Viele Dachfonds sind überflüssig

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Eine Auswertung der Ratingagentur Scope über den Zeitraum von zehn Jahren zeigt: Zumindest in der Kategorie der global anlegenden Mischfonds können die meisten Dachfonds ihre Versprechen nicht erfüllen.

Ein Vergleich von Dach- und Einzeltitelfonds zeigt: Über einen Zeitraum von zehn Jahren liegen Einzeltitelfonds klar vorn – und das bei kaum unterschiedlicher Volatilität.

Dachfonds wollen Anlegern Vorteile gegenüber Einzeltitelfonds bieten. So heißt es zum Beispiel, Dachfondsmanager hätten Zugang zu Anlagevehikeln und Fondstranchen, die Privatanlegern oft verschlossen seien. Dazu zählen etwa Hedge Fonds oder spezielle Tranchen mit Währungssicherung. Außerdem könnten Dachfonds preiswert  in Fonds investieren, für die Privatanleger höhere Gebühren zahlen müssten. Zudem werben Dachfonds damit, dass sie durch die breite Streuung des Anlagekapitals auf zahlreiche Fonds einen zusätzlichen Diversifikationseffekt erzielen. Unter dem Strich bedeute das eine geringere Volatilität.

Eine Auswertung der Ratingagentur Scope über den Zeitraum von zehn Jahren zeigt jedoch: Zumindest in der Kategorie der global anlegenden Mischfonds können die meisten Dachfonds ihre Versprechen nicht erfüllen. Im Vergleich mit Einzeltitelfonds schneiden sie durch die Bank schlechter ab.

Einzeltitelfonds bieten mehr Performance

Scope hat für seine Untersuchung mehr als 800 Fonds der vier größten, global anlegenden Mischfonds-Kategorien verglichen. Das Ergebnis: In allen vier Peergroups erzielen Einzeltitelfonds im Durchschnitt mehr Performance als Dachfonds. Der größte Performance-Unterschied zwischen Dach- und Einzeltitelfonds besteht in der Peergroup „Mischfonds Global ausgewogen“: Während die fast 100 Einzeltitelfonds auf eine jährliche Rendite von durchschnittlich 5,5% kommen, schaffen die 71 Dachfonds dieser Vergleichsgruppe im Durchschnitt nur 4,6%. Das ist ein beachtlicher Performance-Unterschied von immerhin 0,9% per annum über einen Zeitraum von zehn Jahren.

Die geringsten Performance-Unterschiede zwischen Dach- und Einzeltitelfonds zeigen die Fonds der Peergroup „Mischfonds Global dynamisch“. Hier ist nur ein geringer Unterschied messbar – aber auch hier liegen die Einzeltitelfonds vorn. Sowohl Dach- als auch Einzeltitelfonds kommen im Durchschnitt auf 6,6% per annum in den vergangenen zehn Jahren.

Kaum messbare Unterschiede bei der Volatilität

Wenn schon nicht bei der Performance, so könnten Dachfonds ja wenigstens mit einer geringeren Volatilität punkten. Doch die Volatilitäts-Unterschiede zwischen Dach- und Einzeltitelfonds sind nur gering. In zwei der vier betrachteten Peergroups liegen die Einzeltitelfonds sogar leicht vorn. Das bedeutet, sie weisen im Durchschnitt eine geringere Volatilität auf. Lediglich in der Peergroup „Mischfonds Global konservativ“ – die Mischfonds mit risikoarmen Profilen zusammenfasst – zeigen Dachfonds mit durchschnittlich 3,5% eine spürbar geringere Volatilität als Einzeltitelfonds mit 4,4%.

Fazit: Dass Dachfonds weniger Performance erzielen, ist keine Überraschung. Denn Dachfonds investieren schließlich in andere Fonds mit eigener Gebührenbelastung. Allein die Summe der Gesamtkosten frisst an der Rendite. Erstaunlich ist allerdings, dass Dachfonds trotz breiterer Diversifikation kaum nennenswerte Volatilitätsvorteile bieten. Offensichtlich verfügen viele Einzeltitelfonds bereits über ausreichend breit diversifizierte Portfolios. Die Erkenntnis: Ab einem gewissen Punkt bringt eine breitere Diversifikation über Fonds kaum Diversifikationsvorteile.

Die komplette Scope-Studie als Download.

China feuert im Handelskonflikt mit den USA zurück

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China hat den Import mehrerer US-amerikanischer Agrarprodukte verboten. Zuvor hatte die chinesische Regierung bereits die staatseigenen Betriebe angewiesen, keine Agrarprodukte aus den USA mehr zu kaufen.

China hat im Handelskrieg gegen die USA mit Importverboten und einer Abwertung des Renminbis gekontert. Das könnte US-Präsident Donald Trump Wähler kosten

Der Handelsstreit zwischen den USA
und China geht in eine neue Runde. Der Waffenstillstand, den US-Präsident
Donald Trump und Chinas Parteichef Xi Jinping zwischenzeitlich ausgehandelt
hatten, hielt damit kaum mehr als einen Monat. Vergangene Woche kündigte Trump neue
Strafzölle auf Importe aus China im Wert von 300 Milliarden US-Dollar an. „Aus
chinesischer Perspektive wird es nun darum gehen, Präsident Trump dort zu
treffen, wo er verwundbar ist: mit Blick auf die bevorstehenden
Präsidentschaftswahlen“, sagt Seema Shah, Chefstrategin des US-amerikanischen
Asset Managers Principal Global Investors (PGI).

Genau das haben die Chinesen inzwischen
getan. Sie haben den Import mehrerer US-amerikanischer Agrarprodukte verboten. Zuvor
hatte die chinesische Regierung bereits die staatseigenen Betriebe angewiesen,
keine Agrarprodukte aus den USA mehr zu kaufen. Auch private Unternehmen haben inzwischen
ihre Bestellungen eingestellt, berichtet die Commerzbank. US-Bauern könnten auf
über zwei Millionen Tonnen Sojabohnen sitzen bleiben, die laut Commerzbank eigentlich
im August und September nach China verkauft werden sollten. Das verärgert die Landwirte, die eine wichtige Wählergruppe Trumps
ausmachen.

