Die italienischen Regierungskrise und ihre Folgen

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Der
italienische Präsident Sergio Mattarella hat nach längerem politischem Patt
sein Veto gegen die Entscheidung der Fünf-Sterne-Bewegung und der Lega Nord
eingelegt, den Euroskeptiker Paolo Savona zum Finanzminister zu wählen.

Laut
Mattarella war die Entscheidung durch die Tatsache gerechtfertigt, dass die
neue Regierung nicht für ein Versprechen, den Euro zu verlassen, gekämpft hat.
Deshalb hat Moody’s das Kreditrating von Italien unter Beobachtung gestellt.


Auswirkungen auf die Märkte

Im
Zuge der Unsicherheit sind europäische Aktien gefallen. Italiens FTSE MIB fiel
am Dienstag um 3 Prozent, während auch der Euro Stoxx 50 und der deutsche DAX
einige Verluste hinnehmen mussten. Der in der vergangenen Woche begonnene
Ausverkauf von italienischen Staatsanleihen setzte sich fort, wobei die Rendite
der zweijährigen Papiere die 2-Prozent-Marke überschritt.*

 

Unsere Meinung

Laurent Clavel, Head of
Macroeconomic Research, AXA IM:

“Aus
makroökonomischer Sicht sind die Auswirkungen auf kurze Sicht eher neutral, da
sie die Aussicht auf eine populistische Regierung, die auf dem besten Weg zu
einer unsoliden Haushaltspolitik und Konfrontation mit den europäischen
Partnern und Institutionen war, zunichtemachen.

Mittelfristig
bleiben jedoch Risiken bestehen. Obwohl Mattarella von vielen Seiten für seine
Entscheidung heftig kritisiert wurde und sogar ein Amtsenthebungsverfahren
diskutiert wurde, glauben wir, dass dies unwahrscheinlich ist, da Mattarella
nach der Verfassung sowohl den Premierminister als auch die Minister bestimmen
darf.“

 

Was
folgt?

Mit
Blick auf die Zukunft können wir eine Reihe von Möglichkeiten nicht
ausschließen. Mattarella übergab dem ehemaligen IWF-Exekutivdirektor Carlo
Cottarelli das Mandat zur Bildung einer technokratischen Regierung. Cottarelli
wird die Nachfolge von Paolo Gentiloni als Premierminister antreten, aber
wahrscheinlich keine Mehrheit finden und das Land zu Neuwahlen führen.

Jüngste
Umfragen deuten darauf hin, dass die Lega Nord im Vergleich zum 4. März um etwa
8 Punkte zulegen würde, die Fünf-Sterne-Bewegung ist stabil, während Forza
Italia und PD etwas an Boden verlieren würden.

 

*Quelle:
Bloomberg

Scope sieht deutsche Fondsanbieter vorn

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In die Bewertung von Scope fließen Kennzahlen wie der Langzeitertrag sowie die Wertstabilität ein. Um ein qualitatives Rating zu erhalten müssen die Fonds mindestens fünf Jahre am Markt sein. Unter den großen Fondsgesellschaften, die mehr als 25 bewertete Fonds verwalten, verzeichnet der österreichische Asset-Manager Kepler Fonds in den ersten drei Monaten 2018 die höchste Erfolgsquote. Von 37 bewerteten Fonds erhielten 23 ein Top-Rating. Das entspricht einer Quote von gut 62%. Mit einer Quote von 56% belegt die britisch-südafrikanische Fondsgesellschaft Investec Rang zwei. Von ihren 25 untersuchten Fonds erhielten 14 ein A- bzw. ein B-Rating von Scope. Auf die gleiche Quote kommt der deutsche Anbieter Metzler. Die Frankfurter legen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen  Riesen-Performance-Sprung hin und verbessern sich von Rang 32 auf den zweitbesten Platz. 

Insgesamt vier deutsche Fondsgesellschaften schaffen dank guter Ratings ihrer Fonds den Sprung in die Top-Ten der besten großen Fondsanbieter. Neben Metzler halten die Deka (Rang 6) sowie Union Investment (Rang 7) und die Allianz GI (Rang 10) die deutsche Fahne hoch. Im letzten Jahr gelang es nur der Deka, sich einen Platz in der Bestenliste zu erarbeiten. Nicht mehr in der Top-10-Wertung vertreten sind dagegen die Assetmanagement-Sparten von Goldman Sachs, State Street, Legg Mason, JPMorgan sowie Invesco. 

