So viel Türkei steckt in Emerging Markets Fonds?

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Anleger, die in ETF oder Fonds der Kategorie „Aktien Türkei“ investieren, nehmen bewusst in Kauf, dass deren Wertentwicklung auf absehbare Zeit nicht nur von der konjunkturellen Entwicklung der Türkei abhängt, sondern sehr wesentlich auch von der politischen Lage. Sprich: Öffentliche Äußerungen von Recep Tayyip Erdoğan führen immer wieder zu heftigen Reaktionen des Marktes. In der Regel sind dies Äußerungen, die die Türkische Lira und/oder die Aktienkurse türkischer Unternehmen weiter in den Keller schicken. Dass der türkische Präsident, der seit einiger Zeit de facto als Alleinherrscher regiert, die Märkte positiv beflügelt, ist eher nicht zu erwarten. Insofern dürfen Türkei-Fonds durchaus als Risiko-Investment eingeordnet werden.

Doch türkische Aktien stecken nicht nur in Türkei-Fonds. Insofern stellt sich die Frage, wie die Entwicklung am Bosporus auch auf andere Portfolios durchschlägt. Die Ratingagentur Morningstar hat sich mit dieser Problematik eingehend beschäftigt und die Fonds mit Türkei-Anteil durchforstet.

In Indexfonds spielt die Türkei nur eine untergeordnete Rolle

Die gute Nachricht zuerst: In großen globalen Aktien-Indizes ist der
Türkei-Anteil gering. Im MSCI Emerging Markets etwa machen Türkei-Aktien
gerade einmal 0,7 Prozent aus. Selbst in regionalen Benchmarks, etwa
aus der Kategorie „Aktien Osteuropa Schwellenländer“, haben die
Schwankungen der vergangenen Monate und Wochen nur wenige Flurschäden
verursacht. Im MSCI Emerging Europe sind Türkei-Aktien aber immerhin mit
gut elf Prozent gewichtet.

Aktiv verwaltete Fonds stärker gefährdet

Wer dagegen in aktiv
verwaltete Fonds investiert, muss je nach individueller Strategie des
Fondsmanagers mit signifikanten Abweichungen des jeweiligen
Fondsportfolios von den Benchmarks rechnen. Gut zu wissen: Besonders
hoch sind die Gewichtungen von Türkei-Aktien in Osteuropa-Fonds. So
stecken im Mori Ottoman Fonds ein Drittel des Kapitals in Türkei-Aktien.
Immerhin 22 Prozent sind es im SEB Eastern Europe ex Russia und gut 20
Prozent im Mori Eastern European. Auch im Metzler Eastern Europe und
Danske Invest Trans-Balkan sind es noch knapp 20 Prozent. Das ist
deutlich mehr als die elf Prozent in der oben erwähnten MSCI
Osteuropa-Benchmark.

Aktienfonds mit hohen Türkei-Gewichtungen

Etwas weniger dramatisch sieht es bei Aktienfonds außerhalb der Osteuropa-Kategorien aus, auch in Nahost-Fonds, wobei der Schroder ISF Middle East mit gut 16 Prozent hier eine Ausnahme ist. Der Goldman Sachs N-11 investiert 11,5 Prozent des Kapitals in Türkei-Anteile. Ansonsten liegt der Anteil von Türkei-Aktien in der Regel bei unter zehn Prozent. Die Talfahrt türkischer Aktien sorgt hier nicht gleich für ein Armaggedon.

Angesichts der Gewichtung von Türkei-Aktien im MSCI Emerging Markets von unter einem Prozent sind zehn Prozent allerdings immer Ausdruck einer Übergewichtung türkischer Aktien in vielen Schwellenländerfonds.

Maklerpools steigern ihre Umsätze

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Der Maklerpool Fonds Finanz hat das Geschäftsjahr 2017 mit einem neuen Rekordumsatz von 134,9 Millionen Euro abgeschlossen – ein neuer Rekordwert in der Unternehmensgeschichte. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag bei 4,5 Millionen Euro, der Jahresüberschuss (EAT) betrug 2,8 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern konnte im Vergleich zum Vorjahr um rund 29 Prozent auf 4,5 Millionen Euro gesteigert werden.

