Neuigkeiten und Chancen bei Global Sustainable Equity

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Die boomende US-Wirtschaft als Teil des Problems?
Im zweiten Quartal wuchs die US-Wirtschaft mit einer Jahresrate von über 4 Prozent. Damit erzielte sie eines der besten Ergebnisse seit Jahren. Der Arbeitsmarkt ist nahezu leergefegt, die Arbeitslosenquote liegt mit nur noch 3,7 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 1969. Nicht umsonst hat Amazon kürzlich den Mindestlohn für seine Beschäftigten um 50 Prozent auf 15 Dollar pro Stunde angehoben. Obwohl die statistischen Daten insgesamt noch eine geringe Inflationsrate ausweisen, bleibt die US-Notenbank Fed auf dem eingeschlagenen Kurs und erhöhte den Leitzins auf nunmehr 2,25 Prozent.

Die Straffungspolitik der US-Währungshüter steht damit in deutlichem Kontrast zur Geldpolitik in vielen anderen Ländern – und verursacht erste Probleme. Besonders bekamen dies in den vergangenen drei Monaten die Türkei und Argentinien zu spüren. Aber auch andere Schwellenländern sind aufgrund der Angst vor einer weltweiten Ansteckung in schweres Fahrwasser geraten. Das anhaltende Ringen um den Brexit und die Haushaltspläne der italienischen Populisten sorgen derweil dafür, dass auch die Märkte in Europa unter Druck bleiben. In der Folge verbuchten europäische Bankenwerte mit die schwächste Performance in den Industrieländern.

Aber auch jenseits der Geldpolitik führt die im Vergleich starke US-Wirtschaft zu globalen Verwerfungen, ist sie doch Wasser auf die Mühlen der nationalistisch gefärbten Agenda der Trump-Administration. So ließ die Ankündigung von Einfuhrzöllen in Höhe von 10 Prozent auf chinesische Waren im Wert von weiteren 200 Milliarden US-Dollar den Handelsstreit zwischen den USA und dem Reich der Mitte im dritten Quartal weiter eskalieren. Damit nicht genug, drohte Trump mit einer Anhebung der Strafzölle auf 25 Prozent im Januar. Im Gegenzug belegte China US-Importe im Wert von 60 Milliarden US-Dollar mit Vergeltungszöllen.

Der Klimawandel wird greifbar

Deutlich beunruhigender als das Anziehen der Zinsschraube, eskalierende Handelskonflikte und der um sich greifende Populismus ist wohl die Häufung von Extremwetterereignissen. In diesem Jahr jagt ein Negativrekord den anderen, sei es in Form von Waldbränden auf der Nordhalbkugel, von Hitzewellen in Europa und Japan oder von Megastürmen und Flutkatastrophen in einer Vielzahl anderer Weltregionen. Der Klimawandel kann nicht mehr als abstraktes Risiko in ferner Zukunft abgetan werden. Er findet vor unser aller Augen statt und bedroht mit seinen Folgen auch den weltweiten Wohlstand.

Handelskrieg erreicht die IT-Branche

Zu den Branchen mit der besten Wertentwicklung gehörten im dritten Quartal Informationstechnologie, Gesundheit und Industrie. Dessen ungeachtet gerieten einige IT-Unternehmen zwischen die Fronten der aufziehenden Handelskriege. Bereits im September gab es erste Anzeichen für eine nachlassende Investitionstätigkeit von Firmen, die im Industrie-, IT- und Automotive-Markt aktiv sind. Im Gesundheitssektor schnitten Pharma- und Biotechnologiewerte am besten ab. Wir sehen attraktive Anlagechancen in den Bereichen IT und Industrie. Energie, Verbrauchsgüter und Finanzen dürften weniger langfristiges Renditepotenzial beinhalten.

Die größten positiven Beiträge zur Wertentwicklung:

Die Aktie von Hubbell (Thema Effizienz), einem nordamerikanischen Hersteller von Elektro-zubehör, Lichttechnik und Leistungskomponenten, erholte sich von der Talfahrt, die die Veröffentlichung der Ergebnisse für das erste Quartal ausgelöst hatte. Hubbell hatte darin über schwächer als erwartete Gewinnmargen berichtet und den Rückgang auf Inflations¬druck zurückgeführt. Der Vorstand des Unternehmens gab zu verstehen, die Preise würden zum Ausgleich angehoben werden, und wir nutzten die Gelegenheit zum Ausbau unserer Position. Die Ergebnisse für das zweite Quartal signalisierten eine Verbesserung, und die Unternehmensleitung korrigierte die Prognose für den freien Cashflow nach oben. Hubbell will mit seinen Produkten die elektrische Effizienz, Zuverlässigkeit und Sicherheit erhöhen. Angeboten werden unter anderem Niedervoltsysteme, Verdrahtungsvorrichtungen, LED-Leuchten sowie intelligente Steuerungen und Leistungskomponenten für Stromnetze. Die zunehmende Elektrifizierung der Wirtschaft ist eine nötige Voraussetzung für den erfolg¬reichen Übergang zu einer Wirtschaftsweise mit niedrigem Co2-Ausstoß, und Hubbell liefert dafür die Infrastruktur.

Progressive (Thema Sicherheit), einer der größten Autoversicherer der USA, setzte seine gute Aktienperformance fort. Der Titel profitiert zurzeit von einer Ausweitung des Geschäfts¬felds auf Wohngebäudeversicherungen und dem erfolgreichen Bemühen, Gebäude- und Autoversicherungen im Paket anzubieten. Die Expansion in neue Märkte beschert Progressive ein strukturell höheres Beitragswachstum und bessere Gewinn¬margen. Das Unternehmen siedelt sich selbst im Bereich Datenwissenschaft an, als Spezia¬list für die Versicherungsbranche. Progressive nutzt datenanalytische Methoden, um beispielsweise Fahrgewohnheiten zu untersuchen und auf diese Weise Autofahrer zu identifizieren (und als Kunden zu gewinnen), die weniger riskant fahren. Dadurch werden seine Versicherungsnehmer zu einer defensiveren Fahrweise ermuntert, was wiederum niedrigere Versicherungsbeiträge ermöglicht. Progressive gewinnt so einen Wettbewerbs¬vor¬teil und kann schneller wachsen.

Die Aktie von Encompass Health (Thema Gesundheit), einem führenden Anbieter von Anschlussheilbehandlungen in den USA, stieg nach Veröffentlichung von Ergebnissen, die ein robustes organisches Wachstum in den Geschäftssparten häusliche Pflege und Palliativ¬medizin belegen. Das Unternehmen verkündete überdies eine Akquisition, durch die es seine Stellung in der Hospizversorgung in den USA weiter ausbauen wird. Nachdem der Titel gut gelaufen war, haben wir unsere Position auf eine Größe reduziert, die dem Risiko einer Änderung der staatlichen Förderung Rechnung trägt. Encompass ist gut aufgestellt, um von der Alterung der Bevölkerung und dem dadurch erhöhten Kostendruck im ameri¬kanischen Gesundheitswesen zu profitieren. Seine Rehabilitationskliniken und die Angebote im Bereich der häuslichen Pflege bieten Kostenvorteile gegenüber Altenpflege¬einrichtungen.

Autodesk (Thema Wissen & Technologie), der weltweit führende Anbieter von Design-Software (CAD, Computeranimation) für Architekten und Ingenieure, verzeichnete nach Bekanntgabe der Quartalszahlen einen Anstieg seiner Aktie. In den Ergebnissen spiegelte sich der Übergang zu einem profitableren Modell mit wiederkehrenden Erlösen wider – statt Software-Lizenzen zu erwerben, wechseln viele Anwender zu digitalen Abonnements. Mittlerweile fließen angeblich 96% der Einnahmen von Autodesk auf wiederkehrender Basis. Aus unserer Sicht ist dadurch eine größere Gewinnstabilität für den Fall gewähr¬leistet, dass die Baukonjunktur an Schwung verliert. Mit den Lösungen von Autodesk können Kunden die ökologischen und sozialen Auswirkungen ihrer Entwürfe optimieren. Das kann etwa bedeuten, dass der Energiebedarf drastisch reduziert wird, dass eine robuste und ökologisch nachhaltige Infrastruktur geschaffen wird oder dass bei der Pro¬duktentwicklung und -herstellung neue Wege gegangen werden.

Die größten negativen Beiträge zur Wertentwicklung:

Kurseinbußen musste die Aktie von IPG Photonics (Thema Effizienz) hinnehmen. Der welt¬weit führende Hersteller von Hochleistungsfaserlasern erzielt fast 50% seiner Umsätze in China, und der eskalierende Handelskonflikt zwischen den USA und der Volksrepublik sowie die daraus resultierende makroökonomische Ungewissheit haben einige Kunden veranlasst, Kaufentscheidungen zu verschieben. Durch die Produkte von IPG werden indu¬strielle Fertigungsprozesse grundlegend verändert. Die Produktivität steigt, und negative ökologische Auswirkungen werden reduziert. Die Laser sind stärker, zuverlässiger und bis zu zwanzigmal energieeffizienter als herkömmliche Industrielaser. Daraus ergibt sich eine weit größere Zahl von Anwendungsmöglichkeiten.