US-Industrie ist stark von China abhängig

Daneben könnte der US-Präsident auch die Konsumenten
gegen sich aufbringen vermutet Andreas Busch, Analyst beim Vermögensverwalter
Bantleon. Sollte Trump seine jüngst angedrohten Zölle durchsetzen, wären
diesmal vor allem Smartphones und Laptops betroffen. Das könnte die
US-Industrie in eine Rezession stürzen, warnt Busch: „In diesem Umfeld
verbietet es sich eigentlich von selbst, den privaten Konsum – als letzte
Stütze des Wachstums – mit Einfuhrzöllen zu belasten“, sagt der
Wirtschaftsanalyst.

Wie abhängig die US-Industrie und die
Finanzmärkte von den Entwicklungen im Handelskonflikt sind, zeigte sich zu
Beginn dieser Woche erneut. Die Chinesen haben ihre eigene Währung, den
Renminbi, gegenüber dem US-Dollar um rund 1,5 Prozent abgewertet. Das sorgte
für Turbulenzen an den US-Finanzmärkten. Die US-Leitindizes Dow Jones und
S&P 500 sackten zwischenzeitlich um rund drei Prozent ab. Am stärksten traf
es den Nasdaq 100. Der von Technologiewerten geprägte Index verlor zwischenzeitlich
4,2 Prozent an Wert. Kein Wunder: Große US-Tech-Unternehmen erzielen den
Großteil ihres Umsatzes außerhalb der USA, sagt PGI-Chefstrategin Shah. Sie
sieht Gefahren für die gesamte US-Wirtschaft: „Wenn der Tech-Sektor stolpert,
stolpert auch der breite Markt.“

Die Fed wird Trump keine Rückendeckung geben können

Der US-Präsident hatte zuvor auf Schützenhilfe
von der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) gehofft. Nachdem Investoren schon
lange damit gerechnet hatten, hat sich die Fed dann tatsächlich zur Zinswende
durchgerungen und den Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt. Doch selbst weitere
Senkungen reichen nach Ansicht der PGI-Chefstrategin Shah nicht, um die
US-Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Auch Bantleon-Analyst Busch ist
skeptisch: „Sollte der Handelskrieg eskalieren und damit die Weltwirtschaft in
eine Rezession stürzen, werden das auch die Notenbanken nicht verhindern können“,
sagt er: „Eine Vollkaskoversicherung kann die Geldpolitik in diesem Fall
sicherlich nicht anbieten.“

Aufsicht über 34fler: Nachbesserung gefordert

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Im Gespräch mit FundResearch bezieht Verbraucherschützer Niels Nauhauser Stellung zur Neuordnung der Aufsicht über die Finanzanlagenvermittler.

Ab 2021 werden Finanzanlagenvermittler von der BaFin beaufsichtigt. Die Diskussion um das Aufsichtsorgan gehe jedoch am zentralen Problem vorbei, findet Verbraucherschützer Niels Nauhauser.

Niels Nauhauser ist Abteilungsleiter des Fachbereichs Altersvorsorge, Banken, Kredite bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Im Gespräch mit FundResearch bezieht Nauhauser Stellung zur Neuordnung der Aufsicht über die Finanzanlagenvermittler.

Herr Nauhauser, der Finanzmarkt ist in den vergangenen Jahren neu reguliert worden. Ein weiterer Schritt folgt im Januar 2021 mit der Übertragung der Aufsicht der Finanzanlagenvermittler von den IHKs zur BaFin. Was ist damit gewonnen?

Niels Nauhauser: Es ist gut und richtig, die derzeitige Struktur der Kontrolle der Finanzanlagenvermittlung zu überdenken. Entscheidend ist, dass die Kontrolle aus der Perspektive der Verbraucher effektiv ist und auf ihrem Interesse beruht. Die gegenwärtige Struktur gewährleistet dies nicht.

Derzeit werden die Finanzanlagenvermittler von den IHKs beaufsichtigt. Warum sollten diese nicht mehr dafür geeignet sein?

Niels Nauhauser: Die Industrie- und Handelskammern sind die Interessensvertretung der Wirtschaft. Die Marktüberwachung muss jedoch unabhängig von Anbieterinteressen erfolgen. Mit der Übertragung der Aufsicht auf die BaFin wird man dem zum Teil gerecht werden.

Sie sagen „zum Teil“. Das klingt so, als ob es aus Ihrer Sicht Zweifel gäbe. Wo sehen Sie Verbesserungsbedarf an den Plänen der Regierung?

Niels Nauhauser: Die Finanzanlagenvermittlung ist ein dezentral aufgestellter Markt. Deshalb sollte auch die Aufsicht dezentral, gegebenenfalls auch föderal, organisiert sein. Die Bundesländer verfügen über jahrzehntelange Erfahrungen in der Marktüberwachung, weil das in vielen Bereichen deren hoheitliche Aufgabe ist. Damit die Aufsicht auch ihre volle Wirkung zur Bereinigung des Marktes entfalten kann, ist es zudem unerlässlich, dass die Prüfergebnisse regelmäßig veröffentlich werden. Nur dann können die Verbraucher diese Informationen in ihre Entscheidungen einfließen lassen und sich der Markt entsprechend sortieren.

Ist also die Intransparenz der Prüfergebnisse die entscheidende Schwäche der Handelskammern?

Niels Nauhauser: Neben ihrer Rolle als Interessensvertreter der Wirtschaft ist dies in der Tat eine Schwäche der aktuellen Rechtslage. Die Industrie- und Handelskammern prüfen zwar, aber sie veröffentlichen die Ergebnisse nicht. Hier muss dringend gesetzlich nachgebessert werden.

Auch die BaFin führt ein Beschwerderegister, veröffentlicht dessen Inhalt aber nicht. Was ist also mit der Übertragung der Aufsicht auf die BaFin gewonnen?

Niels Nauhauser: Der Einwand ist berechtigt. Die BaFin führt nicht nur ein Beschwerderegister, sie ergreift im Einzelfall auch Maßnahmen gegen Marktakteure. Umso wichtiger ist es, dass Erkenntnisse und Prüfergebnisse der Marktaufsichtsorgane veröffentlicht werden. Deshalb ist der Gesetzgeber aufgefordert, nachzubessern. Die Diskussion über das Aufsichtsorgan adressiert im Übrigen nicht das zentrale Problem, das Verbrauchern in diesem Markt gemacht wird.

