Healthcare lockt

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Aktien aus den Healthcare-Branchen stellen generell eine interessante Beimischung für Portfolios dar. „Wir sehen hier auch mittelfristig gute Chancen“, sagt Sascha Werner, Portfoliomanager bei Moventum AM.

Das Thema ist mittlerweile im Bewusstsein der Anleger angekommen. „Gesundheit und alles, was damit zusammenhängt, ist bei der gegenwärtigen Bevölkerungsentwicklung ein langfristiger und sich immer weiter verstärkender Trend“, sagt Werner. „Die Themen sind dabei extrem vielfältig.“ So fallen klassische Pharma-Konzerne genauso in den Bereich wie junge Pharma-Start-Ups, Medizintechnik-Spin-offs und Firmen mit einem breiten Sortiment an Wellness-Produkten.

„Entscheidend ist aber die Entwicklung“, so Werner. Psychische Erkrankungen nehmen ebenso zu wie chronische Leiden und die mit Langlebigkeit einhergehenden Krankheiten. „Diese Entwicklung ist absehbar, aber auch schon teilweise in den Kursen der entsprechenden Firmen eingepreist“, sagt Werner. So stieg der STOXX Europe 600 Health Care in den ersten Monaten 2019 von knapp 710 im Januar auf jetzt 755. Neu dagegen sind vor allem die Entwicklungen bei Ergänzungen für Körperteile: „Hier läuft die Entwicklung atemberaubend schnell“, sagt Werner. Prothesen und Implantate werden rasant weiterentwickelt. Dabei verändern sie auch ihr Image: Von einer nahezu stigmatisierenden Notwendigkeit werden sie zu Lifestyle-Zubehör. „Wir werden in den kommenden Jahren viele Anwendungen sehen, bei denen künstliche Bauteile Körperfunktionen nicht nur wiederherstellen, sondern verbessern und erweitern“, so Werner.

Dieser Trend zu Lifestyle-Healthcare bedeutet auch, dass ganz neue Spieler auf den Markt kommen. „Wie in vielen anderen Branchen sind es auch hier die digitalen Leader, die ihre Expertise für neue Produkte benutzen“, so Werner. Das betrifft sowohl das Sammeln und Verarbeiten von Daten – eine Stärke großer Internetkonzerne. „Das betrifft aber auch Teile der Robotik und der künstlichen Intelligenz, die immer mehr Anwendung in Medizin und Medizintechnik findet“, sagt Werner.

Die neuen, kleinen Unternehmen genau wie die großen, digitalen können den etablierten Branchenführern dabei durchaus gefährlich werden. „Für viele Große ist es deshalb entscheidend, den Entwicklungsvorsprung der innovativen, kleinen Unternehmen einzuholen, um ihre eigene Marktposition zu halten“, sagt Werner. Dafür greifen Großkonzerne auch gern mal tief in die Kasse: 2018 war das weltweite M&A-Volumen im Gesundheitssektor mit 435 Milliarden US-Dollar so hoch wie noch nie. Für Anleger eröffnet das zusätzliche Chancen: „Übernahmephantasie war schon immer gut für die Börse, hier bietet sie zusätzliche Opportunitäten in einer sehr interessanten Branche“, so Werner.

Kapitalmärkte ganz im Zeichen des Handelskonflikts

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Die vergangene Woche war vor allem von den sich erneut verschärfenden Handelsbeziehungen zwischen den USA und China geprägt.

Der Umstand, dass das Handelsdefizit der USA im März 2019 mit 50 Milliarden US-Dollar niedriger ausfiel als erwartet, konnte die Amerikaner nicht von der Ankündigung einer weiteren Erhöhung der Zölle auf chinesische Güter abhalten. Abgesehen von neuen Zöllen verkündeten die USA zum Ende der Woche noch neue Zahlen zu ihren Konsumentenpreisen (CPI): So kam es im April zu einem Anstieg der Preise um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat, wodurch die Jahresrate auf 2,0 Prozent anzog. Die Kerninflation wurde auf eine Jahresrate von 2,1 Prozent beziffert. In Europa veröffentlichten Deutschland und Großbritannien wichtige Zahlen: In Deutschland stieg die Industrieproduktion im März um 0,5 Prozent gegenüber Februar, getrieben vor allem von einer boomenden Bauwirtschaft. Im Vereinigten Königreich wurde derweil bekannt, dass das britische BIP im ersten Quartal 2019 um 0,5 Prozent gewachsen ist. Ein signifikant höheres Wachstum, als man es im Vorquartal mit 0,2 Prozent erlebt hatte.

Der Preis für Öl der Sorte Brent verbilligte sich gegenüber der Vorwoche leicht um 3 US-Cent auf 70,72 USD je Barrel. Der US-Dollar wertete gegenüber dem Euro erneut ab und verbilligte sich um 0,5 Prozent, während der Yen um 0,99 Prozent gegenüber dem Euro aufwerten konnte.

An den globalen Aktienmärkten herrschte durchweg Abstiegslaune. Europäische und asiatische Titel verloren dabei im Durchschnitt mehr als amerikanische und wurden in ihrer Performance lediglich noch durch Unternehmen aus Entwicklungsländern unterboten. In den USA verloren kleine Unternehmen in der Regel stärker an Wert als große Gesellschaften und Value-Titel erwiesen sich robuster als Growth-Titel. Bei europäischen Titeln war das Gegenteil der Fall. Auf Sektorebene entwickelten sich in den USA Unternehmen aus den Bereichen Energie, Versorgung und Verbrauchsgüter am besten, während Unternehmen aus den Bereichen IT, Rohstoffe und Konsumgüter erhebliche Verluste einstecken mussten. Ähnlich wie in den USA konnten in Europa Titel aus den Bereichen Versorgung, nichtzyklische Konsumgüter und Gesundheit am besten dem weit verbreiteten Abwärtsdruck widerstehen, während Unternehmen aus den Bereichen Finanzen, zyklische Konsumgüter und Rohstoffe herbe Verluste einstecken mussten.

Auf dem europäischen Rentenmarkt entwickelten sich sowohl Staatsals auch Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating negativ. Unternehmensanleihen entwickelten sich dabei allerdings bedeutend schlechter, vor allem hochverzinste Anleihen. Lokalwährungsanleihen aus den Entwicklungsländern wiesen ebenfalls Verluste auf.

Entwicklung des MomentumPlus Aktiv Portfolios
Entwicklung des MomentumPlus Aktiv Portfolios

Der negativen Entwicklung auf den Aktien-und Rentenmärkten
konnten sich die Portfolios nicht entziehen. Auf der Aktienseite
profitierten die Strategien dabei von der besseren Entwicklung des
US-amerikanischen Aktienmarktes, der in den Portfolios übergewichtet
ist. Während sich die Übergewichtung des Technologiesektors nachteilig
auswirkte, profitierten die Strategien von der Übergewichtung des
Gesundheitssektors. Auf der Rentenseite hatte die leicht kürzere
Durationspositionierung keinen negativen Einfluss. Engagements im
Bereich Kredit, sowohl Investment Grade als auch High Yield, wirkten
hingegen nachteilig.

Private Wealth Portfolio – Ziel des Portfolios
ist die Erwirtschaftung einer Rendite, welche sich mindestens in Höhe
der Inflationsrate bewegt. Interessant für Anleger, die nicht länger
bereit sind ihr Kapital den Schwankungen der Märkte auszusetzen. Durch
die Steuerung über Risikoparameter und Korrelationen wird eine deutliche
Reduzierung der Wertschwankungen erreicht.

