Fondsporträt: Cyber Security als renditestarkes Investment

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Der L & G Cyber Security UCITS ETF investiert in Unternehmen, die einen wesentlichen Teil ihres Umsatzes durch Internetsicherheit erwirtschaften. Dabei handelt es sich sowohl um Infrastrukturanbieter, die Hard- und Software zum Schutz vor internem und externem Zugriff auf Dokumente, Websites und Netzwerke entwickeln, als auch um Dienstleister, die Beratung und sichere internetbasierte Services anbieten.

Der Schutz dieser Daten und der dahinter liegenden Systeme vor Diebstahl und Manipulation wird immer wichtiger, denn der Schaden, der durch Internetkriminalität verursacht wird, geht mittlerweile in die Milliarden: Bis 2021 erwarten Experten jährlich Summen von drei bis sechs Milliarden US-Dollar. Eine Ransomware-Attacke belastet das betroffene Unternehmen im Schnitt mit rund fünf Millionen Dollar, und bis es sich von einem Datenleck erholt hat, braucht es über 190 Tage.

Um sich vor Hackern zu schützen, investieren Regierungen und Unternehmen bis 2020 101 Milliarden Dollar. Damit wollen sie nicht nur sich selbst und ihre Kunden vor finanziellem Schaden bewahren, sondern auch die Risiken verringern, die ihnen durch Rufschädigung erwachsen können.

Auf Internetsicherheit spezialisierte Unternehmen stehen einem intensiven Wettbewerb gegenüber, sowohl auf ihren lokalen Märkten als auch international. Aufgrund der schnellen technologischen Entwicklung haben ihre Produkte sehr kurze Lebenszyklen. Dementsprechend verändern sich die Wachstumsraten der Hersteller oft unvorhersehbar, was sich in den Gewinnmargen niederschlägt.

Der L & G Cyber Security UCITS ETF investiert in Unternehmen, die einen wesentlichen Teil ihres Umsatzes durch Internetsicherheit erwirtschaften. Dabei handelt es sich sowohl um Infrastrukturanbieter, die Hard- und Software zum Schutz vor internem und externem Zugriff auf Dokumente, Websites und Netzwerke entwickeln, als auch um Dienstleister, die Beratung und sichere internetbasierte Services anbieten.
Um in den Index aufgenommen zu werden, müssen die Aktien eine bestimmte Marktkapitalisierung aufweisen und an anerkannten globalen Wertpapierbörsen gehandelt werden. Die drei größten Positionen des Index sind aktuell Imperva (4,4 Prozent), Fireeye (3,5 Prozent) und Netscout Systems (3,4 Prozent).

Fonds

Fondsname L & G Cyber Security UCITS ETF
ISIN DE 000 A14 ZT8 5
Start 12.10.2015
Laufende Kosten 0,75 %
Wertzuw. 1 Jahr * 31,61 %

* Stand: 02.01.2019

Europawahl: Schicksalstag oder Non-Event für Anleger?

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Politiker deklarieren schon aus Eigeninteresse gerne die jeweils anstehende Wahl als Schicksalswahl. Auch bei der diesmal am kommenden Sonntag stattfindenden Urnengang zum Europäischen Parlament ist es nicht anders. Politisch könnte es tatsächlich so sein, dass die etablierten Parteien der Mitte erneut einen Dämpfer bekommen und linke wie rechte Kräfte an den Rändern Zulauf bekommen.

Ergebnis eingepreist?

Während Politiker gerne beim Buhlen um die Wählergunst im Vorfeld dramatisieren,
sehen Experten großer Fondsgesellschaften die Lage etwas nüchterner und entspannter.
„Allenfalls ein erdrutschartiger Sieg der Rechten würde vermutlich
ausreichen, um eine sichtbare Marktreaktion hervorzurufen“, so eine der
Kernaussagen zur anstehenden Wahl von Martin Lück, Investmentstratege bei
BlackRock. Der zunächst als ausgemacht geltende Erfolg rechter Parteien könnte
aber diesmal ausbleiben, da die österreichische FPÖ nach Ibiza-Gate ihre Wunden
leckt und ihre Minister aus der Regierung abgezogen hat. Möglicherweise steht
das Land vorm Sturz von Kurz, dem jungen Ministerpräsidenten und
Hoffnungsträger der ÖVP. Ein Misstrauensvotum am kommenden Montag bringt
Klarheit.

Bleibt als Hoffnungsträger der Rechten noch der italienische
Innenminister Matteo „Il Capitano“ Salvini, der mit der Lega mit über 30 Prozent
die wohl stärkste Kraft in Italien bleiben wird. „Beklagenswert bleibt das
erwartete und seltsam teilnahmslos zur Kenntnis genommene Abschmelzen der
Mitteparteien. Da der neue Kommissionspräsident (bzw. die Präsidentin)
höchstwahrscheinlich von einer der traditionellen Mitteparteien kommen wird,
ergibt sich schon daraus eine Schwächung der demokratischen Legitimität der
künftigen Kommission“, beschreibt Lück die langfristigen Perspektiven. Falls es
also zu keinen unerwarteten Ergebnissen kommt, dürfte die Europa-Wahl aus Sicht
Lücks an den Finanzmärkten eher ein Non-Event sein.

Krisenszenario

Anlage-Experte Daniel Hartmann von Bantleon sieht es per saldo ähnlich. Aufgrund
des schlechten Abschneidens einiger Regierungsparteien in den europäischen
Ländern schließt Hartmann, Chef-Ökonom bei Bantleon, nationale politische Krisen
in Folge der Wahl nicht aus. Verluste der 5-Sterne-Bewegung in Italien und der
Parteien der großen Koalition in Deutschland, könnten zu neuen
Regierungskonstellationen führen. Die wirtschaftlichen Folgen dieser nationalen
Krisen hält er allerdings für überschaubar. Entscheidender als die Wahlen sieht
Hartmann für Europa die Entwicklung des Handelsstreits zwischen USA und China
sowie die zuletzt positiven Signale der chinesischen Wirtschaft, von denen auch
europäische Unternehmen profitieren würden.

