Millionen Indizes für Tausende Aktien

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Das Universum: Unendliche Weiten, Billiarden an Himmelskörpern. Und doch findet sich nur auf ganz, ganz wenigen davon Leben. Genau genommen, ist bis jetzt nur einer davon bekannt: unsere Erde. Auch auf diesem Planeten gibt es ein ähnliches Phänomen: das Index-Universum. Je nach Quelle ist von mehreren Millionen Indizes, die die Entwicklung von Wertpapieren abbilden, die Rede. Eine der seriösesten Quellen, die Vereinigung Index Industry Association (IIA), schätzt die Zahl der weltweit gerechneten Indizes per Ende Juni 2018 auf gut 3,7 Millionen. Allein der Index-Spezialist STOXX, der nicht nur die verschiedenen STOXX-Indizes, sondern auch alle Indizes der Deutsche Börse AG und der schweizerischen SIX Group vermarktet, bietet inzwischen mehr als 7.000 Aktien-, Renten- und Rohstoff-Indizes an. Die Dow Jones-Gruppe berechnet eigenen Angaben zufolge rund 130.000 und FTSE etwa 200.000 Indizes. Mehr als 100 Unternehmen, darunter auch weitere bekannte Namen wie Standard & Poors und MSCI, messen den Puls der Börse. Neben den großen globalen Anbietern tummeln sich zudem auch Vermögensverwalter, Finanzmagazine, prominente Trader und Branchenspezialisten. Und sie schaffen immer neue Börsenbarometer mit immer neuen Formeln. Mitte 2018 gab es der IIA zufolge fast 440.000 Indizes mehr als im Jahr davor.

Allerdings gilt auch hier, ähnlich wie im Weltall: Viele der Trabanten, die im Index-Universum kreisen, sind unbewohnt. Viele der neu geschaffenen Benchmarks sind nicht einmal investierbar. Und von den anderen werden viele kaum oder nicht genutzt.

Am Beispiel des europäischen Marktes für börsengehandelte Fonds (ETP) wird das deutlich: Laut einer Untersuchung der Ratingagentur Morningstar steckt in Europa mehr als ein Drittel des Kapitals, das in Indexprodukte investiert ist, in ETFs auf nur zehn Indizes. Neun davon sind Aktienbarometer. Der Goldpreis ist Index Nummer zehn.

Was kaum überrascht: Es handelt sich ausschließlich um Klassiker: S&P 500, Euro Stoxx 50, MSCI World und Co. sind seit Jahrzehnten bekannt. Viele Anleger investieren offensichtlich nach dem Adenauer´schen Motto: Nur keine Experimente.

Die zehn größten Indizes für europäische Indexprodukte

Komplizierte, teure Indexwelt

Auffällig an der Liste der meistgenutzten Indizes für ETFs ist nicht nur die Dominanz der altbekannten Börsenbarometer, sondern auch, dass schon die letzten drei in der Top-Ten-Liste jeweils nur ein Prozent Marktanteil haben. Man mag sich kaum das investierte Volumen in ETF-Produkten auf einen Index mit Rang Dreimillionenzweihunderttausend in der Liste vorstellen. Die Frage ist: Warum bringen die rund einhundert Indexentwickler immer noch so viele Indizes auf den Markt? Welchen Sinn hat das?

Ein Grund ist sicherlich, dass Indizes ein lukratives Geschäft sind. Für jedes Zertifikat oder jeden ETF mit einem Index als Basiswert müssen die Emittenten der betreffenden Finanzprodukte Gebühren zahlen. Pro Finanzprodukt, das einen Index als Basiswert hat, zahlen Emittenten unter dem Strich durchschnittlich zwischen 0,05 und 0,3 Prozent des jeweiligen Emissionsvolumens pro Jahr an Indexgebühren, schätzen Branchenkenner. Dabei gilt die Faustregel: Indizes von bekannten und großen Index-Anbietern wie S&P oder FTSE sind in der Regel für die Emittenten teurer als Kursbaromater von unbekannteren Index-Kreateuren.

Deshalb wägen Anbieter in der Regel genau ab, welche Art von Lizensierungsmodell sie für ihre Produkte wählen. Oder ob sie selbst einen eigenen Index entwerfen lassen und mit einem Produkt ins Rennen schicken. Das bietet Vorteile: Denn neben dem Marketing-Effekt, den ein selbst entworfener Index über den Namen generiert, locken zusätzliche Einnahmen. Während Emittenten bei ETFs und Zertifikaten auf bekannte Börsenindizes wie DAX und EuroStoxx keine Management-Gebühren berechnen, klingelt bei den Index-Selbstbauten die Kasse. An den Managementgebühren, die bei selbst entworfenen Indizes in der Regel anfallen, verdient nicht nur der Indexgeber, sondern immer auch der Emmitent. Die Gesamtkosten bewegen sich zum Teil bis zu zwei Prozent per annum, je nachdem wie viel Arbeit in der Indexnachbildung steckt. So spielt es beispielsweise eine Rolle, wie oft der Index angepasst wird oder ob es sich um einen Index in einem exotischen Markt handelt.

Vorsicht vor Indizes mit Klumpenrisiko

In einem Markt, in dem so viel produziert wird, ist es nur selbstverständlich, dass auch mangelhafte Ware hergestellt wird. Manche Indizes, die für ETFs entwickelt wurden, halten leider nicht ihr Versprechen, einen gut diversifizierten Zugang zu einem bestimmten Kapitalmarkt zu bieten. Hintergrund: ETFs dürfen anders diversifiziert sein als herkömmliche Investmentfonds. Gemäß UCITS-Regularien darf bei aktiv verwalteten Fonds der Maximalanteil einer Aktie bei zehn Prozent liegen. Zudem dürfen alle Fondspositionen, die mehr als fünf Prozent des Fondsvermögens ausmachen, zusammen nicht mehr als 40 Prozent betragen. Für Index-Tracker gilt diese so genannte 5/10/40-Regel nicht. Sie dürfen maximal 20 Prozent des Fondsvermögens in einzelne Titel investieren. In Extremfällen können es sogar bis zu 35 Prozent sein.