„Die wiederholte Umsatzsteigerung ergibt sich vor allem aus dem starken Wachstum in den Sparten Kranken, Sach- sowie Baufinanzierung & Bankprodukte“, erläutert Tim Bröning, Mitglied der Geschäftsleitung der Fonds Finanz und verantwortlich für den Bereich Unternehmensentwicklung und Finanzen.

Die Geschäftsleitung der Fonds Finanz ist nicht nur mit dem Geschäftsjahr 2017 sehr zufrieden, sondern blickt auch überaus positiv in die Zukunft. Der Maklerpool ist im laufenden Geschäftsjahr 2018 erneut auf Rekordkurs: Aktuell gehen die Manager von mehr als 150 Millionen Euro Umsatz und einem Ergebnis vor Steuern (EBT) von über fünf Millionen Euro aus.

Fonds Finanz betont in seiner Pressemeldung zu den Umsatzzahlen, dass „das positive Ergebnis trotz anhaltend schwierigen Marktumfeldes erwirtschaftet“ wurde. Was an dieser Feststellung auffällt, ist das Wort „trotz“. Denn das Marktumfeld ist vor allem für Berater und Makler schwierig geworden.

Maklerpools wie Fonds Finanz profitieren davon, dass sie Maklern anbieten können, die zunehmenden administrativen Lasten von den Schultern zu nehmen. „Die gesamte Branche steht laufend vor neuen Herausforderungen, sei es im Zusammenhang mit der Digitalisierung oder mit den anhaltenden Regulierungsbemühungen. Wir sind nicht nur in finanzieller, sondern vor allem in struktureller und strategischer Hinsicht bestens am Markt positioniert, um unseren Vertriebspartnern auch zukünftig ein starker, verlässlicher Partner zu sein“, erklärt Norbert Porazik, geschäftsführender Gesellschafter der Fonds Finanz.

Dass es der Maklerpool-Branche ganz ordentlich geht, zeigt auch die aktuelle Maklerpool-Hitliste des Magazins Cash, der zufolge ein Großteil der Unternehmen in Deutschland seine Provisionserlöse im Jahr 2017 gesteigert hat.

Die fünf umsatzstärksten deutschen Maklerpools auf einen Blick

Lediglich die Pools 1:1 Assekuranzservice und Wifo haben ein leichtes
Defizit ausgewiesen. Die ersten fünf Ränge blieben in der Reihenfolge
unverändert. Spitzenreiter bleibt, wie gesagt, die Münchener Fonds
Finanz.

Die Nummer Zwei ist laut Makler-Pool-Ranking die Hamburger
Netfonds Gruppe, die bereits im Vorjahr knapp fünf Prozent gestiegene
Umsätze vermeldet hatte. 2017 wurde ein weiteres Umsatz-Plus von 24,16
Prozent verbucht. Den dritten Platz auf dem Treppchen sicherte sich die
Domcura Gruppe. Das Kieler Unternehmen, das seit 2015 im Besitz des
Finanzvertriebs MLP ist, konnte seinen Provisionsumsatz 3,46 Prozent
steigern und erlöste damit 2017 rund 74,7 Millionen Euro.

Die 22 im Ranking gelisteten Unternehmen konnten ihre Umsätze im Durchschnitt um 10,28 Prozent steigern.

Renten feiern ihr Comeback

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Festverzinsliche Wertpapiere mit Spitzen-Rating bilden aufgrund ihrer Eigenschaften traditionell das Fundament vieler institutioneller Portfolien. Doch mit der Zinsflaute sind diese Zinspapiere aus der ­Mode gekommen, renditesuchende Anleger haben die Fühler jenseits der Fixed-Income-Welt ausgestreckt, was zum Beispiel den Run auf Immobilien und ganz allgemein Infrastruktur-Assets erklären kann. Doch die renditetechnisch und portfoliotheoretisch in der ­Versenkung verschwundenen Bonds setzen zum Comeback an, wie eine Unter­suchung von Universal-Investment zeigt.

