Postbank übertrumpft Mutterkonzern

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Die Bilanz der Deutsche-Bank-Tochter hat die eigenen Erwartungen weit übertroffen. Mit einem um Sondereffekte bereinigten Vorsteuerergebnis von 649 Millionen Euro verzeichnet die Postbank ein Plus gegenüber dem Vorjahr von gut 40 %. Im Jahr 2016 hatte die Postbank vor Steuern 468 Mio. Euro erwirtschaftet. 

Unter Berücksichtigung der Sondereffekte sinkt das Ergebnis 2017 dagegen erneut. Bereits 2016 verzeichnete der Konzern einen Rückgang von 611 Mio. Euro auf 317 Mio. Euro. Im letzten Jahr steht erneut ein Minus von knapp  20 Prozent: Vor allem durch strategische Aufwendungen für die bevorstehende Integration in den Deutsche Bank Konzern sank das unbereinigte Ergebnis der Bank 2017 vor Steuern auf 248 Millionen Euro. 

Die Ertragslage sei 2017 stabil geblieben. Der Postbank sei es gelungen, die aus dem Niedrigzinsumfeld entstehenden Belastungen des Einlagengeschäfts durch Steigerungen im Kreditneugeschäft sowie des Provisionsüberschusses „nahezu“ auszugleichen, hiess es in einer Mitteilung des Konzerns.Sowohl in der Baufinanzierung als auch im Ratenkreditgeschäft konnte die Postbank 2017 leichte Zuwächse im geringen einstelligen Prozentbereich erzielen. Gleiches gilt für die Kreditvergabe an Firmen- und Geschäftskunden. Insgesamt erreichte das Kreditgeschäft ein Volumen von 19,4 Mrd. Euro, was ungefähr dem Vorjahresniveau entspräche.

Der Provisionsüberschuss, in den neben Wertpapiergeschäften u.a. auch Gebühren aus der Vermögensverwaltung und Kontoführung fließen, wuchs um 12 % auf jetzt 936 Mio. Euro. 

Weiter rückläufige Zahlen im Zinsgeschäft

Einen weiteren Rückgang verzeichnete die Postbank im Zinsgeschäft. Bereits 2016 war der Zinsüberschuss um drei Prozent auf gut 2,4 Mrd. Euro geschrumpft. 2017 setzte sich dieser Trend fort. Trotz eines Wachstums der Forderungen gegenüber Kunden um 5 Mrd. Euro sank es auf nun 2,06 Mrd. Euro.  

Besonders stark entwickelte sich das digitale Geschäft der Postbanker. So lag die Anzahl der online abgeschlossenen Ratenkredite sieben Prozent über dem Vorjahr.  Das Volumen stieg um 59 Mio. Euro auf 962 Mio. Euro. Noch deutlich stärker, um 105 Prozent, wuchs das Volumen der online abgeschlossenen Immobiliendarlehen. Es stieg auf 368 Mio. Euro zum Jahresende.

Mit dem erzielten Ergebnis lässt die Postbank ihren Mutterkonzern hinter sich: Sie erzielte im abgelaufenen Jahr eine Eigenkapitalrendite nach Steuern von 4,7 %. Die Deutsche Bank kommt im vergangenen Geschäftsjahr dagegen nur auf knapp 2 Prozent.

(DW)

Leichte Beute Bitcoin

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Bankraub lohnt sich nicht. Zumindest nicht der klassische Bankraub, zu dem ein persönlicher Besuch in der Filiale vor Ort notwendig ist. Online-Bankraub von Krypto-Coins entwickelt sich dagegen zu einem lukrativen Geschäftsmodell. In den ersten sechs Wochen des Jahres haben Hacker Coins im Wert von mehr knapp 675 Millionen Euro geklaut. Viele Anleger verloren Geld, weil sie ihre Wallets nicht stark genug abgesichert hatten.

