PBF: Mittelstandsanleihen mit attraktiven Renditen

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Mit Hans-Jürgen Friedrich, Vorstandsvorsitzender der KFM Deutsche Mittelstand AG, haben wir einen ausgewiesenen Kenner dieses Wirtschaftssegments befragt, der die Lage des Mittelstandes kontinuierlich und sehr genau analysiert.

Der Deutsche Mittelstand, von dem auch gerade viele Ausländer voller Hochachtung und Bewunderung sprechen und der als Rückgrat der deutschen Wirtschaft gilt, musste vor Kurzem herbe Kritik einstecken.

Der IWF und seine Direktorin Christine Lagarde machten ihn verantwortlich für steigende wirtschaftliche Ungleichheit und ein anderer Kritiker sah Zeichen für sich verschlechternde Bonitäten bei den mittelständischen Unternehmen.

Mit Hans-Jürgen Friedrich, Vorstandsvorsitzender der KFM Deutsche Mittelstand AG, haben wir einen ausgewiesenen Kenner dieses Wirtschaftssegments befragt, der die Lage des Mittelstandes kontinuierlich und sehr genau analysiert. Er erläutert die aktuelle Lage und gibt Antworten auf Fragen rund um den Mittelstandsanleihen-Markt.

Herr Friedrich, Sie haben sich mit Ihrer Gesellschaft auf Anleihen aus dem deutschen Mittelstand spezialisiert. Wie geht es diesem ‚Rückgrat‘ der deutschen Wirtschaft?

Im Vergleich mit den europäischen mittelständischen Unternehmen sehr gut. Auch im Vergleich mit den großen deutschen Industrieunternehmen steht der deutsche Mittelstand bedeutsam besser da als vor zehn Jahren. Die EU-Kommission hat dem deutschen Mittelstand deshalb erneut Bestnoten erteilt.

Sie setzen nur auf einen Teil des Anleihemarktes. Warum haben Sie sich die Mittelstandsanleihen ausgesucht und schließen bewusst andere deutschen Unternehmen aus. Was sind die Gründe dafür?

Das Segment der Mittelstandsanleihen ist eine attraktive Nische, in der sich seit der Einführung von Basel III immer mehr mittelständische Unternehmen das Kapital beschaffen, welches auf Grund der erschwerten Kreditvergabebedingungen nicht mehr von den Banken bereitgestellt werden kann. Die Zinscoupons sind sehr attraktiv. Allerdings bedarf es einer gewissenhaften Analyse, um genau die Anleihen zu finden, die über ein attraktives Chancen-Soliditäts-Profil verfügen.

Wir stellen fest, dass bei Staatsanleihen oder den großen Industrieanleihen, die Markmechanismen durch die Zinspolitik und die Ankaufprogramme der Europäischen Zentralbank außer Kraft gesetzt worden sind. Die Zinscoupons und Renditen solcher Anleihen befinden sich deutlich unter der Inflationsrate. Bei Mittelstandsanleihen finden wir dagegen Zinssätze, bei denen das Kreditrisiko angemessen bezahlt wird. Mit unserem KFM-Scoring haben wir ein erprobtes Auswahlverfahren entwickelt, mit dem wir den Ansprüchen der Anleger nach Rendite, Sicherheit und Transparenz gerecht werden.

Gerade Ausländer sprechen voller Hochachtung vom ‚German Mittelstand‘. Was macht die Faszination dieses Wirtschaftszweiges aus?

Der Anteil der mittelständischen Weltmarktführer aus Deutschland liegt bei rund 48%. Diese Quote würde noch größer ausfallen, wenn europäische und nationale Marktführer aus Deutschland hinzugezählt würden. Diese Unternehmen sind in der Regel hochgradig spezialisiert und mit Ihren Produkten und Dienstleistungen die Schnellboote unserer Volkswirtschaft. Sie reagieren sehr schnell auf Veränderungen und sind überdurchschnittlich innovativ. Mit ihren Investitionen, Produkten und Dienstleistungen leisten Sie einen wesentlichen Beitrag für Beschäftigung und Volkswohlstand. Die fleißige und disziplinierte Arbeit von vielen deutschen mittelständischen Unternehmen und demzufolge der erfolgreiche Absatz von Produkten und Dienstleitungen „Made in Germany“ führten Deutschland einmal mehr zum Exportweltmeister.

Wie groß ist aktuell das Marktsegment, in dem Sie sich mit dem Deutscher Mittelstandsanleihen Fonds bewegen? Gibt es genügend Auswahl und Möglichkeiten zur Diversifikation?

Aktuell überwachen wir Anleihen in einem Gesamtumfang von 183 Mrd. Euro. Nicht jede Anleihe ist für den Deutschen Mittelstandsanleihen Fonds geeignet. Entweder ist der Zinssatz bzw. die Einstiegsrendite zu gering oder aber die Bonität des Unternehmens erfüllt nicht die strengen Anforderungen des Auswahlverfahrens KFM-Scoring. Die Entwicklungen der letzten Jahre, die unter anderem auch durch die Einführung von Basel III mittelständische Unternehmen zur Emission einer Anleihe veranlasst haben, vergrößerten das Anleihenangebot um fast 50 Mrd. Euro. Insofern steigt die Auswahl und damit auch die Möglichkeit der Diversifikation für das Portfolio des Deutschen Mittelstandsanleihen Fonds.

Sicherlich gibt es auch bei Mittelstandsanleihen gute Bonitäten und weniger gute. Kann man sich da auf Ratingagenturen verlassen?

Das Ratingergebnis stellt aus unserer Sicht einen Referenzwert dar. In wie weit die Bonität eines Unternehmens und die Qualität der begebenen Anleihe dieses Unternehmens für ein Anleihen-Portfolio geeignet ist, muss nach unserer Meinung eigenverantwortlich geprüft und anschließend überwacht werden. Für das Portfolio des Deutscher Mittelstandsanleihen Fonds sind insbesondere die Anleihen von Unternehmen von großem Interessen, bei denen sich in der Zukunft die Bonität verbessert, sogenannte Cross-Over-Kandidaten. Unternehmen wie die Dürr AG, Grand City Property oder die SNP AG sind nur einige Beispiele. Sie konnten innerhalb weniger Jahre ihre Bonität deutlich verbessern und die Anleihen vorzeitig zurückbezahlen. Am Ende kommt es, wie bei allen anderen Anlageklassen auch darauf an, für das eigene Portfolio die Spreu vom Weizen zu trennen.

Gab es in der Vergangenheit viele Ausfälle? Kann man damit rechnen, dass die ausgegebenen Anleihen auch bei Fälligkeit zurückbezahlt werden?

In den Jahren ab 2012 bis zum Höhepunkt 2016 waren erhöhte Ausfallraten zu beobachten. Dennoch waren und sind die Mehrzahl der Anleihen des Mittelstandes attraktiv. Zinszahlungen und Rückzahlungen konnten ordnungsgemäß bedient werden. Durch die Einführung des Best-Practice-Guide der Börse Frankfurt, an dem sich emissionsbegleitende Banken, Emittenten, Investoren und andere an der Emission beteiligte Dienstleister verstärkt orientieren, ist eine spürbare Qualitätsverbesserung der Emissionen eingetreten. Die von vielen Marktteilnehmern erwünschte Seriosität ist an den Kapitalmarkt zurückgekehrt. Das belegen auch die erfolgreichen Neu-Emissionen in diesem Jahr.

