BNP Paribas AM: China schmiedet Superstar-Unternehmen

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Riesige Datenmengen, die schnelle Einführung neuer Technologien und die Unterstützung durch die chinesische Regierung sind Schlüsselfaktoren, um China zu einem führenden Technologie-Anbieter zu machen.

Technologie verändert die ganze Welt, doch nirgendwo beschleunigt sie Wachstum und Innovation so sehr wie in China.

Riesige Datenmengen, die schnelle
Einführung neuer Technologien und die Unterstützung durch die
chinesische Regierung sind Schlüsselfaktoren, um China zu einem
führenden Technologie-Anbieter zu machen. „Wir glauben, dass einige
chinesische Unternehmen das Zeug haben, die künftigen
Superstar-Unternehmen zu werden“, erklärt Jessica Tea,
Investmentspezialistin bei BNP Paribas Asset Management.

Mit KI und Gesichtserkennung gegen Vergreisung und Bildungsnotstand:
Warum die nächsten Superstar-Unternehmen aus China kommen werden

Der demografische Wandel und die
zunehmende Urbanisierung machen Innovationen im Reich der Mitte
unerlässlich. Dazu kommt: Die Chinesen sind eifrige Anwender neuer
Technologien. So nutzen über 900 Millionen Chinesen ein Smartphone;
viermal so viele wie in Indien oder in den USA. Das schafft einen großen
Datenpool für Effizienzsteigerungen oder Anwendungen von Künstlicher
Intelligenz. Rund ein Viertel aller Veröffentlichungen zum Thema KI
kommen von Chinesen, so der Wissenschaftsverlag Elsevier.
Wir bei BNP Paribas Asset Management glauben, dass chinesische
Unternehmen, die von diesen strukturellen Trends profitieren können, zu
den nächsten Superstar-Unternehmen gehören werden.

Ping An Insurance beispielsweise bietet
Online-Kredite und -Vermögensverwaltung sowie
Online-Krankenversicherungen und medizinische Dienstleistungen.
Gesichts- und Spracherkennung und die Nutzung biometrischer Daten helfen
dem Unternehmen, Ansprüche rasch zu bearbeiten und potenzielle
Betrugsfälle auszumerzen. Damit hat es sich zum weltweit führenden
technologiegetriebenen Finanzdienstleistungskonzern entwickelt. Tendenz
weiter steigend, denn die zunehmende Vergreisung Chinas schafft eine
enorme Nachfrage in den Bereichen Pflege, Versicherung und
Gesundheitsvorsorge: Bis 2027 werden etwa 100 Millionen Chinesen in die
Reihen der über 60-Jährigen aufrücken, der Anteil der Senioren steigt
damit auf 22 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Mit Technologie gegen die Unterversorgung

Weiter ist zu erwarten, dass neue
Technologien die Unterversorgung in ländlichen Regionen in dem riesigen
Land abmildern. So entwickelt etwa die TAL Education Group Technologien,
um Schülern auf dem Land über Online-Lernplattformen einen besseren
Zugang zu Bildung zu ermöglichen und so dem Lehrermangel in abgelegenen
und verarmten Gebieten entgegenzuwirken. Livestreaming im Klassenzimmer
und die sogenannte Doppel-Lehrerklasse werden zum Lern-Modell: Ein
Lehrer gibt Unterricht per Online-Videoübertragung und ein Lehrassistent
betreut die Schüler persönlich vor Ort. Schwänzen ist nicht: TAL
Education und New Oriental Education sind Unternehmen, die
Gesichtserkennungssoftware für das Online-Tutoring einsetzen.

Den vollständigen Kommentar lesen Sie hier.

Jessica Tea
Jessica Tea
Jessica Tea, Investmentspezialistin bei BNP Paribas Asset Management.

Jessica Tea, Investmentspezialistin bei BNP Paribas Asset Management.

Capital Group: Schwellenländeranleihen – Großes Potenzial bei Fremd- und Lokalwährungstitel

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Einige Fremdwährungsanleihen ohne Investmentgradestatus sind aktuell günstig bewertet.

„Die Fundamentaldaten von Schwellenländeranleihen erscheinen aktuell insgesamt günstig“, sagt Jeremy Cunningham, Fixed Income Investment Director bei Capital Group.

„Das gilt für Fremd- und Lokalwährungstitel gleichermaßen.“ Die eher
mäßige Weltkonjunktur sei zwar ungünstig für Schwellenländer, in den
vergangenen fünfzehn Jahren hätten sie aber große strukturelle
Fortschritte gemacht. Sie verfügten heute zumeist über hohe
Währungsreserven und seltener über feste Wechselkursbindungen. Dadurch
seien die Schuldenstandsquoten in den Ländern heute niedriger – zumal
einige Länder Subventionen abgeschafft und viele ihren öffentlichen
Sektor reformiert hätten. Wo die Verschuldung heute höher ist, sei dies
oft auch die natürliche Folge reiferer Anleihenmärkte.

Günstige Bewertungen bei Hard Currency Bonds 

Einige Fremdwährungsanleihen ohne Investmentgradestatus seien aktuell
günstig bewertet. „Hier haben sich die Spreads aufgrund eines besseren
Fundamentalausblicks verengt“, sagt Cunningham. Anders sehe es
dahingegen bei hohen Ratings aus. „Langlaufende in US-dollar
denominierte Emerging-Market-Anleihen mit hohen Ratings erscheinen
weniger günstig, da die Zinsstrukturkurve hier eher steiler als flacher
werden dürfte und die Laufzeitprämien am US-Staatsanleihenmarkt niedrig
sind“, so Cunningham.

Ebenfalls günstig bewertet seien zurzeit in Euro
denominierte Fremdwährungsanleihen. Abgesichert in US-Dollar sei die
Rendite verglichen mit der von in US-Dollar denominierten
Unternehmensanleihen attraktiv – der Aufschlag betrage in der Regel 100
Basispunkte.

Attraktive Opportunitäten durch Währungskomponente

Durch die weltweit niedrigen Zinsen stünden die
Emerging-Market-Notenbanken nicht mehr unter so großem Druck, ihre
Zinsen zu normalisieren – gar Senkungen seien denkbar. In der Folge
böten insbesondere Lokalwährungsanleihen attraktive Chancen.
Hauptsächlich dürften jedoch die höheren Coupons und weniger die
Kursgewinne für Ertrag sorgen. Hinzu komme, dass die Währungskomponente
auf mittlere Sicht interessante Möglichkeiten biete.

„Hauptgründe für
die US-Dollar-Rallye 2018 waren die gegenüber anderen Ländern höheren
Realzinsen und die dynamische Konjunktur“, sagt Cunningham. „Dieser
große Realzinsabstand ist 2019 jedoch zurückgegangen und die
US-Konjunktur hat in den vergangenen Monaten stark nachgelassen.“
Gegenwärtig sei der US-Dollar überbewertet und am Ende dürfe das
amerikanische Doppeldefizit zu einer Verschlechterung der
US-Leistungsbilanz und damit letztlich auch zu einer Abwertung führen.

