Mit dem passenden Fonds in britische Aktien investieren

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Die Abgeordneten im britischen Unterhaus entscheiden heute über den Vertrag, den Premierministerin Theresa May mit der EU ausgehandelt hat. May nennt dies „die größte und wichtigste Entscheidung“, die jemals von den britischen Abgeordneten habe getroffen werden müssen. Der Ausgang ist ungewiss. Vor allem ein Streitpunkt spaltet das Parlament: Wie sollen Kontrollen zwischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland vermieden werden? Kommt es heute im Unterhaus nicht zu einer Einigung, droht ein ungeordneter Brexit. Experten warnen schon lange davor, dass damit zu rechnen sei, dass die britische Wirtschaft darunter sehr zu leiden hätte.

Tot Gesagte leben länger

Angesichts des drohenden Chaos und der anhaltenden Unsicherheit wäre zu erwarten gewesen, dass die Kurse britischer Aktien seit der Brexit-Votum im Juni 2016 in totaler Ausverkaufs-Stimmung in den  freien Fall hätten übergehen müssen. Doch allen Horrorszenarien zum Trotz hat sich der britische Aktienmarkt seit der Brexit-Entscheidung bis heute vergleichsweise gut behauptet. Sowohl in der weltweiten Aktienhausse bis 2018 als auch bei der Kurskorrektur im vergangenen Jahr schlug sich der britische Leitindex FTSE 100 überraschend stark. Mit seiner Performance in der Rally 2016-2018 ließ der FTSE 100 den deutlich schwächeren Euro STOXX 50 weit hinter sich. Im Mai des vergangenen Jahres schwang sich der britische „Footsie“ im Gegensatz zu allen anderen europäischen Leitindizes Indizes sogar zu einem neuen Jahreshoch auf. Und der Rückfall von diesem Jahreshoch fiel mit -15,6 % vergleichsweise moderat aus. Der FTSE 100 schnitt deutlich besser ab, als die meisten anderen europäischen Indizes. Nur der Schweizer SMI verlor noch weniger.

In den vergangenen Wochen, kurz vor der entscheidenden Abstimmung im britischen Unterhaus, ist das Brexit-Fieber allerdings wieder gestiegen, und britische Aktien sind stärker unter Druck geraten als im übrigen Europa.

Mit dem passenden Fonds in britische Aktien investieren

Sollte es heute zu einer klaren Entscheidung im britischen Unterhaus kommen, herrscht wieder Planungssicherheit. Dann könnten britische Aktien interessant werden. Mit welchen Fonds mit britischen Aktien im Portfolio sich Anleger dann die meisten Chancen ausrechnen können, von womöglich steigenden Kursen auf der Insel zu profitieren, lässt sich zwar nur schwer prognostizieren. Doch ein Blick in der Vergangenheit kann hier vielleicht hilfreich sein. Denn so viel lässt sich feststellen: Die in Deutschland vertriebenen Brit-Fonds haben in den zurückliegenden Jahren sehr unterschiedlich performt.

So hat von den Fonds, die schon mindestens drei Jahre am Markt sind, ausschließlich der Schroder International Selection Fund eine positive Wertentwicklung über drei Jahre auszuweisen. Und auch im Jahresvergleich zeigt die FVBS-Analyse, dass der Schroder-Fonds vorne liegt – wenn auch mit einer für britische Aktien derzeit unvermeidlichen Verlustbilanz für die vergangenen zwölf Monate. Größte Positionen im Fonds sind die Energieunternehmen BP und Royal Dutch Shell, gefolgt von GlaxoSmithKline und Tesco. Stärkste Branche im Portfolio ist der Finanzsektor, der mit knapp 22,77 Prozent aber immer noch gegenüber der Gewichtung im FTSE leicht unterrepräsentiert ist. Dort machen Finanzunternehmen 25,3 Prozent aus.

Dass Fondsmanager sich nicht auf einmal erworbenen Lorbeeren ausruhen können, zeigt der BGF United Kingdom von BlackRock. Mit einem Plus von 2,48 Prozent per annum hängt er die Konkurrenz im Fünfjahres-Ranking um Längen ab. In den vergangenen zwölf Monaten sortierte sich der Fonds mit einem Minus von 11,37 Prozent jedoch nur im hinteren Mittelfeld ein. Das Fondsmanager-Team um Nicholas Little hat den Finanzsektor mit nur 18,5 Prozent Portfolioanteil noch stärker untergewichtet als der Schroder-Fonds. Stärkste Branche im Portfolio sind gewerbliche Dienstleistungen mit einem Anteil von 27,34 Prozent. Drittstärkste Branche sind Konsumgüter mit einem Anteil von 16,3 Prozent. Auch darin unterscheidet sich die Strategie des Fondsmanagements von der des Schroders-Fonds, der nur knapp vier Prozent des Portfolios in Konsumgüter-Unternehmen investiert, dafür aber mit 9,66 Prozent Anteil auf Konsumdienstleistungen setzt.

Wie sehr sich die verschiedenen Brit-Fonds in den vergangenen Jahren entwickelt haben, macht ein Chartvergleich der drei Fonds CLE GB Index II von Canada Life, Schroder International Selection Fund und Fidelity United Kingdom beispielhaft deutlich:

Anleger, die Anfang 2016 einen Betrag 10.000 Euro in den Schroder-Fonds investiert hätten, könnten sich heute über einen Wertzuwachs von knapp 1,700 Euro freuen, während Investoren mit dem Fidelity-Fonds im selben Zeitraum mehr als 1.000 Euro Verlust erzielt hätten. Es bleibt also nicht nur spannend auf der Insel, sondern auch in den Portfolios.

CACEIS unterstützt Ostrum Asset Management bei neuen Vorgaben für Geldmarktfonds

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Die neuen Verordnungen sehen eine Reihe von Änderungen
auf verschiedenen Ebenen für Geldmarktfonds vor. Hiervon betroffen sind
Bewertungsmethoden von Finanzinstrumenten, die in Geldmarktfonds gehalten
werden, aufsichtsrechtliche und vertragliche Kennzahlen sowie
Abschlussberichte.

CACEIS hat als wichtigster Custodian und Administrator von
Geldmarktfonds in Frankreich eine neue Lösung für seine Kunden bezüglich der
Fondsadministration und seiner Kontrollfunktion in der Depotbank geschaffen,
die den Anforderungen der neuen Regelung entspricht.