Große Gesellschaften: Metzler schafft es auf Platz drei 

Scope Rating große Fondsanbieter
Scope Rating große Fondsanbieter

Bei den als klein eingestuften Fondsgesellschaften – mit weniger als 25 aber mehr als acht Fonds auf dem Markt – sticht die Pariser Fondsboutique DNCA Finance alle anderen Anbieter aus. 100 Prozent ihrer Fonds erhalten ein Top-Rating von Scope. Knapp dahinter kommt Sparinvest aus Österreich. Erfolgreichster deutscher Anbieter ist auf Rang sechs die Asset-Management-Sparte des Siemens Konzerns, SKAG, mit einer Erfolgsquote von 62,5%. Flossbach von Storch fiel dagegen aus der Bestenliste. Ihre Rating-Ratio fiel um 20 Prozentpunkte auf jetzt 50%. 

Kleine Gesellschaften: Siemens und MEAG unter den ersten zehn

Scope Rating kleine Anbieter
Scope Rating kleine Anbieter

Märkte im Bann der Politik

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Mit 12.938 Punkten schloss der DAX am Freitag mit einem Minus von knapp 150 Punkten (-1,1%) gegenüber dem Wochenauftakt. Anleger zeigten sich angesichts der rund um den Globus verstreuten, schwelenden Handelskonflikte der USA verunsichert. Zwar gab es keine Neuigkeiten im Streit mit dem Iran und Venezuela, aber US-Präsident Trump stellte das anberaumte Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zunächst wieder infrage. Zudem relativierte er den Fortschritt einer Einigung im Handelsstreit mit China. Darüber hinaus wurde bekannt, dass Trump Strafzölle auf Auto-Importe aus der EU erheben möchte. Für Claudia Windt von der Helaba wird die Gemengelage die Märkte noch eine Weile beschäftigen. Derzeit habe es nicht den Anschein, dass die Sorgen um einen Handelskonflikt schnell nachlassen werden. 

Positive Wirtschaft

Dennoch fing sich der deutsche Blue-Chips Index zum Wochenausklang und schloss am Freitag mit einem kleinen Plus (0,6%) gegenüber dem Vortag. Grund dafür sind nach wie vor gute wirtschaftliche Daten. So konnte der ifo-Geschäftsklimaindex seine Talfahrt beenden. Das Stimmungsbarometer war in den Vormonaten konstant gefallen. Es bleibt im Mai mit 102,2 Punkten auf dem Niveau des Vormonats. Für ifo-Präsident Clemens Fuest ein positives Signal: „Die deutsche Wirtschaft behauptet sich gut in einer schwierigen Weltlage“, so der Chefökonom. 

EU-Krise aufgeschoben

Auch der gegenwärtige Euro-Kurs sollte die Aktienmärkte eigentlich beflügeln. Ein schwacher Euro hilft der Exportwirtschaft. Am Freitag war der Euro auf 1,1646 USD – ein Sechsmonatstief – gerutscht. Experten machen dafür unter anderem die Lage in der drittgrößten EU-Volkswirtschaft Italien verantwortlich. Zum Wochenausklang stand die Regierungsbildung der EU-kritischer Parteien  5 Sterne und Lega kurz vor dem Abschluss. Gestern verweigerte Präsident Materella der Koalition seine Zustimmung. Das bedeutet Neuwahlen und auf der einen Seite, dass eine zweite EU-Schuldenkrise erst einmal vom Tisch ist. Dennoch blieben die Unsicherheiten in Italien, so Klaus Dieter Foertsch, Experte der Nord/LB, denn die Lösung der italienischen Probleme sei damit nur aufgeschoben. 

Ölförderung stabil

Positive konjunkturelle Signale kommen auch vom Ölmarkt. Mit Saudi-Arabien und Russland äußerten gleich zwei Big-Player im internationalen Ölgeschäft, die Fördermenge künftig erhöhen zu wollen. Die Preise für Brent und WTI gaben darauf deutlich nach. Sie waren nach Bekanntwerden der US-Iransanktionen, die dem Ölmarkt bis zu 1 Mio. Barrel pro Tag entziehen könnten, steil angezogen. 