Der spektakulärste Diebstahl fand Mitte Januar bei der japanischen Handelsplattform Coincheck statt, wo innerhalb kurzer Zeit rund 500 Millionen Einheiten der Krypto-Währung NEM im Wert von knapp 530 Millionen Euro unrechtmäßig den Besitzer wechselten. Ende Januar entwendeten Cyber-Diebe im großen Stil IOTA aus den Wallets von privaten Anlegern. Der Schaden fiel mit gut vier Millionen Euro relativ gering aus. Zuletzt Anfang Februar wurden Anleger der italienischen Krypto-Börse BitGrail von Unbekannten um 17 Millionen Einheiten Nano erleichtert. Wert der Beute: gut 140 Millionen Euro.

Nicht in allen Fällen ist der Beutezug mit einem klassischen Bankraub vergleichbar. So wurden die IOTA über eine raffinierte Phishing-Falle erbeutet. Die Angreifer entwickelten eine Website, die einen Key-Generator bereitstellte, mit dem IOTA-Anleger den nötigen 81-stelligen Schlüssel für ihr IOTA-Wallet generieren lassen konnten. Die Keys speicherten sie anschließend auf eigenen Rechnern ab und gelangten auf diese Weise an die Zugangsdaten der privaten Wallets. In der Nacht zum 21. Januar plünderten die Hacker dann in einer konzertierten Aktion die Konten der unvorsichtigen Nutzer.

Bequemlichkeit bringt Unsicherheit

Bei den Raubzügen auf Coincheck und BitGrail wurden dagegen die Krypto-Börsen gehackt und die Nutzer-Konten geplündert. Online-Nutzer-Konten sind eine Alternative zu den Wallet-Programmen, die auf den eigenen Rechner geladen werden müssen. Bei ihnen erfolgt die Verwaltung des eigenen Depots allein online im Browser. Auf diesem Weg muss bspw. bei Bitcoin-Transaktionen nicht zum Beginn die gesamte Blockchain herunter geladen werden, was mitunter Tage dauern kann und Transaktionsaufträge werden innerhalb kurzer Zeit als abgewickelt angezeigt.

Das Online-Konto bietet dem Anleger einen bequemen Zugang zum Trading – birgt aber ein hohes Sicherheitsrisiko: Die privaten Transaktionsschlüssel werden beim Online-Konto nämlich von der Krypto-Börse zwischengespeichert. Daher besteht das Risiko, dass Hacker es im Angriffsfall abgreifen und das Guthaben der Kunden auf eigene Konten leiten. Experten raten bei der Kontoverwaltung deswegen zu einem anderen Weg.

Eine einfache Lösung besteht in der strikten Trennung von digitaler und analoger Sicherung. Vor einem Bankraub konnten sich ängstliche Sparer schützen, indem sie ihr Geld einfach im Garten vergraben haben. Ganz so einfach ist es im digitalen Währungshandel nicht. Der Zugang zu digitalen Währungen sowie deren dezentrale Verwaltung per Blockchain-Technologie benötigt das Internet, den Rechner auszuschalten und ein Überweisungsformular per Brief an die Börse zu schicken ist daher keine praktikable Alternative.

Ein erster Schritt in Richtung Sicherheit ist die Verwendung eines Wallet-Programms, das auf den eigenen Rechner heruntergeladen und installiert wird. Auf diesem Weg entgehen Anleger der Gefahr, dass bei einem Hack auf die oft unzureichend gesicherten Krypto-Börsen, ihr Konto leergeräumt wird. Da eine Internetverbindung dennoch aufrecht gehalten werden muss, bleibt der PC auch bei Verwendung eines Wallet-Programms anfällig für Hackerangriffe wie Trojaner oder Phishing. Die lokal auf dem Rechner gespeicherten Wallets sollten daher zusätzlich verschlüsselt und mit einem eigenen Passwort gesichert werden, das auf Papier aufgeschrieben wird und damit dem Zugriff von Angriffen entzogen ist.

Ultimative Sicherheit vor einem Totalverlust bietet allerdings auch diese Methode nicht: wird das Passwort vergessen, ist das Guthaben ebenfalls verloren.

(DW)

Das Wissen um die Altersarmut

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Die Ergebnisse der Bertelsmann Studie zur Altersarmut der Deutschen 2017 brachte erschütternde Ergebnisse: bis zum Jahr 2035 soll sich die Quote der Rentner, die in Armut leben müssen, um gut 25 % erhöhen. Ein ganzes Fünftel der Ruheständler werde nicht von der angesparten Altersvorsorge leben können. Besonders Geringqualifizierte, alleinstehende Frauen oder Menschen mit  Migrationshintergrund werde die Entwicklung treffen, hieß es in dem Bericht.