Die Aktie von Evoqua Water Technologies (Thema Wasserwirtschaft), einem Wassertech¬no-logie¬unternehmen mit dem alleinigen Schwerpunkt Wasseraufbereitung, fiel nach Ver-öffentlichung der Quartalszahlen. Wie bereits im Vorquartal litt Evoqua unter Verzögerun¬gen bei öffentlichen Großprojekten. Die Unternehmensleitung ist jedoch zuversichtlich, dass sich die Ertragslage in den nächsten Monaten im Zuge der Fertigstellung dieser Pro¬jekte verbessern wird. Evoqua hat Kunden im kommunalen Bereich und in der Industrie, und die angebotenen Lösungen umfassen den gesamten Wasserzyklus von der Gewinnung und Trinkwasseraufbereitung bis hin zur Abwasserbehandlung und -wiederverwendung. Kunden können durch eine sparsamere Wassernutzung, die durch die Aufbereitungs¬anlagen von Evoqua ermöglicht wird, ihre Kosten senken. Sie werden außerdem bei der Einhaltung gesetzlicher Anforderungen und Vorgaben zur Umweltverträglichkeit von dem Unternehmen unterstützt.

Microchip (Thema Effizienz) verzeichnete Kurseinbußen. Der Entwickler und Hersteller von Mikrocontroller-Chips hatte über Anzeichen für einen schwächeren Geschäftsverlauf bei einigen seiner Kunden berichtet. Verantwortlich dafür waren mehrere Faktoren, unter anderem Sorgen über höhere Zölle sowie Engpässe bei passiven Komponenten an anderen Stellen in der Lieferkette. Hinzu kam die Übernahme von Microsemi, die während des Quartals abgeschlossen wurde. Im Nachhinein erfuhr Microchip, dass die Firmenleitung von Microsemi durch absichtliches „Zustopfen“ der Vertriebskanäle die Umsatz- und Gewinnzahlen künstlich in die Höhe getrieben hatte. Unserer Ansicht nach sind diese Probleme vorübergehender Natur, und wir sehen in Microchip nach wie vor einen der weltweit bestpositionierten Nutznießer der Vierten industriellen Revolution. Mikrocon¬troller finden als grundlegende Bausteine einer vernetzten Welt unzählige Anwendungen. Sie sind unentbehrlich für die Verbesserung der Effizienz, mit der elektrische Energie erzeugt und verbraucht wird.

Die Aktie von ASML (Thema Wissen & Technologie), einem internationalen Hersteller von Geräten zur Fertigung von Mikrochips, fiel wie der gesamte Halbleitersektor. Viele Markt-teilnehmer sind beunruhigt über die Auswirkungen der Handelsstreitigkeiten, den mög-licherweise schon erreichten Höhepunkt der Nachfrage in verschiedenen Endabnehmer¬märkten und das schwache Preisumfeld im Speicherbereich. Auch wenn dies alles berech¬tigte Sorgen sein mögen, betrachten wir Halbleiter weiter als Grundbausteine einer ver¬netzten Welt, und die Produkte von ASML sind unseres Erachtens entscheidend für künf¬tige Effizienzgewinne bei Halbleitern. ASML sieht seine „Mission“ in der Entwicklung neuer Technologien für High-Tech-Lithographiesysteme (Übertragung von Mustern oder Formen auf Silizium-Wafer), messtechnischer Systeme und innovativer Software-Lösungen für die Halbleiterindustrie. Damit trägt das Unternehmen maßgeblich dazu bei, dass sich das Mooresche Gesetz weiter bewahrheiten kann und immer kleinere, billigere, leistungsstär¬kere und energieeffizientere Mikrochips gebaut werden. Der technologische Fortschritt in Bereichen wie Gesundheit, Technologie, Kommunikation, Energie, Mobilität und Entertain¬ment wird so erst möglich.

Aktivität und Positionierung

In unserer Strategie sind die Themen Wissen & Technologie und Effizienz überproportional vertreten. Das zeigt sich an der Übergewichtung von IT- und Industriewerten gegenüber dem Index. Nach wie vor untergewichtet sind Energie-, Basiskonsum- und Finanzwerte. Die regionale Aufteilung stimmt dagegen mit der des MSCI World Index überein – die Strategie wird bewusst so gemanagt, dass dies der Fall ist, wohingegen sich die Sektor-Gewichtungen als Nebeneffekt aus der Suche nach den interessantesten Titelideen und dem Bemühen um ein ausgewogenes Risikoprofil ergeben.

Neue Positionen wurden im Laufe des Quartals in Nintendo und MasterCard aufgebaut. Von Analog Devices und Tetra Tech haben wir uns getrennt.
Nintendo (Thema Lebensqualität) ist ein japanischer Hersteller von Spielkonsolen und Videospielen. Das prinzipienfeste Unternehmen hat sich das Ziel gesetzt, allen Kunden, die mit seinen Angeboten in Berührung kommen, „ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern“. Nintendos Produkte sind familienorientiert und zeichnen sich durch eine starke soziale Komponente aus. In dieser Hinsicht unterscheidet sich Nintendo wesentlich von anderen Spieleanbietern, und wir sind der Meinung, dass ein Unternehmen, das seine Aufgabe darin sieht, so viele Menschen wie möglich – unabhängig von Alter, Geschlecht und ethnischer Zugehörigkeit – glücklich zu machen, einen Platz in unserem Portfolio verdient hat. Untersuchungen haben überdies gezeigt, dass Spiele die Lesekompetenz und die mathematischen Fähigkeiten, Multi-Tasking, Ausdauer und Feinmotorik verbessern. Erfreulich finden wir auch, dass Nintendo eine Technologie entwickelt hat, mit der Eltern die Spielenutzung ihrer Kinder aus der Ferne überwachen und kontrollieren können, und dass das Unternehmen Schritte unternimmt, um die negativen Folgen von übermäßigem Spielen zu minimieren.

Mastercard (Thema nachhaltige Immobilien- und Finanzanlagen) betreibt ein weltweites Netz zur Zahlungsabwicklung in über 200 Ländern. Der Finanzdienstleister hat sich einen sicheren, einfachen und intelligenten elektronischen Zahlungsverkehr zum Ziel gesetzt. Mastercard gilt als führend bei Innovationen in dem Bereich. Zu den vielen Vorteilen elektronischer Zahlungen gehören die Sicherheit und Bequemlichkeit von Zahlungsvor¬gängen, aber auch die positiven Effekte für Wirtschaftswachstum und finanzielle Inklusion. Mastercard hat rund um den Globus zahlreiche Projekte initiiert, bei denen es darum geht, Finanzdienstleistungen erschwinglich zu machen. Mit weiteren Programmen soll ein inklu¬sives Wachstum gefördert werden.

Ausblick

In der ersten Oktoberwoche zogen die Anleiherenditen weltweit scharf an. Parallel dazu war an den internationalen Aktienmärkten eine deutliche Rotation der bevorzugten Anlagestile zu verzeichnen. So überflügelte der MSCI World Value Index am Donnerstag, dem 4. Okto¬ber, den MSCI World Growth Index um 1,3% – das war die stärkste Out¬performance an einem einzelnen Tag seit Mai 2009. Besonders stark unter Druck standen IT-Werte, wohin¬gegen Energie-, Finanz-, Basiskonsum- und Versorgertitel, in denen unsere Strategie unter¬gewichtet ist, zu den Bereichen zählten, die am besten abschnitten. Für die Strategie, die ja dem wachstumsorientierten Anlagestil zuneigt, ist das gegenwärtige Umfeld schwierig, besonders wegen der Übergewichtung des IT-Sektors.

Bei einem Active Share des Portfolios von über 90% sind Phasen der Underperformance (genauso wie solche der Outperformance) schon aus statistischen Gründen unvermeidlich, und wir möchten unsere Anleger ermuntern, die aktuelle Situation als potenzielle Einstiegs-gelegenheit zu betrachten. Auf kürzere Sicht kommt es immer wieder zur „Mean Rever¬sion“ (Rückkehr zum langfristigen Mittel), und wenn es so weit ist, sollten wir nie den Unterschied zwischen Bewertung und tatsächlichem Wert vergessen. Es gibt zahlreiche Faktoren, die zu kurzfristigen Schwankungen der Bewertungen führen können – einer der wichtigsten davon ist das Zinsniveau. Bewertung und Wert dürfen wie gesagt nicht ver¬wechselt werden, und nach unserer Überzeugung wird Wachstum – auf lange Sicht – immer den größten Wert für Anleger schaffen.

