Janus Henderson Investors: Aussichten für europäische Aktien im zweiten Halbjahr 2019

Schlagworte: , , ,
Im zweiten Quartal begann die wirtschaftliche Entwicklung zu „wackeln“, wie John Bennett es eigentlich schon früher erwartet hatte.

Videointerview (mit englischsprachiger Transkription) mit John Bennett, Director of European Equities bei Janus Henderson Investors. Er spricht darin über seine Erwartungen für europäische Aktien im zweiten Halbjahr.

Im zweiten Quartal begann die wirtschaftliche Entwicklung zu
„wackeln“, wie John Bennett es eigentlich schon früher erwartet
hatte. Er nennt die Hexagon-Aktie als Beispiel dafür.

Bennett spricht sich für einen ausgewogenen Investmentansatz
zwischen Growth und Value aus. Den Preis vieler Wachstumsaktien hält er für übertrieben,
so dass Fehler teuer werden, und die meisten „deep value“-Aktien
sind seiner Ansicht nach aus gutem Grund billig.

Vorhersagen seien zwar ein „Hütchenspiel“,
aber solange die USA als Leitmarkt und auch China stabil bleiben, sind die
Aussichten seiner Meinung nach auch für europäische Aktien gut.

Das Videointerview können Sie sich hier anschauen.

Morgan Stanley: Fixed income markets are behaving a lot like last year

Schlagworte: , , ,
The January “Powell Pivot” is key to understanding market behavior in May and beyond.

Is this déjà vu? We don’t think so. The key difference is that the Fed is in play and can cut rates. The Global Fixed Income Team shares their view.

What a difference a month makes! In April, the U.S.- China
trade negotiations were anticipated to wrap up; U.S. relations with Mexico and
Canada were on the mend, and U.S. trade negotiations with Europe were not
anticipated to cause too much trouble, at least in the short term. Come May,
none of these things happened; indeed, they all deteriorated.

Not surprisingly,
developed market government bonds rallied significantly; what was more
surprising was that peripheral European and emerging market local government bond
yields also rallied. Indeed, on our count, ALL bond markets rallied except for
Italy and South Africa. Credit markets did not fare as well, though, with both
investment grade and high yield spreads widening, but not to the extent that
might have been expected. Lastly, the dollar strengthened across the board. Déjà
vu? Maybe not.

The January “Powell Pivot”
is key to understanding market behavior in May and beyond. The big difference
from last year is that the U.S. Federal Reserve (Fed) is in play. We have already
seen central banks in New Zealand and Australia cut rates in recent weeks. With
few signs of a rebound in the macroeconomic data (just about everywhere) and
downside risks to growth growing due to the escalating trade war, the
probability of a Fed ease is rising steadily, as it is for most central banks.
This is supportive for government bond markets, credit markets and equities
(but not supportive of the dollar).

Thus, market developments should be
materially different from the fourth quarter of 2018. We do not believe a
recession either in the U.S., Europe or globally will occur UNLESS unemployment
rates start rising and households retrench. This makes government bonds look
expensive relative to current conditions; but markets are forward-looking and
have correctly anticipated deteriorating global conditions. Until proven wrong,
markets will likely keep on their current trajectory. Conclusion: Keep one eye
on the U.S. consumer and one eye on Chinese policymakers (oh, and don’t
forget to keep that third eye on trade negotiations!). Things should be OK, but
better to be prudent and not be too bullish or bearish. 

Display 1: Asset Performance Year-To-Date

Asset Performance Year-To-Date
Asset Performance Year-To-Date
Asset Performance Year-To-Date

Quelle: Morgan Stanley

USD-based performance. Source: Thomson Reuters
Datastream. Data as of May 31, 2019. The indexes are provided for
illustrative purposes only and are not meant to depict the performance
of a specific investment. Past performance is no guarantee of future results. See below for index definitions.

Den gesamten Marktkommtar des Global Fixed Income Team finden Sie hier.

Morgan Stanley: Kommentar

Schlagworte: , , ,
Wie geht es mit der Politik in Großbritannien weiter?

Das International Equity Team über Politik, Gewinne und Preissetzungsmacht.

Angesichts der Turbulenzen der vergangenen Wochen ist es
vermutlich gewagt, Prognosen über die Politik Großbritanniens zu treffen.
Dennoch scheint ein Kompromiss zwischen Großbritannien und der Europäischen
Union immer unwahrscheinlicher zu werden. Bei der Europawahl drehte sich alles
um die beiden „Extreme“ der Brexit-Debatte:

Die „No-Deal-Parteien“,
angeführt von der neuen Brexit-Partei unter Nigel Farage, erhielten 35% der
Stimmen, während die ausdrücklich den Verbleib Großbritanniens in der EU
fordernden Parteien, angeführt von den Liberaldemokraten, ein Wahlergebnis von
40% einfuhren. Damit blieb weniger als ein Viertel der Stimmen für die beiden
größten, kompromissbereiten Parteien übrig: Die Labour-Partei überzeugte 14%
und die Konservative Partei 9% der Wähler – ein herber Rückschlag im Vergleich
zu den insgesamt 82%, die sie bei der Wahl zwei Jahre zuvor noch gemeinsam
erzielt hatten.

