Die unverstandene Anlageklasse

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Der DAX feiert in diesem Monat seinen dreißigsten Geburtstag.
Wer über die letzten 20 Jahre in Aktien angelegt hat – das zeigt eine Auswertung des Deutschen
Instituts für Aktien, DAI – hat im Durchschnitt pro Jahr eine Rendite von über
neun Prozent eingefahren. Im schlechtesten Fall habe die Rendite p.a. bei 4,7%
gelegen, im besten bei 16,1%. Je länger der Anlagehorizont ausfalle, desto
geringer fiel die Gefahr aus mit Aktien einen Verlust einzufahren.

Dennoch hält nach wie vor eine große Mehrheit der Deutschen
Aktien für ein unsicheres Investment. Das ergab eine Online-Befragung des
Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Die relative Mehrheit der
Bundesbürger hält Aktien ungeeignet für die Altersvorsorge, da sie zu schwankungsanfällig
seien und damit zu wenig Wertstabilität böten, um im hohen Alter ein Auskommen
bieten zu können. Vor allem unter Frauen hält sich die Meinung, Aktien bzw.
Aktienfonds eigneten sich nicht für die Altersvorsorge .

Insgesamt 43% der Befragten gab an, sie halte Anlagen in
Aktien und Aktienfonds für zu unsicher, um sich damit gegen Altersrisiken
abzusichern. Nur 29% stimmten dieser Aussage nicht zu, einem Urteil enthielten
sich 36%. Besonders weit verbreitet ist diese Auffassung unter Frauen. Lediglich
14% meinen, Aktien und Aktienfonds seien sicher, 47% halten dagegen keine
großen Stücke auf die beiden Anlageformen.

Das Misstrauen wächst
mit dem Alter…

Bei der Bewertung zeigt sich ein starkes Altersgefälle. Mit
zunehmendem Alter steigt auch die Einschätzung, die beiden Kapitalanlagen seien
unsicher. So gaben in der Altersgruppe der 18- bis 24-jährigen nur gut ein
Viertel an, sie trauten Aktien und Aktienfonds nicht. Ab einem Alter von 65
Jahren meinten dies dagegen fast doppelt so viele (53%).

Eine bemerkenswerte Korrelation ergibt sich auch beim verfügbaren
Haushaltseinkommen. So fanden sich jeweils unter den Einkommensstärksten wie
unter den Einkommensschwächsten die geringsten Zustimmungswerte zur Aussage
Aktien und Aktienfonds seien unsicher. Am stärksten war das Misstrauen in der
Gruppe, die über ein haushaltsnettoeinkommen von 1000-2000 Euro verfügte (50%).
Bis zu einem Einkommen von 4000 Euro nahm das Misstrauen marginal ab (47%).

Als Hauptursache für die mangelnde Eignung nannten 43% der Umfrageteilnehmer
die Kursschwankungen am Aktienmarkt. Auch hier konstatierten die Forscher des
Altersvorsorgeinstituts mit dem Alter zunehmende Bedenken gegenüber
Aktienkursen. Während in der Gruppe bis 44 Jahren etwa ein Drittel eine zu
starke Volatilität fürchtet, ist es bei den über 55-jährigen jeweils die
Mehrheit.

…und sinkt mit dem
verfügbaren Einkommen

Auch in dieser Frage macht sich der Einkommenshintergrund
bemerkbar. Je höher das verfügbare Nettoeinkommen, desto größer wird die
Ablehnung dieser Annahme.

Dass Aktien wirksam gegen Inflation schützen, ist weniger
als einem Fünftel der Anleger bekannt (18%). Immerhin 38% der Anleger meinen,
eine Altersvorsorge über Aktien und Aktienfonds sei nicht inflationsgeschützt.
Gut 44% konnten sich kein Urteil bilden.

Klaus Morgenstern vom DAI sieht noch viel zu tun. Symptomatisch
für die gesamte Untersuchung sei ein hoher Anteil von Unkenntnis und
Unsicherheit. Sie habe bei jeder Frage zwischen 39 und 52 Prozent gelegen. „Es
besteht nach wie vor großer Aufklärungsbedarf“, so Morgenstern; „Altersvorsorge
mit Aktien – das ist für viele noch ein Buch mit sieben Siegeln“.


Anleihefonds: Schwere zwölf Monate

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Wer vor zwölf Monaten in Aktien- oder Immobilienfonds
investiert hat, darf sich über eine Rendite weit über der Inflationsrate freuen.
Aktienfonds brachten Anlegern gut sieben Prozent ein. Immobilienfonds immerhin
über drei Prozent. Mischfonds liegen zwar noch im positiven Bereich, doch mit
gut einem Prozent fällt die Wertsteigerung eher mager aus.

Düsterer sieht es dagegen bei Anleihefonds aus. Sie fallen
gegenüber den übrigen Fondsklassen deutlich ab. Allein Wandelanleihen stechen positiv
heraus. Besonders beliebt waren in den letzten zwölf Monaten gemischte Anleihen.
Im Unterschied dazu verzeichnen Unternehmensanleihen starke Abflüsse. Auf
Länderebene dominieren die USA den Anleihemarkt. Trotzdem zogen Anleger in
großem Stil Kapital aus nordamerikanischen Fonds ab. Wiederentdeckung feierten
dagegen die Emerging Markets. Hier wuchs das Volumen von Anleihefonds kräftig. Das
zeigt eine globale Gesamtmarkt-Auswertung des Datenspezialisten Mountain View
aus Österreich.