Ein wichtiges Merkmal unserer Strategie ist die Bedeutung, die wir in unserem Investment-prozess dem Thema Nachhaltigkeit im Hinblick auf ökologische und soziale Entwicklungen beimessen. Dieser Ansatz verleiht uns eine enorme Klarheit und Konsequenz bei der Suche nach attraktiven Titeln in Bereichen, in denen starke thematische Wachstumstreiber am Werk sind. Die Umstellung auf eine klimaverträgliche Wirtschaftsweise und die Vierte industrielle Revolution, die eine zunehmende technologische Durchdringung aller Bereiche der globalen Wirtschaft mit sich bringen wird, sind zwei extrem mächtige Investment¬trends. Unser Portfolio ist so aufgestellt, dass es von diesen Trends profitieren kann. Beide sind untrennbar mit einer Lösung der zahlreichen Konflikte zwischen ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit verbunden.

Wir gehen davon aus, dass die Ölpreise wieder sinken werden. Vom Standpunkt der Produzenten ist ein hoher Ölpreis im Grunde kontraproduktiv, da er Innovations- und Substitutionsprozesse nur noch beschleunigt. In zehn Jahren wird es mehr erneuerbare Energie, wesentlich mehr Elektroautos und Milliarden zusätzlicher internetfähiger Geräte geben, die mit ihren Halbleitern und Mikrochips riesige Datenmengen erfassen, aber auch selbst erzeugen. All diese Daten werden in der Cloud gespeichert werden, was entspre¬chen¬de Speicherkapazitäten erfordert. Sie werden von Softwareprogrammen analysiert und nutzbar gemacht werden – zur Erreichung von Effizienzgewinnen, zur Steigerung der Produktivität und zum Nutzen der gesamten Gesellschaft. Unser Portfolio enthält Aktien vieler Unternehmen, die in diesen Bereichen führend sind. Vertreten sind aber auch Firmen aus dem Konsumsektor, die eine Vorreiterrolle bei dem Bemühen spielen, die Kreislaufwirtschaft voranzubringen. Des Weiteren investieren wir in Kranken- und Lebensversicherer, in Gesundheitsdienstleister, in Spezialisten für Wassertechnologie, elektrische Sicherheit und Architektur, in Bildung und Unterhaltung. Wenn wir an Nach¬haltigkeit denken, sehen wir eine ganze Welt von Möglichkeiten – unser Portfolio ist sehr breit gefächert, hat aber zugleich eine klare Ausrichtung.

Die aktuelle Schwellenländerkrise folgte bekannten Mustern

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Eine protektionistische US-Handelspolitik wird asiatischen und anderen Schwellenländern schaden, die am stärksten von den globalen Handelsströmen abhängen. Die derzeitigen Währungsprobleme der Türkei dürften dagegen
kaum auf andere Schwellenländer überschwappen, nicht zuletzt, weil sich die Leistungsbilanzen der Länder in den letzten Jahren tendenziell verbessert haben.

Klassische Schwellenländerkrisen

Eine Schwellenländerkrise tritt in der Regel dann ein, wenn sich ein Land durch eine übermäßige Kreditaufnahme überschuldet und dadurch ein massives Leistungsbilanz- oder Haushaltsdefizit aufbaut. Meistens wächst in einem solchen Land die Wirtschaft schneller als dies eigentlich gerechtfertigt wäre, und damit steigt auch die Kreditschöpfung, meistens in US-Dollar. Wenn dann die Märkte angesichts des Schuldenbergs nervös werden und bezweifeln, ob das Land diese Schulden auch finanzieren kann, dann wollen sie sich aus dem Land zurückziehen. Die negativen Folgen schlagen sich dann als Erstes in der Währung nieder. Irgendwann fallen die Preise für Vermögenswerte so weit, dass der Markt einbricht – und in der Regel gibt es dafür einen Auslöser. Beispielsweise betrachten viele den Zusammenbruch von Lehman Brothers im Jahr 2008 als den Beginn der globalen Finanzkrise.

Turbulenzen in der Türkei

Die Türkei hat ein Leistungsbilanzdefizit von rund 5,5 Prozent des BIP, daraus ergibt sich ein jährlicher Finanzierungsbedarf von rund 60 Milliarden US-Dollar. Anleger machten sich nicht nur über die Höhe der Schulden Sorgen, sondern auch über die Äußerungen der türkischen Regierung, die zudem auch einige unorthodoxe wirtschaftspolitische Maßnahmen in die Wege leitete. Großbritannien weist zwar auch ein erhebliches Leistungsbilanzdefizit auf, dieses wird jedoch durch Investitionen aus dem Ausland finanziert. Das Leistungsbilanzdefizit der Türkei wird dagegen hauptsächlich durch Portfoliozuflüsse, internationalen Handel und Kreditaufnahme finanziert. Damit ist das Land stark von den Bedingungen an den Finanzmärkten abhängig.

Da die Anleger immer weniger glauben, dass die Türkei das Defizit bewältigen kann, und sich die Regierung außerdem weigert, die Zinsen zu erhöhen, um dem Verfall der Lira Einhalt zu gebieten, ist es nur allzu verständlich, dass sich die Anleger angesichts der zunehmenden Drohungen einer Erhebung von Handelszöllen aus dem Land zurückgezogen haben. Verstärkt wurde dies noch durch die Massenentlassungen in den türkischen Behörden. Dies hat ihrer Glaubwürdigkeit massiv geschadet, denn Schatz- und Finanzminister der Türkei ist Berat Albayrak – der Schwiegersohn von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan!
Die Gefahr, die von US-Präsident Trump für die Handelspolitik ausgeht, mag neu sein, die Lage in der Türkei ist es dagegen keineswegs. Man denke nur an frühere Schwellenländerkrisen wie das „Taper Tantrum“, die Asien-Krise und die „Fragilen Fünf“. Bei diesen Ereignissen haben die Anleger das Vertrauen in die Wirtschaftspolitik eines Landes verloren und damit die Währung unter Druck gesetzt, was zu einer Abwertung führte.

In der Vergangenheit wurden derartige Probleme kurzfristig durch Maßnahmen zur Verbesserung der Glaubwürdigkeit gelöst, beispielsweise durch geldpolitische Schritte oder haushaltspolitische Initiativen. Die Türkei hat dagegen weitgehend an ihrer politischen Richtung festgehalten und auch den IWF nicht um Hilfe gebeten. Daher dürfte die türkische Lira auch zukünftig immer wieder unter Beschuss geraten, und es könnte in den kommenden Monaten zu einer erneuten Krise kommen.

Begrenztes Ansteckungsrisiko

Aber nicht nur in der Türkei ist die Lage unruhig, auch Argentinien hat mit einem schwindenden Vertrauen in seine Währung zu kämpfen. Die jüngste Folge war der Rücktritt des Chefs der Zentralbank.

Das Wirtschaftswachstum Argentiniens ist somit zwar gefährdet, wir sehen aber kaum Ansteckungsrisiken. Auch die brasilianische Wirtschaft ist in einer relativ guten Verfassung. Das Leistungsbilanzdefizit ist sehr gering und wird durch ausländische Direktinvestitionen finanziert. In unserem Basisszenario gehen wir davon aus, dass die momentane Phase der US-Dollar-Stärke nicht mehr allzu lange andauern dürfte. Sobald sich die Märkte wieder auf die Haushaltslage der USA konzentrieren, wird der US-Dollar an Wert verlieren. Sofern es zu keinen größeren politischen Fehlentscheidungen kommt, die zugegebenermaßen in Schwellenländern wahrscheinlicher sind als in Industrieländern, dann scheinen aktuell keine Schwellenländer am Rande des Abgrunds zu stehen.

Das Problem mit Handelskriegen

Die Krise in der Türkei ist zwar typisch für Schwellenländer, das heißt jedoch nicht, dass der Welthandel keinen Anlass zur Sorge gibt. Schätzungen einiger Analysten zufolge wird der Handelskrieg das globale BIP um 1 Prozent bis 2,3 Prozent schmälern. Einige Experten gehen auch davon aus, dass die US-Notenbank als Reaktion auf die Zölle die Zinszügel rascher anziehen wird. Die Auswirkung eines Handelskriegs auf einzelne Länder lässt sich jedoch kaum vorhersagen – nicht zuletzt, weil wir noch nicht wissen, wie weit die US-Regierung in ihren protektionistischen Bestrebungen gehen wird.

Trotzdem stehen Asien und Schwellenländer wie China, Mexiko, Kolumbien, Malaysia, Korea und Thailand, die der Gefahr durch die protektionistische Politik von US-Präsident Trump ausgesetzt sind, vor großen Herausforderungen. Zölle werden nichts nützen, denn viele Schwellenländer hängen ökonomisch generell von Rohstoffen, Deviseneinnahmen oder Halbfertigprodukten ab und sind somit sehr stark an globalen Handelsströmen beteiligt. Sollte sich der Welthandel abschwächen, dann werden einige dieser Volkswirtschaften unweigerlich unverhältnismäßig stark unter Druck geraten.

Was wir aus dem Crash im Oktober lernen können

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Schon Mark Twain, der Schriftsteller und Spekulant, wusste, dass der Monat Oktober einer der gefährlichsten Börsenmonate ist. Aber dann hat er wohl augenzwinkernd hinzugefügt: Die anderen gefährlichen Monate wären Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, November und Dezember.

