Christian Machts geht zu Fidelity

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Der Head of Retail bei BlackRock wechselt im April 2019 zu Fidelity und wird dort das Wholesale-Geschäft in Deutschland leiten.

Bevor Christian Machts 2013 als Vertriebsleiter des Privatkundengeschäfts zu BlackRock kam, war er 13 Jahre bei der Commerzbank tätig. Machts tritt bei Fidelity in die Fußstapfen von Claude Hellers, der das Unternehmen im vergangenen Sommer verließ.

Nun soll Machts für Fidelity den Großhandel mit den Fondsprodukten leiten und dabei mit Christophe Gloser, dem Chef des Wholesale
Continental Europe, zusammenarbeiten.

Machts Nachfolger bei BlackRock wird Peter
Scharl, der bislang das Geschäft mit ETF und Indexfonds in Deutschland, Österreich und Osteuropa verantwortet.

Der Köig der Anleihen nimmt seinen Hut

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Bill Gross, der “Bond King” und CO-Founder von Pimco, nimmt verlässt die Bühne. Im Alter von 74 zieht sich der Fondsmanager, der einmal den größten Rentenfonds der Welt führte ins Privatleben zurück.

Als Gross im Alter von 35 Jahren zusammen mit Jim Muzzy und Bill Podlich ein Total-Return-Modell für festverzinsliche Wertpapiere entwickelte, begann eine der schillerndsten Karrieren in der Investmentbranche. Der neu gegründete Asset Manager Pimco sammelte 1971 knapp 12 Millionen US$ ein – das entspricht nach Inflation heute 74 Millionen US$. Aber Gross konnte das verwaltete Vermögen seines Flaggschiff-Fonds, des Pimco Total Return, bis zum April 2013 auf über 293 Millionen US$ anheben. In derselben Zeit stiegen die Assets under Management von Pimco auf über zwei Billionen US$. 

Doch auf den langen Anstieg folgte ein jäher Fall: Nachdem die Performance seines Fonds zurückging, zogen Investoren innerhalb von eineinhalb Jahren mehr als neunzig Milliarden US$ ab. Gross musste Pimco im Zwist verlassen, als er sich mit CEO Mohamed El-Erian überwarf. Das Fondsvolumen des Total Return Fonds brach ungebremst weiter ein. Heute verwaltet der Fonds nur noch knapp 65 Milliarden US$ und schaffte es 2018 nicht mehr, mit einer Performance von -0,28 % seine Benchmark zu schlagen.

Im September 2014 wechselte Gross von Pimco zu Janus Henderson und übernahm dort den Global Unconstrained Bond Fund. Hier, sagte er bei seinem Eintritt, sei er am richtigen Platz angekommen – zum richtigen Zeitpunkt sowohl in seiner Karriere als auch in seinem Leben. Janus Henderson erhoffte sich vom “Bond King” mehr Aufmerksamkeit für seine Anleihen-Produkte, doch Gross’ Stern war schon am verblassen. Dem einstigen Star der Szene gelang es nicht mehr, an seine vorherigen Erfolge anzuknüpfen. Der Global Unconstrained Bond Fund hat in den vergangenen drei Jahren nur jeweils 0,95 % gebracht – weniger als 90 Prozent der Peer Group bei Morningstar; das Fondsvolumen hat sich seit 2017 knapp halbiert.

Nun beendet Bill Gross nach fast vierzig Jahren seine Karriere. Mit ihm geht einer der großen Protagonisten der Branche, der, wie es das Wall Street Journal formuliert, für den “Niedergang der Manager steht, die versprachen, sie könnten den Markt schlagen”. Doch sein Wirken hat auch vielen Anlegern hohe Profite gebracht. “Ich kenne niemanden, der für mehr Leute mit Fixed Income mehr Geld verdient hat als Bill Gross”, erklärt der ehemalige Pimco-MD Scott Simon.

Gross wird Janus Henderson am 1. März verlassen und sich ins Privatleben zurückziehen. Seine Nachfolge tritt Nick Maroutsos an.

„Investoren-Gen“ entschlüsselt

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Die Persönlichkeit von Anlegern hat großen Einfluss darauf, in welche Wertpapiere sie bevorzugt investieren. Das jedenfalls behaupten zwei finnische Wissenschaftler, die das Anlageverhalten ihrer Landsleute untersucht haben.

Es ist der Traum eines jeden Finanzberaters: Er stellt seinem Gegenüber einige Fragen und weiß sofort, mit wem er es zu tun hat. Und kann ihm genau das empfehlen, was er sucht und will. Erfolg garantiert.

