GSAM steigt 2019 in den europäischen ETF-Ring

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Goldman Sachs Asset Management (GSAM) startet im kommenden Jahr sein ETF-Geschäft in Europa. Das teilte der Vermögensverwalter heute in einer Pressemitteilung mit. Die Leitung wird Peter Thompson übernehmen, der mit sofortiger Wirkung die Head of European ETF Business ernannt wurde. Thompson wird als Managing Director von London aus die Stricke im Indexfonds-Geschäft ziehen und wird an Michael Crinieri, Global Head of GSM ETF Business, berichten.

GSAM ist bereits seit knapp drei Jahren auf dem US-amerikanischen ETF-Markt vertreten und verwaltet dort Assets in Höhe von 8 Mrd. US-Dollar. Die Entscheidung zum Markteintritt auf dem alten Kontinent begründet GSAM mit einer entsprechend hohen Kundennachfrage.

Thompson gilt als ETF-Spezialist. Nach Angaben von GSAM verfügt Thompson über 17 Jahre Erfahrung im Indexfonds-Geschäft. Der Brite gehörte 2009 zu den Gründern des unabhängigen britischen Assetmanagers Source ETF und leitete 2014 als Chief Strategy Officer den Markteintritt von Source in den USA. 2015 – kurz nachdem Source sich wieder aus dem US-ETF Markt zurückgezogen hatte – übernahm er als Interims-Chef für knapp ein Jahr die Führung des ETF-Anbieters, der mit 20,5 Mrd. US-Dollar Assets under Management zu den sechs größten Vermögensverwaltern im europäischen ETF-Bereich zählt. Im August 2016 verließ Thompson relativ unerwartet das Unternehmen, später wurde Source von Invesco gekauft. Neben anderen Investmentbanken war Goldman Sachs vor dem Invesco-Deal an Source beteiligt.

Vor seinem Engagement bei Source war Thompson knapp 15 Jahre lang in verschiedene Positionen im Derivate- und Aktiengeschäft in den USA, Japan und Europa bei seinem jetzigen Arbeitgeber, Goldman Sachs, tätig.


Zur Beratung verpflichtet

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Versicherungsnehmer haben im Schadensfall Anspruch auf Beratungsleistung
des Versicherungsmaklers. Bleibt diese aus und dem Versicherungsnehmer entsteht
dadurch ein Schaden, kann der Makler dafür haftbar gemacht werden. Das gilt
auch für den Fall, dass der Versicherungsnehmer selbst über Expertenwissen
verfügt. So urteilte jetzt der Bundesgerichtshof in letzter Instanz.

Geklagt hatte eine Versicherungsfachfrau gegen ihre
Maklerin. Sie hatte eine Unfallversicherung für sich und ihren Ehemann abgeschlossen.
Der Ehemann der Versicherungsnehmerin war in einen schweren Verkehrsunfall
verwickelt und musste daraufhin klinisch behandelt werden. Später trat eine
Berufsinvalidität ein. Der Unfall war der Versicherung rechtzeitig gemeldet
worden. Diese hatte ihrerseits darauf verwiesen, dass Versicherungsleistungen fällig
würden, sollte sich innerhalb von zwölf Monaten eine Berufsunfähigkeit
einstellen. Zur Feststellung der Invalidität setzte die Versicherung eine Frist
bis zu 18 Monate nach dem Unfall. Diese Frist wurde von der Kundin nicht
eingehalten, ein Antrag auf Versicherungsleistung erst nach Ablauf der 18
Monate gestellt. Die Versicherung verweigerte daraufhin die Leistungen.

Für den Schaden in Höhe von insgesamt gut 40.000 Euro nahm die
Versicherungsnehmerin ihre Maklerin in Regress. Sie berief sich auf eine
Vereinbarung, nach der die Maklerin sich um die Schadensabwicklung hätte
kümmern sollen. Diese hatte es versäumt, auf die ablaufende Frist der  Versicherung hinzuweisen. Die Beklagte hatte
ihrerseits darauf verwiesen, dass die Versicherung die Geschädigten in Kenntnis
über die Frist gesetzt habe.

Treuhandpflicht
bleibt bestehen

In der Vorinstanz hatte das Gericht noch gegen die Klägerin
entschieden. Dieses Urteil hob der Bundesgerichtshof nun auf. Die Richter waren
der Auffassung, dass das Vertragsverhältnis vom Makler zum Kunden sowie das von
der Versicherung zum Versicherungsnehmer gesondert betrachtet werden müsse.
Zwar müsse der Versicherungsnehmer vertragsrelevante Obliegenheiten erfüllen
und trage etwa die Verantwortung für die Einhaltung von bekannt gemachten
Fristen. Das entbinde im vorliegenden Fall allerdings nicht den
Versicherungsmakler von seiner Verantwortung gegenüber dem Kunden. Dieser habe
seine vertraglichen Pflichten verletzt, indem er seinen Kunden nicht auf den
Ablauf der Frist belehrt habe. „Der Versicherungsnehmer bediene sich gerade des
Versicherungsmaklers als sachkundigen Fachmann, um seine Ansprüche zu wahren
und durchzusetzen“, so die Richter in der Urteilsbegründung.

Der Klägerin komme ob ihrer Expertenstellung auch keine
Mitschuld zu. Sie müsse darauf vertrauen können, dass der Berater die
anstehenden Fragen fachgerecht bearbeite.

