CAM erwirbt Dachfondsgeschäft der DWS

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Die DWS geht an die Börse, die DB Private Equity GmbH (DBPE) an die CAM Private Markets (CAM) GmbH. CAM gab bekannt, einen entsprechenden Kaufvertrag mit der Deutschen Asset Management zum Erwerb der DBPE abgeschlossen zu haben. DB Private Equity berät und verwaltet als volllizenzierte Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) mehrere Dachfonds und Managed Accounts mit den Schwerpunkten Private Equity und Infrastruktur. Die größtenteils europäische Investorenbasis umfasst vor allem institutionelle Kunden (Versicherungen, Finanzinstitute und Pensionskassen) sowie ausgewählte vermögende Privatkunden.

In einem Ende Februar mit dem Handelsblatt geführten Interview kündigte DWS-Vorstandschef Nicolas Moreau Zukäufe für alternative Investments wie Private Equity an. Nun kam es zum Verkauf der DBPE. Wie ein Sprecher der DWS auf Anfrage präzisiert, wolle man nur in bestimmten Private-Equity-Segmenten, wie zum Beispiel Secondaries, wachsen. Abgegeben habe man aber nun das in Köln ansässige institutionelle Dachfondsgeschäft. Die Deutsche Asset Management beziffert ihre Private-Equity-Assets mit drei Prozent beziehungsweise mit etwa zwei Milliarden Euro. Laut dem DWS-Sprecher entfalle nur ein kleiner Teil dieser Gelder auf das Dachfonds-Geschäft. Personalmäßig betreffe die Transaktion knapp 30 Mitarbeiter, von denen ein Großteil bereits vor zehn Jahren bei der damaligen CAM beschäftigt gewesen sei.

Mit dem Deal werden zwei in Köln ansässige Private-Equity-Spezialisten wiedervereinigt, die eine gemeinsame Historie verbindet. Vor etwa zehn Jahren schlossen sich unter der Marke Sopep (Sal. Oppenheim Private Equity Partners) die damalige CAM und die Münchner VCM mit dem Private-Equity-Geschäftsfeld von Sal. Oppenheim zusammen. Mit der Übernahme von Sal. Oppenheim durch die Deutsche Bank ging auch dieses Geschäftsfeld an die Deutsche Asset Management, welche wiederum nun unter der Marke DWS geführt wird.

Dr. Rolf Wickenkamp, CEO der CAM Private Markets, hat 1999 die Cologne Asset Management mitgegründet, aus der später die DBPE hervorgegangen ist. „Der Zusammenschluss ist eine einmalige Möglichkeit, eine starke gemeinsame Plattform zu schaffen, Altbewährtes fortzuführen und gleichzeitig ein neues Momentum aufzubauen. Nun liegt unser Fokus zunächst auf der Integration der beiden Unternehmen. Gemeinsam wollen wir einen führenden Private Markets Investment Manager mit einem hochkarätigen Team und umfassenden Produktangebot schaffen, der sich eng an den Bedürfnissen institutioneller Kunden orientiert“, erläutert Wickenkamp.

„Wir sehen diesen Schritt als Chance, uns als flexibler und schnell agierender Nischenanbieter neu auszurichten. Die Kombination aus unseren hochqualifizierten Mitarbeitern und der umfassenden Produktexpertise unserer Plattform mit der langjährigen Erfahrung und dem unternehmerischen Ansatz der CAM Private Markets sollte es uns ermöglichen, unser Produktangebot auszubauen und damit noch näher am Kunden zu operieren“, sagt Andreas Schmidt, CEO der DBPE.

Das Closing der Transaktion soll im zweiten Halbjahr 2018 stattfinden. Vertragskonditionen wurden nicht veröffentlicht. 

 

portfolio institutionell/Patrick Eisele 

DNB: Gewinnbringende Technologie

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Die Tech-Branche ist, so scheint es, permanent im Umbruch: Neue Technologien können ganze Branchen auf den Kopf stellen. Und nicht selten werden Technologie-Unternehmen, die eben noch Innovationsführer waren, plötzlich abgehängt. Novell, Nokia, Blackberry oder Motorola sind anschauliche Beispiele dafür, wie disruptive Entwicklungen selbst Marktführer der Tech-Branche vom Thron stürzen können.