Steigende Ölproduktion der USA

Entwicklung der Ölförderung in den USA
Entwicklung der Ölförderung in den USA

Quelle: guidance

Unberechtigt, meint Clemens Schmale, Finanzmarktexperte des Analysehauses Guidance. Auf dem Ölmarkt gebe es angesichts der steil ansteigenden Fördermengen der USA sowie dem bis dato weiter fließenden Öl aus dem Iran keine Ölknappheit – denn noch seien die US-Sanktionen nicht in Kraft. 

Aktienfonds Europa – die fünf besten Fonds

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FundResearch hat die Performance von Aktienfonds der Kategorie “Europa” in den vergangenen fünf Jahre untersucht. Das Szenario basiert auf der Annahme einer monatlichen Sparrate von 300 Euro. Ein fiktiver Anleger zahlt jährlich 3.600 Euro ein, insgesamt kommen auf diese Weise 18.000 Euro zusammen. ETFs werden von der Untersuchung ausgeschlossen, die Ertragsverwendung der Fonds muss thesaurierend sein, Mindestalter der Fonds ist entsprechend des betrachteten Zeitraums fünf Jahre. Die Analysedaten und -charts stammen aus der führenden  Berater-Software FINANZEN FundAnalyzer (FVBS). Das Analyse-Universum der Kategorie umfasst knapp 140 Fonds, die den vorgegebenen Kriterien entsprechen. 

Aktive Fonds lassen Indexfonds kaum eine Chance

Aktive europäische Aktienfonds machen jedem Indexfonds das Leben schwer. Nahezu jeder Fonds der Kategorie schlägt über die vergangenen fünf Jahre den Vergleichsindex STOXX Europe 600. Nur sieben Fonds liegen schlechter als der Index, der über den Betrachtungszeitraum knapp 20 % zulegen kann. Die maximale Outperformance kann sich hierbei sehen lassen: Die besten Fonds verdoppeln die Indexleistung. 

Aktienfonds Europa: Top-5-Produkte nach Fünf-Jahres-Wertentwicklung

Sparpläne in der Übersicht
Sparpläne in der Übersicht

Quelle: Finanzen FundAnalyzer

Der Testsieger stammt vom deutschen Fondsanbieter MainFirst und erwirtschaftete in den vergangenen fünf Jahren satte 12 % pro Jahr. Der MainFirst Top European Ideas (ISIN: LU0308864023) verwaltet rund 1,5 Mrd. Euro. Gemanagt wird er vom Trio Olgerd Eichler, Evy Bellet und Alexander Dominicus. Anleger, die dem Fonds fünf Jahre ihr Vertrauen schenkten, hätten heute 24.356 Euro im Depot. Insgesamt legt der Fonds immerhin 6.356 Euro auf die angesparten Beträge drauf. 2017 wurde das Trio für ihr herausragendes Fondsmanagement mit einem “Sauren-Award” ausgezeichnet. Der Fonds wird aktuell mit der €uro FondsNote 2 bewertet. Mit ihrem Produkt beweisen die MainFirst-Manager, dass sich eine langfristig angelegte Investmentstrategie bezahlt macht. Sie setzen, wohl auch wegen der langen Haltedauer, auf starke Fundamentaldaten. Mindestens 75 % ihrer Titel, so die Idee, sollen überdurchschnittlich gute Fundamentaldaten aufweisen. Zwischen Large-, Small- und Mid-Caps machen die Experten dagegen keinen Unterschied. Die Frankfurter legen überwiegend im Finanzsektor an, haben aber auch Industrie-Titel im Portfolio. Zu den größten Positionen zählen neben BMW mit knapp 10 % auch eher unbekannte Namen wie die BEFESA AG, ein knapp 500 Mio. Euro schweres Recycling-Unternehmen, das erst seit gut drei Monaten an der Börse gehandelt wird. Allerdings hat die Strategie ihren Preis: Die Volatilität (ebenfalls auf 5 Jahre berechnet) liegt mit 14,41 % auf hohem Niveau und klar über der Benchmark (11,4 %). 

