US-Hochzinsanleihen sind wieder eine gute Alternative

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Handelskonflikte, der Brexit, geopolitische Spannungen und schlechte Konjunkturaussichten – im vierten Quartal des vergangenen Jahres kam weltweit vieles zusammen. Betroffen waren auch die Kurse von High Yield Anleihen.

Kräftige Gewitter reinigen ja bekanntlich die Luft. Amerikanische
Hochzinsanleihen konnten mittlerweile fast alle Verluste aus dem
vergangenen Quartal wieder ausgleichen. Shannon Ward, Portfoliomanagerin
bei Capital
Group, vertritt allerdings die Ansicht, dass es auch nach der Erholung
noch attraktive Opportunitäten am Markt für US High Yield Bonds gibt. 

Stärke der Coupons hilft bei Marktvolatilität
Ein Grund hierfür ist, dass die Spreads noch immer deutlich weiter sind
als im vergangenen Jahr – obwohl sich die Anlageklasse bereits wieder
erholt hat. „Investoren haben daher jetzt einen besseren
Einstiegszeitpunkt“, so Ward. Was ob der Risikofaktoren kontraintuitiv
erscheinen mag, erklärt ein Blick auf die Fakten: Die Rendite (Yield to
Worst) beträgt 6,90 Prozent, der optionsbereinigte Spread liegt bei 423
Basispunkten und die Coupons liegen im Mittel bei 6,37 Prozent.
Besonders Letzteres ist laut der Portfoliomanagerin
ein entscheidender Faktor: „Wir halten die Bewertungen derzeit für
wesentlich attraktiver als noch vor den Kursturbulenzen Ende des
vergangenen Jahres. Und die Coupons sind so hoch, dass ein
High-Yield-Portfolio auch bei anhaltender Marktvolatilität oder gar
bei steigender Zahlungsausfallquote attraktive Erträge erzielen kann.“ 

Geringfügig mehr Zahlungsausfälle als im Jahr 2018 zu erwarten
Hinzu kommt eine hohe Stabilität der Kreditqualität am Markt. Der Anteil
risikoreicherer, mit CCC-Rating versehener Anleihen am High-Yield-Markt
liegt nach wie vor lediglich bei 13,3 Prozent. Für jedes Unternehmen,
das herabgestuft wurde, wurden 2018 volumengewichtet
1,3 Unternehmen hochgestuft. Auch der Anteil von Anleihen mit einem
optionsbereinigten Spread von mindestens 1.000 Basispunkten, der als
gerne genutzter Indikator für zukünftige Zahlungsausfälle gilt, ist
relativ niedrig. „Das aktuelle Niveau dieses Indikators
spricht für eine jährliche Ausfallquote unter 3,0 Prozent“, so Ward.
„Das entspricht ungefähr dem Vergangenheitsdurchschnitt und bedeutet,
dass es 2019 geringfügig mehr Zahlungsausfälle als noch 2018 geben
wird.“

Ausgewogenere Sektorstruktur
Auch die voraussichtlich weniger restriktive Geldpolitik der
amerikanischen Zentralbank kann positive Auswirkungen auf amerikanische
Hochzinsanleihen haben. „Wenn die Leitzinsen nicht mehr so oft angehoben
werden, ist das gut für die risikolosen Renditen und
damit in diesem Jahr auch für High-Yield-Anleihen“, so Ward. Zudem ist
die Sektorstruktur des US-High-Yield-Anleihen-Marktes Ward zufolge
ausgewogener als früher. Während dieser noch vor wenigen Jahren durch
den amerikanischen Energiesektor dominiert wurde,
machen solche Titel heute lediglich noch 14 Prozent aus. „Dazu zählen
Midstream-Unternehmen, die Öl und Gas verarbeiten, lagern und
transportieren. Deren Cashflows hängen weniger von Rohstoffpreisen ab
als die der Rohstoffförderer“, sagt Ward.

Wenn man die Risiken angemessen in seine Investmententscheidungen
einbezieht, bieten sich Ward zufolge also viele gute Gründe, auf
High-Yield Bonds zu setzen – auch in volatileren Zeiten. Insbesondere
eine gute Diversifikation des eigenen Portfolios, sowohl
nach Emittenten aber auch nach Sektoren, gehört dazu. Und auch „ein
Anlagehorizont, der langen Zielen und nicht kurzfristigen Kursbewegungen
folgt, hilft die Ertragskraft von Hochzinsanleihen im eigenen Interesse
zu nutzen“, analysiert Ward.

Keine Angst vor gefallenene Engeln

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Investoren sollten sich eher um die Schulden Italiens sorgen, als darüber, ob die nächste Rezession eine Kaskade von "Fallen Angels" bei Corporate Bonds mit sich bringen wird.