Der DNB Fund – Technology beweist in diesem sich ständig wandelnden Investitions-Umfeld erstaunliches Stehvermögen. Fondsmanager Anders Tandberg-Johansen leitet das Expertenteam des Fonds bereits seit 2001. Mit einer jährlichen Netto-Rendite von rund 14 Prozent, die der Fonds seitdem erzielt hat, lässt Tandberg-Johansen seine Mitbewerber weit hinter sich. Während der Podiumsdiskussion des €uro-Roundtable in Hamburg erklärt Senior Client Portfolio Manager Hagen-Holger Apel von DNB einen Grund für den Erfolg des Fonds: „Die Innovationskraft und die Chancen, die ein Tech-Unternehmen bietet, sind für die Titelauswahl für den Fonds natürlich wichtig. Unsere Experten achten aber auch darauf, dass Unternehmen, die wir ins Portfolio aufnehmen, auch in der Lage sind, nachhaltig Gewinne zu erzielen. Ein gesunde Portion Value sollten auch Internet-Konzerne bieten“, so Apel. Die Geschäftsmodelle der Technologiefirmen sollten nachhaltig sein, das Umsatz- und Gewinnwachstum überdurchschnittlich und die Cashflows solide. Fast alle Tech-Unternehmen im Fonds weisen eine positive Umsatzrendite aus.

Dieser geschärfte Blick auf das Thema Value tut dem Fonds und seinen Anlegern bisher sehr gut: Die Performance des DNB Fund – Technology liegt in den vergangenen Jahren regelmäßig mehr als sechs Prozent über der Branchen-Benchmark. Insgesamt verwaltet der Fonds heute rund 470 Millionen Euro. Als wichtige Investitionsfelder sieht das Fondsmanagement derzeit solche Themen wie das Internet der Dinge, Big Data und Künstliche Intelligenz, aber auch die Fragmentierung des TV-Markts über Anbieter wie Netflix, Apple TV und Youtube sowie die Digitalisierung von Finanzdienstleistungen und Cybersecurity. Zu den größten Positionen im Fonds gehören der Internetkonzern Alphabet, der Telekommunikations-Netzwerkspezialist Ericsson und der Softwarekonzern Oracle.

(MvA)

Die besten Fondsmanager sind Späteinsteiger

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Fondsmanager mit einem Bruch im Lebenslauf erzielen bessere Erträge als andere. Allerdings beschränkt sich die Überperformance auf Manager, die in den Bereichen investieren, in denen sie zuvor beruflich tätig waren ohne. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Hohenheim. In Kooperation mit der Universität Köln und der Mason School of Business wurden Performance und Lebensläufe von US-Fondsmanagern untersucht.

Die Forscher fanden eine eindeutige Korrelation zwischen den Ergebnissen, die die Manager in bestimmten Branchen ablieferten und ihrem bisherigen Karriereweg. Einzelmanager erzielten dort eine signifikante Überperformance, wo sie zuvor berufliche Erfahrung gesammelt hatten. „Ein ehemaliger Arzt wählt zum Beispiel Pharma-Aktien mit einer deutlich höheren risikoadjustierten Performance aus“, erläutert Prof. Dr. Gehde-Trapp, Leiterin der Studie. 

Für die Studie untersuchten die Forscher gezielt das Alpha von Einzelmanagern und recherchierten die Lebensläufe. Bei rund zehn Prozent fanden die Forscher einen Bruch im Karrriereweg. Rund 130 Personen, die bereits über Erfahrungen in anderen Branchen verfügten, wurden anschließend näher geprüft. Verglichen wurde aber nicht, ob die Manager in ihren Erfahrungsindustrien besser abschnitten als ihre Kollegen ohne diesen beruflichen Hintergrund, sondern ob sie in diesen Bereichen bessere Ergebnisse erzielten, als in anderen Branchen. „Das ist eindeutig der Fall“, so Gehde-Trapp. 

Die Professorin empfiehlt Fondsgesellschaften dieses Wissen weiter zu nutzen: „Vor allem bei Sektorfonds kann man sicherlich mit einer Steigerung der Rendite rechnen, wenn ein solcher Spezialist im Team ist“. Auch Privatanleger könnten von den Ergebnissen der Studie profitieren. Da die Portfolios der Spezialisten veröffentlicht werden, könnten Privatanleger sie nachbilden. 

