BIZ erklärt Bitcoin den Krieg

Schlagworte: , ,

Im Dezember letzten Jahres waren sich einige Finanzexperten noch sicher, dass der Bitcoin seinen Platz in der Finanzwelt gefunden habe. Krypto-Währungen seien weit mehr als eine Modeerscheinung. Ihr Zeitalter habe gerade erst begonnen, meinte bspw. Uwe Zimmermann von Capital Investments in einem Beitrag des Magazins “Private Wealth”. Seit Dezember hat der Bitcoin einen herben Kurssturz hinnehmen müssen. Er fiel von 20.000 USD Ende Dezember auf zuletzt 7.300 USD.

Einige Großbanken in den USA und Großbritannien verbieten nun den Erwerb von Bitcoin über Kreditkarten. Nachdem bereits die Bankhäuser JP Morgan Chase und die Citigroup dem Kauf mittels Kreditkarte einen Riegel vorgeschoben hatten, zog nun die britische Lloyds nach. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Man wolle die Kunden vor Kapitalverlusten bewahren wird eine Sprecherin des Instituts zitiert. 

Regulierungsbehörde stellt sich gegen Bitcoin

Weiteren Gegenwind gibt es auch von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Das Institut regelt die Kooperationen der Zentralbanken untereinander und stellt Handelsregeln für das internationale Finanzsystem auf. Zu den 60 Mitgliedern zählen alle großen Zentralbanken, wie die Deutsche Bundesbank oder die US Federal Reserve. 

BIZ-Generaldirektor Augustín Carstens erklärte am Dienstag, an der Frankfurter Goethe-Universität, er sehe im Bitcoin eine Gefährdung der Finanzstabilität. Der Bitcoin verkleide sich lediglich als Währung und untergrabe auf diese  Weise das Vertrauen in vorhandene Währungen. Zentralbanken könnten dem nicht tatenlos zusehen und dürften den Bitcoin nicht adeln, indem sie ihn als Ersatzwährung tolerierten. Krypto-Währungen weisen nach Carstens Auffassung keine der Merkmale auf, die Währungen kennzeichnen: Aufgrund der hohen Volatilität des Bitcoin sei die Krypto-Coin sowohl als Zahlungs- wie auch als Wertspeicher nicht zu gebrauchen.

Der Bitcoin sei eine „Kombination aus Spekulationsblase, Schneeballsystem und Umweltkatastrophe“ so Carstens polemisch. Die Umweltbilanz zur Herstellung der Währung sei verheerend. Er forderte daher die Notenbanken auf, sich von der Währung zu distanzieren. Sie sollten für „glaubwürdiges Geld sorgen“, Ausnahmen dürfe es nicht geben.

(DW)

Fondsbranche vermeldet neue Rekordstände

Schlagworte: , ,

Im vergangen Jahr hat die Fondsbranche zwei neue Rekordmarken aufgestellt. Erstmal stieg das von den Fondsgesellschaften verwaltete Vermögen auf über drei Billion Euro. Und erstmals übertraf das in Publikumsfonds angelegte Kapital die eine Billion-Euro-Marke. Ganz vorne in der Absatzstatistik stehen für das vergangene Jahr Mischfonds. Mit deutlichem Abstand folgen Rentenfonds und Aktienfonds. Auch das in Spezialfonds verwaltete Vermögen stieg an. Freie Mandate verzeichneten dagegen Abflüsse. Dies meldete der deutsche Fondsverband BVI.

Tobias C. Pross, BVI-Präsident, begründete die Höchststände auf der Jahrespressekonferenz. Zum einen habe die positive Grundstimmung an den Finanzmärkten zum Run auf die Fonds beigetragen. Zum anderen sei neben den niedrigen Zinsen die Altersvorsorge ein starker Treiber im Fondsneugeschäft, erläutert Pross. Bei den Spezialfonds steuerten Altersvorsorgeeinrichtungen wie Vorsorgewerke, Pensionskassen und Versicherungsgesellschaften insgesamt 63,5 Milliarden Euro bei.

