Ostrum AM: Frankreich hägt Deutschland ab

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In Frankreich ist die wirtschaftliche Dynamik besser als in Deutschland, das stärker vom internationalen Umfeld abhängt.

Vorschau auf Geschäftsklimaindizes für Deutschland, Frankreich und Italien von Philippe Waechter, Chefvolkswirt Ostrum.

In der kommenden Woche werden neue Zahlen aus den
Umfragen von Forschungsinstituten erwartet, die Rückschlüsse auf den
Konjunkturzyklus erlauben: der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex und der
französische „Climat des Affaires“, beide am 24.9., sowie der
italienische Index für das Vertrauen der Unternehmen am 27. September.

Philippe Waechter, Chefvolkswirt des französischen Investmenthauses „Ostrum Asset Management“, weist
darauf hin, dass die letzten Berichte bereits einen Rückgang der
wirtschaftlichen Aktivität gezeigt hätten. Jedoch sei derzeit in
Frankreich die Dynamik besser als in Deutschland, das stärker vom
internationalen Umfeld abhänge.

Waechter: “Die Hauptursache für die Schwäche ist
das verarbeitende Gewerbe, was mit dem Rückgang des Welthandels
zusammenhängt – um 0,4 Prozent gegenüber nach Daten des „World Trade
Monitors“ des niederländischen „Bureau for Economic Policy Analysis“
(CPB).

Die letzten ifo-Indizes lagen zwar nahe an
ihren historischen Durchschnittswerten, aber die Verschlechterung des
Klimas war trotzdem im Vergleich zu den vorherigen Höchstständen
bemerkens­wert. In der Zwischenzeit hat sich die ZEW-Umfrage im
September wieder stabilisiert; das könnte in Indiz für den ifo-Index
geben.

Beim französischen „Climat des Affaires“
ist der interessante Punkt,  dass seine Werte seit 44 Monaten über
seinem langjährigen Durchschnitt liegen, und das letzte Mal, dass er
darunter lag, war im Dezember 2015. In Frankreich ist die Situation
recht gut, was durch die letzte OECD-Prognose bestätigt wurde. Für 2020
wird mit einem Wachstum von 1,2% gerechnet, gegenüber 1% für den
Euroraum und nur 0,6% für Deutschland.

In Italien wird interessant sein, ob eine neue proeuropäische Regierung das Vertrauen der Unternehmen stärkt.“

Betrieb von Rückversicherungsgeschäft seitens Rückversicherern aus den USA mit einem Erst- oder Rückversicherungsunternehmen in der Deutschland

Die EU und die USA haben ein Abkommen abgeschlossen, das u.a. den Betrieb von Rückversicherungsgeschäft seitens Rückversicherern aus den USA mit einem Erst- und Rückversicherungsunternehmen in der EU ermöglicht, ohne dass eine Niederlassung in dem jeweiligen EU-Mitgliedsstaat erforderlich ist („Bilaterales Abkommen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika über Aufsichtsmaẞnahmen für die Versicherung und die Rückversicherung“, im Folgenden Abkommen). Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn die in dem Abkommen genannten Voraussetzungen durch den Rückversicherer aus den USA erfüllt werden.

Lesen Sie hier den kompletten Artikel: Betrieb von Rückversicherungsgeschäft seitens Rückversicherern aus den USA mit einem Erst- oder Rückversicherungsunternehmen in der Deutschland

Goldenstate Investment BV (goldenstate-investment.com): BaFin untersagt das unerlaubt betriebene Einlagengeschäft sowie Depotgeschäft und ordnet die Abwicklung an

Die Goldenstate Investment BV ist Betreiberin der Webseite goldenstate-investment.com und bietet in diesem Zusammenhang Anlegern die Investition in Anleihen mit verschiedenen Laufzeiten an. Zudem bietet die Gesellschaft Kunden die Depotführung für Aktien an.

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Die Goldenstate Investment BV ist Betreiberin der Webseite goldenstate-investment.com und bietet in diesem Zusammenhang Anlegern die Investition in Anleihen mit verschiedenen Laufzeiten an. Zudem bietet die Gesellschaft Kunden die Depotführung für Aktien an.