Die Lokalwährungen vieler Schwellenländer seien dahingegen aktuell
unterbewertet und böten zeitgleich einen Zinsvorsprung. „Die türkische
Lira, der kolumbianische Peso und der brasilianische Real sind um mehr
als 20 Prozent unterbewertet und bieten einen Zinsvorsprung“, sagt
Cunningham. „Aufgrund des fundamentalen Umfelds und der günstigsten
Bewertung seit der Auflegung des Index für Lokalwährungsanleihen ist
eine Währungsaufwertung wahrscheinlich.“

Schwellenland ist nicht gleich Schwellenland

Trotz der tendenziell positiven Bewertungen müsse man jedoch genau
darauf achten, welche Risiken in welchem Land bestehen. Die
Fundamentaldaten der verschiedenen Schwellenländer würden sich
grundlegend unterscheiden. Zwar sei die Kerninflation oft unter den
Vergangenheitsdurchschnitt gefallen, in Ländern wie Argentinien, der
Türkei oder Venezuela sei sie aber nach wie vor hoch. Während viele
asiatische Länder Leistungsbilanzüberschüsse verzeichnen würden,
kämpften manche lateinamerikanische Länder noch immer mit Defiziten.

Und
auch außerhalb der Frontiermärkte bestünden Risiken. Bei
Fremdwährungsanleihen seien Zahlungsausfälle denkbar, bei
Lokalwährungsanleihen könnten vor allem Währungsabwertungen die Gewinne
zunichtemachen. Beides sei zwar tendenziell eher unwahrscheinlich, die
Folgen wären aber erheblich und könnten sich über Dominoeffekte auf
weitere Schwellenländer ausdehnen. 

„Beispiele, die solche
Entwicklungen auslösen könnten, sind lokale Entwicklungen wie die
Renminbi-Abwertung im Jahr 2015 oder externe Ursachen, wie die Sorge vor
einem plötzlichen Zinsanstieg in den USA und ein anschließender
Ölpreisverfall im Jahr 2013“, sagt Cunningham. Solche Entwicklungen
könnten von kurzer Dauer sein und sich auf die Finanzmärkte beschränken,
aber auch langfristige Folgen bedeuten, weil sie sich auf die
Realwirtschaft auswirken.

DNCA: Europäische Aktien mit Aufholpotenzial

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Erzielten die amerikanischen und europäischen Indizes im Zeitraum 1979-2009 noch dieselbe Performance (mit einem Plus von 2.524 % beim S&P 500 und von 2.515 % beim MSCI Europe), so hat der S&P 500 seit 2010 233 % hinzugewonnen, während der MSCI Europe lediglich 92 % schaffte.

Setzt man die Marktkapitalisierung von Ferrari in Bezug zu den weltweit verkauften Fahrzeugen, bewertet die Börse jedes Exemplar der Luxusmarke mit über drei Millionen Euro.

Für Igor de Maack, Fondsmanager beim französischen Asset Manager „DNCA Investments“,
zeigt diese Anekdote, dass die heutige Finanzwelt jedes Maß verloren
hat. Dennoch sieht er angesichts der lockeren Geldpolitik sogar
Aufholpotenzial für europäische Aktien.

De Maack: „Erzielten
die amerikanischen und europäischen Indizes im Zeitraum 1979-2009 noch
dieselbe Performance (mit einem Plus von 2.524 % beim S&P 500 und
von 2.515 % beim MSCI Europe), so hat der S&P 500 seit 2010 233 %
hinzugewonnen, während der MSCI Europe lediglich 92 % schaffte. Nachdem
über 85 Wochen lang Kapital aus europäischen Aktien abgezogen wurde,
sind aber nun in der dritten Woche in Folge Kapitalzuflüsse und ein
Rekordbetrag (1,7 Mrd. US-Dollar) zu vermelden: Die Anleger finden
wieder Gefallen an Europa. Und zweifellos hat sich das politische
Risiko, insbesondere in Bezug auf den Brexit, verringert.

Tatsächlich
ist umso weniger von einem ‚harten‘ Brexit auszugehen, je länger sich
die Austrittsverhandlungen zum Leidwesen von Boris Johnson hinziehen.
Trotz aller Rezessionsängste und der Risiken, die sich mit den
Handels­spannungen auftun, hat sich die Weltwirtschaft 2019 relativ gut
behauptet. Die PMI-Daten zeigen eine leichte Aufhellung, und so mancher
Anleger zieht bereits jetzt den Performance-Joker, indem er auf die
Jahresendrally setzt. Dafür wird es allerdings höchste Zeit: Die
Wertentwicklung des CAC 40 (bei Wiederanlage der Dividenden) liegt
mittlerweile schon bei über 27 %…“

Den kompletten Marktkommentar aus dem Hause DNCA, einer Tochter von Natixis Investment Managers, finden Sie hier im PDF-Format.

Capital Group: 5 Wege zu mehr Rendite

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Wie sollten Anleger jedoch in den späten Phasen eines Konjunkturzyklus und bei sehr engen Credit Spreads über US-Staatsanleihen mit den Credit-Märkten umgehen?

Inmitten des niedrigen Zinsniveaus suchen Anleger weiterhin nach Renditequellen – und US-Unternehmensanleihen stoßen vermehrt auf großes Interesse.

Wir haben mit Damien McCann, Portfoliomanager für festverzinsliche Wertpapiere, gesprochen, um seine Meinung zu erfahren.

1. Wie sind Sie vor dem aktuellen gesamtwirtschaftlichen Hintergrund in Credit-Portfolios positioniert?

Die Wirtschaftsdaten in den USA bleiben etwas schwach. Ich gehe nicht davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum auf das Niveau beschleunigen wird, das wir vor einem Jahr erlebt haben. Das heißt, die jüngste Abschwächung scheint eher auf einen Rückgang im aktuellen Zyklus als auf den Beginn einer Rezession hinzudeuten. Die US-Notenbank bleibt ebenfalls zurückhaltend, wie wir anhand von drei Zinssenkungen in diesem Jahr gesehen haben. Vor diesem Hintergrund bin ich in Bezug auf den Aufbau von Credit-Portfolios nicht in einem Bunker. Es ist eher eine leicht defensive Positionierung.

2. Wie wollen Sie diese Portfolios aufwerten?

Ich vereinfache dies vielleicht zu stark, aber in einem Credit-Portfolio besteht eine Möglichkeit, Überschussrenditen oder Alpha zu erzielen, darin, sich einen Überblick über die Richtung der Spreads von Unternehmensanleihen zu verschaffen und dann viel aggressiver oder viel weniger aggressiv als die Marktbenchmark zu sein. Dies ist ein Hebel, der Anlegern zur Verfügung steht, der jedoch in der Regel zu einer erheblichen Unterperformance führt, wenn sich die gesamten Credit Spreads entgegen Ihrer Einschätzung bewegen.

Es gibt jedoch einen weiteren – unserer Meinung nach verlässlicheren – Ansatz, der durch die Auswahl von Wertpapieren Renditen generiert. Sie wählen die richtigen Unternehmensanleihen aus, die über ihre eigenen, eigenwilligen Treiber verfügen. Dies bedeutet, dass sich der Kurs basierend auf unternehmensspezifischen Faktoren und nicht nur auf der Grundlage des makroökonomischen Umfelds entwickelt. Mein Ziel ist es, das Alpha in den meisten Marktumfeldern durch die Identifizierung von Unternehmen, bei denen wir in Zusammenarbeit mit unseren Pendants im Bereich der Aktienanalyse eine Verbesserung der Fundamentaldaten oder andere Möglichkeiten der Gewinnsteigerung sehen, konsequenter zu steigern.