Tabelle
Tabelle

In einem Umfeld
schwacher Aktien und Rentenmärkte musste das PWM Portfolio einen
Rückgang von 0,69% verkraften. Negativ wirkten dabei vor allem
Strategien mit Aktienund Kreditexposure. Bei den Mischfonds überzeugte
der MFS Prudent Wealth (-0,59%) mit einem relativ geringen Verlust. Auf
der Rentenseite entwickelten sich einzig Pfandbriefe positiv (Nordea
European Covered Bond, +0,08%). Bei den L/S Aktienfonds konnte sich
Artemis US Absolute Return (+0,06%) dem negativen Marktumfeld entziehen.
Bei den long-only Aktienfonds konnte der in REITs investierende DPAM
Real Estate Europe Dividend (+0,11%) von fallenden Zinsen profitieren.
Gold (Hansagold, +0,84%) konnte die erhoffte Stabilität liefern.

Wichtigster Konsumtrend: Gesundheit und Wohlbefinden

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Es steht außer Frage, dass junge Verbraucher ihre Gesundheit wichtig nehmen. Dies spiegelt sich in ihren Entscheidungen in verschiedenen Bereichen wider – Ernährung, Sport, Wellness und Freizeit, Arbeit, Reisen und sogar Kleidung.

In aller Kürze

  • Für die Millennials und die Generation Z ist ein gesunder Lebensstil wichtig, und sie sind bereit, dafür eine Prämie zu bezahlen
  • Dies hat disruptive Auswirkungen auf die traditionelle
    Nahrungsmittelindustrie, die tendenziell Kosteneffizienz statt Qualität
    den Vorzug gibt
  • Treibende Faktoren hinter diesem Trend sind die zunehmende Bedeutung lokaler Marken, sozialer Netzwerke und des Online-Handels

Millennials und Angehörige der
Generation Z nutzen Fitness-Tracker und Smartwatches, um Trainingsdaten
und Gesundheitsinformationen nachzuvollziehen. Sie sind bereit, mehr
Geld für interessante Sportartikel und Athleisure-Marken auszugeben,
beispielsweise die Lauf- und Radfahr-Applikation Strava, Schuhe von
Allbirds, die aus natürlichen Materialien gefertigt werden, oder eine
Smartwatch von Apple, um nur einige zu nennen. Sie essen auch mehr
natürliche und biologische Nahrungsmittel mit gesünderen Inhaltsstoffen
sowie frische Kräuter und Gewürze.

„Für Millennials stellt Wellness eine ständige Verpflichtung dar“,
sagt Portfoliomanager Jack Neele von Robeco. Besonders erwähnenswert ist
die Einstellung der Generation Z zum Konsum, der in verstärktem Maß ein
Ausdruck individueller Identität ist und eine Angelegenheit von
ethischer Bedeutung darstellt.

Das Thema gesundheitsbewusster Konsum ist durchaus vielfältig und
umfasst Unterthemen, die von Fitness bis hin zu Nahrungsmittelzutaten
reichen. Es beinhaltet auch die Aspekte Wohlbefinden am Arbeitsplatz,
gutes Aussehen, Schlaf, persönliche Betreuung, Sportausrüstung,
personalisierte Ernährung, Reisen und Urlaubsunterkunft sowie mentale
Wellness.

Innerhalb dieses breiten Spektrums wächst das Segment für gesunde und
biologische Nahrungsmittel am schnellsten. Beispielsweise gewinnen
Süßstoffe mit wenig Kalorien und vegetarische Zwischenmahlzeiten
zunehmend an Beliebtheit. Auch die Nachfrage nach pflanzenbasiertem
Protein, wie es in fleischlosem Sushi und veganen Speisen zum Mitnehmen
zu finden ist, gewinnt weiter an Dynamik. Viele große Hersteller
traditioneller abgepackter Nahrungsmittel investieren in diesem Bereich,
beispielsweise General Mills (Beyond Meat), Nestlé (Impossible Foods)
und Unilever (De Vegetarische Slager).

Hersteller von Biolebensmitteln profitieren von zahlreichen Faktoren

Das Segment ist von einigen
grundlegenden Entwicklungen geprägt. Die wichtigste ist das starke
Wachstum kleiner lokaler Marken, insbesondere in den Emerging Markets.
Hinzu kommt der Gesundheits- und Wellness-Trend, der die Nachfrage nach
höherwertigen Inhaltsstoffen verstärkt. Ein weiterer Faktor ist der
zunehmende Wunsch nach Bequemlichkeit, sei es in Form von Essen zum
Mitnehmen oder kürzeren Zubereitungszeiten.

Der Trend hin zu gesundheitsbewussten Konsum profitiert als solcher
außerdem vom Internet, das die Markteintrittsbarrieren gesenkt hat. Dies
gilt für alle Teilbereiche der Branche – Herstellung, Vermarktung und
Verkauf.

Einen weiteren Schub hat der Trend durch die Ausbreitung von
Startup-Unternehmen erhalten. Dadurch sind neue und innovative Wege der
Nahrungsmittelproduktion möglich geworden. Einen weiteren Impuls haben
die sozialen Medien gegeben, da Plattformen wie Instagram und Snapchat
zielgerichtete Werbung ermöglichen. Nicht zuletzt kann jedes Unternehmen
dank Online-Handel und Logistik seine Produkte dem Kunden direkt an die
Haustür liefern.

Jedes Unternehmen kann mittlerweile seine Produkte dem Kunden direkt an die Haustür liefern.

Traditionelle Hersteller verpackter Nahrungsmittel stehen unter Druck

Heutzutage ernähren sich junge
Verbraucher gesund und stützen sich bei der Suche nach den gesündesten
Nahrungsmitteln auf das Internet. Infolgedessen müssen sich Hersteller
traditioneller verpackter und verarbeiteter Nahrungsmittel neu erfinden,
da Anbieter frischer und biologischer Nahrung sowie Essenslieferanten
und Online-Supermärkte dem Bedarf der Millennials besser gerecht werden.

Zudem hat die Ausbreitung des Internets und des Online-Handels die
Markteintrittsbarrieren für neue Anbieter in diesem Bereich gesenkt. „Es
war noch nie einfacher, eine neue Marke zu schaffen und Werbung dafür
in Netzwerken wie Instagram zu machen“, sagt Neele. All diese
Entwicklungen haben sich auf die Hersteller traditioneller
Nahrungsmittel disruptiv ausgewirkt. „Viele Jahre lang lag ihr Fokus auf
einer effizienten Fertigung und dem Senken der Preise, was häufig
zulasten der Qualität und der gesundheitlichen Wirkungen ging“, sagt
Neele.

Doch mittlerweile sind die Verbraucher viel besser informiert und
entscheiden sich für andere Marken und Produkte. So stellt es keine
Überraschung dar, dass die Renditen der meisten in den USA ansässigen
traditionellen Hersteller verpackter Nahrungsmittel mindestens seit 2017
im Vergleich zum S&P 500 Index gesunken sind. Viele dieser
Unternehmen streben nun an, ihr Produktangebot durch Übernahmen neu
auszurichten.

Bild: Robeco
Bild: Robeco

Quelle: Robeco Trends Investing

Was ergibt sich daraus für Anleger?