Die Hessen haben sich sämtliche Anlagen in ihren Spezialfonds zum 30. Juni 2018 näher angeschaut, mit früheren Angaben verglichen und sind dabei zu interessanten Ergebnissen gekommen, die als ­repräsentativ eingestuft werden können. Denn das Gesamtvolumen der analysierten Assets under Administration beträgt derzeit rund 278 Milliarden Euro. Das entspricht 17 Prozent des gesamten vom Fondsverband BVI erfassten Spezialfondsvermögens in Höhe von 1.616 Milliarden Euro per Ende Mai 2018. 

Bestimmender Faktor: Geldpolitik 

„Die früher selbstverständliche Dominanz festverzinslicher Wert­papiere, allen voran Bundesanleihen, gibt es so nicht mehr“, berichtet Universal-Geschäftsführer Markus Neubauer anhand der Zahlen. Dazu hätten in erster Linie die Erhöhung der Aktienquoten und die Hinwendung zu alternativen Asset-Klassen in den Spezialfonds – wie Immobilien, Private Debt oder Equity – beigetragen, während die ­Engagements in Anleihen gleichzeitig drastisch gekürzt wurden. Heute muss man sich jedoch die Frage stellen, ob die Investoren die neue Zusammensetzung tendenziell beibehalten oder vielmehr bestrebt sein werden, zur früheren Gewichtung zurückzukehren, sobald die Geldpolitik diesen Schritt ermöglicht. 

Rückblende: Anfang 2012 lag die Gewichtung der Portfolios bei durchschnittlich 56 Prozent Anleihen und 23 Prozent Aktien, alternative Anlagen spielten kaum eine Rolle. Bis Mitte 2017 hatte sich die Rentenquote quer über alle Investorengruppen auf 42 Prozent reduziert. Im Anleihebereich markiert dieses Rekordtief nun aber die Trendwende.

Unternehmensanleihen fallen zurück

Seither gewinnen Festverzinsliche an Bedeutung und machen heute rund 45 Prozent aller Spezialfonds aus, was auch auf einen Sondereffekt bei Universal zurückgeht. Und dennoch wird das Rad im Renten­segment offenbar zurückgedreht: Die Abkehr von Staats- und die Hinwendung zu renditeträchtigeren Unternehmensanleihen ist vorbei. Mitte 2017 lagen die Quoten bei 23,4 Prozent beziehungsweise 33,8 Prozent. Aktuell stehen Corporate Bonds für 29 Prozent der ­Anleiheportfolios, während die „Govies“ auf 26,4 Prozent zugelegt haben.

In Bundesanleihen wird seit einem Jahr wieder mehr investiert, berichtet Universal-Investment, obwohl die aktuelle Rendite auf zehn Jahre nur knapp über der Nullgrenze liegt. Die jüngsten Verschiebungen im Anleihensegment können aber nicht darüber ­hinwegtäuschen, dass insbesondere deutsche Staatspapiere in den vergangenen Jahren stark an Boden verloren haben: Ihr einstmals ­dominanter Anteil sank von 7,23 Prozent des gesamten Spezialfonds-Volumens auf 2,29 Prozent per Mitte 2017.

Derzeit liegt er bei 3,39 Prozent. Größter Schwellenländer-Emittent in deutschen Portfolios ist übrigens Mexiko. Dort liegen derzeit rund 569 Millionen Euro. Im Ranking folgen Indonesien, Polen, Kolumbien, Brasilien und Russland mit immerhin noch 288 Millionen Euro Exposure.

Anders als bei Anleihen scheinen die Anleger in Bezug auf Aktien bei ihrer aktuellen Allokation bleiben zu wollen. Eine weitere maßgebliche Entwicklung ist die Diversifizierung hin zu Alternative Assets, die mit ihrer geringen Korrelation zu den traditionellen Asset-Klassen einen zusätzlichen Beitrag zur Risikominimierung leisten. Hier sei bislang weder eine Umkehr noch Stagnation des Trends auszumachen, berichtet Universal-Investment. 

