Banken sollen Weltwirtschaft auf nachhaltigeren Weg bringen

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Insight Investment ist seit langem im Bereich Nachhaltiges Investieren engagiert. Seit mehr als zehn Jahren berücksichtigt der Assetmanager Umwelt-, Sozial- sowie Governance-Themen (ESG) und hat sich zur Einhaltung der United Nations Principles for Responsible Investment (UN PRI) verpflichtet. Im Zuge der Ratifizierung des Pariser Abkommens hat die Taskforce on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) Besitzer von Vermögenswerten ausdrücklich dazu angehalten, darüber zu berichten, wie sie mit Risiken und Chancen im Zusammenhang mit dem Klimawandel umgehen.

Nun hat das Unternehmen 28 Banken dazu aufgefordert, die Ausgabe von Green Bonds zu unterstützen: „Green Bonds können effektiv dazu beitragen, die Finanzierung auf Branchen und Unternehmen auszurichten, die sich an eine kohlenstoffarme Wirtschaft anpassen. Wir fordern die Banken auf, die Emission von Green Bonds als Mittel zur Finanzierung des Übergangs zu einer kohlenstoffarmen Zukunft zu betrachten. Sie spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, junge und etablierte Unternehmen zu unterstützen und ihnen dabei zu helfen, eine starke Marktposition aufzubauen”, so Adrian Grey, Chief Investment Officer Active Management bei Insight Investment.

Neues Klimarisikomodell

Das Interesse am Klimawandel ist in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus der Anleger gerückt – schließlich birgt er sowohl Chancen als auch Risiken. Um diese adäquat in ihren Portfolios abbilden zu können, hat Insight Investment mit dem „Klimarisikomodell“ eigenen Angaben zufolge ein Bewertungssystem entwickelt, das abbildet, wie Emittenten von festverzinslichen Unternehmensanleihen ihre mit dem Klimawandel verbundenen Chancen und Risiken managen, und wie sie sich für den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft positionieren.

Institutionellen Anlegern wird so ermöglicht, in ihren Portfolios klimabedingte Risiken und Chancen abzuschätzen. Die Bewertung ist auf die Anforderungen des TCFD abgestimmt und berücksichtigt unabhängigen Daten aus dem Carbon Disclosure Projekt (CDP), MSCI und Bloomberg sowie die veröffentlichten Informationen von 1.900 Unternehmen. Letztere sind – abgesehen von wenigen Ausnahmen – allerdings recht dürftig, wie Insight Investment im Zuge der Auswertung feststellte. „An diesem Punkt liefern die meisten Unternehmen einfach nicht genügend Informationen für Investoren, um die Risiken des Klimawandels richtig einschätzen zu können“, erklärt Adrian Grey. „Wir sind jedoch zuversichtlich, dass sich diese Situation im Zuge der stärkeren Fokussierung von Investoren und Aufsichtsbehörden auf diese Themen rasch ändern wird.“

Credit Suisse: Technologierevolution im Gesundheitswesen

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Mit einem erwarteten Wachstum von rund 15 Prozent pro Jahr zählt Digital Health zu den am stärksten wachsenden Segmenten des Gesundheitswesens. Der Grund dafür ist die Erkenntnis, dass die Digitalisierung für das Gesundheitswesen eine Revolution bedeutet. Sie hat das Potenzial, nicht nur die Qualität der medizinischen Leistungen markant zu verbessern, sondern auch die ansteigenden Gesundheitskosten zu senken.

Stefan Lutz macht das auf der Podiumsdiskussion im Rahmen des €uro-Roundtable am 22. März in Hamburg anhand eines anschaulichen Beispiels deutlich: So sei etwa Teladoc, ein ehemals kleines Startup, zum größten Anbieter von Telemedizin in den USA aufgestiegen, weil es rechtzeitig in eine Marktlücke gestoßen sei. „In den Gesundheitssystemen der Industrieländer gibt es viel Optimierungsbedarf, nicht nur in den USA“, sagt Stefan Lutz. Auf der einen Seite machten neben den Krankenkassen auch die Regierungen Druck, um die Kosten in den Griff zu bekommen. Auf der anderen Seite würden viele Möglichkeiten noch aus regulatorischen Gründen nicht ausgeschöpft oder weil man manche Themen rund um die Gesundheit sehr sensibel angehen müsse. „Wir sehen aber, dass das Thema Digitalisierung im Bereich Health Care nun richtig Fahrt aufgenommen hat“, so Lutz.