Da immer mehr Vermögensverwalter auf der Suche nach Rendite ihr Engagement in Italienbonds in letzter Zeit erhöht haben, ist King nach wie vor besorgt, dass eine mögliche Volatilität bevorsteht. Neben immer noch zu optimistischen Wachstumsprognosen und dem Vertrauen der italienischen Banken in die neue TLTRO-Erweiterung trägt dazu auch das potenziell unberechenbare Verhalten unerfahrener Politiker mit Blick auf die politische Alleinherrschaft nach den EU-Wahlen im Mai bei.

Im vergangenen Oktober behielt Italien sein wichtiges Investment Grade-Rating bei, wurde aber von Moody’s auf Baa3 mit stabilem Ausblick herabgestuft. S&P wiederum bestätigte das BBB-Rating, allerdings mit einem negativen Ausblick. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Ratingagenturen im Allgemeinen nur langsam eine Herabstufung der Ratings vornehmen. Deshalb müssen Anleger selbst entscheiden, ob die derzeitigen Faktoren und Daten ein Investment Grade Rating unterstützen, so die Einschätzung von King. Die Auswirkungen des Übergangs des weltweit drittgrößten Marktes für Staatsanleihen zu High Yield wären enorm, die Kapitalflucht aus Italien riesig.

Zwar ist die Anzahl der mit BBB bewerteten Unternehmensanleihen inzwischen auf über 50 Prozent des gesamten Investment Grade-Marktes gestiegen, doch King geht nicht davon aus, dass es im breiteren Anleihemarkt zu einem erhöhten Volumen an „Fallen Angels“-Unternehmen kommen werde. Es gibt keine „normale“ Fluktuation bei BBB-Titeln, die auf High Yield-Niveau fallen. Aber der Anteil der herabgestufter BBB-Bonds ist in den vergangenen Jahren auf ein historisch niedriges Niveau gesunken. Tatsächlich erfolgten unter dem Strich mehr Hochstufungen von High Yield auf BBB.

Sollte die Weltwirtschaft tatsächlich in eine Rezession abgleiten – wie in letzter Zeit zunehmend prognostiziert – dürfte dies nicht von Dauer sein. Schlimmstenfalls dürften mehr als zehn Prozent der BBB-Papiere auf High Yield herabgestuft werden. Nach King erscheinen viele dieser Vorhersagen übertrieben. Da das Universum an mit BBB bewerteten Anleihen zugenommen hat, zeigen diese Unternehmen erhebliche Unterschiede beim Verschuldungsgrad.

Zudem bliebe die Verschuldung im historischen Vergleich relativ günstig, was sowohl die Refinanzierung als auch die Verlängerung der Fälligkeitstermine unterstützen und die Bilanzen weiter stärken würden. Allein ein BBB-Rating genügt nicht, davon auszugehen, dass ein Unternehmen an der Grenze zum „Fallen Angel“ stehe. Da die Schalthebel aber noch zu bedienen sind, sind Investment Grade-Anleihen viel robuster, als wir erwarten konnten – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt – so die Einschätzung von King.

Bankenfusion wir immer wahrscheinlicher, der DAX dümplet vor sich hin und der Euro erholt sich

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Die Fed entscheidet morgen über die Zinsen, der Goldpreis kann die 1.300$ nicht verteidigen und der Öpreisl erholt sich.

Bankenfusion rückt in Reichweite

Die lange herbei geredete Fusion zwischen Deutscher und Commerzbank rückt in greifbare Nähe: In einer Ad-Hoc-Mitteilung verlautbart Deutschlands größtes privates Bankhaus, man “prüfe strategische Optionen”. Sollte der Deal zustande kommen, würde wohl schnell beim Personal das Skalpell gezückt: Rund 30.000 Arbeitsplätze könnten überflüssig werden, fürchtet Verdi. Die Aktien der Commerzbank gewinnen im frühen Handel rund sechs Prozent, die DeuBa legt fast vier Prozent zu.

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DAX startet lustlos in die Woche

Abgesehn vom Trubel um Deutsche und Commerzbank ist wenig Schwung im DAX. Thyssenkrupp (+ 3,0 %), Wirecard (+ 2,2 %) und Covestro (+0,7 %) führen die Gewinnerliste an, Adidas, Lufthansa und Infineon mit Abschlägen von jeweils knapp einem Prozent halten die rote Laterne im Index.

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Wird sie – oder wird sie nicht?

Am Dienstag setzt sich der Offenmarktausschuss der US-Notenbank zusammen, um über die Zinsen zu beraten. Die Erwartungen der Marktteilnehmer lauten weiterhin: Eine Zinserhöhung, aber erst später im Jahr. Doch ein weiterer Tagungspunkt erregt das Interesse der Märkte: Was macht die Fed mit ihrem Vier-Billionen-Dollar Portfolio an Schuldverschreibungen, die seit der Finanzkrise im Rahmen des Quantitative Easing zusammengekauft wurden? Beziehungsweise: Wie schnell wird die Fed die Papiere wieder auf den Markt bringen? Antworten gibt es am Mittwoch.