Mischfonds erneut die beliebteste Asset-Klasse

Quelle: BVI

Netto flossen den Fonds 160 Mrd. Euro frisches Kapital zu. Die Fondsbranche verzeichnete 2017 damit ihr zweitbestes Absatzjahr seit Aufzeichnung. Den Bestwert hält das Jahr 2015 mit Nettomittelzuflüssen in Höhe von 193 Mrd. Euro.

Unter den Publikumsfonds bleiben Mischfonds zum fünften Mal in Folge an der Spitze der Fonds mit den höchsten Netto-Mittelzuflüssen. Sie verzeichnen ein Plus von 29,5 Mrd. Euro. Rentenfonds kommen auf einen Zuwachs von 20,7 Mrd. Euro. Aktienfonds vertrauten die Anleger 18,2 Mrd. Euro mehr an. Dennoch bleiben Aktienfonds die volumenstärkste Fondsklasse. Sie verwalten insgesamt 394 Mrd. Euro. 111 Mrd. Euro davon entfallen auf ETFs. Mischfonds kommen auf 263 Mrd. Euro. Das Volumen der Rentenfonds beträgt 214 Mrd. Euro.

Rekord für die Fondsbranche: Mehr als drei Billion Euro AuM

Quelle: BVI

(DW)

Unruhe an den Aktienmärkten – Teil zwei des Protokolls

Schlagworte: , ,

 

 

18:00 Uhr

Nach Handelsschluß dotiert der DAX weiterhin im Minus. Die Verluste des Vortages hat der Index nicht wett machen können. Er schliesst mit einem Verlust von 2,45 % bei 12.377 Punkten.Der TecDAX fällt um 2,69% auf 2.485 Punkt, der MDAX um 1,75 % auf 25.265 Punkte.Runter geht es auch für den Eurostoxx 50. Er schliesst bei 3.392 Punkten (-2,47 %).

Für Robert Halver, Chefvolkswirt der Baader Bank, wird die Unruhe an den Märkten die Anleger noch ein wenig beschäftigen. Gegenüber der ARD verglich der Finanzmarktexperte die Märkte mit einem Kindergarten: „Aktienmärkte sind wie unerzogene Kinder. Die müssen sich austoben, dann sind sie wieder ausgeglichen“. Dieses Gleichgewicht sei nicht in den nächsten Tagen zu erwarten, so Halver. 

 

17.00 Uhr

Die US-Indizes dotieren aktuell leicht im Plus. Auch an den deutschen Börsen halten sich die Verluste weiterhin in Grenzen. Für eine Ausbruchsbewegung hat es am Markt bislang nicht gereicht. Allerdings konnte die Abwärtsbewegung gestoppt werden. Nach Ansicht von Finanzexperten ändert die jüngste Kurskorrektur an den globalen Aktienmärkten nichts an der grundsätzlich positiven Einschätzung von Aktien. Die jüngste Entwicklung sei eher als „gesunde Korrektur“ zu betrachten, so Michael Strobaek, Global Chief Investment Officer der Credit Suisse.

Quelle: Spiegel-online

 

16.00 Uhr

Die gegenwärtige Lage: DAX mit 2 % im Minus, TecDAX mit 2,4 %, MDAX 1,5 %, Eurostoxx  -1,85%. Während die Börsen in Deutschland weiter seicht im Minus seitwärts tendieren, starten die Börsen in den USA durchweg positiv in den Handel. 

Andrew Milligan, Leiter globale Strategie bei Aberdeen Standard Investments, warnt davor, sich vorschnell auf die Seite der Bären zu schlagen. „Was wir jetzt erleben, sind Gewinnmitnahmen getrieben von Überbewertungen und von Befürchtungen im Hinblick auf eine höhere Inflation, deren Wurzeln unter anderem in den USA liegen“, schätzt  Milligan die Situation an den Aktienmärkten ein. „Die Frage ist jetzt, wo und wann die Marktkorrektur stoppen wird – und niemand sollte den Eindruck erwecken, hierauf eine Antwort zu haben. Die Situation wird einige Investoren überfordern. Sie werden unter erzwungenen Abverkäufen zu leiden haben. Aber schlussendlich werden die Fundamentaldaten wieder Bedeutung erlangen“, ist sich Milligan sicher.