Die Mehrheit der Deutschen ist sich des Risikos bewusst. Vorsorgen kann allerdings nur eine Minderheit adäquat. Ein großes Problem ist die konservative Haltung bei den Rücklagen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Versicherers Ergo. 

Das Problembewusstsein ist vorhanden

So gaben im Schnitt nur 18 % der Befragten an, sie freuten sich auf finanzielle Freiheit, die der Ruhestand mit sich bringt. Noch deutlicher waren die Ergebnisse, als die Forscher direkt nach der Erwartung der künftigen finanziellen Situation fragten. Sieben von zehn Studien-teilnehmern gehen davon aus, dass das Rentenniveau sinken wird. Entsprechend fallen die Erwartungen an die eigene finanzielle Situation aus: Nur sechs Prozent gaben an, ihnen würde es im Ruhestand finanziell besser gehen. Deutlich mehr als die Hälfte (56 %) gab an, sie würden sich einschränken müssen. Die übrigen 38 % erwarten keine Veränderungen.

Den überwiegend negativen Aussichten stehen viele Befragte hilflos oder gleichgültig gegenüber. Rund 20 % beschäftigen sich nicht mit ihrer eigenen Altersvorsorge. Knapp vier von zehn gaben an, sie würden gerne mehr vorsorgen, könnten es sich aber nicht leisten. Gut ein Drittel meint dagegen, ausreichend für das Alter vorgesorgt zu haben. 
Immerhin jeder Fünfte legt nichts für sein Alter zurück. Besonders hoch ist die Zahl bei den unter 30-jährigen (26 %) sowie bei den über 50-jährigen (28 %). Bis zu 100 Euro legen knapp 40 % der Deutschen zurück. 100 bis 200 Euro sowie mehr als 250 Euro legen jeweils gut ein Fünftel der Deutschen fürs Alter beiseite. 

Mehr als die Hälfte der Befragten glaubt, dass der Staat in die Altersvorsorge eingreifen wird. Auf die Frage, ob in 10 Jahren eine private Altersvorsorge Pflicht sein werde, antworteten 53 % mit Zustimmung, nur 28 % meinen, dass dies nicht der eintreten wird.

Eine solche Intervention befürwortet nur eine Minderheit. Fast zwei Drittel finden, der Staat solle sich aus der privaten Altersvorsorge heraushalten. Nur ein Viertel stimmte einem staatlichen Eingriff zu.

Safety first

In der Geldanlage setzen die Deutschen nach wie vor auf Sicherheit. „Sehr hohe Erträge“ wünschen sich weniger als 5 %. Geringe Wertschwankungen dagegen 58 %.
Hoch im Kurs ist immer noch das Sparbuch. Im Schnitt etwas mehr als jeder Dritte legt sein Geld auf diese renditearme Weise an. Ähnlich hoch (36 %) ist die Quote derjenigen, die auf einen Bausparvertrag setzen. Über eine private Renten- oder Lebensversicherung verfügen vier von zehn Befragten. Hochrentable Anlagen wie Aktien, Anleihen oder Fonds halten nur 25 % obwohl gut 40 % angaben, dass sich damit das meiste Geld erwirtschaften ließe. 

Bei privater Altersvorsorge setzen die Deutschen auf Immobilien und Aktien

Quelle: Ergo

Die Sparbeträge fließen vor allem in Fonds (25 %). Immobilien bzw. Wohneigentum steht auf Platz Zwei mit 21 %. Staatlich geförderte Modelle wie die Riester-Rente (6 %) oder die Rürup-Rente (1 %) werden kaum nachgefragt.

Unwissen ist noch immer ein großer Faktor bei der Geldanlage. So konnte keine Gruppe der Studienteilnehmer die Wertsteigerung des DAX innerhalb der letzten zehn Jahre korrekt einschätzen (+ 60 %). Männer schätzten den Aktienertrag gut 40 % zu gering ein, Frauen lagen sogar 50 % daneben.