Simon Logeay, Head of Market Risk Management bei Ostrum
Asset Management, sagt: „CACEIS hat es ermöglicht, dass unsere gesamten
Geldmarktfonds die neuen Auflagen bereits deutlich vor dem Stichtag am 21.
Januar 2019 erfüllen. Wir haben uns einheitlich bei sämtlichen unserer Fonds
für die sogenannte Mark-to-Market-Bewertung aller monetären Finanzinstrumente
entschieden. Unser bewährter Partner CACEIS hat uns dabei weit über die
gesetzlichen Anforderungen hinaus unterstützt.“

Ramy El Houayek, Group Head der Fondsadministration
bei CACEIS, ergänzt: „Wie bei jeder regulatorischen Änderung, die sich auf
unsere Kunden auswirkt, hat CACEIS die notwendigen Anpassungen mithilfe der
notwendigen Ressourcen vorgenommen. CACEIS bietet den Kunden eine solide und
automatisierte Lösung nach individuellen Bedürfnissen im gesetzlichen Rahmen.“

Volkswirt: Von einer stabilen Weltwirtschaft werden europäische Unternehmen profitieren

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Politische Unsicherheit beherrscht die Stimmung

Das Umfeld in Europa ist kompliziert: Die Verhandlungen über den Brexit
befinden sich in der entscheidenden Phase, vor dem offiziellen Austrittsdatum
im März 2019 kann jedoch noch viel passieren und die italienischen
Staatsfinanzen geben Anlass zur Sorge. Zudem haben nationalistische und
populistische Bewegungen das Potenzial überall in Europa bei den Europawahlen
im Mai 2019 an Macht zu gewinnen. Zugleich hat die Europäische Zentralbank
(EZB) ihr Quantitative Easing Ende 2018 beendet. „Bei den Zinsen gehen wir
davon aus, dass diese bis Sommer 2019 unverändert bleiben“, so Lind. „Wenn sich
Wachstum und Inflation wie erwartet entwickeln, dürfte die EZB die Zinsen aber
Ende 2019 leicht anheben.“ Im Gegensatz dazu würde die Bank of England die
Zinsen wohl gerne anheben, hat diesen Schritt aber bislang aufgrund der
Unsicherheit rund um den Brexit gemieden. Hier dürfte erst eine Entscheidung
fallen, wenn die zukünftigen Beziehungen zur Europäischen Union klarer werden.

Banken und zyklische Industrieunternehmen würden von stabiler
Weltwirtschaft profitieren

Trotz der politischen Unsicherheit und ihrer großen Bedeutung für die Stimmung
ist Lind sicher: „Wenn die Weltwirtschaft stabil bleibt, dürften viele
international ausgerichtete europäische Unternehmen davon profitieren. Vor
allem europäischen Banken und zyklischen Industrieunternehmen kämen
optimistischere Weltwirtschaftserwartungen entgegen.“ Derzeit prognostiziert
der Internationale Währungsfonds für 2019 ein recht ordentliches
Weltwirtschaftswachstum von 3,7 Prozent.

Das Sitzland bestimmt die Bewertung

Positiv ist auch, dass europäische Aktien in vielen Sektoren niedriger bewertet
sind als US-amerikanische Titel. „In Europa ist die politische Risikoprämie
höher als in den USA, doch es gibt auch Chancen“, sagt Lind. Gute Beispiele für
günstig bewertete europäische Unternehmen sind der Flugzeughersteller Airbus
und sowie der deutsche Sportartikelhersteller Adidas, die gegenüber ihren
amerikanischen Pendants Boeing und Nike niedrigere Bewertungen besitzen. „Die
Unternehmen haben stabile Finanzen und gute Langfristperspektiven“, erläutert
der Experte. „Ihre niedrige Bewertung hat viel mit dem Land, in welchem sie
ihren Sitz haben, zu tun.“ Trotzdem bleibt es dem Volkswirt zufolge wichtig
selektiv zu sein, um erfolgreiche Titel in Europa zu identifizieren.

Weitere aktuelle Einschätzungen zum Ausblick 2019 finden Sie im Paper „Outlook: Langfristige Markt- und Wirtschaftsperspektiven“.

Olivier de Berranger: Vordergründige Euphorie?

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Die deutlich moderateren Äußerungen des Fed-Chefs in den ersten Januartagen gaben den Ton vor, und die Aktienmärkte schlossen die erste volle Woche des Jahres 2019 klar im Plus. Jerome Powell wiederholte seine Äußerungen zudem auf einer Konferenz im Economic Club in Washington: Nach der Ankündigung, dass die Fed zu einer Änderung ihrer Politik des Bilanzabbaus bereit sei, erklärte er, dass sich die Notenbank hinsichtlich der Normalisierung ihrer Geldpolitik entsprechend den Konjunkturdaten „flexibel“ und vor allem „geduldig“ zeigen könnte. Hieran ist abzulesen, dass die Anzahl der Zinsanhebungen 2019 geringer ausfallen könnte, als von den Mitgliedern des FOMC bis vor kurzem noch geplant war.

Der Kursanstieg an den Märkten wurde jedoch nicht nur durch die Geldpolitik befeuert. Die Hoffnungen auf ein baldiges Handelsabkommen zwischen China und den USA im Zuge der Treffen von Vertretern beider Lager in Peking, brachten den Risikoappetit der Anleger ebenfalls zurück. Dennoch ist trotz der positiven Tweets von Donald Trump und der zur Schau gestellten Zuversicht der US-Diplomaten, die in Person des Staatssekretärs für Handel Ted McKinney bekräftigten, dass die Gespräche „gut verlaufen“ seien, weiterhin eine gewisse Zurückhaltung geboten.

Die USA begnügten sich bis dato damit, zweitrangige Unterhändler nach Peking zu entsenden – so nahm der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer nicht an dem Treffen teil. Auch wenn die chinesischen Behörden ihrerseits diesen Gesprächen mehr Bedeutung beizumessen schienen und Vize-Premierminister Liu He daran teilnahm, scheint klar zu sein, dass es sich vor allem um eine erste Verhandlungsphase handelte.