Vielleicht haben es zwei finnische Wissenschaftler geschafft, diesem Traum ein paar Schritte näher zu kommen. Jedenfalls behaupten sie das in ihrem Aufsatz „Persönlichkeitseigenschaften und Portfolioneigungen hin zu Substanzwerten und Nebenwerten“. Im englischen Original heißt das Werk „Personality Traits and Portfolio Tilts Towards Value and Size“.

Die beiden Autoren, Andrew Conlin und Jouko Miettunen von der Universität Oulu, versuchen in ihrer Studie nachzuweisen, dass bestimmte Menschentypen ganz bestimmte Anlagestile bevorzugen. Das klingt ambitioniert. Die beiden Finnen können allerdings aus einem umfassenden Datenmaterial schöpfen, das in dieser Form in Deutschland undenkbar wäre. Denn das Thema Datenschutz wird in Skandinavien anders definiert als anderswo auf der Welt. So werden in Schweden und Finnland alle verfügbaren Daten aller Bürger ganz selbstverständlich gespeichert und sind jederzeit für Staat und Wissenschaft verfügbar.

Für Conlin und Miettunen bedeutete das, dass sie anhand der Akten der zentralen finnischen Wertpapierverwahrstelle ermitteln konnten, in welchen Aktien welche Anleger aus Finnland wann investiert waren sowie die Anzahl der jeweiligen Aktien und der Wert jeder Position. Darüber hinaus hatten sie Zugang zu den Ergebnissen von Psychologietests der Investoren aus Nordfinnland ab dem Jahrgang 1966.

Der TCI-Test – Bestimmung des Charaktertyps

Als wissenschaftliche Formel, um aus diesem umfassenden Datenmaterial schlüssige Ergebnisse zu erzielen, verwendeten die beiden Forscher den sogenannten „Temperament and Character Inventory“ (TCI) Test. Dieser Test, der normalerweise in der Psychiatrie eingesetzt wird, misst vier verschiedene Persönlichkeitseigenschaften.

Die Typus-Anleger-Formel: Bist Du A, kaufst Du B

Nachdem die Wissenschaftler die Charaktertypen der Anleger mithilfe der Parameter des TCI-Tests bestimmt hatten, glichen sie die Daten mit den dazu gehörenden Portfoliodaten der finnischen Wertpapierverwahrstelle ab und erstellten eine Typus-Anleger-Matrix, die sich in vier Aussagen zusammenfassen lässt:

  1. Extravagante Menschen mit einer Affinität zu exzessivem Konsum bevorzugen bei Investments großkapitalisierte Wachstumswerte.
  2. Impulsive Menschen, die dazu neigen, Entscheidungen auch ohne vollständige Informationen zu fällen, bevorzugen kleinkapitalisierte Wachstumsaktien.
  3. Sentimentale Menschen, die die Tendenz zeigen, sich von emotionalen Stimuli beeinflussen zu lassen, bevorzugen kleinkapitalisierte Substanzwerte.
  4. Gesellige Menschen, die sich gerne Gruppen anschließen und sich anderen schnell verbunden fühlen, bevorzugen generell Nebenwerte oder manchmal auch Substanzwerte.

Fehlertoleranz

Versuche, das Anlegerverhalten zu ergründen und auf einige wenige Einflussfaktoren zurückzuführen, gab es schon viele. Ob die finnische Untersuchung nun den Durchbruch bedeutet und alle Forschungen auf dem Gebiet der Behavioral Finance in den Schatten stellt, oder ob sie nur für finnische Anleger Relevanz hat, lässt sich kaum sagen. Es liegt die Vermutung nahe, dass auch bei den Anlageentscheidungen finnischer Investoren nicht nur der Charakter, sondern auch noch andere Faktoren, wie beispielsweise die Jahreszeiten mit längeren oder kürzeren Tagen und mit mehr oder weniger Sonneneinstrahlung oder auch der familiäre und finanzielle Hintergrund eine Rolle gespielt haben könnten. Interessent wäre auch ein Abgleich mit Anleger-Daten aus Südafrika, also von der unteren Seite der Erdkugel. Leider sind diese Daten nicht verfügbar.

Fazit: Vielleicht lassen sich aus den Studienergebnissen ganz neue Fragetechniken ableiten, die Finanzberater in Zukunft einsetzen können. Vielleicht auch nicht. Eine Beobachtung der beiden finnischen Forscher ist aber auf jeden Fall interessant: Gesellige Investoren haben der Studie zufolge im Betrachtungszeitraum die höchsten Renditen erzielt. Den finnischen Trinkspruch „Hölleken Kölleken“ sollte man sich also schon mal merken!