Großes Minus

In ihrem Anleihen-Report geben die Österreicher einen
detaillierten Überblick des aktuellen Gesamtmarktes von Anleihefonds. Für Anleihe-Investoren
brachten die letzten zwölf Monate kaum Grund zur Freude. Unternehmensanleihen, Staatsanleihen
sowie Insurance Linked Securities fielen zum Teil deutlich ins Minus (Abb. 1).

Lichtblick: Wandelanleihen

Anleihefonds-Uebersicht
Anleihefonds-Uebersicht

Quelle: Mountain View

Allein Wandelanleihen erzielten ein Plus von 1,5%. Eine
ähnliche Statistik weist der Länderüberblick aus. Von den erfassten Regionen und
Ländern weist allein Japan eine positive Wertentwicklung von plus 0,57% auf. Alle
anderen Länder und Regionen performen im Minus (Abb.2). Besonders drastisch fällt
der Sinkflug bei Anleihen Emerging Markets (-3,8%) sowie der Kategorie Anleihen
Lateinamerika (-5,5%) aus. 

Lichtblick: Japan

Länderüberblick 12 Monate
Länderüberblick 12 Monate

Quelle: Mountain View

Das größte länderspezifische Fondsvolumen vereinen zu Ende
Juni Anleihefonds USA auf sich. Hier haben Anleger rund 400 Mrd. Euro
allokiert. Auf den Plätzen dahinter folgen Deutschland und Großbritannien mit
um die 90 Mrd. Euro (Abb. 3). 

Fondsvolumen: USA vorne

Fondsvolumen nach Ländern
Fondsvolumen nach Ländern

Quelle: Mountain View

Unter den Anleihefondskategorien behalten Staatsanleihen mit
rund 480 Mrd. Euro die Nase vorn. Unternehmensanleihen sind die zweitstärkste
Anleihekategorie mit ca. 40 Mrd. Euro weniger. Bankanleihen liegen mit etwa 230
Mrd. Euro auf Platz drei (Abb. 4).

Die Klassiker sammeln das meiste Kapital ein

Fondsvolumen Fonds-Kategorien
Fondsvolumen Fonds-Kategorien

Quelle: Mountain View

Trotz der schwachen Jahresleistung verzeichneten
Anleihefonds Emerging Markets die größten Zuflüsse in den letzten zwölf Monaten
– knapp 30 Mrd. Euro.

Gemischtes Bild im Kategorienvergleich

Über verschiedene Zeiträume hinweg präsentiert sich ein sehr
uneinheitliches Performance-Bild der Anleihefonds-Kategorien. So stehen auf
kurze Frist (6-12 Monate) Wandelanleihefonds ebenso weit oben (Asien, Global),
wie unten (Europa). Mittelfristig (3-5 Jahre) liegen Unternehmensanleihefonds
vorne (Europa, Global, Nordamerika). Staatsanleihen rangieren über beide
Betrachtungszeiträume eher auf den hinteren Plätzen (Abb. 5).

Performance ranking
Performance ranking

Quelle: Mountain View

Immobilienfonds: Welche Optionen bleiben

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AssetManager: Mit welcher Strategie operieren Sie derzeit mit dem „Leading Cities Invest“ an den Immobilienmärkten?

Hartwig: Wir setzen im Grunde genommen mit unserer Strategie auf einen Trend, der jedem bewusst ist und den jeder kennt – und der unaufhaltsam ist: der Zuzug in die Städte, die Urbanisierung. Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Ausgehen – alles i.d. Nähe, alles i.d. Nachbarschaft – Diese Zusammenführung der elementarsten Lebensbereiche nennt man Urbanisierung

AssetManagerWie manifestiert sich dieser Trend zur Zeit?

Hartwig: Die gängigen Prognosen sagen aus, dass in den deutschen A-Städten – Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und Köln –  bis 2030  mit einem Zuzug von 1,2 bis 1,4 Millionen Menschen zu rechnen ist. Diese Städte müssen sich danach ausrichten. Was uns als Immobilieninvestoren interessiert ist: Welchen Einfluss hat eine solche Entwicklung auf Preise und auf das Investmentvolumen. München ist zum Beispiel eine Region, in die die Menschen hineinziehen. Aber wenn wir den Zukunftsforschern glauben, dann findet dafür woanders ein Wegzug statt wie in Sachsen Anhalt. Dort holen sich quasi die Wölfe ihr Land zurück.

AssetManager:Was macht das mit den Preisen?

Hartwig: Stuttgart zum Beispiel hat eine höhere Geburten- als Sterberate, wächst also quasi automatisch aus sich heraus. Dazu kommen in den Großstädten die zahlreichen Universitäten. Ähnliches sehen wir auch in Frankfurt. Solche Städte sind überaus attraktiv – auch für ausländische Investoren, die dort unternehmerisch tätig sind und dann dort bleiben. Die verdienen gutes Geld und investieren es auch wieder in diesen Städten.

AssetManager: Was treibt die Immobilienpreise noch, außer den vielen Menschen, die in der Stadt wohnen wollen?