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Euro verlässt das Tal

Der Preis der Gemeinschaftswährung ist seit dem Jahrestief von vergangener Woche bei 1,12 US$ wieder gestiegen und kostet am Montagmorgen 1,1335 US$. Der Stoxx Europe 600 hat die Kursverluste aus dem letzten Quartal 2018 fast wieder wettgemacht und die Aussichten auf weiter niedrige Zinsen in der Eurozone sorgen für ein freundliches Aktienklima.

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Ölpreis Brent in US$
Ölpreis Brent in US$

Öl erholt sich langsam

Auch wenn es langsam bergauf geht, von den Niveaus Ende 2018 sind die Ölpreise noch weit entfernt. Von Ende September bis Jahresende hatte WTI mehr als 40 Prozent auf 42 US$ pro Barrel verloren, die europäische Sorte Brent verbilligte sich auf 50 US$ je Fass. Nun haben sich die Preise wieder berappelt, WTI kostet 58 und Brent 67 US$ pro Barrel. Doch das Potenzial nach oben ist beschränkt: Die USA weiten ihre Produktion weiter aus und sind schon jetzt größter Produzent der Welt. Und die Produktionsausfälle in Venezuela bewegen sich auf eben jene Größe zu, die die OPEC sowieso aus dem Markt nehmen wollte (1,3 Mio MBd), um die Preise zu stabilisieren. Praktisch, denn nun muss keiner seine Förderung kürzen. Bis Venezuela wieder liefern kann, werden Monate, wenn nicht Jahre vergehen.

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Goldpreis kann 1.300 $ nicht halten

Der Goldpreis kann die 1.300 US$-Marke nicht verteidigen. Morgen trifft sich die US-Notenbank, um über die Zinsen zu beraten (s.o). Händler erwarten, dass die Fed sich angesichts der trüben Wirtschaftsaussichten vorsichtig verhält und nicht an den Zinsen dreht. Das würde den Dollar stärken und damit auch das Gold verteuern. Diese Marge wird soeben aus dem Preis genommen: Der Spotpreis an der Comex sinkt um 0,2 Prozent auf 1.299 US$ pro Unze.

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US-Fondsmanager hinken hinter der Benchmark her

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Rund 66 Prozent der Manager von Aktienfonds, die sich am S&P500 orientieren, haben im vergangenen Jahr die Benchmark verpasst. Die hohe Volatilität im vierten Quartal hat den Fonds die Bilanz verhagelt.

Der jährliche Bericht des Index-Anbieters SPIVA, einer Tochter von Standard & Poor’s, stellt den Managern von US-Investmentfonds kein gutes Zeugnis aus: Rund 68 Prozent der aktiv gemanagten Fonds, die den S&P 1500 als Benchmark folgen, haben im vergangenen Jahr die Latte gerissen. Beim Large-Cap-Index S&P 500 lagen zum Jahresende 65 Prozent der Fonds unter der Benchmark – zum neunten Mal in Folge.

Was 2018 von anderen Jahren unterschied, sei die Volatilität im vierten Quartal, erklärt SPIVA-Managerin Aye M. Soe: „Aktive Manager behaupten, sie würden während Zeiten erhöhter Volatilität besser performen als die Benchmark. Das war nicht der Fall:”

Das Ergebnis des letzten Jahres ist jedoch kein statistischer Ausreisser: Fondsmanager in den USA konnten demnach nur jeweils zwei Jahre in Folge den S&P 500 schlagen: nach zehn Jahren liegen 85 Prozent der Fonds unter der Benchmark,  nach 15 Jahren sind es 92 Prozent, die hinterherhinken.

Ähnlich schlecht lief es für die aktiven Fondmanager, die den S&P 1500 als Messlatte heranziehen, nur 2015, 2014 und 2011. Im Krisenjahr 2009 erzielten sie interessanterweise das beste Ergebnis der letzten 18 Jahre.

Latte gerissen
Latte gerissen

Auch bei den Nebenwerten und bei den Rentenfonds sei das Ergebnis nicht besser, berichtet der SPIVA-Report. Langfristig lägen mehr als 80 Prozent der aktiven Fondsmanager über alle Klassen hinweg unter ihren Referenz-Indizes. Dabei hat die SPIVA auch den Survivorship-Bias berücksichtigt: Schlecht performende Produkte werden von den Fondsgesellschaften beizeiten liquidiert, so dass die “Überlebenden” den Eindruck erwecken, der Peer-Group ginge es besser, als das tatsächlich der Fall ist. In den vergangenen 15 Jahren wurden in den USA 57 Prozent der Aktienfonds und 52 Prozent der Rentenfonds aufgelöst, erklärt die SPIVA.  

Wann wendet sich der Trend in der Wirtschaft?