P.I./Tobias Bürger 

Wie geht es weiter mit der Türkei

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Für Dr. Martin Lück, Leiter der Kapitalmarktstrategie bei
BlackRock steht viel auf dem Spiel. Die Folgen für europäische Assets wären
alles andere als vernachlässigbar. Die Türkei sei die siebtgrößte
Volkswirtschaft unter den Schwellenländern. Bei einer Zahlungsunfähigkeit falle
der Ansteckungseffekt entsprechend groß aus und würde auch europäische Finanzhäuser
mitreißen, so Lück. Er blickt mit großen Sorgenfalten auf den Bosporus. Die
Staatspleite der Türkei sei nur eine Frage der Zeit, so Lück, sollte sich die Regierung
nicht zu einem Gegensteuern entscheiden können. Das sei aber kaum zu erwarten.

Damien Buchet, Finanzmarktexperte bei Principal Global
Investores steht der Türkei-Krise eher gelassen gegenüber. Zwar sieht auch
Buchet bisher keine Anzeichen dafür, dass sich die „strengeren währungs- und
finanzpolitische Anpassungen“, die nötig wären, um die Währungsprobleme in den
Griff zu bekommen, auf den Weg gebracht würden. Die Situation berge aber „kaum Ansteckungsrisiken“,
so Buchet, da „ausländische Investoren ihr Engagement in der Türkei bereits
seit einiger Zeit zurückgefahren und das Land untergewichtet hätten, so Buchet.

In der Zwickmühle

Dass die türkische Lyra weiter abwerten wird, ist die
Überzeugung von Carsten Mumm, Chefvolkswirt der Privatbank Donner und Reuschel.
Die türkische Politik stecke in einer „massiven Vertrauenskrise“, die Volkswirtschaft
sei in einer „dramatischen Situation“. Der Zollstreit mit den USA sei lediglich
der letzte Tropfen gewesen, der das Fass zum überlaufen gebracht habe. Er sieht
vor allem die türkische Notenbank am Zug. Doch sie stecke in einem Dilemma. Sie
müsste die Leitzinsen anheben, um „dem Verfall der Währung entgegen zu wirken“,
so Mumm. Darunter würde aber die Wirtschaft noch mehr leiden. Bliebe sie
dagegen untätig, würden internationale Investoren weiter Kapital aus dem Land
abziehen. Er glaube auf Sicht sei kaum davon auszugehen, dass sich „Währung und
Zinsen schnell erholen“ würden. Daran würde auch die Finanzspritze aus Katar nichts ändern können.

Ewout van Schaick, Head of Multi-Asset beim Fondshaus NN Investment Partners, macht die türkische Notenbank verantwortlich für die
Entwicklung. Ihre „wait and see“-Politik habe zur Wirtschaftskrise maßgeblich
beigetragen. Ein Ende dieser Entwicklung sei nicht in Sicht, es sei wahrscheinlicher, so van Schaick, dass die Situation sich ausweite und die Krise verschärfe. „Eine
tiefe Rezession sei unausweichlich“, so van Schaick. Das könnte am Ende auch andere Volkswirtschaften treffen: „das Risiko einer systemweiten Bankenkrise
hat drastisch zugenommen“, sovan Schaick besorgt. Das Problem begrenze sich aber momentan noch auf die Türkei.
Andere Volkswirtschaften der Emerging Markets seien noch nicht betroffen, so van
Schaick.

„No-Deal-Brexit” wird immer wahrscheinlicher

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„Wir sollten uns alle auf die Möglichkeit eines chaotischen No-Deal-Brexit vorbereiten”, erklärte der britische Außenminister Jeremy Hunt heute gegenüber Vertretern der Presse in Helsinki. Die Chancen für einen solches Szenario seien jüngst stark gestiegen. Das sei jedoch nichts, das irgendjemand wolle und er hoffe stark, das eine andere Lösung gefunden werde; allerdings liege es nun an der Europäischen Kommission, sich zu bewegen.  Der neue britische Außenminister ist gerade unterwegs, um die als „Checker Proposal” bekannt gewordene Strategie seiner Chefin Theresa May zu verkaufen.