Wer führt die EZB?

Adrian Hilton, Fixed Income Portfoliomanager bei Columbia Threadneedle,
erwartet ebenfalls keine längerfristigen Auswirkungen des Urnengangs am
kommenden Sonntag, solange das politische Gleichgewicht stabil bleibt: „Aber auch wenn ein gutes
Abschneiden für die Euroskeptiker und Populisten für einige Aufregung auf dem
Markt sorgen könnte, sind die mittelfristigen Auswirkungen unserer Meinung nach
relativ gering, solange die Kontrolle zwischen der EVP- und der Progressiven
Allianz der Sozialdemokraten (S&D) geteilt bleibt.“ Aus Hiltons Sicht
könnte ein starkes Zulegen der Lega bei den Europawahlen zu Neuwahlen in
Italien führen und dort zu entsprechender Volatilität an den regionalen Finanzmärkten
führen.

Indirekte mögliche Auswirkungen auf die Wahl des
EU-Kommissions-Präsidenten sieht der Experte, wenn die EVP ihre Position als
stärkste Fraktion verliert und Manfred Weber nicht zum EU-Kommissionspräsidenten
gewählt wird. In diesem Fall würden aus Sicht Hiltons möglicherweise die
Chancen von Jens Weidmann als Nachfolger Draghis an der Spitze der EZB erhöhen.
Und dann hätte das Ergebnis der Europa-Wahl eben doch Auswirkungen, mit denen etliche
nicht gerechnet haben.

Spitzenkandidaten-Karussell


Weniger berechenbare
politische Entscheidungen im Europäischen Parlament wären laut Apolline Menut,
Volkswirtin für die Eurozone bei AXA IM, mögliche Folgen der Wahl: „Die
Fragmentierung könnte zeitlich begrenzte Bündnisse unterschiedlicher
politischer Kräfte ermöglichen und damit die Unsicherheit bei der
Entscheidungsfindung vergrößern“. Betroffen davon wären nach Auffassung Menuts
auch der Auswahlprozess bei der Besetzung von Spitzenpositionen in der EU,
allen voran die Nachfolge von Jean-Claude Juncker als EU-Kommissionspräsident,
aber eben auch die des Präsidenten der EZB.

Dabei geht es nicht nur darum, die
geeignetste Persönlichkeit für die Aufgabe zu finden. „In diesem politischen
Game of Thrones spielen auch die Nationalität, die politische Ausrichtung und
das Geschlecht der Kandidaten eine wichtige Rolle“, so Menut. Falls es Manfred
Weber gelingt, im bisher vorgesehenen Auswahlverfahren EU-Kommissionspräsident
zu werden, sieht Menut gute Chancen für einen französischen oder Frankreich
nahestehenden Kandidaten für die EZB. Andernfalls könnte der Nachfolger Draghis
aus dem hohen Norden kommen. In Frage kämen in dem Fall Olli Rehn oder Erkki
Liikanen, beide aus Finnland.

Emerging Market: Indizes werden umgebaut

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Investoren, die in Schwellenländer anlegen, müssen sich auf weitreichende Veränderungen einstellen, denn ab Ende Mai setzen die Indexanbieter die Benchmarks neu zusammen.

Die marktbeherrschenden Indizes für Schwellenländeraktien, der MSCI Emerging Market Index und der FTSE Russell, werden zwischen Juni und November umgebaut – die umfangreichste Änderung seit mehr als dreißig Jahren.

So steigt der Anteil chinesischer A-Aktien im MSCI EM von 1,1 auf 3,3 Prozent auf das dreifache; außerdem verdoppelt sich im August die Quote der Aktien aus Saudi Arabien von 1,4 auf 2,8 Prozent. Diese Änderungen haben zur Folge, dass mehrere Milliarden US$ sowohl an aktiv als auch ans passiv gemanagten Assets umgeschichtet werden müssen.

Es könne durchaus sein, dass chinesische A-Aktien bis 2022 auf einen Anteil von fast 45 Prozent im MSCI EM kommen, meint Steven A. Schoenfeld, Chief Investment Officer bei BlueStar Indexes. Und wenn Südkorea in den Rang eines entwickelten Marktes aufsteigt, könnte der Proporz der Chinesen sogar auf 50 Prozent steigen.

Nach der Umstellung haben die Top 10 Länder im Index ein Gewicht von 90 Prozent – und reduzieren die verbleibenden 15 Länder beinahe zur Bedeutungslosigkeit.
Das Übergewicht der „Pandas“ in den Schwellenländerindizes von MSCI und Russel werde unter Umständen dazu führen, dass sich Investoren nach alternativen Benchmarks mit anderen Zusammensetzungen umsehen, meint Schoenfeld.

Es ist nicht das erste Mal in der Geschichte der EM-Indizes, dass der Anteil einzelner Länder radikal verändert wurde. 1994 kam es durch die „Tequila-Krise“ zu einer Reduzierung mexikanischer Aktien, die damals 22 Prozent Gewicht hatten, um zwei Drittel. 1997 flog die Hälfte der Aktien aus Brasilien im Rahmen der damaligen Finanzkrise aus dem Index. In 2008 verringerte sich der Anteil russischer Dividendenwerte von 12 auf unter vier Prozent. Und 2015 fiel der Anteil chinesischer Aktien um 44 Prozent.

Durch die Konzentration entsteht Investoren mit einer Schwellenländerstrategie nun ein Klumpenrisiko, das vor dem Hintergrund des anhaltenden Handelskonflikts zwischen China und den USA nicht außer Acht gelassen werden sollte.

Werden Bitcoin-ETF: Genehmigung verschoben

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Bitcoin is back: Zum ersten Mal seit mehreren Monaten hat die Kryptowährung wieder die Kursmarke von 8.000 US-Dollar durchbrochen, auch wenn ein Flash-Crash vergangenen Freitag den Bitcoin-Bullen zunächst den Spaß an den Kursgewinnen verdorben hat.