Gehde-Trapp warnt allerdings davor, dass Branchenkenntnis nur dann von Nutzen ist, wenn Anleger die Branche verlassen haben. Wenn Anleger in Branchen investieren, in denen sie noch tätig sind, seien sie zu wenig selbstkritisch, die Ergebnisse daher meist sehr schlecht.

 

(DW) 

Krypotwährung mit Diamanten-Deckung

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Die Diamantenbörse Ramat Gan plant eine durch Diamanten gedeckte Währung herauszugeben, um einen Sekundärmarkt für Diamanten zu schaffen.

Anfang Januar befanden sich Anleger im Bann der Kryptowährung Bitcoin. Daher wundert es nicht, dass die Ankündigung des Geschäftsführers der weltweit größten Diamantenbörse „Israel Diamond Exchange“, Eli Avidar,  im Nachrichtenregen der Kryptowährungen unterging. Vor der Knesset verkündete Avidar, sein Unternehmen plane eine eigene Kryptowährung herauszugeben.

Im Mai soll das Vorhaben nun in die Tat umgesetzt und die Diamanten basierte Kryptowährung „Carat“ auf dem Markt platziert werden. Avidar verspricht sich viel von dem Vorhaben, er wolle so die „Diamantenindustrie in das 21. Jahrhundert bringen“ so der Präsident der Diamantenbörse.

Gegenwert durch Edelsteine

Das Besondere an der Währung ist die Wertbindung an Diamanten. Im Prinzip handelt es sich bei Investments in den Carat in Diamanteninvestitionen. Mindestens zur Hälfte soll die ausgegebene Währung durch die Edelsteine gedeckt sein. Investoren sollen nach Aussagen von Avidar jederzeit in der Lage sein, sich die Währungseinheiten gegen Diamanten auszahlen zu lassen. Das solle vor allem das Vertrauen in die Währung stärken.

Die technische Umsetzung erfolgt in Kooperation mit dem Start-up „Carat.io“, das die Infrastruktur für den Handel bereitstellt. Das Unternehmen mit Sitz in Israel hat in diesem Jahr bereits die Kryptowährung „Cut“ auf den Markt platziert, mit dem professionelle Händler Diamantenhandel betreiben können. Sie wollen Diamanten von der Israel Diamond Exchange aufkaufen und in unternehmenseigenen Tresoren so den Gegenwert der gehandelten Währung lagern.

Eli Avidar sieht großes Potential in der Börse: „Der Carat wird einen Sekundärmarkt für Diamanten schaffen, wie wir ihn aus dem Goldgeschäft kennen“, so Avidar.

 

(DW)


Deutschen Bank in der Kostenfalle

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Die Aktie der Deutschen Bank befindet sich weiter auf Talfahrt. Am Nachmittag notierte das Papier bei 11,30 Euro – gut drei Prozent weniger als gestern. Seit dem Zwischenhoch Mitte Dezember 2017 ging es gut 32% abwärts. Anleger reagieren mit den Verkäufen auf die anhaltenden Schwierigkeiten. Nachdem Finanzchef von Moltke am Mittwoch auf einer Konferenz Gesamtbelastungen in Höhe von 450 Mio. Euro für das Investmentbanking bekannt gegeben hatte, war auch dem Börsengang der Fondstochter DWS am Donnerstag nur durchschnittlicher Erfolg beschieden. Am heutigen Freitag folgte im Geschäftsbericht die nächste Hiobsbotschaft für die Anleger. Zum einen erhöht sich das Minus von 500 Mio. auf 735 Mio. Euro. Zum anderen reduzieren die Frankfurter ihre Dividendenausschüttung um über 40%.

Dividende verringern und Boni erhöhen

Wie dem heute veröffentlichten Geschäftsbericht zu entnehmen ist, muss die Deutsche Bank aufgrund von latenten Steueransprüchen ihre Anfang Februar bekannt gegebenen Jahreszahlen nach unten korrigieren. Anstelle eines Verlustes von knapp 500 Mio. Euro werde nach Steuern ein Minus von 735 Mio. Euro stehen. Entsprechend mau fällt die Vergütung für die Anteilseigner aus. Als eines der wenigen DAX-Unternehmen teilt die Deutsche Bank für das abgelaufene Jahr weniger Dividende aus. Statt 19 Cent je Aktie wird pro Wertpapier nur noch ein Betrag von 11 Cent ausgeschüttet. 