In diesem Jahr ist wieder einmal der Oktober besonders aufgefallen. Nicht allein durch den Markteinbruch selbst, sondern insbesondere dadurch, dass manche Aktien an mehreren Tagen hintereinander extrem, also um mehrere Standardabweichungen, gefallen sind. Das bedeutete Kursabschläge von mehrmals über 10% bei Titeln, bei denen keine oder sogar noch positive Unternehmensmeldungen vorhanden waren. Hierzu gehörten insbesondere Titel, die in den Jahren zuvor einen großen Kursanstieg zu verzeichnen hatten.

Handelte es sich dabei nur um eine Art „Momentum Crash“? Keineswegs. Betroffen waren auch Aktien, deren Kurse bereits zuvor gefallen waren und bei denen eher andere Faktoren wie Bewertung oder Stabilität stark ausgeprägt waren. Auch solche Titel fielen ohne neue Nachrichten mehrfach um mehrere Standardabweichungen. Ginge es nach den Theorien der Statistiker und klassischen Ökonomen, hätte es so etwas gar nicht geben dürfen.

Eine weitere Beobachtung: Unsere gesamten regelbasierten Faktorstrategien hatten im Oktober, insbesondere an einigen Ausnahmetagen, eine noch niedrigere Wertentwicklung als der Gesamtmarkt. Der Faktor Momentum schlug hierbei besonders negativ zu Buche, gleichwohl dieser nur etwa 25% unserer Auswahl bestimmt. Auch die regelbasierten Systeme anderer Fondsmanager lieferten im Oktober eine erhebliche, teils noch größere Underperformance ab.

Das bedeutet: Gerade systematische Strategien, die das Ziel verfolgen eine Outperformance zu generieren, haben im Oktober eine Underperformance gebracht. Das liefert meines Erachtens auch eine Erklärung für den zurückliegenden Oktobercrash: Der Grund für die statistisch abnormalen Kursrückgänge ist selbst systematisch – Irrationalität, Massenpsychologie – wie immer man es auch nennt. Systematische Strategien waren davon entsprechend besonders betroffen. Abrupte Kursrücksetzer halten naturgemäß viele Marktteilnehmer von Aktieninvestments ab. Ebenso hält die zurückliegende Kursschwäche viele Investoren gerade von systematisch interessanten Aktien zurück. In der Folge generieren diese Aktien mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Outperformance. 

Langfristige Marktbeobachtungen bestätigen diese Sichtweise und auch die letzten Tage haben bereits entsprechende Anhaltspunkte geliefert. Aktien, deren Allokation eine systemische Auswahl zugrunde liegt, sollten nach der zuletzt irrationalen Börsenphase besondere Chancen besitzen.

Der Autor Dr. Robert Velten, Geschäftsführer der Velten Asset Management GmbH, ist Initiator und Berater des ‚Velten Strategie Deutschland‘ (WKN A2ATCU). Das Management des auf deutsche Aktien ausgerichteten Fonds setzt – wissenschaftlich untermauert – auf Erhebung und Auswertung exklusiver Unternehmens-Kennzahlen, die Erfolgsfaktoren wie Wachstum und Bewertung besser abbilden, als herkömmliche Messverfahren.

Rohstoffpreise auf Kurs ins Unbekannte

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Zwei Faktoren sind ausschlaggebend dafür, ob Rohstoffpreise Rezessionen verursachen: das Angebotsmanagement und Kapazitätsengpässe. Die OPEC betreibt beispielsweise schon seit 1960 ein mehr oder weniger erfolgreiches Angebotsmanagement im Rohölmarkt. Zudem setzte sie in der Vergangenheit zweimal den Ölpreis als politisches Druckmittel ein – 1972 und 1979. Der Ölpreisanstieg damals bedeutete, dass die Konsumenten in den Industrieländern mehr Geld für Ölimporte ausgeben mussten und daher immer weniger für inländischen Konsum übrighatten. Die Folge war jeweils eine Rezession in den Industrieländern. Auch stieg der Ölpreis im Vorfeld und während der Rezession der US-Wirtschaft 1990 aufgrund des ersten Irak-Kriegs merklich an. In einem breiten Rohstoffpreisindex haben Energiepreise aufgrund ihrer überragenden Bedeutung für die Gesamtwirtschaft naturgemäß ein hohes Gewicht und somit einen starken Einfluss auf die Indexentwicklung.

Bloomberg-Rohstoffpreisindex

Bloomberg-Rohstoffpreisindex
Bloomberg-Rohstoffpreisindex

Quelle: Thomson Reuters Datastream, Metzler

Der Anstieg der Rohstoffpreise im Vorfeld und während der
US-Rezessionen von 2001 und 2007 war dagegen auf Kapazitätsengpässe
zurückzuführen. Ein starkes Wachstum der Weltwirtschaft über viele Jahre
hinweg und die rasante Entwicklung der chinesischen Wirtschaft gingen
mit einer enorm steigenden Nachfrage nach Rohstoffen einher, die nicht
mehr mit den bestehenden Kapazitäten befriedigt werden konnte. Die
Weltwirtschaft benötigte eine Verschnaufpause, damit das Angebot zum
höheren Nachfrageniveau aufschließen konnte.  

Die seit 2016 stabilen Rohstoffpreise signalisieren, dass das Angebot
an Rohstoffen ausreichend ist, um ein solides Wachstum der
Weltwirtschaft zu ermöglichen. Die Entwicklung der Rohstoffpreise
signalisiert somit keine erhöhten Rezessionsrisiken. Sollte es jedoch zu
einer Rezession aufgrund einer Eskalation des Handelskriegs oder eines
anderen politischen Schocks kommen, würde ein merklicher Rückgang der
Rohstoffpreise drohen. Aufgrund der gegenwärtig niedrigen
Inflationsraten wäre dann die Gefahr groß, dass die meisten Länder
schnell in eine Deflation abgleiten.

USA: Stabile Inflation

Kurzfristig
betrachtet, ist der Bloomberg-Rohstoffpreis-index von seinem Hoch
Anfang Oktober bis Anfang November um mehr als 5 % gefallen, von seinem
Hoch im Mai sogar um knapp 10 %. Da die Rohstoffpreisentwicklung die
Inflation (Mittwoch) stark beeinflusst, dürfte sie im Oktober auf 2,5 %
gestiegen sein, im November dann aber wieder fallen. Das Inflationshoch
von 2,9 % im Juli dürfte damit auf absehbare Zeit nicht mehr erreicht
werden. Inflationsrisiken in den USA drohen vor allem vom Arbeitsmarkt
und den Löhnen. Bisher beschleunigte sich das Lohnwachstum jedoch nur
geringfügig.

Gute Konjunktur sorgt für sinkende Arbeitslosenquoten

Gute Konjunktur sorgt für sinkende Arbeitslosenquoten
Gute Konjunktur sorgt für sinkende Arbeitslosenquoten
Gute Konjunktur sorgt für niedrige Arbeitslosenquoten

Quelle: Thomson Reuters Datastream

Darüber
hinaus werden noch die Einzelhandelsumsätze (Donnerstag) sowie die
Industrieproduktion (Freitag) als realwirtschaftliche Daten
veröffentlicht. Als Umfragedaten werden der Geschäftsklimaindex der
Mittelständler (Montag) sowie der Philadelphia Fed Index (Donnerstag)
veröffentlicht.

Asien: Negatives Wachstum in Japan, fragile Konjunktur in China  

Das
Wachstum in Japan dürfte im dritten Quartal wieder negativ sein
(Mittwoch), nachdem das erste Quartal schon bei -0,2 % gegenüber dem
Vorquartal lag. Japan ist damit nur knapp einer Rezession entgangen –
definiert als zwei Quartale mit negativem Wachstum in Folge. Tatsächlich
verzerren jedoch die BIP-Daten das Bild der derzeit boomenden
japanischen Wirtschaft, da viele Sonderfaktoren das Wachstum beeinflusst
haben, etwa Wetterkapriolen. Schon im zweiten Quartal lag das Wachstum
bei kräftigen 0,7 % als eine Reaktion auf die Schwäche zuvor. Auch im
vierten Quartal dürfte das BIP wieder kräftig steigen. In Japan kommt
zum ersten Mal seit langem endlich ein längerer Investitionszyklus der
Unternehmen in Gang. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass die Unternehmen
mithilfe von Robotern und künstlicher Intelligenz immer mehr in Rente
gehende Arbeitnehmer ersetzen müssen. Schon in den vergangenen fünf
Jahren stieg die Produktivität in Japan schneller als in den USA. In den
kommenden fünf Jahren könnte der Abstand sogar noch größer werden.