Die Spannung war jedenfalls
hoch, ob die US-amerikanische Wertpapieraufsicht SEC den geplanten Bitcoin-ETF des
Anbieters Van Eck und des Blockchain-Unternehmen Solid X genehmigt. Die
Entscheidung wurde, wie schon öfter in der Vergangenheit, vertagt, und zwar zunächst
auf den 19. August. Und auch an diesem Termin könnte die endgültige
Entscheidung möglicherweise noch nicht fallen.

Misstrauen am Werk?

Bitwise, ein anderer potentiellen Anbieter eines Bitcoin-ETFs, bekam diesen Monat
ebenfalls einen Korb von der SEC. Im vergangenen Jahr ist auch der Antrag des
Anbieters Winklevoss  gescheitert. Weiterhin
ist also bei den Bitcoin-Jüngern Geduld gefragt. Bis zur Entscheidung haben
potentielle Anleger und Interessenten das Wort. Die US-Bürger können noch Fragen
und Anmerkungen an die Aufsichtsbehörde richten, die zur Entscheidung mit
beitragen sollen. Manche Investoren sehen in der restriktiven Haltung der SEC
ein generelles Misstrauen gegenüber der Anlageklasse. Allerdings kamen von der
SEC durchaus auch positive Signale, dass eine Genehmigung kommen wird, aber
eben erst dann, wenn die hohen Regulierungs-Hürden erfüllt sind. Bitcoin-Investoren
erwarten von einem börsengehandelten ETF eine Stärkung des Vertrauens in die
Assetklasse Kryptowährungen und nicht zuletzt Kurssteigerungen durch ein
verstärktes Anlegerinteresse. Der Ausgang ist aber weiterhin offen.

Regulierungsbedarf

Mehrere Punkte mahnt die SEC an: Durch die Fragmentierung des Kryptomarktes und
hohe Volatilität sieht die Finanzaufsicht die Anbieter nicht in der Lage,
täglich einen Net Asset Value (NAV) zu errechnen, wie es für ETFs
vorgeschrieben ist. In engem Zusammenhang mit der Wert-Bestimmung stellt sich die
Frage, wie angesichts der Fragmentierung des Marktes und der
Schwankungsanfälligkeit des Assets gewährleistet werden kann, dass der Kurs des
ETFs nicht zu stark vom Kurs des Basiswertes abweicht. Technisch am
schwierigsten dürfte allerdings die Verwahrung der Bitcoins und der Schutz des
Anlegervermögens vor Cyberkriminellen zu lösen sein. Zwar gibt es schon
Custody-Lösungen für Krypto-Assets. Allerdings erfüllen die noch nicht die
Standards der Regulierungsbehörden.

Schlüssel verloren

Gut in Erinnerung ist Krypto-Anhängern noch der Fall der kanadischen
Kryptowährungsbörse QuadrigaCX sein. Quadriga musste Insolvenz anmelden, da das
Unternehmen zu den Beständen unter seiner Verwahrung schlicht keinen Zugang
mehr gefunden hat. Dabei ging es um eine Summe von rund 150 Millionen
US-Dollar. Der Großteil der Kryptowährungen wurde verschlüsselt und offline in
Speicherbausteinen verwahrt. Zugang gibt es dazu nur über sogenannte „Private
Keys“. Den Zugang hatte nur der Chef von Quadriga, der plötzlich verstarb. Die
Ironie der Regulierungs-Story am Beispiel der Markttransparenz: Intransparenz
am Markt verhindert eine Bitcoin-ETF-Genehmigung, die wiederum zu einem
transparenteren Markt beitragen würde. Denn die erhöhte Transparenz würde die
Anlageklasse für mehr Investoren interessant machen und dadurch auch die
Volatilität reduzieren.

Verbots-Diskussion

Bitcoin & Co. trifft immer wieder auf Gegenwind aus der Politik. Es ist
kein Geheimnis, dass Politiker, die gerne die Kontrolle über die Zahlungsmittel
behalten, kein Freund von der Bitcoins sind. Wo immer es geht, setzen diese auf
mehr oder weniger sinnvolle Regulierungsmaßnahmen. Aber damit nicht genug.
Bradley Sherman, seines Zeichens Mitglied des US-amerikanischen Kongresses und
Mitglied der Demokraten, geht noch einen Schritt weiter. Er sucht Unterstützung
für eine Gesetzesinitiative zum Verbot der Kryptowährung. Dabei dürfte eine
nationale Anstrengung zum Verbot ziemlich ins Leere laufen. Während Sherman vor
allem den staatlichen Kontrollverlust bei den Kryptos fürchtet, bläst eine
deutsche Partei ins selbe Horn des Verbots-Vorschlag, genauer gesagt „Die
Linken“ in ihrem Wahlprogramm zur Europa-Wahl. Probleme sehen die deutschen
Sozialisten allerdings nicht beim staatlichen Kontrollverlust, sondern vor allem
beim Klimaschutz und beim hohen Stromverbrauch durch das Mining.

Miner halten
vielfach dagegen, dass für das digitale Schürfen vorrangig saubere, sprich
erneuerbare Energie verwendet werden. Schwierig dürfte die Umsetzung eines
Verbots in jedem Falle werden. Denn bei einem dezentral konstruierten Produkt wird
es schwer sein, einfach den Stecker zu ziehen. Keine Verbotsgedanken, aber
harsche Ablehnung von Kryptowährungen kommt vom „Orakel von Omaha“ Warren
Buffett, der bei der letztjährigen Berkshire-Hathaway-Hauptversammlung die wenig
schmeichelhafte Bezeichnung „wahrscheinlich Rattengift zum Quadrat“ fand.

Stellenabbau in der Finanzbranche

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Große Restrukturierungsmaßnahme in der Finanzbranche. Hier sollen in den nächsten zehn Jahren fast 25 Prozent der Stellen abgebaut werden. Bis zu 157.000 Jobs im Asset Management sollen bis 2030 gestrichen werden, berichtet eine Studie.