Die Credit Suisse hat deshalb bei ihrem Credit Suisse Global Digital Health Equity Fund den Schwerpunkt der Investitionen auf drei Bereiche gelegt: Forschung und Entwicklung, innovative Behandlungen und verbesserte Effizienz. Im Fokus stehen solide, wachstumsstarke kleinere und mittelgroße Unternehmen aus der Healthcare-/Technologiebranche mit innovativen Produkten und hohem kommerziellem Potenzial. „Wir wollen die nächste Google im Bereich Gesundheitswesen finden“, sagt Stefan Lutz. Der Vergleich zu Google ist dabei sicher kein Zufall: Zurzeit sind rund 85 Prozent der im Portfolio enthaltenen Titel US-Unternehmen. Mittel bis langfristig werden sicherlich vermehrt auch Unternehmen aus Europa und den Emerging Markets im Fonds Platz finden.

Die größten drei Positionen im Fonds sind Teladoc, gefolgt von Cerner Corporation, die unter anderem Softwarelösungen für Krankenhäuser anbietet, und Medidata Solutions, einem Unternehmen, das Software für klinische Forschung entwickelt und vertreibt. Der in Luxemburg aufgelegte Fonds wurde Mitte Dezember 2017 lanciert und ist auf sehr großes Interesse gestoßen. „Unseres Erachtens können Anleger in diesem Fonds von einem nachhaltigen und langfristigen strukturellen Trend profitieren“, sagt Stefan Lutz.

(MvA)

Jupiter AM: Rechnen mit unbekannten Variablen

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„Experten sind Menschen, die hinterher genau sagen können, warum ihre Prognosen nicht gestimmt haben.“ Dieses überlieferte Zitat von Winston Churchill nehmen sich die Fondsmanager des Jupiter Europa Fund zu Herzen. Sie gehen davon aus, dass niemand mit Sicherheit sagen kann, wie die Börse auf die gegenwärtigen Unwägbarkeiten reagieren wird. Überschuldete Staatshaushalte, tendenziell steigende Zinsen, politische Risiken oder auch einfach ein unvorhergesehener Umschwung in der allgemeinen Anlegerstimmung sind Faktoren, die sich nur schwer kalkulieren lassen.

„Studenten der Finanzmarktgeschichte werden zahlreiche Episoden finden, in denen sich unsere Modelle zur Zukunftsprognose angesichts scheinbar zufälliger Ereignisse als unzulänglich erwiesen haben“, erklärt Mike Buhl-Nielsen, Fondsmanager des Jupiter Europa Fund. „Es gibt einige bekannte Verhaltensmuster wie Bestätigungsneigung, Spielertrugschluss und Fokussierungseffekt, die unsere Annahmen und die Entscheidungen, die wir auf der Grundlage dieser Modelle treffen, maßgeblich  beeinflussen können“, so Buhl-Nielsen. Der Jupiter Europa Fund (ISIN: LU0459992037) stellt sich mit einer speziellen Long-Short-Strategie diesen Herausforderungen: Vorbereitung auf Veränderungen ist ein wesentlicher Bestandteil seines Anlageprozesses. Die Aktien- und Short-Positionen des Fonds werden immer wieder  Stresstests mit verschiedenen Marktszenarien unterzogen. Ergänzt wird das Portfolio um die Beimischung von Anlagen, die von ansteigender Volatilität profitieren.

„Wir werden weiterhin daran arbeiten, die Robustheit der Strategien gegenüber Veränderungen zu erhöhen“, so Manager Buhl-Nielsen. Bisher ist es ihm und seinem Team sehr gut gelungen, den Fonds, der 158 Millionen Euro verwaltet, auch in unruhiger werdendem Fahrwasser auf Kurs zu halten.

Für die vergangenen zwölf Monate steht unter dem Strich eine Performance von 12,54 Prozent. In den vergangenen fünf Jahren erwirtschaftete der Fonds regelmäßig zwischen sechs und sieben Prozent pro Jahr – bei einem zwischenzeitlichen maximalen Verlust (Maximum Drawdown) von 7,65 Prozent.

„Mir reicht es nicht, wenn schwarz-weiß gemalt wird“

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AssetManager: Herr Dilg, Welchen Mehrwert bietet aktives Management?  