Hartwig: Das Angebot ist knapp und die Nachfrage ist hoch. Wir reden hier über sehr viel Geld, das investiert werden will, vor allem aus Asien. Im vergangenen Jahr wurden weltweit 700 Mrd USD  in Immobilien investiert. Circa 50 Prozent davon stammen aus Asien. Und die  Asiaten wollen den Wert ihrer Investments natürlich erhalten, die investieren nur in Märkte, von denen sie auch eine Wertsteigerung erwarten. Das sind kluge Menschen, die kaufen quasi nach Katalog. Die wissen genau, welche Lage und welches Objekt sie haben wollen.

AssetManager: Welche Immobilienstandorte sind denn in Europa derzeit gefragt?

Hartwig: Als Standorte sind vor allem UK, Deutschland und Frankreich gefragt, da wird das Geld förmlich hineingepresst. Laut Research von JLL wurden im vergangenen Jahr dort rund rund 70 Mrd. EUR investiert. London ist und bleibt aber der interessanteste Standort dort für ausländische Investoren. Der Anteil der Asiaten hat sich gegenüber dem Vorjahr um 96 Prozent gesteigert. Es ist unvorstellbar, was das mit dem Markt macht.
Auch in Deutschland stammt die Hälfte des 2017 in Immobilien investierten Kapitals aus Asien.

AssetManager: Warum ausgerechnet Deutschland?

Hartwig: Die Umstände hierzulande sind eben günstig: Die Arbeitslosigkeit liegt bei 3,5 Prozent, die niedrigste Rate seit 25 Jahren. Seit 2013 wachsen die Einkommen kontinuierlich an, die Kreditvergabe durch die Banken ist flüssig, die Währung stabil. Das sind natürlich beste Bedingungen und deshalb rasen ausländische Investoren auf die Märkte der A-Städte.

AssetManager: Wohin fließt das meiste Geld?

Hartwig: Mit 42 Prozent haben Büroobjekte nach wie vor den größten Anteil an den Investitionen – davon entfällt rund die Hälfte auf die sieben A-Städte. Der Bürosektor kann ja die Nachfrage momentan kaum bedienen und wir haben eine hohe Auslastung bei den Bauunternehmen. Die Auftragsbücher sind voll und zwar auf die nächsten Jahre.

AssetManager: Mit welchen Renditen rechnen Sie auf den Märkten?

Hartwig:In Hamburg haben wir vor kurzem bei einem Objekt mitgeboten; dort lag das erste Angebot beim 26fachen der Jahresmiete. Verkauft wurde dann schließlich zum 31fachen. Das ist wiederum ein Preis, unterhalb dem in München gar nichts mehr geht. Weder alt noch ganz alt. Auf solchen Märkten konkurrieren wir dann mit Family Offices, die sagen: „Wir wissen zwar noch nicht, für welche Generation sich das Objekt rentiert – aber wir wissen, dass es sich irgendwann rentiert.“

AssetManager: Welche Immobilien sind außer Büros denn noch interessant?

Hartwig: Beim innerstädtischen Einzelhandel beobachten wir gerade eine spannende Entwicklung. Wussten Sie, dass die Rücksendequote des Distanzhandels in Deutschland bei 50 Prozent liegt? Das bedeutet für die Händler Kosten von fast 15 Euro pro Retoure. Also eröffnen Unternehmen Filialen in den Innenstädten, um dort nicht nur Waren zu verkaufen sondern auch zurückzunehmen und umzutauschen. Das hat Zalando jüngst in Leipzig gemacht. Denn mit dem im Internet verdienten Geld können die Distanzhändler in den Innenstädten jede Lage bezahlen.

Die Kaufinger Straße in München ist nach der Oxford Street die zweiterfolgreichste Shopping-Meile Europas. Ein Store mit 100 Quadratmeter Fläche zahlt dort rund 4.000 Euro Miete im Monat. Wenn Sie dort ein Objekt kaufen wollen, liegt der Mindestfaktor bei 36. Und in der Münchner Weinstraße wurde im vergangenen Jahr sogar ein Objekt zur 60fachen Jahresmiete verkauft.

AssetManager: Lassen sich da für einen Fonds überhaupt noch Renditen erwirtschaften?

Hartwig: Wenn wir dem Anleger eine Rendite über drei Prozent weitergeben wollen, müssen wir zu über vier Prozent kaufen. Die Renditen in Berlin liegen jetzt aber erstmalig unter drei Prozent.

AssetManager: Was bleibt dann noch übrig?

Hartwig: Interessant sind zur Zeit die Logistik-Flächen. Diese haben mit 5,7 Milliarden Euro zwar nur einen geringen Anteil an den Investments gehabt, – allerdings hat sich das Volumen um achtzig Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Die Rendite von Logistik-Immobilien liegt zur Zeit bei fünf bis sieben Prozent.

Der chinesische Staatsfonds CIC hat im vergangenen Jahr den größten Immobiliendeal mit einem Logistik Portfolio im Wert von rund 2 Mrd. EUR getätigt. Wir reden hier von Einstiegsrenditen von knapp fünf Prozent – für Hallen! Das ist ein völlig irrer spannender Markt.