Wer letztlich Parteivorsitzender der Tories wird, ist wie so
oft schwer vorherzusagen. Jedoch scheint es wahrscheinlich, dass der nächste
Parteichef, und damit der nächste Premierminister, einen ungeordneten Brexit
vorzieht oder zumindest eine Verlängerung über den 31. Oktober hinaus ausschließt,
was effektiv auf dasselbe hinausläuft, da die EU für die nächsten Monate mit
der Wahl der neuen Kommission beschäftigt sein wird.

Die Frage ist, ob das
britische Parlament dies angesichts der aktuellen Mehrheit gegen einen
ungeordneten Brexit verhindern kann. Es handelt sich also um eine Reise ins
Ungewisse, da Großbritannien innerhalb der Konstitution absolutes Neuland
betritt. Letztlich sieht es immer mehr nach einer Entscheidung zwischen einem
No Deal und einem Verbleib in der EU aus, sei es nun über Unterhauswahlen, ein
Referendum oder gar die Aufhebung von Artikel 50 … Wie soll man da noch
Prognosen treffen?

„Wenngleich die Auswirkungen für Großbritannien bei Weitem
nicht optimal sind, so dürften die Auswirkungen auf unsere globalen Portfolios
doch relativ gering sein“

Den gesamten Kommentar des International Equity Teams finden Sie hier.

Aegon AM: Gold im Focus der Berater

Schlagworte: , , ,
Es ist jedoch schwierig, den fundamentalen Wert von Gold zu bestimmen.

In den letzten Wochen haben sich die Erwartungen hinsichtlich sinkender US-Zinsen erhöht.

Die realen Renditen fingen bereits an zu sinken. Damit
rückte Gold für Investoren, die inmitten der anhaltenden geopolitischen Sorgen
nach Stabilität suchen, wieder als sicherer Hafen in den Mittelpunkt der
Aufmerksamkeit. Es ist jedoch schwierig, den fundamentalen Wert von Gold zu
bestimmen.

Dies führt zu einer gewissen Preisunsicherheit und damit zu einer
erhöhten Volatilität, die deutlich höher ist als beispielsweise bei 2-jährigen
US-Treasuries. Darüber hinaus müssen die laufenden Lagerkosten von Gold
berücksichtigt werden, die im Laufe der Zeit ein wenig an den potenziellen
Renditen knabbern.

Lesen Sie anbei den gesamten Kommentar von Robert-Jan van
der Mark, Co-Manager des Kames Global Diversified Growth Fund bei Aegon Asset
Management, im PDF-Format.

Neues EU-Ehegüterrecht: Was jetzt für Berater wichtig ist

Schlagworte: , , , ,
Die neue Verordnung gilt ausschließlich für Fragen des ehelichen Güterrechts. Die Regelungen beziehen sich also nur auf das Vermögen von Ehegatten.

Wenn Ehen geschieden werden, geht es nicht nur um Emotionen, sondern auch um Geld. Bei der Trennung internationaler Ehen kommt dabei das neue EU-Ehegüterrecht zur Anwendung.

Wenn Zwei sich trennen, gibt es Tränen. Und nicht selten auch Streit ums Vermögen. Geht es um die Scheidung internationaler Ehen, kommt eine juristische Hürde hinzu, die in der Vergangenheit für viel Unsicherheit gesorgt hat: Welches Recht gilt überhaupt? Nach welchen Regeln wird das Vermögen aufgeteilt? Vermögensverwalter und Finanzberater stoßen bei solchen Fragen schnell an ihre Grenzen. Und auch für Steuerberater und Juristen, die zur Unterstützung herangezogen werden, sind solche Fälle keine Lappalien. Je nach Nationalität und bestehenden oder nicht bestehenden Eheverträgen sind Güterstandsbestimmungen eine Herausforderung. Ganz abgesehen von den Folgen einer Aufteilung: Oft wollen oder müssen Geschiedene ihren Teil an gemeinsamen Immobilien verkaufen. Krediten müssen finanziert und/oder Geld gegebenenfalls neu angelegt werden. Das alles auf Grundlage geltenden Rechts – doch welchen Staates?

Hier hat die Europäische Union nun für Klarheit gesorgt. Seit dem 29. Januar 2019 gilt die neue EU-Güterrechtsverordnung. Es ist ein Regelwerk, das es in sich hat. Die Verordnung schreibt vor, wie grenzüberschreitende Ehen und eingetragene Partnerschaften in der Europäischen Union rechtlich zu behandeln sind, welches Gericht für eine vermögensrechtliche Auseinandersetzung zuständig ist und wie die Vollstreckung von Entscheidungen erfolgt. „Das neue Recht soll binationalen Paaren oder solchen, die dauerhaft im Ausland leben, Anlass dazu geben, über eine Rechtswahl nachzudenken oder bereits bestehende Regelungen zu überprüfen“, erklärt Professor Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland). „Besonders im Fokus stehen dabei Themen wie Ehe und Ehevertrag, Güteraufteilung bei Trennung und ähnliche strittige Punkte“.

