Blackstone und Thomson Reuters mit Milliarden-Kooperation

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Die Nachrichtenagentur Thomson Reuters befindet sich in fortgeschrittenen Verhandlungen mit der Investmentgesellschaft Blackrock über eine Übernahme des Kerngeschäfts mit Wirtschafts- und Finanzdaten (Financial & Risk). Das gaben die Kanadier am Montag in einer kurzen Pressemitteilung bekannt. Nach Blackstone-Angaben vom Dienstag ist der Deal bereits beschlossene Sache. Er soll einen Umfang von gut 17 Mrd. USD haben. Die übrigen Sparten (Legal, Intellectual Property & Science, Tax & Accounting) bleiben bei der Muttergesellschaft Thomson Reuters. Auch die Nachrichtenagentur, Reuters News, ist nicht im Geschäft enthalten und soll unabhängig weiter arbeiten. Blackstone wird nach der Übernahme rund  55% der Anteile an der auszugliedernden Sparte halten. Die verbleibenden 45 % bleiben im Besitz von Thomson Reuters.

Aufgerufen für die Ausgliederung der Finanz & Risk-Sparte ist eine Zahlung von zunächst 3 Mrd. USD. Stemmen wird Blackstone diese Summe nicht allein, sondern im Verbund mit zwei weiteren Institutionellen Investoren, dem Canada Pension Plan Investment Board und der Singapore State Fund GIC. Insidern zufolge wird Blackstone allerdings den Löwenanteil übernehmen. Die übrigen 14 Mrd. USD werden der neu gegründeten Gesellschaft als Kreditschuld mit auf den Weg gegeben. 

Das Konsortium – allen voran Blackstone – sichert sich über die Akquisition 30 Jahre lang exklusiven Zugang zu den Finanzdaten von Thomson Reuters. Dem Nachrichtendienstleister fließen im Gegenzug garantierte Mittel in Höhe von 325 Mio. USD jährlich von Seiten Blackstone zu. 

Das Finanz & Risk-Geschäft gehört zu den umsatzstärksten Geschäftsfeldern von Thomson Reuters. 2016 erlösten die Kanadier hier 6,1 Mrd. USD. Es umfasst den Handel mit ökonomischen Fundamentaldaten, Prognosen, Primär- und Sekundärresearch sowie Softwaretools und Kommunikationsplattformen für Finanzmarktspezialisten.  

Jim Smith, Chef von Thomson Reuters, bezeichnete die Kooperation als Stärkung. Mit einem Partner wie Blackstone könne die Sparte sich noch besser im Markt positionieren, heißt es in einem Schreiben an die Mitarbeiter.

(DW)

Greiff Capital knackt die Milliardengrenze

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Der Breisgauer Asset Manager Greiff capital management verwaltet erstmals in der Firmengeschichte mehr als eine Milliarde Euro an Kundenkapital. Rund 450 Millionen Euro entfallen davon auf Dachfonds. Die Singlefonds-Strategien verwalten 550 Millionen Euro. 

Das Wachstum basiere auf mehreren Faktoren so Volker Schilling, CEO der Greiff AG: „Zum einen den Mittelzuflüssen in bestehenden und am Markt etablierten Strategien, Übernahmen bestehender Fonds, sowie der Auflage neuer uniquer Strategien und Spezialfondsmandate“.  

Im Zuge der Zuwächse an Assets, hat sich die Greiff AG auch personell breiter aufgestellt und beschäftigt aktuell 22 Mitarbeiter. Der mehrfach von Lipper und Mornigstar ausgezeichnete Vermögensverwalter richtet sich gezielt an Institutionelle Anleger. 

Trotz des Erfolges reicht der neue Meilenstein noch nicht für den Griff nach den Sternen. Der größte deutsche Asset Manager, die Allianz Gruppe, verwaltet umgerechnet gut 1.554 Mrd. Euro. Auf Platz zwei rangiert die Deutsche Bank mit gut 982 Mrd. Euro. Platz 18 belegt die KGAL mit 6,5 Mrd. Euro.