3. Häufig steht der Verschuldungsgrad von Unternehmen im Mittelpunkt des Interesses – auch der Markt achtet darauf. Wie wirkt sich das auf Ihr Denken und Ihre Herangehensweise aus?

Es besteht kein Zweifel, dass die Verschuldung und der Verschuldungsgrad von Unternehmen seit 2008 stetig zugenommen haben. In vielen Fällen sind die Kreditvereinbarungen weniger streng und in einigen Bereichen des Marktes gibt es Anzeichen von Stress. Es gibt auch erhebliche Bedenken hinsichtlich des Anstiegs von BBB-Anleihen auf 2,9 Billionen US-Dollar, was in etwa dem Vierfachen des Niveaus von 2008 entspricht. Trotzdem ist es wichtig, nicht den gesamten Markt über einen Kamm zu scheren. Als aktive Manager ist es unsere Aufgabe, Chancenfelder zu identifizieren. Unsere Analysten für Anlagen in Anleihen sprechen regelmäßig mit Führungskräften von Unternehmen, um Unternehmen mit glaubwürdigen Entschuldungsplänen und soliden langfristigen Strategien zu identifizieren.

Kreditprofil
Kreditprofil
Kreditprofil amerikanischer Unternehmen

Ein Teil des Anstiegs des Verschuldungsgrads ist auf Unternehmen mit nichtzyklischen Cashflows zurückzuführen, die Kredite aufgenommen haben, um Übernahmen zu finanzieren, die – wie wir meinen – aus strategisch guten Gründen getätigt wurden. Zum Beispiel war im Pharmabereich die Übernahme des britischen Unternehmens Shire durch das japanische Unternehmen Takeda hauptsächlich fremdfinanziert. Im Gesundheitswesen hat Cigna Kredite an den Kapitalmärkten aufgenommen, um Express Scripts zu übernehmen. Und in der Lebensmittelbranche gab Conagra Anleihen aus, um Pinnacle Foods zu kaufen. Alle drei Übernahmen führten zu Skaleneffekten sowie zu ergänzenden Geschäften oder Produkten. Und alle drei Erwerber reduzieren jetzt aktiv ihren Verschuldungsgrad mit freiem Cashflow und Verkäufen von Vermögenswerten.

Wir sehen jetzt auch, dass das Tempo, in dem neue Schulden aufgenommen werden, unter den Unternehmen nachlässt, und dieser Trend sollte sich fortsetzen, denn die Aktivitäten im Bereich der Fusionen und Übernahmen sind zurückgegangen. Je nach Branche sind die geplanten Übernahmen auch auf größeren Widerstand in Bezug auf behördliche Genehmigungen gestoßen, so dass die Erwerber erst einmal eine Pause einlegen müssen. Handelsunsicherheiten  haben Unternehmen auch dazu veranlasst, ihre Investitionspläne erst einmal auf Eis zu legen.

4. Welche Möglichkeiten haben Unternehmen, um ein Credit-Ereignis zu vermeiden, wenn wir einen wirtschaftlichen Abschwung oder einen Marktschock erleben?

Im Großen und Ganzen würde ich sagen, dass viele Unternehmen eine Herabstufung vermeiden können, indem sie Vermögenswerte verkaufen, ihre Investitionsausgaben reduzieren, Dividenden senken und/oder Eigenkapital ausgeben. Diese Schritte sind möglicherweise nicht gut, wenn Sie in Aktien anlegen, aber für Anleiheninhaber von Vorteil. Obwohl keine dieser Optionen einfach ist, sind sie einer Herabstufung auf ein High-Yield-Rating oftmals vorzuziehen, was häufig zum möglicherweise genau falschen Zeitpunkt zu höheren Fremdkapitalkosten und weniger Zugang zu Finanzmitteln führt.

Während wir während des nächsten Abschwungs wahrscheinlich wie in jedem Abwärtszyklus Herabstufungen von Investment Grade auf High Yield sehen werden, denke ich, dass das Ausmaß der Herabstufungen eher an vergangene Zyklen als an etwas Außergewöhnliches erinnern wird.

5. Wo finden Sie Wert in Unternehmensanleihen?

Ich tendiere dazu, Anleihen von Unternehmen zu kaufen, die meiner Meinung nach basierend auf fundamentalen Kreditannahmen billig sind. Es kann allerdings Jahre dauern, bis diese Strategie Erfolg zeigt, und das erfordert einen langfristigen Ansatz.

In Bezug auf Investment-Grade-Unternehmen sehe ich ausgewählte große Pharmaunternehmen positiv. Möglicherweise haben sie für eine Übernahme Schulden aufgenommen, der freie Cashflow ist jedoch gut sichtbar, so dass sie sich auch schnell wieder entschulden können. Und die Geschäftsmodelle sind in der Regel sehr widerstandsfähig gegenüber Konjunktureinbrüchen.

Im Energiesektor bleiben viele Emittenten nach dem starken Rückgang der Ölpreise vor einigen Jahren bei ihren Bilanzen zurückhaltend. Gleichzeitig dürften neue Projektinvestitionen zu höheren Erträgen führen und geplante Verkäufe von Vermögenswerten dürften zu einer gewissen Entschuldung in den Bilanzen führen.

Im High-Yield-Bereich sehen wir auch Chancen in der Pharmabranche, insbesondere bei Unternehmen, die Schulden abbauen und Vermögenswerte verkaufen. Eine weitere Gruppe von Unternehmen, die mich interessiert, sind die gebührenbasierten datenzentrierten Technologieunternehmen – Dun & Bradstreet zum Beispiel: Das Unternehmen erfreut sich einer sehr stabilen Nachfrage und generiert einen freien Cashflow, mit dem auch in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs hohe Schuldenlasten gedeckt werden können.

In Bezug auf das Ratingspektrum scheinen Unternehmen mit BB-Rating im Durchschnitt überbewertet zu sein, während Unternehmensanleihen mit CCC-Rating einen breiteren Spread aufweisen und nun in ausgewählten Bereichen Wert bieten. Unternehmen erhalten ein CCC-Rating, weil sie Probleme haben. Daher muss man sehr vorsichtig sein und die Anleihenauswahl muss durch eine sehr intensive Analyse gestützt werden, aber man findet durchaus Anlagemöglichkeiten.

Spreads für Unternehmensanleihen
Spreads für Unternehmensanleihen
Spreads für Unternehmensanleihen

Insgesamt konzentrieren wir uns derzeit auf Unternehmen, die weniger konjunktursensibel sind oder klar umrissene Entschuldungspläne haben. Selektiv zu sein ist dabei entscheidend – nicht in Bezug auf Branchen, sondern die Auswahl sollte auf Einzelentscheidungen für oder gegen Unternehmen und Anleihen erfolgen.

Damien McCann
Damien McCann
Damien McCann, Portfoliomanager für festverzinsliche Wertpapiere
Damien McCann 

Portfoliomanager für festverzinsliche Wertpapiere

Damien McCann ist ein Portfoliomanager für festverzinsliche Wertpapiere mit 19 Jahren Anlageerfahrung. Zu Beginn seiner Karriere bei Capital war er Analyst für festverzinsliche Anlagen und deckte die Bereiche Energie, Freizeit und Unterkunft sowie Eisenbahngesellschaften ab. Er hat einen Bachelor-Abschluss in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Finanzen der California State University, Northridge. Er hat auch die Bezeichnung Chartered Financial Analyst.