Die wissenschaftliche Analyse „Personality Traits and Portfolio Tilts Towards Value and Size“ in englischer Sprache als PDF-Dokument.
Das Essay, in dem die beiden Forscher ihre Studie vor dem wissenschaftlichen Ausschuss in Oulu verteidigen (Essays on personality traits and investor behavior) als PDF-Dokument.

Der DAX startet unentschlossen in die Woche

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DAX startet unentschlossen in die Woche

Der DAX
kann sich zum Handelsstart am Montag noch nicht für eine Richtung entscheiden, pendelt zwischen leichten Gewinnen und Verlusten und notiert prozentual unverändert im Vergleich zum Freitag bei 11.180,61 Punkten.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hofft, Fahrverbote für ältere Diesel noch abwenden zu können und rät Kommunen und Ländern, sich mit allen juristischen Mitteln dagegen zur Wehr zu setzen.

Goldman Sachs erwartet keine Rezession in Deutschland. Der Börsenabsturz sei „übertrieben“. Für Übernahmen und Fusionen erwartet die US-Bank sogar ein „starkes Jahr 2019“, auch wenn der Rekord des Jahres 2018 kaum zu steigern sei. Die Zahl von Übernahmen deutscher Unternehmen durch Chinesen dürfte Deutschland-Chef Wolfgang Fink zufolge zurückgehen.

Wirecard sorgt weiterhin für Schlagzeilen. Nachdem die Aktie Mitte vergangener Woche und noch einmal am Freitag
abgestürzt ist, meldet sich nun Firmenchef Markus Braun zu Wort und dementiert alle Vorwürfe gegen das Unternehmen. Hintergrund: Die Wirtschaftszeitung „Financial Times“ hatte vergangene Woche von einem Verdacht auf kriminelle Machenschaften bei Wirecard berichtet. Am Montagmorgen legt die Aktie rund 14 Prozent an Wert zu.

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Theresa May will „für Großbritannien kämpfen“

Die britische Premierministerin Theresa May ignoriert das Nein der Europäischen Union zu Nachverhandlungen. Sie will in Brüssel „für Großbritannien kämpfen“ und eine „pragmatische Lösung“ erreichen. Allerdings erfährt sie dabei weder die Unterstützung ihrer gesamten Partei, noch gibt es Anzeichen dafür, das die EU-Kommission sich überhaupt darauf einlassen will. Konkrete Pläne für Gespräche mit May gebe es nicht, heißt es aus Brüssel.

In Japan ist der Aktienmarkt mit Gewinnen in die neue Woche gestartet. Rückenwind lieferte neben dem starken US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag der Optimismus der USA für eine Lösung des Handelsstreits mit China. Der Nikkei 225 gewann 0,46 Prozent und schloss bei 20.883,77 Punkten.

Chinas mittelständische Dienstleister sind pessimistisch. Der vom Wirtschaftsmagazin „Caixin“ ermittelte Einkaufsmanagerindex für den Sektor sank im Januar von 53,9 Punkten auf 53,6 Zähler. Volkswirte hatte sogar einen Rückgang auf 53,4 Einheiten befürchtet.

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Fast ein Drittel der britischen Unternehmen will in die EU umziehen

Aktuellen Zahlen des britischen Unternehmerverbands Institute of Directors (IoD) zufolge wollen 29 Prozent der britischen Firmen aufgrund des Brexit ihren Betrieb in die Europäische Union verlagern. Eine Befragung von über 1.200 Unternehmenslenkern ergab, dass 16 Prozent bereits den Knopf für konkrete Umzugspläne gedrückt hätten. Weitere 13 Prozent stehen kurz davor. Von den britischen Exporteuren wollen sogar zwei Drittel in die EU umziehen. Der Trend beschränkt sich nicht nur auf große Firmen.

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Die NordLB wird mit Steuergeld gerettet

Das Land Niedersachsen will die durch faule Schiffskredite in Schieflage geratene NordLB zusammen mit der Sparkassen-Finanzgruppe retten. Land und Sparkassen nehmen dafür rund 3,7 Milliarden Euro in die Hand. Das Handelsblatt bedauert, dass die für den Steuerzahler deutlich günstigere Offerte der Finanzinvestoren Cerberus und Centerbridge ausgeschlagen wurde. Es sei „schwer zu verstehen, warum die Landesregierung sich für diese sowohl ordnungspolitisch als auch finanziell fragwürdige Lösung entschieden hat.“

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Ölpreis bleibt stabil

Die Ölpreise haben sich am Montag nur wenig bewegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 62,76 US-Dollar. Das war ein Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel dagegen geringfügig um fünf Cent auf 55,21 Dollar. Damit konnten die Ölpreise ihre starken Gewinne vom Freitag insgesamt halten.