Es gibt durchaus prominente Beispiele für schlecht diversifizierte Indizes. Der DivDAX etwa zählt dazu. Der Index vereint die 15 Top-Dividendenzahler im DAX 30, gewichtet nach Marktkapitalisierung. Ohnehin sind 15 Indexwerte nicht besonders viel, doch schon allein die fünf größten Positionen BASF, Allianz, Daimler, Siemens und Bayer machen rund 50 Prozent des Indexgewichts aus.

Ein weiteres Beispiel für einen Index, der nur ungenügende Diversifikation bietet, ist der EURO STOXX Telecom 30-15. Dieser Index besteht aus gerade einmal elf Titeln. Knapp 30 Prozent des Indexgewichts macht die Deutsche Telekom aus. Die drei größten Positionen im Index stehen zusammen für 60 Prozent des Index. Angesicht von bis zu 0,5 Prozent an jährlichen Verwaltungskosten für einen ETF sind Einzelinvestments hier vermutlich die bessere Wahl – oder ein ETF auf einen Index, der diesen Namen tatsächlich verdient.

Wer als Anlageberater seinen Kunden einen Index-Tracker ins Depot legen will, sollte sich die Zusammensetzung des Index also genau ansehen.

Immobilienpreise steigen kräftig weiter

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Die Mieten in den deutschen Top-Sieben-Städten stiegen im vergangenen Jahr mit geringerem Tempo als in den Jahren zuvor: Im Schnitt legten die Mieten um 4,2 % zu, im Jahr davor stiegen sie noch um 5,9 %. Das geringste Wachstum verzeichnete das Wirtschaftsforschungsinstitut Empirica in Hamburg (1,3 %), während die Mieten in Berlin sich um 6,4 % steigerten. Das hat laut Empirica zur Folge, dass junge Familien, Geringverdiener und Studenten weiter in Umland bzw. in die sogenannten “Schwarmstädte” – Magdeburg, Chemnitz, Kassel, Heilbronn – ausweichen.

Als die sieben deutschen Top-Städte gelten in der Immobilienbranche gemeinhin München, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg, Berlin und Köln. Anders als die Mieten zogen die Preise für Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr an diesen Standorten kräftig an. Dies ist laut Empirica auf das anhaltende Interesse der Kapitalanleger zurückzuführen, die angesichts der niedrigen Kapitalmarktrenditen nach attraktiven investments suchen.

Preissteigerunsraten in den Top-7-Städten
Preissteigerunsraten in den Top-7-Städten

Neben den Eigentumswohnungen haben auch die
Preise für Eigenheime deutlich zugelegt. Wohnimmobilien aller Baujahre
stiegen 2018 um mehr als neun Prozent; 2017 waren es noch knapp sieben
Prozent. Hier zeigen sich laut Empirica die “Risiken und Nebenwirkungen
der Suburbanisierung” sowie die zunehmende Baulandknappheit im Umland
der Schwarmstädte. Das Forschungsinstitut erwartet, dass das neue
Baukindergeld die Preisentwicklung weiter anheizen wird: Die Teuerung
verlagere sich ins Umland der Schwarmstädte, während die ländlichen
Regionen unter Abwanderung und damit einhergehendem Leerstand zu leiden
haben.

Die höchsten Mieten hat nach wie vor
München zu bieten: Hier werden im Schnitt fast 18 €/qm gezahlt. Auf den
Plätzen zwei und drei folgen Frankfurt und Stuttgart mit jeweils rund 14
€/qm, während in Berlin “nur” rund 12 €/qm Miete erzielt werden.

Auch
bei den Kaufpreisen für Eigentumswohnungen nimmt München den
Spitzenplatz ein. Hier haben die Quadratmeterpreise in der Jahresmitte
2018 laut Empirica die 8.000-Euro-Marke durchbrochen. In Frankfurt und
Stuttgart erreichen die Preise jetzt 6.000 €/qm, es folgen Potsdam
(5.500 €/qm) und Berlin (5.000 €/qm).

Preise für Wohnhäuser
Preise für Wohnhäuser

Interessant ist die Lage bei den Ein- und Zweifamilienhäusern, wenn man die Preise auf Kreisebene betrachtet: Unter den zehn teuersten Landkreisen sind neun in München bzw. dem Münchner Umland angesiedelt. Hier liegen die Quadratmeterpreise jeweils über 5.000 €/qm, in München Stadt und dem Landkreis München sogar über 7.000 €/qm. Lediglich Stuttgart kann mit 5.100 €/qm auf diesem Niveau mithalten.

Vanguard-Gründer Bogle stirbt mit 89

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Bogle gründete Vanguard 1974 und behielt den Vorsitz bis 1996, als er mit 70 Jahren das Unternehmen aus Altersgründen verlies. Vanguard ist heute nach BlackRock mit aktuell 4,5 Billionen US$ der zweitgrößte Vermögensverwalter der Welt. Von 1999 an unterhielt Bogle das Bogle Financial Markets Research Center auf dem Vanguard Campus in Malvern.