Eine weitere interessante Immobilien-Kategorie sind Hotels. Das Estrel in Berlin ist mit 1.125 Zimmern das größte Hotel und gleichzeitig das wirtschaftlich erfolgreichste Hotel in Deutschland: Der Eigentümer ist schon ab 37 Prozent Auslastung im Plus.  Die durchschnittliche Auslastung liegt aber bei 67 Prozent pro Jahr. Der Hotel-Markt entwickelt sich prächtig: ”Der Tourismus ist die größte globale Massenbewegung dieses Jahrtausends.“ Dieses Zitat stammt von Sebastien Bazin, dem CEO von Accor. Er spricht von den circa 1,3 Milliarden Übernachtungen weltweit – und dabei sind Geschäftsreisen nicht mitgezählt.

AssetManager: Also gibt es durchaus noch spannende Immobilien. Wie gehen Sie dann bei der Auswahl vor?

Hartwig: Was haben Wein Immobilien gemeinsam? Die Lage ist entscheidend. Was Sie am Hang nicht kriegen, das können Sie im Fass nicht mehr herausholen. Das ist bei Immobilien das gleiche. Entweder Sie haben eine gute Lage – oder Sie haben sie nicht. Für uns zählt ebenso wie für den Winzer hauptsächlich die Lage.
In den deutschen A-Städten wollen wir rund 70 Prozent des Fondsvolumens in bekannten Metropolen wie Paris, Frankfurt, München oder Hamburg investieren, 20 Prozent sollen in national relevante Städte wie Köln oder Toulouse fließen. Und Amsterdam ist aus unserer Sicht ein Zukunfts-Markt, auf dem wir dabei sein wollen.
Und genau wie ein Weinkenner die Parker-Punkte heranzieht, gehen wir bei der Auswahl von Immobilien nach unserem C-Score-Model vor und bewerten nach Struktur, Standort und der lokalen Marktsituation. Damit gelangen wir zu einer für den Anleger nachvollziehbaren transparenten Standortbewertung.

AssetManager: Sie unterscheiden dabei zwischen Core- und Core-Plus-Immobilien …

Hartwig: Bei Core-Immobilien sprechen wir von Top-Lagen mit langfristigem Mietvertrag und bester Bonität – das ist selten und was selten ist, ist teuer. Bei Core-Plus-Immobilien reden wir immer noch von guter Lage, aber vielleicht nicht vollständig vermietet oder mit kürzerer Vertragslaufzeit. Hier können wir den Mehrwert durch eine Nachvermietung selbst holen. Offene Immobilienfonds können momentan aber auch kaum etwas anderes tätigen, da die Märkte quasi ausverkauft sind.

Wochenausblick: Politik hat den DAX im Würgegriff

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Am Ende der letzten Handelswoche stand erneut ein dickes
Minus von 3,4% für den deutschen Blue Chips Index. Mit 12.306 Punkten
verabschiedete sich der DAX ins Wochenende, das es in sich hatte. Horst
Seehofer trat aufgrund der Auseinandersetzung mit Kanzlerin Merkel zunächst als
Bundesinnenminister und CSU-Parteivorsitzender zurück. Nur um kurze Zeit später
vom Rücktritt zurück zu treten. Sollte sich der Konflikt nicht harmonisch lösen
lassen, droht ein Scheitern der Regierungskoalition.

Damit nicht genug, eskaliert auch der Handelskonflikt
zwischen EU und den USA weiter. US-Präsident Trump wiederholte am Sonntag seine
Vorwürfe, die Europäische Union wachse auf Kosten der US-Wirtschaft. Zum
Handelsstart reagierten Anleger geschockt. Der DAX geht mit einem Minus von
1,3% in die neue Woche.

Anhaltende Korrektur

Die Hessische Landesbank warnt vor weiteren Rücksetzern. Die
sich zuspitzenden Handelskonflikte der USA sowie die sich immer deutlicher
abschwächende Inlands-Konjunktur drückten auf das Gemüt der Anleger. „Die
Korrektur bei Aktien dürfte sich demnach noch bis in den Herbst hinein
fortsetzen“, meint Dr. Stefan Mütze Aktienspezialist bei der Helaba. Er sehe
den DAX am Ende des dritten Quartals bei 11.500 Punkten.

Dieser Meinung sind auch die Finanzmarktspezialisten der Commerzbank.
Die vielfältigen politischen Unsicherheiten hielten die Anleger in Atem, heißt
es im aktuellen Marktausblick. Wegen der fundamental weiterhin guten Lage
nutzten derzeit noch einige Anleger die Marktsituation für Gelegenheitskäufe.
An dieser Gemengelage werde sich auch in der dieser Woche kaum etwas ändern.
Der Trend sei allerdings eindeutig.

Andreas Büchler, Geschäftsführer des Analysehauses Qarat, erwartet ebenfalls weitere Kursrücksetzer. Die Marktentwicklung der letzten Woche habe den Abwärtstrend bestätigt, so Büchler auf „börse-online“. Das neue Ziel liege bei
11.500 bis 11.700 Punkten. Eine Bodenbildung vorher sei aus charttechnischer
Sicht eher unwahrscheinlich.  

Kaum Unterstützungssignale

Belastend könnte sich auch die Entwicklung der Ölpreise
auswirken, die auf neue Drei-Jahres-Hochs geklettert sind. Binnen einen Jahres
ist der Preis für ein Barrel der Marke West Texas Intermediate (WTI) um 57,5% gestiegen,
ein Barrel Brent verteuerte sich um 59,9%. Auch hier zeigen sich die
Auswirkungen der politischen Weltlage. Zwei der größten Öl-Produzenten,
Venezuela und Iran, stehen im Clinch mit den USA. Entsprechend weniger Öl kommt
auf den Markt. US-Präsident Donald Trump bat darum jüngst den saudischen König
Salman, die Ölförderung des Landes anzuheben.