Die Anzahl der Beschäftigten im Asset Management wird in den nächsten zehn Jahren um zwanzig Prozent sinken, weil Künstliche Intelligenz und Automatisierung sich in der Branche immer weiter durchsetzen. Wie die Unternehmensberatung Optimal prognostiziert, sollen von derzeit 1,7 Millionen Jobs in der Finanzbranche rund 400.000 wegrationalisiert werden. Dabei wird die Investmentbranche am härtesten getroffen, da hier der Einzug neuer Technologien und der Druck durch sinkende Gebühreneinnahmen am höchsten sind.

Sollten die Prognosen stimmen, dann käme es zu einer kompletten Umkehr der Entwicklung seit 2009: In den vergangenen zehn Jahren wurden rund 190.000 neue Stellen bei den Asset Managern geschaffen, um die Regulierungsbestimmungen, die aus der Finanzkrise resultierten, umzusetzen. Zukünftig werden die Kapitalanlagegesellschaften die Regelungen automatisiert umsetzen – was gerade in weniger produktiven Unternehmensbereichen zu Effizienzsteigerungen führen wird.

Die Autoren des Berichts Axel Pierron und Anne-Laure Foubert gehen davon aus, dass im Asset Management deshalb bis 2030 rund 157.000 Stellen gestrichen werden. Vor allem im Bereich der Wertpapieranalyse ist der Vormarsch der Algorithmen kaum mehr aufzuhalten. Dort werden Programme darauf trainiert, riesige Datenberge zu durchsuchen auszuwerten und auf der Basis von Machine Learning Anlageentscheidungen zu treffen und selbstständig zu optimieren. Weitere Einsatzbereich sind das Risikomanagement und Funktionen rund um den Wertpapierhandel. Allein im Handel sieht Optimal rund 97.000 Stellen bedroht, das hier das Verhältnis von Aufwand zu Ertrag „viel zu lange viel zu hoch lag“. 
Am wenigsten betroffen vom Einzug der Automatisierung werden die Bereiche des traditionellen Investment Bankings,  das Underwriting und das Übernahmegeschäft, glaubt Optimas.

Während im Bereich der Datenerhebung und -auswertung geschätzte 8.000 Arbeitsplätze durch Algorithmen ersetzt werden, suchen die Asset Manager auf der anderen Seite Hände ringend nach Experten für die Entwicklung von Vorhersagemodellen; hier rechnet Optimal mit einem wahren „War for Talent“.  Predictive Analytics wird vor allem verwendet, um den besten Zeitpunkt für eine Wertpapiertransaktion zu bestimmen.

Insgesamt sollen in den Technologieabteilungen der Finanzbranche rund 66.000 neue Jobs entstehen womit diese beim Recruitment in direkten Wettbewerb zu den globalen Tech-Companies tritt. „Derzeit werden KI-Experten, Datenwissenschaftler und Cybersecurity-Beauftragte, die eigentlich von Technologieunternehmen angeworben werden, mehr und mehr von der Finanzbranche aufgesogen“, erklären Pierron und Foubert. Seit Anfang 2019 wenden sich 35 Prozent der Stellenanzeigen von US- und europäischen Banken gezielt an Kandidaten mit technologischen Hintergrund.

PEPP: Auf EU-weite Alterssicherung geeinnigt

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Die EU ist einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer europaweit einheitlichen Altersvorsorge gegangen. Dazu soll die gesetzliche und die betriebliche Altersvorsorge um ein dritte Säule ergänzt werden.

Vom Ziel einer funktionierenden Kapitalmarktunion ist die EU noch ein ganzes Stück entfernt. Ein Hauptgrund dafür sind die zum Teil sehr unterschiedlichen nationalen Steuer-, Kapitalmarkt- und Sozialgesetzgebungen. Doch die Politiker in Brüssel arbeiten daran. Sie sind sich bewusst, dass man nicht auf der einen Seite die Grenzen für Dienstleistungen niederreißen kann und es auf der anderen Seite den Menschen in der EU nicht einmal möglich ist, Versicherungen über die Grenzen mitzunehmen und private Altersvorsorge unabhängig vom Wohnsitz zu betreiben.

Einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer europaweit einheitlichen Altersvorsorge ist die EU nun gegangen. Sie hat sich auf die Einführung eines europaweiten privaten Altersvorsorgeprodukts (Pan-European Personal Pension Product = PEPP) geeinigt, das die gesetzliche und der betriebliche Altersvorsorge durch eine private Vorsorge als dritte Säule ergänzen soll. Die EU-Kommission hat eine entsprechende Richtlinie vorgeschlagen, die nun von den Mitgliedstaaten und vom EU-Parlament verabschiedet werden muss.

So soll PEPP funktionieren

Das neue Produkt soll die nationale private Altersvorsorge weder ersetzen noch harmonisieren, sondern ergänzen. Die Grundidee lässt sich so zusammenfassen: Versicherungsgesellschaften, Banken, betriebliche Pensionskassen, Fonds und Vermögensverwalter, die in der EU zugelassen sind, können PEPPs anbieten. Die Produkte müssen bestimmte Standards erfüllen und von der EU-Versicherungsaufsicht EIOPA in Frankfurt genehmigt werden. Auf dieser Basis können die Produkte in der ganzen EU vertrieben werden, die erhalten einen sogenannten „EU-Pass“. Der Effekt: Sparer, die in einen anderen Mitgliedstaat umziehen, können ihre private Altersvorsorge quasi „mitnehmen“ und weiter in dasselbe Produkt einzahlen. Das ist bei den nationalen Angeboten bislang kaum möglich.