Haben Sie seit Start des Fonds größere Ausfälle zu verkraften gehabt?

Von Totalausfällen ist der Deutscher Mittelstandsanleihen Fonds bislang verschont geblieben. Auch dann, wenn ein Unternehmen wie die GEWA mit Ihrer Immobilienprojektfinanzierung in die vorläufige Insolvenz in 2016 geraten ist. Hier zeigt sich aber gerade ein aktives Portfoliomanagement. Wir haben mit Unterstützung einer hoch spezialisierten Rechtsanwaltskanzlei aus Düsseldorf dafür gesorgt, dass der Schaden so klein wie möglich gehalten wird. Derzeit liegt die Rückzahlungsquote bei rund 47% und das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Das aktive Portfoliomanagement konnte darüberhinaus den entstandenen Verlust in kurzer Zeit überkompensieren. An diesem Beispiel zeigt sich einmal mehr, dass eine breite Streuung und die fortlaufende Überwachung der Investments zwingend notwendig sind, um den geplanten Anlageerfolg  für die Anleger zu gewährleisten.

Machen Sie etwas anders als andere Investoren? Wie selektieren Sie die attraktiven Anleihen?

Für den Deutscher Mittelstandsanleihen Fonds kommt das eigens für diesen Fonds entwickelte KFM-Scoring zum Einsatz. Dabei wird auf der einen Seite die Bonität des Unternehmens analysiert, so wie es auch Kreditexperten durchführen. Ist diese Prüfung erfolgreich abgeschlossen, folgt die Wertpapieranalyse. Nur dann, wenn beide Prüfungen erfolgreich abgeschlossen sind, erfüllt die Anleihe die strengen Regeln des Auswahlprozesses für den Deutscher Mittelstandsanleihen Fonds und kann als Investment aufgenommen werden. In der Folgezeit werden Bonität des Unternehmens und Qualität der Anleihe fortlaufend mit Hilfe das KFM Scorings überwacht.

Warum legen mittelständische Unternehmen Anleihen auf und finanzieren sich nicht über Bankkredite oder die Emission von weiteren Aktien?

Wie bereits erwähnt, belasten die Regulierungen durch Basel III die Kreditvergabe der Banken. In der Zukunft wird mit Basel IV eine weitere Verschärfung erwartet. Unternehmen sind daher genötigt, neben dem klassischen Bankkredit auf andere Finanzierungsalternativen zurückzugreifen. Leasing, Factoring, Trade-Financing, Crowdlending sind neben der Emission von Aktien oder Anleihen weitere Alternativen. Viele mittelständische Unternehmen sind mit ihrer Gesellschaft aber nicht börsennotiert oder legen einen besonderen Wert darauf, dass der Anteilsbesitz der Gesellschaft nicht verwässert wird und fremde Miteigentümer die Strategie des Geschäftsmodells nicht negativ beeinflussen. Diese mittelständischen Unternehmen ziehen eine Anleiheemission vor, auch dann, wenn Sie bereits mit Aktien in den Börsensegmenten wie Tec-DAX oder M-DAX notiert sind.

Kritiker behaupten, es gäbe in diesem Marktsegment für Anleger aktuell zwar höhere Zinsen zu verdienen, dies sei aber vermutlich nur ein Zeichen für schlechtere Bonitäten und deutlich gestiegene Risiken?

Das muss deutlich differenzierter betrachtet werden. Zunächst muss festgestellt werden, dass die Ausfallwahrscheinlichkeit bei mittelständischen Unternehmen niedriger geworden ist und die Eigenkapitalquote sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert hat. Die Bonität aller mittelständischen Unternehmen hat sich – unter dem Strich betrachtet – deutlich verbessert. Das zeigen auch die Analysen der DZ-Bank und des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Aus unserer Sicht ist dies ein weiterer Grund, sich mit Mittelstandsanleihen sorgfältig auseinanderzusetzen. Insbesondere bei den Cross-Over-Kandidaten, bei denen eine Bonitätsverbesserung greifbar ist. Da kommt es auf einen detaillierten Blick auf das Geschäftsmodell, den betriebswirtschaftlichen Cash-Flow und andere wichtige Kennziffern aus der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung an.

Umgekehrt stellt sich doch die Frage, ob Anleihen, die sich im Investmentgrade befinden, mit einem Zinssatz bzw. einer Rendite unter 1,75% und niedriger, wirklich das eingegangene Risiko angemessen bezahlen. Wir sehen bei Anleihen, die so niedrig rentieren, das größere Risiko. Die gezahlten Zinsen decken vor Steuern und Kosten nicht die laufende Inflationsrate. Der Zinspuffer auf diesen Anleihen ist zu gering, als das der Investor sein Anleihenportfolio unter dem Aspekt der Risikovorsorge für etwaige Kursverluste oder Ausfälle vorsorgend steuern könnte.

Wie ist Ihr aktueller Ausblick? Werden die Zeiten bei schwächerer Konjunktur härter für mittelständische Unternehmen? Muss man selektiver bei der Auswahl der Anleihen werden?

Grundsätzlich gilt der Grundsatz, dass bei allen Anlagen, ob Aktien, Anleihen, Edelmetalle, Immobilien oder Oldtimer, eine gewissenhafte Auswahl vor dem Investment und eine anschließende sorgfältige Pflege oder Überwachung des Investments zwingend notwendig ist. Je nachdem welche Investmentstrategie verfolgt wird, ist die selektive Auswahl, die laufende Überwachung und eine breite Streuung der Anlageinstrumente, auch die von Anleihen, für den langfristigen Anlageerfolg die wesentliche Grundlage.

Für eine schwächere Konjunktur ist aus meiner Sicht der deutsche Mittelstand nach wie vor gut aufgestellt. Die in der Presse publizierten Entlassungen von mehreren Tausend Mitarbeitern von großen Industrieunternehmen, die global aufgestellt sind, tangieren derzeit nicht den deutschen Mittelstand.  Vielmehr profitieren mittelständische Unternehmen von den Entlassungen. Sie können vielfach die zahlreichen offenen Stellen durch Mitarbeiter besetzen, die zuvor bei Großunternehmen tätig waren. Der bemängelte Fachkräftemangel kann damit gelindert werden. Nach wie vor ist es ja so, dass zahlreiche Aufträge, die den Mittelstand aus dem Inland erreichen, nicht angenommen werden können, weil die Fachkräfte fehlen.

Für welchen Anlegertyp ist der Deutscher Mittelstandsanleihen Fonds die richtige Anlage?

Der Deutscher Mittelstandsanleihen Fonds eignet sich als Beimischung insbesondere für die Anleger, die an den attraktiven Renditen von Mittelstandsanleihen profitieren möchten, ohne das Risiko eines Einzelinvestments einzugehen. Bei vielen Anleihen ist ein Mindestanlagebetrag von 50.000 Euro oder sogar 100.000 Euro nötig. Hier könnte der Anleger ein schwer kalkulierbares Klumpenrisiko eingehen.

Darüber hinaus passt er für Anleger, die nicht die Zeit und die geeigneten Analyseinstrumente haben, das Investment detailliert zu prüfen und zu überwachen.