Metzler Asset Management „Economics“ Wochenausblick KW 46

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Hohe Unternehmensschulden in den USA sind noch kein Risiko, meint Edgar Walk, Chefvolkswirt Metzler Asset Management.

Die Unternehmensverschuldung in den USA liegt auf einem historischen Hoch. Die meisten Emittenten gibt es im B-Rating-Segment, und das sind überwiegend kleine und mittlere Unternehmen.

Ein Zins- und/oder
Konjunkturschock würde bei diesen Unternehmen eine große Konkurswelle
auslösen und die US-Wirtschaft entsprechend hart treffen, so Edgar Walk,
Chefvolkswirt Metzler Asset Management. Die Risiken seien derzeit aber
eher gering.

Hohe Unternehmensschulden in den USA sind noch kein Risiko

Im
ersten Halbjahr 2019 erreichte die Verschuldung der
Nicht-Finanzunternehmen in den USA mit über 95 % der Bruttowertschöpfung
ein neues historisches Hoch. In der Vergangenheit ging eine steigende
Verschuldung oft auch mit steigenden Kreditausfällen einher – vor allem
in Leitzinserhöhungsphasen. Zwischen Mitte 2014 und Anfang 2016 kam es
tatsächlich zu höheren Kreditausfällen, die jedoch vor allem eine Folge
des starken Ölpreisrückgangs und den damit verbundenen Konkursen von
Ölunternehmen in den USA waren.

USA: Unternehmensverschuldung auf Rekordständen Verschuldung* von Nichtfinanz-Unternehmen in % der BWS und Kreditausfallrate** in %

USA: Unternehmensverschuldung auf Rekordständen
USA: Unternehmensverschuldung auf Rekordständen
USA: Unternehmensverschuldung auf Rekordständen

* Bankkredite und ausstehende Unternehmensanleihen in % der Bruttowertschöpfung
**        BofA Merrill Lynch
Quellen: Thomson Reuters Datastream, BofA Merill Lynch, Metzler; Stand: 31. Oktober 2019)

Wenngleich
auch in den Jahren 2017 und 2018 die US-Notenbank den Leitzins in
mehreren Schritten erhöhte, sank die Kreditausfallrate in diesem
Zeitraum. Somit besteht eine ungewöhnlich große Lücke zwischen
Unternehmensverschuldung und Kreditausfällen. Ein Grund dafür könnte
sein, dass die Leitzinserhöhungen der US-Notenbank keinen nennenswerten
Einfluss auf den High-Yield-Markt hatten.

USA: Trotz Leitzinserhöhungen keine erkennbare Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen für US-High-Yield-Unternehmen in %

USA: Trotz Leitzinserhöhungen keine erkennbare Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen für US-High-Yield-Unternehmen
USA: Trotz Leitzinserhöhungen keine erkennbare Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen für US-High-Yield-Unternehmen
USA: Trotz Leitzinserhöhungen keine erkennbare Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen für US-High-Yield-Unternehmen

Quelle: Thomson Reuters Datastream, BofA Merrill Lynch; Stand: 31. Oktober 2019

So
lag im Jahr 2010 die durchschnittliche Rendite von High-Yield-Anleihen
mit einem Rating von B bei 8,4 %, im bisherigen Jahresverlauf jedoch nur
bei etwa 7,0 %. Im Trend war somit seit 2010 ein Rückgang der Rendite
zu beobachten. Vielleicht hoffte die US-Notenbank, mithilfe der
Leitzinserhöhungen die US-Wirtschaft von sogenannten Zombie-Unternehmen
zu befreien und die Verschuldung einzudämmen; tatsächlich scheint sich
diese Hoffnung aber nicht erfüllt zu haben. Die Vermutung liegt nahe,
dass ausländische Investoren auf der Suche nach Rendite den restriktiven
Impuls der US-Leitzinserhöhungen mit ihrer Nachfrage nach Anleihen mit
einer hohen Rendite mehr als kompensiert haben, zumal die Steuerreform
2018 die Unternehmen merklich entlastete und die Konjunktur stimulierte.

Ein
Blick auf den Unternehmensanleihemarkt in den USA zeigt, dass sich
nunmehr die meisten Emittenten im Segment mit einem Rating von B
befinden. Überwiegend sind dies jedoch kleinere und mittlere Unternehmen
mit einem ausstehenden Anleihevolumen von etwa 1,2 Billionen USD. Im
Segment mit einem Rating von BBB tummeln sich eher Großunternehmen mit
einem Volumen an ausstehenden Anleihen von etwa 3,8 Billionen USD. 

Verteilung der Unternehmensratings in den USA Anzahl der Emittenten pro Rating-Kategorie

Verteilung der Unternehmensratings
Verteilung der Unternehmensratings
Verteilung der Unternehmensratings in den USA Anzahl der Emittenten pro Rating-Kategorie

Quelle:
S&P Global Fixed Income Research and S&P Global Market
Intelligence’s CreditPro; Standard & Poor’s Financial Services LLC;
Stand: 2019

Die
US-Wirtschaft wäre somit nicht sehr widerstandsfähig, wenn ein Zins-
und/oder Konjunkturschock auftreten würde, da in diesem Fall eine große
Konkurswelle bei vielen hoch verschuldeten kleineren und mittleren
Unternehmen drohen würde. Jetzt wären eigentlich die Aufsichtsbehörden
gefragt, mithilfe von makroprudenziellen Maßnahmen die anfälligen
Unternehmen zu einem Schuldenabbau zu zwingen.  

Die
in der kommenden Woche veröffentlichten Konjunkturdaten wie der
Geschäftsklimaindex NFIB der kleineren und mittleren Unternehmen
(Dienstag), die Einzelhandelsumsätze (Freitag) sowie die
Industrieproduktion (Freitag) dürften zeigen, dass die Risiken eines
kurz bevorstehenden konjunkturellen Schocks derzeit eher gering sind und
dass die US-Wirtschaft in etwa im Einklang mit ihrem Potenzialwachstum
von 1,5 % wächst. Die Leitzinssenkungen der US-Notenbank und die derzeit
nachlassenden politischen Risiken könnten im kommenden Jahr sogar eine
moderate Wachstumsbelebung ermöglichen. Darüber hinaus ist derzeit auch
kein Inflationsdruck (Mittwoch) erkennbar, der einen Zinsschock auslösen
könnte. Sollte sich jedoch im Jahresverlauf 2020 die Konjunktur
erholen, die Arbeitslosenquote sinken und sich das Lohnwachstum
beschleunigen, könnten Leitzinserhöhungen der US-Notenbank wieder
notwendig werden.

Eurozone: Aufhellung der Konjunkturperspektiven

In
dieser Woche machte der sentix-Konjunkturindex einen Sprung nach oben –
wahrscheinlich wegen den nachlassenden Risiken eines harten Brexits und
der Deeskalation im globalen Handelskrieg. Im Einklang damit dürfte der
ZEW-Index (Dienstag) auch mit einer deutlichen Verbesserung im November
glänzen.

In
der Eurozone sinkt interessanterweise die Verschuldung von
Nicht-Finanzunternehmen im Verhältnis zur Bruttowertschöpfung schon seit
2009. Gleichzeitig liegt die Kreditausfallrate von High-Yield-Anleihen
bei nahe 0 %. Dabei sollte jedoch nicht vergessen werden, dass der
High-Yield-Markt in der Eurozone lange Zeit unterentwickelt war und
immer noch nicht mit dem US-High-Yield-Markt vergleichbar ist. Die
extrem niedrige Kreditausfallrate ist natürlich auch eine Folge der
lockeren Geldpolitik der EZB. So liegt derzeit der durchschnittliche
Zinssatz für High-Yield unter 4 % und damit nahe historischen
Tiefständen.  