Kurz nach Veröffentlichung stieß das Papier, das zukünftige Grenzkontrollen und Bestimmungen für den Warenverkehr zum Inhalt hat, bereits auf Ablehnung: EU-Chefunterhändler Michel Barnier warnte, der Brexit werde in der EU nicht für zusätzliche Bürokratie sorgen.

Am 20. September versammeln sich die Staatschefs der EU in Salzburg, um über den Brexit und die britischen Vorschläge zu diskutieren. Der britische Minister für internationalen Handel Liam Fox befand kürzlich, die Quoten für einen ungeordneten Austritt Großbritanniens aus der EU stünden aktuell bei 60 zu 40. Der Chef der Bank of England, Mark Carney, empfindet das als „unangenehm hoch.“

Vom Brexit, egal in welcher Form, ist insbesondere die britische Finanzbranche, die größte in Europa, betroffen. In der Londoner City haben mehr als 150 europäische Finanzdienstleister ihren Sitz. Die Assets, die EU-Banken in Großbritannien verwalten, übersteigen 2,3 Billionen US$. Seit geraumer Zeit machen sich die nicht-britischen Asset-Manager Sorgen um den Standort: In einem Interview warnte Allianz-Global-Investors-CEO Andreas Utermann, in London werde es zu einem „Brain Drain” kommen; der Brexit sei ein „unmitigated disaster” – ein vollständiges Fiasko.

Wie die Asset Manager sich derzeit auf einen No-Deal-Brexit vorbereiten, darüber hat das Fachorgan Financial News erst kürzlich eine Übersicht zusammengestellt. Die Maßnahmen reichen vom Aufsetzen neuer juristischer Personen (Allianz GI) bis hin zum Abwandern bzw. Auslagern nach Luxemburg (Columbia, Fidelity, Janus Henderson, Jupiter, M&G) oder andere europäische Finanzzentren (Pimco, State Street, Standard Life).

Erster Null-Prozent-Fonds kommt von Fidelity

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Der ZERO Total Market Index Fund (FZROX) und der ZERO International Index Fund (FZILX) verzichten vollständig auf Fees: Total Expense Ratio gleich null, so beschreibt Fidelity die Produkte auf seiner Homepage.

Die Branche wertet Fidelity’s Coup als Retourkutsche gegen die Konkurrenten Vanguard und BlackRock, an die die Bostoner in den vergangenen Jahren immer mehr Marktanteile abgeben mussten. Da Fidelity mit den beiden Index-Fonds kein Geld verdient, liegt das Erlösmodell vielmehr darin, die Produkte als Türöffner für den Verkauf weiterer Dienstleistungen wie Geldmarktkonten oder Vermögensberatung einzusetzen.

„Der Markt bewegte sich schon seit geraumer Zeit auf immer niedrigere Gebühren zu”, erläutert Adam Grealish, Senior Portfolio Researcher  beim Robo-Advisor Betterment:

„Ich denke, das wird auch so weiter gehen.“ 

Wobei mit null Prozent Gebühren wohl eine natürliche Grenze erreicht sein dürfte. Das schockierende an der Nachricht von den Null-Prozent-Fonds, findet ETF-Analyst Eric Balchunas von Bloomberg, sei die Tatsache, dass es Fidelity ist, die den ersten Schritt gewagt haben.

Fidelity wurde 1946  gegründet und befindet sich zur Hälfte im Besitz der Gründer-Familie; den Rest der Anteile halten leitende Mitarbeiter. Seinen Namen hat sich der Fondsanbieter unter anderem durch sein exklusives Stock-Picking gemacht. Ende März verwaltete man in Boston Kundeneinlagen in Höhe von 2,5 Billionen US$, davon knapp zwei Billionen in etwas mehr als 500 Investmentfonds. Mit der Einführung der ZERO-Fonds scheint man in Boston nun endgültig vom aktiven Fondsmanagement Abschied nehmen zu wollen, um im Kampf mit passiven Anbietern wie iShares und Vanguard zu bestehen.