Ob die Maklerin tatsächlich Schadensersatz leisten muss, und
wie hoch dieser ausfallen wird, bleibt abzuwarten. Der BGH wies den
Vorinstanzen den Fall erneut zur Prüfung zu.

Autopsie der Dollar-Rallye

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In einer Ära, in der die Zentralbanken hohen Einfluss ausüben, haben wir uns mittlerweile an starke Schwankungen bei den Wertentwicklungen und Trends unterschiedlicher Währungen gewöhnt. Seit fast zwei Jahren dominiert beim Thema Währungen ein schwacher US-Dollar die Schlagzeilen. Daraus ergeben sich folgende Auswirkungen:

• Ein angenehmer Rückenwind für die Gewinne von multinationalen US-Large-Caps – besonders solche mit hohem Exportanteil.

• Eine deutliche Markterholung bei Rohstoffen – erinnern Sie sich noch daran, als wir spekulierten, ob Öl im Februar 2016 unter 20 USD pro Barrel fallen wird? Von solchen Überlegungen sind wir seither abgerückt.

• Eine starke Performance in Schwellenmärkten, Währungsaufwertungen gegenüber dem Dollar sowie eine positive Entwicklung bei Aktien haben US-Dollar-Investoren ein besseres Renditeumfeld beschert.

Gewinnt der US-Dollar an Stärke?

Währungen bewegen sich selten lange in eine Richtung – vor allem nicht in der Welt von heute. Wir halten also die Augen nach allem offen, was eine Änderung dieses Trends signalisieren könnten, denn die ideale Strategie bei einem schwachen US-Dollar ist nicht dieselbe wie die bei einem starken US-Dollar.

Von April bis Mai 2018 bewegte sich der Dollar steil nach oben (2. Mai 2017 bis 1. Mai 2018)

Dollarentwicklung 2018
Dollarentwicklung 2018

Quelle: Bloomberg. Dollar wird durch den Bloomberg Dollar Index dargestellt. Die historische Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Ein direktes Investment in einen Index ist nicht möglich.

• Wie im Chart ersichtlich, verlor der Bloomberg Dollar Index im Laufe des letzten Jahres, vom 2. Mai 2017 bis 1. Mai 2018, rund 5,1 % an Wert. Doch vom 16. April 2018 bis zum 1. Mai 2018 erholte er sich um 3,23 % – die steilste Dollar-Erholung, die Investoren im vergangenen Jahr erlebt haben. Mein Kollege Jeremy Schwartz verfasste nach der Ernennung von Larry Kudlow zum Wirtschaftsberater der Trump-Administration einen Artikel über eine Rückkehr zu einer King-Dollar-Politik. Zumindest hat sich die Rhetorik des Weißen Hauses auf einen Ton verlegt, der dem Dollar mehr Unterstützung gibt.

Carry könnte an Stärke gewinnen

Zu Beginn des Jahres 2017 nutzten viele Marktprognostiker ihren Ausblick auf die Fed als Diskussionseinstieg. Allgemein wurden im Laufe des Jahres zwei bis drei Zinserhöhungen erwartet. Häufig stellten sie einen Zusammenhang zwischen steigenden Zinsen in den USA, stabilen bzw. sinkenden Zinsen im Ausland und einem starken US-Dollar her.

Obwohl das alles Sinn macht, entwickelten sich die Märkte 2017 nicht ganz in diese Richtung.

Vergleich der Dollar-Aufwertung gegenüber G10-Währungen (16. April 2018 bis 1. Mai 2018)

Dollaraufwertung 2018
Dollaraufwertung 2018

Quelle: Bloomberg. Die historische Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Ein direktes Investment in einen Index ist nicht möglich.

• Die Zinsen halten sich in Industrienationen im Verhältnis zu den historischen Zinsen auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau und einige Zentralbanken – so etwa die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of Japan (BOJ) – bleiben in ihren jeweiligen Regionen bei ihrer Politik der Negativzinsen. Die US-Notenbank ist die einzige Zentralbank, die eine „Normalisierung der Geldpolitik“ auf den Weg gebracht hat, über die auch vielfach berichtet wurde.

• Kapitalströme fließen in Richtung von Märkten mit höheren Zinsen (und damit höheren Renditen), weshalb Zinsdifferenzen durchaus die Währungsrenditen beeinflussen, sie sind jedoch nicht der einzige Einflussfaktor. Auch andere Faktoren wie Kapitalströme, die eine eigene Preisdynamik entwickeln, die Kaufkraftparität und die Wahrnehmung geopolitischer Entwicklungen können eine Rolle spielen. Seit Ende 2015 ist es auf breiter Basis recht selten zu einem Erstarken des Dollars gegenüber allen G10-Währungen gekommen – doch genau das konnten wir in den vergangenen Wochen beobachten.

• Dass die 10-jährige US-Schatzanweisung die Marke von 3 % zum ersten Mal in rund vier Jahren durchbrochen hat und dies mit einer Veränderung beim US-Dollar einherging, ist kein Zufall. Es wäre sehr interessant, die Reaktion des Dollars beobachten zu können, wenn der Zins für die 10-jährige US-Schatzanweisung die Marke von 3,05 % übersteigt.