Quelle: Willis Towers Watson Get the data

 

(DW)

„Wir wollen auch die häßlichen Seiten sehen“ #2

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Fortsetzung des Interviews. Teil I finden Sie hier.

AM: Was meinen Sie?

B: Investoren suchen häufig nach einem Halt, einem einfachen Gütesiegel. Er meint, wenn das auf dem Produkt steht, ist alles gut. Tatsächlich ist die Realität eine andere. Unser Weg ist viel dynamischer und geht mehr auf das Unternehmen und seine Entwicklung ein. 

Wenn wir in Unternehmen investieren, setzen wir uns aktiv mit dem Management auseinander und versuchen positiven Einflugs zu nehmen. Wir fragen: was wollen Sie verbessern, wann, wollen Sie damit beginnen, wie wollen Sie es umsetzen. Manchmal ist die Beziehung zum Management daher sehr taff. Manchmal dauert der Prozess sehr lange. Aber nur so verbessern wir Unternehmen. Würden wir nur in Unternehmen anlegen, die den ESG-Kriterien entsprächen, könnten wir gar keinen Einfluß auf Unternehmen nehmen, die nicht den Rating-Kriterien entsprechen. 

AM: Wie sieht das konkret aus?

B: Wir evaluieren jedes Unternehmen sorgfältig. Wir besuchen die Assets, stellen dem Management viele, viele Fragen.
Uns interessiert z.B. ob die Mitarbeiter selbst in der Firma investiert sind, ob sie selbst Anteile des Unternehmens halten. Wie sieht die Organisationsform des Unternehmens aus? Wir bitten sie uns ihren Businessplan zu zeigen, wie wollen sie zukünftig einen Mehrwert erzeugen? 
Wir prüfen die Zahlen sorgfältig. Schauen sehr genau auf die Entwicklung der Dividende sowie des Net Asset Value. Wir gehen sehr selektiv vor. Vor kurzem haben wir ein Unternehmen in Spanien angesehen. Dort wurde ein dreistelliger Millionenbetrag an Boni auf 12 Manager verteilt – da haben wir gesagt, das machen wir nicht.

AM: Sie sehen sich die Zahlen des Unternehmens genau an…

B: Nicht nur die Zahlen. Wir wollen alles vom Unternehmen wissen. Bevor wir uns für ein Investment entscheiden, sehen wir uns alles an. Und zwar nicht nur die schönen Vorzeigeseiten – wir wollen auch die hässlichen Flecken sehen: die leerstehenden Gebäude, die halb verfallenen, die Assets, die das Management am liebsten verstecken würde. Und dann fragen wir sehr intensiv und nachdrücklich, wie damit umgegangen werden soll in der Zukunft. 

AM: Was erfahren Sie bei ihren Befragungen?

B: Manchmal hören Sie die wunderbarsten Sachen. Ich hab vor Kurzem mit einem Manager einer der größten Immobilienunternehmen Europas gesprochen. Da kam raus, dass denen bei einer Firma, die sie jüngst übernommen hatten, 1000 Apartments fehlten. Das ist eine Kleinstadt.

AM: Sie verfügen über lange Erfahrungen im Immobiliensektor. Welche Tätigkeit haben Sie vor Ihrem Engagement bei Degroof Petercam AM ausgeübt?

B: Bevor ich zu Degroof gekommen bin, habe ich für einen Pensionsfonds in Immobilien investiert. Kaufen, verkaufen, in einem kleinen Zweimann-Team. Da lernen Sie den gesamten Ablauf kennen. Unser Portfolio haben wir von einem anerkannten Unternehmen einmal im Halbjahr evaluieren lassen. Der Prüfer kam auf mich zu und hat gefragt: „Welche Bewertung soll dabei heraus kommen?“. Ich habe ihm gesagt, das das falsch ist. Ich liefere die Zahlen, er die Bewertung, nicht umgekehrt. Diese Erfahrung hat mich geprägt. Um eine korrekte Evaluation zu erhalten, müssen Sie den Dingen selbst nachgehen. 