Europäische ETF verzeichnen wieder Nettozuflüsse

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Ende 2017 betrug die Summe der in ETFs verwalteten Assets in Europa 802 Milliarden US$; Ende Juni waren es 810 Milliarden. Der Juli erwies sich für die Branche also als ausgesprochen lukrativ. Die Vermögenswerte werden laut ETFGI von 66 Asset Managern in 2.320 Produkten verwaltet; der Statistik zufolge ist das Vermögen in insgesamt 7.845 Wertpapiere investiert, die an  27 europäischen Börsen gehandelt werden.

Insgesamt zählt der Report Nettomittelzuflüsse im Juli in Höhe von 4,6 Milliarden US$, wobei mit 2,75 Milliarden US$ der größte Anteil auf Fixed-Income-Produkte entfiel. Demgegenüber kam es bei Rohstoff-Fonds zu Mittelabflüssen in Höhe von mehr als einer Milliarde US$.  

Aufs Gesamtjahr betrachtet konnten die europäischen ETFs netto 37 Milliarden US$ einsammeln, wobei mit 24,7 Milliarden US$ hier der Löwenanteil in Aktien-ETFs investiert wurde.

“Investoren sind immer noch besorgt wegen der möglichen Auswirkungen des Brexit, aber auch der heraufziehenden Handelskriege”,

erklärt Deborah Fuhr, Managing Partner bei ETFGI. Demzufolge hätten Anleger vornehmlich in Kernmärkte mit hoher Marktkapitalisierung bzw. in Produkte mit niedriger Kostenstruktur investiert. Fast die Hälfte der gesamten Mittelzuflüsse im Jahresverlauf konnten die 20 größten ETFs für sich verbuchen. Die am meisten nachgefragten Produkte in ersten Halbjahr waren der iShares Core S&P 500 UCITS ETF sowie der iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF, die in den ersten sieben Monaten 2,2 bzw. 1,7 Milliarden US$ einsammeln konnten.

GAM steht weiter unter Druck

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Die GAM Holding  mit Sitz in Zürich wird die neun Fonds liquidieren, deren Handel in der vergangenen Woche eingestellt wurde. Bereits im Juli ist der betreuende Investment-Direktor Tim Haywood wegen des Verstoß gegen interne Richtlinien beurlaubt worden. Haywood war einer der profiliertesten GAM-Manager und verantwortlich für Assets in Höhe von  mehr als 14 Milliarden Franken, was etwa neun Prozent der bei GAM verwalteten Vermögen entspricht. Bei den zu schließenden Produkten handelt es sich vornehmlich um Absolute-Return-Bond-Fonds (ARBF).

Wie GAM am Montag mitteilte, habe Haywood es unterlassen, bei einigen Investments die nötige Due Dilligence durchzuführen; außerdem habe er gegen interne Regularien verstoßen, als er alleine an Stellen unterzeichnete, wo zwei Unterschriften nötig gewesen seien, sowie seine private E-Mail für dienstliche Zwecke nutzte. 

Wie die Financial Times berichtet, haben Investoren im laufenden Jahr bereits mehrere Milliarden US-Dollar aus Absolute-Return-Fonds abgezogen. Als Anleger nach Bekanntwerden der Beurlaubung von Haywood am 31. Juli ihre Anteile abstoßen wollten, setzte GAM zwei Tage später den Handel mit den betroffenen Fonds aus. Wann die Liquidierung abgeschlossen sein werde, wollte GAM bislang nicht mitteilen.

Emerging Markets im Sog der Türkei

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Der Absturz der türkischen Lira bringt nicht nur die Wirtschaft des Landes in immer größere Bedrängnis; auch andere Schwellenländer geraten zusehends in Schwierigkeiten, weil sich Investoren aus deren Währungen verabschieden. Seit Jahresbeginn hat die Lira Stand heute genau die Hälfte ihres Werts eingebüßt und notiert aktuell mit 0,14 US$. Aber auch die Währungen Russlands und Südafrikas geraten zusehends unter die Räder.