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Im Unruhestand: Deutsche müssen die Rente fürchten

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Die Menschen in Deutschland konnten trotz Nullzins ihr Geldvermögen steigern. Doch der große Wohlstand trügt, denn die Lebensqualität im Alter ist bedroht. Ein Grund sind hohe Steuern. Frauen haben noch ein weiteres Problem.

Die Ausgangslage klingt komfortabel:
Beim jüngst veröffentlichten „Global Wealth Reports“ der Allianz zeigte sich,
dass die deutschen Sparer dem Nullzins trotzen konnten und ihr Bruttogeldvermögen
gegen den weltweiten Trend im Jahr 2018 um 2,2 Prozent auf 6,2 Billionen Euro
steigern konnten. Dabei profitierten die konservativen Anleger auch davon, dass
sie kaum an den Aktienmärkten aktiv waren. Deren Schwäche hatte im vergangenen
Jahr in den 20 rechten Ländern der Welt durchweg für Vermögensverluste gesorgt
– mit genau einer Ausnahme: Deutschland.

Es klingt paradox, aber genau dieser
Umstand dürfte die Deutschen auf Dauer finanziell belasten. Das belegt der
jüngste Bericht über die Entwicklung des „Global Retirement Index“, den die
Fondsgesellschaft Natixis Investment Managers regelmäßig herausgibt. Der Index
bewertet die Lebensqualität der Renten-Bevölkerung von 44 Staaten weltweit. In
die Bewertung fließen insgesamt 18 finanzpolitische, wirtschaftliche,
demografische und umweltrelevante Faktoren ein. Ergebnis: Grundsätzlich finden Ruheständler
in Westeuropa die besten Bedingungen für ihren Lebensabend vor. Sieben der zehn
höchstbewerteten Länder liegen in dieser Region. Deutschland allerdings ist
nicht dabei, steht nur auf Rang 13. Im Jahr 2017 hatte es noch für Rang 7
gereicht.

Das Alter bedroht die Lebensqualität

Dramatisch: Vor allem die Finanzlage
erscheint prekär. Bei der Bewertung der Frage, wie gut die Bevölkerung
finanzielle Vorsorge für das Alter trifft und ob sie von den Erträgen im Alter
gut leben kann, nimmt die Bundesrepublik lediglich Platz 35 unter 44 Staaten ein.
Der Hauptgrund dafür ist die auch im internationalen Vergleich besonders alte
und schnell alternde Bevölkerung. Dazu kommt ein vergleichsweise hohes Steueraufkommen
im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt – die Deutschen zahlen schlicht so viel
Steuern, dass sie vergleichsweise wenig zurücklegen können. „Zudem wird das
Alterseinkommen durch eine hohe Steuerlast grundsätzlich negativ beeinflusst“, sagt
Sebastian Römer, verantwortlich für das Geschäft von Natixis Investment
Managers in Zentral- und Osteuropa. Schließlich – und da schließt sich der
Kreis zur vergleichsweise komfortablen Vermögensentwicklung in jüngster Zeit –
sparen die Deutschen falsch. Ihre hohe Präferenz für Bargeld- und Festzins-Anlagen,
die sie als risikoarm empfinden, wird ihnen auf Dauer zum Verhängnis: „Die
mangelnde Investmentkultur wird gerade im Niedrigzinsumfeld zu einer
gravierenden Belastung für die private Altersvorsorge“, sagt Römer.