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Goldpreis gibt leicht nach

Der Euro gibt im asiatischen Devisenhandel leicht
nach auf aktuell 1,1442 US-Dollar. Auch zum japanischen Yen verbucht der
Greenback Kursgewinne. Der wiedererstarkende Dollar bekommt dem Goldpreis nicht gut: Der Preis für
eine Feinunze des Edelmetalls sinkt im frühen Handel um 0,4 Prozent auf 1.313,31 US-Dollar.

Wie Fonds auch in No-Deal-Land verkauft werden können

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Legt man die Entscheidung des britischen Parlaments aus dieser Woche unter die Lupe, entsteht ein verwirrendes Bild: Der Vertragsentwurf zum geregelten Austritt Großbritanniens aus der EU, den Theresa May mit Brüssel ausgehandelt hatte, wurde abgelehnt. Ein ungeordneter Brexit wurde ebenfalls abgelehnt. Als letzter Ausweg verbliebe, wenn die Briten ihre Beschlüsse tatsächlich konsequent umsetzen würden, eigentlich nur noch der Verbleib in der EU. Das wiederum scheint ebenfalls unwahrscheinlich. Denn sowohl die Führung der Labour-Partei als auch die Mehrheit der Tories wollen keinen Verbleib Großbritanniens in der EU.

Ein ungeregelter Brexit wird also immer wahrscheinlicher. Denn Brüssel schaltet beim Thema Nachverhandlungen auf stur. Die widersprüchlichen Signale aus London lassen kaum noch einen anderen Weg zu. Denn das so schwierig ausgehandelte Kompromisspaket jetzt komplett wieder aufzuschnüren, ist für die 27 EU-Diplomaten keine Option.

Die Finanzbranche muss sich nun darauf einstellen und bereits Maßnahmen ergreifen. Denn bis zum Tag X sind es keine zwei Monate mehr.

So müssen etwa Fondsgesellschaften überlegen, ob und wie sie ab Anfang April ihre Fonds noch in Großbritannien vertreiben können, wenn es keine vertraglichen Regelungen zwischen der EU und Großbritannien dafür gibt.

Wie auch schon Fonds Professionell berichtete, legt die Luxemburger Finanzaufsicht CSSF in einer Mitteilung europäischen Asset Managern, die ihre Produkte auch weiterhin in Großbritannien anbieten wollen, nahe, dies schnellstmöglich bei der britischen Finanzaufsicht FCA anzumelden.

Hintergrund: Die britischen Behörden haben für den Fall eines ungeregelten Austritts Großbritanniens aus der EU eine Übergangsregel geschaffen: Finanzunternehmen, die in mindestens einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union beaufsichtigt werden, dürfen in Großbritannien weiterhin ohne Einschränkungen ihre Dienste anbieten. Diese Übergangsregel gilt seit dem 7. Januar 2019. Die Voraussetzung: Bis zum 28. März 2019 müssen sich die betreffenden Fondsanbieter bei der FCA melden und für sich die Nutzung dieser Übergangsregel beantragen. Gesellschaften, die diese Frist verstreichen lassen, dürfen ihre Produkte nicht mehr in Grobritannien anbieten.

Das passiert mit Fonds, die von Großbritannien aus gemanagt werden

Für den umgekehrten Fall, dass Luxemburger Vehikel von Fondsmanagern in Großbritannien gesteuert werden, stellt die CSSF klar: Auch im Falle eines No-Deal-Brexit werde das Geschäft nicht beeinträchtigt. Fonds, die in einem Land der europischen Union beheimatet sind, dürfen auch von Protfoliomanagern gesteuert werden, die in einem Nicht-EU-Land residieren.

Ungeklärt bleibt die Situation für britische Unternehmen, die ihre in Großbritannien aufgelegten Fonds auf dem europäischen Festland vertreiben wollen. Sollte es zu einem No-Deal-Brexit kömmen, werden sie vermutlich ihren Vertrieb einstellen müssen. Einige britische Fondsgesellschaften haben diese Gefahr erkannt und übertragen bereits die Vermögen von EU-Anlegern in Luxemburger oder irische Kopien ihrer britischen Fonds.

2018 – ein verlustreiches Jahr für Hedgefonds

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Insgesamt konnten Hedgefonds für ihre Anleger im vergangenen Jahr knapp 140 Milliarden US$ verdienen. Im Vorjahr erzielten die Fondsmanager noch 181,5 Milliarden US$. Wie LCH Leveraged Capital Holdings, ein Fund of Funds aus London, in ihrer jährlichen Studie zu den Hedge Fonds berichtet, lag der Zuwachs unter den zehn größten Fonds am niedrigsten: Diese konnten den Wert nur um 11 Milliarden US$ steigern, nachdem es 2017 noch 26 Milliarden US$ waren.