Wer das Segment gesundheitsbewussten
Konsums versteht, kann als Anleger davon erheblich profitieren. Die
strukturellen Gewinner dieses Trends können entweder neue Anbieter sein,
die davon zu profitieren imstande sind, oder traditionelle
Nahrungsmittelhersteller mit gut abgestimmtem Produktangebot.

„Wir glauben, dass innerhalb dieses Segments der Markt für spezielle
Zutaten stark wächst und eine bedeutende Anlagechance beinhaltet“, so
Neele. Ein Beispiel dafür ist die Produktion der Enzyme, die zur
Herstellung probiotischen Joghurts erforderlich sind. Derzeit beträgt
der Wert des Markts für Spezialzutaten rund 75 Mrd. USD. Damit steht er
noch am Anfang verglichen mit den großen Anbietern verpackter
Nahrungsmittel. Jedoch wächst er immer schneller und wirft hohe
Gewinnmargen und Renditen ab.

Ausbleibende Einigung im Handelsstreit könnte „Double Whammy“ nach sich ziehen

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Das Risiko, dass ein Handelsabkommen zwischen China und den USA nicht zustande kommt, scheint deutlich gestiegen. In ihrem aktuellen Kommentar erörtert Fabiana Fedeli, Global Head of Fundamental Equities bei Robeco, mögliche Folgen.

Unser Grundgedanke bleibt, dass die USA und China ein Handelsabkommen abschließen werden, da beide Länder dies benötigen. Allerdings ist das Restrisiko, dass eine Einigung nicht zustande kommt oder sich deutlich verzögert, deutlich gestiegen. Obwohl die Ankündigung von höheren Strafzöllen wahrscheinlich eine Verhandlungstaktik der USA sein wird, ist sie eine risikoreiche Strategie. Denn es besteht die reale Gefahr, dass die Chinesen den Preis einer Einwilligung – und damit des „Gesichtsverlusts“ – zu hoch ansetzen und sich vom Verhandlungstisch zurückziehen.

Wichtig ist, dass nicht alles verloren ist, zumindest noch nicht: Die Ankündigung vom letzten Donnerstag lässt Raum dafür, dass in der Praxis keine Zölle erhoben werden. Waren, die vor dem 10. Mai exportiert wurden, werden zu dem bisherigen Satz von 10 Prozent eingeführt. Das bedeutet, dass der größte Teil der Sonderzölle in der Praxis erst in zwei oder drei Wochen erhoben wird, da dies ungefähr die Zeit ist, die benötigt wird, bis Sendungen aus China die USA erreichen. Dieser Zeitraum könnte China und den USA die Möglichkeit bieten, weiter zu verhandeln und ein Abkommen abzuschließen.

US-Binnenwirtschaft könnte weniger stark betroffen sein

Die Märkte verfolgen die Entwicklung sehr genau. Wenn der Nachrichtenfluss negativ bleibt und auf ein Scheitern der Handelsgespräche hinweist, erwarten wir, dass die Aktienmärkte negativ reagieren. Damit die Börsen dagegen weiterhin positiv bleiben, ist ein Handelsabkommen aus zwei Gründen notwendig: Erstens, weil die Aufnahme von Verhandlungen eine wichtige Säule der verbesserten Investorenstimmung war und jede negative Nachricht wieder eine Bärenmarktreaktion auslösen könnte.

Und zweitens, weil es ein erster Schritt zur Wiederbelebung der geschwächten globalen Wirtschaftstätigkeit wäre. Ein Großteil der Verlangsamung der globalen Konjunktur, die wir in den letzten Monaten erlebt haben, ist auf die direkten und indirekten Folgen des Handelsstreits zurückzuführen, da Unternehmen entweder direkt betroffen waren oder mit ihren Ausgabenplänen vorsichtiger geworden sind.

Sollte es keine Einigung geben, würden die Aktienmärkte mit dem sogenannten „Double Whammy“ konfrontiert – es würden zwei unangenehme Dinge zur selben Zeit passieren. Auf der einen Seite könnten die Einnahmen beeinträchtigt werden, da sowohl Exporteure als auch Importeure leiden, je nachdem, auf welcher Seite der Handelszölle sie sitzen. Auf der anderen Seite könnte der Inflationsdruck in den USA zunehmen, was die US-Notenbank Fed zu Zinserhöhungen veranlassen würde.

Während die Märkte in diesem Szenario in allen Regionen voraussichtlich schwach sein werden, werden sich US-Aktien, wie es oft der Fall ist, relativ besser entwickeln, da die Binnenwirtschaft weniger stark betroffen sein wird als die Schwellenländer, Europa und Japan. Innerhalb der Emerging Markets erwarten wir, dass China betroffen sein wird, gefolgt von exportorientierten Märkten Nordasiens wie Südkorea und Taiwan.

Unternehmensgewinne leiden unter den Handelsstreitigkeiten

Die Unternehmensgewinne, die ein wichtiger Treiber der Aktienmärkte sind, sind die wahrscheinlichsten Opfer längerer Handelsstreitigkeiten. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) insgesamt dürfte insbesondere auf längere Sicht weniger stark beeinflusst werden, da Handelsströme und Lieferketten auf verschiedene Märkte umgelenkt werden können. Aber die Zölle dürften die Unternehmenserträge sowohl für Exporteure als auch für Importeure erheblich beeinträchtigen. Das gilt nicht nur kurzfristig, weil Exporteure Geschäft verlieren und sich für Importeure Rohstoffe und Vorprodukte verteuern würden, sondern auch langfristig, da Unternehmen ihre Lieferketten aus China heraus verlagern müssten.

Die Auswirkungen auf die Exporteure würden nicht nur für chinesische Unternehmen gelten, sondern auch für Gesellschaften in Ländern, die die chinesische Lieferkette unterstützen, wie Korea, Taiwan, Japan und Deutschland. Gleichzeitig würden die US-Unternehmen, die die betroffenen Produkte importieren, mit erhöhten Kosten konfrontiert, und die US-Exporteure würden Störungen durch Zölle erleiden, die China wahrscheinlich als Gegenmaßnahme durchsetzen wird.

Maßnahmen zum Ausgleich der Auslandsnachfrage

Die Auswirkungen auf das BIP in China dürften ebenfalls negativ ausfallen, wenngleich auch geringer, da einige Exporte von den USA in andere Länder umgeleitet werden (z. B. sind die chinesischen Exporte in die USA von Januar bis April um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken, während die Exporte in die Europäische Union (EU) und den Verband südostasiatischer Staaten (ASEAN) um etwa 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind). Wir schätzen, dass die gesamten negativen Auswirkungen auf das chinesische BIP durch die laufenden Zölle sowie die angekündigte Erhöhung auf 25 Prozent für Importe im Umfang von 200 Milliarden US-Dollar zu Einbußen von rund 0,5 Prozent der Wirtschaftsleistung führen könnten. Längerfristig würden die Auswirkungen auf das BIP jedoch abnehmen.

Um die negativen Effekte bei der Auslandsnachfrage auf die Wirtschaft auszugleichen, dürfte China die Konjunkturmaßnahmen verstärken und die inländischen Strukturreformen beschleunigen. Sie werden sich voraussichtlich auf die Ankurbelung des Konsums, die Innovationsförderung, eine erweiterte Marktöffnung und intensivierten Reformen zur Aktivierung der Inlandsnachfrage konzentrieren.

