vermögenswerte der Eurozone im Vergleich zu ihren globalen Konkurrenten mit
einem Abschlag gehandelt werden.

DAX: Pessimismus verleiht dem Index Stabilität

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Wöchentlich erhebt das „Handelsblatt“ unter mehr als 3000 Anlegern
die Börsenstimmung. Die Ergebnisse lässt die Redaktion vom Sentiment-Experten
Stephan Seibel, Inhaber des renommierten Analysehauses Animusx, interpretieren.
Seibel hält einen Börsencrash derzeit für unwahrscheinlich. Die Mehrzahl der Anleger
sei überwiegend pessimistisch gestimmt und habe darum ihre Aktienpositionen
reduziert. Daher sei das Marktpotential für weitere, drastische Kurseinbrüche
gesunken, so Seibel.

Grundlage seiner Bewertung ist die Annahme, dass optimistische
Anleger bereits im Markt investiert haben, sich  also wenig mögliche Investoren im Markt
befinden, die durch Zukäufe die Kurse nach oben treiben könnten. Pessimistische
Investoren seien dagegen nicht investiert. Ergo könnten auch nur wenige
verkaufen und die Preise nach unten drücken.

Aktuell sei die Anlegerstimmung mehrheitlich im Keller, die
gute Laune der Investoren aufgrund der letzten Kursverluste verflogen,
erläutert Seibel. Wider Erwarten steige der Zukunftsoptimismus aber nicht an. Die
Erwartungen an die kommende Kursentwicklung befänden sich derzeit auf dem
niedrigsten Niveau seit einem Jahr. „Anleger fürchten“, so Seibel gegenüber dem
„Handelsblatt“, „dass die Verluste in der vergangenen Woche nur der Auftakt für
schwächere Börsenzeiten sind“.

Diese Einschätzung zeigten auch die Umfrage-Ergebnisse der
vergangenen Wochen. Viele Anleger hätten ihre Positionen bereits verkleinert,
entsprechend sei die Verkaufsabsicht aktuell relativ gering.

Der DAX habe damit sein Abwärtspotential verloren. „Die
Ausgangslage spricht – ohne weitere Rückschläge in Politik und Wirtschaft – nicht
für einen Crash oder weitere heftige Kursverluste“, schließt Seibel.

Weil viele Investoren derzeit unterinvestiert sind, falle
die Situation bei positiven Ereignissen umgekehrt aus. Denn Potential für Zukäufe
sei vorhanden. Es fehle nur das auslösende Moment, so der Experte.