Insgesamt verloren alle von LCH getrackten Hedgefonds im vergangenen Jahr 2,4 Prozent an Wert; zum Jahresende lag das verwaltete Vermögen nur noch bei 3,2 Billionen US$.

Vor allem das vierte Quartal 2018 erwies sich für die Investmentvehikel als besonders verlustreich: Laut Hedge Fund Research HFR entnahmen Anleger allein in diesen drei Monaten mehr als 22 Milliarden US$ aus den Fonds, im Gesamtjahr beliefen sich die Mittelabflüsse auf 34 Milliarden US$.

Laut LCH konnte Bridgewater Associates die größten Gewinne für seine Anleger einfahren: Acht Milliarden US$ waren es 2018, nach 300 Millionen im Vorjahr. Aktuell verwaltet Bridgewater-CEO Ray Dalio demnach ein Vermögen von mehr als 150 Milliarden US$.

Mihuzo-Eureka-Index
Mihuzo-Eureka-Index

Quelle: eurekahedge.com

Der Mihuzo-Eureka-Index versucht, Licht in den Dschungel der Hedgefonds zu bringen. Er basiert auf den Performance-Daten von 1639 Fonds und weist für das Gesamtjahr 2018 ein Minus von 4,22 % auf – er ist damit besser als der S&P 500, der im selben Zeitraum mehr als sechs Prozent verlor.

Die Zahlen zu Hedgefonds sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, da
die Produkte zum einen keine homogene Assetklasse bilden und teilweise
höchst unterschiedliche Strategien verfolgen. Außerdem unterliegen sie
je nach Herkunftsland und Firmensitz keiner einheitlichen Regulierung
und sind nur teilweise (als alternative Investmentfonds) in Europa zum
Vertrieb zugelassen.

Das schlimme, schlimme Geld

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Geld ist uns Deutschen offensichtlich wichtig. Das zeigt die aktuelle Studie „Regiert Geld die Deutschen?“ des internationalen Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov. Demnach denken zwei Drittel aller Deutschen häufig an Geld und persönliche Finanzen. Damit rangiert diese Kategorie auf Platz drei hinter den Themen Familie (73 Prozent) und Gesundheit (68 Prozent)

Die schlechte Nachricht: Glaubt man der Umfrage, ist leider etwa jeder vierte Gedanke (26 Prozent) an Geld und Finanzen mit negativen Emotionen verbunden. Nur 35 Prozent der Gedanken an Geldthemen sind positiv. Im Vergleich zu anderen Themen sind Geld und persönliche Finanzen sogar die am negativsten besetzten Themen für die Deutschen. Es folgen die Themen Beruf und Gesundheit, mit denen jeder fünfte Befragte negative Emotionen verbindet.

Frauen ist das Thema Geld besonders unheimlich

Im Geschlechtervergleich wird deutlich, dass Frauen deutlich häufiger negative Gedanken an Geld und Finanzen haben als Männer. Während Männer deutlich häufiger positiv als negativ an Geld denken (Differenz: 15 Prozentpunkte), denken Frauen fast genauso oft negativ wie positiv an das Thema (Differenz: 3 Prozentpunkte).

Im Alter nehmen die negativen Gedanken an Geld zu

Ein Blick in die unterschiedlichen Altersgruppen zeigt, dass die negative Einstellung zum Thema Geld und Finanzen bis zum Alter von 59 Jahren stetig steigt. Im Alter von 50 bis 59 Jahren denken fast genauso viele Menschen negativ an das Thema wie positiv. Ab 60 Jahren wandeln sich die Gedanken und die Menschen denken deutlich häufiger positiv als negativ an das Thema (Differenz: 17 Prozentpunkte).

Direktbankkunden denken deutlich positiver als Sparkassenkunden

Große Unterscheide offenbaren sich bei der Analyse der Hauptbankverbindungen der Befragten. Mit Abstand am positivsten an Geld und persönliche Finanzen denken Direktbankkunden (25 Prozentpunkte häufiger positiv als negativ). Gefolgt wird diese Gruppe von Genossenschaftsbankkunden (Differenz: 17 Prozentpunkte) und Großbankkunden (Differenz: 15 Prozentpunkte). Bei Sparkassenkunden ist das Thema häufiger negativ (32 Prozent) als positiv (28 Prozent) besetzt.