Der Deutscher Mittelstandsanleihen Fonds hat seit fünf Jahren in Folge seinen Anlegern eine Ausschüttungsrendite aus dem ordentlichen Nettoertrag des Anleihenportfolios oberhalb von 4% p.a. auszahlen können. Der Fonds wird von Morningstar mit der besten Bewertung von 5 Sternen beurteilt. Die GBC-Analysten haben bei einer Bewertung von 9000 Publikumsfonds den Deutscher Mittelstandsanleihen Fonds als Hidden-Champions-Fonds eingestuft.

Was zeichnet Ihren Fonds neben dem professionellen, von der Kreditseite kommenden Unternehmens-Analyseprozess noch aus?

Neben der erfolgreichen Performance, der Ausschüttungsrendite oberhalb von 4% und dem Auswahlverfahren zeichnet den Deutscher Mittelstandsanleihen Fonds insbesondere seine Transparenz und die fortlaufende Berichterstattung zu allen Investments, den Zukäufen und Verkäufen von jeder Anleihe aus. Wir vertreten die Ansicht, dass ein Anleger das Recht hat, sehr transparent davon in Kenntnis gesetzt zu werden, wie sein investiertes Geld zum Einsatz kommt. Hierzu wird die Internetseite des Fonds bereitgestellt, auf der alle Investments des Fonds dargelegt und erläutert werden. Mit dem KFM Telegramm werden Anleger und interessierte Investoren alle 14 Tage regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen des Fonds und deren Einflussfaktoren informiert. In der Mediathek werden zusätzliche Informationen bereitgestellt.

Fonds: Deutscher Mittelstandsanleihen Fonds, ISIN LU0974225590

Interviewpartner:  Hans-Jürgen Friedrich, Vorstandsvorsitzender der KFM Deutsche Mittelstand AG.

Das Interview können Sie sich hier im PDF-Format downloaden.

WisdomTree: Der Antrieb für Safe Haven Assets

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Von Aneeka Gupta, Associate Director beim auf ETPs spezialisierten Vermögensverwalter WisdomTree.

Das Spiel zwischen Trump, China und der US-Notenbank (Fed) führt zu einer negativen Rückkopplungsschleife, die dazu führen dürfte, dass Anlagen wie Gold und Silber im Laufe des Jahres 2019 weiter hoch notieren.

Trumps
Ankündigung, die Zölle auf die verbleibenden chinesischen Waren im Wert
von 300 Mrd. US-Dollar ab dem 1. September 2019 auf 10 Prozent zu
erhöhen, hat die Finanzmärkte erschüttert und den Weg für einen
signifikanten Marktverkauf geebnet. Die Ankündigung erfolgte zufällig
einen Tag nach der Sitzung des Federal Open Market Committee (BOMK) vom
30. bis 31. Juli 2019. Wie erwartet senkte die Fed die Zinsen um 25
Basispunkte (bps) und beendete das Programm der Quantitativen Straffung.

Die eigentliche Überraschung gab es auf der Pressekonferenz nach der
Sitzung, auf der der Fed-Vorsitzende Jay Powell kämpferisch auftrat, als
er auf die Zinssenkung nur als „zyklische Anpassung der Politik“ und
„nicht als Beginn einer langen Serie von Zinssenkungen“ anspielte und
damit die Aussicht auf weitere Zinssenkungen dämpfte. Powell nannte auch
die Handelsunsicherheiten als eine der drei Säulen, die zur
Entscheidung über die Senkung der Quartalspunkte führten. 

Trumps
Ankündigung einer Zollerhöhung für chinesische Waren ist
höchstwahrscheinlich eine Taktik, die von ihm verwendet wird, um die Fed
zu veranlassen, die Zinsen weiter zu senken. Diese zielt darauf ab, den
Schlag auf das US-Wirtschaftswachstum abzumildern, während Trump den
Einsatz gegen China erhöht. Gleichzeitig ist China entschlossen, die
führende Wirtschaftsmacht der Welt zu sein und wird sich von Trump nicht
aufhalten lassen.

Als Reaktion auf Trumps Zollankündigung hat die
chinesische Regierung staatliche Unternehmen angewiesen, die Einfuhr von
US-Agrarprodukten einzustellen
und hat den chinesischen Yuan abgewertet. China ist sich auch
strategisch des übergreifenden Ziels von Trump bewusst – die
US-Präsidentschaftswahlen 2020 zu gewinnen, und wird wahrscheinlich eine
härtere Handelsposition einnehmen, um Trumps Chancen auf den Sieg zu
verringern. Die Realität ist, dass das US-Wirtschaftswachstum bisher
stabil erscheint.

Der
jüngste Beschäftigungsbericht bestätigt, dass sich die US-Verbraucher
weiterhin in einer stabilen Verfassung befinden, sich aber das Wachstum
der Arbeitsplatzschaffung verlangsamt. Das Lohnwachstum bleibt gedämpft
und der PCE Core Deflator liegt bei 1,6 Prozent im Jahresvergleich
(yoy), was die letzte Zinssenkung der USA rechtfertigt. Wir glauben,
dass die Fed nur dann wieder zum Handeln gezwungen sein wird, wenn sich
die Verschlechterung des Welthandels sich auf die US-Wirtschaft
auszuwirken beginnt. Dies scheint wahrscheinlich zu sein, da die
US-Regierung und die chinesische Regierung in der Handelspolitik eine
harte Haltung einnehmen.

Die
Goldpreise notieren auf einem 6-Jahres-Hoch, da sich die Spannungen
zwischen den USA und China verschärfen. Die zunehmende wirtschaftliche
Unsicherheit im Welthandel belebt den Safe-Haven-Status von Gold und
steht weiterhin im Vordergrund der Anleger. Dies zeigt sich an den
Netto-Positionierungsdaten für spekulative Futures auf Goldfutures, die
nun bei 292.847 Kontrakten liegen – mehr als eine Standardabweichung
über ihrem Fünfjahresdurchschnitt, so die Daten der Commodity Futures
Trading Commission (CFTC). Zudem beliefen sich die Netto-Notenbankkäufe
im ersten Halbjahr 2019 auf 374,1 Tonnen, 57 Prozent mehr als im Vorjahr
und den höchsten Stand seit ihrer Aufnahme als Nettokäufer im Jahr 2010
nach Angaben des World Gold Council (WGC).

Diese
Rekordkäufe der globalen Zentralbanken unterstreichen die
Notwendigkeit, ihre Reserven vom US-Dollar weg zu diversifizieren. Der
Kauf von Gold durch die Zentralbank ist in der Regel das klebrigere Geld
und darf nicht unterschätzt werden. Gold steht auch in umgekehrter
Relation zum US-Dollar, und wir erwarten, dass sich die weitere Schwäche
des US-Dollars entfalten wird.

Dies ist auf den zusätzlichen Druck von
Trump auf die Fed, den reduzierten Renditevorteil des Dollars gegenüber
Alternativen außerhalb des US-Dollar und die Ausweitung der
Staatsverschuldung zurückzuführen ist, die mit dem Wirtschaftswachstum
der USA überproportional wachsen wird. Die historische Verwendung von
Silber als Währung, ein Mittel zur Werterhaltung und seine starke
Korrelation zum Halten (fast 80 Prozent) in den letzten zehn Jahren
sprechen dafür, dass Silber inmitten des volatilen Marktumfelds auf der
Erfolgswelle des Goldes mitschwimmen wird. 