 

Die Studie mit Zahlen zur Altersarmut finden Sie hier.

(DW)

Mark Mobius gründet eigene Fondsgesellschaft

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Vor gut einem Monat war Mark Mobius bei Franklin Templeton ausgeschieden. Dort war der 81-jährige fast drei Jahrzehnte Anlageexperte für die Emerging Markets. Von einem Ruhestand will Mobius offenbar nichts wissen. Am Montag gab er laut dem indischen Informationsdienst livemint.com auf einem Pressetermin bekannt, dass er vorhabe, einen eigenen Fonds aufzulegen, den seine eigene Investmentfirma verwalten solle: „Es gibt keinen Ruhestandsplan“, so der Emerging-Markets-Guru, „ich starte eine Fondsmanagement-Gesellschaft“. Die Lizenzanträge sollen bereits den Behörden in Luxemburg und London vorliegen.

Der Anlagefokus wird nach Angaben von Mobius auf Emerging- und Frontier Markets liegen. Verfolgt werde eine long-only-Strategie. Im Zentrum stehe die Nachhaltigkeit der Geldanlage. Der Fonds werde nur in Unternehmen anlegen, die ESG-Kriterien entsprächen und in denen das Potential stecke, sowohl die Unternehmensführung als auch die Umwelt und die soziale Umgebung positiv zu entwickeln. 

Gefragt nach den aktuell attraktivsten Ländern innerhalb der Emerging Markets, sprach sich Mobius für Indien aus. Dort gebe es wirtschaftliches Wachstum und politische Reformen. Besonders indische Banken, die technologische Synergien nutzten, seien zu beachten. Ob sein Fonds sich auf indische Unternehmen konzentrieren werde, blieb unbeantwortet.

(DW)

Neue Datenschutz-Richtlinie bringt zahlreiche Veränderungen

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Personenbezogene Daten sind ein wertvolles Gut, dessen Schutz sich die Europäische Union auf die Fahnen geschrieben hat. Mit der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vereinheitlicht sie die Verarbeitung personenbezogener Daten durch private Unternehmen. Die DSGVO ersetzt weitgehend die bisher geltende deutsche Datenschutzrichtlinie. Für Unternehmen ergeben sich fundamentale Neuerungen. 

Zweckbindung

Daten dürfen nur zweckgebunden erhoben werden. Der Zweck muss im Vorfeld festgelegt werden. Die aus der Aktion gewonnenen Daten dürfen nicht für weitere Zwecke verwendet werden. Ausnahme: Die Weiterverarbeitung ist mit dem ursprünglichen Zweck vereinbar. 

Informationspflicht

Werden bei einem Website-Besuch personenbezogene Daten gespeichert, bspw. mittels Web-Analyse besteht schon heute die Verpflichtung den User darüber zu informieren. Die neue Verordnung strafft diese Vorschriften. Die Information hat unmittelbar vor der Datenerhebung in schriftlicher (auch elektronischer) Form zu erfolgen.
 In der Informationsschrift ist anzugeben: 

-welches berechtigte Interesse hinter der Datenerhebung steht,
-auf welcher Rechtsgrundlage die Datenerhebung erfolgt,
-welche Daten wann erhoben werden,
-wer für die Datenverarbeitung verantwortlich ist, inkl. Kontaktinformationen,
-an wen die Daten konkret weiter geleitet werden,
-welche Maßnahmen zum Datenschutz getroffen wurden,
-wie lange die Daten gespeichert werden,
-welche Rechte der User hat, der Datenerhebung ggf. zu widersprechen,
-welche Behörde im Streitfall zuständig ist.

Ausnahmen von der Informationspflicht sieht die DSGVO nur noch vor, wenn der Aufwand zur Information unverhältnismäßig groß ist oder andere EU-Rechtsvorschriften die Information einschränken.Das gilt allerdings nicht für alle Daten gleichermaßen. Nutzungsdaten wie den verwendeten Browser oder die Uhrzeit dürfen gespeichert werden. Werden diese Daten allerdings gesammelt und an Dritte weiter gegeben, besteht eine Informationspflicht.