Konsequenzen für die Akquise

Für Finanzberater haben diese Erkenntnisse im Zusammenhang mit dem Thema Akquise zwei Implikationen: Zum einen ist es für sie offensichtlich aussichtsreicher, Direktbankkunden anzusprechen und von ihrer Dienstleistung zu überzeugen. Zum anderen sollten sie gewappnet sein, insbesondere im Gespräch mit Sparkassenkunden das Themenfeld Geld und persönliche Finanzen positiv zu besetzen, um eine bessere Grundlage für Beratungen und Abschlüsse zu schaffen.

Ein Ansatz dafür kann sein, im Beratungsgespräch nicht direkt die verschiedenen Investitionsmöglichkeiten und Renditeaussichten zu erläutern, sondern den Sinn und die persönlichen Ziele abzufragen und diese in den Vordergrund zu stellen. „Der Besitz von Geld steigert zwar teilweise die Zufriedenheit. Die Auseinandersetzung mit dem Thema an sich erzeugt jedoch nur selten positive Stimmung“, sagt Peter Mannott, Team Manager Custom Research bei YouGov. „Geld ist insbesondere für junge Verbraucher in erster Linie ein Mittel zum Zweck. In der Kommunikation sollten die Finanzunternehmen die direkte Ansprache des Themas Geld und persönliche Finanzen in den Hintergrund stellen und sich eher auf den damit verfolgten Zweck fokussieren“, so Mannott.

Über die Umfrage

Für die Studie wurden 2.212 Personen ab 18 Jahren vom 5. bis 8. November und vom 30. November bis 4. Dezember 2018 mittels standardisierter Online-Interviews bevölkerungsrepräsentativ befragt.

Die komplette Analyse als Download.

Geldmarktfonds ist größter Fonds in Europa

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Im Januar war Cash King: Der Institutional Cash Series von BlackRock investiert in auf Pfund lautende Geldmarktpapiere. Mehr als 41 Milliarden Euro bringt das Schwergewicht auf die Waage und nimmt damit den Spitzenplatz unter den größten Fonds in Europa ein. Dafür sind die Erträge aus dem Fonds jedoch vergleichsweise gering: Knapp 0,4 Prozent Rendite brachte der Fonds 2018, bei laufenden Kosten in Höhe von 0,2 Prozent bleibt da nicht viel.

Platz zwei der europäischen Fonds-Schwergewichte nimmt mit 35 Milliarden Euro Volumen aktuell der SELECT EQUITY JAPAN von LGT ein. Der aktiv gemanagte Fonds musste 2018 fast zwanzig Prozent an Wert abgeben, konnte seit Jahresbeginn jedoch wieder rund zehn Prozent zulegen.

Auch die Nummer drei im Ranking, der TREASURY LIQUID RESERVE FUND von Goldman Sachs, investiert vornehmlich in US-Kurzläufer und Geldmarktpapiere. Der Fonds hat aktuell ein Volumen von mehr als 30 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr konnte der Fonds 6,8 % Rendite erwirtschaften, blieb aber um 0,5 % hinter der Benchmark zurück.

Der GLOBAL INCOME FUND A ist ein Mischfonds des Emittenten JP Morgan. Der Asset Manager, der aktuell große Anstrengungen unternimmt, um im ETF-Geschäft zu wachsen, hat mit diesem Mischfonds in 2018 rund sieben Prozent Kursverlust gemacht. Und mit einem Ausgabeaufschlag von 5,00% und laufenden Kosten in Höhe von 1,42% ist das Produkt zudem nicht gerade billig.

Erst auf Platz fünf kommt im Ranking übrigens der erste Aktienfonds, der in europäische Dividendenwerte investiert: Der EUROPEAN LARGE COMPANIES von Fidelity hat aktuell ein Volumen von 19,4 Milliarden Euro. Mit einem Ausgabeaufschlag von 5,25% und laufenden Kosten von 1,93% ist der Fonds auch nicht gerade billig. Dafür konnte lag er im vergangenen Jahr um elf Basispunkte über der Benchmark, dem MSCI Europe.

01.    41,4 Mrd.     ISC Inst Stlg Liq Fd Core     BlackRock          Geldmarkt     GBP
02.    35,3 Mrd.     LGT Sel Eq JP $ B                 LGT                      Aktien JPN     USD
03.    30,8  Mrd.     GS Fds plc US$ Treasury  GS                        Geldmarkt     USD
04.    24,8  Mrd.     JPM Inv Gl Inc A                  JP Morgan          Mischfonds    EUR
05.    19,4  Mrd.     FF European LgCos A        Fidelity                Aktien EUR     EUR
06.    16,7  Mrd.     AB I Gl High Yield Ptf A     AB                        Renten            USD
07.    15,6  Mrd.     Deka-ImmobilienEur.       Deka                    Immobilien    EUR
08.    15,2  Mrd.     BGF Gl Allocation A2        BlackRock            Mischfonds   SGD
09.    14,9  Mrd.     Amundi Topix JPN            Amundi                Aktien JPN     JPY
10.    14,4  Mrd.     FT Tem Gl TR Fd N           Fr. Templeton      Renten          USD