Rubel, Lira und Rand verlieren gegenüber dem Dollar

Rubel, Lira und Rand verlieren gegenüber dem Dollar
Rubel, Lira und Rand verlieren gegenüber dem Dollar

Quelle: Bloomberg

In den vergangenen vier Wochen verloren Rubel und Rand jeweils rund zehn Prozent. „Der Rand und andere Schwellenländer-Währungen wurden vom Ausverkauf der Lira infiziert”, erklärt  Zaakirah Ismail, Analyst bei der Standard Bank Group Ltd. in Johannesburg in einem Schreiben an die Kunden der Bank: „Wir bleiben aufgrund der tiefrgreifenden Marktunsicherheiten vorsichtig und rechnen mit weiteren Schwächen.” Auch der mexikanische Peso konnte sich dem Abwärtstrend der EM-Währungen nicht entziehen und verlor am Montag rund 2,3 Prozent.

Der MSCI Emerging Markets Currency Index ist auf einen Jahres-Tiefststand gefallen, nachdem der türkische Präsident Erdogan weiterhin auf Konfrontation mit US-Präsident Trump setzt. Händler bereiten sich mittlerweile auf eine weitreichende Finanzkrise der Türkei vor, berichtet Bloomberg.

Investoren, die auf Fonds mit Schwerpunkt Türkei gesetzt haben, müssen derweil derbe Verluste verzeichnen: Alle zwölf auf Fundresearch notierten Fonds liegen aufs Jahr gesehen zwischen 25 und 39 Prozent im Minus. Am besten schlug sich noch der HSBC Gif Turkey (-25,48%), während der KBC Eq. Turkey die rote Laterne (-39,8%) hält.

Falls überhaupt jemand Freude am Kursverfall der Lira hat, so ist es wohl derzeit die Emirates NBD mit Sitz in Dubai sein: Die Bank hatte im Mai angekündigt, die türkische Denizbank von Russlands Sberbank für 14,6 Milliarden Lira zu erwerben, damals rund 3,2 Milliarden US$. Per heute zahlt NBD wohl eine Milliarde US-Dollar weniger. Ob die Banker aus den Emiraten aber so rechte Freude an ihrem Investment haben werden, bleibt abzuwarten. Immerhin hat die türkische Notenbank heute verkündet, die Geschäftsbanken des Landes unbegrenzt mit Liquidität zu versorgen. Wie lange sie das durchhält, steht ebenfalls in den Sternen. Für Ende Juni wurden die Devisenreserven der Türkei auf gerade mal 75 Milliarden US$ geschätzt.

FR weekly: Bayer und Lira stürzen ab, Streit um Tesla, Weltbank nutzt Blockchain

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Bayer rauscht wegen Monsanto ab

Die Aktie der Bayer AG wird am Montag mit Abschlägen von mehr als zehn Prozent gehandelt: Ein Gericht in Kalifornien hat die neue Konzerntochter Monsanto zu einer Strafe von 289 Millionen US$ verurteilt, weil das Unternehmen Verbraucher unzureichend über die Gefahren beim Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat informiert habe. Seit Jahresbeginn hat Bayer nun insgesamt mehr als 18 Prozent an Wert verloren. Dem Anschein nach wird die Fusion mit Monsanto von den Anlegern nicht wirklich goutiert.

Der Kursrutsch bei Bayer hat auch eine Erholung des DAX verhindert. Das deutsche Börsenbarometer hat über das Wochenende fast ein halbes Prozent an Wert verloren. Auf der Gewinnerseite stehen heute morgen RWE, die Münchner Rück sowie SAP mit jeweils mehr als 1,2 Prozent Gewinn, während neben Bayer auch die Aktien von Deutscher Bank und Merck mehr als ein Prozent abgeben mussten.