Was ist aus Ihrer Sicht das zentrale Problem?

Niels Nauhauser: Der gesetzliche Rahmen der Finanzanlagenvermittlung stellt nicht sicher, dass Verbraucher bedarfsgerecht zum Vermögensaufbau und zur Altersvorsorge beraten werden. Auch hier muss gesetzlich nachgebessert werden.

Das Gesetz schreibt doch ausdrücklich vor, dass Anlegern geeignete Produkte empfohlen werden sollen. Was soll Ihrer Meinung nach da noch nachgebessert werden?

Niels Nauhauser: Die empfohlenen und verkauften Produkte sollen lediglich im Einzelfall „geeignet“ sein. Überteuerte Investmentfonds mit für Verbraucher geringen Renditeaussichten können aber beispielsweise ebenso „geeignet“ sein wie Fonds mit Anlagestrategien, die jeglicher empirischen Grundlage entbehren. Ziel sollte es aber sein, dass sich die Finanzanlagenvermittlung ausschließlich am Bedarf der Verbraucher ausrichtet.

Was schlagen Sie an gesetzgeberischen Maßnahmen vor, damit dieses Ziel erreicht wird?

Niels Nauhauser: Heute wird das Beratungsergebnis durch das Interesse des Vermittlers, Provisionen zu erzielen, maßgeblich bestimmt. Hier ist ein Provisionsverbot ebenso notwendig wie tatsächliche Beratungsqualifikation und effektive Aufsicht.

Herr Nauhauser, vielen Dank für das Gespräch.

Wie Berater Depots krisenfest machen

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Der Rückgang des Global Investor Confidence Index, der von dem Vermögensverwalter State Street berechnet wird, gibt Anlass zur Sorge. Der Index ist im Juli auf 84,9 Prozent gefallen.

Mittlerweile mehren sich die Anzeichen, dass die Aktienmärkte unruhigen Zeiten entgegengehen. US-Präsident Trump schickte mit der Einführung neuer Zölle im Handelsstreit mit China Aktien auf Talfahrt. Zeit für Berater, mit geeigneten Fonds Kundendepots krisenfest zu machen

Abnehmende
Risikobereitschaft

Der Rückgang des Global Investor Confidence Index, der von dem Vermögensverwalter State Street
berechnet wird, gibt Anlass zur Sorge. Der Index ist im Juli auf 84,9 Prozent gefallen.
Das entspricht einem Minus von 2,4 Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat. Ein
Wert unter 100 deutet auf abnehmende Risikobereitschaft hin, während ein Wert
über 100 einen zunehmenden Risikoappetit signalisiert. Ein Blick auf die
Regionen signalisiert, dass sowohl Nordamerika als auch Europa und Asien von
einem niedrigeren Stand des Index betroffen sind. State Street verweist in
diesem Zusammenhang auf die Unsicherheit über den Brexit und den Ausgang der
Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China.

Global Index
Global Index
Global Index

Quelle: State Street

Wahltaktik

„Die eher gedämpften Reaktionen auf die Entscheidung der US-Notenbank Fed, den
Zinssatz um 25 Basispunkte zu senken, waren kaum verklungen. Da zog
US-Präsident Donald Trump schnell seinen nächsten Trumpf aus dem Ärmel, indem
er per Tweet zusätzliche Strafzölle auf chinesische Waren ankündigte und damit
den Handelskonflikt neu anfachte“, erläutert Mark Dowding, CIO von BlueBay
Asset Management. „Um Trumps Motive zu verstehen, hilft ein Blick auf die
aktuellen Wahlumfragen. Demnach hat seine Herangehensweise ziemlich viel
Rückhalt unter den Wählern, besonders in den „Swing States“, die er im nächsten
Jahr bei den Präsidentschaftswahlen gewinnen muss.“ Ein Hinweis darauf, dass
Entscheidungen der US-Administration in der nächsten Zukunft vorrangig von wahltaktischen
Überlegungen und nicht von einer realistischen Sicht bestimmt sein könnten.

Wetterfeste Depots

Die Anzeichen mehren sich, dass Berater Kundenportfolios wetterfest machen
sollten, um starke Schwankungen in den Depots zu vermeiden. Gut geeignet sind
dafür beispielsweise Multi-Asset-Fonds, die breit diversifiziert in
unterschiedliche Anlageklassen investieren und nicht long only in Aktien und
Anleihen investieren. Klassische Mischfonds, die stark auf Bonds setzen, stehen
vor dem Problem, dass mit Anleihen-Investments kaum noch etwas zu verdienen ist
und Staatsanleihen vielfach negative Renditen aufweisen. Am Freitag fiel beispielsweise
die Rendite 30-jähriger Bundesanleihen zum ersten Mal unter die Null-Linie. Anleger
setzen in dieser Situation vielfach auf Absolute-Return-Konzepte, die in möglichst
allen Marktsituationen positive Erträge erwirtschaften. Neben Aktien und
Anleihen werden in Multi Asset-Fonds oft auch Edelmetalle, Immobilien oder
Alternative Investments genutzt. Zudem werden Derivate zur Rendite-Generierung
oder Steuerung von Risiken eingesetzt.

Mit Sicherheitsnetz

Eine breite Streuung und eine sehr flexible Ausrichtung bietet beispielsweise
der Bellevue BB Global Macro, der von einem Team um den Lead Portfoliomanager
Lucio Soso gemanagt wird. Der Bellevue-Fonds verfolgt einen Absolute
Return-Ansatz und kann Long-/und Short-Positionen eingehen. Die Strategie
beruht auf der Analyse globaler konjunktureller Zyklen. Auf dieser Grundlage
werden unterschiedliche Szenarien entwickelt und nach Wahrscheinlichkeit
gewichtet. Hochliquide Teile des Portfolios können gehebelt werden, so dass das
Netto-Exposure zwischen 120 und 150 Prozent liegt. Investiert wird in Aktien,
Anleihen, Währungen und Rohstoffe. Wesentlicher Bestandteil des
Investmentprozesses ist ein ausgefeiltes Risikomanagement. Das Risikobudget
wird täglich überwacht und gesteuert. Der systematische Investmentansatz strebt
eine möglichst geringe Korrelation zu den Aktien- und Anleihemärkten an. In den
vergangenen fünf Jahren haben Anleger mit der globalen Makro-Strategie eine
annualisierte Wertentwicklung von 3,4 Prozent erzielt. Der maximale Verlust in
diesem Zeitraum lag bei 6,9 Prozent. Der Ansatz bietet neben konstanten
Renditen eine vergleichsweise hohe Stabilität und Schutz in stürmischen
Börsenzeiten.