Letztendlich werden sich diese positiv auf die chinesische Wirtschaft auswirken und die Beeinträchtigungen der Zölle nicht nur auf die chinesische Wirtschaft, sondern auch auf die internationalen Handelspartner Chinas abschwächen. Darüber hinaus könnten einige Länder von der Verlagerung von Lieferketten weg von China profitieren. In jüngster Zeit haben wir gesehen, dass Hersteller darüber nachdenken, Produktionsstätten in Länder wie Vietnam und Südostasien zu verlegen.

Einige US-Unternehmen könnten sich zudem entscheiden, im Inland zu produzieren.

Parlamentswahl in Indien beeinflusst Finanzmärkte

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Investoren warten gespannt auf das Ergebnis der indischen Parlamentswahl, die insgesamt fünf Wochen andauert. Die entscheidende Frage sei, so Nick Grace, Portfolio Manager bei Capital Group: Werden die wirtschaftsfreundlichen Reformen fortgesetzt?

Die Auszählung wird am 23. Mai stattfinden und die entscheidende Frage ist: Werden Premierminister Modi und seine BJP-Partei ausreichend Wähler von sich überzeugen können, um die Mehrheit zu behalten und ihre wirtschaftsfreundlichen Reformen fortsetzen zu können? Nick Grace, Portfolio Manager bei Capital Group, beschäftigt sich mit dieser Frage und analysiert den indischen Markt. Seiner Meinung nach wird der Ausgang der Wahl die Stimmung in den Schwellenländern stark beeinflussen. Zwar habe Modi bisher nicht alle Erwartungen an ihn erfüllt, die Investoren hätten aber dennoch die bisherigen Fortschritte gewürdigt. Trotz ungleichmäßigen Wachstums und schwankender Ölpreise haben indische Aktien den Benchmark-Index der Schwellenländer outperformt.

Die indische Wirtschaft ist im Wandel

Indien befindet sich im Wandel und um diesen aufrechtzuerhalten, ist es wichtig, aktuelle Reformdynamiken beizubehalten. Beispielsweise hat Modi ein Konkursrecht eingeführt. Dieses besagt, dass Banken notleidende Kredite schneller erkennen müssen.  Außerdem hat er das ineffiziente Steuersystem auf föderaler Ebene durch eine nationale Umsatzsteuer ersetzt.
Zeitgleich gab es jedoch auch Gegenwind für den regierenden Premierminister. Sein abrupter Schritt im November 2016, 86 Prozent der Landeswährung zu entwerten, war äußerst unbeliebt. Er wollte damit die Korruption bekämpfen und so den langfristigen Zustand der indischen Wirtschaft verbessern. Außerdem sollte die Steuerbasis des Landes erhöht werden.   

Verschiedene Wahlausgänge sind denkbar

Im Ergebnis könnte Modi bei der Wahl weniger Unterstützung für seine Reformen erhalten, als dies noch bei der letzten der Fall war. Verschiedene Ausgänge, von einem absoluten Wahlsieg, über eine Koalitionsregierung bis hin zu einer Niederlage Modis, erscheinen Grace als realistisch. „Eine gesunde Mehrheit für die BJP ohne den Zwang eine Koalition einzugehen, ist meiner Meinung nach der beste Ausgang für die Märkte.“ Dennoch sollten sich Investoren auf eine gewisse Volatilität vorbereiten, falls die politische Macht von Modi und der BJP schrumpft.

Trotz Unsicherheiten investieren 

Durch ökonomische Disruptionen und hohe Ölpreise seien Investments in zyklische Unternehmen in der Vergangenheit schwer gewesen. Insgesamt seien die Bewertungen indischer Aktien für Anleger herausfordernd. „Indische Aktien werden mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18,2 gehandelt. Im Vergleich zur MSCI EM Benchmark ist dies sehr teuer – hier liegt das Verhältnis bei 11,8“, sagt Grace. Er empfiehlt daher in Unternehmen zu investieren, die nicht vom Ausgang der Wahl beeinflusst werden. Beispielhaft dafür sei der Mischkonzern Reliance Industries. Mit der Einführung des Mobilfunkdienstes Jio im Jahr 2016 hat dieser den indischen Telekommunikationssektor belebt. Heute ist Jio mit 306 Millionen Kunden einer der größten Mobilfunkanbieter in einem Land, in dem die Nutzung von Mobiltelefonen voraussichtlich erheblich zunehmen wird.
Das neueste Vorhaben von Reliance ist eine mobile Plattform, die Produzenten mit Einzelhändlern und Konsumenten verbinden möchte. Diese Initiative befindet sich zwar noch in einem frühen Stadium, verspricht aber ebenfalls vielversprechende Wachstumschancen.

Revolution im Einzel- und Onlinehandel 

Weitere grundlegende Veränderungen würden laut Grace durch amerikanische Konzerne wie Amazon oder Wallmart entstehen. Sie drängen auf den indischen Markt und könnten so den Einzel- und Onlinehandel revolutionieren, der aktuell noch zu großen Teilen auf traditionellen Vertriebskanälen wie Nachbarschaftsläden und Produzentenmärkten beruht. Dieser Markt wird mit einer Größe von 800 Milliarden US-Dollar beziffert. Zwar will die Regierung indische Unternehmen durch Regulierungen des Onlinehandels schützen, allerdings war Modi schon immer ein Befürworter des „digitalen Indiens“ und die amerikanischen Investitionen sind umfangreich. Amazon hat zugesagt, 5 Milliarden US-Dollar zu investieren und Wallmart hat für 16 Milliarden US-Dollar eine Mehrheitsbeteiligung an einem indischen Onlinehändler erworben.
„Unternehmen wie Reliance, Amazon und Wallmart verfolgen Strategien, die den indischen Markt grundlegend restrukturieren könnten. Mögliche Folgen sind in erster Instanz niedrigere Preise, effizientere Lieferketten und weniger Müll sowie in zweiter Instanz eine niedrigere Inflation und geringere Zinsen“, sagt Grace.

Opportunitäten im Bankensektor 

Ebenfalls positiv bewertet Grace den Bankensektor. Mit HDFC und Kotak Mahindra sieht er zwei Privatbanken, die in der Vergangenheit rasant gewachsen sind, über ein erstklassiges Management verfügen und qualitativ hochwertige Kreditvergabestandards haben. „Sie sollten ihren Marktanteil weiter ausbauen können“, sagt Grace. Außerdem sollte das neue Konkursrecht das Kreditsystem und die Unternehmensführung weiter stärken.  „Bereits jetzt sind deutliche Verbesserungen zu erkennen.“

Weitere aktuelle Einschätzungen finden Sie hier

Asset Manager fürchten Überregulierung

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Die Herausforderungen sind für Asset Manager in den vergangenen Jahren nicht geringer geworden. Eine Umfrage zeigt, vor welchen Aufgaben sie aktuell den größten Respekt haben.

Handelskonflikte, nachlassendes Weltwirtschaftswachstum, Überregulierung, demografischer Faktor, technischer Wandel, neue Konkurrenten: Die Zahl und die Größe der Herausforderungen für die Asset Management Industrie sind in den vergangenen Jahren gewachsen. Wie forsch oder ängstlich die Manager ihre Aufgaben angehen, dokumentiert das 22. CEO-Survey für das internationale Asset Management.