In China werden die Einzelhandelsumsätze (Mittwoch) und die
Industrieproduktion (Mittwoch) veröffentlicht – beide dürften sich im
Rahmen der Erwartungen bewegen. Die chinesische Regierung versucht mit
immer weiteren Maßnahmen die Konjunktur zu stabilisieren. Der
Handelskonflikt scheint China stärker zu treffen als gedacht. Immerhin
eröffnet der hohe Handelsbilanzüberschuss der chinesischen Regierung
genügend Spielraum für Wirtschaftsstimuli.

Eine gute und erfolgreiche Woche wünscht

Edgar Walk
Chefvolkswirt Metzler Asset Management

US-Arbeitsmarktdaten übertreffen Erwartungen

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In der vergangenen Woche stand die
Veröffentlichung der Arbeitslosenzahlen in den USA im Fokus der Anleger.
Demnach wurden im Oktober 250.000 neue Stellen geschaffen, was den Konsens mit
190.000 Stellen deutlich übertraf. Die September-Schwäche wurde damit nahezu
vollständig kompensiert. Die Arbeitslosenquote verharrte auf dem 48-Jahres-Tief
von 3,7 Prozent. Und auch das Lohnwachstum zog im Oktober an. So stieg die
Jahresrate der durchschnittlichen Stundenlöhne um 0,3 Prozentpunkte auf 3,1
Prozent und markierte somit ein 9-Jahres-Hoch. Getrübt wurden die positiven
Signale durch den neuen ISM-Einkaufsmanagerindex der Industrie: Dieser gab im
Oktober von 59,8 auf 57,7 Punkte stärker nach als erwartet und erreichte damit
den zweitniedrigsten Stand seit 15 Monaten. In der Eurozone legte die
Wirtschaftsleistung im dritten Quartal um 0,2 Prozent zum Vorquartal zu. Damit
blieb das Wirtschaftswachstum ein weiteres Mal hinter den Erwartungen zurück.
Die vorläufige Schätzung der Konsumentenpreise bestätigte hingegen die
Erwartungen. So stiegen die Konsumentenpreise gegenüber dem Vorjahr um 0,1
Prozentpunkte auf 2,2 Prozent. Die Kernrate überraschte dieses Mal mit einem
Anstieg um 0,2 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr leicht auf
der Oberseite. In Deutschland verringerte sich die Arbeitslosenzahl im Oktober
um 11.000 Stellen. Die Arbeitslosenquote verblieb saisonbereinigt bei 5,1 Prozent
und bestätigte somit die Schätzung. Die Bank of Japan verfolgt weiterhin eine
expansive Geldpolitik, das Komitee beließ den aktuellen Leitzins auf einem
Niveau von minus 0,10 Prozent. Die Bank of England drehte ebenfalls nicht an
der Zinsschraube, der Leitzins verharrte bei 0,75 Prozent.

Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent
verlor gegenüber der Vorwoche drastisch an Wert und notiert nun auf einem
Niveau von 72,54 US-Dollar je Barrel. Der US-Dollar gab gegenüber dem Euro
leicht um 0,07 Prozent nach. Der japanische Yen rutschte im Vergleich zur
Vorwoche um -1,55 Prozent nach unten.

Nach
den vergangenen Turbulenzen entwickelten sich die globalen Aktienmärkte für den
Euro-Anleger allesamt positiv. Den höchsten Wertzuwachs verzeichnete hierbei
der europäische Aktienmarkt, gefolgt vom amerikanischen und japanischen Markt.
Die Schwellenländer schnitten im Vergleich zu den Industrienationen deutlich
besser ab. Innerhalb Europas entwickelte sich die Eurozone geringfügig
schlechter. Auf Sektorebene ergab sich folgendes Bild: In Europa entwickelten
sich die Sektoren Rohstoffe, zyklischer Konsum und Telekom am besten. Eine
Underperformance zeigten dagegen die Segmente Versorger, Energie und
Basiskonsum. In den USA gehörten Titel aus den Sektoren Rohstoffe, Finanzen und
zyklischer Konsum zu den Gewinnern, während Aktien aus den Bereichen
Gesundheit, Energie und Versorger hinterherhinkten. Small Caps schnitten in den
USA, als auch in Europa besser ab als Large Caps. Hinsichtlich „Value“ und
„Growth“ zeigten „Value“-Titel in den USA eine bessere Wertentwicklung, während
in Europa „Growth“-Titel gefragt waren.

Im
Rentenbereich verzeichneten Hochzinsanleihen das größte Plus. Anleihen mit
kurzer Duration lagen ebenfalls leicht im Plus. Eine negative Wertentwicklung
mussten hingegen Euro-Staatsanleihen sowie Unternehmensanleihen mit
Investment-Grade-Rating hinnehmen.

Den vollständigen Marktrückblick können Sie hier downloaden.

Zucker- und Kaffeepreise profitieren von kurzer Cover-Rallye

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Die Zucker-
und Kaffeepreise profitieren von einer kurzen Cover-Rallye.
Die jüngste Aufwertung (28. September – 22. Oktober 2018) des
brasilianischen Real trug dazu bei, eine kurze Deckungsrallye bei Zucker- und
Kaffeefutures voranzutreiben, obwohl ein ausreichendes Angebot auf beiden
Märkten weitere Preissteigerungen ausgleichen dürfte. Der jüngste WASDE-Bericht
(Agricultural Supply and Demand Estimates) senkte die Prognosen für die
diesjährigen Mais- und Sojakulturen entgegen den Erwartungen.

Straffere
Fundamentaldaten stützen die Industriemetallpreise inmitten der globalen
Aktienmarktroutine.
Straffere Fundamentaldaten,
die sich aus sinkenden Lagerbeständen und einer starken Nachfrage ergaben,
trugen dazu bei, den Abwärtstrend des Industriemetallkomplexes inmitten der
globalen Aktienmarktroutine auszugleichen. Robuste Importdaten für Rohstoffe,
die von den chinesischen Zollbehörden veröffentlicht wurden, sorgten ebenfalls
für Auftrieb bei den Metallpreisen.

Die
Benchmarks für Brent und WTI-Öl divergierten im vergangenen Monat
, da steigende US-Öllagerbestände die WTI nach unten drückten, während
die Besorgnis über die weltweite Verknappung der Vorräte Brent zu einem Anstieg
verhalf. Während die OPEC-Fördermittel derzeit steigen, erscheint dieses
Wachstum fragil und unterliegt einer Reihe geopolitischer Risiken.

Gold-
und Silberpreise profitieren von einer Short-Cover-Rallye.
Eine
kurzzeitige Rallye hat Gold und Silber im vergangenen Monat zu einem Anstieg
verholfen. Da übermäßige Shorts abgebaut werden, gehen wir davon aus, dass
beide Metalle weiterhin höher gehandelt werden.

Den monatlichen
Rohstoff-Monitor im englischen
Original finden Sie hier:
Commodity Monthly Monitor – Past peak bearishness

Der Öl- und Gassektor ist stark mit Klimawandelrisiken konfrontiert

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Investoren sollten die Risiken des Klimawandels in ihre Investmententscheidungen einbeziehen, da dessen Tragweite immer offensichtlicher wird. Aufgrund der Tatsache, dass der Öl- und Gassektor mit seiner Geschäftstätigkeit stark zur globalen Erderwärmung beiträgt, ist er besonders stark involviert in die Risiken, die mit dem Klimawandel in Verbindung stehen. Sein Geschäftsmodell ist damit zugleich massiv vom Wandel hin zu erneuerbaren Energien betroffen. Deshalb legt NN Investment Partners (NN IP) einen Schwerpunkt seines Engagements auf diesen Sektor und ermutigt die Unternehmen, ihre Geschäftstätigkeiten transparent zu machen und die Risiken des Geschäftsmodells aufzuzeigen.

NN IP hat weltweit 49 Unternehmen aus dem Öl- und Gassektor analysiert und festgestellt, dass 40 einen jährlichen Klima- oder Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen, der auch Richtlinien mit Bezug auf den Klimawandel enthält. Dabei zeigt sich, dass europäische Öl- und Gaskonzerne viel transparenter sind in Bezug auf die Integration von klimabezogenen Risiken in ihre Modelle als ihre amerikanischen Pendants. Öl- und Gasunternehmen aus den Schwellenländern sind bei der Veröffentlichung entsprechender Details noch zurückhaltender.

NN IP hält es für wichtig, dass Öl- und Gasunternehmen Investoren ihre Strategie für den Umgang mit potenziellen künftigen Einschränkungen ihres Geschäftsmodells erläutern, die aus dem Klimawandel resultieren. Allerdings haben nur acht der 49 Unternehmen, die NN IP analysiert hat, ihr Geschäft einem entsprechenden Stresstest unterzogen.

Auch wenn Öl- und Gaskonzerne weltweit teilweise schon in kohlenstoffärmere Technologien investiert haben, müssen sie nach Ansicht von NN IP ihre langfristigen Diversifikations- und Wachstumsstrategien noch stärker überdenken. Die Analyse belegt, dass der Umfang der Forschung und Entwicklung von Öl- und Gasunternehmen hinsichtlich neuer Technologien, wie z. B. Verfahren, mit denen das entstehende CO2 abgeschieden und gelagert wird, sehr unterschiedlich ausfällt – wieder mit einer deutlichen Kluft zwischen europäischen Unternehmen und dem Rest der Welt. Das Gleiche gilt für Übernahmen oder Investitionen im erneuerbaren Energiesektor.