Die regulatorischen Herausforderungen

Das Regelwerk für das neue Produkt muss dafür sorgen, dass PEPPs in der Praxis einige Hürden nehmen können. Denn die aktuelle Situation sieht so aus: Der europäische Markt für die private Altersvorsorge ist zersplittert. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Regelungen, die die Entwicklung eines EU-weiten Marktes behindern. In einigen Mitgliedstaaten gibt es praktisch keinen Markt. Die Auswahl der Produkte, die auf Kapitalmarktinstrumenten basieren, ist meist begrenzt. Dies führt zu höheren Kosten für die Sparerinnen und Sparer und zu einer mangelnden Liquidität der Märkte. Auch die Besteuerung solcher Produkte ist je nach Staat unterschiedlich.

Einheitliche Struktur für unterschiedliche Märkte

Damit die Idee funktioniert, müssen PEPP-Anbieter laut dem aktuell ausgearbeiteten EU-Entwurf für Kunden, die im Verlaufe ihres Lebens in mehreren EU-Staaten leben, sogenannte nationale „PEPP-Kammern“ einrichten. Beispiel: Arbeitet ein deutscher Kunde einige Jahre in Spanien, zahlt er in dieser Zeit in eine spanische Kammer ein und wird nach den spanischen Vorschriften besteuert. In Ergänzung zum Gesetzgebungsvorschlag fordert die Kommission die Mitgliedstaaten zudem in einer – rechtlich nicht bindenden – Empfehlung auf, bestehende Steuervergünstigungen für die nationale private Altersvorsorge künftig auch den PEPP zu gewähren, selbst wenn diese die auf nationaler Ebene geltenden Kriterien nicht gänzlich erfüllen. Ein wichtiger Punkt: Anbieter und Sparer werden am Ende der Vertragslaufzeit zwischen unterschiedlichen Auszahlungsoptionen wählen können. Angedacht sind die einmalige Auszahlung, regelmäßige Bezüge oder eine Kombination der beiden Optionen.

Vorteile für die Anbieter

Größenvorteile. Die Anbieter werden ihre PEPPs in mehreren Mitgliedstaaten vermarkten und die Vermögenswerte in effizienteren Pools zusammenlegen können.

Größere Reichweite. Über elektronische Vertriebskanäle werden die Anbieter Verbraucherinnen und Verbraucher in der gesamten EU erreichen können.

Grenzüberschreitender Vertrieb. Mit einem EU-„Produktpass“ werden Anbieter ihre PEPPs in mehreren Mitgliedstaaten verkaufen können.

Vorteile für die Sparer

Größere Auswahl. Sparer können aus einer Vielzahl von PEPPs auswählen und von einem stärkeren Wettbewerb profitieren. Sie können zwischen einer sicheren Standard-Anlageoption und Optionen mit verschiedenen Risikoprofilen wählen.

Verbraucherschutz. Die Verordnung wird gewährleisten, dass Kunden über die Eckpunkte eines PEPP informiert sind.

Anbieterwechsel. Die Kunden werden das Recht haben, spätestens fünf Jahre nach Vertragsabschluss oder nach dem letzten Anbieterwechsel einen anderen Anbieter – im eigenen Land oder in einem anderen Mitgliedstaat – zu wählen. Sie können auch öfter wechseln, wenn der PEPP-Anbieter zustimmt. Dabei wären die Gebühren gedeckelt.

Übertragbarkeit. Sparer werden auch nach einem Umzug in einen anderen Mitgliedstaat weiter Beiträge für ihr PEPP zahlen können.

Die nächsten Schritte

Der Text wird nun von den Rechts- und Sprachsachverständigen abschließend überarbeitet. Das Parlament und der Rat müssen dann den endgültigen Text noch annehmen.

Superreiche misstrauen dem Bullenmarkt

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Die Mitglieder des Investment-Clubs Tiger 21 haben im ersten Quartal die Cash-Positionen in ihren Portfolios im Schnitt um 20 Prozent erhöht. Offenbar sind die Ultrareichen der Meinung, dass der Bullenmarkt nicht mehr lange anhalten wird.

Offenbar sind die Ultrareichen nicht mehr überzeugt, dass der Bullenmarkt noch lange anhalten wird. Das berichtet das Finanzportal MarketWatch unter Berufung auf Mitglieder des exklusiven Investment-Clubs.

Die 750 Mitglieder von Tiger 21 verfügen in Summe über rund 75 Milliarden US$ an Assets. Mehr als die Hälfte dieses Vermögens haben die Investoren in Immobilien sowie in Private Equity investiert. In den ersten drei Monaten wurde der Cash-Anteil im Portfolio von 7,5 auf neun Prozent erhöht – der höchste Wert seit Anfang 2013. 

Auf Platz eins der Sorgen steht bei den Anlegern von Tiger 21 der Handelskrieg mit China, dichtgefolgt von einem aus dem Ruder laufenden Staatsdefizit in den USA und dem Mangel an Fortschritten bei den Abrüstungsverhandlungen mit Nord Korea. Ein hoher Cash-Bestand könne aber auch nützlich sein, wenn ein Black-Swan-Event eintritt und die Märkte ins Wanken bringt, schreibt MarketWatch.

WIe die Ultrareichen investieren
WIe die Ultrareichen investieren

Dominiert wird die Asset Allocation im Musterportfolio von Immobilien; deren Anteil wurde in den letzten beiden Jahren massiv von 33 Prozent in 2017 auf nun 26 Prozent heruntergefahren. Leicht reduziert wurden auch die Positionen in Hedgefonds.

Über viel Geld zu verfügen hat durchaus sein Gutes, denn es eröffnet den Ultrareichen den Zugang zu Private Equity, das demzufolge im Portfolio etwas höher rangiert als börslich gehandelte Aktien.

Der Tiger 21 Club – eigentlich „The Investment Group for Enhanced Results in the 21st Century“ – wurde 1999  von dem Unternehmer Michael W. Sonnenfeldt gegründet. Ursprünglich betrug das Mindestvermögen, um eine Mitgliedschaft zu beantragen, 10 Millionen US$; heute wird lediglich eine Jahresgebühr von 30.000 US$ erhoben.