Eurozone: Unternehmensverschuldung im Seitwärtstrend Verschuldung* von Nichtfinanz-Unternehmen in % der BWS und Kreditausfallrate** in %

Eurozone: Unternehmensverschuldung im Seitwärtstrend
Eurozone: Unternehmensverschuldung im Seitwärtstrend
Eurozone: Unternehmensverschuldung im Seitwärtstrend

*        Bankkredite und ausstehende Unternehmensanleihen in % der Bruttowertschöpfung
**        BofA Merrill Lynch
Quellen: Thomson Reuters Datastream, BofA Merill Lynch, Metzler;
Stand 31. Oktober 2019


Eurozone: Rendite von High-Yield-Anleihen nahe historischen Tiefständen
in %

Rendite von High-Yield-Anleihen nahe historischen Tiefständen
Rendite von High-Yield-Anleihen nahe historischen Tiefständen
Rendite von High-Yield-Anleihen nahe historischen Tiefständen

Quelle: Thomson Reuters Datastream, BofA Merrill Lynch; Stand: 31. Oktober 2019

Asien: Gute Konjunkturdaten

In
Japan dürfte das BIP (Donnerstag) im dritten Quartal um 0,2 % zum
Vorquartal gestiegen sein. Maßgeblich für das positive Wachstum dürfte
die Mehrwertsteuererhöhung im Oktober gewesen sein, da viele Konsumenten
größere Anschaffungen vorgezogen haben dürften.

Darüber
hinaus scheint sich eine moderate Belebung der chinesischen Konjunktur
abzuzeichnen; Entsprechendes erwarten wir von der Industrieproduktion
(Donnerstag) und den Einzelhandelsumsätzen (Donnerstag). Auch ist die
Inflation (Samstag) derzeit keine relevante makroökonomische Größe.

Eine gute und erfolgreiche Woche wünscht

Edgar Walk
Chefvolkswirt Metzler Asset Management

Robeco: Sektoren, die positiv zu den UN-Nachhaltigkeitszielen beitragen, haben ein geringeres Bonitätsrisiko

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Marktsegmente mit positiven oder neutralen SDG-Scores haben besser abgeschnitten als solche mit negativen Scores.

Unsere Analysen historischer Wertentwicklungsdaten bestätigen, was wir in der Praxis beobachten: In Segmenten des Markts für Unternehmensanleihen mit positiven oder neutralen Sustainable Development Goal (SDG)-Scores ist das Risiko einer Bonitätsverschlechterung geringer als in solchen mit negativen SDG-Scores.

In aller Kürze

  • Wir haben Risiko und Ertrag sowie die Zahlungsausfälle in 50
    Segmenten des Markts für Unternehmensanleihen über einen
    5-Jahres-Zeitraum untersucht
  • Marktsegmente mit positiven oder neutralen SDG-Scores haben besser abgeschnitten als solche mit negativen Scores
  • Ein SDG-Screening kann zur Verringerung von Abwärtsrisiken in Portfolios für Unternehmensanleihen beitragen

Identifikation der Unternehmen mit Zukunft

Wir sind der Ansicht, dass die
Einbeziehung der SDGs in eine Anlagestrategie ein Bewusstsein für die
möglichen zusätzlichen Risikoquellen in einem Portfolio schafft. Die im
Jahr 2015 von der UN formulierten Ziele zur nachhaltigen Entwicklung
(SDGs) sind mittlerweile ein weithin akzeptierter Rahmen für die
Einschätzung des Verhaltens von Unternehmen in Bezug auf ESG-Aspekte und
ihre Nachhaltigkeitscharakteristik.

Diejenigen Unternehmen und Sektoren, die Lösungen anbieten, die zur
Erreichung der SDGs beitragen, könnten durchaus die künftigen Gewinner
sein – außerdem attraktive Anlagekandidaten. Umgekehrt könnten solche Unternehmen und Sektoren, die nicht den SDGs entgegenarbeiten
mit schwerwiegenden operationellen und finanziellen Folgen konfrontiert
sein, darunter Strafzahlungen, Entzug von Lizenzen und Risiken für die
Reputation, wodurch letztlich ihre Attraktivität für Anleger leiden
könnte.

Um diese Vorteile zu erfassen und Risiken besser zu steuern,
verwendet Robeco ein hausinternes SDG-Screening, das auf dem
SDG-Rahmenwerk von RobecoSAM beruht – Ausgangspunkt von dessen Prozess
zur Anleihenauswahl. Es handelt sich dabei um ein dreistufiges Verfahren,
bei dem untersucht wird, was ein Unternehmen herstellt, auf welche
Weise es dies tut und ob es in kontroverse Aktivitäten verstrickt ist.
Die Verwendung des SDG-Screenings bei Emittenten von
Unternehmensanleihen resultiert in einem Datensatz aus SDG-Scores. Diese
reichen von -3 (für Emittenten mit stark negativem Beitrag zu den SDGs)
bis +3 (hoher positiver Beitrag zu den SDGs).

In unseren SDG Credit-Portfolios schließen wir Emittenten mit
negativem SDG-Rating aus und investieren nur in solche, die ein
neutrales bis positives Rating aufweisen. Aus unserem Screening-Prozess
ergibt sich, dass 24 % der Emittenten in unserem Anlageuniversum einen
negativen Score aufweisen und damit nicht für unsere SDG-Strategien in
Betracht kommen.

Einklang von SDG-Ausrichtung und finanziellem Erfolg

Um unseren in der Praxis gewonnenen
Eindruck zu testen, dass sich Anleihen von Unternehmen mit positivem
Beitrag zu den SDGs tendenziell besser entwickeln als solche von Firmen
mit negativem Beitrag, haben wir Daten aus 50 Segmenten des Markts für
Unternehmensanleihen über einen Zeitraum von fünf Jahren untersucht.

Anhand der SDG-Scores aus unserem SDG-Screening nahmen wir ein
Mapping der SDG-Scores auf Sektorebene mit den Sektorindizes von
Barclays vor.

Anschließend wurden die Sektoren auf drei theoretische Portfolios
verteilt: eines bestand aus Sektoren mit positiven SDG-Scores (von +1
bis +3), ein weiteres umfasste Sektoren mit neutralem SDG-Score (null),
das dritte enthielt Sektoren mit negativen SDG-Scores (-1 bis -3).

Welches davon schnitt nun positiv ab?

Von den 50 analysierten Sektoren
erhielten zehn einen negativen SDG-Score. Weitere 17 Sektoren bekamen
einen positiven SDG-Score. Der Score der übrigen Sektoren war neutral.

Unsere Untersuchungen ergaben einen auffallenden Unterschied in der
Wertentwicklung der Sektoren mit positivem SDG-Score im Vergleich zu
jenen mit negativem Score.

Überlegene Risiko/Ertrags-Relation, geringere Ausfälle

Die Daten zeigen, dass in den letzten
fünf Jahren Sektoren mit positivem oder neutralem SDG-Rating gegenüber
solchen mit negativen Scores eine überlegene Risiko/Ertrags-Relation
aufwiesen. Anders formuliert bestand ein geringeres Risiko ohne
Renditeeinbußen. Dieses Ergebnis galt sowohl für Investment
Grade-Unternehmensanleihen als auch für Hochzinspapiere. Dabei war bei
hochverzinslichen Unternehmensanleihen die Differenz zwischen den
positiven und neutralen Sektoren einerseits und den negativen Sektoren
andererseits stärker ausgeprägt.