Konkret geht es darum, für verschiedene Szenarien die passende Umsetzung europäischen Rechts zu finden. Und da haben sich die Regulierer in Brüssel viel Gedanken gemacht:

Rechtssicherheit mit Ausnahmen

Bislang musste in Fällen mit deutscher Beteiligung immer geklärt werden, ob deutsches oder anderes nationales Recht anzuwenden ist. Das ändert sich nun. Die europäischen Güterrechtsverordnungen (altes und neues Recht, gültig für Ehen ab 29. Januar 2019) regeln Fragen des ehelichen Güterstands. Wermutstropfen: An den europäischen Güterrechtsverordnungen nehmen leider nicht alle EU-Staaten teil. Ausnahmen sind das Vereinigte Königreich, Irland, Dänemark, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, die Slowakei und Ungarn. In diesen Ländern gilt das nationale Recht.

Wichtig nur fürs Vermögen

Die neue Verordnung gilt ausschließlich für Fragen des ehelichen Güterrechts. Die Regelungen beziehen sich also nur auf das Vermögen von Ehegatten. Fragen zu Trennung, Unterhalt, Versorgungsausgleich, Ehegattenerbrecht oder das Sorgerecht für die Kinder sind nicht Gegenstand der EU-Vorgabe. Die Verordnung klärt, welche Rechtsordnung für das sogenannte eheliche Güterrecht greift und welches Gericht zuständig ist. Diese Klärung, nach welcher nationalen Rechtsordnung sich das Ehegüterrecht richtet, ist deshalb von erheblicher Bedeutung.

Die Verordnung ersetzt nationale Bestimmungen und führt in Teilen zu einer Vereinheitlichung der gerichtlichen Zuständigkeit, dem anwendbaren Recht und der Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen im internationalen Kontext.

Neue Verordnung gilt automatisch für neu geschlossene Partnerschaften und Ehen

Die neue EU-Güterrechtsverordnung gilt nur für Ehen und eingetragene Partnerschaften, die nach dem 29. Januar 2019 geschlossen wurden oder werden. Je nach Nationalität kommen verschiedene Modelle zur Anwendung:

Gilt beispielsweise deutsches Recht für die Ehe, dann lebt ein Ehepaar im Güterstand der Zugewinngemeinschaft, falls in einem Ehevertrag nichts anderes geregelt wurde. Bei einer grenzüberschreitenden Ehe oder bei einer Eheschließung im Ausland muss jedoch festgestellt werden, ob überhaupt deutsches Recht oder das eines anderen Staates anzuwenden ist und ob ein deutsches oder ausländisches Gericht zuständig ist.

Dazu ein Fallbeispiel: Ein französischer Staatsangehöriger ist mit einer Belgierin verheiratet. Sie haben in Belgien geheiratet und leben dort dauerhaft. Da sie keine Gerichtsstandsvereinbarung getroffen haben, wird ihr Güterstand durch belgisches Recht geregelt. Nach einigen Jahren erwerben sie zusätzlich zu ihrer Immobilie in Belgien ein Ferienhaus in Frankreich. Im Falle einer Ehescheidung würde das zuständige Scheidungsgericht in Belgien auch über die Aufteilung ihres Vermögens einschließlich der beiden Immobilien in Frankreich und Belgien entscheiden.

Ein weiteres Beispiel: „Haben zwei Deutsche vor dem 29. Januar 2019 geheiratet und zum Zeitpunkt der Eheschließung und danach gemeinsam in Madrid gelebt, so gilt aus deutscher Sicht für ihre Ehe aufgrund der gleichen Staatsangehörigkeit grundsätzlich deutsches Güterrecht“, erklärt Rolf Tilmes. „Haben die beiden stattdessen am 29. Januar 2019 oder später geheiratet und ihren ersten gemeinsamen gewöhnlichen Aufenthalt nach der Eheschließung in Spanien begründet, gilt für die Ehe spanisches Güterrecht“, führt der Vorstandsvorsitzende des FPSB Deutschland aus.

Doch Lebenspartner könnten sich auch anders entscheiden: Als Ehegatten oder eingetragene Partner können sie eine schriftliche, von beiden Parteien datierte und unterzeichnete förmliche Rechtswahlvereinbarung treffen, um das für Ihren Güterstand geltende Recht festzulegen. Eine Rechtswahlvereinbarung kann vor, bei der Schließung oder während der Ehe oder eingetragenen Partnerschaft getroffen werden. Die Partner haben dabei die Wahl zwischen dem Recht des Wohnsitzlandes beider Ehegatten/Partner oder des Landes, dessen Staatsangehörigkeit der eine oder andere Ehegatte oder Partner besitzt, oder des Landes, in dem die Partnerschaft eingetragen ist.

Der Effekt: Die EU-Güterrechtsverordnung gibt Ehegatten eine weitgehende Rechtswahlmöglichkeit für das Güterrecht vor. Die Rechtswahl kann vor, aber auch noch nach der Eheschließung erfolgen und geändert werden. Die Mindestanforderung ist grundsätzlich die Schriftform, orientiert an den jeweiligen rechtlichen Begebenheiten eines jeden Landes.