Gleichzeitig steigen die variablen Vergütungen der Top-Führungskräfte trotz des dritten Rückgangs beim Jahresumsatz in Folge von 0,5 Mrd. Euro im Vorjahr auf jetzt 2,2 Mrd. Euro. Dabei verzichten -  wie in den vergangenen Jahren – Vorstand und Vorstandsvorsitzender auf ihre Boni. CEO Cyran wird mit 3,4 Mio. Euro vergütet. Damit ist der Deutsche-Bank-Chef nicht der Spitzenverdiener im Haus. Nach Angaben des “Handelsblatts”, das sich auf einen Bericht des Wall Street Journals stützt, sollen gut 50 Banker aus dem Investmentsegment der Bank aufgrund der Bonuszahlungen deutlich mehr verdienen. Genannt wurden Summen zwischen 3,5 Millionen und acht Millionen Euro. 

Das Zugpferd der Deutschen Bank, das Investmentbanking, schwächelt seit Jahren. Finanzchef von Moltke hatte am Mittwoch auf einer Morgan-Stanley-Konferenz bekannt gegeben, dass die Investment-Sparte durch den starken Euro und gestiegene Refinanzierungskosten stark belastet wird: „Wir berichten in Euro und 40 % unserer Ertragsbasis in der Investmentbank entstehen auf Basis des Dollars oder sind an den Dollar gekoppelt“, so von Moltke. Daraus resultiere eine Belastung von rund 300 Mio. Euro. Weitere 150 Mio. Euro kämen durch die Refinanzierungskosten hinzu. 

Deutsche Bank: Investmentbanking 2017 relativ schwach


Gesamtergebnis vs. Investmentbanking von 2002 bis 2017 (in Mrd. Euro)
Quelle: Statista

Zudem kämpft die Sparte mit rückläufigen Erträgen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters ging das Anleihen-Geschäft um gut 30% zurück, der Aktienhandel sei um rund 25% eingebrochen. Insgesamt sanken die Erträge aus dem FIC-Segment (Anleihen, Devisen, Derivate) um 36%. Ein Problem, da das Investmentbanking knapp die Hälfte aller Einnahmen beisteuert. Seit 2011 hätten sich die Einnahmen aus dem FIC Geschäft halbiert, konstatiert das “Handelsblatt” in seiner heutigen Printausgabe. 
In den kommenden Jahren wird die Deutsche Bank daher deutlich Stellen abbauen. Ende 2017 verkündete Cyran, dass 9000 Stellen zur Disposition stünden. Im vergangenen Jahr baute die Bank bereits rund 2.200 Stellen ab. Im Februar wurde bekannt, dass bis zu 500 von den 17.000 im Investmentbanking Beschäftigten gehen müssen.  

Experten zweifeln am Erfolg der Maßnahme, sehen aber keine Alternative. Wollte die Deutsche Bank ihr Investmentbanking ähnlich der Royal Bank of Scotland gesund schrumpfen, zitiert das “Handelsblatt” eine Studie des Research-Hauses Autonomous, würde sie das rund zwölf Milliarden Euro kosten. 

Deutsche Bank: Weiterhin negative Eigenkapitalrendite 


 

Eigenkapitalrendite nach Steuern der Deutschen Bank in den Jahren von 2006 bis 2017

Quelle: Statista

 

 

(DW)

Frühjahrsmüdigkeit im DAX

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Passend zur Jahreszeit macht sich an den Märkten eine Art Frühjahrsmüdigkeit breit. Nicht nur der DAX setzte seine Kurs-Talfahrt fort. Auch die wichtigen konjunkturelle Frühindikatoren sanken erneut im Vergleich zum Vormonat. Frühlingsgefühle lassen auf sich warten.

Der DAX ging am Freitag mit 11.886 Punkten ins Wochenende. Auf Wochensicht bedeutet das erneut ein sattes Minus von mehr als vier Prozent. Zum Börsenauftakt zeigt sich der Leitindex leicht erholt und geht mit 11.920 Punkten in den Handel.

Auf kurze Sicht erwarten die Experten der Deutschen Bank kaum Besserung im DAX: „Geht der Ausverkauf heute in die nächste Runde, greifen die Kursziele auf der Unterseite“, heißt es im aktuellen Börsenausblick. In der verkürzten Karwoche warte ein hartes Stück Arbeit auf die Blue Chips. 