Zu einer ähnliche Strategie rät auch Olivier de Berranger, Chief Investment Officer, La Financière de l’Echiquier: „Ein VIX, der auf mehr als 50 % wächst, kam nur vier Mal vor:1990, 1991, 2007 und 2011 – und das waren oft sehr gute Einstiegspunkte in die Märkte“.

 

15.00 Uhr

In DAX, TecDAX, MDAX haben die Verkäufer erneut das Zepter in die Hand genommen: Die Seitwärtsbewegung kippt leicht nach unten, in Richtung Kurswert zum Handelsstart. Von einer Panik kann dennoch keine Rede sein. Zwar schoss der VStoxx Volatilitätsindex, der europäische „Angstindex“, seit gestern um gut 70% nach oben und markierte gegen 13.00 Uhr MEZ mit 31 Punkten ein neues Rekordhoch. Aber im Verlauf des Nachmittags korrigierte auch er deutlich auf jetzt 28 Punkte (siehe Grafik).

Quelle: onvista.de

Experten sind sich uneins, wie sich die Märkte in Europa weiter entwickeln werden. „Wenn der Abverkauf in den USA weitergeht, wird sich die Lage hier nicht beruhigen“, sagt Heino Ruland vom Analysehaus Ruland auf Anfrage des Manager Magazins. Anders beurteilt Steven Andrew, Fondsmanager des M&G Income Allocation Fund die Situation. Er rät zu Zukäufen. An der fundamentalen Stabilität habe sich nichts geändert, so der Manager. „Diese Überlegungen und die Schnelligkeit der Kursbewegungen deuten darauf hin, dass derzeit vielmehr andere Faktoren als die Fundamentaldaten eine Rolle spielen. Grundsätzlich würden wir deshalb dazu tendieren, die Aktienquote zu erhöhen.“

In den USA richten sich die Anleger auf weitere Kursverluste ein. „Wie weit es nach unten geht, hängt vom VIX Index ab“, so Peter Garnry, Aktienstratege der SAXO Bank, im Bloomberg-Interview. Der Volatilitätsindex ist im Tagesverlauf von gestern 37,5 auf aktuell 49 Punkte hochgeschnellt. 

 

14.00 Uhr

Die deutschen Standardwerte bleiben Bereich moderater Verluste. Es gibt kaum Bewegung nach oben oder unten. „Nach einem solch starken Anstieg war eine Korrektur eigentlich überfällig“, sagt Felix Herrmann, Kapitalmarktstratege bei Blackrock. Für ihn habe die Koorektur „fast einen gesunden Charakter.“ 

Für Stefan Hofrichter, Chefvolkswirt der Allianz GI kommt die Korrektur ebenfalls nicht unerwartet. Es hätte zahlreiche Anzeichen für fragile Märkte gegeben: „reiche Bewertungen in mehreren riskanten Anlageklassen, einschließlich des S & P 500 und einiger Spread-Märkte, während die geldpolitische Normalisierung in Bezug auf Preise und Quantität nicht in Märkte  eingepreist worden sind. Dazu kommt die steigende Wahrscheinlichkeit einer Trendumkehr der Wirtschaftsdaten und sowie Zeichen der Marktzufriedenheit“. Zu letzteren gehörten ein sehr starkes Preismomentum, unzureichende Preisbildung für politische Unsicherheiten, Rekordgewinnrevisionen nach dem US-Steuerabkommen und zunehmende Streuung der Gewinnschätzungen, niedrige Barreserven der Anleger und eine sehr optimistische Stimmung der Anleger unter anderem in der Bitcoin-Raserei. Die Korrektur sei eine direkte Folge: „Genau wie ein Gummiband, das zu sehr gestreckt wurde und schließlich zurückschnellt, sollte die Neubewertung der Marktpreise keine große Überraschung sein“, so Hofrichter.

 

13.00 Uhr

Moderate Verluste im Vergleich zum Vortag, moderate Gewinne seit Handelsstart: das ist die bisherige Bilanz an den europäischen Märkten. An den US-Börsen verkehrt sich das Bild: Dow Jones und S&P500 verlieren im vorbörslichen Handel um die 3 %.