Der 1929 geborene Bogle begann seine Karriere 1951 beim legendären Wellington Fund, wo er 1955 ins Management aufstieg. 1974 gründete er Vanguard und wurde 1999 vom Fortune Magazine als einer der “vier Investment-Giganten des zwanzigsten Jahrhunderts ausgezeichnet.

Bogles Lebensleistung besteht nicht zuletzt aus der Erkenntnis, dass ein Fonds, anstatt den Index schlagen zu wollen und dafür hohe Gebühren zu verlangen, besser den Index nachbildet und dadurch höhere Erträge bei niedrigeren Gebühren generiert als ein aktiv gemanagter Fonds. Inspiriert von den Arbeiten von Paul Samuelson, gründete Bogle den First Index Investment Trust, den Vorläufer des bekannten Vanguard 500. Samuelson hatte 1975 in einem Beitrag für Newsweek gefordert, dass auch Kleinanleger die Möglichkeit erhalten sollten, in Aktienindizes wie den S&P 500 zu investieren. Diese Möglichkeit eröffnete er mit seinen Fonds.

Bogle gründete Vanguard mit zwei weiteren Mitarbeitern. Die Emission des First Index Investment Trust wäre beinahe gefloppt, als Bogle statt der erhofften 150 nur 11 Millionen US$ einsammeln konnte. Erst mit dem Bullenmarkt der 1980er Jahre gewann der Fonds später an Masse. Eine der frühen Besonderheiten der Vanguards-Fonds war, dass die Broker, die die Anteile für Vanguard veräußerten, keine Provisionen erhielten.

Später gehörte Bogle zu den führenden Kritikern der IFondsbranche, als er den Fondsgesellschaften vorwarf, unanständige hohe Gebühren zu verlangen und den Fondsmanagern überhöhte Saläre für das Stockpicking zu zahlen, während Anleger, verwöhnt von den hohen Gewinnen der 90er, sich nicht darum scherten, wie hoch die Fees sind, die sie zahlten.

Gegenüber der New York Times erläuterte Bogle seine Invesmtent-Philosophie in einem Interview wie folgt: “Bei einem Investment bekommst du etwas, wofür du nichts bezahlst. Es kommt auf also die Kosten an. Intelligente Investoren bauen sich ein diversifiziertes Aktien- und Bond-Portfolio aus günstigen Indexfonds und sollten dann auf Kurs bleiben. Und sie sollten nicht so dumm sein zu glauben, sie könnten den Markt nachhaltig schlagen.”

“John Bogle hat die (Fonds-)Industrie in die optimale Spur gelenkt,” schrieb Nobelpreisträger Paul A. Samuelson im Vorwort zu dem Buch Bogle On Mutual Funds (1993). “Das kann man nur von wenigen behaupten.”

Bogle, der zeitlebens die Hälfte seines Gehalts als Spenden abgab, starb am 16. Januar in Bryn Mawr an einem Krebsleiden. “Mein einziges Bedauern in Bezug auf Geld ist, dass ich nicht noch mehr zu verschenken habe”, erklärte er noch 2012.

Verschnupfter Dezember für ETFs

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Die Kurskorrekturen im schwachen Börsenmonat Dezember haben auch am europäischen ETF-Markt sichtbare Bremsspuren hinterlassen. Die Nettomittelzuflüsse verlangsamten sich deutlich. Zwar stand unter dem Strich immer noch ein Plus von 2,5 Milliarden Euro. Doch im November waren netto noch rund vier Milliarden Euro in ETFs geflossen. Das zeigt eine aktuelle Statistik des ETF-Anbieters Lyxor. Dem Bericht zufolge verabschiedeten sich Investoren vor allem von US-Aktien (-1,7 Mrd. Euro) und europäischen Aktien (-1,5  Mrd. Euro). Nach 19 aufeinanderfolgenden positiven Monaten bei US-Aktien kam es im Dezember am europäischen ETF-Markt erstmals zu Mittelrückflüssen. Auch Rohstoffe gaben erneut nach.

Immerhin: Es gab auch Gewinner. Mit +2,8 Milliarden Euro erzielten Aktien der Schwellenländer das beste Ergebnis überhaupt. Gut lief es auch für Anleihe-ETFs. Besonders gefragt waren dem Bericht zufolge Staatsanleihen aus den Industriestaaten und den Schwellenländern.

Überraschender Schwellenländer-Boom

Kriselt es an den internationalen Kapitalmärkten, verabschieden sich Investoren normalerweise schnell und gern von allem, was nach Risiko riecht. Anleihen und Aktien aus Schwellenländern stehen hier ganz oben auf der Liste. Doch im Dezember 2018 verhielten sich Anleger überraschend anders als sonst. Vor allem die immer noch niedrigen US-Zinsen beflügelten im Dezember die Mittelzuflüsse in Schwellenländer-ETFs. Zwar leiden die Emerging Markets vor allem unter dem sich zuspitzenden Handelsstreit zwischen den USA und China. Experten erwarten jedoch, dass sich die Lage mittelfristig verbessern könnte. Die Analysten von Lyxor rechnen im Verlauf des Jahres 2019 einer Entspannung der Situation. Käme es tatsächlich so, könnte dies für anhaltenden Rückenwind bei Schwellenländer-ETFs sorgen –  insbesondere vor dem Hintergrund der Korrelation zwischen den Mittelzuflüssen in Schwellenländer-Aktien und der Rendite von zehnjährigen US-Staatsanleihen (siehe Grafik unten).

Daten sind die Währung der Digitalisierung

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Fundresearch: In a current statement you’re saying that stock market valuations of technology companies are still at a high level, therefore further declining share prices cannot be ruled out. Which share price level would be appropriate for technology stocks, more specifically the GAFA or FAANG titles, from your point of view?