Den zweiten Platz in der Auswertung erklimmt der Jupiter European Growth L (ISIN:  LU0260085492). Er bringt in fünf Jahren 23.374 Euro über die Ziellinie. Das entspricht einer kumulierten Wertentwicklung von 29,9 %. Alexander Darwall leitet seit mehr als zehn Jahren die Geschicke des Fonds, der sich an langfristig orientierte Anleger richtet, die nicht das Risiko scheuen. Seine Strategie zahlt sich aus: Der Fonds ist mit der €uro FondsNote 1 ausgezeichnet. Darwall geht bei seiner Aktienselektion Bottom-up vor. Daneben kann der Fondsmanager Futures, Anleihen, Optionen und Barmittel zur Risikoabsicherung einsetzen. Über 2,4 Mrd. Euro hat der Fonds mittlerweile eingesammelt, die der Manager zu mehr als vier Fünfteln in Large-Caps investiert. Allokiert ist Darwall derzeit vorwiegend in Industriewerte (24 %) sowie in Titel aus dem Dienstleistungssektor (20 %). Ebenfalls stark vertreten sind Unternehmen aus dem Gesundheitssektor (17 %) und Finanzwerte (13 %). 

Erreichen mit wenig viel: die Leichtgewichte unter den Besten 

In einer ganz anderen Gewichtsklasse ist der Meinl Core Europe (ISIN: AT0000685425) unterwegs. Er bringt lediglich 6,2 Mio. Euro auf die Waage. Der Performance des von Arno Mittermann betreuten Fonds tut es keinen Abbruch. Über die Laufzeit rentiert der Fonds mit einem Plus von 29 % nur knapp hinter den beiden vor ihm platzierten Schwergewichten. 23.220 Euro bedeuten einen Mehrwert von 5220 Euro nach Abzug aller Gebühren. Auch Mittermann setzt vorwiegend auf Large-Caps, in die mit langem Horizont investiert wird. Zur Selektion setzt er auf ein eigenes Value-Quant-Modell, das auch dazu dient, kurzfristig in unterbewertete Titel investieren zu können. Während die beiden ersten im Feld ihren Fokus weder auf Telekommunikations- noch Rohstoff- noch Finanzunternehmen legen, allokiert Mittermann zur Zeit gezielt in die beiden Sektoren. Mehr als ein Drittel der Positionen bilden Finanztitel, knapp ein Sechstel in Rohstoffwerte, mehr als ein Achtel des Fondsvolumens steckt im Telekommunikationssektor. Das schlägt sich durchaus in einer höheren Volatilität nieder: Mit 17,8 % p.a. liegt sie deutlich über der des STOXX 600. 

Erhöhte Volatilität: MainFirst- und Meinl-Fonds

Risiko Rendite Auiswertung
Risiko Rendite Auiswertung

Quelle: Finanzen FundAnalyzer

Auf dem vierten Rang landet der B & P Vision – Q-Selection Europe (ISIN: LI0012044298). Auch er verwaltet lediglich 6,4 Mio. Euro, bringt aber einen Zuwachs von fast 28 % bzw. 5.031 Euro ins Anlegerdepot. Der Fonds hält ebenfalls die €uro FondsNote 1. Verwaltet wird der Fonds seit Auflage im Jahr 2001 von Rolf Schneider. Bei der Kapitalanlage orientiert sich Schneider am MSCI PAN-Euro. Allerdings bildet er nicht einem Indexfonds gleich, den Index nach. Auf Grundlage quantitativer Analyse allokiert der Fonds mindestens zwei Drittel in Aktien – derzeit sind über 90 % in diese Assetklasse investiert. Das übrige Drittel kann Schneider frei in andere Wertpapiere stecken. Der Fonds ist auch darum eher als Hochrisiko-Anlage klassifiziert. Bei Aktien setzt der Fondsmanager derzeit vornehmlich auf Growth-Aktien. Die Top-Fünf Sektoren sind Rohstoffe (25 %), Technologie (22 %), zyklische Konsumgüter (20 %) sowie Finanzdienstleistungen (9 %) vor Immobilien (8 %). Trotz der Risikoneigung des Fonds bleibt die Vola mit 11,4 % absolut im Rahmen.