Auswirkungen auf Aktien

In diesem Zeitraum eines schwachen Dollars haben wir gesehen, wie stark die Aktien von US-Large-Caps abgeschnitten haben. Wichtig ist, dass ein Trend hin zu einem stärkeren US-Dollar für die Gewinne bei US-Large-Cap-Aktien – vor allem Multinationals – für Gegenwind sorgen würde.

Nichtamerikanische Exporteure, die in den US-Markt verkaufen – weiterhin einer der größten Verbrauchermärkte der Welt –, werden in Zeiten eines starken Dollars höchst interessant.

Europäische und japanische Exporteure reagierten auf den aktuellen Trend des starken Dollars (16. April 2018 bis 1. Mai 2018)

Exportreaktion auf Dollar
Exportreaktion auf Dollar

Quelle: Bloomberg. Die historische Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Ein direktes Investment in einen Index ist nicht möglich.

• Es wurde bereits viel diskutiert, wie ein Umfeld steigender Zinsen in den USA für Gegenwind bei den hohen Bewertungskennzahlen sorgen könnte, an die sich Investoren in US-Aktien gewöhnt haben. Wir dürfen nicht vergessen: Die Kennzahlen sind nicht weltweit auf einem Rekordhoch, und wenn der US-Dollar seinen Trend ändert, könnten ausländische Märkte dadurch sogar noch attraktiver werden – solange ihre Währungsrisiken abgesichert werden.

• Exportorientierte Unternehmen im Euro-Raum, in Deutschland und Japan verzeichnen durchaus in unterschiedlichem Ausmaß Gewinnsteigerungen, wenn ihre Währung gegenüber dem US-Dollar an Wert verliert – ebenso haben US-Large-Caps von der aktuellen Dollar-Schwäche profitiert. Viele dieser Unternehmen haben gute Geschäftsbeziehungen in den USA.

Bei Investoren stimmt bei Währungen häufig das Timing nicht. Wir bei WisdomTree glauben fest daran, dass eine Absicherung Währungsschwankungen auffangen kann und sie strategisch in Portfolio-Allokationen eingebunden werden sollte. Die aktuelle Stabilität des Dollars – und unsere positiveren Erwartungen einer Fortsetzung dieser Entwicklung in den nächsten 12 Monaten – sollte mehr Zeit verschaffen, um die nötigen Portfolio-Anpassungen so bald wie möglich durchzuführen.

US-Wirtschaft bleibt auf Kurs

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Michael Jensen
Michael Jensen

(Foto: Michael Jensen, Executive Vice President bei Moventum)

In einer Woche zahlreicher Veröffentlichungen in den USA vermittelten alle ökonomischen Daten von jenseits des Atlantiks einen anhaltend positiven Eindruck. In Europa standen dagegen wieder politische Ereignisse im Fokus: Genügend Gesprächsstoff gab es rund um die neuen Regierungen in Italien und Spanien sowie über das Wiederaufflammen des Handelsstreits. 

Ökonomisch wurden auf europäischer Ebene Daten zu den Konsumentenpreisen und der Kernrate für den gesamten Euroraum veröffentlicht. Die jährliche Inflation im Euroraum für Mai wird auf 1,9 Prozent geschätzt, gegenüber 1,2 Prozent im April. Damit bewegt sich die Inflationsrate über der allgemeinen Konsensschätzung. Speziell für Deutschland wurden ebenfalls vorläufige Zahlen zu den Konsumentenpreisen im Mai veröffentlicht: Die Inflationsrate wird voraussichtlich 2,2 Prozent betragen und läge damit leicht über den Erwartungen. Zuletzt war die Inflationsrate im Februar 2017 so hoch gewesen. Somit steigen die Verbraucherpreise gegenüber April voraussichtlich um 0,5%. In den USA wurden die mit Spannung erwarteten Zahlen zur Arbeitslosenquote und zu den neu geschaffenen Stellen für Mai veröffentlicht. Letztere übertrafen die allgemeine Konsensschätzung deutlich. Damit wurde die Arbeitslosenquote auf ein 18-JahresTief von 3,8 Prozent gedrückt. Ebenfalls positiv entwickelten sich die Durchschnittslöhne gegenüber dem Vormonat. Am Wochenanfang deutete der vom Institut The Conference Boarderhobene Verbrauchervertrauen-Index darauf hin, dass die US-Verbraucher weiterhin optimistisch sind. Der im Mai veröffentlichte Index hatte schon eine Erholung des Verbrauchervertrauens gezeigt.

Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent fiel um
etwas
mehr
als einen
US-Dollar und 
schloss auf einem Niveau von 75,16 US-Dollar je Barrel. Der US-Dollar gab gegenüber dem Euro um knapp 0,1 Prozent nach und steht fast unverändert bei 1,171 EUR/USD. Gegenüber dem japanischen Yen erholte sich der Euro um 0,34 Prozent.

In diesem Umfeld schnitt aus Sicht des Euro-Anlegers
wie
zu erwarten der US-amerikanische Aktienmarkt am besten ab. Negativ entwickelte sich der europäische und japanische Aktienmarkt. Innerhalb Europas entwickelte sich die Eurozone schwächer. Insgesamt stiegen Titel aus den Industrienationen stärker als diejenigen aus den Emerging Markets. Auf Sektorebene ergab sich folgendes Bild: In Europa entwickelten sich die Sektoren Öl/Gas, Energie und Rohstoffe am besten. Eine Underperformance zeigten hingegen die Bereiche zyklische Güter, Versorger und Finanzen. In den USA gehörten Titel der Sektoren Energie, IT und Gesundheit zu den größten Gewinnern, während Aktien aus den Bereichen Industrie, Telekom und Finanzen eine Underperformance gegenüber dem breiten Markt aufwiesen. Small Caps schnitten gegenüber Large Caps in den USA und in Europa besser ab. Hinsichtlich
der
Investmentstile
Valueund Growthentwickelten sich in Europa und in den USA Growth-Titel besser.