Werbung

Bei Werbemaßnahmen müssen Unternehmen künftig im Vorfeld die Interessen ihrer Kunden an der Werbemaßnahme abschätzen und im Einzelfall prüfen, ob die sie im Interesse der Kunden ist. Die Prüfung muss für jede Werbemaßnahme dokumentiert werden

Sowohl für telefonische, als auch postalische und elektronische Werbung muss die Einwilligung der Beworbenen vorher eingeholt werden.

Die Kündigung solcher Werbung wird mit der neuen Richtlinie noch einmal vereinfacht. Betroffene dürfen jederzeit widersprechen, die erhobenen Daten müssen dann umgehend gelöscht werden.

Werden Datensätze von Dritten eingekauft, die für Werbung verwendet werden, muss sichergestellt sein, dass die Daten in Übereinstimmung mit vorherrschendem Recht stehen. 

Recht auf Löschung

Die neue Datenschutz-Verordnung stärkt die Hoheitsrechte der Nutzer. Sie müssen dabei unterstützt werden, wenn sie mit einer Nutzung ihrer Daten nicht einverstanden sind. Betroffene User müssen dabei unterstützt werden, wenn sie die umfassende Löschung ihrer Daten fordern. Das betrifft bspw. die Weitergabe der Löschungsaufforderung bei Dritten.

Recht auf Datenmitnahme

Nutzern muss künftig die Möglichkeit eingeräumt werden, alle Daten, die über ihn erfasst worden sind, einsehen und auf Wunsch mitnehmen zu können. Datenerfassende Unternehmen sind zur Herausgabe der Datensätze verpflichtet.

Bußgelder

Eine der Änderungen mit den stärksten Auswirkungen betrifft die Ahndung von Verstößen. Galt bislang, eine Höchstgrenze von 300.000 Euro bei Verletzung der Datenschutzrichtlinien, werden künftig deutlich höhere Beträge fällig. Je nach Art der Verstöße drohen Bußgelder in Höhe von bis zu 20 Millionen Euro. Bei Organisationen kann nach dem neuen Strafen-Katalog eine Koppelung an den Jahresumsatz in Höhe von 2-4 % erfolgen. Dabei können Muttergesellschaften für die Verstöße ihrer Tochtergesellschaften herangezogen werden. Zudem wird das Unternehmen verpflichtet, die Datenverarbeitung entsprechend der Richtlinie anzupassen.

(DW)

Ethenea baut Portfolio-Management aus

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Dr. Volker Schmidt, Harald Berres und Michael Blümke verstärken Ethenea Independent Investors. Alle drei sind seit Kurzem bei den Luxemburgern aktiv und verfügen über jahrzehntelange Erfahrung im Investmentbereich.

Schmidt kommt von YCAP Asset Management, wo er zuletzt als Asset Manager fungierte. Zuvor war er bei der LBBW Luxemburg in gleicher Funktion tätig. Bei der Landesbank Rheinland-Pfalz war Schmidt im Risikocontrolling tätig. Seine Karriere begann der Diplom Wirtschaftswissenschaftler und Doktor der Mathematik als OTC-Derivatehändler bei der Dresdner Bank Luxemburg. Er soll sich bei Ethenea zukünftig auf die Auswahl von Anleihen fokussieren.

Harald Berres war vor seinem Engagement bei Ethenea zehn Jahre lang Portfolio Manager und Equity-Partner bei der GS&P Kapitalanlagegesellschaft. Von 2000 bis 2007 war Berres in der Wertpapier-Abwicklung der WestLB International tätig. In vergleichbarer Position engagierte er sich zuvor ein dreiviertel Jahr bei der Schmidtbank Luxemburg. Er wird, ebenso wie der dritte Neuzugang Michael Blümke, Aktienresearch für die Fondsgesellschaft betreiben.

Auch Blümke verfügt über langjährige Erfahrung im Finanzbereich. Der CFA- und CAIA-Charterholder begann seine Laufbahn mit einem Kurzauftritt als Analyst bei Pioneer Investments. Von dort wechselte er als Senior Investment Manager zur Versicherungskammer Bayern. 2014 ging er als Abteilungsleiter Alternatives für knapp vier Jahre zur Tecta Invest.