Quelle: Spiegel-online

 

(DW)

Börsen in Unruhe – ein Protokoll

Schlagworte: ,

 

 

12.00 Uhr

Trendwende an den deutschen Börsen. Nach kurzer Konsolidierung geht es wieder runter an deutschen Handelsplätzen. Aktuell (11.30 Uhr) steht ein Tagesminus von gut 2,00 % für den DAX. Er dotiert knapp über 12.400 Punkten. Auch im TecDAX und MDAX haben wieder die Bären das Ruder übernommen. Der MDAX dotiert bei 12.215 Punkten (-1,94%), der TecDAX steht bei 2.480 Punkten (-3 %). Auch der Eurostoxx dreht erneut nach unten und verbucht ein Tagesminus um zwei Prozent.

Tobias Basse, Analyst der NordLB geht nicht von einem nachhaltigen Kursverfall aus. Die niedrigen Kurse würden sicher Schnäppchenjäger in den Aktienmärkten anziehen, so Basse auf ARD Anfrage. Jürgen Stanzel, Marktanalyst bei CMC Markets, erwartet ebenfalls keine lang anhaltende Korrektur. „Es findet keine Flucht in sichere Häfen wie Gold oder Staatsanleihen statt“, so Stanzel zur ARD. Die Anleger würden derzeit auf großen Kapitalbeständen sitzen, die früher oder später wieder ihren Weg in Aktien finden würden, gibt sich der Analyst zuversichtlich.

 

11.00 Uhr

Erholung setzt sich an den deutschen Märkten fort: In TecDax, DAX, MDAX haben sich Käufer gefunden. Zwar stehen alle Indizes bislang noch im Minus (DAX -1,86%, TecDAX -2,82%, MDAX -16 %) aber der große Absturz scheint aktuell vom Tisch. 

In den USA zeigen sich die Experten vor dem Börsenstart weniger entspannt. Der CBOE Volatilitätsindex (VIX) verzeichnete seit gestern einen Anstieg um 116 %. „Wie weit es noch runter geht – sagen Sie es mir”, äußert sich Steven Wieting, Global Chief Investment Strategist der Citigroup gegenüber Bloomberg TV. „Wenn es in diesem tempo weitergeht, werden die Märkte eine Bodenbildung finden”, so Wieting. Er geht davon aus, dass die Märkte noch eine Weile volatil bleiben werden. 

 

10.00 Uhr

Die erste Unruhe scheint an den Märkten vorbei. Der DAX macht die etrsten Kursverluste wieder gut und steht aktuell bei gut 12.400 Punkten. Auch der Eurostoxx 50 tendiert nach dem starken Kurseinbruch zum Handelsstart wieder nach oben. Bei einem Einbruch des Dax unter 12.000 Punkte könnte „der Mini-Crash in einen großen Crash münden“, so Martin Utschneider vom Bankhaus Donner & Reuschel gegenüber ntv. Die Chancen, dass aus dem kleinen kein großer Crash wird, seien also recht gut, schließt der Analyst.

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer blickt im Interview mit „Börse-online“ ebenfalls positiv auf den DAX. Für europäische Anleger gebe es keinen Grund zum Ausstieg aus Aktien. Das gäben weder die Fundamentaldaten her, noch die Bewertungen der Aktientitel. „Die Aktienmärkte leiden momentan natürlich unter steigenden Zinserwartungen. Aber zumindest im Euroraum werden sie erkennen, dass die Geldpolitik noch sehr lange sehr locker bleiben wird. Deshalb rechnen wir damit, dass der DAX am Jahresende noch ein merkliches Plus aufweisen wird“, so Krämer.

 

9.00 Uhr

Der Markttag beginnt mit starken Kurseinbrüchen an allen relevanten Handelsplätzen weltweit. Der DAX brach gestern im Tagesverlauf um rund 400 Punkte ein. Der Eurostoxx 50 verlor 100 Punkte, für den Dow Jones ging es 1000 Punkte runter, im S&P 500 950 Punkte. In Asien rauschte der Nikkei ebenfalls 1000 Punkte ab, der Hang Seng korrigierte um 1600 Punkte nach unten. 