Grafik 1 | Investment Grade-Anleihen: Risiko & Ertrag, 5-Jahres-Historie

Investment Grade-Anleihen: Risiko & Ertrag, 5-Jahres-Historie
Investment Grade-Anleihen: Risiko & Ertrag, 5-Jahres-Historie
Investment Grade-Anleihen: Risiko & Ertrag, 5-Jahres-Historie

Quelle: Barclays und Berechnungen von Robeco auf Basis des globalen
Investment Grade-Universums. Datenstand: August 2019, 5-Jahres-Historie.
Die obige Grafik dient nur zur Illustration und zeigt nicht die
Wertentwicklung einer bestimmten Anlagestrategie von Robeco.

Grafik 2 | Hochzinsanleihen: Risiko & Ertrag, 5-Jahres-Historie

Hochzinsanleihen: Risiko & Ertrag, 5-Jahres-Historie
Hochzinsanleihen: Risiko & Ertrag, 5-Jahres-Historie
Hochzinsanleihen: Risiko & Ertrag, 5-Jahres-Historie

Quelle: Barclays und Berechnungen von Robeco auf Basis des globalen
Hochzins-Universums. Datenstand: August 2019, 5-Jahres-Historie. Die
obige Grafik dient nur zur Illustration und zeigt nicht die
Wertentwicklung einer bestimmten Anlagestrategie von Robeco.

Das beobachtete bessere
Risiko/Ertrags-Profil in Sektoren mit positivem oder neutralem SDG-Score
resultiert aus einem geringeren Bonitätsrisiko im Vergleich zu Sektoren
mit negativen SDG-Scores. Wichtig ist auch, dass die Reduzierung des
Risikos ohne Einbußen bei den Renditen erreicht wird.

Das geringere Portfoliorisiko spiegelt sich zudem in der Entwicklung
der relativen Zahlungsausfälle wider. Eine Datenanalyse über die letzten
fünf Jahre zeigt, dass in Sektoren mit positiven SDG-Scores die
Ausfallraten geringer sind als in Sektoren mit neutralen Scores.
Außerdem sind die Ausfallraten in Sektoren mit positivem bzw. neutralem
SDG-Score geringer als in Sektoren mit negativen Scores.

Grafik 3 | Rollierende 12-Monats-Ausfallraten

Rollierende 12-Monats-Ausfallraten
Rollierende 12-Monats-Ausfallraten
Rollierende 12-Monats-Ausfallraten

Quelle: Barclays, JPMorgan, Bank of America Merrill Lynch und
Berechnungen von Robeco. Datenstand: Dezember 2018, 5-Jahres-Historie.
Die obige Grafik dient nur zur Illustration und zeigt nicht die
Wertentwicklung einer bestimmten Anlagestrategie von Robeco.

Erreichung größerer Granularität: wir betrachten die Details, nicht nur den Sektor

Die Feststellung ist wichtig, dass sich
die obige Analyse nur auf das Abschneiden der Sektoren bezieht und
nicht auf die Entwicklung einzelner Unternehmensanleihen. Im Rahmen
unseres SDG-Messverfahrens verwenden wir einen dreistufigen
Screening-Prozess, um SDG-Scores für die einzelnen Unternehmen zu
erhalten. Weist ein Sektor ein negatives SDG-Rating auf, meiden wir ihn
nicht insgesamt. Stattdessen ist der Sektor-Score der Ausgangspunkt für
eine Betrachtung auf Ebene des einzelnen Unternehmens: was es
produziert, wie es das tut und ob es in irgendwelche kontroversen
Aktivitäten verwickelt ist. Daraus kann sich ein veränderter Score
ergeben, je nachdem wie gut ein Unternehmen im Einklang mit den SDGs
steht.

In unserer empirischen Analyse erfolgt eine Gegenüberstellung der
SDG-Scores auf Sektorebene mit der Wertentwicklung des Sektors. Dabei
zeigt sich ein positiver Zusammenhang zwischen einer besseren
Wertentwicklung des Portfolios und einem neutralen bis positiven Score
in Bezug auf Nachhaltigkeit. Je länger unsere „SDG Credit“-Strategien
existieren, desto mehr Daten werden uns für weitere Analysen dieses
Zusammenhangs zur Verfügung stehen. Interessant wird insbesondere die
Analyse auf Unternehmensebene sein. Dies gilt speziell für diejenigen
Sektoren, in denen die SDG-Scores der einzelnen Emittenten eine große
Bandbreite aufweisen. Unterdessen stützen diese Ergebnisse unsere
Überzeugung, Nachhaltigkeitskriterien in unseren Credit-Auswahlprozess
einzubeziehen, und unsere Ansicht, dass dies zur Bildung robuster
Portfolios mit guter finanzieller Entwicklung beiträgt.

Lesen Sie den vollständigen Ausblick im PDF-Format.

WisdomTree Macro Alert: Die Zeit ist reif für europäische Small Caps

Schlagworte: , , , ,
Die Verbesserung der Kursentwicklung von Small-Caps- versus Large-Caps-Titeln in Europa hat in der Vergangenheit eine Erholung der Industrieproduktion in der Eurozone signalisiert.

Aneeka Gupta
Aneeka Gupta
Aneeka Gupta, Associate Director beim auf ETPs spezialisierten Vermögensverwalter WisdomTree.

Eine Analyse von Aneeka Gupta, Associate Director beim auf ETPs spezialisierten Vermögensverwalter WisdomTree.

Wirtschaftsdaten weisen auf einen beginnenden Aufschwung in Europa 

Die
makroökonomischen Daten in Europa sind seit Anfang 2018 schwach. Schuld daran
sind der globale makroökonomische Gegenwind im Zusammenhang mit den
Handelskriegen zwischen den USA und China sowie inländische Strukturprobleme
wie die Verschärfung der Emissionsvorschriften. Die Stimmung in Bezug auf
europäische Aktien ist an ihrem schwächsten Punkt angekommen. Dieser Umstand bemisst
sich an den Rekordabflüssen von 8,1 Mrd. US Dollar aus European Linked Exchange
Traded Funds (ETFs) in den ersten 10 Monaten des Jahres 2019. Der
Vertrauensverlust der Anleger ist wohl übertrieben. Seit Kurzem deuten die
Wirtschaftsdaten in Europa auf eine Trendwende hin, insbesondere im Vergleich
zu den makroökonomischen Daten in den USA.

Abbildung 1: Die europäischen Wirtschaftsdaten beginnen sich zu verbessern

Die europäischen Wirtschaftsdaten beginnen sich zu verbessern
Die europäischen Wirtschaftsdaten beginnen sich zu verbessern
Die europäischen Wirtschaftsdaten beginnen sich zu verbessern

Quelle:
WisdomTree, Bloomberg, Stand 21. Oktober 2019 1
Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Maßstab für
zukünftige Ergebnisse, und Anlagen können im Wert fallen.