Mütter
müssten noch mehr sparen

Auf Frauen kommt im Alter noch ein zusätzliches Problem zu. Das
zeigt eine neue Studie der Universität Mannheim und der Tilburg University im
Auftrag der Fondsgesellschaft Fidelity International: Ihnen droht neben der
privaten auch noch eine gesetzliche Rentenlücke. Die Forscher haben aus 1,8
Millionen Arbeitnehmerdaten berechnet, wie sich die Rentenansprüche in
Deutschland abhängig vom Geschlecht unterscheiden. Ergebnis: Frauen erhalten mit
67 Jahren über ein Viertel weniger gesetzliche Rente vom Staat als ihre
männlichen Kollegen. Pro Monat sind das  140 Euro Unterschied, verursacht vor allem
durch ein enormes geschlechtsspezifisches Lohngefälle bei älteren Frauen. „Der
wahrscheinlichste Grund für diese Entwicklung ist, dass viele Paare in den
Dreißigern eine Familie gründen und Frauen häufiger als Männer nach der Geburt
eines Kindes ihre Arbeitszeiten reduzieren“, sagt die Studien-Co-Autorin Alexandra
Niessen-Ruenzi von der Universität Mannheim. Um diese „Gender Pension Gap“ zu schließen,
müsste eine 40-jährige Frau bei einer erwarteten Rendite von drei Prozent und
einer jährlichen Inflationsrate von 1,5 Prozent 77 Euro jeden Monat zusätzlich privat
zurücklegen, bei einer erwarteten Rendite von fünf Prozent wären es 57 Euro pro
Monat. Auch hier ist also offensiveres Sparen gefragt. 

Betrieb von Rückversicherungsgeschäft seitens Rückversicherern aus den USA mit einem Erst- und Rückversicherungsunternehmen in der EU

Die EU und die USA haben ein Abkommen abgeschlossen, das u.a. den Betrieb von Rückversicherungsgeschäft seitens Rückversicherern aus den USA mit einem Erst- und Rückversicherungsunternehmen in der EU ermöglicht, ohne dass eine Niederlassung in dem jeweiligen EU-Mitgliedsstaat erforderlich ist („Bilaterales Abkommen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika über Aufsichtsmaẞnahmen für die Versicherung und die Rückversicherung“, im Folgenden Abkommen). Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn die in dem Abkommen genannten Voraussetzungen durch den Rückversicherer aus den USA erfüllt werden.

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Blockchain und KI – Chance oder Risiko in der Geldanlage?

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Derzeit bestimmen Megatrends die Anlagewelt. Neben dem Klimawandel und Nachhaltigkeit spielt auch die Digitalisierung eine immer wichtigere Rolle. Zwei große Treiber der Entwicklung sind Künstliche Intelligenz und die Blockchain-Technologie – Finanzberater sollten diese nicht außen vorlassen.

Die Digitalisierung vereinfacht den
Alltag, ermöglicht neue Produkte und beeinflusst Finanzberater in ihrer Arbeit.
Dass die Bedeutung technischer Entwicklungen auf die Finanzwelt wächst, hat nun
auch die Bundesregierung erkannt und am Mittwoch ein Strategiepapier mit 44
Maßnahmen verabschiedet, um Blockchain auch in Deutschland zu fördern. In dem
Papier heißt es: „Die Bundesregierung will das deutsche Recht für elektronische
Wertpapiere öffnen.“ Außerdem will sie noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf
veröffentlichen, der digitale Schuldverschreibungen mittels Blockchain erlaubt.
Auch digitale Aktien und Investmentfondsanteile sollen folgen. Bisher war der
Vertrieb von Fondsanteilen via Blockchain nicht per Gesetz zugelassen. Der
Vorteil der neuen Technologie: Alle An- und Verkäufe werden künftig dezentral
auf verschiedenen Rechnern gespeichert. Das zentrale Register hat damit ausgedient.
Bisher wurden alle Dokumente in den Tresoren der Deutsche-Börse-Tochter
Clearstream gelagert.

Im Gegensatz zum papierlosen
Wertpapier handelt, erteilt die Bundesregierung Stablecoins, wie die
Facebook-Währung Libra, eine klare Abfuhr. Im Strategiepapier heißt es dazu: „Die
Bundesregierung wird sich auf europäischer und internationaler Ebene dafür
einsetzen, dass Stablecoins keine Alternative zu staatlichen Währungen werden.“