Wichtig zu wissen: Nach dem EU-Recht erfasst das Recht des EU-Landes oder Drittstaats, das für den Güterstand des Pares gilt, dessen gesamtes Vermögen – und zwar unabhängig davon, wo dieses sich befindet.

Auch länger verheiratete Ehepaare können wählen

Länger verheiratete Paare sind, wie oben beschrieben, von der Rechtsänderung im Hinblick auf die Bestimmungen zum anwendbaren Recht erst einmal nicht betroffen. Allerdings konnten und können sie nach dem 29. Januar 2019 eine neue Rechtswahl treffen. Wurde somit früher für das anwendbare Güterrecht primär auf die gemeinsame Staatsangehörigkeit bei Eheschließung abgestellt, so knüpfen die Verordnungen nun vorrangig an den ersten gemeinsamen gewöhnlichen Aufenthalt der Ehegatten nach Eheschließung an. „Internationale Paare in allen Eheformen werden von mehr Rechtssicherheit profitieren“, resümiert Professor Tilmes.

Fazit: Nach Schätzungen der EU-Kommission leben in der EU rund 16 Millionen Paare mit untgerschiedlichen Nationalitäten. Für sie ist die EU-Güterrechtsverordnung wichtig. Bislang gab es häufig Streitigkeiten, wenn je nach Staatszugehörigkeit und Lebensmittelpunkt unterschiedliches Recht angewandt werden konnte.

Nun werden Streitfälle beim Ehegüterrecht und beim Güterrecht eingetragener Partnerschaften zwischen Menschen aus verschiedenen Ländern besser geregelt. Finanzberatern und Vermögensverwaltern kommen als Schnittstelle zwischen den Betroffenen, Rechtsanwälten und Steuerberatern hier spezielle Beratungsaufgaben und eine besondere Verantwortung zu. Auch für sie bedeutet die neue Verordnung mehr Übersichtlichkeit.

Moventum: Marktkommentar

Schlagworte: , , ,
Die globalen Aktienmärkte entwickelten sich in der vergangenen Woche im Durchschnitt seitwärts, wobei sich regional jedoch ein heterogenes Bild zeigte.

Die globalen Aktienmärkte entwickelten sich in der vergangenen Woche im Durchschnitt seitwärts, wobei sich regional jedoch ein heterogenes Bild zeigte. Positiv schnitten dabei nur US-amerikanische Aktien ab. Europäische und japanische Titel wiesen Verluste auf.

Marktrückblick

In einer relativ nachrichtenarmen Woche entwickelten sich
die weltweiten Aktienmärkte in Summe seitwärts. In Großbritannien wurde das
BIP-Wachstum im Mai, wie vom Konsens erwartet, auf 0,3 Prozent gegenüber dem
Vormonat beziffert. In den USA nutzte der Vorsitzende der Federal Reserve J.
Powell seine Rede vor dem Repräsentantenhaus, um seiner Sorge über die schwächelnde
Inflation, die Industrieproduktion und über die Folgen des anhaltenden
Handelsstreits Ausdruck zu verleihen. Passend dazu gab es erste Zahlen zur
Konsumentenpreis-Steigerungsrate im Juni, welche mit 1,6 Prozent gegenüber dem
Vorjahr zwanzig Basispunkte unterhalb der Rate des Vormonats lag. Die Kernrate
steigerte sich dabei um 10 Basispunkte auf 2,1 Prozent.

Der Preis für Öl der Sorte Brent verteuerte sich gegenüber
der Vorwoche stark um 3,6 Prozent auf 66,72 US-Dollar je Barrel. Der US-Dollar
wertete gegenüber dem Euro ab und verbilligte sich um 0,27 Prozent, während der
Yen um 0,15 Prozent gegenüber dem Euro aufgewertet wurde.

Die globalen Aktienmärkte entwickelten sich in der
vergangenen Woche im Durchschnitt seitwärts, wobei sich regional jedoch ein
heterogenes Bild zeigte. Positiv schnitten dabei nur US-amerikanische Aktien
ab. Europäische und japanische Titel wiesen Verluste auf. Auch die Emerging
Markets mussten Kursrückgänge in Kauf nehmen und verloren mehr als Aktien aus
Industriestaaten. In den USA schnitten Small Caps deutlich schlechter als Large
Caps ab. In Europa wiesen Small Caps hingegen geringere Verluste als Large Caps
auf. Amerikanische Growth-Titel entwickelten sich positiver als Value-Titel, während
in Europa Growth- und Value-Aktien keine Unterschiede in ihren
Wertentwicklungen zeigten.

Auf Sektorebene entwickelten sich in den USA
Unternehmen aus den Bereichen Konsumgüter, Energie und IT am besten, während
Unternehmen aus dem Gesundheitswesen, Rohstoffe und Versorgung Verluste
hinnehmen mussten. Ähnlich wie in den USA konnten in Europa Titel aus den
Bereichen Energie, Konsumgüter und Versorgung am besten dem Abwärtsdruck
widerstehen, während Unternehmen aus den Bereichen Gesundheitswesen, Finanzen
und Industrie stärkere Verluste einstecken mussten.