Ein früher Anstieg der Small Caps Preisperformance könnte weitere
Aufwärtsbewegungen in den Makrodaten signalisieren

Europäische Small Caps haben die
jährliche Veränderung der Industrieproduktion in der Eurozone seit dem Jahr
2000 nachgezeichnet. Nachstehende Grafik (Abb. 2) veranschaulicht die jährliche
Veränderung der Industrieproduktion in der Eurozone mit einer Verzögerung von 3
Monaten gegenüber der Wertentwicklung von Small- und Large-Cap-Titeln in
Europa. Erwähnenswert ist der Industriesektor das höchste Sektorgewicht unter
den europäischen Small Caps (22 Prozent) im Vergleich zu den Large Caps (11
Prozent)1. Die Verbesserung der Kursentwicklung von Small-Caps-
versus Large-Caps-Titeln in Europa hat in der Vergangenheit eine Erholung der
Industrieproduktion in der Eurozone signalisiert.

Abbildung
2: Aktienperformance im Vergleich zur Industrieproduktion in der EU (3 Monate
Verzögerung)

Aktienperformance im Vergleich zur Industrieproduktion in der EU (3 Monate Verzögerung)
Aktienperformance im Vergleich zur Industrieproduktion in der EU (3 Monate Verzögerung)
Aktienperformance im Vergleich zur Industrieproduktion in der EU (3 Monate Verzögerung)

Quelle:
WisdomTree, Bloomberg, Stand 30. September 2019.
1 Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Maßstab für zukünftige
Ergebnisse, und Anlagen können im Wert fallen.

Brexit und deutsche Steuersenkungen – weitere Katalysatoren für europäische
Small Caps

Am Horizont zeichnen sich einige Katalysatoren ab, die
eine weitere Aufwärtsbewegung der Industrieproduktion in der Eurozone auslösen
könnten, wie z. B. erstens eine Verbesserung der Leitindikatoren der
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), zweitens
eine weitere Lockerung der öffentlichen Finanzen durch Deutschland und drittens
eine Entspannung in Bezug auf die mit dem Brexit verbundene Unsicherheit, denn
die Wahrscheinlichkeit eines No-Deal-Brexits verringerte sich. Während das
Gesetz zum Austritt am 22. Oktober „im Prinzip“ vom Parlament verabschiedet
wurde, unterlag die Regierung hinsichtlich der schnellen Umsetzung. Die EU hat
einer Fristverlängerung für den Brexit bis zum 31. Januar 2020 zugestimmt,
damit Boris Johnson mehr Zeit hat, die Abgeordneten zur Ratifizierung des am
17. Oktober geschlossenen Abkommens zu bewegen. Zur Überwindung dieser
Blockade hält Großbritannien nun am 12. Dezember Parlamentswahlen ab.Das
Vereinigte Königreich (UK) ist der größte und älteste Small Cap-Markt in Europa
und repräsentiert 33 Prozent des Small Caps-Universums in Europa. Der Weg, den
Großbritannien bei seinem Austritt aus der EU gehen könnte, zeichnet sich mit
immer deutlicherer Klarheit ab. Das ermöglicht eine weitere Aufwärtsbewegung
bei europäischen Small Caps und eine größere Investitionsbereitschaft. Die nach
Marktkapitalisierung nächstgrößte Small-Caps-Region ist Deutschland mit einem
Anteil von 11 Prozent am europäischen Small-Cap-Markt1. Europas
größte Volkswirtschaft wurde am härtesten vom Handel, der Wachstumsschwäche
Chinas und den anhaltenden Handelskriegen zwischen den USA und China getroffen.
Deutschland verfügt mit 29 Prozent des BIP der Eurozone über eine
kontinentweite Lieferkette. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass
Deutschland in eine Rezession abrutscht und andere westeuropäische
Volkswirtschaften mit nach unten zieht. Die Bundesregierung kündigte am 20.
September 2019 bislang ein Klimaschutzpaket in Höhe von 54 Mrd. Euro an, mit
dem das Emissionsreduzierungsziel bis 2030 erreicht werden soll. Dies wird
voraussichtlich aus den vorhandenen Überschüssen des Energie- und Klimafonds
finanziert, was einen geringfügigen fiskalischen Nettozuwachs von weniger als
1,6 Prozent des BIP bedeutet. Dies reicht bei weitem nicht zur Bekämpfung des
Abschwungs der deutschen Wirtschaft aus. Wir erwarten, dass die jüngsten schwachen Wirtschaftsdaten aus Deutschland den deutschen
Finanzminister Olaf Scholz dazu bewegen werden, sinnvollere finanzpolitische
Anreizen einzuleiten.

Small Caps sind keine Wertefalle

Europäische
Small Caps sind im Vergleich zu Large Caps attraktiv bewertet. Das
Kurs-Gewinn-Verhältnis (P/E) von Small- versus Large-Caps-Titeln in Europa wird
mit einem Abschlag von 7 Prozent gegenüber dem langjährigen Durchschnitt seit
2007 gehandelt. Die geschätzte Dividendenrendite des MSCI Europe Small Cap Real
Time Index von 2,97 Prozent entspricht dem langjährigen Durchschnitt seit 2007.
Der Verschuldungsgrad bei Small Caps ist nur geringfügig höher als der der Large
Caps Vergleichsgruppe. Dies bestätigt die Nettoverschuldung gegenüber dem
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) mit dem Faktor 3,91
gegenüber 3,79. Aufgrund der verhaltenen Aussichten für Europa wiesen defensive
Sektoren aufgrund ihres höheren Anteils an Large Caps eine Überbelegung auf.1
Weiterhin ebenfalls gut sind die Free-Cashflow-Renditen europäischer Small Caps
mit einem Faktor von 3,62.

Abbildung 3: Small Caps gegen Large Caps Europäische Aktien werden mit
einem Abschlag von 7 Prozent gegenüber ihrem langjährigen Durchschnitt gehandelt

Small Caps gegen Large Caps
Small Caps gegen Large Caps
Small Caps gegen Large Caps

Quelle:
WisdomTree, Bloomberg, Stand 30. September 2019.
1 Die
Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Maßstab für zukünftige
Ergebnisse, und Anlagen können im Wert fallen.


Interessanterweise hat sich die relative
Gewinndynamik von Small-Cap- versus Large-Cap-Titeln in Europa in der zweiten
Jahreshälfte 2019 allmählich verbessert, was sich deutlich in der
Outperformance von europäischen Small-Caps niederschlägt. Europäische Large-Caps-Titel
befinden sich dem gegenüber noch in einem Anfangsstadium.

Abbildung 4: Small-Cap- versus. Large-Cap-Kursentwicklung in Europa im
Vergleich zur Veränderung der Gewinndynamik über 3 Monate in Prozent

Small-Cap- versus. Large-Cap-Kursentwicklung
Small-Cap- versus. Large-Cap-Kursentwicklung
Small-Cap- versus. Large-Cap-Kursentwicklung

Quelle: WisdomTree, Bloomberg, Stand
30. September 2019.
1 Die Wertentwicklung in der
Vergangenheit ist kein Maßstab für zukünftige Ergebnisse, und Anlagen können im
Wert fallen.


Europäische Small Caps sind
bekanntermaßen ineffizienter als Large Caps, sodass eine größere
Wahrscheinlichkeit für die Alpha-Generierung besteht. Während die Stimmung in
Europa weiterhin gedämpft ist, könnten günstige Bewertungen, eine positive
Gewinndynamik in Verbindung mit einem sich langsam verbessernden
makroökonomischen Hintergrund eine passende Gelegenheit für die Investition in
europäische Small Caps schaffen.