Reformen notwendig für Standort Europa

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Die jüngsten Entwicklungen
in Italien haben Investoren weltweit deutlich daran erinnert, warum
Risikoaktiva in der Eurozone immer billig erscheinen; existenzielle Bedrohungen
für die Eurozone sind nie weit entfernt. Die aktuellen Turbulenzen kommen nach
einer Periode außerordentlicher Ruhe und Gewinne für die Märkte und Wirtschaft
der Eurozone, welche durch den Sieg von Macron im vergangenen Jahr angetrieben
wurde.

Italien scheint für Neuwahlen
vorbestimmt zu sein, die für viele die Wahl zwischen der Demokratie und einer
autoritären Staatsführung bedeuten, mit dem Potenzial, einen Sommer der
Unzufriedenheit zu erzeugen. Ob die italienischen Wähler, die für populistische
Parteien gestimmt haben, sich durchsetzen und einen Weg einschlagen werden, der
die weitere Mitgliedschaft Italiens im Euro bedroht, bleibt abzuwarten.
Unabhängig davon und in Anlehnung an die Botschaft des Vereinigten Königreichs
muss die europäische Elite sicherlich akzeptieren, dass eine Reform notwendig
ist. Wenn es nicht gelingt, einige der Ungleichgewichte zu korrigieren, verurteilt
dies Europa regelmäßig zu einer Version dieser Krise und dazu, dass die
Vermögenswerte der Eurozone im Vergleich zu ihren globalen Konkurrenten mit
einem Abschlag gehandelt werden.

DAX: Pessimismus verleiht dem Index Stabilität

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Wöchentlich erhebt das „Handelsblatt“ unter mehr als 3000 Anlegern
die Börsenstimmung. Die Ergebnisse lässt die Redaktion vom Sentiment-Experten
Stephan Seibel, Inhaber des renommierten Analysehauses Animusx, interpretieren.
Seibel hält einen Börsencrash derzeit für unwahrscheinlich. Die Mehrzahl der Anleger
sei überwiegend pessimistisch gestimmt und habe darum ihre Aktienpositionen
reduziert. Daher sei das Marktpotential für weitere, drastische Kurseinbrüche
gesunken, so Seibel.

Grundlage seiner Bewertung ist die Annahme, dass optimistische
Anleger bereits im Markt investiert haben, sich  also wenig mögliche Investoren im Markt
befinden, die durch Zukäufe die Kurse nach oben treiben könnten. Pessimistische
Investoren seien dagegen nicht investiert. Ergo könnten auch nur wenige
verkaufen und die Preise nach unten drücken.

Aktuell sei die Anlegerstimmung mehrheitlich im Keller, die
gute Laune der Investoren aufgrund der letzten Kursverluste verflogen,
erläutert Seibel. Wider Erwarten steige der Zukunftsoptimismus aber nicht an. Die
Erwartungen an die kommende Kursentwicklung befänden sich derzeit auf dem
niedrigsten Niveau seit einem Jahr. „Anleger fürchten“, so Seibel gegenüber dem
„Handelsblatt“, „dass die Verluste in der vergangenen Woche nur der Auftakt für
schwächere Börsenzeiten sind“.

Diese Einschätzung zeigten auch die Umfrage-Ergebnisse der
vergangenen Wochen. Viele Anleger hätten ihre Positionen bereits verkleinert,
entsprechend sei die Verkaufsabsicht aktuell relativ gering.

Der DAX habe damit sein Abwärtspotential verloren. „Die
Ausgangslage spricht – ohne weitere Rückschläge in Politik und Wirtschaft – nicht
für einen Crash oder weitere heftige Kursverluste“, schließt Seibel.

Weil viele Investoren derzeit unterinvestiert sind, falle
die Situation bei positiven Ereignissen umgekehrt aus. Denn Potential für Zukäufe
sei vorhanden. Es fehle nur das auslösende Moment, so der Experte.