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Tesla hält die Börse in Atem

Die umstrittenen Tweets von Tesla-Chef Elon Musk hätten einzig zum Ziel, Leerverkäufer aus dem Markt zu drängen und den Kurs der Tesla-Aktie künstlich hoch zu halten – sagen Kläger. Musk hatte am 7. August angekündigt, den Elektroautobauer von der Börse zu nehmen; die Finanzierung sei bereits in trockenen Tüchern. Daraufhin zog die Aktie um mehr als zehn Prozent an. Nun widmet sich die US-Börsenaufsicht der Causa. Jüngsten Gerüchten zufolge hat der saudische Staatsfonds bereits Interesse an einem Engagement bei Tesla bekundet. Der Public Investment Fund ist seit kurzem bereits mit rund fünf Prozent an dem Autobauer beteiligt.

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Ölpreis bewegt sich wieder abwärts

Der Ölpreis befindet sich seit seinem diesjährigen Höchststand von Anfang Juli wieder in einem Abwärtskanal.  Zwar legte der Preis am Freitag um 1,2 Prozent zu, nachdem der von Sanktionen bedrohte Iran verkündet hatte, dass Gespräche mit den USA vorerst nicht infrage kämen. Iran produziert derzeit rund 3,8 Millionen Barrel am Tag – etwa ein Drittel der Menge, die Saudi Arabien ausstößt. Die von den USA verhängten Sanktionen sollen am 5. November in Kraft treten. 2014, als die letzten Sanktionen unter Präsident Obama gelockert wurden, betrug Irans Produktion noch rund 3 Mbd. Am Montagmorgen wurde das Fass der Sorte WTI in Asien mit 68,39 US$ und einem Abschlag von einem Drittel Prozent gehandelt.

Ölpreis
Ölpreis

Quelle: Bloomberg

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Lira hält die Märkte in Atem

Die Türkische Lira befindet sich im Krisenmodus. Seit Jahresbeginn hat die Währung gegenüber Dollar und Euro fast 40 Prozent an Wert eingebüßt – davon allein am Freitag rund 18 Prozent. Nun sorgen neue Strafzölle für einen weiteren Wertverfall. Seit Montagmorgen erheben die USA 50 Prozent auf Stahlimporte und 20 Prozent auf türkisches Aluminium. Die Zentralbank der Türkei will nun den Banken uneingeschränkt mit Liquidität unter die Arme greifen, um sie vor dem Kollaps zu bewahren. “Wir müssen uns massiv Sorgen machen”, warnt unterdessen ifo-Chef Clemens Fuest im “Handelsblatt”.

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Russland stößt weiter US-Bonds ab

Russland will seine Bestände an US-Wertpapieren weiter reduzieren, so Finanzminister Anton Siluanow, um auf die angedrohten US-Sanktionen zu reagieren. Die Sanktionen seien “ungemütlich, aber nicht fatal”.  Russland hält noch rund 15 Milliarden US$ an Treasuries, nachdem man bereits zwischen März und Mai Wertpapiere in Höhe von 96 Mrd. US$ abgestossen hatte.  Die größten Gläubiger der USA sind nach wie vor China und Japan, die jeweils Schuldverschreibungen im Wert von mehr als einer Billion US$ halten. Derzeit sind die Vereinigten Staaten in der Welt mit mehr als 21 Billionen US$ verschuldet. Ob Russlands 15 Milliarden da groß ins Gewicht fallen, darf bezweifelt werden.

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Weltbank legt Blockchain-Bond auf

Die Ankündigung, die Weltbank werde eine Anleihe auf der Basis der Blockchain-Technologie begeben, ist Balsam für die gebeutelte Szene der Krypto-Investoren. Der internationale Schuldner hat die Commonwealth Bank of Australia damit beauftragt, eine Anleihe im Wert von  100 Millionen AU$ (64 Mio. €) zu begeben. Die Weltbank emittiert pro Jahr Schuldpapiere von 50 bis 60 Milliarden US$. Der Blockchain-Bond soll unter dem Namen “bond-i” an den Markt gebracht werden – als Aufwartung an den berühmten australischen Bondi-Beach. Das ebenfalls auf der Blockchain basierende Bitcoin notiert am morgen mit einem Aufschlag von 2,5 Prozent bei 5.681,52 Euro.