Auf dem europäischen Rentenmarkt mussten Staatsanleihen
deutliche Verluste verkraften, während Unternehmensanleihen mit
Investment-Grade-Rating sich zwar negativ, aber dennoch robuster entwickelten.
Anleihen aus dem Hochzinssegment erfuhren eine leichte Aufwertung. Lokalwährungsanleihen
aus den Schwellenländern überzeugten durch eine positive Entwicklung.

Details zur Marktentwicklung können Sie sich hier imPDF-Format downloaden.

Offenen Immobilienfonds boomen

Schlagworte: ,
Berater können Fondsanleger, die über Fonds in den Immobiliensektor investieren wollen, aber höhere Renditen erwarten, auf Immobilienaktien-Fonds verweisen.

Die Krise der offenen Immobilienfonds gehört endgültig der Vergangenheit an. Nach der Neuregulierung vor sechs Jahren ist das Vertrauender Anleger zurückgekehrt. Was Berater über die Immobilieninvestments in Publikums-Fonds wissen sollten.

Betongold
glänzt wieder

Nicht zuletzt das andauernde Niedrigzins-Umfeld dürfte eine entscheidende Rolle
spielen. Laut BVI lag das Netto-Fondsvermögen der offenen Immobilienfonds zum
Ende des ersten Quartals 2019 bei 101,1 Milliarden Euro. Damit wurde erstmals
die 100 Milliarden Euro-Grenze überschritten. Gegenüber dem Ende des ersten
Quartals 2018 bedeutete das einen Anstieg des Volumens um 8,4 Prozent.

„Das
Überschreiten der 100-Milliarden-Euro-Marke ist ein historischer Schritt für
die offenen Immobilien-Publikumsfonds. Das Wachstum und die anhaltend hohen
Mittelzuflüsse zeigen, dass die Nachfrage vonseiten privater Investoren
ungebrochen hoch ist und aktuell sogar weiter zunimmt “,
erläutert Michael Schneider, Geschäftsführer von IntReal, einer Service-KVG für Offene Immobilienfonds. „Offene Immobilienfonds,
die nach den Erfahrungen der Vergangenheit verbessert und rechtlich sicherer
ausgestaltet wurden, sind vielfach die einzige Möglichkeit für
Privatinvestoren, auch mit kleinen Beträgen ab 50 Euro in Immobilien zu investieren.“

Besonnen investieren

Der offene Immobilienfonds Leading Cities Invest von KanAm Grund zählt zu den
nach den gesetzlichen Regulierungen, die u.a. eine mindestens zweijährige
Haltedauer und eine einjährige Kündigungsfrist vorsehen, aufgelegten Produkten.
Der Fonds investiert gezielt in den Megatrend Wachstumsperspektiven der
Metropolen. Das Fondsmanagement nutzt zur Auswahl der Städte und der
Geschäftsimmobilien ein hauseigenes Scoring-Modell auf Basis ökonomischer Daten
und Sozialdaten. Der Boom im Sektor mit stark steigenden Preisen erfordert von
den Fondsanbietern in besonderer Weise Sorgfalt beim Aufbau des Portfolios.

Über
die Cash-Call-Strategie wird dafür gesorgt, dass bei Erwerb einer neuen
Immobilie ausreichend Geld zur Verfügung steht. Zudem werden bereits investierte
Anleger davor geschützt, dass zu viel Liquidität die Rendite verwässert.
Anleger können sich in Cash-Stop-Phasen allerdings bereits Anteile reservieren
lassen. Mit Stand vom 30.06.19 sind 33 Prozent bzw. neun Objekte des
Fondsvermögens in Deutschland investiert. Dazu zählt beispielsweise das
Dresdner Kugelhaus, eine der attraktivsten Einkaufslagen der Stadt. Mit 64,7
Prozent dominieren Büro-Immobilien, mit deutlichem Abstand gefolgt von
Industrie/Logistik-Nutzung (11,1 Prozent).

Immobilienaktien als Alternative

Berater können Fondsanleger, die über Fonds in den Immobiliensektor investieren wollen, aber
höhere Renditen erwarten, auf Immobilienaktien-Fonds verweisen.
Diese weisen allerdings ein anderes Rendite-/Risiko-Profil als
offene Immobilienfonds auf. Investoren müssen hier mit Chancen und Risiken des
Aktienmarktes rechnen. Zudem wird im Unterschied zu breit gestreuten Aktienfonds
nur in eine Branche investiert, was das Risiko zwischenzeitlicher Schwankungen
erhöht. Allerdings punkten Immobilienaktien beim Thema Liquidität.