AM: In Europa übernehmen das normalerweise spezialisierte Unternehmen…

B: Es gibt nur etwa 10 Unternehmen, die Immobilienportfolios  evaluieren – das ist nicht genug. Das ist ein Problem für den europäischen Immobiliensektor. Im österreichischen Büro-Sektor gibt es nur einen Anbieter. Das gleiche gilt für den deutschen Retailsektor. Es sollte mehr geben. Es wird auch mehr geben. Aber das braucht Zeit.

AM: Wir danken für das Gespräch.

Aviva Investors holt Carmen Kaltenkirch von AXA IM

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Aviva Investors, mit einem AuM von knapp 400 Mrd. Euro einer der weltweit größten Asset-Manager erweitert sein Team für Schwellenländeranleihen. Von AXA Invstement Manager kommt Carmen Kaltenkirch zu den Briten. Sie soll ihre Expertise als Souvereign Analyst einbringen.

Carmen Kaltenkirch verfügt über mehr als 10 Jahre Erfahrung. Zuletzt war sie bei AXA IM Teil des Research-Teams für Emerging Markets. Von 2012 bis 2014 leitete sie das Research für europäische und afrikanische Schwellenländer bei Fitch Ratings. Davor war sie für fünfeinhalb Jahre verantwortlich für die makro-ökonomische Analyse von Schwellenländern bei der Nedbank.

Bei Aviva Investors wird sich Altenkirch auf die Frontier Märkte konzentrieren und im erweiterten Aufgabenbereich auch das gesamte investierbare Universum der Schwellenländeranleihen abdecken. Sie wird nach Unternehmensangaben eng mit den Hard Currency-Fondsmanagern Aaron Grehan und Michael McGill zusammenarbeiten. 

Nach Angaben von Liam Spillane, Head of Emerging Market Debt, eröffnet die Neueinstellung Aviva Ressourcen in den Marktsegmenten, in denen aktuell die größten Opportunitäten zu finden seien. Der Ausbau des Teams unterstreiche die Bedeutung der Anlageklasse Schwellenländeranleihen für das Fixed-Income-Geschäft, so Spillane.

Kaltenkirch selbst sieht ihre größte Stärke in einer schnellen Auffassungsgabe: „Meine Expertise baut darauf auf, schnell Länder mit starkem Investmentpotential identifizieren und Risiken von den üblichen Marktturbulenzen unterscheiden zu können“. 

Liam Spillane zufolge werden die Kunden von der Verpflichtung profitieren: „Carmen bringt einen großen Erfahrungsschatz in unseren fundamental-basierten Analyseprozess der Staatsanleihen mit ein, der die Investmentergebnisse für unsere Kunden verbessern wird“. 

(DW)

„Wir wollen auch die häßlichen Seiten sehen“ #1

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AssetManager: Herr Bruyère, die EZB pumpt heute sehr viel Geld in den Markt. Insbesondere Unternehmen profitieren davon, weil sie sich relativ einfach auf Pump finanzieren können. Auf der anderen Seite drängt die anhaltende Nullzins-Politik Anleger in Aktien. Glauben Sie, dass der Markt korrigieren wird, wenn die EZB ihr Programm ändert?

Bruyère: Nein. Zumindest nicht im europäischen Raum. Der Real Estate Equity-Sektor ist noch immer unterbewertet. Für 2018 erwarten wir ein Wachstum von ca. Sieben Prozent. Er ist immer noch attraktiv. In den USA sieht die Situation anders aus. Dort rechnen wir in naher Zukunft mit steigender Marktvolatilität. 
Der Immobiliensektor ist unserer Meinung nach derzeit angemessen bepreist. Der Abstand zwischen dem Net-Asset Value und dem Shareholder Value dotiert um den historischen Mittelwert herum. Das bedeutet, fair-value. 

AM: Hebt Mario Draghi in diesem Jahr die Zinsen an?

B: Das sehe ich nicht. Ich denke, die nächsten Jahre werden die Zinsen unten bleiben. Aber wenn die Zinsen angehoben werden, ist das ein gutes Zeichen. Es bedeutet, dass es Wachstum gibt.

AM: Wird es  einfacher oder schwerer erfolgreich im Markt zu agieren.