Im Rentenbereich mussten alle Anleihen eine leicht negative Entwicklung verkraften. Am besten schnitten Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating ab, die etwas mehr als 10 Basispunkte nachgaben. Es folgten Hochzinsanleihen, Anleihen mit kurzer Duration, Euro-Staatsanleihen und als Schlusslicht notierten Hartwährungsanleihen aus den Schwellenländern mit einem knappen Prozent im Minus.

Den vollständigen Marktrückblick können Sie hier downloaden.

Euroland-Mid Caps – Potenzial im Verborgenen

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Damals wie heute: Erfolgsfaktor Euroland-Aktien

Vor etwa 20 Jahren blickten Aktienanleger in Europa gebannt auf die bevorstehende Einführung des Euros – Anfang 1999 wurde dieser zunächst als Buchgeld eingeführt. Wer vorher ein europäisches Aktienportfolio nur unter Inkaufnahme von diversen Währungsrisiken zusammenstellen konnte, dem standen mit dem Start der Gemeinschaftswährung neue Möglichkeiten zur Verfügung. Mit Euroland-Aktienfonds ließ sich ohne Währungsrisiko von überzeugenden Anlagethemen auf dem gesamten Kontinent profitieren. Zu den Euroland-Aktienfonds der ersten Stunde zählte auch der nach einem ‚High Conviction‘-Ansatz gemanagte DPAM Invest B Equities Euroland. Der im April 1998 aufgelegte Fonds entwickelte sich schnell zu einem der Flaggschiff-Fonds von Degroof Petercam AM. 

Für Guy Lerminiaux, CIO Fundamental Equities, sind Aktien aus dem Euroraum heute wie vor 20 Jahren ein spannendes Terrain für einen aktiven Managementansatz: „Euroland-Aktien stellen nach wie vor keine vollkommen effiziente Anlageklasse dar, im Gegenteil. Sie bietet noch immer einen großen Fundus an Unternehmen, die unbekannt sind, vom Markt nicht oder nur wenig beachtet werden und in Indizes noch nicht enthalten sind“, sagt der Aktienexperte. 

Und ergänzt: „Genau in diesen Ineffizienzen liegt der Schlüssel zur Wertschöpfung durch aktives Asset-Management. Für uns als aktivem Manager gilt es, Aktien zu finden, die nicht jeder sieht. Wir halten nicht die üblichen Verdächtigen, die in vielen Indizes enthalten sind. Dies spiegelt sich auch in unseren Portfoliopositionen wider. So sind bestimmte disruptive Geschäftsmodelle in den Indizes in Europa kaum enthalten, wie zum Beispiel Cellnex, ein spanischer Betreiber von drahtlosen Telekommunikationsinfrastrukturen. Außerdem sind die unternehmensspezifischen Risiken zurückgekehrt, was bedeutet, dass die Korrelationen zwischen den Aktienrenditen wieder abnehmen. Dies ist ein günstiges Umfeld für aktive Portfoliomanager wie Degroof Petercam“.

Euroland-Mid Caps – Potenzial im Verborgenen

Das Ziel, Aktien zu identifizieren, die der Markt nur wenig beachtet, lässt sich am besten bei Unternehmen mittlerer Marktkapitalisierung realisieren. Dazu Koen Bosquet, Manager des DPAM Invest B Equities Euroland: „Mid-Cap-Unternehmen werden weit weniger analyisiert als ihre großkapitalisierten Pendants. Sie stellen auch außerhalb der Benchmark attraktive Anlagemöglichkeiten dar. Zudem handelt es sich oft um Familienunternehmen mit stark engagierten Vorständen und stabilen Anteilseignern. Wichtig ist auch, dass sie oft schneller wachsen, da sie in Nischenmärkten mit hoher Wertschöpfung tätig sind. Ihre Geschäftsmodelle sind oft klarer als die von Großunternehmen. Und nicht zuletzt können diese Unternehmen attraktive Übernahmeziele sein oder zu den Large-Caps der Zukunft werden. Das Aufspüren von unterbewerteten Mid-Caps ist Teil unserer DNA und passt ideal zu unserem aktiven Managementansatz und unseren Analysekapazitäten.“

Euroland-Perlen: Tourismus und Ernährung

Der internationale Tourismus hat in den letzten 10 Jahren stark zugenommen – ein Trend, der vorerst fortbestehen sollte. Die Welttourismus-Organisation rechnet in den kommenden 5 Jahren mit einer jährlichen Wachstumsrate von 4 Prozent bei den Übernachtungen. Auch europäische Unternehmen können hiervon überproportional profitieren. „Wir spielen dieses Thema zum Beispiel über Accor, Inhaber mehrerer internationaler Hotelketten, oder Amadeus, Anbieter eines globalen Vertriebssystems für Flugbuchungen“, sagt Koen Bosquet.