Überdies bezogen sich diese ersten Verhandlungen vorerst scheinbar nur auf chinesische Käufe US-amerikanischer Güter und Dienstleistungen für einen „substanziellen Betrag“, insbesondere im Landwirtschaftssektor. Dies war bereits beim Treffen zwischen Xi Jinping und Donald Trump auf dem G20-Gipfel angesprochen worden. Alles also nicht wirklich ganz neu. Vor allem aber wurden die Themen, bei denen die USA einen Durchbruch erzielen wollen, d. h. „notwendige strukturelle Veränderungen“ beim Schutz geistigen Eigentums in China, Cyber-Angriffe und Zollschranken, noch nicht zur Sprache gebracht. Angesichts des hohen Einsatzes bei diesem Kampf um die weltweite Führungsrolle sind mögliche Durchbrüche vorerst noch nicht in Sicht. Zumal China aufgrund der Verlangsamung seiner Wirtschaft Stützungsmaßnahmen umsetzen könnte, die die chinesischen Unternehmen, allen voran die Staatsunternehmen, begünstigen würden, was wohl kaum im Sinne der USA wäre. Zwar scheint das Umfeld für Gespräche letztlich trotz allem günstiger zu sein als für sinnloses Gezänk, doch ist es zu früh, um im „Handelskrieg“ das Ende auszurufen.

In Anbetracht dieses etwas euphorischen Jahresbeginns an den Aktienmärkten ist weiterhin Vorsicht geboten, denn der Blick richtet sich bereits auf die Ende nächster Woche beginnende Berichtssaison in den USA. Während der Rückgang der Kurse (die Komponente „K“ des bekannten KGV) die Bewertungen auf angemessenere Niveaus zurückgeführt hat, würden Enttäuschungen bei den Unternehmensergebnissen (die dann einen Rückgang des „G“ beim KGV bedeuten) sie automatisch wieder steigen lassen und den Anlegern so das Argument der Bewertung zur Rechtfertigung ihres wiedergewonnenen Hungers auf Aktien entziehen. Nach der Gewinnwarnung von Apple und trotz der nach unten korrigierten Prognosen für das Gewinnwachstum in den USA für 2019 scheint das Risiko böser Überraschungen zugenommen zu haben. Also nochmals: Vorsicht!

Geldmarktfonds – ein probates Fluchtziel in schlechten Zeiten?

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Wenn es an den Aktienmärkten ungemütlich wird, erscheinen vielen Anlegern Geldmarktfonds als probates Fluchtziel, um die Krise an einem warmen Plätzchen auszusitzen. Die Idee: Während die Aktienkurse taumeln und die Volatilität steigt, entwickeln sich Geldmarktfonds stabil und werfen Zinsen ab. Das Zinsniveau ist zwar gering, das wissen die Meisten, doch am Ende des Tages bleibt immerhin ein positiver Ertrag.

Das ist leider nur die halbe Wahrheit. Es lohnt sich, unter die Motorhaube der Fonds zu schauen. Fondsberater können hier wichtige Aufklärungsarbeit leisten. Hier ist ein kleines Tutorial zum Ausdrucken für die Kunden:

Wie legt ein Geldmarktfonds das Geld seiner Investoren an?

Geldmarktfonds investieren in den Geldmarkt. Das heißt, die Fondsmanager legen das ihnen von ihren Kunden anvertraute Kapital ausschließlich in festverzinsliche Wertpapiere an, die eine Laufzeit von weniger als zwölf Monaten haben. Das können beispielsweise Schatzwechsel, Schatzanweisungen, Einlagenzertifikate, Bankschuldverschreibungen oder auch Unternehmensanleihen sein. Je nach Anlagephilosophie, vorgegebener Fondsstrategie und Markteinschätzung agieren Geldmarktfonds-Manager in diesem Zinsuniversum sehr unterschiedlich. Je nachdem, wie offensiv oder defensiv sie ihren Spielraum nutzen, können sie den einen oder anderen Prozentpunkt mehr oder weniger an Rendite erwirtschaften. Grundlage und Benchmark für die  Renditebetrachtung ist zurzeit noch oft der sogenannte 3-Monats-Euribor. Hier wird es übrigens demnächst eine Veränderung geben. Die Berechnung des Euribor muss per Gesetz bis Januar 2020 reformiert sein, eventuell wird er sogar komplett ausgetauscht.

Details entscheiden über die Performance

Geldmarktfonds ist nicht Geldmarktfonds. Deshalb lohnt es sich, vor dem Kauf eines vermeintlich sicheren Anlageprodukts einen Blick ins Portfolio des entsprechenden Fonds zu werfen. Die Verteilung des Anlagekapitals auf die verschiedenen Arten festverzinslicher Wertpapiere gibt einen Aufschluss darüber, welche Anlagepolitik der jeweilige Geldmarktfonds verfolgt.

Eine kleine Übersicht…

Bundesanleihen…

… bieten eine sichere Zinseinnahme über eine definierte Laufzeit. Die Anleihen werden an der Börse gehandelt und sind damit eine sehr flexible Geldanlage. Nachteil: Die Renditen für Bundesanleihen mit bis zu einem Jahr Restlaufzeit bewegen sich derzeit kaum über der Nulllinie.

Länder- und Städteanleihen…

…etwa von Nordrhein-Westfalen, Hamburg oder Dresden, rentieren derzeit etwas höher als Bundesanleihen. Der Kauf erfolgt über Banken oder an der Börse. Der Renditeaufschlag der Länder- gegenüber den Bundesanleihen ist ein Kaufargument, das die Emittenten dieser Anleihen in Konkurrenz zu den Bundesanleihen bieten müssen. Doch auch hier gilt: Solche Anleihen sind vergleichsweise sicher.

Finanzierungsschätze und Bundes-Schatzbriefe…

…bieten ebenfalls höchste Sicherheit. Die Laufzeit beträgt ein oder zwei Jahre. Die Renditen liegen aktuell zwischen 0,00 Prozent (Finanzierungsschätze 1 Jahr Laufzeit) bis 0,75 Prozent (Bundesschatzbriefe Typ A).

Bundesobligationen…

…gehören auch zu den Papieren mit hoher Sicherheit. Sie werden an der Börse gehandelt.  Bundesobligationen mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr bringen derzeit 0,00 Prozent Rendite per annum.

Pfandbriefe oder Schuldverschreibungen von Banken…

…boten in den vergangenen Jahrzehnten je nach Emittent und dessen Bonität unter normalen Umständen ein bis vier Prozentpunkte mehr Rendite als Bundesanleihen. Das war einmal. Aktuell bewegen sich die Renditen auf Jahressicht weitgehend im Negativbereich. Immerhin gelten die Papiere als sicher. Seit Inkrafttreten des Pfandbriefgesetzes vor über 100 Jahren ist kein Pfandbrief ausgefallen. Doch theoretisch ist das möglich – dann nämlich, wenn das entsprechende Finanzinstitut insolvent wird. Wie groß das Risiko dafür ist, hängt von der Bonität des jeweiligen Unternehmens ab.