Auch in Asien korrigierten die Börsen unter dem Eindruck der
US-Strafzölle. Der Nikkei verlor auf Wochensicht 2,2%, der Hang Seng verlor
2,7%. Das chinesische Äquivalent zum DAX, der CSI 300 sank mit 3.613 Punkten auf
den tiefsten Stand seit Sommer letzten Jahres, für den Shanghai Composite ging
es erstmals seit Sommer 2016 wieder unter die 3000-Punkte-Marke zurück.


Umdenken bei Immobilien

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Seit 2013 ist weltweit so viel Geld in Immobilien geflossen wie nie zuvor in einem Fünf-Jahres-Zeitraum. Dies hat die Anfangsrenditen auf ein vorher unbekanntes Niveau gedrückt. Getrieben durch technologische und gesellschaftliche Veränderungen wandeln sich zudem die Bedürfnisse von Immobiliennutzern, wodurch Risiken in der Immobilienwelt neu bewertet werden müssen. Die Konsequenz aus sinkenden Renditen und sich verschiebenden Risiken: Altbekannte Rendite-Risiko-Profile werden in Frage gestellt. Dies zählt zu den zentralen Erkenntnissen der Publikation „Impacts: The Future of Global Real Estate“ des international tätigen Immobiliendienstleistungs-Unternehmens Savills.

Viel Kapital auf dem Markt, wenig Produkt im Angebot und niedrige Rendite bei traditionellen Core-Assets bestimmen die aktuelle Situation. „Ein Plan B ist gefragt und schon heute suchen Investoren nach Alternativen zu den überfüllten Core-Märkten der traditionellen Immobiliensegmente Büro und Einzelhandel“, sagt Marcus Lemli, CEO Germany und Head of Investment Europe bei Savills, und ergänzt: „Neben Wohnimmobilien haben sie bekannte Nischen wie Logistikimmobilien, Pflegeheime und Hotels, aber auch neue Segmente wie Studentenwohnanlagen oder Rechenzentren im Blick.“

Es ist jedoch nach Ansicht von Savills nicht nur die Suche nach höheren Renditen, die die Investoren in die alternativen Asset-Klassen treibt. Vielmehr nehmen sie vor dem Hintergrund von Langfristtrends wie der Digitalisierung oder dem demographischen Wandel auch eine Neubewertung von Chancen und Risiken vor und beziehen diese in ihre Investitionsentscheidungen ein. Mixed-Use-Konzepte bekommen dadurch zum Beispiel einen viel höheren Stellenwert als in Industriegesellschaften, die stark durch Arbeitsteilung und Funktionstrennung geprägt waren.

Zeiten ändern sich, Core ändert sich

Doch nicht nur die Chancen und Risiken an den Immobilienmärkten ändern sich, es verschieben sich auch die Präferenzen der Investoren. Mit Blick auf historisch niedrige Anfangsrenditen verlieren kurz- bis mittelfristige Wertsteigerungen bei der Bewertung von Immobilien zugunsten von langfristig stabilen Einkommensströmen an Bedeutung. Zudem steigt mit einer alternden Bevölkerung in vielen Ländern der Druck auf Pensionsfonds, Versicherer und andere Institutionen, ihre Rentenzahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Der Wunsch nach steten laufenden Erträgen dürfte so schnell nicht wieder abebben und auch das ändert die Bewertung von Immobilienrisiken. „Core ist nicht, was etabliert ist. Core ist, was langfristig stabile Einnahmen verspricht“, fasst Lemli zusammen. „In Zeiten des Online-Shoppings erfüllen dieses Kriterium immer mehr Logistikimmobilien und längst nicht mehr jede Einzelhandelsimmobilie“, so der Savills-Experte.

In anderen Worten: Was in der Vergangenheit als Core-Immobilie galt, ist es in Zukunft vielleicht nicht mehr. „In einer Welt, in der die digitale Disruption selbst alteingesessene Unternehmen ins Wanken bringen kann, bestimmt nicht mehr die Länge des Mietvertrages den Wert einer Immobilie, sondern die Antwort auf die Frage, ob diese Immobilie auch in Zukunft die Bedürfnisse jener Menschen erfüllt, für die sie gebaut ist. Das zu verstehen und ihre Investmentstrategien auf diese neue Welt anzupassen, ist eine der zentralen Herausforderungen für Investoren, wenn sie auch künftig erfolgreich an den Immobilienmärkten agieren wollen“, fasst Matthias Pink, Director / Head of Research Germany bei Savills, zusammen.