 Jacques-Aurélien Marcireau: We are not allowed to give price recommendation. We can however say that we are invested in Google with a significant position and Facebook as a minor position. Other FAANG names are not part of the portfolio. In itself this would be indicative of our view on these names.

Fundresearch: Technology companies, which make their money with big data, are currently in the focus of public attention, not least because of data leakage at Facebook and recurring glitches and hacks at which large amounts of user data fell into the wrong hands. How do you rate the risk which is included in the shares of data companies?

Jacques-Aurélien Marcireau: Cybersecurity & data (trade secret, know how, IP) theft is a critical issue for every company in every sector. I would be particularly mindful of companies where data privacy is at the heart of their business model. Banks have to be even more careful than Facebook at the end of the day.

Jacques Marcireau
Jacques Marcireau
Jacques Aurelien Marcireau

Fundresearch: Which trends will influence the technology sector most in 2019?

Jacques-Aurélien Marcireau: We expect the strategic imperative of leveraging big data potential to prevail once again in 2019 with companies spending on IT modernization / transformation. We also expect that some high growth / high valuation name would continue to suffer as people get more realistic about what can be done and what cannot be done YET with data and AI. Several factors will continue to weigh heavily on tech stocks: the US-China trade war, the turmoil in cryptocurrencies, the slowdown in the smartphone market, the risk of regulation and a slower-than-expected cycle of technological innovation.

Fundresearch: Which trends do you see in medium-term and at which stocks do you especially have an eye on?

Jacques-Aurélien Marcireau: The theme seems to us to be well positioned in the short, medium and long term and as such we are tackling the renewed volatility with serenity, given the fundamentals and attractive valuations of some companies. This is the case, for example, of Google, whose valuation of 18.5 times the expected results is reasonable and the potential for innovation remains intact. Investors have a better grasp of tech stocks, and particularly GAFA companies and so naturally they have invested massively in them. But we think it is easier to find investment opportunities in other segments like infrastructure providers, who enable access to these data, and data users, non-tech companies which exploit data to achieve a strategic advantage. Their average valuations are still more reasonable. Over and above the tech sector, data processing has also had an impact on more traditional sectors like banking and insurance, industrial maintenance, energy efficiency, autos and healthcare. An auto industry forerunner like Munich-based BMW Group is looking to get the most out of the data revolution by building a digital ecosystem to improve the customer experience. 

Fundresearch: There are companies which experiment with a (monetary) valuation of user data – a stock market for user profiles for example. Do you think it’s possible that users will soon be letting their data to companies and receive compensation for it? What impact would this have on the data processing industry?

Jacques-Aurélien Marcireau: We do not think this will get a meaningful traction, as data is a non-rival, non-exclusive asset whose value can erode quickly as soon as it is shared too widely. Besides, people willing to sell their data are most of the time people with the less valuable data.

Der Handel am Zweitmarkt für geschlossene Fonds floriert

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Zwar sank im vergangenen Jahr das am Markt gehandelte Nominalkapital im Vergleich zu 2017 leicht um fünf Prozent auf 295,28 Millionen Euro. Doch die Summe der Kaufpreise stieg im gleichen Zeitraum um fast 22 Prozent. Sie liegt bei 216,54 Millionen Euro. Anleger bezahlten also für weniger Nominalwert insgesamt höhere Preise. Der Trend zum wertigeren gebrauchten Sachfonds wird durch die Zahlen bestätigt, die die Deutsche Zweitmarkt AG nun veröffentlicht hat: Der durchschnittliche Handelskurs über alle Anlageklassen lag demnach im Jahr 2018 bei 73,33 Prozent – und damit um mehr als 28 Prozent höher als im Vorjahr. Der Durchschnittskurs im Bereich der Immobilienfonds liegt bei 89 Prozent, im Bereich der Sonstigen Assets bei knapp 46 Prozent.

Immobilien sind der Umsatzspitzenreiter

Immobilienbeteiligungen sind nach wie vor der Markttreiber Nummer eins. Auf Immobilienfonds entfielen im vergangenen Jahr knapp 70 Prozent der Handelsabschlüsse. Der starke Handel von Immobilienfonds war laut Zweitmarktbörse auch ausschlaggebend für den Anstieg des Kaufpreisvolumens: Allein der Immobilienbereich verzeichnete eine Steigerung von mehr als 24 Prozent. Es folgt die Assetklasse der Sonstigen Assets mit etwas mehr, die der Schiffsfonds mit etwas weniger als 15 Prozent.

Gewinner und Verlierer im vierten Quartal

Im vierten Quartal geriet der Zweitmarkt für geschlossene Fonds noch einmal spürbar in Bewegung. So wurden von Oktober bis Dezember 2018 allein 1.222 Handelsabschlüsse im Bereich der geschlossenen Immobilienfonds registriert – ein leichter Anstieg gegenüber dem dritten Quartal 2018 (1.109). Das gehandelte Nominalkapital lag mit 52,2 Millionen Euro leicht über dem des Vorquartals (51,6 Millionen Euro). Die Summe der Kaufpreise sank allerdings um 5,5 Prozent auf 45,1 Millionen Euro. An der Spitze der Top Ten der gehandelten Immobilienfonds steht der DWS – Deutsche Grundbesitz-Anlagefonds 6 Olympia-Einkaufszentrum München mit einem Handelskurs von 1.035 Prozent (November 2018). Er ist der erste Fonds, der die 1.000-Prozentmarke am Zweitmarkt geknackt hat.