Dilg: Das ist im Prinzip ganz einfach. Es wird immer gesagt, dass nur gut 20% der aktiven Manager den Index schlagen. Der letzten Studie der Ratingagentur Scope zufolge, haben jedoch beispielsweise im letzten Jahr 50% der Manager den Index übertroffen. Das heißt nicht, dass passive Ansätze nicht auch ihren Platz haben. Im Gegenteil: In bestimmten Marktphasen machen Indexfonds sogar Sinn. Aber Anleger müssen sich über die Limits dieses Ansatzes im Klaren sein: Passiv heißt Index-Performance minus Gebühren. Damit ist die Benchmark per se nicht zu schlagen. Beim aktiven Manager haben Sie die Möglichkeit, die Benchmark zu übertreffen. 

AssetManager: Warum genießt aktives Management nicht entsprechend mehr Rückhalt?

Dilg: Ich vermute, weil es nicht in jedem Kalenderjahr gleichmäßig Outperformances liefert. Das ist auch kaum möglich. Aber wenn Sie rollierende Zeiträume betrachten, können aktive Manager einen deutlichen Mehrwert generieren. Mir reicht es nicht, wenn schwarz-weiß gemalt wird. AllianceBernstein legt den Fokus auf Generierung von Alpha durch wahrhaft aktives Management über konzentrierte Portfolios, wirksamen Verlustschutz und Erzielung hoher laufender Ausschüttungen. 

AssetManager: Wie stellt sich AllianceBernstein in der gegenwärtigen Marktlage auf?

Dilg: Wir prüfen beständig, ob das, was gestern funktioniert hat, morgen auch noch funktionieren kann. Im Equity-Bereich verfolgen wir primär einen High-Conviction-Ansatz: sehr konzentrierte Portfolios. Keine 150 Titel, sondern 30, höchstens 40, die unseren Standards genügen. Wir schauen uns die Fundamentaldaten sehr genau an. Bei Renten gehen wir den Weg genau andersherum: sehr breit diversifizierte Portfolios. Den Kredit-Sektor, Mortgages, High-Yield… alle „riskanteren“ Anlageprodukte decken wir analytisch noch stärker ab, um einen Mehrwert sicher zu stellen.

AssetManager: Kaufen Sie Research extern, oder betreiben Sie es hausintern?

Dilg: AB ist ein Research-getriebenes Haus. Wir wollen sicher sein, dass unsere konzentrierten Portfolios passen. Dementsprechend betreiben wir einen großen Research-Aufwand, um uns und den Anleger möglichst optimal abzusichern. Für jedes Portfolio bilden wir Expertenteams. Jeder Experte bei uns macht seine Hausaufgaben, dann tauschen sie sich untereinander aus und es gibt neue Hausaufgaben – solange bis es passt. 

AssetManager: Berücksichtigen Sie bei Ihren Investments ESG-Kriterien?

Dilg: ESG ist zwar mit Ausnahme dezidierter Fonds kein Pflichtkriterium bei der Titelauswahl, aber es ist fester Bestandteil unserer Anlagephilosophie. Wir verfolgen dabei sogar einen weiter gefassten Ansatz: die Unternehmen werden nicht nur auf Nachhaltigkeit hin untersucht, sondern müssen vor allem auch wirtschaftlich solide aufgestellt sein. Davon profitieren alle Seiten.

AssetManager: Sie richten sich also nicht nach Anlagetrends? 

Dilg: Wir leben unsere Firmen-Philosophie. Seinem Gewissen zu folgen ist das eine, am Finanzmarkt zu investieren das andere. Das gilt es zu trennen: Für Anleger, die bei der Allokation vor allem nicht-monetäre Gründe in den Vordergrund stellen, gibt es effektivere Wege Projekte zu fördern. Zum Beispiel über Micro-Finance-Kredite oder mit Spenden an entsprechend operierende Einrichtungen.

AllianceBernstein
AllianceBernstein (AB) ist eine der führenden Fondsgesellschaften weltweit mit einem verwalteten Vermögen von aktuell 554 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen arbeitet zukunftsorientiert, verfügt über unabhängiges Research und bietet Investmentlösungen für alle Anlageklassen – von Aktien über Anleihen und Multi-Asset-Portfolios bis hin zu alternativen Investments. 

BNP Paribas AM: Aufsteiger aus dem Norden

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Der Parvest Equity Nordic Small Cap wird von einem der größten und erfahrensten Investmentteams mit Fokus auf kleinere und mittelgroße skandinavische Unternehmen gemanagt.