Geldmarktfonds-Manager investieren in der Regel nur in Unternehmen mit hoher Bonität. Doch eine Rückzahlungsgarantie gibt es nicht, Investoren sind bei den Papieren der Banken wie bei Unternehmensanleihen dem Risiko der emittierenden Bank ausgesetzt. Das ist bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken niedriger als bei Privatbanken. Denn Sparkassen und Genossenschaftsbanken bieten einen sogenannten Institutsschutz. Das heißt, dass der ganze Verbund einspringt, falls ein Institut aus dieser Gruppe in eine Schieflage geraten sollte. Auf diese Weise sind auch deren Pfandbriefe und Schuldverschreibungen indirekt gegen Totalverlust geschützt.

Unternehmensanleihen…

…bieten im Vergleich zu Bundespapieren hohe Renditen, aber auch das höchste Risiko. Der Bankrott einer Firma beutet in der Regel für Anleihekäufer den Totalverlust des investierten Kapitals. Geldmarktfonds mit einem hohen Unternehmensanleihen-Anteil im Depot sind in guten Börsenzeiten renditestark. In Krisenzeiten droht hier allerdings ein entsprechendes Risiko.

Einlagenzertifikate von Banken…

…sind Inhaberschuldverschreibungen, die bei Fälligkeit zum Nennwert eingelöst werden. Die überwiegende Mehrzahl der Papiere hat eine Laufzeit von 30 bis 180 Tagen. Neben festverzinslichen Einlagenzertifikaten gibt es auch Papiere mit variablem Zinssatz. Die Papiere werden zwar nicht an den Börsen gehandelt, können aber jederzeit an den Emittenten zurückgegeben werden und sind deshalb sehr flexibel. Einlagenzertifikate bringen in der Regel höhere Renditen als Bundesanleihen und auch als Termingelder. Das wird allerdings dadurch erkauft, dass sie nicht durch die Einlagensicherung gedeckt sind. Investoren sind also wie bei Unternehmensanleihen dem Risiko der emittierenden Bank ausgesetzt.

Asset Backed Securities (ABS)…

…sind Anleihen, die auf einem Bestand von Forderungen basieren. Und das funktioniert so: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Kreditforderungen von Banken oder Leasingforderungen auch von Nichtbanken werden vom Forderungsinhaber (Kreditgeber) an eine meist im Ausland ansässige Zweckgesellschaft veräußert. Diese Zweckgesellschaft finanziert den Erwerb dieser Forderungen durch die Emission von Wertpapieren (Securities), in der Regel Schuldverschreibungen, die durch die erworbenen Forderungen besichert sind (Asset Backed). Diese Schuldverschreibungen sind höher verzinst als Bundesanleihen. Geldmarktfonds, die in solche Schuldverschreibungen investieren, können entsprechend höhere Renditen generieren.

Wie problematisch solche Papiere in einem Geldmarktportfolio werden können, erlebten Anleger, als der Wert vieler ABS im Zuge der Finanzmarktkrise deutlich schrumpfte. So gerieten insbesondere solche Geldmarktfonds unter Druck, die überwiegend in ABS investierten.

Fremdwährungsanleihen…

…sind Anleihen, die in fremder Währung gehandelt werden. Chance und Risiko liegen hier nicht nur in der Verzinsung der jeweiligen Anleihe, sondern auch in der Entwicklung der Anleihewährung. Verliert beispielsweise der Euro gegenüber dem US-Dollar an Wert, locken bei einer Investition in eine US-Anleihe zusätzliche Währungsgewinne – und umgekehrt.

Grundsätzlich gilt:

Geldmarktfonds genießen keinen Einlagenschutz wie zum Beispiel Spareinlagen auf Tagesgeldkonten. Geld, das in Geldmarktfonds angelegt ist, befindet sich allerdings in einem Sondervermögen und ist selbst dann nicht verloren, wenn der Emittent des Fonds insolvent wird.

Was Anleger außerdem wissen sollten : In Krisensituationen, wenn Liquidität am Kapitalmarkt knapp wird, kann es zu Verzögerungen in der Abwicklung kommen, wenn zu viele Anleger gleichzeitig ihr Geld aus einem Geldmarktfonds abziehen – das aber ist ein grundsätzliches Problem bei Fonds.

Didier Le Menestrel glaubt an die Zukunft der Märkte

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Dass 2018 ein verheerendes Börsenjahr war, daran besteht kein Zweifel. De facto war es ein schwieriges Jahr für sämtliche liquiden Anlageklassen, die allesamt stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Dazu trugen verschiedene Bedrohungen – der Handelskrieg zwischen USA und China, das Ende des quantitativen Lockerungskurses der US-Notenbank Fed, Schwankungen des Ölpreises und der Vormarsch des Populismus – bei und vermiesten Monat für Monat die Stimmung der Anleger. Selbst traditionelle „Fluchtwerte“ konnten der ihnen zugeschriebenen Rolle nicht gerecht werden: So verlor Gold (in USD) 1,6 Prozent, während europäische und US-amerikanische Staatsanleihen nur eine winzige Rendite abwarfen.

Bei den anderen Anlageklassen sah es nicht besser aus. Unternehmensanleihen (-2,3 %), der Euro verlor zum US-Dollar 4,5 Prozent, europäische Indizes (Dax: -22 %, CAC 40: -11 %, Eurostoxx 50: -14 %) oder Rohöl (-21 %) brachten die Sparer allesamt zur Verzweiflung. Schlimmer noch, Schwellenländerwährungen (Argentinischer Peso: -50,5 %, Türkische Lira: -28 %), der chinesische Markt (Shenzhen: -34 % in EUR) oder auch Bitcoins (-74 %) trieben selbst die wagemutigsten Anleger in eine schwierige Lage. „Ein globales Phänomen“, wie es Vicomte d’Homécourt de la Vibraye (Raoul für Eingeweihte)1 so trefflich formulierte. Selbst der himmelsstürmende Nasdaq hatte dem nichts entgegen zu setzen und brach in den letzten drei Monaten des Jahres um 22 Prozent ein.

Vor diesem Hintergrund fällt es uns sehr schwer, Ihnen erneut unseren unerschütterlichen Glauben an die Zukunft der Märkte und den Wert der Unternehmen zu vermitteln. Um Ihnen den Auftakt des Jahres 2019 etwas zu versüßen, möchten wir ein Plädoyer des versierten Bostoner Anlegers Gary Mishuris2, auf das wir beim Stöbern auf LinkedIn zufällig gestoßen sind, im Wortlaut wiedergeben:

Heute früh sagte ich zu meiner Frau, dass ich nach den Kurseinbrüchen der vergangenen Wochen mit dem Gedanken spiele, erneut eine Anlage zu tätigen.