Thomas Herbert, Head of Portfolio Management bei Ethenea sieht sich mit den Experten gestärkt: „Mit ihrer Expertise und langjährigen Erfahrung werden die drei einen wichtigen Beitrag zum umsichtigen Management von Aktien- und Anleihen-Positionen innerhalb unserer Ethna-Fonds leisten“, so Herbert.

(DW)

Talibh Sheikh geht zu Jupiter AM

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Sheikh wechselt als Head of Strategy zu Jupiter Asset Management. Das gab der Fondsanbieter heute in einer Pressemitteilung bekannt. Er wird die neue Stelle zum Juni 2018 aufnehmen.

Der 46-jährige Sheikh war seit 1998 bei J.P. Morgan Asset Management tätig, zuletzt als Managing Director sowie Portfoliomanager der milliardenschweren Fonds JPM Global Income sowie des JPM Global Macro Opportunities. Hausintern galt er als „Mister Macro“. 

Katharine Dryer, Head of Investments, Fixed Income und Multi-Asset bei Jupiter, begrüßte die Verpflichtung des Fachmanns: „Talib Sheikh hat sich im Laufe der Zeit in vielen Marktumfeldern bewährt“, so Dryer. Er vereine Leistungsstärke mit Wissen aus den Bereichen der aktiven Asset-Allokation und Portfoliokonstruktion. Mit ihm sei Jupiter bestens auf sich verändernde Märkte aufgestellt. Talib Sheikh freut sich auf seine neue Herausforderung. Er sei begeistert von der Chance, die aktive Managementkompetenz des Unternehmens zu nutzen, um den globalen Kunden passende Investmentlösungen zu bieten, so Sheikh.

Nach Angaben von Fonds professionell soll sich am Portfoliomanagement der Fonds, die Sheikh mitverwaltet hat, nichts ändern. Es gebe keine Änderungen am Investmentprozess, zitiert das Blatt eine Mitteilung von J.P. Morgan AM. James Elliot werde weiterhin gemeinsam mit Shrenick Shah den gut 4,7 Mrd. Euro schweren Global Macro Opportunities managen. Die 23,9 Mrd. Euro des Global Income bleiben unter Verwaltung von Michael Schoenhaut und Eric Bernbaum.

(DW)

Immobilienpreise auf neuem Rekordhoch

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Der Aufschwung am Immobilienmarkt geht weiter. In den Top-Städten ziehen die Preise für Wohnimmobilien weiter stark an. Büroimmobilien verknappen sich. 
Der Deutsche Immobilienmarkt befindet sich weiter im Aufwärtsmodus. Sowohl die Preise für selbst genutztes Wohneigentum, als auch die Mietpreise zogen im vergangenen Jahr weiter kräftig an. Ein Ende des Preisanstiegs ist nicht in Sicht. Für den Gesamtmarkt kletterten die Preise im Vergleich zum letzten Jahr um 6,8 Prozent nach oben. Starkes Wachstum gibt es in den Top-7 Städten, wo die Preisentwicklung im Schnitt doppelt so schnell voranschreitet. Das geht aus dem aktuellen Immobilienbericht des Verbands deutscher Pfandbriefbanken vdp hervor. 

Seit 2010 sind die Preise für Immobilien gemäß dem vdp-Immobilienpreisindex segmentübergreifend um 38,3 % gestiegen. Zugpferd der Entwicklung waren Wohnimmobilien, die mit einem Plus von 40,5 % deutlich vor gewerbebauten liegen (+31,8 %). In den letzten sieben Jahren hat auch das Tempo auf dem Wohnungsmarkt deutlich angezogen. Mit einer Steigerung von 6,9 % maß der vdp die höchste Preissteigerung seit 2010. Im Vorjahr hatte der Anstieg nur 6,5 % betragen. 