Die Zinssenkung der Fed

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Sie hat den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf nun 2,25 Prozent gesenkt. Überrascht hat das Niemanden.

FundResearch blickt auf die letzte Woche zurück und gibt einen Ausblick auf kommende Ereignisse. Diesmal im Fokus: Die erste Zinssenkung der Fed in diesem Jahr wird wohl nicht die letzte bleiben.

Rückblick auf die vergangene Woche

Das vielleicht bedeutendste Ereignis der vergangenen Woche war zweifelsfrei die Zinssenkung der US-Notenbank Fed. Sie hat den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf nun 2,25 Prozent gesenkt. Überrascht hat das Niemanden. Denn die Fed hatte die Märkte bereits im Vorfeld auf ihre Absicht hingewiesen. Und sie hat den Schritt gut begründen können.  Die US-Konjunktur hat an Dynamik verloren, und die Inflation ist nach wie vor gering.

Trotzdem kämpft die Fed mit einem Glaubwürdigkeitsproblem. Sie hat die Liquiditätsverknappung zwei Monate früher als geplant beendet. Da könnte sich der Verdacht aufdrängen, dass der Druck aus dem Weißen Haus Wirkung gezeigt hat. Donald Trump fordert seit Wochen in der ihm eigenen charmanten Art kräftige Zinssenkungen, um die US-Konjunktur zu stützen, die zunehmend unter den Kosten der US-Handelszölle gegen China leidet. Um nicht in den Verdacht der politischen Einflussnahme aufkommen zu lassen, zeigt sich US-Notenbankchef Jerome Powell deshalb ein wenig bockig: Er hat den Leitzins nur um 0,25 Prozentpunkte gesenkt und nicht – wie von Trump gefordert – um mindestens 0,5 Prozentpunkte. Gleichzeitig hält er sich die Option für eine weitere Zinssenkung in diesem Jahr offen, will sie aber nicht versprechen.

Es ist ein offensichtlicher Selbstbehauptungskampf der Fed gegen Präsident Trump. Einerseits muss Jerome Powell seine schützende Hand über die US-Konjunktur halten, andererseits will er nicht für Trump die Kastanien aus dem Feuer holen und als dessen Erfüllungsgehilfe dastehen. Es ist ein offensichtliches Dilemma. Leider hat Donald Trump die besseren Karten in der Hand. Schmiert die US-Konjunktur ab, kann er es auf die zögerliche Haltung der Fed schieben. Senkt die Fed die Zinsen weiter, bügelt sie damit die Kosten von Trumps Konfrontationskurs mit China aus und verlängert wohl auch den längsten Konjunkturaufschwung der US-Geschichte noch ein wenig. Zweifellos würde Trump das als seinen Erfolg verbuchen.

Ausblick auf die wichtigsten Termine in dieser Woche

Am Montag geben der Einkaufsmanagerindex des Dienstleistungsgewerbes und der Markit PMI Gesamtindex für Europa und die einzelnen europäischen Länder nicht nur einen Eindruck davon, wie sich die Konjunktur auf dem Kontinent derzeit entwickelt. Die beiden Indizes zeigen auch, ob Deutschland im europaweiten Vergleich weiter abfällt. Noch ist der Dienstleistungssektor in Deutschland einigermaßen robust. Doch die Zeichen verdichten sich, dass Deutschland gerade dabei ist, vom Vorbild zum Nachzügler zu mutieren.

Am Dienstag veröffentlicht die Deutsche Bundesbank die Statistik der Werksaufträge. Darin sind Lieferungen, Inventare und Auftragsbestände erfasst. Experten rechnen im Vergleich zur letzten Veröffentlichung mit einer leicht verbesserten Auftragslage für diesen Monat. Der Jahrestrend ist insgesamt aber rückläufig.

Am Mittwoch folgt die Veröffentlichung der Industrieproduktion durch das Statistische Bundesamt. Die Juli-Zahlen dürften etwas besser aussehen als im Vormonat. Der Industriesektor befindet sich jedoch bereits in der Rezession.

Am Donnerstag wird die Statistik der Wohnkosten in Großbritannien einen Ausblick auf die weitere konjunkturelle Entwicklung der Insel geben. Sinken die Mieten, gilt das als Hinweis auf eine Schwäche des Immobilienmarktes und der Wirtschaft als Ganzes. Der Trend ist eindeutig rückläufig. Experten rechnen mit einem Rückgang der RICS Immobilienpreisbilanz um rund zwölf Prozent.

Am Freitag veröffentlicht das Statistische Bundesamt die Handelsbilanz Deutschlands. Sie stellt die Menge der Importe den Exporten von Gütern und Dienstleistungen gegenüber. Im letzten Erfassungszeitraum Mai erzielte Deutschland einen Leistungsüberschuss von 18,7 Milliarden Euro. Für den Juni liegen derzeit keine Prognosen vor. Gleichzeitig zu den deutschen Zahlen werden auch die Zahlen für alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union veröffentlicht. Der gesamteuropäische Trend sieht derzeit so aus, dass die Exporte eher ab- und die Importe im Gegenzug dafür zunehmen.

Kommt das Ende des Immobilienbooms?

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In Deutschland warnen Experten schon lange vor einer Blase. So attestiert die Beratungsfirma Empirica dem deutschen Immobilienmarkt Preisübertreibungen.

Seit mehr als einem Jahrzehnt steigen die Preise für Häuser und Wohnungen. Nun mehren sich die Zeichen, dass der Boom bald enden könnte. Ein Expertengremium der Europäischen Zentralbank warnt sogar: Da könnte eine Blase platzen.