Für Andreas Büchler wird es Zeit für eine Trendwende. Der DAX habe eine Unterstützungszone erreicht, so der Analyst und Gründer der Quarat AG. „Damit steigen die Chancen, dass der Index seine Abwärtsbewegung wenigstens kurzfristig unterbricht und zu einer Zwischenerholung ansetzt“. 

Armdrücken der Großmächte verunsichert die Anleger

Ob das gelingt, bezweifeln Finanzmarktexperten: „Drei Dinge versetzen die Aktienmärkte aktuell in den Korrekturmodus: Die Angst vor einem ausufernden Handelskrieg, damit einhergehende Wachstumsbedenken etwa in Europa und Japan sowie der anhaltende Pfad führender Notenbanken in Richtung mehr geldpolitischer Normalität“, so Robert Greil, Chefstratege bei Merck und Fink, gegenüber der ARD.

Auch Claudia Windt, Finanzmarktexpertin der Helaba, macht den anstehenden Konflikt der Supermächte für die Unruhe an den Märkten verantwortlich. „Die Aussicht, dass der schwelende Handelskonflikt zwischen den USA sowie Europa und China eskaliert, hat zu einem spürbaren Anstieg der Risikoaversion unter den Anlegern geführt“, so Windt. Ein Ende der Streitigkeiten ist ihrer Meinung nach kaum in Sicht: Die Auseinandersetzung mit China nehme gerade erst richtig Fahrt auf.

Dass der Konflikt weiter eskalieren und die Märkte mitreißen könnte, sieht auch Edgar Walk von Metzler Asset Management. Zwar sei bekannt, dass „Politische Börsen kurze Beine haben“, so Walk, aber „die neue politische Großwetterlage spricht dafür, dass der Einfluss der Politik auf die Finanzmärkte in Zukunft deutlich zunehmen wird, was sich auch in deutlich steigenden Volatilitäten niederschlagen dürfte“. 

Ifo-Geschäftsklimaindex sinkt auf 10-Monats-Tief

Nicht nur im DAX ging es runter, auch der ifo-Geschäftsklimaindex und der deutsche Einkaufsmanagerindex sanken im Vergleich zum Vormonat. Mit 114,7 Punkten fiel das Geschäftsbarometer der gewerblichen Wirtschaft so niedrig aus, wie seit Mai letzten Jahres nicht mehr. Bereits im Vormonat war der Index von seinem Rekordstand 117,6 auf 115,4 Punkte gesunken. 

Auch die Deutschen Manager im Einkauf erwarten eine rückläufige Entwicklung. Der Index zeigt die Erwartungen über die Entwicklung von Produktion, Auftragseingang, Beschäftigung, Lieferzeiten und Lagerbestand. Er sank im März um 2,2 Punkte auf jetzt 58,8. 

(DW)

Aktien: Die großen Fondsgesellschaften im Vergleich

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Am vergangenen Freitag startete die Fondstochter der Deutschen Bank, DWS, an der Börse. Nach kurzen Schwankungen schloss das Papier mit einem Plus von 1,8%. DerAssetmanager zeigt in einer Bildergalerie, wie sich die Aktien der anderen großen globalen Fondsgesellschaften auf Jahressicht entwickelt haben.


€uro-Roundtable: Big Data als Herausforderung und Chance

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Im Rahmen der €uro-Roundtable trafen sich am Donnerstag, den 22. März, im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg wieder Finanz-Profis, über über aktuelle Entwicklungen und Trends zu diskutieren. Im Brennpunkt der Diskussion rund um das Thema „Asset Management im Umbruch“ standen diesmal die Schlagworte Robotics, Big Data und Factor-Investing.

Die Experten Stéphane Lago (Axa IM), Stefan Lutz (Credit Suisse) Guido Hansmeyer (BMO), Kai Röhrl (Robeco) und Hagen-Holger Apel (DNB) beleuchteten die Chancen und Risiken der zunehmenden Digitalisierung aus zwei Perspektiven. So sprachen sie zum einen offen die Veränderungen durch neue Technologien in ihrer eigenen Branche an. Zum anderen zeigten sie auch Chancen für Anleger auf und erläuterten, welche aktuellen Trends derzeit besonders aussichtsreich sind und wie Anleger davon profitieren können.