Den Text können Sie sich auch hier in der englischen Originalversion downloaden.

PBF: Gewinnen mit System

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Roman Kurevic, Mitgründer und Geschäftsführer der Torendo Capital Solutions GmbH im Interview.

Ein Handelssystem, das bereits seit gut sieben Jahren existiert, sehr erfolgreich Risiken begrenzt und damit auch schwierige Phasen an den Aktienmärkten beachtlich gemeistert hat.

Das hat uns neugierig gemacht und wir haben bei dem
NACHGEFRAGT, der die Strategie am besten kennt:

Roman Kurevic, Mitgründer und Geschäftsführer der Torendo
Capital Solutions GmbH.

Herr Kurevic, Sie haben ein Handelssystem entwickelt, das diejenigen Aktien selektiert, die bereits gut gelaufen sind?

Exakt. Das mag auf den ersten Blick für den einen oder anderen Anleger eventuell etwas ungewöhnlich klingen, hat aber einen durchaus nachvollziehbaren Hintergrund. Ein Rückblick auf die Kapitalmärkte zeigt, dass die Lieblinge an den Börsen nicht so häufig wechseln. Mit anderen Worten: Die statistische Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass die aktuellen Gewinner auch morgen noch zu den Gewinnern zählen. Unser Konzept zielt also darauf ab, bei Aktien dieser Unternehmen von deren Momentum zu profitieren.

Wenn man auf die bisherigen Gewinner setzt, verschenkt man damit nicht einen Großteil der Performance?

Wenn dem so wäre, würden Momentum-Strategien nicht zu den erfolgreichsten Anlagestrategien zählen. Aber, einen Teil der Performance verpassen wir ohne Zweifel, da es kein probates Mittel gibt, welches den Einstieg zu Tiefständen nahelegt. Dafür investieren wir allerdings in Werte, die einen robusten Aufwärtstrend und eine statistisch hohe Wahrscheinlichkeit aufweisen, sich weiterhin dynamisch zu entwickeln.  Damit haben wir seit Start der Strategie im August 2012 eine wesentlich schwankungsärmere und langfristig deutlich erfolgreichere Performance als der breite Markt erzielt.

Das hört sich sehr einfach an, kann das jeder Privatanleger einfach nachbauen oder braucht es dazu den Fonds?

Momentum-Strategien kann grundsätzlich jeder nachbauen, da sie systematisch sind. Allerdings benötigt man dafür die richtigen Parameter, die man als Systementwickler natürlich nur äußerst ungern vollständig preisgibt. Tatsache ist, dass der Einstieg bei Momentum-Strategien leichter fällt als der Ausstieg. Der Verlustbegrenzung kommt beim Deutsche Aktien SYSTEM eine besondere Bedeutung zu.

Meine Empfehlung: Wer wirklich einen eigenen systematischen Ansatz entwickeln möchte, fängt einfach mal mit einem gleitenden Durchschnitt, wie zum Beispiel dem häufig genannten 200-Tage-Durchschnitt, an und tastet sich dann Schritt für Schritt nach vorne. Hier ergeben sich schon relativ gute Ergebnisse. Die Strategie ist allerdings nicht „intuitiv“ und das macht den Einsatz für die meisten Anleger psychologisch so schwierig.

Wie lange haben Sie dieses System bereits im Einsatz?

Seit August 2012. Wir haben seinerzeit als eines der ersten Wikifolios gestartet. Alle Käufe und Verkäufe wurden hier stets transparent veröffentlicht. Auch die ausgewiesene Performance wird extern durch Wikifolio berechnet und gepflegt. Dieser Track-Record ist daher absolut realistisch, nachvollziehbar und glaubwürdig.

Wieviel bestimmt das regelbasierte Handelssystem? Greifen Sie in Extremsituationen auch einmal ein?

Nein, unser Ansatz ist vollständig regelbasiert. In die Systematik greifen wir zu keinem Zeitpunkt ein.

Mussten Sie in der Vergangenheit oft nachjustieren, bis die aktuellen Einstellungen feststanden?

Unsere Strategie wurde ursprünglich in 2009 entwickelt und in unzähligen historischen Testreihen auf ihre Robustheit überprüft. Was anfangs Excel-basiert begann, hat sich im Laufe der Jahre zu einer eigenen, auf unsere individuellen Bedürfnisse zugeschnittenen Softwarelösung entwickelt. Seit dem Start des Wikifolios im August 2012 wurden keine Änderungen oder Anpassungen mehr vorgenommen. Das gilt sowohl für unsere Hauptstrategie MapTrend als auch für unsere ergänzende Handelsstrategie Confirmed HiLo. Während das mittel- bis langfristig ausgerichtete MapTrend  die Ein- und Ausstiegssignale für die Einzelaktien generiert, steuert Confirmed HiLo die kurzfristig-opportunistischen LONG- oder SHORT-Signale für den DAX- oder den Bund-Future.

Der Fonds hat aktuell eine Kasseposition von 50%. Wie stark schwankt der Investitionsgrad und wovon hängt das ab?

Dies hängt allein von den entsprechenden Marktphasen ab. Für uns sind mittel- bis langfristige Trendphasen, ganz gleich in welche Richtung, vorteilhaft. Schnelle Trendwechsel, wie zuletzt im ersten Quartal 2019, sehen wir als systematischer Trendfolger hingegen nicht so gerne. Die stärksten Aktien gelangen relativ schnell ins Portfolio. Auf der Verkäuferseite reagiert das System durchaus gelassen und ohne Hektik, allerdings – das zeigt die Historie – frühzeitig genug, um Kursverluste auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Wie lange dauern Phasen an, in denen keine Aktien ausgewählt werden und wie ist der Fonds dann investiert?

Diese Phasen sind relativ überschaubar. Bisher war dies nur in sehr starken Baisse-Phasen der Fall (2000 bis 2003 sowie 2008/2009). In derartigen Phasen sorgt die zusätzliche Handelsstrategie Confirmed HiLo für das Salz in der Suppe. Da sich die starken Aktien aber in der Regel relativ schnell wieder erholen, kommt es zumeist zügig zu den ersten Neu-Einstiegen.

Sind das die Phasen, in denen die Strategie ihre Outperformance erzielt?

So ist es! In dieser Zeit ist die Outperformance auch optisch deutlich zu erkennen. Je länger und tiefer der Abstieg an den Börsen verläuft, desto grösser wird der offensichtliche Vorteil der Systematik, auch im Hinblick auf die dann sehr günstigen Einstiegsniveaus.

Sie setzen zusätzlich auf Long- oder Shortpositionen in Futures auf den DAX und/oder die Bundesanleihen. Was ist der Grund dafür und wann kommt diese Strategie zum Einsatz?

Mit der Entwicklung unserer ergänzenden Handelsstrategie Confirmed HiLo konnten wir einen überzeugenden Mehrwert erreichen, denn Confirmed HiLo hilft uns sowohl unter Rendite- als auch Risikogesichtspunkten. So konnten sowohl der maximale Verlust als auch die Rendite optimiert werden.

Confirmed HiLo trägt im historischen Rückblick seit August 2012 einen Anteil von ca. 27% an der Performance der Gesamtstrategie. Den maximalen Verlust aus dem Aktienmodell MapTrend reduziert HiLozudem um etwas mehr als 30%. Die Handelsfrequenz von Confirmed HiLo ist allerdings mit im Durchschnitt lediglich 24 opportunistischen, also kurzfristigen Signalen pro Jahr relativ gering. Es eignet sich daher eher als Ergänzung denn als komplett eigenständige Strategie.