Faryda Lindeman, Senior Corporate Governance Spezialist bei NN Investment Partners:
„Der Öl- und Gassektor ist stark mit Klimawandelrisiken konfrontiert. Wenn sich die Welt in Richtung einer kohlenstoffarmen Wirtschaft bewegt und fossile Brennstoffe zunehmend von erneuerbaren Energien ersetzt werden, wird die Nachfrage nach seinen Kernprodukten unweigerlich sinken. Zusätzlich unterliegen Öl- und Gasunternehmen dem Risiko, dass es aufgrund von Umweltschäden zu regulatorischen Maßnahmen und Steuern auf CO2 kommen wird. Deshalb müssen Öl- und Gasunternehmen ihren Stakeholdern erklären, wie sie sich weiterentwickeln und ihre Geschäftsstrategien entsprechend anpassen wollen.

NN IP hat Engagement-Ziele entwickelt, um Öl- und Gasunternehmen zu ermutigen, Übergangspläne zu erarbeiten. Die uneinheitliche Herangehensweise der Unternehmen innerhalb des Sektors ist dabei eine Herausforderung.“

Damit die Engagement-Ziele von NN IP ihren Beitrag zur Veränderung des weltweiten Energiesektors leisten können, beinhalten sie folgende Aspekte:

Governance: NN IP erwartet von den Unternehmen eine transparente Offenlegung, wie der Vorstand und die Prozesse im Unternehmen es gewährleisten, dass die klimabezogenen Risiken angemessen überwacht werden. NN IP macht auf den jährlichen Hauptversammlungen von seinem Stimmrecht Gebrauch, um dies durchzusetzen.

Szenarioanalysen: Die Unternehmen sollen erläutern, wie sie fortbestehen werden, wenn die Welt weiter auf erneuerbare Energien umsteigt. NN IP unterstützt die Entwicklung und die Verfolgung solcher Strategien.

Transparenz und Offenlegung: Wir drängen auf eine umfassendere Veröffentlichung von Nachhaltigkeits- und Klimaberichten und ermutigen die Unternehmen, sie in ihren Jahresbericht zu integrieren. Die Unternehmen müssen über ihre direkten (Scope 1) und indirekten (Scope 2 und 3) CO2-Emissionen Bericht erstatten und z. B. Ziele für alle drei Ebenen entwickeln.

Aktiver Dialog mit öffentlichen Entscheidungsträgern: Wir befürworten es sehr, wenn Unternehmen aktiv an öffentliche Entscheidungsträger herantreten und konstruktive Vorschläge machen, wie politische Maßnahmen ihre Pläne zur Integration der klimabezogenen Risiken in ihre Geschäftsmodelle unterstützen können.

Argumente für Schwellenländer in fünf Grafiken

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Anleger sind sich generell der wirtschaftlichen Bedeutsamkeit von Schwellenländern bewusst. Jedoch tun sie sich oft schwer, dieses Bewusstsein auch in ihren Portfolios umzusetzen. Vielleicht fehlt es in manchen Fällen einfach an den nötigen Kenntnissen.

Diese Anleger haben Finanzmärkte ignoriert, die seit der Jahrtausendwende zu denen mit der besten Wertentwicklung weltweit gehören. Die Abneigung der Investoren gegenüber diesen Ländern ergibt sich in manchen Fällen aus einer Fehleinschätzung der involvierten Wertschwankungen.

Mit den folgenden Abbildungen illustrieren wir einige Statistiken, um zu zeigen, dass sich die Investition in Schwellenländer lohnen kann.

Risiken und Erträge

Ob Aktien oder Anleihen – einige der größten Renditen werden seit Ende 1999 in den Schwellenländern erwirtschaftet.

Die Aktienmärkte der Schwellenländer sind auf annualisierter Basis um nahezu das Dreifache der Märkte in Westeuropa gestiegen. Außerdem haben sie US-Aktien überflügelt, und dies trotz der unglaublich langen Haussephase der vergangenen zehn Jahre in den USA.

Jedoch waren Anleger in den Schwellenländern, während sie die wesentlich höheren Renditen einstrichen, keineswegs extremeren Wertschwankungen ausgesetzt als in Europa.

Auch bei den Anleihen lagen die Schwellenländer vorn, wobei diese Anlageklasse jedoch auch die größten Wertschwankungen aufwies.

Natürlich sollten sich Investoren der Tatsache bewusst sein, dass die Wertentwicklung in der Vergangenheit keinen Hinweis auf die Entwicklung in der Zukunft gibt. Wir verweisen auch darauf, dass es sich bei diesem Zeitraum um eine außergewöhnlich starke Phase für Schwellenländer handelte. Im Vergleich dazu belasteten in den 1990er Jahren die Tequila-Krise (1994), die Asienkrise (1997) und die Russlandkrise (1998) die Renditen.

Die untenstehende Abbildung zeigt die Renditen, die seit der Jahrtausendwende erwirtschaftet wurden, sowie die seitdem verzeichneten Wertschwankungen.

Risiken und Renditen

Historische Renditen und Wertschwankungen seit Ende 1999

Historische Renditen und Wertschwankungen seit Ende 1999
Historische Renditen und Wertschwankungen seit Ende 1999

Quelle: Schroders, Thomson Datastream, Daten per Ende Juni 2018, in US-Dollar. Stellvertretend für Anleihen sind der BD Benchmark 10Y Datastream Govt Index, der United States Benchmark 10Y Datastream Government Index und der JPM EMBI + Composite. Stellvertretend für Aktien sind der MSCI EMU, S&P 500 und die Emerging Markets-Datastream Market und Total Return Indizes. Die vorstehende Nennung von Sektoren, Regionen, Wertpapieren und Ländern dient ausschließlich zur Veranschaulichung und ist nicht als Kauf- oder Verkaufsempfehlung zu verstehen. Die in der Vergangenheit erzielte Performance gilt nicht als zuverlässiger Hinweis auf künftige Ergebnisse. Anteilspreise und das daraus resultierende Einkommen können sowohl steigen als auch fallen; Anleger erhalten eventuell den investierten Betrag nicht zurück. 

Sehen wir uns zunächst die Aktienmärkte an. Schwellenländeraktien haben seit der Jahrtausendwende um durchschnittlich 7,9 % pro Jahr zugelegt, was gemessen am MSCI EMU Index weit über den 3,5 % der Eurozone und gemessen am breit angelegten S&P 500 Index über den 5,4 % der Wall Street liegt.

Alle drei Regionen haben in diesem Zeitraum beträchtliche Auf- und Abschwünge verzeichnet. Die Wertschwankungen der Schwellenländer lagen mit 20,9 % pro Jahr jedoch leicht unter den 21,1 % der Eurozone. Die Renditeunterschiede waren hingegen enorm. US-Aktien waren mit 14,4 % weniger volatil.

Anleger, die in Anleihen aus den Schwellenländern investierten, strichen Renditen von 8,5 % pro Jahr ein. Dies liegt etwas über den Renditen von Schwellenländeraktien, womit diese Anleihen unter den hier beschriebenen Anlageklassen die beste Wertentwicklung aufwiesen. US-Anleihen (repräsentiert durch zehnjährige US-Staatsanleihen) rentierten jährlich 5,0 % und Anleihen der Eurozone 5,9 %.

Die Wertschwankungen von Schwellenländeranleihen waren mit 9,2 % am ausgeprägtesten, gefolgt von 7,3 % für US-Anleihen und 5,5 % für Anleihen der Eurozone.

Schwellenländer unterliegen im Allgemeinen einem größeren politischen, rechtlichen, operativen und gegenparteilichen Risiko. Aktienmärkte in Schwellenländern können höhere Wertschwankungen aufweisen als Aktienmärkte in ausgereiften Volkswirtschaften. Anlagen in Fremdwährungen unterliegen Wechselkursrisiken. 

Ungleichgewicht zwischen Volkswirtschaften und Märkten

Das schlagkräftigste Argument für die Investition in Schwellenländer ist die Größe ihrer Volkswirtschaften im Vergleich zu ihren Finanzmärkten.

Ein wichtiger Grund dafür, dass Schwellenländer keinen größeren Anteil an Portfolios ausmachen, ist, dass die Finanzmärkte dieser Länder im Vergleich zu ihrer wirtschaftlichen Macht klein sind.