Die Volkswirtschaften im Norden von Europa gehören zu den leistungsstärksten weltweit. Schweden, Finnland, Norwegen und Dänemark gehören zu den Top 20, wenn es um das Bruttosozialprodukt pro Kopf geht. Politische Stabilität, Innovationsfreude sowie eine gut ausgebildete Bevölkerung sind Gründe dafür, dass Skandinavien einer der attraktivsten Wirtschaftsräume in Europa ist.

Dass der Sozialstaat in den Ländern Nordeuropas nicht nur auf seine Bürger achtet, sondern auch Eigenverantwortung und Gründertum unterstützt, zahlt sich an der Börse aus. Die skandinavischen Aktienmärkte entwickelten sich seit 1965 besser als die Börsen in den USA und Europa.

Insbesondere Small Caps sind in diesem Zusammenhang besonders interessant: Obwohl ihre Risiko-adjustierten Erträge zuweilen die der Large Caps übertreffen können, fliegen sie aufgrund fehlenden Research-Materials oft unter dem Radar der Analysten großer Investoren.

Das ist eine Chance für Experten wie das Fondsmanagement des Parvest-Fonds (ISIN: LU0950372911). Das erfahrene, auf nordische Länder spezialisierte Team rund um Fondsmanager Johan Stein ist in allen vier Ländern Skandinaviens präsent. „Wir können uns vor Ort einen persönlichen Eindruck von Unternehmen machen und Chancen wahrnehmen, die andere Marktteilnehmer noch nicht erkennen“, sagt Teamchef Stein.

Dank des Standortvorteils und der Expertise der spezialisierten Asset-Manager der BNP-Paribas-Gruppe konnte der Fonds seit seiner Auflage Ende Januar 2014 eine Rendite von 18,75 Prozent per annum erzielen. Zum Vergleich: Der MSCI Nordic Countries NR weist für denselben Zeitraum eine jährliche Rendite von 15,38 Prozent aus. Dieser Erfolg ist Anlegern nicht verborgen  geblieben. Seitdem der Fonds seinen ersten Drei-Jahres-Track-Record veröffentlicht hat, ist das Anlagevolumen von 30 Millionen auf aktuell rund 110 Millionen Euro gestiegen.

“Stoppt regional zu denken, startet global zu denken“

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FR: Seit der Finanzkrise hat sich der globale Handel stark verringert. Ist die Globalisierung auf dem Rückzug?

Smith: Die enorme Zunahme von immateriellen Daten und Informationen ist Beweis dafür, dass die Globalisierung ein neues Kapital erreicht hat. Während die grenzüberschreitenden Waren-, Dienstleistungs- und Finanzströme zurückgehen, ist das Volumen der grenzüberschreitenden Datenströme stark angestiegen. McKinsey zufolge ist der wirtschaftliche Wert von grenzüberschreitenden Informationsflüssen heute höher als der von physisch gehandelten Gütern. Die neue digitale Infrastruktur hat mächtige globale digitale Plattformen hervorgebracht. Darunter zum Beispiel E-Commerce-Webseiten wir Amazon und Alibaba, soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter und digitale Medienplattformen wie Netflix oder aber auch Betriebssoftwares wie Apples iOS oder Googles Android.

 

FR: Wie wirken sich die Digitalisierung und die Globalisierung auf die Art und Weise aus, wie Unternehmen Geschäfte machen?

 Smith: Die globalen digitalen Plattformen verändern die Art und Weise zu wirtschaften für Unternehmen, indem sie die Kosten für internationale Interaktionen und Transaktionen senken. Zugleich schaffen sie wahrlich globale Märkte. Für große multinationale Unternehmen kann das bedeuten, eine globale Größenordnung zu erreichen – und das auf eine schlankere und weniger kapitalintensive Weise. Aber auch für kleinere und mittlere Unternehmen sind sie sehr interessant: Mit ihrer Hilfe können sie nämlich unmittelbar nach ihrem Start eine internationale Ausrichtung umsetzen. Vom ersten Tag an können sie als Mikro-Multinationals agieren, indem sie die globalen Plattformen nutzen, um sich mit Kunden, Lieferanten und Kapitalgebern auf der ganzen Welt zu verbinden. Somit geht es in diesem neuen Kapital der Globalisierung nicht nur um große multinationale Konzerne, sondern auch um die Globalisierung für Privatpersonen und die Emerging Markets. Ein Beispiel: Etwa 70 Prozent der grenzüberschreitenden PayPal-Transaktionen beruhen heutzutage auf Verbrauchern und Unternehmen aus den Emerging Markets.