Quelle: vwd funds service

Europäische Investmentfonds müssen massiv Anteile zurücknehmen

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Nachdem schon der Oktober und der November nicht gut liefen, haben sich die europäischen Investoren im Dezember noch weiter aus Investmentfonds zurückgezogen. Damit war es der achte Monat mit Mittelabflüssen in Folge – nachdem die Branche in den 16 Monaten zuvor ausschließlich Zuflüsse verbuchen konnte.

Insgesamt mussten die europäischen Fondsgesellschaften im Dezember Anteilsscheine im Wert von 54 Mrd. € zurücknehmen. Damit entfallen auf den Dezember fast die Hälfte der Mittelabflüsse des gesamten Jahres: Von Januar bis Ende Dezember entnahmen europäische Anleger rund 129 Mrd. € aus Fondsprodukten.

Am ärgsten traf es die Rentenfonds, aus denen netto fast 26 Mrd. € abgezogen wurden, berichtet der Branchendienst Lipperalpha Insight. Aus Aktienfonds entnahmen Investoren fast 19 Mrd. €, aus alternativen UCITS mehr als 12 Mrd. € und aus Mischfonds flossen fast 9 Mrd. € ab.

Mittelzuflüsse nach Asset Klasse
Mittelzuflüsse nach Asset Klasse

Quelle: LipperAlpha Insight

Nachdem die Geldmarktfonds in den Monaten zuvor stark gebeutelt worden waren, verzeichneten sie im Dezember unterm Strich und infolge der großen Kursturbulenzen an den Märkten wieder starken Zufluss: Insgesamt 11,6 Mrd. wurden in Geldmarktprodukte investiert.

Im Dezember gefragt waren auch die britischen Aktien; Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Equity UK nahmen 2,4 Mrd. € ein, in US-Kurzläufer wurden 900 Mio. € investiert und Immobilienfonds verbuchten Zuflüsse in Höhe von 500 Mio. €.

Keine Freunde fanden die Fonds auf US-Aktien; hier wurden 3,9 Mrd. € entnommen. Aus Aktienfonds mit Schwerpunkt Europa flossen 3,2 Mrd. €, gefolgt von Globalen Rentenfonds (-3,0 Mrd. €).

Aufgeschlüsselt nach Herkunftsländern konnten Fonds, die in Irland aufgelegt wurden, mit 3,4 Mrd. € die höchsten Zuflüsse verbuchen, während Produkte aus Luxemburg mehr als 28 Mrd. € verloren. Schwer erwischt hat es auch die französischen Fondsgesellschaften, die mehr als 24 Mrd. € zurückgeben mussten. Wie Lipperalpha betont, sind jeweils fast 15 Milliarden der Zuflüsse in Irland bzw. der Abflüsse in Frankreich bei den Geldmarktfonds entstanden.

Der Anbieter mit dem größten Nettoabsatz im Dezember war BlackRock; der New Yorker Asset Manager verkaufte Anteile im Wert von 12 Mrd. €, gefolgt von Morgan Stanley (5,4 Mrd. €) und Goldman Sachs (4,2 Mrd. €. Auch hier weist Lipperalpha darauf hin, dass der Umsatz zum größten Teil mit Geldmarktfonds erzielt wurde.

Das bestverkaufte Produkt im Dezember war übrigens der M&G European Strategic Value, von dem Anteile im Wert von 1,7 Mrd. € über den Tresen gingen. Platz zwei sicherte sich der Handelsbanken Amerika Småbolagsfond (999 Mio. €), der – man ahnt es bereits – in US-Aktien investiert; auf Platz drei folgt der iShares North American Equity (951 Mio. €).

Die neue Prospekt-Verordnung auf einen Blick

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Die EU-Prospektverordnung, die seit 20. Juli 2017 in Kraft getreten ist, soll ab dem 21. Juli 2019 in deutsches Recht umgesetzt und angewendet werden. Die Idee der Verordnung ist, dass Wertpapierprospekte einfacher und nutzerfreundlicher gestaltet werden, damit Anleger fundierte Anlageentscheidungen treffen können. Durch eine verbesserte Darstellung der Informationen im Prospekt soll der Anlegerschutz gestärkt werden. So sollten Prospekte künftig nicht mehr mit Risikofaktoren überfrachtet werden, die die für Anleger relevanten Risikofaktoren verdecken.