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Die Weltwirtschaft befindet sich aktuell im Abschwung. Die Ursachen liegen in einer ausgeprägten Schwächephase der globalen Industrie.

Erreichte der Einkaufsmanagerindex für die Industrie weltweit noch im Januar 2018 einen Wert von knapp unter 56, fiel er bis Februar 2019 auf nur noch 50,7. Auch die Auftragseingänge als wichtiger Frühindikator erreichten im Februar gerade einmal 50,1 auf globaler Ebene. Grund dafür scheint eine plötzliche Investitionszurückhaltung der Unternehmen zu sein – wahrscheinlich eine Folge der zahlreichen politischen Unsicherheiten.

Der Einkaufsmanagerindex für den globalen Dienstleistungssektor tendiert dagegen seit Ende 2016 mehr oder weniger seitwärts, und die Auftragseingänge stiegen im Februar sogar von 52,6 auf 53,4. Die spannende Frage ist nunmehr, ob die tendenziell zyklischere Industrie den normalerweise der Konjunktur hinterherhinkenden Dienstleistungssektor mit nach unten zieht oder ob ein stabiles Wachstum des Dienstleistungssektors die Industrie wiederbelebt.

Wir sehen gute Chancen für eine Wachstumserholung der Weltwirtschaft im weiteren Jahresverlauf. So gehen zweifellos vom angekündigten Verzicht auf weitere Leitzinserhöhungen der US-Notenbank (Mittwoch) derzeit schon positive Effekte für die Konjunktur aus. Einerseits sind die Hypothekenzinsen in den USA als eine Folge dessen merklich gefallen, sodass der frühzyklische Wohnimmobilienmarkt langsam wieder erste Erholungstendenzen zu zeigen scheint (NAHB-Index am Montag). Andererseits stabilisierten sich die Währungen der Schwellenländer gegenüber dem US-Dollar, sodass viele Notenbanken in den Schwellenländern zu einer expansiveren Geldpolitik übergehen konnten, die das Wachstum in der Region stimulieren dürfte. Insbesondere der nachlassende Abwertungsdruck auf die chinesische Währung schafft einen ausreichend großen Spielraum für Stimuli der chinesischen Regierung, die dann ab Mai/Juni in der Realwirtschaft zu greifen beginnen dürften. Auch könnten die Unternehmensinvestitionen im Einklang mit den anscheinend nachlassenden politischen Risiken wieder anspringen.

Dazu wäre es jedoch notwendig, dass die Einkaufsmanagerindizes der Industrie (Freitag) und des Dienstleistungssektors (Freitag) in den USA, Japan und der Eurozone im März mindestens stabil geblieben sind und damit das Signal einer Bodenbildung senden. Das gilt auch für den ZEW-Index (Dienstag).

Der Rolldown – ein wichtiger Bestandteil des Ertrags von Anleihen

Warum emittieren Staaten mit guter Bonität Anleihen mit einer langen Laufzeit? Je länger die Laufzeit der emittierten Anleihe, desto höhere Zinsen muss ein Staat in der Regel bieten. Denn die Anleger wollen für die größeren Zinsänderungsrisiken mit höheren Zinsen entschädigt werden. Hätte der britische Staat seit 1914 nur Anleihen mit einer Laufzeit von drei Jahren emittiert, hätte die Staatsverschuldung 2016 nur etwa 54 % des BIP betragen anstatt 82 %1. Die Differenz von rund30 % des BIP ist eine Folge der höheren Zinskosten aufgrund der zahlreichen Emissionen von Anleihen mit einer längeren Laufzeit. Da sich Großbritannien in eigener Währung verschuldet, kann die Zentralbank jederzeit am Anleihemarkt intervenieren, sodass immer eine Finanzierung des Staates gewährleitet ist – selbst wenn der britische Staat nur kurzlaufende Anleihen begeben hätte.Das gilt jedoch erst seit 1973. Davor konnten die Zentralbanken aufgrund des Goldstandards nur sehr eingeschränkt am Geldmarkt intervenieren. So bestand für Staaten durchaus das Risiko, keine Abnehmer für die permanente Emission von kurzlaufenden Anleihen zu finden. Wahrscheinlich wollen die Staaten heutzutage mit der Emission von langlaufenden Staatsanleihen eine Basis dafür schaffen, dass auch Unternehmen und Banken langlaufende Anleihen emittieren können.Für Anleger bedeutet dies, dass sie in den Genuss höherer Renditen kommen. Die Rendite einer zweijährigen Bundesanleihe beläuft sich derzeit auf etwa -0,57 %. Investiert man dagegen in eine zehnjährige Bundesanleihe, beträgt die Rendite etwa 0,1 %.