FR: Sie haben private Internetznutzer erwähnt. Wie wirkt sich die stetige Zunahme der Datenkommunikation auf diese aus? 

Smith: Digitale Plattformen ermöglichen es individuellen Personen direkt an der Globalisierung teilzunehmen. Sie können die globalen digitalen Plattformen nutzen, um zu lernen, ihre Fähigkeiten aufzuzeigen, Arbeit zu finden oder um persönliche Netzwerke aufzubauen. Da die Plattformen Automatismen und Algorithmen nutzen, gehen die Grenzkosten, um neue Mitglieder hinzuzufügen und deren nachfolgenden Interaktionen praktisch gen Null. Folglich können die größten Plattformen sehr schnell und kostengünstig auf Hunderte von Millionen, wenn nicht gar Milliarden von Nutzern anschwellen. Die monatliche Basis aktiver Nutzer von Facebook ist beispielsweise sechsmal größer als die gesamte Bevölkerung der USA. 

Auch der Arbeitsmarkt verändert sich durch das neue digitale Zeitalter der Globalisierung radikal. Arbeitskosten spielen immer weniger eine Rolle, da die Automatisierung in der sich wandelnden Arbeitsökonomie zunimmt und es neue Fertigungstechniken wie den 3D-Druck gibt. Früher basierte die Wahl einer Produktionsstätte auf den dort herrschenden Steuervorteilen und Lohnkosten. Das ist heute nicht mehr der Fall, da die Automatisierung bereits den Punkt erreicht hat, ab dem die Kosten sinken und die Kapazitäten steigen. Allein im Jahr 2016 wurden fast 300.000 Industrieroboter verkauft – davon etwa ein Drittel an China und ein weiterer bedeutender Teil an Mexiko. Da sich die Arbitragemöglichkeiten für Lohnkosten verringern, rücken die Produktionsstätten heute näher an die Endmärkte heran. Folglich beginnen sich multinationale Unternehmen zunehmend zu dezentralisieren und lokaler zu werden.

 FR: Wie wirkt sich das auf Unternehmen aus?

 Smith: Im Kontext dessen, was ich bisher gesagt habe, ist es wahrscheinlich nicht überraschend, dass sich auch die Unternehmenslandschaft weiterentwickelt hat. Heute sind auf Ideen-basierte Unternehmen, die diese digitalen Plattformen besitzen und betreiben, die Marktführer und repräsentieren einige der größten Unternehmen der Welt. Tatsächlich sind die fünf größten Unternehmen nach Marktkapitalisierung heute Apple, die Muttergesellschaft von Google Alphabet, Microsoft, Amazon und Facebook.

 

Dabei ist es besonders bemerkenswert, wie jung einige dieser Unternehmen sind. Facebook wurde 2004 gegründet, Google ist nicht einmal 20 Jahre alt und Amazon ist Mitte 20. Der kometenhafte Aufstieg dieser Unternehmen wurde insbesondere durch das schnelle Gewinnwachstum und die Profitabilität unterstützt. Ein großer Vorteil für diese auf Ideen basierenden Unternehmen ist der technologische Fortschritt. Denn dieser beschleunigt die Einführung von Produkten enorm. Hier ein kurzes Beispiel: Der erste iPod von Apple brauchte vier Jahre bis er 50 Millionen Nutzer generiert hatte. Twitter, was nach dem iPod und Facebook eingeführt wurde, brauchte dafür nur neun Monate.

 FR: Die Globalisierung basiert also im Wesentlichen auf Wandel?

 

Smith: Heute beschäftigen wir uns mit radikalen technologischen Veränderungen und ideenbasierten Unternehmen, die Online-Plattformen betreiben. Diese radikalen Umbrüche hat es in jedem Jahrzehnt der vergangenen 50 Jahre gegeben. In den Siebzigern war es die Ölkrise, in den Achtzigern der Aufstieg Japans und der Hardware-Technologieunternehmen. In den Neunzigern erlebten wir den Aufstieg und den anschließenden Niedergang vieler aber nicht aller Technologie-, Medien- und Telekommunikationsunternehmen und die erste Dekade des neuen Jahrtausends war von Rohstoffen und China geprägt. Das zeigt: Alles ist kontinuierlich im Umbruch.