Die Umfrage, erstellt von der Unternehmensberatung PwC, vermittelt ein umfassendes Bild über Chancen und Risiken der Branche aus Sicht ihrer Vorstandsvorsitzenden.
So viel lässt sich vorweg zusammenfassend sagen: Die Topmanager blicken weniger optimistisch auf die Weltkonjunktur des Jahres 2019 als bei der Vorjahresumfrage. Allerdings glauben auch 61 Prozent der Befragten, dass sie 2019 mit neuen Produkten und Services Umsatzwachstum generieren werden. 68 Prozent sehen in Effizienzsteigerungen einen wirkungsvollen Wachstumstreiber für das eigene Unternehmen. Und 71 Prozent geben an, organisch wachsen zu wollen. Entsprechend gehen 65 Prozent der CEOs im Asset Management davon aus, dass ihre Beschäftigtenzahl 2019 moderat (53 Prozent) bis stark (12 Prozent) steigen wird.

Technischer Wandel als Herausforderung

Besonders gesucht sind IT- und Digitalexperten, die den technischen Wandel in den Vermögensverwaltungen vorantreiben sollen. 27 Prozent sehen in einer zu geringen Fachkräfteverfügbarkeit eine Wachstumsbedrohung, 24 Prozent im Tempo des technischen Wandels und 37 Prozent in der zunehmenden Cyberkriminalität.

Überregulierung als politische Gefahr

Auf die Frage, wo die CEOs im Asset Management auf politischer Ebene Gefahren für ihr Unternehmenswachstum sehen, nannten 43 Prozent „Überregulierungen“. Auf Rang 2 stehen „Handelskonflikte“ (32 Prozent) und danach „Politischer Populismus“ (30 Prozent).

Obwohl die weltweit bedeutendsten Handelskonflikte zurzeit zwischen den USA und China sowie zwischen Großbritannien und den Staaten der Europäischen Union stattfinden, sehen die CEOs im Asset & Wealth Management ihre wichtigsten Wachstumsregionen in den USA (32 Prozent), in Großbritannien (20 Prozent) und in China (15 Prozent). Deutschland liegt weniger im Trend und rangiert im aktuellen Survey mit 14 Prozent nur noch auf Rang 4. Im Vorjahr hatte Deutschland mit 25 Prozent noch auf Rang 3 gelegen.

Erfolgsfaktor Data-Mining

Die höchsten Zustimmungsraten im CEO-Survey von PwC für das internationale Asset Management haben – wie 2018 – Aussagen zur Relevanz von digitalen Datenanalysen bekommen. So bejahen 96 Prozent der befragten Vermögensverwalter-CEOs, dass Daten über Kundenpräferenzen und -bedürfnisse und deren Analyse mitentscheidend für den Langzeiterfolg ihrer Unternehmen sind. 91 Prozent sagen dies auch über Daten für die Finanzplanung und 90 Prozent über Daten zur Markenstärke und Unternehmensreputation. Dass die den Unternehmen für diese drei Segmente zur Verfügung stehenden Daten umfassend genug sind, sehen jedoch nur 15, 39 und 18 Prozent der Befragten.

Die Diskrepanzen belegen, wie weit das Bewusstsein für Daten als strategisches Asset und Entscheidungsgrundlage im Asset Management und die dafür nötige Datenqualität auseinanderliegen. Diese Lücke zu schließen, zählt zu den größten Herausforderungen des Asset Managements in den kommenden Jahren.

Künstliche Intelligenz wird den Markt signifikant verändern

Dass der Markt sich in den kommenden fünf Jahren durch Künstliche Intelligenz (KI) signifikant verändern wird, glauben 90 Prozent der Asset-Management-CEOs. 62 Prozent gehen sogar davon aus, dass das Thema eine größere Wirkung auf die Welt haben wird als der Siegeszug des Internets.

Dennoch: 26 Prozent der CEOs geben an, noch keine Pläne für KI-gestützte Technologien für das eigene Unternehmen zu haben. „KI-ferne Unternehmen könnten den technologischen Anschluss schnell verlieren, wenn sie das Thema noch länger auf die lange Bank schieben“, sagt Gerald Gonsior, Leiter Asset & Wealth Management bei PwC Deutschland. „Es ist besser, KI in kleinen Schritten zu integrieren als gar nichts zu tun.“ Immerhin 37 Prozent der Unternehmen im Markt planen, KI-Anwendungen in den nächsten drei Jahren einzuführen. Erst 29 Prozent der Asset & Wealth Manager arbeiten bereits mit KI.

Ring frei im Preiswettkampf: Initiatoren bezahlen Investoren

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In den USA ist ein ETF aufgelegt worden, bei dem der Emittent die Investoren für den Einstieg mit einem Rabatt belohnt. Was wie ein Marketing-Gag klingt, ist die logische Fortsetzung des immer härter werdenden Verdrängungswettbewerbs in der Fondsbranche.

Als im August vergangenen Jahres Fidelity den ersten Fonds auf dem Markt brachte, bei dem Investoren keine Gebühren mehr bezahlen müssen, sorgte das für ein Beben in der Branche. Der Kampf um Marktanteile war in eine neue Runde eingetreten und die Frage lautet seitdem: Wie tief können die Fees sinken – und wer hält den Preiswettkampf am längsten aus? Eigentlich, sollte man meinen, sollten die großen Anbieter den längeren Atem haben, denn sie können mehr von größeren Reserven zehren und verfügen durch Skaleneffekte in Vertrieb und Verwaltung auch über die bessere Kostenstruktur.

Nun geht der bis dato fast unbekannte US-Asset-Manager Salt Financial aus New Yorknoch einen Schritt weiter und will Anleger dafür bezahlen, dass sie ihr Geld in seinen Fonds stecken. Fünf Basispunkte Rabatt verspricht er Investoren, die im ersten Jahr einsteigen. Das klingt zuerst einmal nach einem cleveren Marketing-Gag. Die ETF-Boutique Salt hat ihren Firmensitz in der 22 Straße in New York, fünf Kilometer von der Wall Street entfernt in einem unscheinbaren Gebäude, Tür an Tür mit Musikproduzenten und Werbeagenturen, Kreativität ist eine New Yorker Primärtugend. Und viele amerikanische Erfolgsgeschichten haben noch kleiner begonnen. „Der Krieg um die Fondsgebühren ist jetzt ein PR-Krieg“, schrieb Morningstar-Analyst Ben Johnson jüngst auf Twitter.

Im vergangenen Jahr belief sich das Minus der Fondsbranche in den USA aus entgangenen Gebühren auf 3,5 Milliarden US$, seit 2014 sind es rund sechs Milliarden, berichtet das Research-Unternehmen Flowspring. Und kommt zu dem Schluss, dass man die Auswirkungen niedriger Fondsgebühren keinesfalls unterschätzen sollte: Bei der Analyse von Daten zu Investmentfonds und ETFs in den zwölf Monaten bis Mitte 2018 fand Flowspring heraus, dass Preisveränderungen von Produkten für Umverteilungen in Höhe von 480 Milliarden US$ verantwortlich waren. Und dass die am niedrigsten bepreisten neuen Fonds im ersten Jahr drei mal schneller Kapital einsammeln konnten als die teuersten Fonds.

Der Trend geht zu billig
Der Trend geht zu billig

Quelle: Bloomberg

Vor zwei Monaten hat Salt Financial nun die Zulassung eines Fonds mit
negativen Gebühren bei der SEC beantragt: Der Salt Low truBeta US Market
ETF
kommt zwar mit einer Management-Fee von 0,29 %, aber der Emittent bietet einen Rabatt von 34 Basispunkten  – was effektiv eine Gutschrift von fünf Basispunkten für die Anleger bedeutet. Dieser
Preisnachlass gilt allerdings nur im ersten Jahr und bis derFonds ein Volumen von 100 Millionen US$ erreicht hat. Der ETF basiert auf dem hauseigenen truBeta-Index und hat niedrige Volatilität und stabiles Beta zum Ziel.
Das Anlageuniversum besteht aus US-amerikanischen Large- und Midcaps.