Darüber hinaus gibt es jedoch noch einen weiteren wichtigen Ertragsbringer: den Rolldown. Indem Staaten Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten emittieren, entsteht eine Renditestrukturkurve, die normalerweise steil ist. Unterstellt man nun unveränderte Zinsen für ein Jahr, so ist nach diesem Jahr eine zehnjährige Bundesanleihe mit einer Rendite von 0,1 % eine neunjährige Bundesanleihe mit einer Rendite von 0,0 % geworden. Dadurch ist der Kurs um etwa 0,9 % gestiegen (Renditerückgang von 0,1 %-Punkten multipliziert mit einer Duration von etwa neun Jahren). Ein Anleger kann somit neben der Rendite von 0,1 % einen Kursgewinn von 0,9 % vereinnahmen – also insgesamt einen Ertrag von etwa 1,0 %. Dadurch ist jedoch auch das Risiko im Portfolio gesunken. Der Anleger könnte die neunjährige Anleihe verkaufen und wieder eine zehnjährige Anleihe kaufen. Damit würde das Spiel von vorn beginnen.

Der Ertrag des Rolldowns hängt somit davon ab, wie groß die Renditedifferenz zwischen den Anleihen ist – also von der Steilheit der Renditestrukturkurve – und von der Duration. Anleger sollten daher keinesfalls nur auf die Rendite eines Portfolios von Anleihen als Prognose für den künftigen Ertrag schauen, sondern auch den manchmal erheblichen Zusatzertrag des Rolldowns beachten. Bei den langfristigen Ertragsschätzungen berücksichtigt Metzler Asset Management beispielsweise den Rolldown in Abhängigkeit von der Steilheit der Renditestrukturkurve.

Aktienmärkte in Asien legen zu

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Die Märkte in Asien haben seit Jahresanfang um rund 10% hinzugewonnen. Das liegt an den Erwartungen moderater US-Zinserhöhungen und eines möglichen Handelsabkommens. Asien profitiert von positiven Zuflüssen und einer Renaissance chinesischer A-Aktien.

Andrew Gillan, Head of Asia ex-Japan Equities at Janus
Henderson Investors, discusses the reasons behind the recent rally in
Asia ex-Japan equity markets and the opportunities the region may hold
for the long-term investor.

What a difference a few
months make! Asia ex-Japan equities have risen approximately 10% in US
dollar terms in the first ten weeks of 20191, in stark contrast to the sharp sell-off in the fourth quarter and general market weakness last year as a whole.

So
what has changed? Expectations about the pace of US interest rate rises
have shifted considerably, with the market now expecting a much more
measured increase – if indeed there are any further hikes in rates. This
means that the US dollar strength that we saw in 2018 is unlikely to
repeat itself and puts emerging market assets back in focus. The second,
more Asia-specific shift, has been a softening in the US stance towards
the implementation of trade tariffs against China. Although no
resolution has been reached, a deal of some kind seems much more likely,
given the impact that the tariffs have already had on global growth and
investment.

The China effect

Rather surprisingly, the fundamentals within
the region are little changed and, if anything, both macroeconomic data
and corporate earnings have weakened in early 2019. But the region has
benefited from positive flows and a recovery in the mainland China A
share market, which has even ventured into bull market territory
following last year’s bear market.

The Chinese economy continues
to slow and guidance at the recent National People’s Congress targeted a
still healthy band of 6-6.5% gross domestic product (GDP) growth, down
from last year’s 6.5%. Clearly, the Chinese government’s deleveraging
campaign has impacted economic output and as a result we have started to
see a reversal in policies to support growth. These actions, however,
have remained targeted and seemingly more disciplined than in the past,
which implies that the government wants to reduce the reliance on
debt-fuelled growth.

Consumer focus

Within the Janus
Henderson Asian Growth strategy, we have continued to reduce exposure to
the technology sector, although remaining overweight, and have
re-allocated towards some consumer businesses. We have retained an
overweight position in Taiwan and India, and underweights in China and
Australia. Importantly in China, we have a significant allocation to A
shares, which have rebounded very strongly so far this year, and this
has helped compensate for our underweight in China as a whole.

India,
overall, has lagged the region in anticipation of a closely fought
election in April, which has led to foreign outflows. We are happy to
maintain an overweight position to India because the market still
provides attractive long-term growth prospects and offers a number of
good-quality companies that are generating superior and consistent
returns on equity relative to the region. Our favoured positions are a
mixture of domestically-focused private sector financials and consumer
businesses, as well as IT services companies with businesses largely
located outside of India.

Long-term opportunity

Given the
strong start to the year, it is very reasonable to expect more
volatility ahead, stemming from events external to the region as well as
within, including the China/US trade talks and a number of domestic
elections. While we remain positive on the outlook for the region, given
the relative valuation of Asia against developed markets, we do not
expect the recent market strength to continue in the short term without
support from corporate earnings or stronger economic data. Any
correction would offer the long-term investor a good opportunity to gain
exposure to one of the world’s fastest growing regions.