Sinn und Zweck der Veranstaltung ist nicht, die Vermögen der Mitglieder in einem gemeinsamen Fonds zu verwalten sondern vielmehr, dass sich die sogenannten High Net Worth Individuals, kurz HNWI, von Tiger 21 gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite stehen bei der Verwaltung ihrer individuellen Reichtümer.

Tiger 21 bezeichnet sich selbst als „Peer-to-Peer Wissensnetzwerk“. Geprägt wird die Philosophie der Club-Mitglieder nicht zuletzt durch ein tiefes Misstrauen gegenüber dem „Lager der Diebe“ – Investmentbanker, Stock Broker und Vermögensverwalter.

Einer der Eckpfeiler von Tiger 21 ist die sogenannte „Portfolio Defense“, bei der jedes Clumitglied einmal im Jahr sein Portfolio präsentieren und sich der unverblümten Kritik der anderen Mitglieder stellen muss. Die europäischen Chapter des Clubs sitzen in London und Zürich.

ESG-Rating: Welche Länder und Branchen haben die geringsten Risiken

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Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat einen Risikoatlas erstellt, der Sektoren und Regionen nach ESG-Risiken bewertet. Ein gutes ESG-Rating ist für viele Fondsmanager Voraussetzung dafür, eine Aktie ins Portfolio zu nehmen.

Nimm nur so viel wie du brauchst, mach das Licht aus, wenn du aus dem Zimmer gehst, lasse alles so zurück wie du es vorgefunden hast – die Regeln des gesunden Menschenverstands sollten eigentlich alle kennen, die eine Erziehung genossen haben. Doch sobald Manager in Unternehmen tätig werden, werden diese oft über Bord gekippt: „Warum soll ich mich an die Regeln halten, wenn die anderen es auch nicht tun?“

Aber wer hält sich tatsächlich an die Regeln – und wer tut nur so? Das Bewerten von Unternehmen nach ESG-Standards ist mittlerweile eine gewinnbringende Industrie, denn ein gutes ESG-Rating ist für viele Fondsmanager Voraussetzung dafür, eine Aktie ins Portfolio zu nehmen.  Auf Unternehmensebene kommt das Greenwashing, das Vortäuschen einer rechtschaffenen, ökologischen und sozialen Unternehmensführung, immer mehr in Mode; dagegen haben Branchen und Regionen wesentlich weniger Möglichkeiten,  sich ein sauberes Image zu verschaffen.

Wie genau es um die Risiken bestellt ist, die Investoren eingehen, wenn sie ihr Geld in einzelne Länder und Sektoren stecken, das hat die Ratingagentur Standar & Poor’s in dem neuen ESG Risk Atlas zusammengetragen.

Auf regionaler Ebene bewertet S&P vor allem das Risiko, wie stark einzelne Länder Naturkatastrophen ausgesetzt sind und wie es um die Qualität der Unternehmensstandard bestellt ist. Wenig überraschend, dass dabei die G20-Staaten auf den vorderen Plätzen dabei sind, wobei Russland mit der Note 5 noch etwas Nachholbedarf aufweist. Selbst Saudi Arabien, wo öffentliche Hinrichtungen noch als traditionelle Rechtspflege betrachtet werden, schneidet da besser ab.

ESG-RISK ATLAS „GOUVERNANCE“

Risk Atlas Gouvernance
Risk Atlas Gouvernance

Quelle: S&P

Auch in Venezuela ist es derzeit nicht gut bestellt um die Einhaltung von ökologischen und sozialen Standards bei der Unternehmensführung, was schade ist, da das Land mit 47 Milliarden Tonnen über die reichsten Erdölvorkommen des Planeten verfügt und viele Energiefirmen diese Rohstoffe gerne erschließen würden.

Auch in der Demokratischen Republik Kongo, in der Ukraine und im Irak vergibt S&P jeweils die schlechteste ESG-Note. Dabei gibt es im Kongo neben Coltan auch riesige Vorkommen an Diamanten, Edelhölzern, Erdöl, Uran, Kobalt und Kupfer. Und der Irak liegt mit 20,5 Milliarden Tonnen bekanntermaßen auf Platz fünf der reservenreichsten Staaten.

ESG-RISIKEN AUSGEWÄHLTER BRANCHEN
ESG-RISIKEN AUSGEWÄHLTER BRANCHEN

Quelle: S&P

Auf Branchenebene stellen nach Ansicht der Analysten von S&P die supranationalen Organisationen – Vereinte Nationen, internationale Förderbanken und Entwicklungshilfeorganisationen udgl. – sowohl hinsichtlich der ökologischen als auch der sozialen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit das geringste Risiko dar. 

Auf der anderen Seite des Spektrums werden sowohl die Öl- und Gasproduzenten als auch Bergbau und Metallverarbeitung von S&P als die größten Energieverschwender und Emittenten von Treibhausgasen identifiziert. Auch die Begleitumstände der Produktion stellen für Umwelt und die sozialen Systeme in der Umgebung, in denen sie stattfindet, eine große Belastung dar. Deshalb bekommt beide Branchen sowohl ökologisch als auch sozial die schlechteste Bewertung. 

Gute Nachrichten für die Asset Manager: Ihre Branche wird von S&P in Bezug auf die Umweltauswirkungen zusammen mit Medien, Software, Dienstleistungen und den supranationalen Organisationen als am wenigsten umweltschädlich eingestuft. Lediglich der Datenschutz und schlechte Beratungsdienstleistungen stellen für die Branche ein Risiko dar, das Investoren beachten sollten.