B: Es ist nie leicht. Wir müssen jeden Tag unseren Job machen. Eine Prognose ist nie leicht. Ein Beispiel: Italien. Wir sind aktuell nicht in Italien investiert. Es gibt dort drei gelistete Unternehmen, die haben wir uns angesehen – kein Interesse. Das Management war schwach. Also sind wir dort nicht investiert. Ende des Jahres wird allerdings eine Steuerreform in Italien umgesetzt, von denen diese Unternehmen profitieren werden. Die Anleger werden entsprechend darauf reagieren – und ein technisches Wachstum generieren. Wir werden dann schauen, ob es sich für uns lohnt dort trotz der strukturellen Schwächen zu investieren. Jede Investition erfordert einen gewissen Trade-Off. Sie müssen für jede Asset Klasse genau abwägen.

AM: Ihre Fonds investieveren stark in REITS. Was ist das?

B: Es sind spezielle Anlagevehikel, die einen besonderen Vorteil bieten. REITs sind von der Steuer befreit bzw. Sie zahlen vergleichsweise geringe Steuern.
Das gilt allerdings nicht für alle Unternehmen, die Immobilien halten und verwalten. REITs müssen spezifische Auflagen erfüllen, die je nach Land variieren. Einen REITs-Status erhalten z.B. keine Wohnungsverwaltungsgesellschaften. Deutsche Immobilienunternehmen haben keinen REITs Status, sie zahlen den normalen Steuersatz. Auch für italienische und portugiesische Unternehmen gibt es aktuell noch keinen REITs-Status. 

AM: Investieren Sie ausschliesslich in REITs?

B: In allen Fonds sind wir sowohl in REITs als auch in Non-REITs investiert. Ein großer Teil unseres Portfolios sind deutsche Unternehmen.

AM: In welche Staaten allokieren ihre Fonds derzeit?

B: Wir sind aktuell stark in Finnland, Italien, Spanien investiert. Hier sehen wir Potential. Nur weil in einem Land gerade die Immobilienpreise unten sind, bedeutet das nicht, dass wir dort allokiert sind. Nehmen Sie z.B. Großbritannien. Wegen des Brexit sind wir derzeit nicht in Zentral-London investiert – aber in den Randgebieten. Studentenwohnheime, Seniorenresidenzen. Hier betreiben wir ein wenig Nischen-Investing. Aber jedes Land hat seine spezifischen Eigenheiten.

AM: Welche Sektoren werden in 2018 die interessantesten Aussichten haben?

B: Der deutsche Wohnimmobilien-Sektor ist definitiv interessant. In den deutschen Metropolen werden 2018 die Mieten weiter steigen, das sehen wir ebenso. Aber ich bezweifele, dass die Steigerung über denen von Madrid oder Mailand liegen wird. Spanien, Italien sind die beiden Länder, wo wir die höchsten Steigerungsraten erwarten.
In Frankreich sehen wir den Retail Bereich auf Wachstumskurs. Konsum und Konsumlaune sind stabil, die Assets von hoher Qualität. Von der Logistik-Branche in den Beneluxländern versprechen wir uns ebenfalls viel. Büroimmobilien haben in den Metropolen von Spanien, Irland, Deutschland und Frankreich viel Potential nach oben.

AM: Zahlt sich diese Strategie aus? 

B: Ja. Wir haben mit dem Real Estate Europe (ISIN: BE0058187841) den Markt in den vergangenen 17 Jahren 16 mal geschlagen. Mit dem Atlas Real Estate EMU (ISIN: BE0942186256) im gleichen Zeitraum 14 Mal die Benchmark.Über die letzten Jahre haben wir jedes Jahr 10 % Rendite erwirtschaftet. Jedes Jahr. In den letzten vier Jahren waren es sogar knapp 15 % jährlich.

AM: Gibt es einen speziellen Anlegertypus, auf den ihr Fonds zugeschnitten ist?

B: Der Fonds performt stabil, aber wir sind immer noch im Aktienmarkt unterwegs. Das heißt es gibt Volatilität. Wir gehen ins Risiko, ja, aber nur dort, wo es sich lohnt und immer mit einem risikoadjustiertem Limit. 