Salt-Chef Alfred Eskandar entschloss sich zu diesem ungewöhnlichen Angebot,
nachdem er sich schwer getan hatte, im vergangenen Jahr Kapital für
einen anderen ETF einzusammeln. Zwar bestand Interesse auf Seiten von
Finanzberatern, doch wollten deren Kunden erst in den Fonds
investieren, wenn ein Mindestvolumen von 100 Millionen US$ erreicht war.
Diese Schwelle soll durch den Preisnachlass jetzt schneller überschritten
werden.

In den USA haben Anleger derzeit die Auswahl unter 2.238 ETFs mit einem Volumen von 3.800 Milliarden US$. Um aus der Masse
herauszustechen, müssen sich Emittenten also etwas einfallen lassen.
Salt-CEO Eskandar vergleicht den Rabatt auf seinen Fonds mit einem
Gratis-Handy, das Mobilfunkanbieter beim Abschluss eines neuen Vertrags
oben drauf packen, um Kunden zu ködern.  Erst nach dem Abschluss, erklärt Eskandar, geht es
darum, den Kunden durch Performance und guten Service bei der Stange zu halten.
Emittenten von neuen ETFs hätten zwei Möglichkeiten: „Entweder geben
sie ihr Bestes, um die sechs Jahre zu überleben, die es im Schnitt braucht,
bis ihr Fonds ein Volumen von 100 Millionen Dollar erreicht – oder sie unternehmen etwas
drastisches, um schneller ans Ziel zu gelangen.“

Warren Miller, Chef der Marktforscher von Flowspring, geht davon aus, dass negative Gebühren am Markt kein vorübergehendes Phänomen sein werden: „Viele Wege führen nach Rom und es gibt viele Möglichkeiten, einen Fonds zu füllen“, schrieb er jüngst und verweist darauf, dass einige Manager von Index-Fonds mittlerweile mehr Geld mit dem Verleih von Wertpapieren als durch Gebühreneinnahmen verdienen.

Neuer Gender Equality Fonds in Deutschland

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Die auf nachhaltige Investments spezialisierte Tochtet von Natixis, Mirova, hat ihren Women Leaders Equity Fund nun auch in Deutschland zum Vertrieb zugelassen.

Der Fonds investiert global in Unternehmen, welche sich in ihrem  Verantwortungsbereich aktiv für die Geschlechtergleichstellung einsetzen.

Die Ungleichbehandlung der Geschlechter im Arbeitsleben gilt als eines der zentralen Entwicklungshemmnisse von leistungsfähigen Gesellschaften weltweit. Die Gleichstellung von Mann und Frau in der Wirtschaft zählt daher zu einem der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Der von Soliane Varlet gemanagte Mirova Themenfonds unterstützt dieses Ziel durch die Konstruktion eines aus rund 250 Titeln bestehenden genderfreundlichen Aktienportfolios.

Alle darin befindlichen Werte durchlaufen ein quantitatives und qualitatives Analyseverfahren. Im Rahmen des quantitativen Selektionsprozesses werden unter anderem der Prozentsatz von Frauen in Führungspositionen sowie das Verhältnis von Frauen in Führungspositionen zur Gesamtzahl weiblicher Arbeitskräfte ermittelt. Die qualitative Analyse schaut darüber hinaus darauf, wie ernst es ein Unternehmen mit der Förderung weiblicher Mitarbeiter tatsächlich nimmt. Kriterien sind hier zum Beispiel das Vorhandensein spezieller Förderprogramme, Gehaltstransparenz oder die Bereitstellung von Maßnahmen zur Linderung der klassischen Doppelbelastung von Frauen als Mütter und Arbeitnehmerinnen.

Aus ökonomischer Perspektive setzt der Mirova Women Leaders Equity Fund auf der Erkenntnis auf, dass die aktive Umsetzung von Gleichstellung auch wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen kann. “Sowohl Privatanleger als auch institutionelle Investoren suchen zunehmend nach Investmentlösungen, die unter Berücksichtigung klarer ökonomischer Kriterien eine gezielte soziale oder ökologische Wirkung entfalten können”, sagte Philippe Zaouati, CEO von Mirova. ”Strategien, die sich auf die Geschlechtergleichstellung fokussieren, passen perfekt in dieses Anforderungsmuster.”

Über eine Partnerschaft mit der UN Women, einer Einheit der Vereinten Nationen für Gleichstellung und Ermächtigung der Frauen, unterstützt der Women Leaders Equity Fund zudem die Förderung von Frauen.

Man darf Nachhaltigkeit nicht als eindimensionale Angelegenheit darstellen

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Wer nachhaltig investieren will, hat viele Möglichkeiten. Masja Zandbergen spricht über die Dilemmas, vor denen Anleger stehen, wenn sie auf Nachhaltigkeit setzen.

Nachhaltigkeit ist die nächste große Sache der
Assetmanagement-Branche. Gab es einen konkreten Wendepunkt, oder hat
sich Sustainable Investing bei Robeco allmählich entwickelt?

„Tatsächlich trifft beides zu. Es gab
eine allmähliche Entwicklung. Anfangs waren es nur ein paar Mitarbeiter.
Inzwischen sind alle beteiligt, und ich glaube sogar, dass das ein
Grund ist, warum Leute bei Robeco arbeiten wollen – weil Nachhaltigkeit
bei uns ein so großes Thema ist. In den letzten zwei Jahren hat
Sustainable Investing aber richtig Fahrt aufgenommen. Das liegt zum Teil
am Markt, an Regulierungsbestimmungen, am Klimawandel und an Problemen
mit unserem Müll. Man kann das nicht länger ignorieren. Und diese Themen
sind für die neue Generation wichtig, deren Meinung immer größeres
Gewicht hat. Viele verschiedene Kräfte wirken jetzt zusammen. Als
Gesellschaft müssen wir nachhaltiger leben. Sonst schaffen wir es
einfach nicht.“

Sind wir jetzt in einer Ära wirklicher Veränderungen?

Sind wir jetzt in einer Ära wirklicher Veränderungen? Der jüngste Erfolg durch aktive Einflussnahme auf Shell
könnte ein Hinweis darauf sein. Sind die Menschen mental bereit für
große Veränderungen? Erkennen sie, dass es nicht nur um Rendite geht,
sondern auch um die Zukunft unseres Planeten und unserer Kinder?

„Ich finde es schwierig, hierauf zu antworten – vielleicht weil ich
zu nahe an diesem Thema bin. Ich spreche nur noch mit Kunden, die schon
auf derselben Wellenlänge sind. Ganz offen gesagt glaube ich, dass wir
noch einen weiten Weg vor uns haben – auch wenn man bereits sehen kann,
dass Veränderungen im Gange sind. Unternehmen müssen bereit sein,
Investitionen zu tätigen, die sich erst nach sehr langer Zeit bezahlt
machen werden. Das ist nach wie vor ein Dilemma.“

Der ewige Konflikt zwischen kurzfristigen Gewinnen und einer langfristigen Perspektive.