Geschlossene Schiffsfonds dagegen sind die Verlierer im vierten Quartal. Hier wurden in den letzten drei Monaten des Jahres 2018 an der Zweitmarktbörse nur 204 Handelsabschlüsse registriert – ein Rückgang von mehr als 30 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der aktuelle Anteil an gehandelten Fonds am Gesamtmarkt liegt für Schiffsfonds bei knapp zwölf Prozent. Das gehandelte Nominalkapital beträgt 7,6 Millionen Euro, ein Rückgang um fast 40 Prozent gegenüber den Monaten Juli bis September 2018 (12,6 Mio. Euro). Die Summe der Kaufpreise fiel ebenfalls zweistellig und betrug im letzten Quartal 2,2 Millionen Euro. Der Schiffsfonds mit dem höchsten Handelskurs in diesem Quartal ist der MPC Capital – MS „Santa Laetitia“ und MS „Santa Liana“ mit einem Handel zu 85 Prozent (November 2018).

Erträge von Investmentfonds gehen kontinuilerich zurück

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Aktives Fondsmanagement ist ein hartes Geschäft. Die meisten Fonds bleiben regelmäßig über einen Marktzyklus hinweg hinter ihrer Benchmark zurück. Das hat das Researchunternehmen Morningstar zuletzt im vergangenen August im Active/Passive Barometer aufgezeigt. Doch nun scheint sich die Lage weiter zu verschärfen; die Erfolgsquote von US-Aktienfonds ist tatsächlich nicht stabil sondern rückläufig. Wie aus einer Statistik zum Jahresende hervorgeht, nimmt die Zahl der Fonds, die über einen Fünfjahreszeitraum ihren Index schlagen, stetig ab.

Erfolgsquote von US-Aktienfonds
Erfolgsquote von US-Aktienfonds

Quelle: Morningstar

Bei Suche nach einer Antwort auf die Frage, warum die
Performance der US-Aktienfonds gegenüber ihrer jeweiligen Benchmark
stetig sinkt, hat Morningstar-Analyst Jeffrey Ptak unter anderem
untersucht, ob die Gebühren der Fonds dabei eine Rolle spielen und ist
zu dem Ergebnis gekommen, dass die Erträge auch “Pre-Fee” immer weiter
gesunken sind und sich seit 2006 in einem immer schmaler werdenden Band
bewegen, das zuerst zwischen -12% und 5% und nun zwischen -7% und 1%
liegt. Das könnte ein Zeichen für zunehmenden Wettbewerb zwischen den
Anlegern sein – oder auf verschiedene Renditen bei verschiedenen
Anlagestilen hindeuten.

Wie Ptak herausgefunden hat,ist der Abstand zwischen den am besten und den am schlechteseten performenden Fonds seit 2006 stark rückläufig. Im Jahr 2004 lag der Spread noch zwischen -15% und +20%, seit 2008 beträgt der Abstand noch höchstens fünf Prozent und liegt zuletzt zwischen drei und acht Prozent.

Doch die abnehmende Bandbreite der Renditen ist nur eine Seite des Problems, meint Ptak. Das schlechtere Abschneiden in der jüngeren Vergangenheit lasse sich auch auf die Wahl des falschen Anlagestils zurückführen: Large-Cap und Growth-orientierte Indizes haben in den vergangenen Jahren außergewöhnlich gut performt. Manager, deren Fonds sich an einem der beiden Faktoren orientieren, mussten etwas anders machen, wenn sie den Index schlagen wollten. Da die Indizes jedoch den Anlagestil sehr ungefiltert darstellen, mussten Large-Cap-Manager eben auf Small-Caps ausweichen und dabei weniger Rendite in Kauf nehmen – und Growth-Manager gaben eben Performance her, wenn sie auf Value setzten.

Die gute Nachricht ist laut Jeffrey Ptak, dass sich der Erfolg verschiedener Anlagestle – Large-Cap, Value oder Grwoth – in Zyklen bewegt und sich im Laufe der Ziet wieder ändern kann. Andererseits könnten die sinkenden Renditen (vor Gebühren) darauf hindeuten, dass sich derzeit strukturelle Veränderungen an den Märkten vollziehen.

Dann müssten aber, so Ptak, die Fondsgesellschaften ihre Anstrengungen verdoppeln und ihre Gebühren reduzieren, und zwar sowohl diejenigen, die nicht direkt mit dem Fondsmanagement verbunden sind (Marketing, Vertrieb, Verwaltung etc.) – als auch die Management-Fees selbst.

Mit dem passenden Fonds in britische Aktien investieren

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Die Abgeordneten im britischen Unterhaus entscheiden heute über den Vertrag, den Premierministerin Theresa May mit der EU ausgehandelt hat. May nennt dies „die größte und wichtigste Entscheidung“, die jemals von den britischen Abgeordneten habe getroffen werden müssen. Der Ausgang ist ungewiss. Vor allem ein Streitpunkt spaltet das Parlament: Wie sollen Kontrollen zwischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland vermieden werden? Kommt es heute im Unterhaus nicht zu einer Einigung, droht ein ungeordneter Brexit. Experten warnen schon lange davor, dass damit zu rechnen sei, dass die britische Wirtschaft darunter sehr zu leiden hätte.