Überzeugt ist der Fondsmanager auch, dass Verbraucher immer mehr Wert auf die Rückverfolgbarkeit der in Nahrungsmitteln verwendeten Inhaltsstoffe legen und natürliche Zutaten bevorzugen. Dies führt unter anderem zu einer Fragmentierung des Bereichs der Lebensmittelproduktionsbetriebe. „Wir favorisieren derzeit Hersteller von Lebensmittelzutaten, wie die irische Kerry Group. Generell halten wir es im aktuellen Umfeld für notwendig, sich auf Unternehmen mit starker Preissetzungsmacht zu konzentrieren, die steigende Herstellungskosten leicht an ihre Kunden weitergeben können.“

20 Jahre konstante Outperformance

Durch aktive Einzeltitelselektion des Fondsmanagementteams konnte der DPAM Invest B Equities Euroland über die vergangenen 20 Jahre einen kontinuierlichen Mehrwert generieren. Ziel des Fonds ist es bis heute, den breiten europäischen Markt langfristig bei einem hohen Active Share (aktuell 76 Prozent) und geringen Tracking Error zu übertreffen. „Der Ansatz zielt auf eine Kombination aus Top-down-Investmentthemen, einer hochselektiven Bottom-up-Aktienauswahl und einer Ausrichtung auf überzeugende, fundamental sehr gut analysierte Mid-Cap-Titel. Wir gehen dabei unabhängig von einer Benchmark vor und wählen Unternehmen aus, die sowohl Qualität in Bezug auf das Geschäftsmodell, das Management und den Track Record als auch Wachstumsmerkmale aufweisen. Diese Suche nach Alpha beinhaltet eine strenge Risikokontrolle, die vollständig in den Anlageprozess integriert ist“, fasst Koen Bosquet die Kernpunkte anlässlich des 20-jährigen Bestehens des DPAM Invest B Equities Euroland zusammen.

 

Wertentwicklung des DPAM Invest B Equities Euroland (per Ende April 2018) 

degroof Petercam Wertentwicklung
degroof Petercam Wertentwicklung

Altersvorsorge: Rentenbescheide für viele unverständlich

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21 Prozent der Beschäftigten halten die jährlichen Renteninformationen der Gesetzlichen Rentenversicherung für völlig unverständlich. Etwas mehr als ein Drittel sind anhand der Informationen nicht in der Lage ihre künftige Rentenhöhe einzuschätzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Kantar Emnid im Auftrag des Asset-Managers Fidelity International.

Rund 1.000 Beschäftigte waren im Rahmen der Studie zu ihrer Einschätzung des Gesetzlichen Rentenbescheids gefragt worden. Fast alle Befragten (94%) halten eine leicht verständliche Darstellung der Sachinformationen für „wichtig“ oder „sehr wichtig“. Neben einem Mehr an Verständlichkeit wünschten sich knapp zwei Drittel einen Online-Zugang zu ihren Renteninformationen, in dem alle Quellen ihrer späteren Renteneinkünfte (gesetzliche Rente, private Rente, betriebliche Rente) integriert sind. Beispielberechnungen finden gut sieben von zehn Befragten hilfreich.

Alexander Leisten, Leiter des Deutschlandgeschäfts bei Fidelity International, fordert daher eine bessere Aufbereitung der Renteninformationen. Jeder Arbeitnehmer müsse sofort erkennen, warum es für ihn persönlich notwendig sei, vorzusorgen: “Politik und Finanzdienstleister stehen hier gleichermaßen in der Verantwortung, an Lösungen zu arbeiten.“


Trump is back

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Die Feuerpause war nur von kurzer Dauer. Anfang vergangener Woche hatten sich die Anleger über die Ankündigung eines Handelsabkommens zwischen den USA und China gefreut. Dieses sah die Aussetzung der von der Trump-Regierung in den vergangenen Monaten angekündigten Erhöhungen der Zölle vor, wofür sich China im Gegenzug verpflichtete, mehr amerikanische Produkte, insbesondere landwirtschaftliche Erzeugnisse, einzuführen. „Eine Art Friedensvertrag“ laut Larry Kudlow, einem der wichtigsten Wirtschaftsberater des Weißen Hauses. Dieser versetzte Donald Trump auch ohne eine bezifferte Verpflichtung in Begeisterung. US-Finanzminister Steven Mnuchin dämpfte jedoch den Enthusiasmus und wies darauf hin, dass der Handelskrieg „nur ausgesetzt“ sei. Wahrscheinlich hatte er die weitere Entwicklung bereits antizipiert.

Schon am Dienstag gab US-Präsident Trump bekannt, dass er letztendlich nicht mit den jüngsten chinesisch-amerikanischen Verhandlungen zufrieden sei. Am Tag darauf goss das Wall Street Journal noch etwas mehr Öl ins Feuer, indem es über den amerikanischen Plan, die Zölle auf importierte Autos aus „Gründen der nationalen Sicherheit“ auf 25 % anzuheben, berichtete, während China eine Senkung der Einfuhrzölle auf Autos angekündigt hatte. Dies sorgte für eine erneute Anspannung der Beziehungen zwischen den beiden Mächten, die im Begriff sind, einen Weg der Annäherung zu finden.