Einen konkreten Auslöser wie seinerzeit die Pleite der Bank Lehmann Brothers gibt es nicht. „Das globale Wirtschaftswachstum ist immer noch intakt“, sagte der Mark Haefele, Global CIO von UBS Wealth Management am frühen Morgen gegenüber Bloomberg. Er macht für den Einbruch an den Aktienmärkten das Ansteigen der Bondrenditen verantwortlich. Eine Prognose, wie es an den Börsen weiter geht, wagt er nicht: „Es ist schwer zu sagen, ob der Abverkauf in ein oder zwei Tagen vorüber sein wird“, so Haefele.

 

(DW)

Goldzertifikate sind Gold wert

Schlagworte: ,

Eine kostengünstige Variante am aktuellen  Goldpreisanstieg Teil zu haben, bieten Gold-ETCs (Exchange Traded Commodities). Sie können unter bestimmten Bedingungen steuerfrei veräußert werden. Allerdings steht eine höchstrichterliche Bestätigung der gegenwärtigen Rechtsprechung noch aus. 

Gold hat sich im letzten Monat gut entwickelt

Quelle: ariva.de

In Zeiten des schwachen Dollars und angesichts geopolitischer Krisen flüchten Anleger häufig in die vermeintliche, physische Sicherheit von Gold. Beides ist derzeit gegeben: Der Dollar-Kurs ist seit Monaten im Abwärtstrend. Seit Jahreswechsel verlor der Green Back gut vier Prozent auf den Euro. Ganz anders der Goldpreis. Er kletterte in den vergangenen acht Wochen um knapp acht Prozent nach oben.Nach Einschätzung der Helaba hat Gold noch einiges an Kursgewinnen vor sich. „Bei zunehmender Risikoaversion der Marktteilnehmer im weiteren Jahresverlauf dürfte Gold schließlich bei einem erneuten Anlauf auch die massive Widerstandszone bei 1.350 USD je Feinunze überwinden“, kommentiert Heinrich Peters, Rohstoffexperte der Bank die aktuellen Aussichten. 

Auch Goldzertifikate bleiben steuerfrei 

Anleger, die in Gold investieren, bleiben vom Fiskus verschont, wenn sie ihre Gold-Anlagen erst nach Ablauf der Spekulationsfrist von einem Jahr wieder veräußern. Statt dem klassischen Barrenkauf ermöglichen auch börsengehandelte Produkte wie ETFs oder ETC von einem Anstieg des Goldkurses zu profitieren. Sie bleiben unter bestimmten Bedingungen steuerfrei.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in mehreren Urteilen (VIII R 35/14; VIII R 4/15; VIII R 19/14) den Standpunkt vertreten, dass Veräußerungsgewinne aus Gold-ETCs nicht versteuert werden müssen, da es sich bei ihnen nicht um eine verbriefte Kapitalforderung handelt, sondern um einen Anspruch auf eine Sachleistung. 

Allerdings gilt diese Besteuerung nicht für alle Gold-ETCs sondern nur für diejenigen, die spezifische Bedingungen erfüllen. So müssten die Wertpapiere mit physischem Gold hinterlegt sein, sodass ein Eintausch der Zertifikate jederzeit möglich ist. Zudem muss eine Rückgabe der Schuldverschreibungen gegen Geld ausgeschlossen sein. Momentan erfüllt nur die von der Deutschen Börse emittierte Xetra-Gold- Inhaberschuldverschreibung diese Bedingungen. Für sie gilt die Steuerbefreiung, solange die Spekulationsfrist nicht unterschritten wird.

Noch keine Entscheidung haben die obersten Finanzrichter darüber getroffen worden, ob eine Veranlagung von Gewinnen auch dann anfällt, wenn sie binnen Jahresfrist erwirtschaftet werden. Das Finanzgericht Schleswig-Holstein hatte zuletzt den Standpunkt vertreten, dass es sich – sofern nicht die Schuldverschreibung verkauft worden ist – beim Einlösen des Gold-ETCs in physisches Gold um keine Veräußerung handelt. Gewinne blieben daher steuerfrei.  Die Bestätigung dieser Position durch den BHF steht aber noch aus.