Das Jahr 2018 war ja sehr schwierig an den Börsen, aber Ihr Fonds hat lediglich 1% verloren, im DAX waren es immerhin 18%. Hatte der Fonds damals fast keine oder nur die richtigen Aktien?

Die schwachen Aktien wurden bereits im ersten Quartal 2018 vom Markt „ausgesiebt“ und belasteten unser Fondsportfolio daher nicht. Darunter waren Automobil-, Chemie- und Bankenwerte. Diese waren und sind weiterhin sehr schwach. Diese deutlichen Verluste haben wir unseren Investoren ersparen können. Wir waren vor allem in Immobilien- und Versicherungswerten investiert, die relativ betrachtet sehr stabil waren. In der Spitze waren wir in 2018 zudem zu rund 87% in liquiden Mitteln investiert.

Für welchen Anlegertyp ist der Deutsche Aktien System der passende Fonds?

Jeder Anleger, der erfolgreich an positiven Aktienrenditen partizipieren möchte, sich aber deutlich geringere Kursverluste wünscht, als ihm dies der breite Markt und passive Investments bieten.

Auch für Investoren, die eine echte Diversifikation und Alternative für das eigene Portfolio suchen, sind wir erste Wahl. Die Überwiegende Anzahl der Anleger hat ja zumeist bekannte Fonds im Depot. Diese verfolgen häufig einen Value-Ansatz und korrelieren daher sehr stark miteinander. Dies ist bei unserem Ansatz nicht der Fall.

Wie halten Sie Ihre Anleger informiert?

Wir sind mit unserem Fonds sehr transparent. Alle im Portfolio enthaltenen Aktien und deren aktuelle Gewichtung können stets tagesaktuell auf unserer Homepage eingesehen werden.

Alle für den Newsletter angemeldeten Anleger oder Interessenten erhalten zudem einmal wöchentlich unseren Wochenkommentar mit allen neuen Aktienkäufen und -verkäufen sowie den Signalen und Positionierungen im DAX- und Bund-Future. Wir berichten dabei sowohl über erfolgreiche Transaktionen als auch über Fehltrades. Dies hilft uns realistisch zu bleiben. Insgesamt betrachtet, können wir aber erfreulicherweise deutlich mehr Erfolge vermelden.

ESG@LFDE: Nachhaltigkeit im Fokus

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LFDE – La Financière de l’Echiquier kann auf mehr als 10 Jahre Erfahrung beim Thema Nachhaltigkeit verweisen und Engagement ist ein fester Bestandteil des täglichen Anlageprozesses.

SDG 3 „Gesundheit und Wohlergehen“ am Beispiel von Prudential.

Die
Integration von ESG-Faktoren (Umwelt, Soziales und gute Führung) in den
Investitionsprozess ist aktuell fast zum Modethema geworden. Dabei wird
es für Anleger immer schwerer, zwischen grünen Deckmäntelchen und
engagierten Nachhaltigkeitsstrategien zu unterscheiden. In einer Reihe
von drei Folgen erläutert LFDE – La Financière de l’Echiquier die Nachhaltigkeitsstrategie des Pariser Vermögensverwalters anhand von konkreten Beispielen. 

LFDE
– La Financière de l’Echiquier kann auf mehr als 10 Jahre Erfahrung
beim Thema Nachhaltigkeit verweisen und Engagement ist ein fester
Bestandteil des täglichen Anlageprozesses. Als Pionier beim
sozialverantwortlichen Investieren (SRI – Socially Responsible Investment) möchte LFDE die Rolle eines verantwortungsvollen und engagierten Investors erfüllen. Die thematischen Fonds Echiquier Major SRI Growth Europe sowie Echiquier Positive Impact Europe,
die beide von Sonia Fasolo verantwortet werden, tragen seit Oktober
2016 das SRI-Label des französischen Finanzministeriums, die einzige
derzeit verfügbare staatliche SRI-Zertifizierung in Europa. 

Der
Echiquier Positive Impact Europe investiert gezielt in europäische
Unternehmen, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen nachweislich
zur Erreichung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs)
beitragen. Wie LFDE – La Financière de l’Echiquier die
Nachhaltigkeitsstrategie im Echiquier Positive Impact Europe konkret
umsetzt, erläutert Portfoliomanagerin Sonia Fasolo nachfolgend anhand SDG 3 „Gesundheit und Wohlergehen“. 

Für
eine nachhaltige Entwicklung sind Gesundheit und die Förderung des
Wohlbefindens in jedem Alter unerlässlich. Angesichts des weltweiten
Bevölkerungswachstums und einer immer älter werdenden Bevölkerung werden
die Herausforderungen, eine kosteneffiziente Gesundheitsversorgung
bereitzustellen, zunehmen. Daher investiert der Fonds unter anderem in
Unternehmen, die Zugang zu erschwinglichen lebenswichtigen Medikamenten
und Impfstoffen ermöglichen und solche, die finanzielle Risiken
abfedern.

Prudential
ist eines der weltweit führenden Versicherungsunternehmen mit starker
Präsenz in Asien. Dort fallen viele Familien mittleren Einkommens
aufgrund eines mangelnden Versicherungsschutzes im Krankheitsfall unter
die Armutsgrenze. Prudential möchten den Marktanteil in Asien bis 2020
auf fünf Prozent von derzeit zwei Prozent erhöhen und kann damit dazu
beitragen, Armutsrisiken zu lindern.

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Degroof Petercam AM: Geldpolitik in den Schwellenländern vor dem Wandel

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Mit dem Ziel, das Wachstum anzukurbeln, haben viele Zentralbanken der Emerging Markets, wie zuletzt zum Beispiel in Russland, Serbien, Südafrika, Südkorea und der Türkei, die Gelegenheit für Leitzinssenkungen genutzt. Diese Entwicklung könnte nun zu einem Ende kommen.

Ein Kommentar von Michael Vander Elst, Co-Manager des DPAM L Bonds Emerging Markets Sustainable, zur Anlageklasse Emerging Markets Debt.

Das verlangsamte globale Wachstum, die weiterhin
unkonventionelle Geldpolitik in den Industrieländern sowie ein Umfeld geringer
Volatilität der Wechselkurse haben die Renditen von Staatsanleihen der
Schwellenländer seit dem letzten Quartal 2018 überwiegend ansteigen lassen.

Mit dem Ziel, das Wachstum anzukurbeln, haben viele
Zentralbanken der Emerging Markets, wie zuletzt zum Beispiel in Russland,
Serbien, Südafrika, Südkorea und der Türkei, die Gelegenheit für
Leitzinssenkungen genutzt. Diese Entwicklung könnte nun zu einem Ende kommen.

Der Hauptgrund hierfür ist sicherlich die jüngste Ankündigung
der USA, Zölle auf chinesische Waren im Wert von weiteren 300 Milliarden Dollar
zu erheben sowie die dementsprechende Reaktion des Renminbi, der das wichtige
Wechselkursniveau von 7,00 gegenüber dem Dollar durchbrach. Dies hat zu einem
Ausverkauf der meisten Schwellenländerwährungen geführt.