Tot Gesagte leben länger

Angesichts des drohenden Chaos und der anhaltenden Unsicherheit wäre zu erwarten gewesen, dass die Kurse britischer Aktien seit der Brexit-Votum im Juni 2016 in totaler Ausverkaufs-Stimmung in den  freien Fall hätten übergehen müssen. Doch allen Horrorszenarien zum Trotz hat sich der britische Aktienmarkt seit der Brexit-Entscheidung bis heute vergleichsweise gut behauptet. Sowohl in der weltweiten Aktienhausse bis 2018 als auch bei der Kurskorrektur im vergangenen Jahr schlug sich der britische Leitindex FTSE 100 überraschend stark. Mit seiner Performance in der Rally 2016-2018 ließ der FTSE 100 den deutlich schwächeren Euro STOXX 50 weit hinter sich. Im Mai des vergangenen Jahres schwang sich der britische „Footsie“ im Gegensatz zu allen anderen europäischen Leitindizes Indizes sogar zu einem neuen Jahreshoch auf. Und der Rückfall von diesem Jahreshoch fiel mit -15,6 % vergleichsweise moderat aus. Der FTSE 100 schnitt deutlich besser ab, als die meisten anderen europäischen Indizes. Nur der Schweizer SMI verlor noch weniger.

In den vergangenen Wochen, kurz vor der entscheidenden Abstimmung im britischen Unterhaus, ist das Brexit-Fieber allerdings wieder gestiegen, und britische Aktien sind stärker unter Druck geraten als im übrigen Europa.

Mit dem passenden Fonds in britische Aktien investieren

Sollte es heute zu einer klaren Entscheidung im britischen Unterhaus kommen, herrscht wieder Planungssicherheit. Dann könnten britische Aktien interessant werden. Mit welchen Fonds mit britischen Aktien im Portfolio sich Anleger dann die meisten Chancen ausrechnen können, von womöglich steigenden Kursen auf der Insel zu profitieren, lässt sich zwar nur schwer prognostizieren. Doch ein Blick in der Vergangenheit kann hier vielleicht hilfreich sein. Denn so viel lässt sich feststellen: Die in Deutschland vertriebenen Brit-Fonds haben in den zurückliegenden Jahren sehr unterschiedlich performt.

So hat von den Fonds, die schon mindestens drei Jahre am Markt sind, ausschließlich der Schroder International Selection Fund eine positive Wertentwicklung über drei Jahre auszuweisen. Und auch im Jahresvergleich zeigt die FVBS-Analyse, dass der Schroder-Fonds vorne liegt – wenn auch mit einer für britische Aktien derzeit unvermeidlichen Verlustbilanz für die vergangenen zwölf Monate. Größte Positionen im Fonds sind die Energieunternehmen BP und Royal Dutch Shell, gefolgt von GlaxoSmithKline und Tesco. Stärkste Branche im Portfolio ist der Finanzsektor, der mit knapp 22,77 Prozent aber immer noch gegenüber der Gewichtung im FTSE leicht unterrepräsentiert ist. Dort machen Finanzunternehmen 25,3 Prozent aus.

Dass Fondsmanager sich nicht auf einmal erworbenen Lorbeeren ausruhen können, zeigt der BGF United Kingdom von BlackRock. Mit einem Plus von 2,48 Prozent per annum hängt er die Konkurrenz im Fünfjahres-Ranking um Längen ab. In den vergangenen zwölf Monaten sortierte sich der Fonds mit einem Minus von 11,37 Prozent jedoch nur im hinteren Mittelfeld ein. Das Fondsmanager-Team um Nicholas Little hat den Finanzsektor mit nur 18,5 Prozent Portfolioanteil noch stärker untergewichtet als der Schroder-Fonds. Stärkste Branche im Portfolio sind gewerbliche Dienstleistungen mit einem Anteil von 27,34 Prozent. Drittstärkste Branche sind Konsumgüter mit einem Anteil von 16,3 Prozent. Auch darin unterscheidet sich die Strategie des Fondsmanagements von der des Schroders-Fonds, der nur knapp vier Prozent des Portfolios in Konsumgüter-Unternehmen investiert, dafür aber mit 9,66 Prozent Anteil auf Konsumdienstleistungen setzt.

Wie sehr sich die verschiedenen Brit-Fonds in den vergangenen Jahren entwickelt haben, macht ein Chartvergleich der drei Fonds CLE GB Index II von Canada Life, Schroder International Selection Fund und Fidelity United Kingdom beispielhaft deutlich:

Anleger, die Anfang 2016 einen Betrag 10.000 Euro in den Schroder-Fonds investiert hätten, könnten sich heute über einen Wertzuwachs von knapp 1,700 Euro freuen, während Investoren mit dem Fidelity-Fonds im selben Zeitraum mehr als 1.000 Euro Verlust erzielt hätten. Es bleibt also nicht nur spannend auf der Insel, sondern auch in den Portfolios.

Geldmarktfonds – ein probates Fluchtziel in schlechten Zeiten?

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Wenn es an den Aktienmärkten ungemütlich wird, erscheinen vielen Anlegern Geldmarktfonds als probates Fluchtziel, um die Krise an einem warmen Plätzchen auszusitzen. Die Idee: Während die Aktienkurse taumeln und die Volatilität steigt, entwickeln sich Geldmarktfonds stabil und werfen Zinsen ab. Das Zinsniveau ist zwar gering, das wissen die Meisten, doch am Ende des Tages bleibt immerhin ein positiver Ertrag.

Das ist leider nur die halbe Wahrheit. Es lohnt sich, unter die Motorhaube der Fonds zu schauen. Fondsberater können hier wichtige Aufklärungsarbeit leisten. Hier ist ein kleines Tutorial zum Ausdrucken für die Kunden:

Wie legt ein Geldmarktfonds das Geld seiner Investoren an?