Aktives Management konnte 2017 zulegen

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Immerhin 44 Prozent der aktiven Renten- und Aktienmanager gelang es im Durchschnitt, besser als die jeweiligen Märkte abzuschneiden. Damit war 2017 ein vergleichsweise gutes Jahr für aktiv gemanagte Fonds. Im Jahr 2016 gelang nämlich gerade einmal 28 Prozent der aktiven Fondsverwalter eine Outperformance. Auch mit Blick auf die Konstanz ist bei der Arbeit von aktiven Fondsmanagern noch Luft nach oben: In einer 10-Jahres-Betrachtung waren gerade einmal 15,2 Prozent in der Lage, eine Outperformance auch im zweiten Jahr zu erzielen. Eine Wiederholung des Erfolgs im dritten Jahr schafften nur 7,2 Prozent. Dies sind Ergebnisse der diesjährigen Aktiv/Passiv-Studie von Lyxor ETF. Einmal im Jahr untersucht der französische Vermögensverwalter die Performance aktiver Fonds im Vergleich zu ihren Benchmarks. In diesem Jahr wurde das zu beobachtende Universum noch erweitert. Es umfasst mittlerweile 23 Aktien- und Rentenmärkte mit knapp 6.000 Fonds.

Am häufigsten konnten im vergangenen Jahr die Manager von Aktienfonds ihre Benchmarks schlagen. 47 Prozent von ihnen waren hier erfolgreich. Überdurchschnittlich oft gelang die Outperformance gegenüber den Vergleichsindizes den Aktienmanagern von italienischen Aktien (81 Prozent), von europäischen Small Caps (71 Prozent) und bei Large Caps aus dem Euroraum (55 Prozent). Unterdurchschnittlich hingegen verlief die Erfolgsbilanz vor allem für die Manager chinesischer Large Caps (24 Prozent), britischer Aktien (30 Prozent) und amerikanischer Large Caps (32 Prozent) berichtet Lyxor ETF.

39 Prozent der aktiven Rentenmanager schlugen Benchmark

Insgesamt 39 Prozent der aktiven Rentenfondsmanager übertrafen 2017 ihre Benchmarks. Damit sind sie zwar weniger erfolgreich als ihre Kollegen von der Aktienseite. Allerdings holten sie gegenüber den Ergebnissen der Vorjahre deutlich auf. War die Outperformance 2015 gerade einmal 27 Prozent der aktiven Rentenmanager geglückt, so gelang die 2016 schon 31 Prozent. Im vergangenen Jahr konnten die Anzahl der Outperformer noch einmal um acht Prozentpunkte zulegen. Im Bereich der globalen Renten schlugen 67 Prozent ihre Benchmark. Bei US Hochzinsanleihen gelang dies 56 Prozent und bei Unternehmensanleihen mit Investment-Grade über 50 Prozent. Manager für Euro-Staatsanleihen, Euro High Yield und Euro-Anleihen mit Inflationsschutz konnten ihre jeweilige Benchmark nur sehr schwer schlagen – lediglich 20, 16 beziehungsweise sechs Prozent waren im vergangenen Jahr ihr Geld wert, moniert Lyxor ETF. Selbst bei Unternehmensanleihen aus Schwellenländern – einem Universum, das lange Zeit als reich an Alpha-Potenzial galt – war es schwer, besser abzuschneiden als der Markt. Dies gelang in 2017 nur 41 Prozent der aktiven Manager.

Ungeachtet der dynamischen Mittelzuflüsse der vergangenen Jahre in die ETF-Märkte dominieren laut Lyxor-Angaben aktiv gemanagte Fonds weiterhin die Anlagemärkte. In Europa etwa betrug der Anteil passiver Produkte am Gesamtvermögen aller Aktienfonds zum Ende des vergangenen Jahres 26 Prozent. Im Bereich der Rentenfonds lag die Quote nur bei zwölf Prozent. „In den USA etwa weisen die Anteile passiver Produkte doppelt so hohe Werte auf“, sagte Heike Fürpaß-Peter, Leiterin des Lyxor ETF-Geschäfts für die DACH-Region. „Dies verdeutlicht das große Marktpotential für passive Investmentprodukte hierzulande.“

P.I./Patrick Eisele

Geld: Change is in the Air

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Zwanzig Prozent der Deutschen würde Kleinbeträge von Smartphone
zu Smartphone übertragen. Und jeder Dritte glaubt, dass Peer-to-Peer-Systeme in
einigen Fällen Bargeld ersetzen können. Anbieter können die wenigsten nennen.
Der häufigste Grund für die Ablehnung neuer Zahlungsmethoden ist die Sorge um
die Sicherheit der Transaktionen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle
Befragung des Meinungsforschungsinstituts Bitkom.

Kleinstbeträge mit dem Smartphone zu übertragen – an diese Idee
kann sich die große Mehrheit der Bundesdeutschen bisher nicht gewöhnen. Mehr
als die Hälfte der Befragten (51%) gaben an, die bezahlung mit dem Smartphone
lehnten sie kategorisch ab. Zu dieser Gruppe kommen noch einmal 25%, die es
sich „eher nicht“ vorstellen können. Dennoch steigt die Zahl derjenigen, die
diese Zahlungslösung präferieren im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozentpunkte
auf jetzt 20% an. „Wir erleben gerade, wie sich unsere Finanz- und
Bankenlandschaft und damit auch das Bezahlverhalten der Bürger grundlegend
verändern“, kommentiert Bitkom-Präsident Achim Berg die Entwicklung. „Auch wenn
uns in Deutschland das Bargeld sicher noch etliche Jahre erhalten bleibt, das
Smartphone wird immer mehr die Rolle der Geldbörse übernehmen“, ist sich Berg
sicher.