Erstaunlich scheint die Einstufung der Luftfahrt und Rüstungsindustrie – PR-Experten sprechen hier lieber von „Verteidigung“: Mit einer Risikobewertung von sechs – jeweils drei für die Faktoren „Umwelt“ und „Soziales“ – rangiert die Branche eher im Mittelfeld. Das mag auf den ersten Blick verwundern, kommen doch Jahr für Jahr mehr als 100.000 Menschen weltweit durch die Erzeugnisse dieser Branche ums Leben. Doch handelt es sich bei diesen Toten nicht etwa um Risiken, die Investoren eingehen, wenn sie Anteile an Rüstungsfirmen erwerben: „Unternehmen aus dem Verteidigungssektor sehen sich zuweilen  Reputationsrisikenausgesetzt, die mit der Produktion bestimmter Systeme (wie Nuklearwaffen) oder dem Verkauf an bestimmte Staaten einhergehen, aber das sind politische Entscheidungen, die ihre Kunden treffen, die sich wiederum an strategischen und militärischen Bedürfnissen orientieren.“

Für Asset Manager stellt der ESG Risk Atlas sicherlich ein hilfreiches Werkzeug für die Asset Allocation dar, wenn Kunden ein Portfolio wünschen, dem nachhaltige ökologische und soziale Kriterien zugrunde liegen.

Service-KVGs: Das Geschäft mit der Brexit-Angst

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Der Brexit naht. Britische Immobilienfonds-Manager nutzen jetzt noch die Möglichkeit, um mit Hilfe deutscher oder Luxemburger Service-KVGs in den Genuss des EU-Passporting-Privilegs zu kommen.

Nigel Paul Farage war einmal Chef der UK Independence Party. Davor war er Rohstoffhändler. Farage beherrscht das Zocken. Als Händler wurde er reich. Als Politiker agierte er trickreich. Er hat sein Land mit gezinkten Zahlen und hanebüchenen Lügen ins Chaos geführt und sich dann aus den folgenden politischen Grabenkämpfen rund um den Brexit mit einem hämischen Lächeln verabschiedet.

Nun, da das britische Parlament sich nach Monaten mit ergebnislosen und teils völlig unsinnigen Debatten bis aufs Mark blamiert hat, kehrt Farage auf die politische Bühne zurück. Ausgerechnet zur Europa-Wahl. Denn Großbritannien wird an der Europa-Wahl Ende Mai teilnehmen. Das allein ist schon verrückt. Doch wenn es auch nur annähernd so kommt, wie es die Prognosen derzeit andeuten, wird Nigel Farage an der Spitze seiner neu gegründeten Brexit-Partei bald mit wehenden Fahnen ins Europäische Parlament einziehen. Seine beiden wichtigsten Ziele hat er klar definiert: in der EU durch Blockadepolitik noch möglichst viel Schaden anzurichten und einen harten, ungeordneten Brexit herbeizuführen.

Asset Manager mit bösen Ahnungen und einer pragmatischen Lösung

Kommt ein ungeordneter Brexit, hat das für britische Finanzmarktteilnehmer unangenehme Konsequenzen. Um ihre Produkte in der EU zu vertreiben, benötigen sie höchstwahrscheinlich einen sogenannten EU-Pass. Denn wenn sich EU und Großbritannien nicht noch auf eine Sonderregel einigen, hätten britische Fonds dann den gleichen Status wie Fonds aus anderen Drittstaaten, beispielsweise den USA – und zwar unmittelbar ab sofort mit Eintritt des Brexit. Die Zulassung obliegt dann in beiden Fällen den jeweiligen nationalen Aufsichtsbehörden. Der Prozess ist aufwändiger und komplexer als derzeit im europäischen Binnenmarkt.

Vor diesem Hintergrund nimmt das Interesse britischer Immobilienfonds-Anbieter an einer Zusammenarbeit mit deutschen oder Luxemburger Immobilien-Service-KVGs zu. Solche Kooperationen bieten britischen Fondsanbietern nach dem Brexit die Möglichkeit, in den Genuss des sogenannten EU-Passporting-Privilegs zu kommen, eigene Fonds zu initiieren und Fondsanteile EU-weit zu vertreiben. Das Modell funktioniert so: Ein Immobilien-Asset Manager hat seinen Sitz in Großbritannien, die Service-KVG ist beispielsweise in Deutschland. Letztere legt den Fonds nach deutschem Recht auf. Da die KVG in Deutschland – und damit in der EU – zugelassen ist, dürfen die Fondsanteile über die Passporting-Regularien EU-weit vertrieben werden.

Als Kooperationspartner für britische Asset Manager kämen dafür insbesondere die drei großen Service-KVGs Hansainvest, Intreal und Universal Investment infrage. Aber auch Anbieter wie Ampega, Berenberg, Hauck & Aufhäuser und NFS Netfonds können zum Teil mitmischen. „Wir erhalten in den vergangenen Monaten und speziell seit Jahresbeginn vermehrt Anfragen von Assetmanagern aus dem Vereinigten Königreich. Die Vorteile einer Kooperation liegen auf der Hand: Die Fondsanbieter sparen sich die Kosten für die Gründung und laufende Unterhaltung einer Niederlassung mit AIFMD-Lizenzierung in der EU und können aber gleichzeitig ihre Fonds initiieren und Fondsanteile EU-weit vertreiben“, erklärt etwa Michael Schneider, Geschäftsführer der Intreal.

Eine Service-KVG ist günstiger als eine Niederlassung innerhalb der EU
Die Alternative zur Service-KVG ist für britische Fondsanbieter die Gründung einer Niederlassung in einem EU-Staat und die dortige Registrierung als OGAW (Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapiere) oder AIFM (Alternativer Investmentfonds-Manager). „Bevorzugte Zielländer sind aufgrund der günstigen rechtlichen Rahmenbedingungen Irland oder Luxemburg. Allerdings ist dies eher eine Lösung für größere Häuser – denn eine entsprechend ausgestattete Niederlassung in einem anderen EU-Land ist aufwendig und teuer. Experten zufolge müssen sich die Assets under Administration (AuA) – je nach EU-Land – auf mindestens eine Milliarde Euro belaufen, damit sich alleine die Zulassung als AIFM rechnet“, so Schneider, dessen Service-KVG auf Immobilienfonds spezialisiert ist und bereits seit Jahren mit Asset Managern aus dem Vereinigten Königreich zusammenarbeitet.