Wer in Deutschland ein Haus oder eine
Wohnung erwerben will, muss tief in die Tasche greifen: Im Schnitt müssen
Hauskäufer pro Quadratmeter 1.860 Euro auf den Tisch legen, zeigt eine aktuelle
Statistik des Onlineportals Immowelt. Bei einem Einfamilienhaus mit einer
Wohnfläche von rund 250 Quadratmetern sind das satte 465.000 Euro, die
Eigentümer finanzieren müssen. Und das ist nur der Durchschnitt über alle Lagen
und Regionen: In Metropolen wie Köln, Hamburg oder München liegen die Preise
deutlich höher. Nicht selten scheitert der Traum vom Eigenheim daran, dass
Hauskäufer in Spe das nötige Eigenkapital nicht aufbringen können, das Banken oft
für das Darlehen fordern.

Experten der Europäischen Zentralbank
melden nun, dass für Kaufinteressenten bald bessere Zeiten anbrechen könnten.
In seinem Jahresbericht warnt der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (ESRB) vor einer Überhitzung des Immobilienmarktes in Europa. Anhaltende Preisanstiege
bei Wohn- und Gewerbeimmobilien deuteten in mehreren EU-Staaten auf
Überbewertungen hin, schreiben die Risikowächter. Außerdem würden sich
Privathaushalte für die Finanzierung ihrer Immobilie zunehmend verschulden. Der
Immobilienmarkt sei dadurch anfällig, wenn sich das wirtschaftliche Umfeld
verschlechtert. Sollte der Markt einen „bedeutenden Abschwung“ durchleben,
drohen Banken und anderen Immobilienfinanzierern Verluste, warnt der Ausschuss.

Die Autoren nennen keine Ländernamen.
In Deutschland warnen Experten allerdings schon lange vor einer Blase. So attestiert
die Beratungsfirma Empirica dem deutschen Immobilienmarkt Preisübertreibungen:
In neun von zwölf Großstädten erkennen die Marktforscher eine erhöhte
Blasengefahr. Betrachtet man sämtliche 401 Landkreise der Bundesrepublik, so
zeigen sich laut Empirica in 288 Kreisen Symptome einer Überhitzung.

Angebot übertrumpft Nachfrage

Auch auf dem Mietmarkt mehren sich
die Zeichen, dass die Preise den Zenit erreicht haben könnten. Mit F+B und
Empirica liefern gleich zwei renommierte Adressen Hinweise darauf, dass die
Mieten an stark nachgefragten Standorten in diesem Jahr weniger stark angezogen
haben als im Vorjahr – oder sogar leicht zurückgegangen sind. Das Hamburger
Marktforschungsinstitut F+B betrachtet die Preisentwicklung bei Wohnungen mit
75 Quadratmetern Wohnfläche, die zehn Jahre alt sind und deren Ausstattung als
normal klassifiziert ist. In diesem Segment blieben die Mieten zuletzt gegenüber
den ersten drei Monaten des Jahres stabil, berichten die Marktforscher.

Die Berater von Empirica beobachten
seit 2017 einen Rückgang der Mietsteigerungen in Berlin, Düsseldorf, Hamburg,
München, Köln und Frankfurt am Main. Aktuellen Analysen zufolge sind die Mieten
2019 mit 2,6 Prozent so langsam gestiegen wie seit 2014 nicht mehr. „Offenbar
wächst die Nachfrage nicht mehr so viel schneller als das Angebot“, fassen die
Marktforscher den Status Quo zusammen. Die Gründe: Der Zuzug ebbt etwas ab,
zudem steigen die Einkommen langsamer. Vor allem aber scheinen die Bemühungen
der Politik, den Wohnungsbau anzukurbeln, langsam Früchte zu zeigen: „Der
Neubau hat Fahrt aufgenommen“, berichten die Marktforscher.

Dividendenfonds: Ohne Disziplin geht es nicht

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Investieren bedeutet, dass man eben nicht weiß, was kommt. Man muss dabei bleiben. Disziplin zahlt sich deshalb aus.

Dividendenfonds scheinen grundsätzlich demselben Prinzip zu folgen: Sie investieren in Titel mit hoher Dividendenrendite. Doch es gibt einen ganz besonderen Faktor, der den Unterschied macht.

Es ist noch nicht lange her, da waren Briten vor allem für ihren nüchternen und klaren Blick auf die Welt bekannt. Und für ihren Humor. Der nahende Brexit mit all seinen Facetten hat das ein wenig vergessen lassen. Doch es gibt sie noch, die Analytiker von der Insel, die mit einem Augenzwinkern den Takt der Welt in einigen markanten Sätzen zusammenfassen und erklären können. Nick Clay ist einer davon. Der Fondsmanager des BNY Mellon Global Equity Income von Newton IM, einer Boutique von BNY Mellon IM, führt einen der weltweit renditestärksten Dividendenfonds. Clay ist international mehrfach ausgezeichneter Spezialist für Dividenden mit Sitz in London. Als Mitglied der UK Society of Investment Professionals befasst er sich nicht nur täglich mit dem Kapitalmarkt, sondern analysiert tiefgründig dessen Zusammenhänge und Triebfedern.

Und so verwundert es nicht, dass sein Vortrag auf der Investment-Konferenz von FondsConsult Mitte Juli ein Highlight ist. Zügig und prägnant fasst Clay die Weltlage zusammen. Er stellt fest: Es gibt kaum noch Wachstum auf der Welt. Das sei eigentlich ein Problem, denn eine wichtige ökonomische Regel lautet: Die Wirtschaft ist das Pferd, das die Märkte zieht. Doch die Zentralbanken hätten diese eiserne Regel einfach umgedreht: Politiker und Zentralbanken ignorierten heute die Risiken. Dazu nennt Clay eine beeindruckende Zahl: 13 Billionen Dollar an Anleihen seien heute negativ verzinst, das seien etwa zehn Prozent. Das, so Clay, sei ein nicht mehr zu ignorierendes Risiko, vor allem, da die Zentralbanken offensichtlich in dem Glauben lebten, sie könnten das Risiko handeln.