Anleger sind beim Thema Künstliche Intelligenz vorsichtig

Die verabschiedete Strategie der
Bundesregierung gibt mit ihren 44 Eckpunkten erstmals einen Ausblick auf die
weitere Entwicklung der digitalen Geldanlage und bietet Finanzberatern so ein
Stück Planungssicherheit. Auch Hartmut Giesen, zuständig für die Digitalsparte
der Sutor Bank, begrüßt das Vorhaben der Bundesregierung: „Die
Blockchain-Strategie der Bundesregierung ist unabhängig vom jeweiligen Wert der
44 Einzelmaßnahmen ein wichtiges Zeichen, dass man Deutschland als einen
führenden Krypto-Technologie-Standort etablieren möchte.“ Aus seiner Sicht hat
das Thema eine noch viel größere Bedeutung in der Finanzwelt: „Die vielen
Einzelmaßnahmen wirken zwar wie ein Aktivitäten-Bauchladen, es zeigt aber auch,
dass die Blockchain nicht nur ein Finanzthema ist, sondern dass wir auf dem Weg
in eine tokenisierte Ökonomie sind.“

Der Vorstoß der Regierung ist laut
Giesen ein positives Zeichen, dass die Blockchain-Technologie in Deutschland
Fuß fassen kann. „Hier möchte man offenbar vieles besser machen, was man vielleicht
beim Thema Künstliche Intelligenz verschlafen hat.“ Vielleicht auch deswegen
nimmt Künstliche Intelligenz (KI) bei deutschen Anlegern derzeit keinen hohen
Stellenwert ein, wie eine Umfrage der Bank of New York Mellon (BNY Mellon) zeigt.
Dort gab die Hälfte der befragten Anleger an, dass zum Beispiel der Trend der
Künstlichen Intelligenzen (KI) ebenso ein Risiko wie auch eine Chance sei. Ein
Drittel der Befragten lehnt KI komplett ab und sieht darin nur Risiken für die
Geldanlage. Die Technologiebirgt den Befragten zufolge einige anlagespezifische
Herausforderungen. Ein Problem seien zum Beispiel immaterielle Vermögenswerte.
Denn die materiellen Werte sind in einem Tech-Unternehmen nicht alles. Viel
wichtiger sind in vielen Fällen das Wissen und die entwickelten Technologien.
Solche Werte lassen sich aber nicht einfach in Geld übersetzen, was die
Bewertung der Unternehmen für Finanzberater schwer macht. Es gilt somit
weiterhin, Chancen und Risiken gegenseitig abzuwägen.

WisdomTree: Platin profitiert vom Goldpreis

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Die Gold-Rally hat in den letzten zwei Monaten den größten Teil der „Edelmetallboote“ angehoben, wobei Silber und Platin dem Kielwasser von Gold am dichtesten gefolgt sind.

Die Gold-Rally hat in den vergangenen beiden Monaten den größten Teil der Edelmetalle beeinflusst. Silber und Platin sind dem Goldpreis am dichtesten gefolgt.

Von Nitesh Shah, Director Research beim ETP-Anbieter
WisdomTree.

Ein
Sprichwort besagt, „eine steigende Flut hebt alle Boote“. In Bezug
auf die Edelmetallmärkte sollten die Boote einander ähneln. Die Gold-Rally hat
in den letzten zwei Monaten den größten Teil der „Edelmetallboote“ angehoben,
wobei Silber und Platin dem Kielwasser von Gold am dichtesten gefolgt sind. Der
Grund hierfür liegt weitgehend an geopolitischen Themen, vor allem an den
Handelskriegen (siehe:
Gold könnte auf über 1800 US-Dollar/Unzesteigen, wenn die geopolitischen Risiken weiterhin hoch bleiben).

Die Quelle des Risikos an den
Finanzmärkten, die den Goldpreis (und damit auch Silber wegen der hier
gegebenen Korrelation) unterstützt, dürfte letztendlich die Nachfrage nach
Silber für industrielle Anwendungen beeinträchtigen. Der Katalysator für die Silber-Rally
ist also ein zweischneidiges Schwert. Je stärker die historische Korrelation
zwischen einem Edelmetall und Gold ausfällt, desto besser dürfte es in dieser
Zeit der geopolitischen Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Handelskrieg laufen.