Im Gesamtmarkt geht es das siebte Jahr in Folge aufwärts 


Quelle: vdp

Bei Mehrfamilienhäusern fällt die Nachfrage ungebrochen hoch aus. Entsprechend haben sich die Preise entwickelt. Für ein Haus, das 2010 noch 100.000 Euro gekostet hätte, müssten Investoren heute 149,700 Euro bezahlen, knapp 7,9 % mehr als noch 2016. Für Eigentumswohnungen wurden 2017 6,8 % mehr veranschlagt als im Vorjahr. Gegenüber 2010 verteuern sie sich um gut 38,5 %. Leicht rückläufig fällt die Preisentwicklung für selbst genutztes Wohneigentum sowie Ein- und Zweifamilienhäuser aus. Gegenüber dem Vorjahr sanken die Anstiegsquoten marginal. Dennoch steht auch hier eine Verteuerung von jeweils knapp 30 % seit 2010. 

In den Top-Städten Deutschlands legen die Preise deutlich stärker zu. „Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt wirkt die Entwicklung auf den Top-7 Märkten wie durch ein Brennpunkt einer Linse betrachtet“, meint Dr. Franz Eilers, Leiter der Marktforschung bei vdp. Nach wie vor würden diese Märkte sowohl bei Nutzern als auch bei institutionellen Investoren durch einen anhaltenden Nachfrageüberschuss beherrscht, da die Bautätigkeit hinter dem Bedarf zurück bleibe, so Eilers. 

Die Preise in den Top-7 Städten spiegeln diesen Befund wider. So zahlen Käufer für Mehrfamilienhäuser mittlerweile annähernd den doppelten Preis verglichen mit 2010 (+97,1 %) Für Wohnimmobilien insgesamt verzeichnet der vdp einen Anstieg von 90,1 %. Auch im Jahresvergleich wird der Unterschied zum Rest der Republik klar erkennbar. Wohnen verteuert sich in den Top-7 Städten um 13,7 %. Für selbst genutzte Immobilien werden 11,5 % mehr verlangt. 

Verdoppelung der Wohnimmobilien-Preise in den Top-Städten

Quelle: vdp

Auch für Gewerbeimmobilien vermeldeten die Statistiker des Instituts einen neue Rekordmarke. Investoren und Nutzer von Büro- und Verwaltungsgebäuden mussten 2017 8,4 % mehr zahlen als noch im Vorjahr. In den letzten sieben Jahren stiegen die Erwerbskosten um gut 43,6 %. Auch dieser Preisanstieg werde von einer Angebotsknappheit hervorgerufen. Büroflächen würden weiterhin nachgefragt, „während sich das Angebot an neuen Flächen durch die geringe Bautätigkeit erneut verknappte“, so Eilers.

In der Bildergalerie finden Sie weitere Grafiken zu den Immobilien-Preisen.

(DW)

Kapitalgedeckte Altersvorsorge weiter auf dem Vormarsch

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Die Bedeutung der deutschen Lebensversicherer für die betriebliche Altersversorgung (bAV) ist 2017 weiter gewachsen, verkündet der GDV und untermauert diese Entwicklung mit der Zahl der bAV-Verträge und dem Beitragsvolumen. Laut dem Versicherungsverband GDV stieg die Zahl der bAV-Verträge nach vorläufigen Daten um 1,9 Prozent auf über 15,7 Millionen, das Beitragsvolumen legte um 5,7 Prozent beziehungsweise auf rund 19,4 Milliarden Euro zu. Für 2018 erwartet der GDV, dass das seit 1. Januar geltende Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) positive Impulse bringen könnte. 

„Die betriebliche Altersversorgung leistet einen stetig wachsenden Beitrag zur Altersvorsorge der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Dieser positive Trend muss sich in den kommenden Jahren aber noch verstärken, um Versorgungslücken bei der gesetzlichen Rente auszugleichen. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz bietet einige neue Möglichkeiten, die von Arbeitgebern und Arbeitnehmern genutzt werden sollten“, kommentiert Peter Schwark, Mitglied der GDV-Geschäftsführung und verantwortlich für den Bereich Altersvorsorge und Zukunftssicherung.