Die Wahrheit sei: Die Welt ist keine Maschine, die so einfach funktioniere. Man müsse die Nebenwirkungen im Blick behalten. Und eine Nebenwirkung sei bereits völlig aus dem Ruder gelaufen: Der Markt ist mittlerweile süchtig nach billigem Geld. Das konnte man gut beobachten, als die Zentralbanken versucht haben, die Droge zu entziehen. „Da hat der Markt sehr empfindlich reagiert. Die Notenbanken haben zurückgezogen. Und deshalb marschieren wir gerade auf die nächsten zehn Jahre mit billigem Geld zu. Man sollte jedoch nicht glauben, dass das nichts kostet“, erklärt Clay.

Angesichts dieser Analyse stellt Clay sich einige Fragen, zum Beispiel: „Wie können wir noch Rendite mit Portfolios schaffen? Wie kann man clever handeln, wenn es cleverer ist, nichts zu tun? Was also kann man tun?“ Seine Antwort darauf: Auch unter Druck Disziplin bewahren.

Denn dass es demnächst Rückschläge an der Börse geben werde, sei zwangsläufig zu erwarten. Zehn Jahre billiges Geld durch die Zentralbanken bedeuteten schließlich eine massive Fehlallokation. Man müsse jederzeit mit Auswirkungen dieser Entwicklung rechnen – und danach seine Strategie ausrichten. „Investieren bedeutet, dass man eben nicht weiß, was kommt. Man muss dabei bleiben. Denn wir wissen nicht mehr als andere“, so Clay. Disziplin zahle sich deshalb aus. Wer zum falschen Zeitpunkt aussteige, verpasse unter Umständen wichtige Kursentwicklungen. Zur Illustration seiner These zeigt Clay einen Chart: Was wäre passiert, wenn man die zehn besten oder zehn schlechtesten Tage verpasst hätte.

Das Problem sei: Man weiß es eben nicht vorher. Die Lösung: Man muss dabei bleiben. Denn wir wissen nicht mehr als andere.

Growth-Aktien sind unattraktiv

Für Anleger auf der Suche nach Papiere mit attraktiven Dividenden seien Growth-Aktien übrigens genau die falschen Aktien, erklärt Clay. Es sei die unattraktivste Gruppe, die am wenigsten ausschüttet. Ein weiteres Problem sei: Für jedes Facebook gibt es 100, die gerne so sein würden aber scheitern. Das sei ein Anlagerisiko für Growth, erklärt Nick Clay. Doch wie findet man die interessantesten Aktien? Clays Antwort: Man müsse auf die Korrelation zwischen Ausschüttungen und Inflation achten und antizyklisch handeln. So habe der Newton Global Equity Income Composite Fonds beispielsweise Microsoft-Aktien verkauft, als alle „in Love“ mit Microsoft waren.

Kann man mit einem Fonds Rückschläge vermeiden? Ja, erklärt Nick Clay. „Das war zuletzt Bernie Madoff gelungen. Jedenfalls auf dem Papier. Bis er als Betrüger entlarvt wurde.“ Clay lächelt. Es gibt sie noch, die Briten mit Humor.

Value oder Growth – Was bringt die Renditen?

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Die konjunkturelle Eintrübung trägt aus Sicht der DWS zur Verteuerung der Growth-Aktien bei.

Wachstumsaktien hatten in den vergangenen Jahren überdurchschnittliche Kursgewinne verbucht, während Value-Titel nicht in die Gänge kamen. Je länger die Situation andauert, umso drängender stellt sich die Frage, wie es weitergeht.

Teure Growth-Titel

Die DWS verweist darauf, dass der S&P 500 in diesem Jahr bereits um gut 20
Prozent zugelegt hat, während Analysten für 2019 ein Gewinnwachstum bei den Index-Unternehmen
im Schnitt von zwei Prozent erwarten. Rund 90 Prozent des Kursanstieges würden
daher nicht aus gestiegenen Gewinnen sondern aus einer höheren Bewertung
resultieren. Vor allem Wachstumsaktien seien von der Verteuerung betroffen. „Das
Ergebnis ist eine Bewertungslücke zwischen den sogenannten Growth-Werten und
dem breiten Markt, wie sie wohl nur wenige Kapitalmarktteilnehmer zuvor gesehen
haben“, sagt Marcus Poppe, Fondsmanager des DWS Global Value bei der DWS.

Auch
Philippe Denef, CIO Quantitative Equity bei DPAM konstatiert: „Die Faktoren
„Momentum“ und „Wachstum“ waren selten teurer als aktuell. Die Bewertung des
Value-Stils hat Niveaus erreicht, die es in den vergangenen zehn Jahren selten
gegeben hat. Die breite Streuung der Bewertungen zwischen den billigsten und
den teuersten Aktien bietet einen guten Puffer für die kommenden Monate und
schafft Gelegenheiten bei Substanzwerten und Aktien höherer Volatilität.“

Langsameres Wachstum

Einen Auslöser für die Growth-Rallye sehen die DWS-Experten in einem
tendenziell langsameren Wachstum der USA nach der Finanzkrise: „In einem
solchen Umfeld ist die Dichte an kontinuierlich kräftig wachsenden Unternehmen
dann deutlich niedriger, so dass sich die Investoren zuletzt auf eine
vergleichsweise geringe Zahl von Aktien konzentrieren und damit deren Kurse
kräftig nach oben getrieben haben.“ Auch die konjunkturelle Eintrübung trägt
aus Sicht der DWS zur Verteuerung der Growth-Aktien bei. Der ISM-Index für das
verarbeitende Gewerbe in den USA ist vom Hoch bei 60,8 Punkten im August
vergangenen Jahres auf aktuell 51,7 Zähler gefallen: „Damit ist er nur noch
einen Hauch von der 50-Punkte-Marke entfernt, die Wachstum von Schrumpfung des
Sektors trennt. Mit diesem Rückgang hat der Stimmungsindikator auch das
Drehbuch für die Flucht der Anleger in die Wachstumsaktien geschrieben. Denn je
düsterer die wirtschaftlichen Aussichten werden, desto gefragter sind Papiere
von Unternehmen, die auch während konjunktureller Schwächephasen weiter zulegen,“
so die DWS.