In einem sich abschwächenden Währungsumfeld wird es für die
Zentralbanken der Emerging Markets immer schwieriger, das Wachstum durch
Zinssenkungen anzukurbeln, insbesondere in Ländern, in denen sich die
Devisenabwertung auf die Inflation durchschlägt. Das Fenster einer lockeren
Geldpolitik könnte sich in den Schwellenländern also bald schließen.

Die globale Suche nach Rendite ist stark unterstützend für
die Anlageklasse Emerging Markets Debt, bedenkt man, dass weltweit Schuldtitel
in Höhe von fast 13 Billionen Dollar bereits unter null Prozent rentieren.
Gleichzeitig bleiben die Realzinsen der Schwellenländer auf Basis aktueller
Bewertungen auf einem attraktiven Niveau. 

Vor dem Hintergrund der global weiter sinkenden Zinsen
bleiben wir für Anleihen der Schwellenländer nach wie vor positiv eingestellt,
sind jedoch zunehmend vorsichtig im Hinblick auf deren Währungen. Aktive
Titelauswahl bleibt ein zentraler Erfolgsfaktor im aktuellen Umfeld, das geprägt
ist von hohen Bewertungen in einigen Ländern wie Costa Rica, unsicheren
Schuldenentwicklungen, wie in Argentinien und Brasilien, schwachen
Fundamentaldaten und politischen Unwägbarkeiten (Türkei) sowie möglichen
Ratingherabstufungen, zum Beispiel in Südafrika und Mexiko.

Capital Group: Anlagestrategie in der zweiten Jahreshälfte

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Was sollten Anleger in der zweiten Jahreshälfte erwarten? Die Zeit wird zeigen, wie sich der Handelsstreit entwickeln oder wann Großbritannien die Europäische Union verlassen wird.

Der verstorbene britische Premierminister Harold Macmillan sagte, als er einmal gefragt wurde, worüber er sich am meisten Sorgen mache: „Ereignisse, mein lieber Junge, Ereignisse.“

Featuring: Hilda Applbaum , Gerald Du Manoir & Anne-Marie Peterson

Die Anleger waren im ersten Halbjahr 2019 mit den
Ereignissen, die sie betrafen, durchaus zufrieden. Aufgrund von
Berichten über eine Verlangsamung des globalen Wachstums, plötzliche
Verschiebungen der Politik der Zentralbanken, Spannungen in den
Handelsbeziehungen zwischen den USA und China und eine anhaltende
Unsicherheit über den Brexit in Europa schwankte die Stimmung der
Anleger von Zuversicht bis zu Besorgnis und wieder zurück.

Trotz der alltäglichen Störungen zeigten sich die Märkte
allerdings bemerkenswert robust. Bis zum 30. Juni 2019 legte der
Standard & Poor‘s 500 Composite Index dieses Jahr um 18,54 % zu1, während der MSCI All Country World Index ex USA um 13,60 % stieg2 .

Was sollten Anleger in der zweiten Jahreshälfte
erwarten? Die Zeit wird zeigen, wie sich der Handelsstreit entwickeln
oder wann Großbritannien die Europäische Union verlassen wird. In den
nächsten sechs Monaten wird es sicherlich eine Anzahl von
marktbewegenden Ereignissen und Anlagemöglichkeiten geben. Im Folgenden
finden Sie vier Anlagethemen, die Sie bei der Navigation durch das
Anlageumfeld unterstützen sollen, während die Ereignisse ihren Lauf
nehmen.

1. Aktien haben weiterhin genug Raum, um sich positiv zu entwickeln – bereiten Sie sich aber auf unruhigere Zeiten vor.

Rezession,
sagen Sie? Vor nicht allzu langer Zeit stand für viele Anleger das Wort
mit dem „R“ im Vordergrund. Dann machte die Federal Reserve im Januar
eine dramatische Kehrtwende in ihrer Geldpolitik und setzte die
Zinserhöhungen aus. Wichtige Zentralbanken weltweit ergriffen in der
Folge ähnliche Maßnahmen, um sicherzustellen, dass die geldpolitischen
Rahmenbedingungen weiterhin das Wachstum unterstützen.

Zusammen mit nun weiterhin niedrigeren Zinssätzen verlängert dieser Richtungswechsel in der Bankenpolitik die Phase der Expansion, die nunmehr zehn Jahre lang anhält.
Die US-Wirtschaft wuchs im ersten Quartal um eine solide jährliche
Quote von 3,1 %. Die Aktienmärkte reagierten positiv und verzeichneten
im ersten Halbjahr starke Zuwächse. „Angesichts der proaktiven
Zinssenkung durch die Fed würde ich davon ausgehen, dass das Wachstum
anhält oder sich sogar beschleunigt“, so Hilda Applbaum,
Portfoliomanagerin bei Capital Group. „Dies sollte zumindest in naher
Zukunft ein gutes Zeichen für die Märkte sein.“

Auf den Aktienmärkten gibt es noch einen gewissen
Spielraum, aber machen Sie sich keine Illusionen: Die Bedingungen, die
für eine späte Phase des Zyklus stehen, nehmen zu. Die niedrigere
Arbeitslosigkeit und die steigenden Löhne – mit gleichzeitigem
Rückenwind für Konsumausgaben – werden die Unternehmensgewinne
letztendlich unter Druck setzen.

Expansion
Expansion
Expansion

Die Quintessenz: Es ist nicht zu früh, um Portfolios für
unruhigere Zeiten vorzubereiten. „Es ist ein bisschen so, als würden
wir einen Drahtseilakt vollführen, da die Bewertungen von
Vermögenswerten höher sind als seit einiger Zeit. Wenn Sie dann noch die
anhaltenden Handelsspannungen mit einrechnen, wird das Seil immer
dünner“, fügt Applbaum hinzu. „Im Markt von heute ist Gleichgewicht der
Schlüssel zum Erfolg.“

Anleger sollten darauf achten, dass ihre Portfolios gut
diversifiziert sind und ein Gleichgewicht zwischen wachstums- und
dividendenorientierten Aktien sowie festverzinslichen Wertpapieren
aufweisen.

 

2. Halten Sie Ausschau nach Dividendenzahlern mit überschaubarer Verschuldung.

Unternehmen, die Dividenden zahlen, haben in der
Vergangenheit eine wichtige Rolle dabei gespielt, die Volatilität an den
Aktienmärkten zu verringern. Dies liegt daran, dass Dividenden bei
fallenden Aktienkursen ein stabiles Renditepotenzial darstellen können.
Aber nicht alle Dividendenzahler sind gleich – oder nachhaltig.

Dank der extrem niedrigen Zinsen haben heute viele
Unternehmen auf extremem Niveau Kredite aufgenommen. In den USA lag die
Kreditaufnahme im nichtfinanziellen Unternehmenssektor Ende 2018 mit
46,7 % des BIP auf einem Rekordhoch. Ein Großteil dieser billigen
Kredite wurde zur Finanzierung von Dividenden, Aktienrückkäufen sowie
Fusionen und Übernahmen verwendet. Das Problem ist, dass verschuldete
Unternehmen in schwierigen Zeiten eher dazu neigen, Dividendenkürzungen
durchzuführen. Daher ist eine gewisse Selektion unerlässlich. Der
Schlüssel liegt darin, sich auf Unternehmen zu konzentrieren, die die
schlimmsten Exzesse der jahrzehntelangen Expansion vermieden haben.