Olivier de Berranger, Chief Investment Officer und Enguerrand Artaz, Cross Asset Manager
Olivier de Berranger, Chief Investment Officer und Enguerrand Artaz, Cross Asset Manager

Bild: Olivier de Berranger, Chief Investment Officer und Enguerrand Artaz, Cross Asset Manager

Ähnlich ist die Situation im Hinblick auf Nordkorea. Noch bis vor kurzem bestanden große Hoffnungen, dass am 12. Juni in Singapur ein historisches Gipfeltreffen zwischen den USA und Nordkorea stattfinden würde. Am vergangenen Donnerstag sagte Donald Trump das Treffen unter Verweis auf die „Feindseligkeit“ Pjöngjangs ab. Zwischenzeitlich kam es zu einer verbalen Eskalation, ausgelöst durch den neuen US-Sicherheitsberater John Bolton, der den Prozess der atomaren Abrüstung Nordkoreas mit dem in Libyen verglich. Ein Fauxpas, der durch US-Vizepräsident Mike Pence noch verschärft wurde. Dies rief eine wütende Reaktion der nordkoreanischen Regierung hervor, die seine Aussagen als „dämlich“ und „ignorant“ bezeichnete.

Diese Rückkehr der geopolitischen Spannungen sorgte für Stress und zunehmende Volatilität an den Aktienmärkten, die sich von ihren Tiefständen im März kräftig erholt hatten. Das war vorhersehbar. Donald Trump steht mitten im Wahlkampf zu den anstehenden Halbzeitwahlen, und die Rhetorik vom „Handelskrieg“ ist eine seiner Speerspitzen zur (Re-)Mobilisierung seiner Wählerschaft. In Sachen Nordkorea ist der gordische Knoten das Ende des Verteidigungsabkommens zwischen Südkorea und den USA, da Nordkorea seine Atomanlagen nur im Rahmen einer vollständigen Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel aufgeben will. Zweifellos würde ein Verzicht auf die amerikanische Militärpräsenz in der Region von den Trump-Wählern als Eingeständnis von Schwäche aufgefasst werden. Dies ist weit entfernt von dem Bild, das der US-Präsident abgeben will und für das er zu weiteren Erklärungen bereit ist, die in den kommenden Monaten die Märkte in Unruhe versetzen dürften.

Klimarettung erfordert mehr Reformen

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Unsere jüngste Analyse der Fortschritte auf dem Weg zur Erreichung der langfristigen Klimaschutzziele zeigt eine geringfügige Bewegung in die richtige Richtung, die vornehmlich auf den steigenden CO2-Preisen beruht. Es ist allerdings ein wesentlich umfassenderer Wandel erforderlich, um auch nur in die Nähe der Verpflichtungen zu kommen, auf die sich führende Politiker vor zwei Jahren in Paris festgelegt haben.

Wir haben das Climate Progress Dashboard entwickelt, um das Tempo und den Umfang des Wandels über eine große Bandbreite an Parametern hinweg zu verfolgen, die sich sämtlich verbessern müssen, um den langfristigen Temperaturanstieg zu begrenzen. Der Klimawandel stellt Anleger vor zwei Fragen:

  • Welche messbaren Veränderungen sind durch Politik, durch die Nutzung sauberer Technologie oder bei der Energieerzeugung usw. voraussichtlich zu erwarten?
  • Wie würden sich diese Änderungen auf die Rentabilität und den Wert von Unternehmen und Portfolios auswirken?

Das Climate Progress Dashboard soll helfen, die erste dieser Fragen zu beantworten, indem es die unterschiedlichen Signale und Datenpunkte, die mehr Verwirrung stiften können, als sie zur Klärung beitragen, auf konsistente Weise zusammenführt. Hier finden Sie weitere Informationen sowie einen Überblick über unsere weiteren Klimawandelwerkzeuge und -Analysen.

Unsere neueste vierteljährliche Aktualisierung zeigt eine geringfügige allgemeine Verbesserung. Der durchschnittliche Temperaturanstieg, den die verschiedenen von uns untersuchten Indikatoren implizieren, hat sich von 4,1 °C auf 4,0 °C verringert. Praktisch gesehen ergibt sich der Unterschied aus einem Rundungsfehler im System der erforderlichen Änderungen. Allerdings handelt es sich dabei zumindest um eine Abrundung statt um eine weitere Entfernung von der Sicherheitsgrenze bei 2 °C. 

Bei zwei Elementen des Dashboards war im ersten Quartal eine spürbare Veränderung zu beobachten. Zum einen hat die Besorgnis der Öffentlichkeit in Bezug auf den Klimawandel nachgelassen, insbesondere in den USA. Zum anderen sind die CO2-Preise in Europa in den vergangenen Monaten stark gestiegen, obwohl sie noch weit von Niveaus entfernt sind, die hoch genug sind, um einen Wandel in dem erforderlichen Ausmaß herbeizuführen.

Besorgnis der Öffentlichkeit geht in den USA zurück

Unsere Analyse bezieht nationale Erhebungen ein, die die Besorgnis der Öffentlichkeit in den Ländern mit den höchsten Emissionen erfassen. Ende März veröffentlichte Gallup eine Ausgabe1 seiner Umfrage zu den Einstellungen in den USA, die einen leichten Rückgang der Besorgnis ergab. 63 % der erwachsenen Amerikaner äußerten „sehr große“ oder „große“ Besorgnis in Bezug auf den Klimawandel. Dies bedeutet eine Verringerung gegenüber 66 % im vergangenen Jahr und eine Umkehr hinsichtlich der in allen drei Vorjahren beobachteten Zunahme der Besorgnis.