EU-Regularien sorgen für Unzufriedenheit

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Eigentlich wollten die EU-Behörden für mehr Effizienz, Belastbarkeit und Transparenz an den Finanzmärkten sorgen. Jetzt ist genau das Gegenteil eingetreten: Kunden sind genervt, Berater leiden unter Aufwand und Kosten.

Eigentlich sollen MFID, MiFIR und PRIIPs für mehr Effizient, Belastbarkeit und Transparenz an den Finanzmärkten sorgen – hofft die europäische Marktaufsicht ESMA. Doch scheint nun genau das Gegenteil eingetreten zu sein. Das legt eine Untersuchung der Ruhr-Universität Bochum RU im Auftrag des Branchenverbands Deutsche Kreditwirtschaft nahe.

“Angesichts des steigenden Zeitaufwands sind Kunden weithin unzufrieden mit den Neuregelungen”,

heißt es darin: Vor allem das Telefongeschäft sei deutlich zurückgegangen. Die Zahl der telefonisch erteilten Orders hat sich demnach gegenüber 2017 halbiert; aktuell wird nur noch jeder zehnte Auftrag am Hörer erteilt. Mehr als die Hälfte der Kunden empfinden die Pflicht zur Aufzeichnung der Gespräche als Angriff auf die Vertraulichkeit. Und drei Viertel der von der RU befragten Kunden wünschen sich, auf eine Aufzeichnung völlig verzichten zu können.

Auch die Pflichtinformationen, die den Kunden erteilt werden müssen, kommen alles andere als gut an: Fast zwei Drittel von ihnen fühlen sich durch die Fülle an Informationen überfordert, der Überblick gehe angesichts der Informationsflut verloren, häufige Rückfragen seien nötig. Das Ergebnis: 71 Prozent der Kundschaft würde gerne auf eine Aufklärung verzichten.

Würde gerne auf Aufklärung verzichten
Würde gerne auf Aufklärung verzichten

Quelle: Deutscher Bankenverband

Die Standardisierung der Informationen, wie von der ESMA verlangt, scheint ebenfalls ein Schuss in den Ofen zu sein. Achtzig Prozent der Kunden geben an, dass sie relevante Informationen seit Einführung der Regularien nicht schneller herausfiltern können.

„Die Nutzen-/Disnutzen-Relation der neuen Informations- und Prozesselemente ist aus Kundensicht teils stark fragwürdig“,

schlussfolgert die Ruhr-Universität. Die Folge: Ein Viertel der Kunden will sich weniger stark am Kapitalmarkt engagieren und stattdessen auf unkomplizierte Anlageformen wie Festgeld ausweichen.

Auch auf Seiten der Finanzinstitute haben die Regularien gravierende Folgen, hat die RU errechnet. Sie beziffert die Kosten für die Implementierung im Schnitt auf 3,7 Millionen Euro pro Institut und die laufenden Kosten auf rund 500.000 Euro pro Jahr. Selbst kleinere Dienstleister müssten bereits rund 200.000 Euro aufwenden, um MiFID und Co. umzusetzen, sie kosten die Maßnahmen weitere 44.000 Euro pro Jahr.

Die Ergebnisse, die sich die europäische Marktaufsicht gewünscht hat, werden jedenfalls nicht erreicht, meinen die Autoren der Untersuchung: „Den hohen Kosten steht bei MiFID II ein bestenfalls zweifelhafter und tendenziell sogar negativer Nutzen gegenüber.“ So begrüßenswert die Ziele seien, so wenig trügen die Novellen dazu bei, sie zu erreichen. MiFID II, MiFIR und PRIIPs überforderten die Kunden und müssten dringend überarbeitet werden.

Die Deutsche Kreditwirtschaft als Auftraggeber der Studie ist nach eigenen Worten durchaus der Meinung, dass gute und verständliche Anlegerinformationen wichtig sind, doch dürften sie die Kunden nicht überfordern. Sie fordert, dass die Regulierung Geschäftsmodelle wie insbesondere das Telefongeschäft nicht benachteiligt. Auch müsse zwischen Kleinanlegern und professionellen Kunden unterschieden werden; letzere seien weniger schutzbedürftig, das müsse sich auch in den Anforderungen der MiFID II widerspiegeln.

Der langsame Abschied aus den fossilen Kapialanlagen

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Friday for Future: Schüler weltweit gehen für das Klima auf die Straße, die Asset Manager aber stecken noch tief in Öl, Kohle und Gas. Doch der Trend scheint sich zu wenden.

#FridayforFuture ist der Hashtag, unter dem sich Schüler organisieren, um an Freitagen für einen Wandel in der Klimapolitik zu demonstrieren. Auch wenn FDP-Chef Lindner der Meinung ist, die jungen Menschen sollten die Klimapolitik lieber den Profis überlassen – und sich damit reichlich Häme eingehandelt hat – werden auch an diesem Freitag wieder tausende Schüler die Schule ausfallen lassen, um sich dafür einzusetzen, dass ihre Zukunft in einer lebenswerten Welt stattfindet.