Sie fragte mich: „Aber woher weißt Du, ob der Aktienkurs nicht noch weiter fallen wird? Sinken die Kurse im Moment nicht ins Bodenlose?“

Das weiß ich natürlich nicht. Man kann wie das Kaninchen vor der Schlange auf den Computerbildschirm starren und gebannt die Talfahrt der Kurven und Preise verfolgen. Das Risiko, sich von der Angst vor Verlusten lähmen zu lassen und in Lethargie zu verharren, ist groß. Der Verstand sagt: „Der Kurs ist um X Prozent gesunken. Er wird weiter sinken. Man muss nur noch etwas warten.“ Ich starre weiterhin regungslos auf die Bildschirme. Diese Situation kenne ich, ich habe mich schon des Öfteren aus ihr befreit.

Nach einigen Baissemärkten – ganz zu schweigen von der großen Finanzkrise der Jahre 2008-2009 – habe ich meinen Investmentprozess in den letzten Jahren erheblich optimiert: Mittlerweile verwende ich eine rigorose und disziplinierte Methode, die ich sogar verschriftlicht habe und gerne mit anderen Investoren teile.3 Diese Methode weist einen doppelten Nutzen auf. Sie dient mir als Leitfaden, wie ich unter Druck handeln soll. Und sie zwingt mich zu rationalem Denken, um nicht der Panik anheimzufallen, und schützt mich vor irrationalen Reaktionen.

Nach einer besonnenen Analyse des Unternehmens sowie seiner Fundamentaldaten und nach Abwägung verschiedener Alternativen habe ich gestern Abend meine Entscheidung getroffen. Heute früh kaufte ich die Aktien. Ich weiß nicht, wie viel sie kurzfristig wert sein werden. Auf der Grundlage meiner Überlegungen und Analysen glaube ich, dass sie mehr wert sind als sie gekostet haben und dass das Verlustrisiko selbst im schlimmsten Fall niedrig ist. Mehr konnte ich nicht tun. Wie Benjamin Graham es so treffend formulierte: „Kurzfristig ist der Markt eine Abstimmungsmaschine, langfristig jedoch eine Waage“.

Beherzigen wir diese zeitlosen, vom gesunden Menschenverstand geprägten Bonmots, die uns auf ihre Weise die goldenen Regeln für langfristige Investitionen in Erinnerung rufen. Der Medienhype um die Finanzmärkte bildet immer nur den Augenblick und die Jagd nach dem schnellen Geld ab. Und das ist definitiv nicht die richtige Anlagestrategie für 2019!

Didier Le Menestrel, Verwaltungsratsvorsitzender von LFDE


1 Le Sucre, ein Film von Jacques Rouffio, 1978
2 Don’t Get Hypnotized By Falling Stock Prices – Silver Ring Value Partner, 24.12.2018
3 The Owner’s Manual

Wachstumsausblick für Asien hat sich verschlechtert

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Asiatische Aktien taten sich 2018 schwer. Aufgrund der Handelskonflikte, der strafferen Geldpolitik der Zentralbanken und der Stärke des US-Dollars büßte der MSCI AC Asia Pacific ex Japan Index 11,3 % ein (auf US-Dollar-Basis per Ende November).

Kann sich der Wind im nächsten Jahr für die Region drehen? Vier unserer Fondsmanager für Asien stellen ihre Sichtweise dar.

Toby Hudson, Leiter Asian ex-Japan Equity Investments:

Der Wachstumsausblick für Asien hat sich aufgrund der folgenden vier Faktoren verschlechtert:

  1. Konjunkturabkühlung in China
  2. Folgen höherer Ölpreise
  3. Steigende Zinsen in Märkten wie Indien, Indonesien und den Philippinen
  4. Eskalierender Handelskrieg zwischen den USA und China

Mittelfristig dürfte die Marktperformance weiter vom Zusammenspiel dieser Faktoren beherrscht werden.

Ein Lichtblick in China ist, dass die Behörden mit der jüngsten Senkung der Reserveanforderungen und der Förderung der Kreditvergabe im Bankensektor eine etwas wachstumsfreundlichere Haltung eingenommen haben. Unterdessen steigen die Erwartungen auf weitere Steuersenkungen sowie höhere Infrastrukturausgaben. Die leichte Lockerung der Geldpolitik wird sich erst nach einiger Zeit in den makroökonomischen Daten widerspiegeln. Wenngleich weiterhin von einer Wachstumsverlangsamung in den kommenden Monaten ausgegangen wird, ist das Signal der Behörden zur Förderung des Wachstums für die Märkte dennoch wichtig. 

Auch die Ölpreise haben ihre jüngsten Höchststände verlassen, was den Druck auf die fragileren Schwellenländer etwas verringert und den schleppenden Konsum wieder ankurbeln sollte. 

Gleichzeitig gingen die Anleiherenditen und Zinserwartungen in den USA in den vergangenen Wochen etwas zurück. Diese Entwicklung ist teilweise auf den angeschlagenen Aktienmarkt, aber auch auf die anhaltende Konjunkturabkühlung außerhalb der USA zurückzuführen. All diese Faktoren tragen dazu bei, dass sich die Anlegerstimmung gegenüber Risikoanlagen allmählich stabilisiert. 

Schwieriger hingegen ist der handelsbezogene Ausblick. Der jüngste Waffenstillstand im Handelskrieg, auf den sich die Präsidenten aus China und den USA offenbar beim G20-Gipfel Ende November verständigten, wurde von den Märkten begrüßt. Allerdings herrscht wenig Zuversicht, dass die Handelsspannungen damit beendet sind, denn viele US-Amerikaner beschäftigt auf längere Sicht die Sorge, dass China in verschiedener Hinsicht eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA darstellen könnte. 

Angesichts dieses schwierigen Umfelds lassen wir an den Aktienmärkten weiterhin Vorsicht walten und haben das Risiko trotz der Korrektur zuletzt kaum erhöht.

Unser Schwerpunkt liegt unverändert auf solchen Unternehmen, die am besten gerüstet sind, um der gegenwärtigen Abkühlung zu trotzen, und die sich zudem die günstigen längerfristigen Trends zunutze machen können, die wir weiterhin in der Region erkennen. Dazu zählen der ungebrochene Anstieg des Binnenkonsums und das Wachstum der Dienstleistungsbranchen in Ländern wie Indien, Indonesien und China. Ebenfalls erwähnenswert sind die Technologieführerschaft chinesischer Internetriesen und das Wachstumspotenzial der branchenführenden Hardware-Unternehmen in Korea und Taiwan.