Schon im Vorfeld der Diskussion hatte Keynote-Speaker Dr. Jens-Uwe Meyer, der zu den innovativsten Wirtschaftsvordenkern im deutschsprachigen Raum gehört, einen Ausblick darauf gegeben, wie Digitalisierung die Wirtschaft bereits erfasst. Und er skizzierte die Chancen neuer Businessmodelle, die herkömmliche Denkmuster komplett infrage stellen. Diese Anregungen griffen die Teilnehmer der Diskussionsrunde dankbar auf. 

Shwishen statt Kleingeld zählen

So beschreibt Hagen-Holger Apel, Senior Client Portfolio Manager bei der norwegischen DNB Asset Management, eindrucksvoll, wie eine Handy-App im Nachbarland Schweden die Bezahl-Gewohnheiten verändert hat: Mit der App „Swish“, die von sechs schwedischen Großbanken entwickelt wurde, können Zahlungen mit einem Fingerwisch über das Display getätigt werden. Man benötigt lediglich die Mobilnummer des Empfängers für eine Transaktion. Der Betrag wird sofort überwiesen. „Das Verb swisha als Synonym für Bezahlen ist mittlerweile in den Sprachgebrauch übergegangen“, führt Apel aus. Schon an diesem Beispiel werde deutlich sichtbar, wie sehr Banken sich mehr und mehr zu technologischen Lösungsanbietern wandeln.

Mathematiker als Fondsmanager

Auch auf der Asset Management-Seite treiben Innovationen die Branche um. So erklärt Kai Röhrl,  wie sich Factor Investing als eigene Disziplin innerhalb der verschiedenen Arten von Fonds und ETFs positioniert. „Wissenschaftler und Programmierer arbeiten hier Bewertungs- und Handelsmodelle aus, die dafür sorgen, das Factor-Fonds regelbasiert investieren“, so Röhrl. Bei der täglichen Umsetzung sei eine ausgereifte Technik absolut unverzichtbar, was übrigens nicht nur für diese speziellen Fonds gelte und bestimmte Skaleneffekte erst möglich mache. „Wir haben vor 16 Jahren mit 2.700 Mitarbeitern ein Anlagevermögen von 105 Milliarden Euro verwaltet. Heute managen wir mit 1.900 Mitarbeitern 300 Milliarden Euro“, so Röhrl. Was die Digitalisierung auf der anderen Seite für den Vertrieb bedeute, sehe man an den zahlreichen Filialschließungen in der Branche. 

Der Robodoc im Portfolio

Welche Chancen Unternehmen mit neuen digitalen Geschäftsmodellen als Baustein im Portfolio bieten, zeigt Stefan Lutz von der Credit Suisse an einem Beispiel aus der Gesundheitsbranche auf. So sei etwa Teladoc, ein ehemals kleines Startup, zum größten Anbieter von Telemedizin in den USA aufgestiegen, weil es rechtzeitig in eine Marktlücke gestoßen ist. „In den Gesundheitssystemen der Industrieländer gibt es viel Optimierungsbedarf, nicht nur in den USA“, sagt Stefan Lutz. Auf der einen Seite machten die Krankenkassen Druck, um die Kosten in den Griff zu bekommen. Auf der anderen Seite würden viele Möglichkeiten noch aus regulatorischen Gründen nicht ausgeschöpft oder weil man manche Themen rund um die Gesundheit sehr sensibel angehen müsse. „Wir sehen aber, dass das Thema Digitalisierung im Bereich Health Care seit einiger Zeit richtig Fahrt aufgenommen hat“ so Lutz.

Wie Nullen und Einsen unsere Welt durchdringen

„In nahezu allen Branchen ist zu erkennen, wie Digitalisierung Geschäftsmodelle radikal verändert“, sagt Stéphane Lago von Axa IM. Als Beispiele nennt er ein Unternehmen in Shanghai, das die Art der Bezahlung revolutioniert oder eine App, mit der Fondsmanager ihr Research optimieren, miteinander in Teams über Kontinente hinweg chatten oder auch den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Kundenkommunikation. „Es geht für uns als aktive Fondsmanager darum, dass wir aus den vielen Produktinnovationen die wichtigen, zukunftsweisenden Trends erkennen und in die Unternehmen investieren, die hier langfristig ganz vorne sein werden“, so Lago. Dafür brauche es im übrigen noch Fondsmanager aus Fleisch und Blut, auch wenn es um das Thema Robotik geht.