Unsere Fonds investieren nach klaren Regeln. 
Uns geht es nicht um den höchsten Return. Wir jagen nicht um jeden Preis nach Rekorden. Wir wollen drei Dinge erreichen. Eine gute Kapitalrendite, bei geringer Volatilität und eine gute Liquidität. Es wäre sehr einfach bspw. illiquide Unternehmensanteile zu kaufen, die einen hohen Ertrag versprechen – die sie anschließend aber nicht mehr verkaufen können. Das wäre ein Problem für unsere Investoren, daher vermeiden wir das. Wir sitzen mit ihnen in einem Boot. Wir setzen auf nachhaltigen Erfolg.

AM: Stichwort Nachhaltigkeit. Welche Rolle spielen ESG-Kriterien für ihre Investments?

B: ESG-Kriterien sind Prinzipien, die von Rating-Agenturen aufgestellt worden sind, um eine gewisse Orientierung zu bieten. Sie haben Vorteile, aber auch den großen Nachteil, dass sie erstens Unternehmen miteinander gleichsetzen, die nur sehr schwer vergleichbar sind. Und zweitens, einige Unternehmen, die durch das inadäquate Raster fallen, auf diese Weise für externe Einflussnahme ausklammern. Wir gehen daher einen anderen Weg. Wir glauben, dass jede Asset Klasse ihre Besonderheiten hat, die es stärker zu berücksichtigen gilt als das von Nachhaltigkeits-Ratings geleistet werden könnte.

 

Teil II des Interviews veröffentlichen wir am Nachmittag.

Milliardenfonds wechselt den Besitzer

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Zum 01. April 2018 geht der Fonds Weltzins-INVEST (ISIN: DE000A1CXYM9), der in den knapp sieben Jahren seit Auflegung gut 1,7 Mrd. Euro Investorengelder sammeln konnte ins Management der Deka Bank über. Lutz Röhmeier, der den Fonds seit Auflegung betreut, verlässt die LBB. Das berichtet Citiwire Deutschland.

Der Anleihefonds wird künftig vom Renten-Team der Deka betreut. Über den Verbleib von Röhmeier wurden keine weiteren Angaben gemacht. Der gelernte Bankkaufmann ist seit 2002 bei der LBB im Fondsmanagement tätig gewesen, zuletzt in leitender Position. Er gilt als Experte für Global Bonds. Citiwire bewertet ihn mit „+“. 

Der Weltzins-INVEST bleibt in erstklassigen Händen. Um ihn wird sich ab April das zehn Mann starke Renten-Team der Deka kümmern. Das Rentenfondsmanagement der Deka gilt nach Einschätzung von Scope als eines der besten am deutschen Markt. 

Zum ersten April gehen alle Fonds der LBB-Invest mit einem AuM von gut 3,5 Mrd. ins Management der DekaBank über. Die Fondsboutique LBB-Invest wurde bereits 2014 von der DekaBank übernommen. Im letzten Dezember wurde dann ihre Auflösung beschlossen. Bis Ende 2019 ist geplant, die Firmenzentrale der LBB-Invest nach Frankfurt zu verlegen. Zukünftig soll die Fondsboutique als Deka Vermögensmanagement GmbH (DVM) für die Auflegung und den Vertrieb fremdgemanagter und fremdberatener Publikumsfonds zuständig sein.

 

(DW)

Positive Aussichten für Gold und DAX

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Die Woche endete für den DAX versöhnlich. Trotz neuer Rekordmarke am Dienstag (13.596 Punkte) bilanzierte der Leitindex zum Wochenausklang mit 0,7 Prozent im Minus. Dennoch ist das Fazit überaus positiv. „Der Januar 2018 wird sehr wahrscheinlich als einer der besten Jahresauftaktmonate der globalen Aktienmärkte in die Geschichte“, konstatiert die Börsen-Zeitung in ihrer Printausgabe vom Montag. Aber der deutsche Michel ist von Natur aus skeptisch. Die fortwährende Rallye löst umgehend die Frage aus, wie lange sie noch anhalten wird. 