Fehler in der Blockchain ermöglicht Double-Spending

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Ein großes Problem digitaler Währungen ist die mangelnde Physis des Geldes. Da der Umlauf rein digital organisiert ist, könnten Daten wie eine Word-Datei kopiert und auf diese Weise digitales Falschgeld hergestellt werden. Eigentlich soll die Blockchain-Technologie genau hier entgegenwirken, indem jede Transaktion und damit jeder Bitcoin nachverfolgbar wird. Dafür erhält jede Transaktion einen eindeutigen Zeitstempel, der im Netzwerk errechnet und auf den Mitgliederrechnern bestätigt wird. Auf dieser Basis wird nach und nach die Blockchain gebildet. Doch das System erweist sich als anfällig. So können zum einen bestätigte Transaktionen spurlos verschwinden, zum anderen können Coins von Mitgliedern eines Blockchain-Netzwerks, die über viel Rechenpower verfügen, doppelt ausgegeben werden.

Der Schnellste ist nicht immer der Erfolgreiche

Einem Bericht des Computerfachmagazins c’t zufolge kommt es immer wieder vor, dass vom Netzwerk bestätigte Bitcoin-Transaktionen spurlos verschwinden. In diesem Fall gehen die Empfänger leer aus. Die Transaktion müsste noch einmal ausgeführt werden. Ursache dafür ist die Peer-to-Peer-Struktur des Bitcoin-Netzwerks. Im Netzwerk konkurrieren verschiedene Rechner um die Fortsetzung der Blockchain. Bei einer erfolgreichen Berechnung des Hashwerts, verbreitet der Rechner den berechneten Block an die an ihn angeschlossenen Rechner. Eine getätigte Transaktion wird den betroffenen Nutzern auf diese Weise bestätigt. Wenn zeitgleich ein anderer Rechner ebenfalls zur Lösung der Rechenaufgabe gelangt und seinen Strang schneller oder weiter im Netzwerk verbreitet als der erste, wird der erste Strang nachträglich gelöscht. Da nur der Strang in der Blockchain landet, der die meisten Nachfolger aufweist, werden alle anderen und die darin enthaltenen und bestätigten Transaktionen aufgehoben und aus dem Netzwerk entfernt.

Dieses Phänomen kann durchaus mehr als einzelne Transaktionen betreffen und ganze Zweige aus der Blockchain löschen. Wer eine Zahlung über das Netzwerk erhalten hat, kann also nicht darauf vertrauen, dass er wirklich über die Bitcoin verfügt.

Bitcoin: Doppelte Berechnung – doppelte Zahlungen

Die doppelte Strangbildung können rechenstarke Netzwerke für einen 51-Prozent-Angriff ausnutzen. Wie das Nachrichtenportal „Heise“ meldet, wurde vor kurzem bei dem Bitcoin-Ableger Bitcoin Gold eine solche Attacke durchgeführt. Die Angreifer erbeuteten auf diesem Weg Einheiten in Höhe von rund 18 Mio. US-Dollar hieß es von Seiten der Bitcoin-Gold-Betreiber.

Bei einer 51-Prozent-Attacke muss der Angreifer über mehr als der Hälfte der Miningleistung im Netz verfügen, um die Blockchain manipulieren zu können. Der Angreifer führt nacheinander zwei Transaktionen in zwei Netzwerken durch. Zunächst transferiert er in dem Netzwerk, das er nicht beeinflussen kann Einheiten der Kryptowährung. Anschließend, nachdem die Transaktion dort bestätigt worden ist, führt er eine Transaktion in dem Netzwerk durch, das er selbst über seine Rechenleistung beeinflussen kann, und das wegen der überragenden Rechenleistung über eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit für die Fortsetzung der Blockchain verfügt. Bei erfolgreichem Recheneinsatz profitiert der Angreifer von beiden Transaktionen.