Neue Technologien sind sicher

Gestützt werden die Prognosen des Präsidenten von den
Befragungsergebnissen. So meint fast jeder Zweite (45%), dass die Zahlung mit
dem Handy Zahlungen von Kleinstbeträgen innerhalb des eigenen Bekanntenkreises erleichtern
würden. Und mehr als ein Drittel der Umfrageteilnehmer hält die digitale Zahlung
für eine zukunftsträchtige Alternative zum Bargeld.

Trotz dieser Einschätzung fehlt weitläufig die Kenntnis von
gängigen Banking-Apps. Die große Mehrzahl der Befragten (80%) gibt an, keine
entsprechenden Anwendungen zu kennen.

Dass dennoch nur eine Minderheit digitale Zahlungen via
Smartphone den Vorzug gibt, liegt auch daran, dass es große Vorbehalte
bezüglich der Sicherheit gibt. Fast zwei Drittel (64%) fehlt das Vertrauen in
die Technologie. Angesichts immer wieder auftretender Sicherheitslücken eine
nachvollziehbare Sichtweise. Erst Anfang des Jahres wurde eine
Riesen-Sicherheitslücke in zahlreichen Banking-Apps festgestellt. Die Apps
konnten sich unbemerkt hacken lassen. Berg kann die Sorge nicht teilen. Das
Smartphone biete verglichen mit anderen Zahlmöglichkeiten ein Höchstmaß an
Sicherheit, da der Bezahlvorgang durch biometrische Merkmale wie Fingerabdruck
oder Face-ID sichern und Missbrauch wirksam geschützt sei, argumentiert Berg.

Dass Banking nur mit einer gesonderten App durchgeführt
werden kann, sehen allerdings nur sehr wenige Menschen kritisch. Nur 13%
wünschen sich eine Banking-Funktion für ihren Messenger wie Whatsapp.

Bitkom befragte rund 1000 Bundesbürgerüber 14 Jahre nach
ihren Zahlungspräferenzen.

Neue Namen für ODDO Fonds

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Der Vermögensverwalter ODDO BHF Asset Management vereinheitlicht
sein Fondsangebot und hebt teilweise seine Gebühren an. In einem ersten Schritt zur
Harmonisierung der Fondspalette werden die Multi-Asset-Fonds umbenannt. Sie
werden künftig unter dem Label ODDO BHF „Polaris“ geführt. Unter dem
Polaris-Namen werde vier Multi-Asset-Fonds mit einem Volumen von insgesamt
knapp 1,5 Mrd. Euro angeboten werden. Daneben führen die Franzosen auch für
Fonds des 2016 akquirierten Fondsanbieters Frankfurt Trust neue Bezeichnungen
ein. Nachdem ein Verkauf der Frankfurter Fondssparte endgültig vom Tisch ist,
erfolgt die nominelle Einbettung der Frankfurt-Trust-Fonds in die BHF-Fondspalette.

Bereits umbenannt worden ist das gut eine halbe Milliarde
Euro schwere Mischfonds-Flaggschiff ODDO BHF Total Return FT in ODDO BHF
Polaris Moderate. Für den ersten Oktober diesen Jahres denken die Franzosen
über eine weitere Anteilsklasse des Fonds nach, die mit einer Performance Fee
in Höhe von 10% der Überrendite in Relation zur Benchmark-Performance erhoben
werden soll. Die Überlegungen dazu seien allerdings noch nicht abgeschlossen,
hieß es von Seiten ODDOs. Ebenfalls in der Schwebe sind Optionen auf weitere, mit
einer Performance-Fee ausgestatteten Fonds-Anteilsklassen, für die Fonds ODDO
BHF Algo Europe sowie den ODDO BHF Algo Global.

Bei einigen Fonds wurden die Gebühren angehoben. So teilte
der französiche Fondsanbieter mit, dass die Verwaltungsgebühr für den BHF
Flexible Allocation FT mit 1,6% künftig zehn Basispunkt höher ausfallen wird
als bisher.  Die Newsplattform „fondsprofessionell“
spekuliert darauf, dass bei weiteren Fonds die Gebühren angepasst werden,
darauf lasse der Verweis auf eine „Harmonisierung der Gebührenpolitik“
schließen.

Am Fondsmanagement werde sich dagegen nichts ändern, teilte
ODDO BHF mit.

Mit dem Polaris Label versehen werden in Kürze auch der ODDO
BHF Value Leaders und der ODDO BHF Flexible Allocation. Weitere neue Namen
erhalten folgende Fonds: FT Frankfurt Effekten-Fonds heißt künftig ODDO BHF
Frankfurt-Effekten-Fonds, der Frankfurt-Trust AccuZins wird unter der
Bezeichnung ODDO BHF AccuZins zu handeln sein.

DWS gibt milliardenschweres Mandat an BNP

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Die DWS überträgt Fondsverwaltungsmandate im Wert von 182 Mrd.
Euro an die Verwahrstelle der BNP Paribas. 67 Mrd. Euro stammen dabei von der stärksten BNP-Rivalin, State Street. Mit dem Mandatspaket bauen die Franzosen ihre Marktführerschaft
unter den Verwaltungsstellen für deutsche Fonds weiter aus. Insgesamt wird die
Verwahrstelle der BNP zukünftig Assets im Wert von 240 Mrd. Euro von der DWS
verwalten.  Mit dem Deal betreut die BNP in Zukunft insgesamt deutsche Fonds im Wert von 499 Mrd. Euro. Die Nummer zwei unter
den Verwaltungsbanken, State Street, wird ohne die DWS-Mandate nur noch rund 222
Mrd. Euro verwalten.