Geldmarktfonds investieren in den Geldmarkt. Das heißt, die Fondsmanager legen das ihnen von ihren Kunden anvertraute Kapital ausschließlich in festverzinsliche Wertpapiere an, die eine Laufzeit von weniger als zwölf Monaten haben. Das können beispielsweise Schatzwechsel, Schatzanweisungen, Einlagenzertifikate, Bankschuldverschreibungen oder auch Unternehmensanleihen sein. Je nach Anlagephilosophie, vorgegebener Fondsstrategie und Markteinschätzung agieren Geldmarktfonds-Manager in diesem Zinsuniversum sehr unterschiedlich. Je nachdem, wie offensiv oder defensiv sie ihren Spielraum nutzen, können sie den einen oder anderen Prozentpunkt mehr oder weniger an Rendite erwirtschaften. Grundlage und Benchmark für die  Renditebetrachtung ist zurzeit noch oft der sogenannte 3-Monats-Euribor. Hier wird es übrigens demnächst eine Veränderung geben. Die Berechnung des Euribor muss per Gesetz bis Januar 2020 reformiert sein, eventuell wird er sogar komplett ausgetauscht.

Details entscheiden über die Performance

Geldmarktfonds ist nicht Geldmarktfonds. Deshalb lohnt es sich, vor dem Kauf eines vermeintlich sicheren Anlageprodukts einen Blick ins Portfolio des entsprechenden Fonds zu werfen. Die Verteilung des Anlagekapitals auf die verschiedenen Arten festverzinslicher Wertpapiere gibt einen Aufschluss darüber, welche Anlagepolitik der jeweilige Geldmarktfonds verfolgt.

Eine kleine Übersicht…

Bundesanleihen…

… bieten eine sichere Zinseinnahme über eine definierte Laufzeit. Die Anleihen werden an der Börse gehandelt und sind damit eine sehr flexible Geldanlage. Nachteil: Die Renditen für Bundesanleihen mit bis zu einem Jahr Restlaufzeit bewegen sich derzeit kaum über der Nulllinie.

Länder- und Städteanleihen…

…etwa von Nordrhein-Westfalen, Hamburg oder Dresden, rentieren derzeit etwas höher als Bundesanleihen. Der Kauf erfolgt über Banken oder an der Börse. Der Renditeaufschlag der Länder- gegenüber den Bundesanleihen ist ein Kaufargument, das die Emittenten dieser Anleihen in Konkurrenz zu den Bundesanleihen bieten müssen. Doch auch hier gilt: Solche Anleihen sind vergleichsweise sicher.

Finanzierungsschätze und Bundes-Schatzbriefe…

…bieten ebenfalls höchste Sicherheit. Die Laufzeit beträgt ein oder zwei Jahre. Die Renditen liegen aktuell zwischen 0,00 Prozent (Finanzierungsschätze 1 Jahr Laufzeit) bis 0,75 Prozent (Bundesschatzbriefe Typ A).

Bundesobligationen…

…gehören auch zu den Papieren mit hoher Sicherheit. Sie werden an der Börse gehandelt.  Bundesobligationen mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr bringen derzeit 0,00 Prozent Rendite per annum.

Pfandbriefe oder Schuldverschreibungen von Banken…

…boten in den vergangenen Jahrzehnten je nach Emittent und dessen Bonität unter normalen Umständen ein bis vier Prozentpunkte mehr Rendite als Bundesanleihen. Das war einmal. Aktuell bewegen sich die Renditen auf Jahressicht weitgehend im Negativbereich. Immerhin gelten die Papiere als sicher. Seit Inkrafttreten des Pfandbriefgesetzes vor über 100 Jahren ist kein Pfandbrief ausgefallen. Doch theoretisch ist das möglich – dann nämlich, wenn das entsprechende Finanzinstitut insolvent wird. Wie groß das Risiko dafür ist, hängt von der Bonität des jeweiligen Unternehmens ab.

Geldmarktfonds-Manager investieren in der Regel nur in Unternehmen mit hoher Bonität. Doch eine Rückzahlungsgarantie gibt es nicht, Investoren sind bei den Papieren der Banken wie bei Unternehmensanleihen dem Risiko der emittierenden Bank ausgesetzt. Das ist bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken niedriger als bei Privatbanken. Denn Sparkassen und Genossenschaftsbanken bieten einen sogenannten Institutsschutz. Das heißt, dass der ganze Verbund einspringt, falls ein Institut aus dieser Gruppe in eine Schieflage geraten sollte. Auf diese Weise sind auch deren Pfandbriefe und Schuldverschreibungen indirekt gegen Totalverlust geschützt.

Unternehmensanleihen…

…bieten im Vergleich zu Bundespapieren hohe Renditen, aber auch das höchste Risiko. Der Bankrott einer Firma beutet in der Regel für Anleihekäufer den Totalverlust des investierten Kapitals. Geldmarktfonds mit einem hohen Unternehmensanleihen-Anteil im Depot sind in guten Börsenzeiten renditestark. In Krisenzeiten droht hier allerdings ein entsprechendes Risiko.

Einlagenzertifikate von Banken…

…sind Inhaberschuldverschreibungen, die bei Fälligkeit zum Nennwert eingelöst werden. Die überwiegende Mehrzahl der Papiere hat eine Laufzeit von 30 bis 180 Tagen. Neben festverzinslichen Einlagenzertifikaten gibt es auch Papiere mit variablem Zinssatz. Die Papiere werden zwar nicht an den Börsen gehandelt, können aber jederzeit an den Emittenten zurückgegeben werden und sind deshalb sehr flexibel. Einlagenzertifikate bringen in der Regel höhere Renditen als Bundesanleihen und auch als Termingelder. Das wird allerdings dadurch erkauft, dass sie nicht durch die Einlagensicherung gedeckt sind. Investoren sind also wie bei Unternehmensanleihen dem Risiko der emittierenden Bank ausgesetzt.