Matthew Dobbs, Fondsmanager, Asian Equities & Leiter Global Small Cap:

Im Hinblick auf die Bewertungen werden asiatische Aktien aktuell insgesamt zu den Niveaus gehandelt, die zuletzt nach dem Einbruch der regionalen Märkte Ende 2015 und Anfang 2016 vorherrschten. Damit bieten sie allmählich etwas Wertpotenzial.

Trotz der Handelsprobleme können wir immer noch einige gute Chancen bei einzelnen asiatischen Exportunternehmen ausmachen. Unternehmen, die mit ihren Produkten ein hohes Maß an Wertschöpfung bieten und komplexe Lieferketten aufweisen, stufen wir positiv ein, da die Beschaffung alternativer Produkte somit schwierig wird.

Auch binnenorientierte Wachstumswerte in Sektoren wie Freizeit, Gesundheitswesen, Internetdienste und Bildung bieten vielversprechende Anlagemöglichkeiten. Infolge der diesjährigen Markteinbrüche befinden sie sich nun wieder auf attraktiven Niveaus.

Einige Banken in der Region bewerten wir ebenfalls unvermindert positiv. Hierbei handelt es sich um Banken mit hoher Kapitalausstattung, die anscheinend in der Lage sind, Verluste bei Bedarf auffangen zu können. Wir erwarten keine deutlich höheren Verluste aus notleidenden Krediten infolge ausbleibender Zahlungen, sondern vielmehr eine attraktive Kombination aus solidem Wachstum und unprätentiösen Bewertungen.

Aufgrund des unsicheren Umfelds nehmen asiatische Managementteams nur vereinzelt Investitionen vor, obgleich die Bilanzen (zumindest die unserer bevorzugten Unternehmen) robust erscheinen. Folglich befinden sich die freien Cashflows auf historischen Höchstständen, was für robuste Dividenden spricht.

Robin Parbrook und Lee King Fuei:

Da globale Aktien sich an der Schwelle zu einem Bärenmarkt befinden (Rückgang von 20 %), fragen sich die mutigeren unter den antizyklisch vorgehenden Anlegern unweigerlich, ob es an der Zeit ist, Käufe zu tätigen. Um diese Frage zu beantworten, richten wir unsere Aufmerksamkeit stets auf die Bewertungen.

Dabei setzen wir im Wesentlichen auf zwei Indikatoren: Einer davon ist der Bewertung des Aktienmarkts der Region als Ganzes gewidmet (Top-down-Analyse), während der andere das Bottom-up-Prinzip verfolgt, also die einzelnen Unternehmen und Aktien überprüft.

Bei Betrachtung des ersten Indikators stellen wir fest, dass der deutliche Rückgang des regionalen Index im Oktober das Niveau, das uns im Allgemeinen zu einer positiveren Einschätzung der asiatischen Aktienmärkte verleitet, nur knapp verfehlt hat. Leider teilt unser Bottom-up-Bewertungsindikator diesen Enthusiasmus nicht. Trotz überproportionaler Verluste einiger Einzeltitel weisen derzeit lediglich 58 % der von unseren Analysten abgedeckten Aktien wieder Aufwärtspotenzial gegenüber ihrem fairen Wert auf. Diese Ziffer liegt nur geringfügig über dem langfristigen Durchschnittswert und ist weit entfernt von den 70 %, die wir gerne sehen würden, da ein solcher Anteil vielfältige Absolute-Return-Chancen signalisiert. Gemäß unseren Berechnungen wäre eine weitere Kurskorrektur von 14 % erforderlich, um dorthin zu gelangen (bei ansonsten gleichbleibenden Bedingungen).

Unterdessen setzen Bewertungskennzahlen den Aktienkurs ins Verhältnis zur zugrunde liegenden fundamentalen Größe, seien es Gewinne, Dividenden, Umsätze o. ä. Die Preiskomponente stellt zwar weiterhin den dynamischeren Teil dar, doch auch die Fundamentalkomponente kann sich mit der Zeit ändern. Ändern sich die Fundamentaldaten erheblich, können die derzeit günstigen Märkte – selbst bei unveränderten Preisen – morgen schon teuer erscheinen.

Im Vergleich zu früheren Gewinnrevisionsphasen – darunter die weltweite Finanzkrise und die europäische Schuldenkrise – scheint der derzeitige Zyklus sowohl in Bezug auf den Umfang als auch die Dauer noch in den Kinderschuhen zu stecken.

Auf dem Höhepunkt der Asienkrise büßte Asien über einen Zeitraum von vier Jahren fast die Hälfte seiner Gewinne ein.

China versinkt in wirtschaftlicher Hinsicht zunehmend in einer Art Sumpf, da die Risiken entweder in Bezug auf eine bevorstehende Währungsabwertung oder eine Rezession zunehmen. Zwar sieht unser Basisszenario keine dieser beiden Entwicklungen vor, doch würden sie Asien hart treffen, sollte die eine oder andere eintreffen. Angesichts der enormen Bedeutung der chinesischen Wirtschaft und des regen intraregionalen Handels kann sich die Region glücklich schätzen, wenn sie mit einem blauen Auge davonkommt, wenn China auch nur niest.

In Anbetracht dieser Umstände empfehlen wir Anlegern, Vorsicht walten zu lassen und wirtschaftliche Trends in China genau zu beobachten. Da wir davon ausgehen, dass sich die oben aufgeführten Extremrisiken nicht bewahrheiten, werden wir unsere bevorzugten Titel bei Schwäche weiter aufstocken. Diese finden wir in erster Linie in den Märkten, die unseren langfristigen Bewertungsmodellen zufolge das meiste Aufwärtspotenzial bieten – Australien, Hongkong und Singapur.

Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar. Der Beitrag wurde am 28.12.18 auch auf schroders.com veröffentlicht.

WisdomTree bietet mit neuem ETF Anlagechancen im Bereich KI

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WisdomTree ist mit der Nasdaq und der Consumer Technology Association (CTA) eine Partnerschaft eingegangen – mit dem Ziel der Auflegung eines ETF, der Anlagechancen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) bietet. Der WisdomTree Artificial Intelligence UCITS
ETF (ISIN DE000A2N7NJ6 / WKN
A2N7NJ)
 ist seit
Freitag, 11. Januar 2019 an der Deutschen Börse Xetra notiert und
weist eine Total Expense Ratio (TER) von 0,40 % auf. 