(DW)

DAX bleibt unter Druck

Schlagworte: , ,

Seit dem 23. Januar kennt der DAX nur noch eine Richtung: unten. Er sackte in nicht ganz zwei Wochen von 13.577 Punkten auf 12.785 Punkte bzw. um satte 6 % ab. Auch der Euro Stoxx 50 fällt seit diesem Tag stetig ab. Für ihn geht es von 3.679 Punkten abwärts auf 3.523 Punkte. Kursverlust hier: ca. 4 %. Der Dow begann seine Talfahrt drei Tage später und fing sich zwischenzeitlich. Anfang der Woche steht aber auch beim Dow ein Minus von 3,8 % –  das entspricht ungefähr 1.000 Punkten. Auch die asiatischen Börsen ließen sich von der Hausse mitziehen. So ging es im chinesischen Hang Seng gut 500 Punkte runter und auch der japanische Nikkei Index purzelte um knapp 480 Punkte. 

Nach Ansicht von Andreas Büchler, Gründer des Analysehauses Qarat, hat sich die Lage für deutsche Aktien deutlich eingetrübt. Allerdings gelte das nur auf kurze Sicht. Langfristig bleibt der Analyst positiv gestimmt: der langfristige Aufwärtstrend sei nach wie vor intakt. Allerdings sei offen, wann der DAX erneut steige. 

Claudia Windt, Finanzmarktexpertin der Hessischen Landesbank, macht den Aufstieg der Anleihen-Rendite für den Abstieg der Aktien verantwortlich: „Die Zinskorrektur bringt Aktien in Bedrängnis“, so Windt. Die aktuelle Korrektur sei aber lange überfällig gewesen. Aktien seien trotz des weiterhin guten Wachstumsumfeldes sowohl in den USA als auch im Euroraum vergleichsweise hoch bewertet und reagierten daher sensibel auf den gegenwärtigen Zinssprung bei Bonds. 

Das sehen die Experten der HSBC ebenso: „Die anziehenden Renditen sind die Ursache für die Unruhe an den Kapitalmärkten“ heißt es im aktuellen Marktbericht.  
In dieselbe Richtung äußerten sich die Fachleute von Lynx-Broker. Zum Wochenschluss hätten die wichtigen Aktienindizes den Kampf gegen die anziehenden Staatsanleihe-Renditen verloren. Die anziehende Lohninflation, die parallel zu den US-Arbeitsmarktdaten bekannt gegeben worden sei, könnte die US-Notenbank im März unter Zugzwang setzen. 

Die Fed hatte sich in der vergangenen Woche bei der letzten geldpolitischen Sitzung unter Führung von Janet Yellen zwar zurückhaltend gezeigt. Branchenkenner gehen allerdings davon aus, dass aufgrund der guten konjunkturellen Lage in den USA die Inflation anziehen wird und die Fed entsprechend ihrer Ankündigungen noch in diesem Jahr die Zinsen weiter anhebt. Ähnliche Aussichten bestehen für den Euroraum und die EZB.

„Das kräftige Wachstum wird über kurz oder lang auch die Inflation anschieben“, meint Christof Weil von der Commerzbank. „Die unausweichliche Verringerung der Anleihenkäufe erscheint damit auch fundamental gerechtfertigt“, so Weil.

Im Dezember äußerten sich die europäischen Notenbanker angesichts der nach wie vor positiven Konjunkturaussichten und zuletzt anziehender Inflation vorsichtig aber deutlich in Richtung einer kommenden Zinsanhebung. Diese wird allerdings erst im Herbst zu erwarten sein, wenn die EZB ernst macht und aus dem Quantitative Easing aussteigt. Die Märkte sind also früh dran.

 

(DW)

Franklin Templeton: Hardenberg geht – Sekhon kommt

Schlagworte: ,

Die Investmentgesellschaft Franklin Templeton hat einen Nachfolger für den kürzlich zurückgetretenen Schwellenländer-Experten Mark Mobius verpflichtet: Mitte Februar wird Manraj Sekhon seine neue Stelle als Chief Investment Officer (CIO) für Schwellenländer-Aktien antreten. Das berichtet “Citywire Selector”. Sekhon war zuvor sechs Jahre lang CIO der Fullerton Fund Management Company. 