Gleichzeitig soll Unternehmen der Zugang zum Kapitalmarkt erleichtert werden. Gerade für kleinere Unternehmen wurde eine vereinfachte Prospektpflicht vorgesehen: Für öffentliche Angebote von Wertpapieren mit einem Gesamtgegenwert in der EU von weniger als einer Million wird kein Prospekt verlangt. Zudem erlaubt Artikel 3 Absatz 2 Prospekt-VO den Mitgliedstaaten, auf nationaler Ebene die Schwellenwerte für die Prospektpflicht auf bis zu acht Millionen Euro heraufzusetzen.
Von diesem Recht will die Bundesregierung nun Gebrauch machen.

Das Bundeskabinett beschloss nun den Regierungsentwurf für ein „Gesetz zur Ausführung der EU-Prospektverordnung und weiterer Finanzmarktgesetze“. Darin wird die Schwelle für prospektfreie Emissionen von bislang fünf Millionen auf künftig acht Millionen Euro angehoben. Erforderlich ist nur noch ein dreiseitiges Informationsblatt. Schon seit Mitte Juli vergangenen Jahres gilt, dass kleine und mittlere Unternehmen von Bürokratie und Kosten entlastet werden sollen. Kleine Emissionen sind leichter möglich.

Anlegerschutz bleibt oberstes Ziel

Die Einzelanlageschwellen bleiben weiterhin bestehen. Sie sollen unerfahrene Anleger schützen. Private Investoren dürfen demnach maximal 1.000 Euro investieren, wenn sie 100.000 Euro haben oder maximal das Zweifache ihres durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommens. Unverändert bleibt auch, dass die Finanzaufsicht BaFin die Kurzinformation weiterhin billigen muss. Dafür werden die Gebührentatbestände angepasst. Im Kreditwesengesetz wird klargestellt, dass institutsinterne Verstöße gemeldet werden dürfen. Bei Bezugsrechtsemissionen gibt es allerdings eine bürokratische Erleichterung: Für bestehende Aktionäre wird die Begrenzungen zum Schutz von nicht qualifizierten Anlegern.

Die wesentlichen Inhalte der neuen Prospekt-Verordnung auf einen Blick

  • Mit der Anhebung des Schwellenwertes für die Prospektpflicht auf eine Million Euro wird vor allem für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ein erleichterter Zugang zu Kapital ermöglicht.
  • Es wird ein vereinfachter Prospekt für KMUs eingeführt, der auf die Bedürfnisse von kleineren Emittenten zugeschnitten ist. Dieses „Light-Regime“ soll verwaltungs- und kostenentlastend für KMUs wirken. Auch die Schwellenwerte für KMU, die diese Regelung in Anspruch nehmen können, werden angehoben.
  • Der Umfang der für den Prospekt erforderlichen Informationen wird genauer definiert, sodass Prospekte künftig kürzer und klarer gefasst werden können.
  • Die Prospektzusammenfassung wird auf maximal sieben leicht lesbare Seiten gekürzt und soll in einem klaren, für den Anleger verständlichen Sprachstil verfasst werden. Der Inhalt des Basisinformationsblattes nach PRIIPS kann für die Prospektzusammenfassung verwendet werden, muss dann jedoch um die Angaben zum Emittenten erweitert werden.
  • Es werden Erleichterungen für Sekundäremissionen geschaffen, sodass Unternehmen, die bereits auf öffentlichen Märkten notieren und zusätzliche Aktien oder Unternehmensanleihen begeben wollen, den neuen vereinfachten Prospekt begeben können.
  • Das Prospektbilligungsverfahren wird vereinfacht. Unternehmen, die häufig Wertpapiere begeben, können künftig ein einheitliches Registrierungsformular in Anspruch nehmen. Dabei handelt es sich um eine Art „Rahmenregistrierung“, die alle erforderlichen Informationen über das Unternehmen beinhaltet. Emittenten, die ein solches Formular bei ihren Aufsichtsbehörden regelmäßig aktualisieren, können damit in den Genuss eines beschleunigten Billigungsverfahrens von fünf Tagen (statt bisher 10 Werktagen) kommen.
  • Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde wird erstmals einen kostenlosen Online-Zugang mit Suchfunktion für alle im Europäischen Wirtschaftsraum gebilligten Prospekte zur Verfügung stellen.
  • In Zukunft wird es Prospekte hauptsächlich in elektronischer Form geben. Auf Verlangen erhält der Anleger aber weiterhin einen Prospekt in Papierform.

Grundsätzlich sind die neuen Prospektvorschriften ab dem 21. Juli 2019 in allen Mitgliedstaaten der EU verbindlich anzuwenden.