Mit dem neuen
ETF erhalten Investoren liquiden und kostengünstigen Zugang zu dem exponentiell
wachsenden Technologie-Megatrend KI. Dieser wird WisdomTree zufolge weltweit in
allen Branchen zu Effizienzgewinnen führen, neuartige Geschäftsmodelle
ermöglichen und unseren Alltag und unsere Arbeitswelt grundlegend verändern.

Dazu
Christopher Gannatti, WisdomTree Head of Research für die Region Europa: „Wir
freuen uns, mit der Nasdaq und der CTA als Experten für KI und
Technologiemärkte zusammenzuarbeiten. In unserer Kooperation konnten wir neben
unserer eigenen Expertise auch auf den immensen Erfahrungsschatz unserer
Partner zurückgreifen und so neuartige KI-Anlageoptionen entwickeln.“

Gannatti
ergänzt: „Im Interesse einer optimalen Wertschöpfung aus dem KI-Bereich ordnen
wir die entsprechenden Unternehmen in drei Kategorien ein: Engager, Enabler und
Enhancer*. Bei der Betrachtung des Nutzens für ihre Portfolios sollten sich
Anleger auf einen langfristigen Zeithorizont ausrichten und technologische
Fortschritte in Richtung autonomes Fahren, Digitalisierung der Arbeitswelt,
Gesichtserkennung sowie weitere Anwendungen für intelligente Maschinen
berücksichtigen, die unsere Welt grundlegend wandeln dürften.“

Rafi Aviav,
für Europa zuständiger Head of Product Development bei WisdomTree, fügt hinzu:
„KI ist eine revolutionäre Technologie, und das Marktvolumen für KI-Produkte
und -Dienstleistungen dürfte sich in den kommenden drei Jahren mehr als
verdreifachen[1]. Der neu
aufgelegte Fonds bietet die Chance, von diesem prognostizierten Wachstum zu
profitieren. Der ETF ist Ergebnis einer über ein Jahr laufenden Kooperation
zwischen WisdomTree, der Nasdaq und der CTA.”

„Der Fonds deckt auf breiter Basis den Upstream[2]– und Midstream[3]-Bereich der KI-Wertschöpfungskette ab und
schafft so ein Gleichgewicht zwischen Diversifizierung und fokussierter Positionierung
in den innerhalb des KI-Marktes voraussichtlich am stärksten wachsenden
Segmenten der Wertschöpfungskette“, so Aviav weiter.

Für die
automatische Auswahl von im wachsenden KI-Sektor tätigen Unternehmen gibt es
kein gängiges System der Klassifikation. Die Auswahl von Werten für das Indexportfolio
erfordert folglich Research durch Experten, die mit der KI-Wertschöpfungskette
und allgemein mit den Technologiemärkten bestens vertraut sind. So bleibt das
Portfolio auf Anlagen im Bereich KI fokussiert und wird nicht lediglich zu
einem weiteren breit gefassten Technologiefonds.

„Aus unserer
Sicht verbindet der einzigartige Ansatz des Fonds aktive und passive
Investmentphilosophien optimal und schafft so erstklassige Chancen, am
KI-Megatrend zu partizipieren. Die im Fondsportfolio vertretenen Unternehmen
profitieren bereits in hohem Maße vom KI-Potenzial in zahlreichen Branchen und
sind für das weitere Wachstum des Sektors gut aufgestellt“, ergänzt Aviav.

„KI wird im
nächsten Jahrzehnt zu einer der grundlegenden Technologien und kommt praktisch
überall zum Einsatz – in der Fertigung, im Einzelhandel sowie bei Banken und
Versicherungen. Daraus ergeben sich neue Geschäftschancen“, kommentiert Jack
Cutts, Senior Director of Business Intelligence and Research bei der CTA. „Auf
der im Januar stattfindenden CES® 2019 – der weltweit wichtigsten
Technologiekonferenz – wird die KI mit ihrem enormen Potenzial für einen
positiven Wandel unserer Lebenswelt zum zentralen Thema. Wir freuen uns über
die Kooperation mit der Nasdaq und mit WisdomTree, mit der wir den KI-Sektor
für die Anleger erschließen.“

„Die
Entwicklung der künstlichen Intelligenz hat einen entscheidenden Punkt
erreicht, an dem sie weiteres Wirtschaftswachstum generieren und neue
Potenziale und Geschäftsfelder eröffnen kann“, so Dave Gedeon, Vice President
und Head of Research and Development bei Nasdaq Global Indexes. „Der
Nasdaq CTA Artificial Intelligence Index dient als wichtige Vergleichsgröße, um
die Einführung von KI in einer Vielzahl von Wirtschaftszweigen
nachzuvollziehen. Diese bahnbrechende Technologie führt zu raschen
Produktivitätssteigerungen und Kapazitätserweiterungen.“

Der
WisdomTree Artificial Intelligence UCITS ETF im Überblick

Der
WisdomTree Artificial Intelligence UCITS ETF bildet den Nasdaq CTA Artificial
Intelligence Index nach. So können Anleger ihre Investments diversifizieren und
sich gleichzeitig auf Unternehmen fokussieren, die voraussichtlich am
deutlichsten von der zunehmenden Einführung und Leistungsfähigkeit von
KI-Lösungen profitieren. Der Index kann mittels halbjährlicher Aktualisierung
angepasst werden, um neu entstehende KI-Trends und in den Markt eintretende
Unternehmen zu berücksichtigen. Derzeit umfasst er weltweit 52 Werte, auf die
strenge Einschlusskriterien Anwendung finden:

  • Definition
    des Universums
    : Für die
    Aufnahme in den Index müssen Unternehmen an bestimmten anerkannten Börsen
    notiert sein und Mindestkriterien für Liquidität und Marktkapitalisierung erfüllen.
  • Identifikation
    und Klassifikation:
    Unternehmen
    werden als der Wertschöpfungskette der künstlichen Intelligenz (KI) zugehörig
    identifiziert und in eine der folgenden Kategorien eingeordnet: Enhancer,
    Enabler und Engager (siehe nachstehende Definitionen).
  • Ermittlung
    der KI-Intensität:
    Für jede einzelne
    Aktie wird die KI-Intensität ermittelt und bewertet.
  • Auswahl
    der Top-Werte
    :
    Ausgewählt werden ausschließlich Unternehmen, deren Scores unter den Top 15 der
    jeweiligen Kategorie (Enhancer, Enabler und Engager) liegen. Sie werden in der
    entsprechenden Kategorie gleichmäßig gewichtet.
  • Gewichtung: Insgesamt ergeben sich für die einzelnen
    Kategorien folgende Indexgewichtungen: Engager 50 %, Enabler 40 %,
    Enhancer 10 %.