Seit Beginn seiner Karriere bei Mercury Asset Management als Analyst für den Bereich Aktien Europa, Asien und Emerging Markets hat er einen langen Weg hinter sich. Im Jahr 2002 wechselte er für ein Jahr als stellvertretender Leiter für globale Aktien zu Invesco Asset Management. 2003 kam er als Direktor für europäische, australische und fernöstliche Fonds zu Henderson Global Investors. 2007 erfolgte die Beförderung zum Leiter für internationale Aktien bei Henderson Global Investors vor. Seit 2011 war Sekhon bei Fullerton Management beschäftigt.

Sekhon ist CFA Charterholder und assoziiertes Mitglied der britischen Society of Investment Professionals sowie Mitglied der European Federation of Financial Analysts Societies.

Nice to know: Sekhon gehört zur Riege der Filmproduzenten. Sein Film „Die Poesie des Unendlichen“ (UK/USA 2015) startete mit einem Budget von 10 Mio. USD und spielte weltweit gut 12 Mio. USD in die Kasse. Fast zeitgleich wird der bisherige Schwellenländer-Fachmann Carlos Hardenberg FranklinTempleton auf eigenen Wunsch verlassen. Er war gut 17 Jahre lang im Unternehmen tätig. Ab Anfang April sucht er eine neue Herausforderung.

Hardenbergs Abgang verändert die Zuständigkeiten im Schwellenländer-Team der US-Amerikaner. Chetan Sehgal wird nach Angaben von “Citywire” die globalen Schwellenländer-, Small-Cap-, Lateinamerika- und Osteuropa-Strategien übersehen. Sukumar Rajah wird die Aktienstrategien im asiatischen Raum verantworten. Bassel Khatoun übernimmt die Frontier-Märkte- und MENA-Strategien.

(DW)

Fidelity Deutschland restrukturiert den Vertrieb

Schlagworte: ,

 

Mit Assets under Management in Höhe von rund 330 Mrd. Euro zählt Fidelity International zu den größten Asset-Managern weltweit. In die Schlagzeilen kommt der Fondsanbieter aktuell aber weniger wegen seiner Geschäftszahlen, denn seiner anhaltenden Personalrochade. Zum Jahresanfang wurde Bart Grenier als neuer Global Head of Asset Management bei Fidelity International installiert. Jetzt kommt auch in die deutsche FIL Investment Services GmbH personelle Bewegung: Mit Philipp Graf von Königsmarck (Vertriebsleiter Family Offices und Vermögensverwalter), Martin Stenger (Vertriebsleiter unabhängige Finanzberater und Versicherungen) sowie Greta-Lisa Frey (Associate Director Vertrieb) haben gleich drei leitende Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.

Nach Unternehmensangaben ist die Freisetzung Teil einer umfassenden Restrukturierung des Vertriebsgeschäfts in Deutschland. Dies bestätigte der Leiter des Retail- und Wholesale-Vertriebs, Claude Hellers, gegenüber „Fonds professionell online“.

Ziel sei es, eine flachere Struktur zu schaffen, so Hellers weiter in “Fonds professionell online”. Dies ermögliche es, schneller auf die Kundenbedürfnisse einzugehen und Synergieeffekte zu heben. Mit den zuletzt schwachen Absatzzahlen im Publikumsfonds-Bereich wollte er die Restrukturierungsmaßnahmen nicht verbunden wissen. Das Deutschlandgeschäft sei besser ausgefallen, als es der Blick auf die Publikumsfonds erscheinen lasse, so Hellers. Nach Angaben des Bundesverbandes Investment und Asset Management (BVI) verzeichneten die Wertpapierfonds der Kronberger in den ersten elf Monaten 2017 rund 30 Mio. EUR netto Abflüsse. Die Zahlen per Ende Dezember lagen der Redaktion zu Redaktionsschluss noch nicht vor.  