Und in diese zukünftige Welt, das fordern Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten, muss auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe verzichten, um den bereits stattfindenden Klimawandel nicht weiter zu beschleunigen. Dass diese Meinung nicht ganz von der Hand zu weisen ist, dem schließen sich mittlerweile auch immer mehr Institutionen an, die durch das ihnen anvertraute Kapital weitreichenden Einfluß auf ganze Branchen nehmen können.

Vor kurzem hat der Billionen schwere norwegische Staatsfonds Oljefondet angekündigt, sich aus Öl- und Gasaktien zurückzuziehen. Immerhin 37 Milliarden US$ hält der Oljefondet an Energie-Aktien, davon sollen vorerst rund acht Milliarden abgestoßen werden. Die Gründe sind profan: Die Norweger rechnen damit, dass die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen in naher Zukunft zurückgehen wird und wollen nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden.

Gleichwohl passt diese Entscheidung in einen Trend, der Asset Manager schon seit geraumer Zeit umtreibt: Soll man nur um des kurzfristigen Profits willen in Branchen investieren, die auf lange Sicht die eigene Geschäftsbasis gefährden – weil die volkswirtschaftlichen Folgeschäden des ungehemmten Wachstums so hoch sind, dass sie zukünftige Erträge aufzehren oder gar verhindern?

Nun hat auch der französische Asset Manager BNP Paribas verkündet, Aktien im Wert von einer Milliarde Euro aus der Kohle-Branche zu verkaufen. Die Maßnahme betrifft allerdings nur ein Viertel Prozent des gesamten Portfolios und tritt erst ab 2020 in Kraft. Und sicherlich weiß man in Paris auch um die Wirkung eines gut getimten PR-Coups.

Das Beratungsunternehmen ArabellaAdvisors hat ausgerechnet, dass institutionelle Investoren mit Assets im Wert von 6,24 Billionen US$ angekündigt haben, sich von Anlagen in fossilen Brennstoffen zu trennen. Führend seien dabei die Versicherungen, schreibt ArabellaAdvisors: Diese wollten sich von rund drei Billionen  US$ an Vermögenswerten verabschieden, die ihr Geschäft mit Öl, Gas und Kohle machen.

Das ergibt durchaus Sinn, denn die Versicherungen haben auch einen Großteil der Schäden abzuwickeln, die aus den Folgen des Klimawandels entstehen. Und die werden nicht gerade gering sein: Auf mehr als 23 Billionen US$ schätzt Andrew Howard, Head of Sustainable Research beim Asset Manager Schroders, die Schadenssumme über die nächsten 80 Jahre, falls die Klimaziele aus dem Pariser Abkommen nicht eingehalten werden.

Bis sich die Fondsbranche aus den fossilen Aktien verabschiedet hat, wird es wohl noch eine Weile dauern. Im Schnitt halten die ETF-Emittenten der Billionen-Klasse noch über 10 Prozent ihres Portfolios in Aktien aus der Öl-, Gas- und Kohleindustrie. Bei Vanguard sind es laut Fossile Free Funds über 300 Milliarden US$, BlackRock hält knapp 113 Milliarden und Fidelity 94 Milliarden US$ an Carbon-Aktien. Um diese Werte durch klimaneutrale Aktien zu ersetzen, müssten sämtliche Indizes neu berechnet werden.

Auf der Klimakonferenz der Vereinten Nationen im vergangenen Jahr in Kattowitz übergaben 415 Asset Manager, die zusammen rund 32 Billionen US$ an Vermögen beaufsichtigen, einen Brief an die Delegierten, in dem sie den Ausstieg aus der Kohle forderten. Der wirtschaftliche Schaden aus einer Erwärmung der Welt durch ungebremsten CO2-Ausstoß gefährde schlicht und einfach ihr zukünftiges Geschäft. Vielleicht schließen sich ja nun einige der Fondsmanager den protestierenden Schülern an, um sich für eine zügige Umsetzung der Klimaziele aus dem Pariser Vertrag einzusetzen. Ein Hashtag dafür wäre noch frei: #FundsForFuture: Das wartet bei Twitter noch drauf, mit Content befüllt zu werden.

Rohöl wird sich erholen

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Ölexperte Nitesh Shah geht davon aus, dass sich Brent Öl weiter bis nahe 75 US Dollar/bbl erholen wird, falls die OPEC weiterhin das Angebot kürzt.

„Wen
das Geschehen auf den Ölmärkten irritiert hat, dem bringen diese Woche
drei wichtige Monats-Updates Erhellung: Der Monthly Oil Market Report,
der OPEC, Der „Short-Term Energy Outlook sowie der „Oil Market Report“
der US Energy Information Administration, kurz EIA.