Ostrum AM: Konjunkturdaten – Keine Anzeichen für schnelle Erholung erwartet

Schlagworte: , , , ,
Ein Kommentar von Philippe Waechter, Chefvolkswirt der französischen Fondsgesellschaft Ostrum Assset Management.

Am 14. Oktober wird das Statistische Bundesamt das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im 3. Quartal vermelden. Drei Tage zuvor (11.11.) kommen die BIP-Zahlen für Großbritannien und ebenfalls am 14.11. die zweite Schätzung für die gesamte Eurozone sowie für Japan.

Dazwischen, am Dienstag, 12.11. werden die Ergebnisse der November-Umfrage des ZEW zu den mittelfristigen Konjunkturerwartungen veröffentlicht.

Philippe Waechter, Chefvolkswirt der französischen Fondsgesellschaft Ostrum Assset Management,
schreibt dazu in seiner Wochenvorschau: „Während im zweiten Quartal das
Brutto­inlandsprodukt in Deutschland nur leicht (-0,3% auf Jahresbasis)
schrumpfte, erwarten wir für das dritte Quartal einen stärkeren
Rückgang der Wirtschaftstätigkeit. Sowohl der Index der
Industrieproduktion (-5% im dritten Quartal) als auch der
Dienstleistungssektor waren zuletzt schwächer (siehe Grafik). Auch die
globalen Einkaufsmanager-Indizes von Markit waren im September negativ,
und der Durchschnitt des dritten Quartals lag nur mit nur noch 50
Punkten mehr als 2 Punkte unter dem Durchschnitt des zweiten Quartals.
Die deutsche Wirtschaft wird sich in einer technischen Rezession
befinden, und es wird sich die Frage nach dem Beginn eines
Aufwärtstrends stellen. Wir erwarten jedoch keine schnelle Erholung.
Auch wenn die ZEW-Umfrage unter Finanzanalysten wohl weniger negativ
ausfallen wird als noch im Oktober, erwarten wir auch von diesem Daten
keine Anzeichen für eine schnelle Erholung.“

Germany - Industrial Production and GDP
Germany – Industrial Production and GDP
Germany – Industrial Production and GDP

Kames Capital: Kommentar zum Zinsentscheid Bank of England

Schlagworte: , ,
Von James Lynch, Investment Manager Fixed Income bei Kames Capital.

„Die
Sitzung der Bank of England zeigte ein paar deutliche
Überraschungen. Die erste betraf den Zinssatz: Es wurde erwartet, dass
es bei einem unverändert einstimmigen Abstimmungsverhältnis von 9:0
bleiben würde, den Zinssatz beizubehalten. Zwei Mitglieder stimmten
überraschenderweise für eine Senkung.

Zweitens
enthält der neue geldpolitische Bericht ein Basisszenario, wonach die
Prognosen nun von der konkreten Annahme abhängig sind, dass das
Vereinigte Königreich bis Ende 2020 ein weitreichendes
Freihandelsabkommen mit der EU erreichen wird. Dieses war bisher mit
unterschiedlichen Auffassungen auf mögliche Ergebnisse beurteilt worden.
Auch die Unternehmensinvestitionen dürften von minus 1,5% in diesem
Jahr auf plus 4% bis 2021 ansteigen.

Und
letztendlich der ganz klare Teil, der kommuniziert wurde: Die Bank of
England erklärte, dass die Geldpolitik die erwartete Erholung
unterstützen müsste, falls sich das globale Wachstum nicht stabilisiert
oder die Brexit-Unsicherheit weiterhin anhält. Grundsätzlich gilt: Wenn
das Wachstum weiter nachlässt oder die Unsicherheiten hinsichtlich des
Brexit bestehen bleiben, wird die britische Zentralbank schon bald
bereit sein, die Zinsen zu senken.“

James Lynch
James Lynch
James Lynch, Investment Manager Fixed Income bei Kames Capital

James Lynch, Investment Manager Fixed Income bei Kames Capital

Kames Capital: Hat jemand vor Präsidentin Warren?

Schlagworte: , , , ,
Eine Analyse von Euart MacKerron, Fixed Income Investment Analyst bei Kames Capital.

Die Stimmen über einen möglichen Zusammenbruch der
US-Aktienmärkte um diese Zeit im nächsten Jahr – die Tage nach den Präsidentschaftswahlen
2020 – werden immer lauter. Warum dies so ist? Senatorin Elizabeth Warren und
nicht der bisherige Favorit Joe Biden könnte als demokratische Präsidentschaftskandidatin
bestätigt werden. Die Kandidatin, die auf eine Überarbeitung der Steuern, des
Handels, des Gesundheitswesens und vor allem mehr gegen Trump setzt, welcher
sich in seiner ersten Amtszeit seine Pro-Unternehmens Vorhaben an den Mast
nagelte, holt immer mehr auf. Es wäre nicht korrekt zu unterstellen, Warren
wollte, dass Vermögenswerte zusammenbrechen – oder sie in die gleiche Ecke wie
Bernie Sanders zu stellen -, aber sie strebt eine umfassende Überarbeitung der
aktuellen Ordnung an.

Warren schlägt Vermögenssteuern für Spitzenverdiener sowie höhere
Kapitalertragssteuern vor – sie würde Trumps unternehmens- und
marktfreundliches „Tax Cuts and Jobs Act“ von 2017 aufheben.
Gleichzeitig würde Warren eine „Real Corporate Profit Tax“ von 7% auf
jeden Dollar über 100 Millionen Dollar Gewinn einführen. Damit würde nicht nur
die Steuerbelastung der Unternehmen steigen, sondern die größten Unternehmen –
insbesondere die Champions im Silicon Valley und der Wall Street – würden mit
einer möglichen Zerschlagung durch eine Behörde konfrontiert, die auf eine
verstärkte Durchsetzung des Kartellrechts ausgerichtet ist.

Protektionismus könnte ausgeweitet werden

Über ihre eigenen Grenzen hinaus ist Protektionismus eine
Sorge für Märkte und Ökonomen gewesen, seit Trump sein Amt angetreten hat, aber
der Biss könnte unter einer Warren-Regierung noch unerbittlicher werden. Der
sehr öffentlich geführte Krieg der Worte würde wahrscheinlich abkühlen, aber
der Rückzug aus dem Nachkriegsliberalismus könnte sich durchaus ausweiten. Während
Trump allein mit China konfrontiert war, würde Warren mit ziemlicher Sicherheit
an der Seite der EU als einheitlichere Front arbeiten, um Ziele mit strengeren
Voraussetzungen für Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Menschenrechte zu
erreichen. All dies dürfte in Peking und in den Hauptstädten anderer
Handelspartner auf mehr Widerstand stoßen.

Unsicherheiten verstärken Handelsängste

Wir sind noch weit von der Wahl entfernt. Warren steht vor
vielen Hürden, nicht nur Biden und Trump muss sie übertreffen, sondern auch
eine Mehrheit im Senat gewinnen. Die Unsicherheit über das zukünftige Steuer-
und Regulierungssystem könnte jedoch die derzeitige Handelsangst weiter verstärken.
Dies ist eine weitere Sache, um die sich CEOs kümmern müssen, wenn sie über
ihre Investitions- und Einstellungspläne nachdenken.

Euart MacKerron
Euart MacKerron
Euart MacKerron, Fixed Income Investment Analyst bei Kames Capital

Euart MacKerron, Fixed Income Investment Analyst bei Kames Capital