„Je länger diese Expansion andauert, desto mehr
Aufmerksamkeit schenke ich der Verschuldung der Unternehmen“, sagt die
Aktienportfoliomanagerin Joyce Gordon, die seit 40 Jahren in Unternehmen
investiert, die Dividenden ausschütten.
„Unternehmen mit einem hohen Verschuldungsgrad stehen vor zahlreichen
Herausforderungen. Sie könnten beispielsweise dem Druck ausgesetzt
fühlen, ihre Dividende zu kürzen, um ein Investment-Grade-Rating
beizubehalten.“

Den vollständigen Beitrag finden Sie hier.

Bellevue: Handelskrieg beindruckt Healthcare-Sektor kaum

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Die Gesundheitsmärkte sind vom Handelsstreit fundamental kaum betroffen, wobei die Marktpsychologie gerade bei den chinesischen Gesundheitsfirmen stark hineinspielt.

Der Ton im Handelskonflikt zwischen den USA und China wird immer schärfer. Nervöse Aktienmärkte hinterlassen ihre Spuren, Unternehmenszahlen von Gesundheitsfirmen zeigen sich aber stabil.

Von Dr. Cyrill Zimmermann, Head Healthcare Funds & Mandates, Bellevue
Asset Management.

Es steht ausser Frage, dass die
Rhetorik im amerikanisch-chinesischen Handelstreit auf beiden Seiten im Laufe
des Jahres aggressiver wurde und man sich in eine schwierige Position
manövriert hat. Für eine Annäherung der beiden Seiten ist es wichtig, dass man
Lösungen findet, bei welchen die Regierungen ihr Gesicht wahren können. Ohne
eine Kristallkugel zu besitzen, glauben wir, dass dies nach wie vor im Bereich
des Möglichen liegt – wir schätzen die Verhandlungspartner als genug flexibel
ein. Innenpolitisch würde eine Einigung noch in diesem Jahr Präsident Trump
sicherlich helfen.

Bedeutung
für den Healthcare-Sektor

Die Gesundheitsmärkte sind vom
Handelsstreit fundamental kaum betroffen, wobei die Marktpsychologie gerade bei
den chinesischen Gesundheitsfirmen stark hineinspielt. Aus Sicht der
amerikanischen Firmen gilt es zu erwähnen, dass diese kaum über
Produktionseinrichtungen in China verfügen, die chinesische Regierung an
effektiven Therapien hohes Interesse bekundet und diese kaum besteuern wird.
Bei den chinesischen Firmen ist zu berücksichtigen, dass diese vielfach auf den
chinesischen Binnenmarkt fokussiert sind und von den Handelsdiskussionen kaum
betroffen sind. Sie konzentrieren sich auf den strukturellen Case der
zunehmenden Überalterung und steigenden Mittelschichten.

Anpassungen
im Portfolio

Neben dem Handelskonflikt haben
jüngst auch die Quartalsberichte der Unternehmen die Aktienbörsen geprägt.
Letztere gaben uns einen klaren Einblick, welche Firmen effektiv unter den
Konsequenzen des Handelskonfliktes leiden. Die Unternehmenszahlen haben bestätigt,
dass die Gesundheitsfirmen, in welche wir investiert sind, bis dato keine bzw.
eine geringe Beeinträchtigung durch den Handelskonflikt spüren. Dies könnte
sich bei einer weiteren Eskalation allerdings ändern. Insbesondere stärkere
Währungsschwankungen könnten die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Unternehmen
verändern. Aus diesem Grund behalten wir die weitere Entwicklung genau im Auge.

EdR AM: Positionen nach Marktrückgang anpassen?

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Für Anleger ist jeder Marktrückgang potenziell eine Gelegenheit, um die Positionierung anzupassen.

In den letzten sechs Handelstagen sind die Aktienmärkte stark gefallen und die Renditen von Staatsanleihen sind gesunken.

Benjamin Melman, Global Chief Investment Officer bei Edmond de Rothschild Asset Management,
nimmt in seinem jüngsten Marktkommentar Stellung zur aktuellen Lage an
den Finanzmärkten und erläutert, warum Edmond de Rothschild Asset
Management seine Portfolioallokation jetzt verändert hat. Dazu blickt
Melman auf die Ereignisse der vergangenen Tage zurück:

Bereits
am 26. Juli nahm der Abwärtsdruck auf das Britische Pfund aufgrund des
erhöhten Risikos eines harten Brexits zu, nachdem hartgesottene
Anti-EU-Konservative in London die Macht übernommen hatten. Kurze Zeit
später, am 31. Juli, senkte die US-Notenbank Fed die Zinsen um die
erwarteten 25 Basispunkte, aber das Beschlusspapier präsentierte den
Schritt eher als Versicherung gegen wachsende Unsicherheiten und nicht
als Beginn einer möglicherweise größeren Bewegung zur monetären
Lockerung. „Die Haltung der Fed ändert sich von proaktiv zu reaktiv, was
aus unserer Sicht einen deutlichen Wandel bedeutet“, resümiert Benjamin
Melman. Aus diesem Grund haben wir am 1. August unsere Gewichtung in
europäische Aktien reduziert und dafür unseren Cash-Anteil erhöht.“

Am
selben Tag twitterte Donald Trump, dass er 10 Prozent Zoll auf
chinesische Importe im Wert von 300 Milliarden Dollar erhebt. Zudem
wertete die chinesische Währung ab und am 5. August wurde die Marke von
sieben Renminbi pro US-Dollar überschritten, was innerhalb von zwei
Handelstagen einem Rückgang um zwei Prozent entspricht (Stand
08.06.2019). Peking ließ auch wissen, dass es die Käufe von US-Getreide
eingestellt hat. Das US-Finanzministerium beschuldigte China daraufhin
der Währungsmanipulation. „Tatsächlich hatte aber die chinesische
Zentralbank die Interventionen am Devisenmarkt reduziert oder gestoppt,
um eine Abwertung des Renminbis verhindern“, so Melman. Für den Experten
ist klar, was die jüngsten Turbulenzen an der Börse verursacht hat:
„Zweifellos wurde der große Ausverkauf durch neue Spannungen zwischen
den USA und China ausgelöst mit ersten Auswirkungen auf die
Währungsmärkte.“

Zusammenfassend
lässt sich festhalten, dass sich das Unverständnis zwischen den USA und
China vertieft hat. „China scheint den breiten politischen Konsens in
der US-Politik zwischen Republikanern und Demokraten über Pekings
zutiefst unausgewogene und unfaire Verwendung von Handelsregeln und
seinen Mangel an Respekt vor geistigem Eigentum unterschätzt zu haben“,
schätzt Melman die Lage ein. „Umgekehrt erscheint es so, dass die USA es
nicht einkalkuliert haben, dass einige ihrer Forderungen als Angriff
auf die chinesische Souveränität angesehen werden.“ Die schlechte
Nachricht sei, dass bereits einige potenziell gefährliche
Eskalationsstufen zwischen den USA und China erreicht wurden. Laut
Benjamin Melman – und dies ist die gute Nachricht – habe aber keines der
beiden Länder ein grundlegendes Interesse an einem Konflikt.
Wahrscheinlich wolle keine Seite den Punkt, an dem es kein Zurück mehr
gibt, überschreiten. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist es sehr schwierig zu
sagen, wie sich die Beziehungen zwischen den USA und China von nun an
weiter entwickeln werden“, sagt Melman.