Der DPAM Invest Real Estate Europe investiert beispielsweise in europäische
Immobilienaktien. Auf Sicht von fünf Jahren konnten Anleger 51,7 Prozent Ertrag
erzielen. Unter den Nutzungsarten dominieren aktuell Wohnimmobilien (29
Prozent) und Büroimmobilien (23 Prozent). 27,5 Prozent des Fondsvermögens sind
in Deutschland investiert, zu den Top-Holdings zählen Vonovia und Deutsche
Wohnen. DPAM-Fondsmanager Vincent Bruyère sieht europäische Immobilienaktien aktuell
mit einem zehnprozentigen Abschlag zum Net Asset Value gepreist. Zudem winken
stabile und tendenziell steigende Dividendenrenditen in Höhe von 4,2 Prozent.

Bellevue: Healthcare-Sektor Im Fokus von Beratern

Schlagworte: , , ,
Eine Einschätzung von Dr. Cyrill Zimmermann, Head Healthcare Funds & Mandates, Bellevue Asset Management.

Dies lag erneut weniger an fundamentalen
Unternehmensnachrichten. Einmal mehr hatten die Geldpolitik und der
US-chinesische Handelskonflikt die Börsen fest im Griff. Die beiden grossen
Zentralbanken, die einen anhaltend lockeren Zinspfad in Aussicht stellten,
sorgten auf breiter Front für bessere Stimmung an den Aktienmärkten. Zum
Auftakt des G-20-Treffens schöpften Anleger zudem Hoffnung auf einen baldigen
erfolgreichen Abschluss des zuletzt festgefahrenen Prozesses. Vor diesem
Hintergrund legte der breitgefasste Weltaktienindex MSCI World um 3.9% (in CHF)
zu. Im gleichen Zeitraum stieg der defensive Gesundheitssektor MSCI World
Healthcare sogar um 4.1%.

Davon konnten auch unsere Strategien wie diejenige des BB
Adamant Sustainable Healthcare Fonds profitieren. Aus regionaler Sicht kamen
die besten Performancebeiträge von US-Firmen, mit Ausnahme des
Krankenversicherers Centene. Der Titel kam unter Druck, als der Konkurrent
Humana offiziell bekanntgab, an einer Übernahme von Centene nicht interessiert
zu sein. Einige Centene-Investoren haben jedoch darauf spekuliert und waren
dementsprechend enttäuscht. Wir selbst teilen diesen kurzfristigen
Investitionsansatz nicht und sind nach wie vor fundamental von diesem
Portfoliotitel überzeugt.

Die Emerging-Markets-Beteiligungen in unseren Strategien zeigten
eine gemischte Wertentwicklung. Obwohl die Region vom Aufwärtstrend des
Gesamtmarktes profitierte, verbuchten einige chinesische Medikamentenhersteller
Kursrückgänge. Für Verunsicherung sorgte dabei das chinesische
Finanzministerium, nachdem eine Revision der Geschäftszahlen von 77
Medikamentenherstellern angekündigt wurde.

Zweck dieser Prüfung ist die
Aufdeckung von Finanzbetrug oder unsachgemässer Buchführung auf
Rückerstattungen von verbuchten Verkäufen. Diese Initiative geht auf den
Skandal von Buchang Pharma zurück, in die der Fonds aber nicht investiert ist.
Wir erwarten jedoch nicht, dass diese Revision grosse Auswirkungen auf die
unsere Portfoliogesellschaften haben wird, da wir uns mehrheitlich auf
innovative Biotechgesellschaften sowie Dienstleistungsfirmen fokussieren, die
die Forschung und Entwicklung wie auch die Digitalisierung vorantreiben.

Ein Kommentar von Dr. Cyrill Zimmermann, Head Healthcare
Funds & Mandates, Bellevue Asset Management.

Hüfner: Das „R – G“-Theorem in der Finanzpolitik

Schlagworte: , , ,
Die Konjunktur verschlechtert sich immer mehr. Brauchen wir ein expansives Fiskalprogramm?

  • Eine
    neue Theorie macht Furore. Sie besagt, dass öffentliche Verschuldung nicht so
    schlimm ist wie vielfach angenommen.
  • Tatsächlich
    führen die aktuell niedrigen Zinsen dazu, dass die Haushalts­defizite niedriger
    ausfallen und die Verschuldung nicht so stark steigt.
  • Das ist aber kein
    Freifahrtschein für die Finanzminister. Vorschlag einer zweistufigen
    Finanzpolitik in der EU.

Vor gut einem halben Jahr hielt der französische Ökonom
Olivier Blanchard eine Rede, die für erhebliche Aufregung sorgte. Auf der
renommierten Jahrestagung der American Economic Association stellte er die
These auf, dass die niedrigen Zinsen bei gleichzeitig anhaltendem Wirtschafts­wachstum
eine Neubewertung der Finanzpolitik erforderlich machten. Etas provokant
formulierte er: „Öffentliche Schul­den sind schlecht, sie sind aber keine
Katastrophe. Man kann sie eingehen, man muss es aber richtig machen.“

Damit rüttelte er an den Grundfesten der traditionellen
finanzpolitischen Diskussion vor allem in Europa. Was ha­ben wir in den
vergangenen Jahren nicht alles für Anstren­gungen unternommen, um die
Staatsverschuldung zu redu­zieren? Und das soll jetzt alles falsch sein? Wenn
die neue Theorie recht hätte, dann hätte das auch erhebliche Auswir­kungen auf
die aktuelle Finanzpolitik. Es lohnt sich daher, der Sache nachzugehen.