Nachhaltig investieren

Bei aller Euphorie fürs Digitale, mahnt Guido Hansmeyer von BMO, dürfe man das Thema Nachhaltigkeit nicht aus den Augen verlieren. „Unternehmen, die zwar innovativ sind, gleichzeitig aber nicht ausreichend auf Umwelt- und Sozialstandards achten, haben es schwer, sich am Markt in der ersten Reihe zu behaupten“, so Hansmeyer. Deshalb sehen sich die Fondsmanager von BMO auch die Unternehmen und ihre Produktionsstätten vor Ort an. „Unsere Erfahrung zeigt, dass sich Nachhaltigkeit und Ertragsstärke nicht ausschließen“, so Hansmeyer. Digitalisierung und Robotik würden zuweilen sogar dabei helfen, Ressourcen zu schonen und Produktionsverfahren nachhaltiger zu machen, zum Beispiel in der Landwirtschaft.

In der Schlussrunde der Diskussion ziehen die fünf Experten ein optimistisches Resümee. Digitalisierung, so die Erkenntnis, biete eine Reihe von Chancen – für die Finanzbranche, für die Wirtschaft und vor allem für Anleger, die die Gelegenheit beim Schopfe packen und mithilfe von Fonds in die passenden Themen und Strategien investieren.

 

(MvA)

(Bilder: Stephan Bestmann)

„Chinas Aktienmarkt tickt anders“

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Bin Shi kam im Januar 2006 zu UBS und managt seitdem den UBS Equity ChinaOpportunity. Zuvor arbeitete für eine große chinesische Investmentgesellschaftin Hongkong und als Analyst und Portfoliomanager in den USA. 

AssetManager: Herr Shi, der UBS Equity China Opportunity hat auf Sicht von fünf Jahren weit besser als der MSCI China abgeschlossen. In welchen Sektoren weicht der Fonds stark vom Referenzindex ab?

Bin Shi: Wir haben den Bereich Informationstechnologie sowie die Konsum- und die Gesundheitsbranche höher gewichtet. In puncto Telekommunikation und Energie ist der Fonds dagegen deutlich untergewichtet. Der Fonds hat sich gegenüber Konkurrenzprodukten sehr gut entwickelt.

AssetManager: Wie unterscheidet sich der Investmentansatz gegenüber Mitbewerbern?

Bin Shi: Wir versuchen, die Gewinner von morgen in einem noch frühen Stadium zu identifizieren. Diese Unternehmen zu finden erfordert intensive Recherche. Zudem ist das Portfolio sehr konzentriert. Wir investieren in 50 bis maximal 70 Unternehmen, der MSCI China enthält dagegen über 150 Aktien. Titel, von denen wir überzeugt sind, halten wir in der Regel auch sehr lange. Der Portfolioumschlag beträgt gerade mal 20 bis 30 Prozent pro Jahr. In den vier größten Positionen des Fonds haben Sie fast 40 Prozent der Mittel investiert.

AssetManager:  Ist das nicht ein Risiko?

Bin Shi: Die hohen Gewichtungen sind angesichts der Gewinnsteigerungsmöglichkeiten der Unternehmen unserer Meinung nach gerechtfertigt. Zu den Unternehmen, die sich schon zu Gewinnern entwickelt haben, zählt der Internetriese Tencent. Der Titel hat in den vergangenen fünf Jahren über 170 Prozent zugelegt. 

AssetManager:  Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei über 40. Kann das Unternehmen weiter wachsen, die Aktie weiter zulegen?

Bin Shi: Das Unternehmen, das innerhalb von nur 18 Jahren eine Marktkapitalisierung von 500 Millionen Dollar erreichte, hat in der Vergangenheit regelmäßig die Gewinne zweistellig gesteigert. Starke Ergebniszuwächse sollten auch künftig drin sein. Das Unternehmen wird gut gemanagt undmuss Konkurrenz nicht fürchten.

AssetManager:  Aus welchen Branchen neben der Technologie gehen Ihrer Recherche nach künftige Gewinner hervor?

Bin Shi: Chinas Eltern haben erkannt, wie wichtig für ihre Kinder eine gute Ausbildung ist. Für deren künftigen beruflichen Erfolg wenden sie hohe Summen auf. Die Ansprüche an die Lehrer sind entsprechend hoch. Davon profitiert Tal Education. Das Unternehmen entwickelt unter anderem internetbasierte Lernsysteme, die es Schulabsolventen ermöglichen, sich zu guten Lehrern auszubilden.