Italien–Krise: Belastung für den europäischen Markt

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Während in den USA die ökonomischen Daten einen anhaltend positiven Eindruck vermitteln, litt in der vergangenen Handelswoche die Stimmung in Europa weiter. Grund dafür sind drohende Handelsbeschränkungen und eine befürchtete Neuauflage der Eurokrise angesichts der Entwicklungen in Italien. So wurden auf europäischer Ebene die Einkaufsmanagerindikatoren für den Bereich Dienstleistungen und das verarbeitende Gewerbe veröffentlicht. Obwohl von einer Stabilisierung ausgegangen wurde, verzeichneten die Ergebnisse einen weiteren Rückgang. Für Deutschland wurden die Zahlen des BIP-Wachstums im 1. Quartal veröffentlicht. Diese entwickelten sich mit 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal genau wie erwartet, allerdings hat sich die Wachstumsdynamik damit zuletzt abgekühlt. Beim ifo Geschäftsklima wurde der Abwärtstrend hingegen gestoppt. Der Index blieb im Mai unverändert. Zuletzt war er fünf Monate in Folge gefallen und wehrte sich somit gegen die weiter fallende Konsensschätzung. Die ifo-Erwartungen rangieren aktuell bei 98,5 Punkten. In den USA wurden derweil Daten zum Konsumentenvertrauen veröffentlicht. Der Index gab im Mai gegenüber dem Vormonat nach. Dies lag leicht unter den Erwartungen der Experten. Nichtsdestotrotz sind die Amerikaner/-innen mit Blick auf die eigene Wirtschaft weiterhin optimistisch. Denn Löhne steigen weiter, Neueinstellungen befinden sich auf Rekordhoch und die Arbeitslosenzahlen bewegen sich auf Rekordtief. Die FED hält demnach ein kurzfristiges Überschießen des Inflationsziels für angemessen. Zudem rechnen viele FED-Offizielle mit einer baldigen Zinserhöhung, wodurch die Zinserhöhungserwartungen für Juni stabil blieben. Insgesamt preist der Markt mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 90 Prozent eine Erhöhung im Juni ein.

Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent fiel um etwas mehr als zwei US Dollar und schloss auf einem Niveau von 76,44 US-Dollar je Barrel. Der US Dollar legte gegenüber dem Euro um knapp 1 Prozent weiter zu und steht nun bei 1,17 EUR/USD. Gegenüber dem japanischen Yen gab der Euro um 2,3 Prozent nach.

Aus Sicht des
Euro-Anlegers schnitt der US- amerikanische Aktienmarkt am besten ab. Negativ
entwickelte sich hingegen der japanische und europäische Aktienmarkt.
Innerhalb Europas entwickelte sich die Eurozone schwächer. Titel aus den
Industrienationen entwickelten sich schwächer als diejenigen aus den Emerging
Markets. Auf Sektorebene ergab sich folgendes Bild: In Europa entwickelten sich
die Sektoren IT, nicht-zyklische Güter und Telekom am besten. Eine ausgeprägte
Underperformance zeigten hingegen die Bereiche Versorger, Energie und Öl/Gas
auf. In den USA gehörten Titel aus den Sektoren Versorger, IT und zyklische
Güter zu den größten Gewinnern. Small Caps schnitten gegenüber Large Caps in
den USA schlechter ab, in Europa dagegen besser. Hinsichtlich der
Investmentstile „Value“ und „Growth“ entwickelten sich in
Europa, als auch in den USA Growth-Titel besser.

Im Rentenbereich mussten
Hochzinsanleihen und Anleihen mit kurzer Duration eine leicht negative
Entwicklung verkraften. Am besten schnitten Hartwährungsanleihen aus den
Schwellenländern ab. Es folgte eine leicht positive Entwicklung von Euro-Staatsanleihen
und Unternehmensanleihen mit IG Rating

Ombudsmann verzeichnet Beschwerderekord

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Im letzten Jahr gingen bei der Schlichtungsstelle 14.910 zulässige Beschwerden ein. Damit zeigten sich so viele Versicherungsnehmer unzufrieden mit ihrer Versicherung wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 2001. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl um 1,7%: 2016 betrug die Zahl der zulässigen Beschwerden noch 14.659. 

Nicht in der Statistik enthalten sind die Beschwerden, die von den Beschwerdeführern nach dem Einreichen nicht weiter verfolgt worden sind. Hier verzeichnet die Ombudsstatistik mit 52,4% einen besonders starken Zuwachs. Ließen 2016 noch 695 Versicherungsnehmer ihre Beschwerde nach der ersten Initiative ruhen, waren es 2017 mit 1.059 mehr als doppelt so viele. Dagegen reduzierte sich die Zahl der unzulässigen Beschwerden erneut. Um etwas mehr als zehn Prozent sanken jene Beschwerden, die wegen mangelnder Zuständigkeit der Beschwerdestelle oder anderer formaler Fehler behördlich nicht verfolgt werden konnten, von 4.225 im Jahr 2016 auf 3.785 im Jahr 2017.  