Handelskonflikt und Geldpolitik

Ob die Growth-Rallye weitergehen wird, oder ob Substanzwerte ein Comeback
feiern, hängt nach Einschätzung der DWS von der weiteren Entwicklung des
Handelskonfliktes und der Geldpolitik der Fed ab: „Wartet die US-Notenbank mit
einer oder mehreren präventiven Leitzinssenkungen auf, könnte dies auch zu
einem Anstieg der langfristigen Zinsen führen, wenn die Marktteilnehmer mit einer
anschließenden konjunkturellen Verbesserung rechnen. Dann könnten auch
Substanzwerte und zyklische Aktien wieder stärker nachgefragt werden, was eine
Sektor-Rotation auslösen könnte. Verschlechtern sich die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen aber weiter und fallen die langfristigen Zinsen noch tiefer,
dürfte ein ausgeprägter Favoritenwechsel jedoch ausbleiben.“

Zutaten für eine Value-Renaissance

Aus Sicht von Philippe Denef braucht es für eine Value-Renaissance verschiedene
Zutaten: „Entweder eine erneute, nachhaltige Beschleunigung des weltweiten
Wachstums oder eine ausgewachsene Rezession, die eine Neubepreisung der Prämien
und eine Underperformance des Quality-Momentum-Stils verursachen würde. Es gibt
potenzielle Katalysatoren, die zum Jahresende hin für eine Rotation zugunsten
des Value-Stils sorgen könnten. Hierzu gehören die starke Divergenz der
Bewertungen, extreme Positionen zugunsten der defensiven Sektoren und
Qualitätsstilen und -faktoren, das unterschätzte Potenzial für positive
Überraschungen an den makroökonomischen und geopolitischen Fronten sowie eine
taktische Korrektur und Versteilerung der Renditekurven.“

Behavioral Value

Die DPAM setzt im DPAM Capital B Equities EMU Behavioral Value ein
quantitatives Modell um, das systematisch Bewertungsanomalien identifiziert.
Dabei werden Grundsätze der Verhaltensökonomie berücksichtigt. Der Ansatz unterscheidet
sich von Value-Strategien, die auf die absolut billigsten Werte abzielen, da durch
die Konzentration auf wenige Sektoren häufig Klumpenrisiken entstehen. Das DPAM-Modell
investiert gleichgewichtet in die günstigsten Titel, die über das
Preis-Buchwert-Verhältnis identifiziert werden, aus unterschiedlichen Sektoren.
Der Fonds konzentriert sich auf Aktien aus Euroland, Anleger konnten in den vergangenen
drei Jahren 21,7 Prozent Wertgewinn erzielen.

Nachranganleihen als Anlage-Alternative

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Zweifellos ist diese Anleiheklasse der breiten Öffentlichkeit nicht besonders bekannt. Vielen Anlegern müssen die Besonderheiten von Nachranganleihen erst einmal nähergebracht werden.

In Zeiten niedriger Zinsen fragen Anleger vermehrt nach Zins-Alternativen, die noch attraktive Renditen bieten. Nachranganleihen sind eine passende Antwort darauf.

Finanzberater haben es derzeit nicht leicht. Auf der einen Seite drücken die Lasten der strengeren Branchen-Regulierung, auf der anderen Seite die niedrigen Zinsen. In diesem Spannungsfeld müssen sie für ihre Kunden die passenden Assets finden und empfehlen. Spannend ist in Beratungsgesprächen vor allem die Frage: Wo bekomme ich als Anleger noch Wertpapiere, die mir laufende Erträge mit Renditen oberhalb der Nulllinie bieten? Wer als Berater guten Gewissens eine Antwort darauf liefern will, hat eigentlich keine Wahl mehr: Die Formel „höhere Rendite gleich höheres Risiko“ greift angesichts historisch niedriger Zinsen bereits schmerzhaft über der Zwei-Prozent-per-annum-Marke. Wenn selbst bulgarische Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit unter fünf Jahren Negativrenditen bieten, bleibt nur noch der Ausflug ins Exotische.

Dazu zählen für viele Anleger auch Nachranganleihen. Zweifellos ist diese Anleiheklasse der breiten Öffentlichkeit nicht besonders bekannt. Vielen Anlegern müssen die Besonderheiten von Nachranganleihen erst einmal nähergebracht werden. Doch das kann sich lohnen, wie Ralph Gasser von GAM Investments Mitte Juli auf der Investment-Konferenz der FondsConsult am Tegernsee beweist.

Eine Besonderheit, die Nachranganleihen von klassischen Anleihen unterscheidet, stellt Gasser dabei besonders heraus: Die auch „ewige Anleihen“ genannten Papiere gelten als Eigenkapital, denn sie können von den Unternehmen, die sie emittiert haben, in Aktien zwangsgewandelt werden. Diese Option macht es interessant für Unternehmen, Nachranganleihen auszugeben. Im Gegenzug müssen die Unternehmen einen höheren Kupon bieten als klassische Anleihen. Das wiederum macht die Papiere interessant für Anleger. Die Ausfallwahrscheinlichkeit sei jedoch dieselbe, erklärt Ralph Gasser. „Als Anleger hat man also das identische Kredit- und Zinsänderungsrisiko, man bekommt zum Teil aber die siebenfache Rendite“, erklärt Gasser, der das auch mit einem aktuellen Beispiel für eine Nachranganleihen von der HSBC dokumentiert.

Es sei zudem eine günstige Anlageklasse, erklärt Ralph Gasser. Europa sei noch einmal günstiger als USA. Denn in den USA seien die Kernkapitalquoten im Vergleich zu Europa niedrig, erklärt der Anleiheexperte. Gasser sagt, dass der Fonds GAM Star Credit Opportunities mit seinem besonderen Rendite-Risikoprofil geeignet ist, ein ausgewogenes Anleger-Portfolio gut zu ergänzen. Das Fondsmanagement kauft im Primärmarkt und handelt während der Laufzeiten der Anleihen so wenig wie möglich. Dabei ist der Fonds zu 80 Prozent in Nachranganleihen von Finanzinstituten investiert.