„Ja, und zwischen finanziellen,
umweltbezogenen und sozialen Werten. Das Gemeinwohl hat keinen Preis,
sollte aber einen haben. Wir sind alle bereit, Lippenbekenntnisse zur
Nachhaltigkeit abzugeben, weil Nachhaltigkeit gut für alle ist. Oft muss
man aber zunächst einmal die Kosten tragen, bevor man die Früchte
ernten kann. Man muss in dieser Hinsicht ehrlich sein. Ja, man will
Rendite erzielen. Aber man will auch, dass soziale Wertvorstellungen und
Umweltbelange bei Anlageentscheidungen berücksichtigt werden. Dafür
muss man einen Preis festlegen. In dieser Hinsicht stehen wir am Beginn
einer sehr langen Reise, und die Frage ist, ob uns noch genug Zeit
bleibt (…).“

Zeit wofür?

„Zeit für den Planeten. Um alles in Ordnung zu bringen.“

Ist das etwas, was Ihnen nachts den Schlaf raubt?

„Sagen wir mal so: Manchmal bekomme ich
von Kollegen und Spezialisten Researchmaterial zugeschickt, das
ziemlich deprimierend ist. Studien zum Klimawandel und seinen Folgen.
Aber ich bin optimistisch. Wenn wir uns jetzt richtig anstrengen, dann
können wir es hoffentlich noch schaffen.“

Ist eine Welt, in der große multinationale Konzerne
verpflichtet werden, einen Teil ihrer Gewinne zur Verbesserung der
Arbeitsbedingungen am Beginn der Produktionskette zu verwenden, eine
Utopie?

„Ich halte das nicht für eine sehr gute
Lösung, weil es immer noch nicht integraler Bestandteil
unternehmerischer Praxis wäre. Ich würde einen anderen Ansatz wählen. Es
sollten mehr wirtschaftliche Modelle entwickelt werden, die diese
externen Kosten in die Gewinn- und Wertberechnungen einbeziehen. Wie
viel kostet ein Paar Schuhe tatsächlich, wenn man ein angemessenes
Gehalt für alle Mitarbeiter – also mindestens so viel, dass man davon
leben kann – und die Kosten bestimmter Umweltschutzmaßnahmen einrechnet?
Welche Gewinnspanne bliebe dem Unternehmen? Und sind die Verbraucher
bereit, einen Preisaufschlag zu bezahlen? Viele der Dinge, die wir heute
haben, sind tatsächlich viel zu billig.“

Es ist wieder dasselbe Dilemma. Wir wissen, dass sich etwas
ändern muss. Aber wenn wir selbst einen finanziellen oder sonstigen
Beitrag leisten müssen, schauen wir dann weg?

„Ja, und deshalb glaube ich, dass wir
erst am Anfang eines sehr langen Prozesses zur Internalisierung dieser
externen Kosten stehen. Dafür gibt es noch keine allgemein anerkannten
Modelle. Die Universitäten haben das bisher nicht in ihre Lehrpläne für
finanzbezogene Studiengänge aufgenommen.“

Ist Bildung die Lösung?

„Sie ist sicherlich ein Teil der
Lösung. Deshalb arbeiten wir mit der Erasmus-Universität zusammen. Diese
hat auch ein vorläufiges Rahmenkonzept für die Einbeziehung von
Nachhaltigkeit in Finanzanalysen entwickelt.

Veränderung beginnt auch beim Bewusstsein. Die neue
Generation wächst mit einem stärkeren Bewusstsein für die
Herausforderungen heran, die mit Nachhaltigkeit verbunden sind.

„Das ist jedenfalls bei meinen Kindern
so. Wir sprechen zu Hause oft darüber, wie z. B. bestimmte
Kleidungsstücke hergestellt werden. Das passiert automatisch, weil es
Bestandteil meiner Arbeit und der meines Mannes ist. Jeder hat seine
eigenen, arbeitsbezogenen Sorgen. Das ist vermutlich der Grund, warum
wir zu Hause öfter hierüber reden als andere. Unsere Kinder kommen damit
regelmäßig in Berührung. Kein oder weniger Fleisch zu essen oder
einfach nachhaltiger zu leben – das ist für die neue Generation sehr
viel selbstverständlicher als für uns.“

Die Lösung für unsere Probleme ist aber doch ein wenig komplizierter als das?

„Natürlich. Wir dürfen Nachhaltigkeit
nicht fälschlicherweise als eine eindimensionale Angelegenheit
darstellen. Es ist komplexer, als es scheint. Ein Elektroauto mag als
nachhaltig erscheinen. Wenn aber der amerikanische Eigentümer eines
Elektroautos dieses mit aus Kohle gewonnenem Strom lädt, dann ist es
über die gesamte Nutzungsdauer nicht nachhaltiger als ein Auto mit
Benzinmotor. Oder wenn ein multinationaler Konzern ein sehr
energieeffizientes Gebäude direkt neben einer Autobahn errichtet, sodass
es mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreicht werden kann.

Deshalb muss man Nachhaltigkeit ganzheitlich betrachten. Andernfalls
befindet man sich im Blindflug und bringt vielleicht sogar negative
Wirkungen hervor. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass wir in
zehn Jahren zurückschauen und erkennen, dass wir in puncto
Nachhaltigkeit nichts erreicht haben und auch in finanzieller Hinsicht
gescheitert sind. Deshalb sind Research und integratives Denken
unverzichtbar.“

Robeco hat als einer der ersten Assetmanager SDG-Produkte angeboten. Ist das ein Beispiel für Marktführerschaft und Innovation?

„Ganz sicher. Aber ich glaube, wir
gehören auch zu den führenden Anbietern, was die Integration angeht.
Viele Kunden sind in puncto Nachhaltigkeit recht fortgeschritten, aber
sie tun sich schwer mit der tatsächlichen Integration. Man braucht gutes
Research, und die eigenen Portfoliomanager und Analysten müssen
akzeptieren, dass Unternehmen anders zu betrachten sind. Da wir dieses
Fachwissen besitzen, ist es für uns leichter, auch auf andere Art und
Weise Innovationen zu entwickeln. Daraus entsteht ein
Multiplikatoreffekt. Es fängt bei den Spezialisten an. Aber irgendwann
geht jeder diesen zusätzlichen Schritt, was dann zu viel mehr Innovation
führt.

Wir haben mittlerweile ca. 60 Kunden mit besonderen Anforderungen in
Bezug auf Nachhaltigkeit. Letztes Jahr waren es erst etwa 15. Die
Nachfrage nimmt zu, aber auch unsere Fähigkeit, Lösungen
bereitzustellen. Die SDGs,
die Ziele für nachhaltige Entwicklung, sind ein gutes Beispiel dafür:
RobecoSAM hatte die Idee und das Fachwissen, um ein Rahmenkonzept zu
entwickeln, mit dem Analysten Unternehmen anhand von SDG-Kriterien
beurteilen können. Letztlich sind die SDGs auch ein Teil der ESG-Integration.
Diese erfordert Zeit und kann nicht einfach kopiert werden. Ein paar
Daten zur Nachhaltigkeit zu kaufen und diese auf das eigene Portfolio
anzuwenden, ist nicht dasselbe wie ESG-Integration.“

Heutzutage behaupten fast alle Assetmanager, dass ESG Teil
ihrer DNA sei. Haben Sie manchmal das Gefühl, dass das nicht mehr als
eine Marketingmasche ist?