Die Zahl der insgesamt beim Ombudsmann eingereichten Beschwerden fällt mit 19.754 deutlich höher aus. Sie blieb gegenüber dem Vorjahr relativ konstant (+0,9%). 

Versicherungen: Beschwerden auf Rekordstand

Beschwerdestatistik Versicherungen
Beschwerdestatistik Versicherungen

Quelle: Versicherungsombudsmann

Unzufriedenheit mit Kreditversicherungen sinkt

Zufriedenheit mit Versicherungen
Zufriedenheit mit Versicherungen

Riskanter Fehler bei der Kapitalanlage

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Vermögende Anleger sind überwiegend in heimische Aktientitel investiert. Eine Mehrheit schätze dabei das Risiko ihrer Kapitalanlage falsch ein. Mit der Beratung durch ihre Bank/Sparkasse seien 30% der Befragten unzufrieden. Auf persönliche Beratung verzichten wollten dennoch die wenigsten. Nachhaltigkeitskriterien bei der Kapitalanlage zählten besonders, so die wesentlichen Ergebnisse des Private-Banking-Reports 2018, den die Linzer Johannes Kepler Universität in Kooperation mit der LGT-Bank herausgegeben hat.

Aktien alternativlos

über 360 Privatkunden, die über ein Anlagevermögen von mehr als 500.000 Euro verfügen, wurden von der Universität befragt. Dazu zählten Privatkunden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Studie kommt zu dem Befund, dass unter den Vermögenden keine euphorische Stimmung herrscht. Trotz der Rallye an den Aktienmärkten habe die Aktienquote gegenüber dem Vorjahr kaum zugenommen. Aktien würden zunehmend als alternativlos betrachtet, beschreibt Professor Teodoro Cocca, Wirtschaftsdozent an der Universität Linz, die Markteinschätzung der Anleger.

Rund 40% der Befragten gaben an, keine andere Alternative am Markt zu sehen. Dennoch verhielten sich die Studienteilnehmer vorsichtig, da mehr als ein Drittel Aktien für überbewertet halte. Viele Anleger präferieren, der Studie zufolge, heimische Aktien. In Deutschland halten demnach sechs von zehn Anlegern Titel  heimischer Unternehmen. Nach Cocca hängt dies mit einer Fehleinschätzung von Anlegern und Beratern zusammen: Heimische Aktien würden zu Unrecht als risikoärmer eingestuft. Bei rund der Hälfte der Anleger zeigte sich eine deutliche Differenz zwischen der eigenen Risikoneigung, und dem mit der Kapitalanlage tatsächlich eingegangenen Risiko. Im Schnitt erzielten die deutschen Anleger eine Rendite von 6,3% im abgelaufenen Jahr. Zufrieden mit diesem Ergebnis waren etwa drei Viertel der Befragten.

Rendite bringt Kundenbindung

Der größte Treiber für eine enge Bindung zur Bank/Sparkasse ist nach den Umfrageergebnissen eine hohe Rendite der Geldanlagen. Auch abgesehen davon zeigen sich deutsche Kunden treu. Nur 5% der Befragten gab an, in den letzten zwölf Monaten Wechselgedanken gehegt zu haben. Wichtigstes Kriterium einer Bank/Sparkasse sei deren finanzielle Stabilität. Dahinter rangierten die fachliche kompetenz der Berater sowie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

 

Einem Online-Zugang misst die Mehrheit der Befragten mehr Relevanz bei, als einer Filiale in direkter Nähe. Dennoch, so Cocca, gebe es keinen Trend zur digitalen Beratung. Für eine große Zahl der Kunden ist eine persönliche Beratung nach wie vor unabdingbar bei der Anlageentscheidung (40%). Sechs von zehn Befragten gaben an, ihr Vermögen nie von einem Robo-Advisor betreuen lassen zu wollen. Beim Thema Nachhaltigkeit zeigten sich die Deutschen besonders affin. Für mehr als zwei Drittel aller Vermögenden ist Nachhaltigkeit ein entscheidendes Kriterium bei der Kapitalanlage.

Die gesamte Private Banking Studie 2018 können Sie hier herunter laden.