Recherchen im Internet zum Thema „Klimawandel“ liegen vor „Terrorismus“, gehen jedoch im Vergleich zu Höchstwerten weiter zurück

Internetrecherchen
Internetrecherchen

Quelle: Google Trends, Schroders.

Die Schlussfolgerungen deuten auf ein fallendes öffentliches Interesse an dem Thema hin. In der Abbildung oben sind die Google-Suchen nach dem Begriff „Klimawandel“ im Vergleich zu den Suchen nach „Terrorismus“ dargestellt. Das Interesse an dem Thema ist auf die Hälfte der Höchstwerte von vor 18 Monaten gefallen.

Es sind keine offensichtlichen Katalysatoren in Sicht, die das nachlassende Interesse wieder entfachen würden. Vor dem Hintergrund, dass die sozialen Einstellungen eine wichtige Triebkraft darstellen, was politische Prioritäten und das Konsumentenverhalten betrifft, verheißt dieser Trend nichts Gutes für konzertierte Maßnahmen und ein verstärktes politisches Engagement.

Anstieg der CO2-Preise in Europa

Andererseits sind die CO2-Preise u. a. aufgrund von Reformen der Emissionszertifikate der Europäischen Union, die im vergangenen Herbst vereinbart wurden, in den vergangenen Monaten stark gestiegen.

Kohlenstoffpreise EU-EHS

Anstieg Kohlenstoff
Anstieg Kohlenstoff

Quelle: ICE, Schroders.

Bis Ende März stiegen die Emissionshandelspreise zum ersten Mal seit 2010 auf über 15 US-Dollar/Tonne (12,3 Euro/t). Der Anstieg steht im scharfen Kontrast zu den USA, wo die Preise im Rahmen des größten CO2-Emissionshandelsprogramms, der Regional Greenhouse Gas Initiative (RGGI), konstant bei unter 4 US-Dollar/Tonne liegen.

Die CO2-Preise sind ein zentrales Element der einzelstaatlichen politischen Maßnahmen auf der ganzen Welt, und dies dürfte sich voraussichtlich nicht ändern. Unseren Schätzungen zufolge2 müssen die Preise auf ungefähr 100 US-Dollar/Tonne steigen, um Anreize für Emissionsreduktionen in einem Ausmaß zu bewirken, das ausreicht, um den Temperaturanstieg auf 2 °C zu begrenzen. Auf dieser Grundlage ist ein noch wesentlich höherer Anstieg der CO2-Preise erforderlich, um die Klimaziele im Zuge von disruptiven Umwälzungen zu erfüllen.

Fazit: Kleine Schritte in die richtige Richtung

Im vergangenen Quartal war erstmals ein Rückgang in Bezug auf den durch das Climate Progress Dashboard implizierten Temperaturanstieg zu verzeichnen. Allerdings ist die Verbesserung im Vergleich zu den Reduktionen, die noch erforderlich sind, um den Anstieg auf ein sicheres Niveau zu begrenzen, eher gering.

Die unten stehende Abbildung stellt die Entwicklung einiger der genannten Faktoren dar. Ausführliche Erläuterungen zu den einzelnen Faktoren finden Sie in unserem interaktiven Climate Change Dashboard auf unserer englischsprachigen Seite.

Lösungen
Lösungen

1 http://news.gallup.com/poll/231530/global-warming-concern-steady-despite-partisan-shifts.aspx?g_source=link_NEWSV9&g_medium=TOPIC&g_campaign=item_&g_content=Global[(2520Warming)[(20was) was not found]20not%20found]2520Concern[(2520Steady)[(20was) was not found]20not%20found]2520Despite[(2520Some)[(20was) was not found]20not%20found]2520Partisan%2520Shifts  



Der Artikel zur Nachhaltigkeit der EU-Politik ist am 15.05.2018 auch auf Schroders.com erschienen.

Nachhaltigkeit wird nachgefragt

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65 Prozent der institutionellen Anleger in Deutschland berücksichtigen bereits Nachhaltigkeitskriterien bei der Kapitalanlage. Dabei stehen für sie ökonomische Aspekte im Vordergrund. Gleichzeitig spielt für die Investoren die Messung der Nachhaltigkeitswirkung ihrer Geldanlagen eine wichtige Rolle. Dies geht aus der Nachhaltigkeitsstudie von Union Investment in Zusammenarbeit mit Professor Henry Schäfer von der Universität Stuttgart hervor, für die 203 Großanleger in Deutschland mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt sechs Billionen Euro befragt wurden. Sie verwalten zusammen ein Vermögen von rund 5,9 Billionen Euro. 

Von den Befragten gaben 65 Prozent an, Nachhaltigkeitskriterien zu berücksichtigen. Im Jahr 2013 betrug ihr Anteil noch 48 Prozent. Für 35 Prozent aller Befragten spielen ESG-Kriterien zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings keine Rolle. Aus der Studie geht eine Zweiteilung des institutionellen Marktes hervor: Nach wie vor gibt es skeptische Anleger, die Nachteile beim Erreichen ihrer Anlageziele befürchten. Demgegenüber stehen Anleger, die in der Praxis überwiegend positive Erfahrungen mit Nachhaltigkeit gesammelt haben. So nutzen 91 Prozent der befragten Kapitalverwaltungsgesellschaften sowie 88 Prozent der Gruppe aus kirchlichen Anlegern und Stiftungen nachhaltige Investmentstrategien auffallend stark. Deutlich geringer ist der Anteil nachhaltiger Investoren bei Altersvorsorgeeinrichtungen (59 Prozent), Großunternehmen (43 Prozent) und Kreditinstituten (39 Prozent). 