Die drei Berichte bestätigen viele Aspekte unseres Narrativs der vergangenen Monate:

– Die OPEC, angeführt von Saudi-Arabien, verknappt das globale Angebot aggressiv.

– Auch Saudi-Arabien schränkt die Exporte ein.


Die venezolanische Produktion sinkt aufgrund von Stromknappheit und
Sanktionen gegen die USA. Andere OPEC-Länder verfügen über genügend
freie Kapazitäten, um ein Defizit auszugleichen, aber es bleibt
abzuwarten, ob diese eingesetzt werden.


Die USA erhöhen die Produktion weiter – wenn auch langsamer als die EIA
vorhergesagte – von 11,5 Mio. Barrel pro Tag im Jahr 2018 auf 12,3 Mio.
2019 und voraussichtlich 13 Mio. Barrel im Jahr 2020. Damit wird die
führende Position als weltweit größter Produzent weiter ausgebaut.

– So wird die OPEC im Laufe der Zeit den USA Marktanteile abgeben.


Heute ist es jedoch für die USA schwierig, in höheren Volumina zu
exportieren. Die Verknappung, die die OPEC beibehalten hat, wird sich
also positiv (preissteigernd) auf die globalen Ölpreise auswirken
(bestätigt durch Brent Öl).


Brent Öl war am diesem Freitagmorgen noch vor der Veröffentlichung
dieser Berichte von 65,7 US Dollar/bbl zu Beginn der Woche auf 67,5 US
Dollar/bbl gestiegen.


Wir gehen davon aus, dass sich Brent Öl weiter bis nahe 75 US
Dollar/bbl erholen wird, falls die OPEC weiterhin das Angebot kürzt.“

Die guten alten Zeiten sind endgültig vorbei

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Ein Drittel aller V ermögensverwalter könnte in den nächsten fünf Jahren vom Markt verschwinden, warnt Invesco-Chef Martin Flanagan. Der Druck auf die Gebühren und steigende Kosten werden zu weiterer Konsolidierung führen.

Die Zahl der Mergers und Übernahmen in der Fondsbranche ist im vergangenen Jahr auf 253 gestiegen, berichtet das Finanz-Research-Unternehmen Sandler O’Neill. Das sei jedoch erst der Beginn einer langen und tiefgreifenden Konsolidierung, die die Branche der Asset Manager erfasst hat – warnt Martin Flanagan, Chef von Invesco in einem Interview mit der Financial Times: “Gewinner und Verlierer entstehen heute mit einer Geschwindigkeit, die wir noch nie vorher erlebt haben.” Die Starken würden stärker, die Großen würden größer.

Der Druck kommt laut Flanagan vor allem von der Einnahmenseite, vom Trend hin zu Null-Gebühren-Fonds und aus den steigenden Kosten aus Compliance, Technologie und Sicherheit. Auf der anderen Seite würden viele institutionelle Investoren, Vermögensverwaltungen und Privatbanken die Anzahl der Asset Manager, mit denen sie zusammenarbeiten, radikal zusammenstreichen.

Der Zwang zu Größe und Marktgewicht war  auch der Grund, warum Invesco selbst im vergangenen Jahr den Konkurrenten OppenheimerFunds für 5,7 Milliarden US$ geschluckt hatte. Damit konnte Invesco seine Assets under Management auf über 1,2 Billionen US$ anheben und zu BlackRock, Capital Group, Fidelity und JP Morgan aufschließen.

Der Markt hat die Übernahme jedoch kaum goutiert: Trotz der Erholung der vergangenen Wochen liegt der Aktienkurs von Invesco noch immer 45 % unter dem Stand von vor einem Jahr – weit unter dem Stand des S&P500 (+ 0,3%), aber auch unter dem Branchendurchschnitt der US-Asset-Manager (- 23%). Aber auch die Aktien von Standard Life, die im vergangenen Jahr mit Aberdeen zusammen gingen, und von Janus, die mit Henderson fusionierten, notieren mit einem Abschlag von rund einem Drittel und damit schlechter als der Branchendurchschnitt.

Diese Kursrückgänge seien übertrieben, meint Flanagan: Ein KGV von acht bei der Invesco-Aktie betrage fast die Hälfte des Index-Durchschnitts. Diese negativen Kurseffekte, die bei den fusionierten Asset Managern zu beobachten sind, könnten andere Unternehmen davon abhalten, selbst Akquisitionen durchzuführen, meint der Invesco-Chef. Dabei sei größere Marktmasse von höchster Bedeutung für jeden Player, der in Zukunft im Geschäft bleiben wolle.

“Wir werden nie mehr zu den guten alten Zeiten zurückkehren”,

warnt Flanagan: “Die Investments, die wir jetzt machen müssen, sind mit nichts zu vergleichen, das wir in der Vergangenheit erlebt haben.”