Höhere Zuwachsraten bei Pensionsgeldern verzeichnet dagegen das Ausland. Dort ist aber die Asset Allocation die wichtigere Komponente für Asset-Zuwächse. Auf Grund von starken Aktien- und Bond-Renditen stieg der Wert der globalen Pensionsgelder im Jahr 2017 um 13 Prozent oder um 4,5 Billionen Dollar. Dies ist einer Studie von Willis Towers Watson zu entnehmen. In den vergangenen 20 Jahren lag die Zuwachsrate im Schnitt bei 6,2 Prozent im Jahr. In den sieben größten Pensionsmärkten weltweit lag die Aktienquote 2017 im Schnitt bei 46 Prozent. Auf Anleihen entfielen nur 27 Prozent. Im Jahr 1997 lagen diese Quoten bei 57 beziehungsweise 35 Prozent. 

Nicht zu den sieben größten Pensionsmärkten zählt Deutschland. Während weltweit im Schnitt der Quotient aus Pensions-Assets und Bruttosozialprodukt auf einen Wert von 0,67 kommt, liegt die Kennzahl in Deutschland bei 0,129.

portfolio institutionell/Patrick Eisele 

EU-Kommission fordert Aufnahme von ESG-Kriterien in Investments

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Die High Level Expert Group on Sustainable Finance (HLEG) hat geliefert. Ende 2016 wurde die HLEG von der EU-Kommission eingesetzt, um Vorschläge zu erarbeiten, wie Nachhaltigkeitsziele besser im europäischen Finanzsystem verankert und der Beitrag von Finanzmarktakteuren zur Erreichung dieser Ziele – Stichwort „investor duty“ – erhöht werden können. Ende Januar veröffentlichte die Gruppe einen Abschlussbericht. Die darin enthaltenen Vorschläge sind für Marktteilnehmer sehr weitreichend, wie zum Beispiel die verpflichtende Aufnahme von Nachhaltigkeitsfaktoren in die Investment- und Risikomanagementprozesse.

„Go green or go home“, kommentiert Jegor Tokarevich vom Londoner Berater Substance Over Form. Der Bericht zeigt für Tokarevich vor allem eines: „Das Thema wird künftig eine wesentliche Rolle für alle Finanzdienstleister spielen.“ Eine Auseinandersetzung mit den ESG-Faktoren und den Nachhaltigkeitstrends sei ratsam und könne bei der frühzeitigen Umsetzung sogar Wettbewerbsvorteile bieten. 

Eher kritisch fällt die Stellungnahme von Pensions Europe, dem europäischen Dachverband für Pensionsfonds aus, zu den konkreten Empfehlungen für Altersvorsorgeeinrichtungen aus. „Innerhalb Europas gibt es zahllose unterschiedliche Arten, wie Altersvorsorgeeinrichtungen nachhaltig investieren, je nach nationalen Traditionen, der Art und Größe der Einrichtungen, der Rolle der Trägerunternehmen beziehungsweise der Sozialpartner. Daher sollte die EU Abstand von allen verbindlichen „one-size-fits-all“ Vorgaben nehmen“, fordert Matti Leppälä. Der CEO von Pensions Europe ergänzt, dass die Zahl der europäischen Pensionsfonds, die von sich aus ESG-Kriterien ­berücksichtigen, wächst und auch weiter wachsen wird. 

Die Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung, Aba, erwähnt, dass die Expertengruppe empfiehlt, dass Vorsorgeeinrichtungen künftig die Begünstigten über ihre Nachhaltigkeitspräferenzen befragen und die Befragungsergebnisse in ihrer Anlagestrategie berücksichtigen müssen. Auch soll die EU-Aufsichtsbehörde Eiopa Fachwissen über die Einbeziehung von Nachhaltigkeits- und Governance-Faktoren in die Risikobewertung aufbauen. Wie die Aba weiter konstatiert, ist es aus Sicht der Expertengruppe kritisch, dass in der zur Umsetzung anstehenden EU-Aufsichtsrichtlinie EbAV II die ­Altersversorgungseinrichtungen und – laut Verordnungsvorschlag der EU-Kommission – die Anbieter von EU-Altersvorsorgeprodukten eine Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zwar prüfen und darüber informieren müssen, sich letztlich aber auch ganz dagegen entscheiden können. Mit freiwilligen Initiativen der „pension funds industry“ könnte die ESG-Integration und Berichterstattung über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. 

portfolio institutionell/Patrick Eisele