Beispielsweise tragen Schwellenländer auf Basis des nominalen Bruttoinlandsprodukt inzwischen 45 % zur weltweiten Wirtschaftsleistung bei. Ihre Aktienmärkte machen insgesamt jedoch nur 29 % des weltweiten Gesamtmarkts aus, während ihre Anleihemärkte mit 16 % noch weiter zurückliegen. Sieht man sich die Indizes an, denen die Anleger die größte Aufmerksamkeit schenken, ist das Gefälle noch größer, wie die untenstehende Abbildung zeigt. Es ist offensichtlich, dass sich die Kapitalmärkte der Schwellenländer nicht vollständig geöffnet haben, obwohl die Globalisierung die Integration dieser Länder in die Weltwirtschaft vorangetrieben hat. China ist hierfür ein Paradebeispiel. Die chinesischen Aktien- und Anleihemärkte sind die zweit- bzw. drittgrößten der Welt. Bis vor Kurzem hatten internationale Anleger jedoch kaum Zugang zu ihnen. Mit dem China Stock Connect-Programm, das die Börsen in Hongkong und Shanghai miteinander verknüpft, hat sich das geändert. Der Zugang für ausländische Investoren ist jedoch immer noch nicht problemlos.

Größe der Volkswirtschaften und Kapitalmärkte der Schwellenländer
Die Kapitalmärkte der Schwellenländer stehen in keinem Bezug zu ihrer wirtschaftlichen Schlagkraft

Größe der Volkswirtschaften und Kapitalmärkte der Schwellenländer
Größe der Volkswirtschaften und Kapitalmärkte der Schwellenländer

Quelle: Globale BIP-Daten des IWF für 2017, Stand: September 2018. Daten zu globalen Aktienmärkten von FactSet, Stand: September 2018. Daten zu globalen Anleihemärkten von BIS, Stand: Dezember 2017 (aktuellste zur Verfügung stehende Daten). MSCI AW World, Stand: August 2018. Daten zum Bloomberg Barclays Global Aggregate von FIA, Stand: September 2018. Benchmarkunabhängige Klassifikationen der Schwellen- und Industrieländer, die bei der Berechnung von prozentualen Anteilen herangezogen werden, werden durch einen Filter bestimmt, der in einem ersten Schritt Länder mit einem hohen Bruttonationaleinkommen pro Kopf (über 12.476 US-Dollar nach Definition der Weltbank) aussortiert. Wird eines dieser Länder von MSCI, Bloomberg Barclays, UNPD oder IWF als Schwellenland oder Frontier-Markt eingestuft, wird es aussortiert, sodass nur noch Länder verbleiben, die konsequent als Industrieländer klassifiziert werden. Alle anderen Länder werden als Schwellenländer eingestuft. * einschließlich MSCI Frontier Markets.

Passiv oder aktiv in Schwellenländern investieren?

Wenn sich ein Anleger dafür entscheidet, einen beträchtlichen Anteil seines Portfolios in Schwellenländer zu investieren, welche Möglichkeiten stehen ihm offen?

Die erste Entscheidung, die getroffen werden muss, betrifft die „passive“ oder „aktive“ Anlage. Anders gesagt: Kauft man einen einfachen, kostengünstigen Fonds, der einen Index nachbildet, oder zahlt man für das Know-how eines aktiven Managers?

Überzeugende Argumente gibt es auf beiden Seiten. Bei Schwellenländern sprechen zwei Aspekte jedoch eher für einen aktiven Ansatz.

Erstens ist hier die Prävalenz von staatseigenen Unternehmen in Schwellenländern wie China zu nennen. Die Daten zeigen, dass sich staatliche Unternehmen, insbesondere in den vergangenen Jahren, wesentlich schlechter entwickelt haben als Privatunternehmen. Dies zeigt in einem weltweiten Kontext die untenstehende Abbildung.

Sie macht jedoch auch deutlich, dass sich für Anleger die Investition in solche Unternehmen gelegentlich lohnen kann, wobei es aber auch Zeiten gibt, in denen man sie am besten vermeidet. Natürlich kann man nicht alle diese Unternehmen über einen Kamm scheren. Letztlich muss der größere Einfluss der Regierung auf das Geschick solcher Unternehmen und das Risiko, dass sie als politisches Instrument eingesetzt werden könnten, sorgfältig abgewogen werden. Ein aktiver Fondsmanager hat dafür die notwendige Flexibilität.

Wertentwicklung von 100 US-Dollar investiert in staatliche und nicht-staatliche Unternehmen1

Wertentwicklung von 100 US-Dollar investiert in staatliche und nicht-staatliche Unternehmen
Wertentwicklung von 100 US-Dollar investiert in staatliche und nicht-staatliche Unternehmen

1 Quelle: UBS, IBES, Datastream, Schätzungen von UBS, September 2018. Die in der Vergangenheit erzielte Performance gilt nicht als zuverlässiger Hinweis auf künftige Ergebnisse. Anteilspreise und das daraus resultierende Einkommen können sowohl steigen als auch fallen; Anleger erhalten eventuell den investierten Betrag nicht zurück.

Zweitens geht es um die Leistung von Unternehmen der Schwellenländer im Hinblick auf ESG-Aspekte (Umwelt, Soziales und Corporate Governance).

Gemäß einer Analyse einer großen Anzahl an Studien2 zum Einfluss dieser Aspekte auf die Wertentwicklung von Anlagen ist der Zusammenhang zwischen guten ESG-Praktiken und Anlagerenditen insbesondere in Schwellenländern sehr ausgeprägt, wie in der untenstehenden Tabelle gezeigt. In den USA ergab eine sehr knappe Mehrheit von Studien eine positive Korrelation, während 70,8 % der Research-Projekte eine Korrelation der beiden Faktoren in Schwellenländern feststellten. 

Gute ESG-Praktiken korrelieren mit größeren Renditen, insbesondere in Schwellenländern2

Gute ESG-Praktiken korrelieren mit größeren Renditen, insbesondere in Schwellenländern
Gute ESG-Praktiken korrelieren mit größeren Renditen, insbesondere in Schwellenländern

2 Quelle: Gunnar Friede, Timo Busch & Alexander Bassen (2015): ESG and Financial Performance – Aggregated Evidence from more than 2000 Empirical Studies excluding those based on Portfolios. Journal of Sustainable Finance and Investment. Die in der Vergangenheit erzielte Performance gilt nicht als zuverlässiger Hinweis auf künftige Ergebnisse. Anteilspreise und das daraus resultierende Einkommen können sowohl steigen als auch fallen; Anleger erhalten eventuell den investierten Betrag nicht zurück.

Ein aktiv verwalteter Schwellenländerfonds kann sich auf Unternehmen mit guten ESG-Praktiken konzentrieren. Der genaue Ansatz bei der Bewertung von ESG-Aspekten kann je nach Fonds variieren; unseres Erachtens sollte die qualitative Bewertung von ESG-Aspekten jedoch einer der wichtigsten Bestandteile jeder Analyse sein. 

Attraktive Bewertungen

Attraktive Bewertungen
Attraktive Bewertungen

Quelle: Schroders, Thomson Reuters Datastream, MSCI. Daten zum Mittelwert von 1995 bis August 2018.

Auf den ersten Blick scheint die Bewertung von Schwellenländeraktien im Vergleich zu ihrer langfristigen Geschichte und zu ihren Pendants der Industrieländer günstig zu sein, wie die obenstehende Tabelle zeigt. Das dunkelste Grün steht für den besten Wert, während das dunkelste Rot die teuersten Bewertungen anzeigt.

Das historische Kurs-Gewinn-Verhältnis zeigt den aktuellen Indexpreis von Schwellenländern im Vergleich zu den Gewinnen der vergangenen zwölf Monate für alle Indexunternehmen. Je niedriger das Verhältnis, desto günstiger der Markt.

Schwellenländer weisen ein relativ gutes Verhältnis auf, das nur knapp unter ihrem langfristigen Durchschnitt liegt.

Das Kurs-Buch-Verhältnis zieht den Buchwert bzw. Nettoinventarwert im Vergleich zu den Unternehmenswerten heran. Auch hier steht ein niedrigeres Verhältnis für einen besseren Wert. Dieser Kennzahl zufolge liegt die Bewertung von Schwellenländeraktien mit 1,7 in etwa auf Höhe ihres langfristigen historischen Durchschnitts.

Die Dividendenrendite ist das Einkommen, das Anlegern als Prozentanteil des aktuellen Aktienkurses ausgezahlt wird. In diesem Fall geht eine niedrigere Dividendenrendite mit schwächeren zukünftigen Renditen einher. Schwellenländeraktien bieten gegenwärtig eine Dividendenrendite von 2,6 %, was über ihrem langfristigen Durchschnitt von 2,4 % liegt.

In unserer Tabelle bietet nur Europa auf Basis dieser historischen Vergleiche den gleichen Wert wie die Schwellenländer. 

Natürlich reicht diese einfache Analyse für eine Anlageentscheidung nicht aus. Die meisten analytischen Werkzeuge haben gewisse Nachteile, und die Analyse berücksichtigt weder die Verschuldung der Unternehmen noch die verschiedenen Risiken. Weitere Analysen sind daher notwendig, um zu verstehen, ob Schwellenländer eine günstige Gelegenheit darstellen oder ob sie aus einem bestimmten Grund so billig sind. Attraktive Bewertungen sind nicht immer mit guten Renditen gleichzustellen. Diese Indikatoren sprechen jedoch dafür, dass sich ein genauerer Blick auf Schwellenländer lohnen könnte.