Staatsverschuldung
Staatsverschuldung
Staatsverschuldung

Im Mittelpunkt der neuen
Überlegungen steht die Differenz „R – G“. R steht für die
langfristigen Kapitalmarktzinsen, G für das gesamtwirtschaftliche Wachstum. Die
Differenz von R und G ist derzeit negativ, das heißt die Zinsen sind niedri­ger
als das Wachstum. Das gilt nicht nur für die USA mit Zinsen gerade mal etwas
über 2 % und einer nominalen Wachstumsrate von über 5 %. Im Euroraum
liegt die 10-jäh­rige Bondrendite gemessen an den deutschen Bundesan­leihen im Augenblick unter null, das Wirtschaftswachstum dagegen
bei 3 %.

Diese Konstellation hat für die Staatsfinanzen in der Tat er­hebliche
Bedeutung. Wenn die Zinsen so niedrig sind, muss der Staat nicht so viel für
den Schuldendienst ausgeben. Das entlastet den Finanzminister. Es war einer der
Gründe für die „Schwarze Null“ im deutschen Bundeshaushalt in den
letzten Jahren.

»Sie ist alter Wein in neuen Schläuchen.«

Wenn andererseits die gesamtwirtschaftliche Wachstums­rate
hoch ist, dann wirkt sich das positiv auf die Höhe der Gesamtverschuldung aus
(in % des Bruttoinlandsproduk­tes). Sie geht zurück. Auch das hat sich in den
letzten Jah­ren in Deutschland gezeigt, als sich die Verschuldung von über 80 %
auf inzwischen 61 % verringerte. Auch im Euro­raum ist die Quote kleiner
geworden, allerdings nicht ganz so spektakulär (von 92 % auf 85 %).
Siehe Grafik.

Voraussetzung ist natürlich, dass der Staat nicht
gleichzeitig hohe Budgetdefizite „fährt“ und damit den positiven
Effekt auf die Verschuldung konterkariert. Das ist der Pferdefuß an den
dargestellten Zusammenhängen (der in der Theorie lei­der nicht erwähnt wird).
Er ist beispielsweise in den USA zu beobachten, wo die Steuern 2018 massiv
gesenkt wurden. Die Verschuldung hat sich deshalb nicht ermäßigt, sondern im
Gegenteil weiter erhöht, wenn auch in geringerem Tem­po (Grafik). Auch in
Ländern Europas droht diese Gefahr.

Damit ist die Geschichte von „R – G“
aber noch nicht zu En­de. Blanchard fügt diesen Überlegungen noch einen weite­ren
Gedanken hinzu. Jeder erwartet, dass „R – G“ in erster Linie wegen
der aktuell ultralockeren Geldpolitik negativ ist. Das ist aber nicht der Fall.
Wenn man sich die gesamte Nachkriegszeit anschaut, dann gibt es zwar erhebliche
Schwankungen von „R – G“. Nach der Ölkrise in den 80er Jahren waren
die Zinsen zeitweise erheblich höher als das gesamtwirtschaftliche Wachstum. Im
Durchschnitt über alle Jahre zusammengenommen, war „R – G“ jedoch
auch bei dieser langfristigen Betrachtung negativ. Das gilt sowohl
für die USA wie auch – in noch stärkerem Maße – für Europa.

Das relativiert die Bedeutung der „R – G“-Theorie.
Sie ist kein neues Phänomen, das mit der aktuellen Niedrigzins­politik
zusammenhängt. Die Zusammenhänge gab es viel­mehr schon immer, mal stärker mal
weniger stark. Man hat sie nur nicht beachtet.

Insgesamt bringt uns „R – G“ also nicht so viel
weiter. Sie ist alter Wein in neuen Schläuchen. Trotzdem fällt sie in der
gegebenen gesamtwirtschaftlichen Situation natürlich auf fruchtbaren Boden. Die
Konjunktur schwächt sich stärker ab als erwartet. Ein größerer Einbruch kann
nicht mehr ausge­schlossen werden. Die Geldpolitik steht Gewehr bei Fuß, um
gegenzusteuern. Ihre Munition ist aber nach den vielen Jahren mit niedrigen
Zinsen und hoher Liquidität begrenzt. Da sind die Finanzminister eigentlich
gefordert. In einer sol­chen Situation kommt ihnen zu Pass, wenn ihnen Argumen­te
für eine expansivere Politik geliefert werden.

Umso wichtiger ist, dass man die Gefahren, die mit einem
Umsteuern verbunden sind, nicht übersieht. Nach wie vor befindet sich die
Finanzpolitik in einer prekären Situation. Die Verschuldung der meisten Länder
ist sehr hoch. Sie verunsichert die Märkte, „R – G“ hin oder her. Sie
wirkt damit auch negativ auf Konjunktur und Investitionen aus.