Die Deutsche Bank sieht denn auch den Euro als möglichen Stolperstein: „Setzt der Euro seinen Höhenflug nämlich fort, könnte der DAX weiter unter Druck geraten“, heißt es im aktuellen Ausblick für den DAX. 

Erste Wolken am Horizont erblickt auch Markus Reinwand, Aktienspezialist bei der Helaba. Von der erneuten Rekordmarke des ifo-Geschäftsklimaindex dürften sich Anleger nicht blenden lassen: „Auf den ersten Blick scheint alles in bester Ordnung zu sein: Konjunktur – läuft! Aktien – laufen!“. Doch es gelte, zwischen den Zeilen zu lesen. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate seien schon zum zweiten Mal in Folge verhaltener ausgefallen. Dies sei erfahrungsgemäß ein Indiz dafür, dass die Konjunkturstimmung ihren Gipfel ausbilde. Die für Aktien beste Phase wäre damit vorbei, schliesst Reinwand.

Hans-Jürgen Delp, Finanzmarktexperte der Commerzbank, sieht dagegen noch lange keinen substanziellen Einbruch: „Da die EZB die Konjunktur weiter anschiebt, dürfte der Aufschwung auch zumindest die nächsten zwei Jahre andauern“, so Delp.

Andreas Büchler, Gründer der Qarat AG, sieht die kommende Entwicklung des deutschen Blue-Chip- Index positiver. Der Index notiere momentan auf seinem Monatsdurchschnittskurs, der ihn bereits in der Vergangenheit stabilisiert habe. Solange hier ausreichend Käufer gefunden werden, bleibe der kurzfristige Trend positiv. Aus statistischer Sicht sei mittelfristig eine Aufwärtsbewegung wahrscheinlicher als eine erneute Trendumkehr.

Bitcoin stagniert, Gold steigt

Für Anleger von Krypto-Währungen hat der Januar bislang wenig Grund zur Freude bereitgehalten. Auch in der letzten Woche ging es für die stärkste Währung Bitcoin bergab. Der Kurs stieg zwar auf Wochensicht gut 100 Euro auf zuletzt 9.069 Euro (Stand 11.00Uhr MEZ). Auf Monatssicht sieht die Entwicklung aber düster aus. Satte 2.663 Dollar verliert der Bitcoin seit dem 01. Januar. 

Bitcoin: Dreißig Tage abwärts 

 

Quelle: coingecko.de

Ganz anders geht es Gold. Der Preis je Feinunze (31,1 Gramm) hat in den letzten vier Wochen um gut 3,88 % zugelegt. Er notierte am Wochenende auf einem neuen Jahreshoch bei 1.351,88 USD. Binnen Jahresfrist bedeutet das ein Plus von fast 13%. Zum Handelsauftakt startet Gold heute allerdings schwächer, bei 1.347,27 USD. Experten sehen in der aktuellen Schwäche des US-Dollars einen Grund für die gegenwärtige Aufwärtsbewegung.

Seit gut 12 Monaten im Aufwärtstrend

 

Quelle: goldpreis.eu

 

(DW)

Wie sind Krypto-Währungen steuerlich geregelt

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Die große Euphorie ist von den  Krypto-Märkten zunächst verschwunden. Auf die exorbitante Rallye im Dezember folgte im neuen Jahr die große Ernüchterung an den Wechselbörsen. Für Anleger wie Berater stellt sich nun die Frage, wie die Krypto-Währungen unter umsatz- und ertragssteuerrechtlichen Aspekten zu behandeln sind.

Krypto-Währungen sind steuerpflichtig

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat festgelegt, dass es sich bei Krypto-Währungen nicht um Zahlungsmittel handelt. Sie sind damit steuerlich wie privates Geld einzustufen. Ein Handel mit Krypto-Währungen wie Bitcoin oder Ethereum stellt daher ein klassisches Spekulationsgeschäft wie der Handel mit Wertpapieren dar – Gewinne oder Verluste werden unter bestimmten Voraussetzungen steuerpflichtig.