Asset Backed Securities (ABS)…

…sind Anleihen, die auf einem Bestand von Forderungen basieren. Und das funktioniert so: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Kreditforderungen von Banken oder Leasingforderungen auch von Nichtbanken werden vom Forderungsinhaber (Kreditgeber) an eine meist im Ausland ansässige Zweckgesellschaft veräußert. Diese Zweckgesellschaft finanziert den Erwerb dieser Forderungen durch die Emission von Wertpapieren (Securities), in der Regel Schuldverschreibungen, die durch die erworbenen Forderungen besichert sind (Asset Backed). Diese Schuldverschreibungen sind höher verzinst als Bundesanleihen. Geldmarktfonds, die in solche Schuldverschreibungen investieren, können entsprechend höhere Renditen generieren.

Wie problematisch solche Papiere in einem Geldmarktportfolio werden können, erlebten Anleger, als der Wert vieler ABS im Zuge der Finanzmarktkrise deutlich schrumpfte. So gerieten insbesondere solche Geldmarktfonds unter Druck, die überwiegend in ABS investierten.

Fremdwährungsanleihen…

…sind Anleihen, die in fremder Währung gehandelt werden. Chance und Risiko liegen hier nicht nur in der Verzinsung der jeweiligen Anleihe, sondern auch in der Entwicklung der Anleihewährung. Verliert beispielsweise der Euro gegenüber dem US-Dollar an Wert, locken bei einer Investition in eine US-Anleihe zusätzliche Währungsgewinne – und umgekehrt.

Grundsätzlich gilt:

Geldmarktfonds genießen keinen Einlagenschutz wie zum Beispiel Spareinlagen auf Tagesgeldkonten. Geld, das in Geldmarktfonds angelegt ist, befindet sich allerdings in einem Sondervermögen und ist selbst dann nicht verloren, wenn der Emittent des Fonds insolvent wird.

Was Anleger außerdem wissen sollten : In Krisensituationen, wenn Liquidität am Kapitalmarkt knapp wird, kann es zu Verzögerungen in der Abwicklung kommen, wenn zu viele Anleger gleichzeitig ihr Geld aus einem Geldmarktfonds abziehen – das aber ist ein grundsätzliches Problem bei Fonds.

DAX beginnt die Woche im Minus und Asset Manager bauen Stellen

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Börsen in Asien geben nach

Schlechter als erwartete Handelszahlen aus China haben die Börsen in Asien auf Talfahrt geschickt. Der Hang Seng Index fiel um 1,4 %,  der Shanghai Composite Index schloss um 0,7 % leichter und der Yuan gab gegenüber dem US-Dollar 0,1 Prozent nach. Die chinesischen Exporte gingen im Dezember gegenüber dem Vorjahr um 4,4 % zurück, die Importe fielen um 7,6 %. Das sind die schlechtesten Werte seit 2016. 

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Asset Manager bauen Stellen ab

Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock will drei Prozent seiner Arbeitsplätze abschaffen. Auch in Deutschland soll Personal abgebaut werden. Laut einer Meldung von Bloomberg sollen in den kommenden Wochen 500 Stellen wegfallen.

Auch State Street will beim Personal die Axt anlegen: 15 Prozent der Senior Manager müssen ihren Hut nehmen. Und Morgan Stanley sortiert die Underperformer in den Bereichen Fixed Income und Equity aus. Die Banco Santander wiederum will 1.400 Stellen streichen und die japanische Bank Nomura will sich weitgehend aus Europa zurückziehen.

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DAX beginnt die Woche im Minus

Mit Kursverlusten von 0,6 Prozent startet der Aktienindex DAX in die neue Woche: Verkauft werden Fresenius (-1,5%), Wirecard (-1,7%) und Beiersdorf (-1,8%). Gefragt sind die Aktien von Lufthansa (+2,4%), Covestro (+1,0%) und Volkswagen (+0,9%). Der Leitindex selbst notiert bei 10.825 Zählern.

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Ölpreis steigt wieder

Das Öl hat sich von seinen Tiefständen Ende Dezember erholt. Die beiden Hauptsorten Brent und WTI werden aktuell mit 60 US$ respektive 51 US$ gehandelt. Das sind beim Brent fast zwanzig Prozent mehr als der Tiefstkurs, beim WTI immerhin fast 17 Prozent.  Allerdings sind beide Ölsorten noch weit entfernt von ihren Höchstnotierungen Anfang Oktober, als für Brent 85 US$ und für WTI fast 75 US$ gezahlt wurden. Nun hoffen die Märkte, dass sich dasWachstum der US-Ölindustrie verlangsamt, damit sich die Preise erholen können.

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Renditen sinken wieder

Die Rendite der 5-jährigen US-Referenzanleihe liegt aktuell bei 2,5 %, Anfang November wurden 3,08 % verzeichnet. Die 10-jährige Bundesanleihe wird aktuell für  0,24 % gehandelt – zu Jahresanfang waren es noch 0,15 %. Die Renditen der französischen Staatsanleihen liegen bei  0,64% und Italien muss 2,88 % zahlen. 

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Gold kommt wieder

Die Goldfans können aufatmen: Dem Edelmetall wird ein Comeback prophezeit. Goldman Sachs hat das Kursziel für eine Unze auf 1.425 US$ angehoben. Das wäre der höchste Preis, den Gold in den vergangenen fünf Jahren erzielt hat. Investoren auf der Suche nach „defensiven Assets“ sollen dem Goldpreis auf die Beine helfen, meint Analyst Jeffrey Currie.

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