*Engager:
Unternehmen
mit Fokus auf der
Bereitstellung KI-gestützter Produkte und Dienstleistungen.

Enabler:
Wichtige Unternehmen des Sektors – einige ihrer Kernprodukte und
-dienstleistungen sind grundlegend für KI. Dazu gehören Hersteller von
Komponenten (darunter entsprechende CPUs, Grafikprozessoren usw.) sowie
Plattform- und Algorithmenanbieter, welche die Entwicklung und Ausführung von
KI-Prozessen ermöglichen.

Enhancer:
Im
KI-Sektor bekannte Unternehmen, deren relevante/s Produkt oder Dienstleistung
allerdings derzeit keinen wesentlichen Umsatzbeitrag generiert. Dazu gehören
Chiphersteller sowie Plattform- und Algorithmenanbieter, welche die Entwicklung
und den Betrieb bzw. die Ausführung von KI-gestützten Produkten bzw.
Dienstleistungen ermöglichen.

Anteilsklasse TER Börse Handelswährung Börsencode ISIN/WKN
WisdomTree Artificial Intelligence UCITS ETF – USD Acc 0.40% Xetra EUR WTI2 DE000A2N7NJ6/ A2N7NJ


[1] Quelle: New IDC Spending Guide, International Data Corporation (IDC), 19. September 2018.

[2] Das Upstream-KI-Segment umfasst Komponentenhersteller, Plattform- und Algorithmenanbieter.

[3] Das Midstream-KI-Segment umfasst vor allem Anbieter KI-gestützter Lösungen.

DAX beginnt die Woche im Minus und Asset Manager bauen Stellen

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Börsen in Asien geben nach

Schlechter als erwartete Handelszahlen aus China haben die Börsen in Asien auf Talfahrt geschickt. Der Hang Seng Index fiel um 1,4 %,  der Shanghai Composite Index schloss um 0,7 % leichter und der Yuan gab gegenüber dem US-Dollar 0,1 Prozent nach. Die chinesischen Exporte gingen im Dezember gegenüber dem Vorjahr um 4,4 % zurück, die Importe fielen um 7,6 %. Das sind die schlechtesten Werte seit 2016. 

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Asset Manager bauen Stellen ab

Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock will drei Prozent seiner Arbeitsplätze abschaffen. Auch in Deutschland soll Personal abgebaut werden. Laut einer Meldung von Bloomberg sollen in den kommenden Wochen 500 Stellen wegfallen.

Auch State Street will beim Personal die Axt anlegen: 15 Prozent der Senior Manager müssen ihren Hut nehmen. Und Morgan Stanley sortiert die Underperformer in den Bereichen Fixed Income und Equity aus. Die Banco Santander wiederum will 1.400 Stellen streichen und die japanische Bank Nomura will sich weitgehend aus Europa zurückziehen.

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DAX beginnt die Woche im Minus

Mit Kursverlusten von 0,6 Prozent startet der Aktienindex DAX in die neue Woche: Verkauft werden Fresenius (-1,5%), Wirecard (-1,7%) und Beiersdorf (-1,8%). Gefragt sind die Aktien von Lufthansa (+2,4%), Covestro (+1,0%) und Volkswagen (+0,9%). Der Leitindex selbst notiert bei 10.825 Zählern.

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Ölpreis steigt wieder

Das Öl hat sich von seinen Tiefständen Ende Dezember erholt. Die beiden Hauptsorten Brent und WTI werden aktuell mit 60 US$ respektive 51 US$ gehandelt. Das sind beim Brent fast zwanzig Prozent mehr als der Tiefstkurs, beim WTI immerhin fast 17 Prozent.  Allerdings sind beide Ölsorten noch weit entfernt von ihren Höchstnotierungen Anfang Oktober, als für Brent 85 US$ und für WTI fast 75 US$ gezahlt wurden. Nun hoffen die Märkte, dass sich dasWachstum der US-Ölindustrie verlangsamt, damit sich die Preise erholen können.

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Renditen sinken wieder

Die Rendite der 5-jährigen US-Referenzanleihe liegt aktuell bei 2,5 %, Anfang November wurden 3,08 % verzeichnet. Die 10-jährige Bundesanleihe wird aktuell für  0,24 % gehandelt – zu Jahresanfang waren es noch 0,15 %. Die Renditen der französischen Staatsanleihen liegen bei  0,64% und Italien muss 2,88 % zahlen. 

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Gold kommt wieder

Die Goldfans können aufatmen: Dem Edelmetall wird ein Comeback prophezeit. Goldman Sachs hat das Kursziel für eine Unze auf 1.425 US$ angehoben. Das wäre der höchste Preis, den Gold in den vergangenen fünf Jahren erzielt hat. Investoren auf der Suche nach „defensiven Assets“ sollen dem Goldpreis auf die Beine helfen, meint Analyst Jeffrey Currie.

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Chefvolkswirt: Frankreich droht Abschwächung der Konjunktur

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Die Wahrnehmung der Haushalte in Bezug auf ihre eigene
Situation oder die der Franzosen insgesamt sei auf ein Niveau gefallen, das
sich nicht unbedingt stark von demjenigen unterscheide, das in der Zeit nach
dem Lehman-Schock 2008/2009 beobachtet wurde.

Philippe Waechter, Chefvolkswirt des französischen Investmenthauses Ostrum Asset Management: „Diese Kennzahl beschreibt sehr gut, was im Moment
in Frankreich passiert. Der Unterschied besteht darin, dass der Schock
2008/2009 von außen kam, und es in gewisser Weise genügte, darauf zu warten,
dass die Effekte nachließen. Heute ist der Schock endogen, er hat seine Ursache
in der Dynamik der französischen Gesellschaft. Wenn wir uns den einjährigen
Trend des Vertrauensindex der Haushalte ansehen, sehen wir, dass der Schock
stärker ist als im Winter 1995, als die französische Wirtschaft erstarrte.

Die
Folge ist, dass die Haushalte keine Pläne mehr für die Zukunft machen können.
Das führt zu einer eher abwartenden Haltung, die wiederum zu einer Abschwächung
der Konjunktur führt – die Dynamik eines Teufelskreises. Um da herauszukommen,
muss die Regierung bahnbrechende Maßnahmen vorschlagen, die sehr schnell die
Perspektive jedes Einzelnen verändern können, um dramatische politische Exzesse
zu vermeiden. Eine Erhöhung der Steuerlast ist sicher keine Lösung.“