Auch ich halte gegenwärtig eine expansivere Finanzpolitik
für erforderlich. Sie sollte aber zweistufig vorgehen. Voran­gehen sollten die
Länder mit aktuell niedriger Verschuldung wie etwa Deutschland. Sie können sich
Steuersenkungen und mehr Infrastrukturinvestitionen leisten. Sie agieren da­mit
als Lokomotiven. Alle anderen müssen einen Rückfall in das „Deficit Spending“
früherer Jahre vermeiden und sich stattdessen auf Impulse von außen verlassen.
So eine Ar­beitsteilung müsste in einer Gemeinschaft wie der EU ei­gentlich
machbar sein. Sie wäre die richtige Anwendung
für „R – G“.

Für den Anleger

Richten Sie sich darauf ein, dass nicht nur die
Geld-, son­dern auch die Finanzpolitik expansiver wird, je länger die
Konjunkturflaute anhält. Das hilft der gesamtwirtschaftlichen Aktivität und den
Gewinnen. Andererseits ist es eine Belastung, wenn der Staat mehr Geld aufnimmt.
Es könnte zu stärkeren Schwankungen an den Märkten führen

Capital Group: Halbjahresausblick für Schwellenländer

Schlagworte: , , ,
Strukturelle Anpassungen sind bedeutsamer als aktuelle Handelskonflikte, lautet das Fazit des Halbjahresausblicks für Schwellenländer der Captal Group.

„Heute gibt es hingegen sowohl konjunkturelle als auch
strukturelle Gründe für Optimismus“, sagt Julie Dickson, Investment Director
bei Capital Group, mit Blick auf Schwellenländeraktien. Auch ihre Kollegen
Richard Carlyle und Peter Becker, ebenso beide Investment Director bei Capital
Group, gehen von interessante Anlagechancen aus – sowohl im Aktien- als auch im
Anleihenbereich.

Strukturwandel macht Schwellenländeraktien attraktiv

Schwellenländeraktien kommt derzeit zugute, dass die
amerikanische Notenbank Fed die Zinsen maßvoller anhebt und der US-Dollar so
abwerten kann. Aber auch die Konjunkturindikatoren sind laut Dickson positiv.
So zum Beispiel der Einkaufsmanagerindex, demzufolge die Wirtschaft
weiterwachsen wird. Neben den konjunkturellen Gründen gibt es auch eine
Vielzahl struktureller Gründe für attraktive Anlagechancen bei
Schwellernländeraktien.

„Heute tragen die Schwellenländer 70 Prozent zum
weltenweiten BIP-Wachstum bei und haben somit entscheidenden Anteil an der
Weltkonjunktur“, so Dickson. „Die steigenden Haushaltseinkommen einer
wachsenden Mittelschicht wirken sich positiv auf die Nachfrage nach Produkten
und Dienstleistungen verschiedener Branchen aus. Dazu zählen langlebige
Konsumgüter, Tourismus, Gesundheit, Bildung und Verkehr.“

Chinesischer Inlandsmarkt kann Chancen bieten

Für langfristige Investoren ist die Öffnung des chinesischen
Inlandsmarktes bedeutsamer als der Handelskonflikt mit den USA. Chinesische
Aktien könnten dadurch interessanter werden: „Mehr als 800 Unternehmen, in die
Ausländer bislang nicht investieren konnten, dürften ihnen in den nächsten
Jahren für Anlagen zur Verfügung stehen“, erläutert Carlyle. „Ein Traum für
Einzelwertexperten wird damit wahr.“ Carlyle meint, dass selbst wenn am Ende
nur wenige der Firmen interessant sein dürften, es sich aber durchaus lohne,
intensive Analysen durchzuführen.

„Stellen Sie sich vor, Sie entdecken das nächste Alibaba,
Baidu oder Tencent. Das hätte enorme Folgen“, so der Experte. Generell werde
der chinesische Aktienmarkt auch weiterhin von ausländischen Mittelzuflüssen
bestimmt. Investoren, die umfassende Diversifikation und langfristigen
Wertzuwachs anstreben, kommen seiner Meinung nach nicht an diesem schnell
wachsenden Markt vorbei.

Höhere laufende Erträge durch ausgewählte
Schwellenländeranleihen

Auch Schwellenländeranleihen seien Becker zufolge attraktiv.
„Wer höhere laufende Erträge wünscht, sollte Emerging-Market-Anleihen nicht
übergehen“, so Becker. „Die Assetklasse bietet ein gutes Gleichgewicht zwischen
Rendite und moderater Korrelation mit Aktien“. Das gelte auch für
Qualitätsemittenten. Die Fundamentaldaten bewertet er als derzeit durchweg gut.
Beispielsweise seien die meisten Schwellenländer heute weniger verschuldet und
jene Länder mit Auslandsschulden würden von niedrigen Zinsen in den
Industrieländern profitieren.

Außerdem hätten einige Schwellenländerwährungen
gegenüber dem US-Dollar aufgewertet. „Dies sowie die höheren Renditen sprechen
für selektive Anlagemöglichkeiten in den nächsten Monaten“, prognostiziert
Becker. Allerdings sollten Investoren auf die Fundamentaldaten der einzelnen
Schwellenländer achten, da es erhebliche Unterschiede zwischen den Ländern
gebe.