Was Berater und Anleger wissen sollten: Die auch Coco Bonds genannten Anleihen sind ein Nischenmarkt. Doch es ist genügend Liquidität im Markt. Die Papiere werden ausreichend gehandelt, sodass auch in stressigeren Phasen ein Verkauf möglich ist. Kurstreiber für Nachranganleihen seien vor allem die Banken, die immer noch mit der Restrukturierung ihrer Bilanzen beschäftigt sind, erklärt Gasser. Für Industrieschuldner dagegen sei der Abbau der Fremdverschuldungsquoten zwar immer noch ein Thema. Doch das hohe Leveraging sei Vergangenheit.

Überhaupt sei das Thema Risikomanagement immer präsent, sagt Gasser. Der Fonds, den er vorstellt, der GAM Star Credit Opportunities, investiert zu 80 Prozent in Nachranganleihen von Emittenten mit Investmentgrade. Vorteil: Bei solchen Papieren könne man die Kapital-Arbitrage sehr effizient ausspielen. Die Verfallrenditen betragen im Fonds durchschnittlich 4,2 Prozent. Zum Vergleich: Klassische fünfjährige Anleihen von Finanzinstituten bieten im Durchschnitt nur 0,4 Prozent an Rendite. Die Papiere im Fonds bieten also die zehnfache Rendite. Es ist eines der wirklich guten Argumente dafür, dass Nachranganleihen einen gebührenden Platz im Portfolio verdient haben.

Tech-Aktien droht Gefahr

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Investoren müssen sich bewusst machen, dass neue Technologien eine Zeit brauchen, bis sie sich am Markt durchsetzen.

Uber, Pinterest, Slack: 2019 ist das Jahr der spektakulären Tech-Premieren auf dem Börsenparkett. Die Unternehmen versehen sich als Disruptoren, wollen mit ihren Geschäftsmodellen Märkte grundlegend verändern. Viele Anleger hoffen nun auf rasante Kursgewinne. Wie Berater lukrative Tech-Hypes erkennen. Und wo Gefahr droht.

Auf den Moment hatten Anleger lange
gewartet: Am 10. Mai feierte der US-Fahrdienstvermittler Uber sein Debüt an der
Wall Street. Es war der größte Börsengang eines Tech-Unternehmens seit der
Premiere des chinesischen Onlinehändlers Alibaba im Jahr 2014. Doch Hoffnungen vieler
Anleger auf einen ähnlich rasanten Start wurden enttäuscht: Die Uber-Aktien
starteten an der US-Technologiebörse Nasdaq mit 42 US-Dollar. Das waren sogar sechs
Prozent weniger als der Ausgabepreis von 45 US-Dollar.

Tech-Unternehmen werben mit dem
Versprechen, Wirtschaft und Gesellschaft auf Jahrzehnte zu prägen. So ist es
nicht verwunderlich, dass es Investoren bei der Aussicht auf eine mögliche Wachstumsexplosion
in den Fingern juckt. Lars Skovgaard Anderson, Investmentstratege bei Danske
Invest, warnt allerdings vor vorschneller Euphorie. Vom Tech-Boom zu
profitieren ist nämlich nicht so leicht, wie es Optimisten oft erwarten: „Neue
Technologien sind meist von einem enormen Hype umgeben“, sagt der Anlageprofi.
Den richtigen Zeitpunkt für den Einstieg zu erwischen, sei eine Kunst, die man erst
einmal erlernen müsse.

Investoren müssen sich bewusst
machen, dass neue Technologien eine Zeit brauchen, bis sie sich am Markt
durchsetzen. Dabei gilt auch: Die ersten Anbieter müssen nicht zwangsläufig die
Besten sein. „Häufig ist zu sehen, dass die Unternehmen, die ursprünglich an
der Entstehung eines Hypes beteiligt waren, zum Schluss gar nicht die
langfristigen Branchengewinner sind“, sagt Anderson. Haben sich Anleger dann
schon einmal die Finger verbrannt, fällt es ihnen schwer, noch einmal neu
einzusteigen, wenn die Technologie Marktreife erreicht hat.

Nach dem Hype folgt Ernüchterung

Auch bei Fahrdienstvermittlern, zu
denen neben Uber auch der US-Konkurrent Lyft zählt, besteht Marktbeobachtern
zufolge die Gefahr, zu früh auf die Technologie zu setzen. „Trotz ihrer
zunehmenden Bedeutung wird vermutlich keines der beiden Unternehmen auf
absehbare Zeit Gewinne erzielen“, sagt Mark Hawtin, Experte für Tech-Aktien bei
GAM Investments. Noch sei völlig unklar, wie sich der Transportsektor
entwickelt und ob auf Dauer wirklich ein Markt für solche Vermittlungsdienstleistungen
besteht. „Ein Aspekt, der vorsichtig stimmen sollte, ist die Tatsache, dass die
Bewertungen dieser und anderer Unternehmen im Technologiesektor oft übermäßig
hoch sind“, sagt Hawtin. An den Kapitalmärkten folgt nach dem Hype oft
Ernüchterung: „Die Börsengänge dürften Anleger daran erinnert haben, dass alle
Vermögenswerte einer Überprüfung ihres inneren Werts standhalten müssen.“

Selbst wenn die Gewinner feststehen,
sind Tech-Investoren vor Rückschlägen nicht gefeit. Auch das lehrt der Blick in
die USA. Jahrelang galt für die Regierung in Washington der Konsens: Lasst die
Tech-Unternehmen in Frieden wachsen. Angesichts der Omnipräsenz der
IT-Giganten gerät diese Laissez-Faire-Haltung langsam ins Wanken. Im Juni wurde
bekannt, dass die US-Branchenaufsicht FTC gegen Amazon und Facebook ermittelt,
weil die Unternehmen gegen das Kartellrecht verstoßen haben sollen. Auch
Google-Mutter Alphabet und Apple stehen im Fadenkreuz der Ermittler, weil sie
ihre Marktmacht missbrauchen sollen. Investoren reagierten nervös auf die Untersuchungen:
Die Aktien von Facebook und Alphabet verloren am Tag der Verkündigung jeweils
rund sieben Prozent, Amazon gab um 5,2 Prozent nach und Apple rund zwei
Prozent.