Ausschlaggebend für die Besteuerung ist einerseits der Anschaffungszeitpunkt. Liegt der Erstkauf von Kryptowährungseinheiten länger als ein Jahr vor dem Veräußerungsgeschäft, entfällt die Steuerpflicht.

Besteuerungsschema für Gewinne 


Quelle: Haufe online

Werden mit der Krypto-Währung Zinseinkünfte erzielt, sieht die Sachlage anders aus. In diesem Fall wird einerseits Abgeltungssteuer für die Zinserträge fällig. Zum anderen kann das Krypto-Kapital nicht mehr innerhalb eines Jahres steuerfrei verkauft werden – Krypto-Einheiten gelten dann als Einkunftsquelle und werden entsprechend vom Fiskus behandelt: die Spekulationsfrist verlängert sich ergo auf zehn Jahre.

Werden die Bitcoins oder Ripples innerhalb eines Jahres wieder abgestoßen, fällt dagegen Einkommenssteuer an. Gewinne bis 600 Euro bleiben steuerfrei, alles darüber wird mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz belangt.

Auf Mining wird Ertragssteuer erhoben

„Handelt es sich beim Mining von Krypto-Währungen um eine gelegentliche Tätigkeit, kann es als Einkunftsart im Sinne von „sonstigen Leistungen“ gelten“, sagt Dr. Michael Meister, Parlamentarischer Staatssekretär der Bundesregierung in einer offiziellen Stellungnahme zur steuerlichen Behandlung der Krypto-Währungen. Auch hier gibt es einen Freibetrag. Erst, wer Krypto-Währungen im Wert von mehr als 256 Euro pro Jahr mint, muss darauf Einkommenssteuer zahlen.

Anders sieht es für Gewerbetreibende aus, die Krypto-Währungen herstellen oder Bitcoin &Co. mit klarer Gewinnerzielungsabsicht erwerben und veräußern. In diesem Fall würden Gewinne als Einkünfte aus einem Gewerbetrieb erfasst, so Meister weiter. Unterschieden wird je nach Rechtsform des Unternehmens. Neben der Einkommenssteuer (Einzelunternehmen und Personengesellschaften) bzw. der Körperschaftssteuer (GmbH, AG, KG) würde bei einem Jahresgewinn von mehr als 25.000 Euro dann auch noch Gewerbesteuer fällig.

Dafür können die Mining-Kosten als Betriebsausgaben steuerlich geltend gemacht werden.Umsatzsteuer kann nach bisheriger Rechtsprechung für einen gewerblichen Umgang mit Krypto-Währungen bislang nicht geltend gemacht werden. Die BaFin prüft derzeit im Mehrwertsteuerausschuss ihr weiteres Vorgehen.

Dagegen wird der Umtausch von Krypto-Währungen in konventionelle Zahlungsmittel vom Staat als Dienstleistung anerkannt, die umsatzsteuerrechtlich geltend gemacht werden kann.

(DW)

Tanja Bender verstärkt die Geschäftsentwicklung bei Candriam

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Der europäische Ableger der New York Life Investment Management (NYLIM), Candriam, baut seinen Vertrieb aus. Die ehemalige Co-Chefin der Geschäftsentwicklung für die DACH-Region bei Métropole Gestion kommt zum 01. März 2018 zu den Frankfurtern. Bender besetzt die Stelle als Senior Client Relationsship Managerin und soll die Geschäftsbeziehungen zu deutschen Distributoren und institutionellen Investoren stärken. Der Leiter der Frankfurter Candriam-Niederlassung, Achim Gilbert, zeigte sich zufrieden, Tanja Bender als neues Mitglied begrüßen zu dürfen. Deutschland bilde den Kern der zukünftigen strategischen Geschäftsentwicklung in Europa. Bender bringe alles mit, um die zukünftige strategische Ausrichtung umzusetzen. 

Bender war im Oktober vergangenen Jahres beim französischen Assetmanager Métropole Gestion ausgeschieden, als dieser im Zuge einer Restrukturierung des Vertriebs seine Niederlassung in Frankfurt aufgelöst hatte. Sie bekleidete die Position gut ein Jahr. Zuvor war sie bei den Franzosen für drei Jahre als Head of Distribution Germany für das Kundenmanagement zuständig. Von 2012 bis Anfang 2014 leitete sie den internationalen Vertrieb bei Oppenheim Asset Management. Davor war sie gut fünfeinhalb Jahre Relationsship Managerin bei der Credit Suisse.