AssetManager:  In Ihrem Portfolio finden sich keine Staatsunternehmen. Warum meiden Sie China Mobil oder China Petrobras, die Titel sind doch relativ billig?

Bin Shi: Nur billig reicht nicht als Kaufargument. Die Staatsunternehmen werden nämlich nicht effizient geführt. An der Spitze stehe meist Parteimitglieder oder Politiker, die nicht die dazu notwendige Expertise mitbringen.

AssetManager:  In den Industriestaaten würden die Aktionäre auf eine Auswechslung des Managements drängen?

Bin Shi: Richtig. In China kommt es jedoch dazu nicht, auch wenn die Ergebnisse nachhaltig enttäuschen. In diesem Punkt unterscheidet sich der chinesische Aktienmarkt sehr von an den Märkten der Industriestaaten geltenden Mechanismen.

AssetManager:  Gibt es weitere Unterschiede, die Anleger aus den Industriestaaten wissen sollten?

Bin Shi: An den Börsen in Shenzen und Shanghai engagieren sich bislang nur wenige institutionelle Investoren. Die handelnden Privatanleger halten die Aktien nicht langfristig, sondern sind an kurzfristigen Gewinnen interessiert. Das führt immer wieder zu sehr hohen Schwankungen.

AssetManager:  In wenigen Wochen werden Aktien, die an den Börsen in Shenzen und Shanghai notieren, in den MSCI Emerging Markets übernommen. Fallen die Schwankungen dann geringer aus?

Bin Shi: Schwellenländer-ETF-Anbieter werden zwar die Aktien kaufen, doch eine Stabilisierung der Kursentwicklung sollte dauern. Für uns sind dies Kaufgelegenheiten. Wir haben die in den MSCI  Markets kommenden Unternehmen analysiert, bislang aber nur wenige aussichtsreiche Werte ermitteln können.

AssetManager:  Werden China-Aktien unter den Handelssanktionen und Strafzöllen vonseiten der USA leiden?

Bin Shi: Es ist nicht unwahrscheinlich, das Investoren als Folge Mittel abziehen werden. Die Maßnahmen schaden jedoch nicht nur China. Darunter leiden der Rest der Welt und insbesondere die USA. Man darf nicht vergessen: Die Exporte Chinas halten in den Staaten die Inflation niedrig. Allerdings gibt es Unternehmen, die fast ausschließlich auf den chinesischen Markt fokussiert sind. Dazu zählt auch Tencent, weit über 90 Prozent der Erlöse werden im Reich der Mitte generiert.

AssetManager: Chinas Nationaler Volkskongress hat vor Kurzem die Begrenzung der Amtszeit des Staatspräsidenten aufgehoben. Xi Jinping kann nun so lange reagieren, wie er es für notwendig hält. Ist das für die wirtschaftliche Entwicklung positiv?

Bin Shi: Der Staatspräsident gestaltet im Wesentlichen die Reformpolitik. Seine Ziele sind ambitioniert, China soll eines der innovativsten Länder der Welt werden. Ob es erreicht wird und ob die Aufhebung der Amtszeitbegrenzung der Wirtschaft nutzt, muss man abwarten. 

 

Jörg Billina

Ethenea ernennt Alexander Lehmann zum Leiter Wholesale

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Die luxemburgische Investment-Gesellschaft Ethenea verstärkt ihren Sales-Bereich mit Alexander Lehmann. Er wird ab April 2018 das Team für Business Development Services – Wholesale in Deutschland und Österreich leiten, heißt es in der aktuellen Pressemitteilung.

Lehmann verantwortete bis September vergangenen Jahres den Bereich Wholesale für Mitteleuropa bei Invesco Asset Management. Beim US-Vermögensverwalter war der gelernte Diplom-Volkswirt fast 13 Jahre tätig. Vor seinem Wechsel zu Invesco war Lehmann gut siebeneinhalb Jahre Abteilungsleiter bei der Cominvest. Von 1988 bis 1997 arbeitete er als Geschäftsstellenleiter für die ASI-Consulting.

„Mit seiner langjährigen Expertise im Vertrieb sowie in der Kundenbetreuung auf dem deutschen und österreichischen Markt ist Alexander Lehmann die optimale Besetzung für diese Aufgabe“, sagt Dominic Nys, Global Head of Business Development Services und Marketing bei Ethenea.

 

(DW)