Die bisherige Zusammenarbeit erfolgte zwar nicht aufgrund des Brexit, so Schneider: Vielmehr standen wirtschaftliche Argumente wie etwa eine erhöhte Geschwindigkeit bei der Produktentwicklung und -umsetzung sowie die maximale Flexibilität bei produkt- und kundenpolitischen Entscheidungen im Vordergrund. Sollte sich Nigel Farage erneut erfolgreich ins politische Geschehen zocken, dürfte die Liste an Gründen für Kooperationen zwischen britischen Asset Managern und deutschen Service-KVGs um mindestens einen Punkt anwachsen. Und zwar sehr schnell. Farages Kampfansage lautet: Brexit now!

Immobilienfonds beliebter als Aktienfonds

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Die Kurskorrekturen am Aktienmarkt Ende vergangenen Jahres haben die Anleger in Deutschland offensichtlich verschreckt. Im ersten Quartal 2019 floss mehr als doppelt so viel Kapital in Offene Immobilienfonds wie in Aktienfonds.

Die Deutschen sind ein schreckhaftes Volk, wenn es um das Thema Geldanlage geht. Laut Bundesbank-Statistik liegen aktuell 2,3 Billionen Euro hierzulande auf Sparbüchern, Festgeldkonten, niedrig verzinsten Schuldverschreibungen oder ohne Verzinsung auf Girokonten. Das ist mehr als ein Drittel des Geldvermögens in Deutschland, das täglich durch Inflation oder Minuszinsen an Wert verliert. Und es ist mehr als doppelt so viel, wie in Publikumsfonds investiert ist. Speziell zu Aktien haben die Deutschen bekanntermaßen ein gestörtes Verhältnis: Laut aktueller Statistik des Fondsverbandes BVI haben deutsche Sparer aktuell nur 377 Milliarden Euro in Aktienfonds angelegt.

Mehr Vertrauen in Fondsmanager als in passive Fonds

Durch den Kursrutsch an den internationalen Aktienmärkten Ende vergangenen Jahres ist das Vertrauen der Anleger in Dividendenpapiere zwar nicht gerade gewachsen. Doch es gibt trotzdem Erstaunliches zu vermelden. Erstens: Seit Dezember 2018 haben Aktienfonds laut BVI-Statistik netto immerhin 1,4 Milliarden Euro an frischem Kapital eingesammelt. Und das, obwohl Anleger stark verunsichert in das neue Jahr gestartet sind. Viel erstaunlicher ist jedoch, dass deutsche Anleger dem weltweiten Trend hin zu passiven Fonds trotzen: Aktiv gemanagte Fonds verzeichneten im ersten Quartal 2,4 Milliarden Euro an Zuflüssen. Aktien-ETFs mussten eine Milliarde Euro Abflüsse hinnehmen.

Noch mehr Vertrauen in Betongold

Noch mehr Vertrauen als in Aktienfonds-Manager haben deutsche Anleger offensichtlich in die Manager Offener Immobilienfonds. Die BVI-Absatzliste der offenen Publikumsfonds im ersten Quartal führen Immobilienfonds an. Ihnen flossen netto drei Milliarden Euro zu – also doppelt so viel wie den Aktienfonds. Das von den Fondsgesellschaften verwaltete Netto-Vermögen in Immobilienfonds ist in den vergangenen zwölf Monaten von 175 Milliarden Euro (Ende März 2018) auf 200 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von 14 Prozent. Auf offene Publikumsfonds entfallen nun 101,1 Milliarden Euro, auf offene Spezialfonds 92,2 Milliarden Euro und auf KAGB-konforme geschlossene Fonds 6,3 Milliarden Euro.

Eine Auswertung der offenen Immobilienfonds zeigt, dass Spezialfonds und Publikumsfonds den Anteil von Büros und Praxisräumen in den letzten vier Jahren reduziert und dafür mehr auf Handel und Gastronomie gesetzt haben: Bei den Publikumsfonds liegt mit 55 Prozent weiterhin der Schwerpunkt auf Büro und Praxis, gefolgt von Handel und Gastronomie mit 26 Prozent. Auf dem dritten Platz liegen Hotels. Ihr Anteil stieg von 4 Prozent auf 9 Prozent. Bei den Spezialfonds entfallen 33 Prozent auf Büro- und Praxisflächen sowie 32 Prozent auf Handel und Gastronomie. Wohnimmobilien haben ihren Anteil von 6 Prozent auf 15 Prozent mehr als verdoppelt.

Spezialfonds Treiber im Neugeschäft

Den Fondsgesellschaften flossen im ersten Quartal 2019 netto 24,5 Milliarden Euro zu. Der Treiber im Neugeschäft sind weiterhin offene Spezialfonds mit 23,8 Milliarden Euro. Offene Publikumsfonds verzeichneten Abflüsse von 2,2 Milliarden Euro. Zuletzt war deren Neugeschäft im Startquartal 2014 mit minus 4,8 Milliarden Euro geringer. Geschlossene Fonds sammelten seit Jahresbeginn 0,7 Milliarden Euro ein und freie Mandate 2,2 Milliarden. Die Fondsgesellschaften verwalteten Ende März ein Gesamtvermögen von 3.136 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von sechs Prozent seit Ende Dezember 2018 (2.954 Milliarden Euro).

Mischfonds: Stagnation bei den einstigen Anlegerlieblingen

Mischfonds erzielten praktisch kein Neugeschäft. Zuletzt starteten sie 2009 noch schwächer ins Jahr, als ihnen in den ersten drei Monaten 1,4 Milliarden Euro abflossen. Geldmarktfonds und Rentenfonds prägen das Absatzbild der Publikumsfonds mit Abflüssen von insgesamt 5,1 Milliarden Euro. Dabei verkauften Anleger allein Euro-Kurzläuferfonds im Wert von 5,4 Milliarden Euro.