Wie
die untenstehende Korrelationsmatrix zeigt, ist die Beziehung zwischen Gold und
Silber die stärkste, während die Korrelation zwischen Gold und Palladium am schwächsten
ausfällt. Die Korrelation zwischen Gold und Platin ist ziemlich stark und
entspricht den jüngsten Preisentwicklungen.

Korrelation zwischen den
Edelmetallpreisen

 

Gold

Silver

Platinum

Palladium

Gold

1.00

 

 

 

Silver

0.72

1.00

 

 

Platinum

0.59

0.60

1.00

 

Palladium

0.27

0.37

0.55

1.00

Quelle: WisdomTree, mit monatlichen Stichtagen von
Bloomberg, monatliche Daten von August 1989 bis August 2019

Die
Rangfolge der Korrelation folgt der gleichen Rangfolge in Bezug auf die
industrielle Nutzung der verschiedenen Edelmetalle. Gold verzeichnet die
geringste Nachfrage aus industriellen Anwendungen, Palladium die höchste.

Einige
Edelmetalle sind stärker industriell geprägt

 

%
der Nachfrage in der industriellen Fertigung
[1]

Gold

10%

Silver

57%

Platinum

62%

Palladium

94%


Quelle: WisdomTree, Refinitiv, Johnson Matthey, Durchschnitt
2009 bis 2018

Betrachtet man die spekulative Positionierung an
den Future-Märkten, so scheint der Anstieg des Optimismus zugunsten dieser
Metalle einer ähnlichen Ordnung gefolgt zu sein wie im vergangenen Jahr die Rangfolge
in bezug auf ihre Relevanz für die industrielle Anwendung.


[1] Die industrielle Fertigung umfasst
Autokatalysatoren, chemische, elektrische, zahnmedizinische, photovoltaische,
Hartlötlegierungen/-verteiler, Fotografie, Ethylenoxid (d.h.
Nachfragekategorien, die Investitionen und Schmuck ausschließen).

Abbildung
1: Spekulative Nettopositionierung2 in Edelmetall-Futures (indexiert
auf 100 am 01.01.2019)

Spekulative Nettopositionierung
Spekulative Nettopositionierung
Spekulative Nettopositionierung

Grundsätzlich
glauben wir nicht, dass sich bei Platin seit unserer letzten Analyse viel geändert
hat. Seine Performance ist in den letzten Jahren aufgrund einer strukturellen
Verschiebung der Nachfrage nach Diesel-PKW hin zu Benzin-PKW hinter Palladium
zurückgeblieben (Platin wird in erster Linie verwendet, Palladium in zweiter
Linie). Platin ist im Vergleich zu Palladium vielleicht ein wenig überverkauft.
Darüber hinaus könnte ein Anstieg der Nachfrage nach Diesel-Autokatalysatoren
aus China und Indien im Zusammenhang mit strengeren Emissionskontrollen bei
schweren Nutzfahrzeugen trotz anhaltender Schwäche bei Diesel-Pkw einen weiteren
Rückgang der Platinnachfrage aufhalten. Eine unvermeidliche Aufwärtskorrektur bei
Platin erhielt durch den Anstieg des Goldpreises Rückenwind.

Ähnlich
wie bei Silber könnte die industrielle Nachfrage nach Palladium nach der
anfänglichen Dynamikerholung zurückgehen. Der globale Automobilabsatz – Treiber
der Platin- und Palladiumnachfrage – verlangsamt sich und dürfte unter der
durch den Handelskrieg ausgelösten globalen Rezession leiden (die der Markt
offenbar zunehmend in Bezug auf Maßnahmen der Zentralbanken einpreist). Wir
sehen hier also auch eine starke taktische Chance für Platin und nicht eine
längerfristige, auf längerfristigen Fundamentaldaten basierende Gelegenheit.
Umgekehrt glauben wir nach wie vor, dass die langfristigen Fundamentaldaten für
Palladium immer noch sehr stark sind, während jedoch kurzfristige Katalysatoren
fehlen.