Von ihrem engmaschigen Kundennetzwerk und ihrer langjährige Erfahrung will nun auch Candriam profitieren: „Teil ihrer Aufgaben wird es sein, den Bedarf der jeweiligen Zielkunden zielgerichtet zu identifizieren und exzellent passende Investmentlösungen zu entwickeln“, so Gilbert.

Bender selbst geht die neue Position zuversichtlich an. Sie freue sich auf die Herausforderung. 

(DW)

Endet der Bitcoin bei 50.000USD?

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Das Wachstum des Bitcoins wird schnell als „exponentiell“ beschrieben. Auf der Suche nach einer passenden Formel, die den Kursverlauf des Bitcoins seit 2011 gerecht wird, musste schon auf ein Polynom vierten Grades zurückgegriffen werden. (Die genaue Formel: Bitcoin-Kurs = 1,9E-08×4 – 5,4E-05×3 +0,048×2 -14x +885) Mit dieser Wachstumsgeschwindigkeit würde der Preis eines Bitcoins in zwei Jahren bei ca. 50.000 USD liegen. 

Quelle: MARS Asset Management

Damit würde auch der Marktwert der weltgrößten Kryptowährung von aktuell 317 auf über 900 Mrd. USD in zwei Jahren anwachsen. Dies entspricht in etwa dem aktuellen Gesamtwert aller DAX-Unternehmen. Im Jahr 2021 würde der Bitcoin-Wert sogar das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Deutschland und im Jahr 2024 den Wert aller Aktienbestände weltweit übertreffen. 

Offensichtlich stößt der Modellansatz zu exponentiellem Wachstum in der Realität auf seine Grenzen. Exponentielles Wachstum ist „als langfristiger Trend“ nicht realistisch und die Fortsetzung des diesjährigen Bitcoin-Kursanstieges in den nächsten Jahren unwahrscheinlich.

Der reale Nutzen ist zudem gering. Das Bitcoin-System ist aktuell überlastet, Zahlungen erfolgen viel zu langsam und sind zu teuer. So erreicht das Bitcoin-Netzwerk durchschnittlich 3 Transaktionen pro Sekunde und kann nach Expertenmeinung maximal 7 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten. Der Kreditkartenanbieter Visa verarbeitet durchschnittlich ca. 4000 Buchungen pro Sekunde.

Der Betrieb der Rechner verbraucht auch Strom, viel Strom. Für jede Transaktion werden rund 250 Kilowattstunden Strom benötigt (Quelle: www.digiconomist.net). Das entspricht etwa 2500 Stunden fernsehen. Am Tag sind das 95 Millionen Kilowattstunden, im Jahr dann 35 Terawatt. Dies entspricht dem Stromverbrauch Dänemarks. Eine Revolution bzw. Evolution der Finanzmärkte durch den massentauglichen Einsatz von Kryptowährungen steht deshalb derzeit aus.

Zudem muss das Risiko bei Kryptowährungen im Auge behalten werden. Die historische Volatilität betrug 100% und war damit 5-mal höher als die Kursausschläge von deutschen Standardaktien. Als Wertanlage ist der Bitcoin zu volatil.

Die Kursrückschläge von vorhergehenden Hochs betrugen über 80%. Das heißt, ein Pechvogel mit einem schlechten Ein- und Ausstiegszeitpunkt hätte trotz „Kursfeuerwerk“ einen beinahe Totalverlust mit dem Bitcoin erlitten. 

Quelle: MARS Asset Management

FAZIT: Glückspilze sind mit dem Kursanstieg des Bitcoins im letzten Jahr reich geworden, doch die Fortsetzung des diesjährigen Kursanstieges ist in den nächsten Jahren sehr unwahrscheinlich. Die Wette auf weitere Kurssteigerungen wird zudem immer riskanter, solange die Technologie nicht massentauglich wird.