An Schwellenländern interessiert? Besuchen Sie unsere Website für strategische Kompetenzfelder für Schwellenländer

Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar. Der Beitrag wurde am 31.10.18 auch auf schroders.com veröffentlicht.

Lockerung von Kreditstandards in USA exportiert via Verbriefung Risiken ins Finanzsystem

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In seinem aktuellen „Strategy Weekly“ äußert Axel Botte,
Marktstratege beim französischen Investmenthaus „Ostrum Asset Management“, die
Einschätzung, dass die Fed wohl trotz des Einbruchs an den Aktienmärkten auch
in ihrer Sitzung an diesem Donnerstag nicht von ihrem bisher kommunizierten
Zinspfad abweichen wird. Seine Sorge ist jedoch, dass das US-Wachstum, das
überproportional vom Zugang zu den Kreditmärkten abhängt, eigene Schwachstellen
hat. Er verweist auf die ehemalige Fed-Präsidentin Janet Yellen, die Bedenken
hinsichtlich der Lockerung von Kreditstandards und Covenants im Leveraged
Loan-Geschäft öffentlich gemacht hat. Botte: „Im gesamten US-Finanzsystem sind
Schwächen zu erkennen, aber die Fed hat kürzlich beschlossen, die
regulatorische Belastung für mittelgroße Bankinstitute zu verringern. Die
Tatsache, dass die Banken inzwischen gut kapitalisiert sind, ist sicherlich zu
begrüßen. Doch ein großer Teil dieser Schulden wird neu verpackt und über die
Verbriefungskanäle andernorts verkauft. Es geht also nicht nur darum, wie
Banken selbst ihre Risiken managen, sondern auch darum, welche Risiken sie im
Finanzsystem schaffen“.

Botte sieht an den US-Märkten den Risikoappetit wieder
zunehmen. Dass der Rückgang der Aktienkurse gestoppt worden sei, sei sicher
auch auf Eindeckungen von Short-Kontrakten zum Monatsende zurückzuführen. Auch
die Rückkehr von Aktienrückkäufen habe zur Marktstabilisierung beigetragen. Allein
zwischen April und September haben laut Botte US-Unternehmen eigenen Aktien im
Wert von 400 Mrd. USD zurückgekauft.

Botte: „Der Stimmungsumschwung war in der vergangenen Woche
spürbar: Die Versorgungsunternehmen blieben hinter den angeschlagenen zyklischen
Sektoren zurück. Darüber hinaus könnte der nach den US-Halbzeitwahlen
gespaltene Kongress das Risiko protektionistischer Maßnahmen verringern, die
sich als starke Unterstützung für den US-Dollar erwiesen hatten. Während der
Korrektur im Oktober spielte der Dollar seine Rolle als sicherer Hafen, aber
externe Ungleichgewichte könnten eine weitere Aufwertung verhindern.“

In
Bezug auf die Rentenmärkte empfiehlt Botte bei einer aktuellen Rendite von 3,2
% kurzfristig eine Long-Positionierung in Duration von US-Treasuries. Botte:
„Unsere Modelle gehen davon aus, dass der Fair Value für die 10jährigen
Treasuries derzeit 3,13% beträgt. Die Straffung der Geldpolitik begünstigt zwar
nach wie höhere Renditen, zumal ein Zinsschritt im Dezember nicht voll­ständig
eingepreist ist. Allerdings hat sich die ISM-Einkaufsmanagerindex für den
Dienstleistungssektor im vergangenen Monat abgeschwächt, und die Inflation der
Erzeugerpreise könnte weiter sinken.“

Verantwortungsbewusstes Investieren und die ESG-Integration

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Verantwortungsbewusstes
Investieren und die ESG-Integration (ESG steht für Umwelt/Environment, soziale
Belange/Social und Unternehmensführung/Governance) halten zunehmend Einzug in
die Investmentwelt und werden Mainstream. In diesem Zuge verlagert sich der
Blick immer mehr auf die tatsächliche Wirkung, den sogenannten Impact, den
Unternehmen auf die Gesellschaft und die Umwelt haben.

Die Messung des Impacts
stellt für Analysten immer noch eine Herausforderung dar, doch ein besseres
Berichtswesen, größere Transparenz, die zunehmende Zahl an Datenquellen und
standardisierte Messmethoden werden in den kommenden Jahren Verbesserungen
bringen. Auch Fondsratings, die die Nachhaltigkeit von Fonds bewerten, könnten
nach Ansicht von NN Investment Partners methodisch deutlich verbessert werden,
wenn sie erstens das Engagement des Investors und zweitens die Intentionalität
der Unternehmen in Bezug auf Nachhaltigkeit berücksichtigen würden.

Mit
ihrer Einführung im September 2015 durch die Vereinten Nationen haben die Ziele
für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) den Impact
von Kapitalanlagen stärker in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. Diese
17 Ziele sind darauf ausgerichtet, die Armut zu beenden, die Erde zu schützen
und Wohlstand für alle sicherzustellen. Sie sind heute die am meisten
anerkannte Impact-Messlatte.

Der Impact von Kapitalanlagen
kann auf unterschiedliche Art und Weise gemessen werden. Heute gängig sind die
Messung der CO2-Bilanz, des Wasserverbrauchs und sozialer Faktoren wie der
Anzahl der Menschen, die durch die Unternehmensaktivität Zugang zu Finanz- oder
Gesundheitsdienstleistungen erhalten. Diese Methode kann man auch bei der
Benchmark anwenden. Somit ermöglicht sie einen relativen Vergleich von
Portfolio und Benchmark. Zum Beispiel liegen die gewichteten CO2-Emissionen des
Portfolios des NN (L) European Sustainable Equity Fonds bei 38.197 Tonnen pro Jahr, basierend auf seinen Assets under
Management von 323 Mio. Euro.¹ Zum Vergleich: Die entsprechenden CO2-Emissionen
des MSCI Europe Index liegen bei 205.966 Tonnen. Die CO2-Einsparung des
Portfolios gegenüber dem Index entspricht den jährlichen CO2-Emissionen von
durchschnittlich 7,456 Haushalten.

Nach Ansicht von Jeroen
Bos, Head of Equities bei NN Investment Partners
wäre es zudem sehr
hilfreich, wenn Nachhaltigkeitsratings von Fonds erstens das Engagement des
Investors und zweitens die Intentionalität der Unternehmen in Bezug auf
Nachhaltigkeit in ihre Betrachtung einbeziehen würden.

Engagement

Engagement beschreibt die
Pflicht der Investoren, ihre Stellung als Eigentümer zu nutzen, um die
Unternehmen anzuregen, ihren Impact auf die Gesellschaft und die Umwelt zu
verbessern, indem sie beispielsweise ihre CO2-Bilanz, ihren Wasserverbrauch
oder ihren sozialen Impact verbessern. Wissenschaftliche Studien belegen, dass
ein solches Engagement und entsprechende Optimierungen des Unternehmens die
Nachhaltigkeit seines Geschäftsmodells erhöhen und die Wertentwicklung steigern
kann.

Intentionalität

Intentionalität befasst sich
mit der Frage, ob Unternehmen mit ihren Produkten und Dienstleistungen sowie
der Art und Weise, wie sie in der Gesellschaft agieren, tatsächlich beabsichtigen,
Gutes zu tun. Diese Intentionalität unterstützt ebenfalls die Nachhaltigkeit
des Geschäftsmodells eines Unternehmens.

Jeroen Bos: „Wir als Investoren können durch unser Engagement und
die Ausübung unserer Pflichten als Eigentümer der Unternehmen, in die wir
investieren, eine Win-Win-Situation für die Investmentportfolios unserer Kunden
und zugleich für die breite Gesellschaft schaffen.

Für Portfoliomanager hat eine
höhere Transparenz bezüglich des Impacts, den Unternehmen haben, mehrere Vorteile.
So können sie durch die Messung der CO2-Emissionen oder des Wasserverbrauchs
beispielsweise einen Einblick gewinnen, wie effizient Unternehmen mit diesen
Kosten umgehen. Zudem besteht für ein Unternehmen mit niedrigeren
CO2-Emissionen ein geringeres Risiko, von künftigen Erhöhungen der Preise
und/oder Steuern auf entsprechende Emissionen getroffen zu werden. Und ein
geringerer Wasserverbrauch verringert das Risiko, von künftiger Wasserknappheit
beeinträchtigt zu werden.

Der schonende Umgang mit der
Umwelt durch die Reduzierung von Emissionen oder des Wasserverbrauchs kann das
Unternehmen auch aus Verbrauchersicht in einem besseren Licht erscheinen
lassen. Auch dieser Vorteil könnte die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells und
die längerfristige Bewertung des Unternehmens verbessern.“

 

1Quelle: NNIP, ISS Ethix Climate
Solutions, Milieu Centraal Emissionen eines durchschnittlichen Haushalts und
Surostat. Alle Zahlen per 30.09.18