Nach Angaben der BNP Paribas Securities Services umfasst die
Vereinbarung zum einen die Depot- und Verwahrdienstleistungen für die in
Deutschland und Luxemburg aufgesetzten aktiv verwalteten Publikumsfonds. Das
Paket der deutschen Publikumsfonds hat dabei einen Wert von 67 Mrd. Euro. Die
in Luxemburg aufgelegten Produkte kommen auf einen Gesamtwert von 115 Mrd.
Euro. Die DWS-ETFs sowie Geldmarktfonds bleiben dagegen weiterhin unter der
Administration von State Street. Daneben wird die Fondsadministration –
Berichterstattung und Buchhaltung – auf die BNP übertragen. Während die
Fondsverwaltung bis Ende des Jahres auf die Franzosen übergehen soll,
wird das Depot- und Verwahrungsmandat erst im kommenden Jahr folgen.

Von dem Mandat erwartet sich die DWS Kosteneinsparungen.
Jon Eilbeck, Chief Operating Officer der DWS, sagte via Pressemitteilung, dass die
Übertragung Teil eines
Gesamtprogramms sei, das gezielte Maßnahmen enthalte, um, die Kostenbasis zu
verbessern.

Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigung. Zudem müssen noch die Aufsichtsgremien der Unternehmen zustimmen.

Research Unterversorgung bei Small- und Mid-Caps droht

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Die im Januar diesen Jahres in Kraft getretene
Finanzmarktrichtlinie MiFID II führt zu einer Research-Lücke bei Small-
und Mid-Caps. Die durchschnittliche Abdeckungsquote auf der Sellside sank im
ersten Halbjahr um gut 25%. Vielen Asset Manager und Vermögensverwaltern bereite
die Entwicklung Sorge berichtet die „Financial Times“ von der Investor
Relations Society Conference, die in der letzten Woche in London statt gefunden
hat.

Bereits im Frühjahr mehrten sich die Stimmen, im Zuge der Umsetzung der neuen Finanzmarktrichtlinie könne es zu einer Unterversorgungvon Forschung und Beratung kommen.

Diese Befürchtungen sind nach übereinstimmender Meinung
vieler Asset Manager und Fondsmanager dabei, Wirklichkeit zu werden. Die
Investmentindustrie verzeichne einen herben Rückgang im Sellside-Research.
Richard Buxton, CE bei Old Mutual Global Investors sagte, man erlebe derzeit
einen Verlust guter Sell-Side Analysten.
Die Folgen seien erheblich, denn „die Qualität der Forschung werde dünner und dünner“,
so Buxton. Immer mehr Firmen bauten infolge der neuen Finanzmarktrichtlinie Stellen ab, seine Gesellschaft werde „mit Lebensläufen von Sellside-Analysten
überschwemmt“. Das sei dem aktuellen Einbruch der Forschungsindustrie
geschuldet, so Buxton weiter.

In der Konsequenz leide die Qualität, meint John Bennett,
Director of European Equities bei Janus Henderson: „Die Qualität nimmt ab“, so
Bennett. Der Hauptfokus der Foschungsarbeit liege heute darauf, ob Unternehmen
ihre Quartalsziele erreichten. Wie die Entwicklung der Aktiengesellschaften auf
die kommenden fünf Jahren aussehen werde, bleibe dagegen auf der Strecke.

Besonders kleinere
Unternehmen fallen aus dem Coverage

Während die Research-Abdeckung bei großen Unternehmen
weiterhin ausreichend hoch ist, fallen kleinere Unternehmen häufig aus dem
Rahmen. Mathew Siebert, Fondsmanager beim vier Milliarden Euro schweren Investmenthaus Tosca, gab auf der
Konferenz zu bedenken, dass auch die Kapitalversorgung der Unternehmen vom
Research-Ausfall gefährdet sei. Die in London ansässige Handelsplattform für
Small-Caps sei bisher ein großer Erfolg gewesen, „aber wenn unabhängige Analysten
nicht mehr das Gute oder Schlechte der Titel beleuchteten, betreffe das auch den
Handel an der Börse.

Beim ebenfalls in London letztwöchig statt gefundenen
Treffen der Fondsindustrie beklagte Alain MacDonald, Head of Equities des Brokers
Panmure Gordon, der Anpassungsprozess [an MiFID II] sei schmerzhaft. „Wir
können uns einen weiteren Rückgang im Small- und Mid-Cap Bereich nicht leisten“,
so MacDonald. Dennoch würden Investmentbanken Woche für Woche ihre Research-Anstrengungen
zurück fahren. Dem stimmte Judith MacKenzie, Partner der Investmentboutique
Downing, zu. MiFID II habe der Research-Abdeckung nicht gut getan. Die durchschnittliche
Anzahl an Analysten, die in Großbritannien gelistete Small-Cap Unternehmen
abdeckten, sei um gut ein Viertel, von 0,8 auf 06, gesunken. Ihr bereite vor
allem die Qualität des Research Sorgen. „Die Qualität des Research, bei einigen
Small- und Mid-Caps, ist schockierend“, so MacKenzie. Sie setzt auf ein Umdenken
in der Branche und dass die Asset Manager anfingen, sich Gedanken über den Wert
ihrer eingekauften Forschung machten.