[2]Spekulative Positionen sind die nichtkommerziellen Futures-Positionen,
die die Shorts aus den von der Commoditiy Futures Trading Commission gemeldeten
Longpositionen der jeweiligen Rohstoffe, aufrechnen. WisdomTree hat die Serie
am 01.01.2019 indiziert, so dass alle Metalle den gleichen Ausgangspunkt am
Anfang der dargestellten Zeitreihe haben.

Moventum: EZB spielt Ball zurück zur Politik

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Mario Draghi hat das Ende der Fahnenstange für die Geldpolitik verkündet.

Im Mittelpunkt des Marktinteresses stand die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB), wobei Mario Draghi die Markterwartungen nicht ganz erfüllen konnte.

So wurde die Depositenrate nur um zehn
Basispunkte gesenkt. Der EZB-Hauptrefinanzierungssatz blieb derweil bei
null Prozent. Zur Entlastung der Banken wurde zudem eine Staffelung des
Strafzinses beschlossen. Zusätzlich wird das QE-Programm ab 1. November
reaktiviert, wodurch monatlich Wertpapiere in Höhe von 20 Mrd. Euro
erworben werden sollen. Das Programm ist vorerst ohne Enddatum.

Marktrückblick

Auch
die Konditionen für die gezielten langfristigen
Refinanzierungsgeschäfte wurden angepasst. Diese haben nun eine Laufzeit
von drei Jahren (zuvor nur zwei Jahre) und der Aufschlag auf die
Leitzinsen (10 Basispunkte) fällt weg. Insgesamt reagierten vor allem
die Anleihemärkte enttäuscht und es kam über die ganze Kurve hinweg zu
deutlichen Zinssteigerungen. Letztlich hat Mario Draghi damit das Ende
der Fahnenstange für die Geldpolitik verkündet und den Ball zurück ins
Spielfeld der Politik geworfen. Deren Aufgabe ist es nun, mittels
fiskalpolitischer Instrumente wie beispielsweise schuldenfinanzierte
Investitionen die Wirtschaft anzukurbeln und damit auch für eine höhere
Inflation zu sorgen.

Jenseits des EZB-Meetings wurden auch in den USA
wichtige Konjunkturdaten veröffentlicht. Die Konsumentenpreise stiegen
im August um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während die Kernrate
einen Anstieg um 2,4 Prozent verzeichnete und damit ein 13-Monats-Hoch
markierte. Die Einzelhandelsumsätze in den USA legten zudem gegenüber
dem Vormonat um 0,4 Prozent zu, was über den Markterwartungen lag. Der
US-Konsument zeigt sich damit weiterhin in guter Verfassung.

Der
Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent gab um rund 1,50 US-Dollar nach
und schloss bei 60,22 US-Dollar. Auf der Währungsseite gab der
US-Dollar gegenüber dem Euro 0,33 Prozent nach. Auch der japanische Yen
verlor gegenüber dem Euro und zwar 1,52 Prozent.

Im
insgesamt freundlichen Aktienmarktumfeld konnten insbesondere
japanische Aktien überdurchschnittlich zulegen, gefolgt von europäischen
und US-amerikanischen Titeln. Die Schwellenländer entwickelten sich
besser als die Industriestaaten. Analog zur Vorwoche schnitten sowohl in
den USA als auch in Europa Value-Aktien besser ab als ihre
Growth-Pendants. Nebenwerte erzielten darüber hinaus in beiden Regionen
eine Outperformance.

Auf Sektorebene dominierten in den USA die Segmente
Banken, Energie und Rohstoffe, während nichtzyklische Konsumtitel,
Technologiewerte und Versorger das Schlusslicht bildeten. In Europa sah
das Bild ähnlich aus: Banken, Rohstoffe und Energie waren die besten
Sektoren, Gesundheit, nichtzyklischer Konsum und Versorger die
schwächsten.

Im
Rentenbereich mussten Euro-Staatsanleihen und Unternehmensanleihen mit
Investment-Grade-Rating angesichts steigender Zinsen abermals Verluste
in Kauf nehmen. Hochzinsanleihen verzeichneten hingegen einen
Wertzuwachs. Auch Lokalwährungsanleihen aus den Schwellenländern
entwickelten sich positiv.

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