„In recht vielen Fällen ist das ja. Es
gibt aber auch Assetmanager, die das gut machen. Wir tun wirklich sehr
viel. Denken Sie nur daran, wie viele Stewardship- Kodexe wir
unterschrieben haben, an wie vielen Initiativen wir uns beteiligen und
wie oft wir die Führung übernehmen, wenn es um aktive Einflussnahme und
Abstimmungen auf Hauptversammlungen geht. Viele andere kommen gerade
erst aus den Startlöchern. Es ist schön zu sehen, dass sich inzwischen
auch andere Assetmanager anschließen. Wir können mehr erreichen, wenn
jeder seinen Beitrag leistet. Man will sich aber immer noch von der
Konkurrenz abheben. Diejenigen Assetmanager, die wirklich an
Nachhaltigkeit glauben, werden gewinnen, weil sie aus den richtigen
Gründen dabei sind. Und das wird letztlich entscheidend sein.“

Dieses Interview wurde ursprünglich in Sustainability Inside veröffentlicht.

Mit Rohstoff-ETPs von der Elektromobilität profitieren

Schlagworte:
Die Veränderungen in der Automobilindustrie, die auf eine Kombination aus Vorschriften für Fahrzeugemissionen und schnellen Fortschritten bei den Batterietechnologien zurückgehen, haben in den letzten Jahren das Interesse der Anleger geweckt.

Unternehmen, die an der Spitze der Entwicklung bei E-Fahrzeugen
liegen, verzeichneten ein rasantes Wachstum, bestehende
Automobilhersteller können dagegen nur schwer Schritt halten.

Abbildung 1: Geschätzte globale Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen

Geschätzte globale Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen
Geschätzte globale Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen

Die
zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen wirkt sich jedoch nicht
nur auf den Aktienkurs bestimmter Automobilunternehmen aus. Auch bei
einzelnen Rohstoffen, die zentrale Bestandteile der die Branche
treibenden Batterietechnologien sind, sehen wir Potenzial.

Chancen jenseits der Aktien

Exchange
Traded Products (ETPs) haben für Investoren den Zugang zu Rohstoffen
durch die Bereitstellung von Futures-Strategien in einem dem
Aktienhandel ähnelnden Format verbessert. Die meisten Nicht-Edelmetalle
können nicht physisch gehandelt werden, weil ihre Lagerung schwierig und
teuer ist. Agrargüter und Lebendvieh sind beispielsweise nur begrenzt
haltbar und Öl ist explosionsgefährdet.

Deshalb haben sich in
Rohstoffe engagierte Anleger, die die physischen Vermögenswerte nicht
selbst verwalten möchten, Futures-Kontrakten zugewandt. Bei ETPs ist das
nicht anders. Alle ETPs versuchen, einen zugrunde liegenden Index oder
Vermögenswert nachzubilden, und Rohstoff-ETPs nutzen auf Futures
basierende Indizes für ein Engagement in Rohstoffen.

Abbildung 2. Metalle für Batterietechnologien und ETPs

Abbildungen 3a und 3b: Bloomberg Nickel Subindex Total Return
Abbildungen 3a und 3b: Bloomberg Nickel Subindex Total Return

Einige Industriemetalle werden voraussichtlich von dem weltweiten
Aufstieg der Elektrofahrzeuge und Batterietechnologien betroffen sein.
So zum Beispiel Cobalt und Lithium, die allerdings einen illiquiden
Futures-Markt und konzentrierte Lieferketten haben. Infolgedessen gibt
es derzeit keine ETPs für diese Metalle.

Andere Metalle wie
beispielsweise Nickel und Kupfer sind von diesen Problemen nicht
betroffen. Für sie ist der Handel mit ETPs, die auf Futures aufbauende
Indizes nachbilden, so wie mit Aktien möglich.

Ein Engagement in
Futures ist allerdings mit bestimmten Kosten und Vorteilen verbunden,
die Anleger kennen sollten. Nehmen wir zum Beispiel Nickel.

Nickel-Futures
haltende Anleger tragen das Risiko für drei Renditekomponenten, die
gemeinsam die Gesamtrendite ausmachen. Da Nickel-ETPs
Total-Return-Futures-Indizes nachbilden, besteht die Rendite dieser
Produkte aus den folgenden drei Elementen:

Gesamtrendite – Spotrendite – Rollrendite – Zinskomponente

1. Spotrendite: Sie ergibt sich aus der Entwicklung der zugrunde liegenden Nickel-Futures.

2.
Rollrendite:
Alle Futures haben ein Ablauf- und ein Lieferdatum. Für
ein konstantes Engagement müssen Future-Positionen im Index regelmäßig
vor dem Ablauf geschlossen und auf einen neuen Kontrakt mit längerer
Laufzeit übertragen werden. Diesen Vorgang nennt man „rollieren“ und er
kann eine „Rollrendite“ generieren. Das Rollieren kann für den Anleger
zu einem Verlust oder einem Gewinn führen. Ein Anleger erleidet einen
Verlust, wenn die Kosten für den Erwerb des neuen Futures-Kontrakts
höher sind als der Erlös aus dem Verkauf des alten Futures-Kontrakts
(„Contango“). Ein Anleger macht einen Gewinn, wenn die Kosten für den
Erwerb des neuen Futures-Kontrakts niedriger sind als der Erlös aus dem
Verkauf des alten Futures-Kontrakts („Backwardation“).

3.
Zinskomponente:
Sie ergibt sich aus der Rückzahlung der Kosten, die beim
Halten eines Futures-Kontrakts anfallen. Bei einem Futures-Kontrakt
wird ein Großteil der Barmittel, die bei der Lieferung eines Rohstoffs
zu zahlen sind, nicht sofort ausgezahlt. Futures-Indizes gehen
allerdings davon aus, dass der Gesamtwert des Kontrakts vorab bezahlt
wird. Dies würde jedoch bedeuten, dass ein Anleger, der in
Futures-Indizes investiert, die Zinsen auf die Barmittel verlieren
würde, die er bei der Nutzung von Futures-Kontrakten erhalten hätte.
Deshalb wird bei der Indexberechnung eine Zinskomponente berücksichtigt,
damit ein rollierendes Futures-Engagement genauer abgebildet wird.

Das
Diagramm und die Tabelle unten enthalten eine Aufschlüsselung dieser
drei Elemente für den Bloomberg Nickel Subindex vom Januar 2018 bis zum
März 2019. Sie verdeutlichen, wie wichtig es für Anleger ist, die
potenziellen Auswirkungen von Contango und Backwardation an den
Rohstoffmärkten zu kennen.

Abbildungen 3a und 3b: Bloomberg Nickel Subindex Total Return

Abbildungen 3a und 3b: Bloomberg Nickel Subindex Total Return
Abbildungen 3a und 3b: Bloomberg Nickel Subindex Total Return

Wie wir bereits in unserer Serie über die
technologische Weiterentwicklung in Bezug auf Batterietechnologien
erwähnten, sind wir der Ansicht, dass sich die Kombination aus den
starken Fundamentaldaten und der steigenden Nutzung von
Elektrofahrzeugen günstig auf die Nachfrage nach Rohstoffen wie Nickel
und Kupfer auswirken könnte. Über die folgenden Links können Sie die
früheren Beiträge dieser Blog-Serie aufrufen, die genauer darauf
eingehen, welche aktuellen Trends es bei Batterietechnologien gibt und
welche Faktoren die Verbreitung von Elektrofahrzeugen vorantreiben.