Für drei Viertel der Befragten stehen dabei ökonomische Kriterien im Vordergrund, ein Anstieg um elf Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Als weit weniger wichtig werden dagegen soziale und ethische Kriterien (je 64 Prozent) sowie Governance-Kriterien (63 Prozent) erachtet. Ökologische Kriterien bilden gar das Schlusslicht (58 Prozent). „Investoren betrachten Nachhaltigkeit verstärkt aus ökonomischer Perspektive. Befürworter und Gegner scheinen sich einig zu sein, dass sich nachhaltige Kapitalanlagen finanziell rechnen müssen“, sagt Alexander Schindler, im Vorstand von Union Investment zuständig für das Geschäft mit institutionellen Kunden. 

Kirchen und Stiftungen mit besonders hoher Nachhaltigkeitsquote 

Bei den Investoren, die auf Nachhaltigkeit setzen, ist nahezu die Hälfte ihrer Assets (49 Prozent) unter Berücksichtigung entsprechender Kriterien angelegt. Besonders hoch fällt die Nachhaltigkeitsquote mit 80 Prozent bei kirchlichen Anlegern und Stiftungen aus. Es folgen Altersversorger beziehungsweise Pensionskassen mit einem Anteil von 57 Prozent, Versicherungen mit 49 Prozent, Kreditinstitute mit 41 Prozent und Großunternehmen mit 40 Prozent. Mit 56 Prozent ist mehr als die Hälfte dieser Investoren mit der Berücksichtigung von ESG-Kriterien im Anlageprozess sehr zufrieden oder außerordentlich zufrieden. Das ist eine Steigerung um zehn Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Einen Ausstieg aus der nachhaltigen Kapitalanlage können sich 85 Prozent nicht mehr vorstellen (Vorjahr 77 Prozent).

Copyright portfolio institutionell/Tobias Bürger

Trump forciert Bankenderegulierung

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Finanzkrise 2007/2008: Große Banken mussten mit Milliarden
aus Steuertöpfen gerettet werden; Begriffe wie „Too big to fail“ machten die
Runde. In der Folge haben die meisten Staaten schärfere Regulierungen
eingeführt. So mussten durch das Dodd-Frank-Gesetz in den USA Banken mit
einer Bilanzsumme von über 50 Milliarden Dollar regelmäßige Stresstests
durchführen. Dabei wurde getestet, wie die Banken auf Extremsituationen an den
Finanzmärkten reagieren. Wer durchfiel, musste nachbessern und für mehr
Stabilität und Sicherheit im eigenen Haus sorgen. Zum Beispiel mit einem
höheren Anteil an Eigenkapital.

US-Präsident Trump will die 50-Milliarden-Schwelle nun
heraufsetzen. Wie das US-Repräsentantenhaus beschlossen hat, sollen künftig 250
Milliarden USD Bilanzsumme greifen. Damit sollen kleinere und mittlere Banken
bis zu dieser Grenze ermuntert werden, mehr Risiken einzugehen, indem sie
beispielsweise mehr Kredite in die Wirtschaft ausreichen oder größere Deals mit
anderen Instituten sowie Unternehmen eingehen: „Das ist ein Gesetz für die kleinen Banken, die die
finanziellen Anker unserer Gemeinden sind.“ sagte Paul Ryan, der Sprecher
des Repräsentantenhauses. 

Was sagen die Experten? „Sie merken deutlich, dass die
Schere bei der Regulierung im Bankensektor noch weiter auseinander geht“,
so Johannes-Jörg Riegler, Präsident des Bundesverbandes öffentlicher Banken“,
gegenüber dw.com. In Europa seien aktuell wesentlich kleinere Summen in
der Diskussion, wenn es um eine mögliche Lockerung der Regeln für Banken gehe. Der
deutsche Bankenverband weist darauf hin, dass die europäischen und die
deutschen Banken weiter abgehängt werden könnten. „Die europäischen
Institute drohen weiter zurückzufallen und Geschäftsanteile zu verlieren“,
so der Hautgeschäftsführer des Bankenverbandes, Christian Ossig.

Vor allem US-Investmentbanken ist außerdem die sogenannte „Volcker-Regel“
ein Dorn im Auge. Diese Regel ist nach dem früheren Chef der US-Notenbank Fed, PaulVolcker, benannt und verbietet Banken u.a. sich an Hedge- und
Private-Equity-Fonds zu beteiligen, sie zu besitzen oder zu finanzieren. Für
den kommenden Mittwoch hat die Fed überraschend eine öffentliche Beratung ihres
Gouverneursrats über die Zukunft der Volcker-Regel angekündigt.

Erleichterungen soll es auch für kurzfristige
Handelsgeschäfte von US-Banken geben. Diese fallen aktuell unter die
Volcker-Regel. Dies könnte laut den Plänen der US-Regulierer entfallen,
schreibt Bloomberg. Die US-Agentur beruft sich dabei auf drei Personen,
die mit den Diskussionen innerhalb den Aufsichtsbehörden vertraut seien.