(DW)


Blackstone und Thomson Reuters mit Milliarden-Kooperation

Schlagworte:

Die Nachrichtenagentur Thomson Reuters befindet sich in fortgeschrittenen Verhandlungen mit der Investmentgesellschaft Blackrock über eine Übernahme des Kerngeschäfts mit Wirtschafts- und Finanzdaten (Financial & Risk). Das gaben die Kanadier am Montag in einer kurzen Pressemitteilung bekannt. Nach Blackstone-Angaben vom Dienstag ist der Deal bereits beschlossene Sache. Er soll einen Umfang von gut 17 Mrd. USD haben. Die übrigen Sparten (Legal, Intellectual Property & Science, Tax & Accounting) bleiben bei der Muttergesellschaft Thomson Reuters. Auch die Nachrichtenagentur, Reuters News, ist nicht im Geschäft enthalten und soll unabhängig weiter arbeiten. Blackstone wird nach der Übernahme rund  55% der Anteile an der auszugliedernden Sparte halten. Die verbleibenden 45 % bleiben im Besitz von Thomson Reuters.

Aufgerufen für die Ausgliederung der Finanz & Risk-Sparte ist eine Zahlung von zunächst 3 Mrd. USD. Stemmen wird Blackstone diese Summe nicht allein, sondern im Verbund mit zwei weiteren Institutionellen Investoren, dem Canada Pension Plan Investment Board und der Singapore State Fund GIC. Insidern zufolge wird Blackstone allerdings den Löwenanteil übernehmen. Die übrigen 14 Mrd. USD werden der neu gegründeten Gesellschaft als Kreditschuld mit auf den Weg gegeben. 

Das Konsortium – allen voran Blackstone – sichert sich über die Akquisition 30 Jahre lang exklusiven Zugang zu den Finanzdaten von Thomson Reuters. Dem Nachrichtendienstleister fließen im Gegenzug garantierte Mittel in Höhe von 325 Mio. USD jährlich von Seiten Blackstone zu. 

Das Finanz & Risk-Geschäft gehört zu den umsatzstärksten Geschäftsfeldern von Thomson Reuters. 2016 erlösten die Kanadier hier 6,1 Mrd. USD. Es umfasst den Handel mit ökonomischen Fundamentaldaten, Prognosen, Primär- und Sekundärresearch sowie Softwaretools und Kommunikationsplattformen für Finanzmarktspezialisten.  

Jim Smith, Chef von Thomson Reuters, bezeichnete die Kooperation als Stärkung. Mit einem Partner wie Blackstone könne die Sparte sich noch besser im Markt positionieren, heißt es in einem Schreiben an die Mitarbeiter.

(DW)

Greiff Capital knackt die Milliardengrenze

Schlagworte:

Der Breisgauer Asset Manager Greiff capital management verwaltet erstmals in der Firmengeschichte mehr als eine Milliarde Euro an Kundenkapital. Rund 450 Millionen Euro entfallen davon auf Dachfonds. Die Singlefonds-Strategien verwalten 550 Millionen Euro. 

Das Wachstum basiere auf mehreren Faktoren so Volker Schilling, CEO der Greiff AG: „Zum einen den Mittelzuflüssen in bestehenden und am Markt etablierten Strategien, Übernahmen bestehender Fonds, sowie der Auflage neuer uniquer Strategien und Spezialfondsmandate“.  

Im Zuge der Zuwächse an Assets, hat sich die Greiff AG auch personell breiter aufgestellt und beschäftigt aktuell 22 Mitarbeiter. Der mehrfach von Lipper und Mornigstar ausgezeichnete Vermögensverwalter richtet sich gezielt an Institutionelle Anleger. 

Trotz des Erfolges reicht der neue Meilenstein noch nicht für den Griff nach den Sternen. Der größte deutsche Asset Manager, die Allianz Gruppe, verwaltet umgerechnet gut 1.554 Mrd. Euro. Auf Platz zwei rangiert die Deutsche Bank mit gut 982 Mrd. Euro. Platz 18 belegt die KGAL mit 6,5 Mrd. Euro.

Quelle: Willis Towers Watson Get the data

 

(DW)