 FR: Wie sollten Anleger diese Themen angehen?

 Smith: Wir bei Capital Group glauben, dass es wichtig ist, eine Investment-Strategie anbieten zu können, die sich ständig weiterentwickelt und somit relevant bleibt. Um langfristig erfolgreich in Unternehmen zu investieren, müssen wir jene identifizieren, die globale säkuläre Trends und sich verändernde Handelsmuster antreiben, prägen und gleichzeitig von ihnen profitieren. Die Vergangenheit zeigt, dass viele Unternehmen, die einen Sektor in einer Ära dominieren in der nächsten oft durch eine neue disruptive Technologie abgelöst werden. Die Identifizierung der zukünftigen Gewinner und Verlierer der disruptiven Entwicklung, erfordert eine langfristige Vision und ebenso langfristigen Anlagehorizont vor dem Hintergrund der fallenden durchschnittlichen Haltezeiträume von Asset Managern in der Branche.

 Unsere Investmentstrategie basiert nicht mehr auf der traditionellen Aufschlüsselung, wie dem Herkunftsland eines Unternehmens. Stattdessen haben wir ein neues Länderverständnis und analysieren, wo ein Unternehmen tätig ist und Umsätze erzielt. Wir verfolgen einen langfristigen Anlagehorizont und investieren lieber in langfristige und nachhaltige Themen. Das sind wie oben genannt: ideenbasierte Unternehmen, Einzelhandels-Plattformen, Internet der Dinge, Demografie, disruptive Geschäftsmodelle oder Technologien.

(TG)

Edmond de Rothschild: Die Big Data Revolution

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Beim 10. €uro-Roundtable in der BMW-Welt in München geht es darum, was Digitalisierung, Robotics und Big Data Anlegern bringen – und wie Fondsgesellschaften diese Trends in konkrete Anlagestrategien umsetzen. Selina Piening, Head Sales bei Edmond de Rothschild in Deutschland verweist hier auf den Edmond de Rothschild Fund Big Data und seine klar definierten Ziele: „Der Fund Big Data ist ein Themenfonds, der in internationale Unternehmen investiert, die von der ‘Big-Data-Revolution’ profitieren können. Marktkapitalisierung spielt dabei keine Rolle“, so Piening. Was das Thema Big Data für das Fondsmanagement konkret bedeutet, umreißt Piening knapp in drei Handlungsfeldern: das exponentiell wachsende Datenvolumen, das Handling unterschiedlicher Quellen und Formate aus dem Internet, verschiedener Objektspeicher und Unternehmen sowie das Thema Geschwindigkeit bei der Übertragung von Daten. Unternehmen, die diese Herausforderungen offensiv annehmen, sind nach Überzeugung der Fondsmanager in der Lage, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, mit denen sie den Wettbewerb hinter sich lassen. „Dabei geht es in vielen Bereichen ums Tempo. Wer nicht schnell genug auf neue Herausforderungen reagiert, verliert unter Umständen den Anschluss“, so Piening.

Das Investmentteam sucht gezielt nach Firmen, die die strengen Kriterien der Strategie erfüllen und baut ein Portfolio auf Basis von zwei Unternehmenstypen auf: Zum einen investiert der Fonds die Hälfte des Portfolios in reine Technologieunternehmen wie zum Beispiel im Bereich IT-Infrastruktur, die Daten sammeln sowie Software-Unternehmen, die Programme und Anwendungen zur Analyse der Daten entwickeln. Die andere Hälft des Portfolios besteht aus den sogenannten Non-Technologie-Unternehmen, die die Möglichkeiten, die sich durch die intelligente Nutzung von Big Data und Digitalisierung bereits in ihr Kerngeschäft integriert haben, um einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen.

Wie erfolgreich das erfahrene Experten-Team die Strategie bereits umgesetzt hat, lässt sich an der Performance des Fonds ablesen: Der im August 2015 aufgelegte Fonds hat seit dem Start rund 34 Prozent an Wert zugelegt. (Benchmark MSCI World erzielte im gleichen Zeitraum 18,9%). Derzeit sind rund 300 Millionen Euro im Edmond de Rothschild Fund Big Data investiert ( Retailanteilsklasse A, per 26. März 2018).

(MvA)