Laut Benjamin Melman gebe es jedoch immer mehr potenzielle Reibungspunkte:

–        Chinas
Vergeltung richte sich wahrscheinlich und vorsätzlich direkt gegen den
US-Präsidenten. Peking wusste, dass ein fallender Renminbi ein Beben an
den Finanzmärkten auslösen würde und damit einen Bereich träfe, auf den
Donald Trump ein großes Augenmerk richtet. Ebenso würden Beschränkungen
für US-Getreide republikanische Trump-Anhänger treffen – eine sensible
Zielgruppe, da er bereits seine Wiederwahlkampagne gestartet hat. All
dies könne Donald Trump ebenso leicht zum Kompromiss führen oder ihn im
Gegenteil dazu bringen, den Einsatz zu erhöhen.

–        Risiko
eines Währungskriegs? Sowohl der US-Präsident als auch das
US-Finanzministerium haben eine unklare Haltung gegenüber dem US-Dollar;
er könnte daher als Instrument eingesetzt werden. Die Märkte würden
stark auf jede Entwicklung reagieren. „Im August 2015 verzeichnete der
Renminbi eine Abwertung um drei Prozent, was zu einer Marktkorrektur
führte, und dann atmeten die Anleger auf, als die Vereinbarung von
Shanghai im Februar 2016 den Währungskonflikt beendete“, blickt Melman
zurück. Angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen Verlangsamung und
der strukturell geringen Inflation würde jeder Versuch einer Regierung,
ihre Währung zu senken, als Versuch angesehen werden, ihr eigenes
deflationäres Risiko zu exportieren.

–        Risiko
Raketenkrise? Die USA haben sich aus dem Vertrag über nukleare
Mittelstreckenwaffen zurückgezogen und planen nun, genau solche Raketen
in Asien zu stationieren. Das chinesische Außenministerium reagierte mit
den Worten: „China wird nicht tatenlos zusehen und ist verpflichtet,
Gegenmaßnahmen zu ergreifen, wenn die USA Raketen in dieser Region
aufbauen“.

–        Laut
Financial Times beobachten die USA die chinesischen Frachtbewegungen
genau, da einige Schiffe im Verdacht stehen, iranisches Öl nach China zu
transportieren.

–        Zuletzt
haben weit verbreitete Demonstrationen und Streiks in Hongkong offene
Drohungen von Peking nach sich gezogen mit dem Ziel, das Ende dieser
Bewegung herbeizuführen. Was wären die internationalen Auswirkungen,
wenn die Chinesen direkt eingriffen? Erstaunlicherweise haben die
westlichen Regierungen bislang äußerst ruhig reagiert.

„Für
Anleger ist jeder Marktrückgang potenziell eine Gelegenheit, um die
Positionierung anzupassen. Dies gilt insbesondere für uns, da erstens
unsere Anlageallokation im Allgemeinen immer noch konservativ ist und
zweitens sich die USA und China weiterhin als widerstandsfähig erweisen,
selbst wenn sich die Weltwirtschaft deutlich abschwächt“, sagt Melman.
Die zunehmenden geopolitischen Spannungen, insbesondere im Hinblick auf
den in den Startlöchern stehenden US-Präsidentschaftswahlkampf, trüben
jedoch den Blick in die Zukunft. Jedes weitere Hochschaukeln der
politischen Lage und die Gegenreaktion der anderen Seite könnten
konkrete Auswirkungen haben. Der jüngste Marktsturz an sich reiche nicht
aus, um zu argumentieren, dass die Unsicherheit jetzt eingepreist
wurde, zumal sich die Entwicklung unberechenbar in Echtzeit bewegt.
„Dennoch zeigt die unterdurchschnittliche Performance von Aktien aus
Schwellenländern, dass einige Indizes jetzt wieder wertbasiert
betrachtet werden können, auch wenn das kurzfristige Bild nach wie vor
von Unsicherheit geprägt ist. Nachdem wir zuletzt Risiken verringert
haben, belassen wir unsere Anlageallokation erst einmal unverändert und
beobachten die Situation weiterhin genau“, schlussfolgert Melman.

Lesen Sie den vollständigen Kommentar in englischer Sprache hier im PDF-Format.

Degroof Petercam AM: Warum Aktien in Anlegerportfolios gehören

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Die Gesamtsituation spricht dafür, diversifizierende Komponenten im Portfolio nicht außer Acht zu lassen.

  • Degroof Petercam Asset Management (DPAM) hält die derzeitige Schwäche des Wachstums und der Unternehmensgewinne lediglich für eine Delle im langfristigen Aufwärtstrend
  • Trotz
    Spannungsfeld zwischen zyklischem Abschwung und lockerer Geldpolitik
    der Zentralbanken ist eine zu negative Einstellung gegenüber Aktien
    unangebracht
  • In Europa erscheinen die Erwartungen an die Gewinne pro Aktie dennoch unrealistisch

Quo vadis, Aktienmärkte?

Während
das Wirtschaftswachstum – vor allem im Industriesektor – weiterhin von
einer negativen Dynamik geprägt ist und politische Auseinandersetzungen
auf europäischer und globaler Ebene zusätzlich für Unsicherheit sorgen,
stellen sich viele Investoren die Frage, wie es mit dem Geschäftsklima
bzw. den Investitionen der Unternehmen und dementsprechend an den
Aktienmärkten weitergeht.

Die
Konsensschätzungen für das Wachstum der Gewinne pro Aktie wurden
zuletzt in allen Regionen erneut leicht nach unten korrigiert. In Europa
liegen die Erwartungen demnach bei 2,3 Prozent für 2019 und 9,7 Prozent
für 2020. „Wir halten diese Annahmen für unrealistisch und gehen davon
aus, dass der Gewinn pro Aktie für 2019 etwa bei null liegen dürfte“,
sagt Yves Ceelen, Head of Institutional Portfolio Management bei DPAM.
„Allerdings rechnen wir nicht mit rückläufigen Gewinnen, da sich die
Wirtschaft insgesamt recht gut hält“.

Der
Asset Allocation-Stratege nimmt an, dass die Volatilität in den
kommenden Monaten weiterhin eine bedeutende Rolle an den Aktienmärkten
spielen wird. Als Gründe hierfür nennt er auf globaler Ebene die
Wachstumsprobleme (vor allem in China), die Eskalation des
Handelsstreits zwischen den USA und China sowie die Spannungen im Nahen
Osten. Europa bleibe ein Pulverfass – zum einen durch den Risikofaktor
Italien, zum anderen durch den mit Boris Johnson als neuer Premier
wieder wahrscheinlicher gewordenen ‚harten‘ Ausstieg Großbritanniens aus
der EU.

„Die Gesamtsituation spricht dafür, diversifizierende Komponenten im Portfolio nicht außer Acht zu lassen. Insgesamt
bleiben wir für Aktien bei einer leicht untergewichteten bis neutralen
Positionierung“, sagt Yves Ceelen. „Obwohl sich die Märkte in einem
Spannungsfeld zwischen zyklischem Abschwung und lockerer Geldpolitik der
Zentralbanken befinden, halten wir eine zu negative Einstellung für
unangebracht.“

Er
begründet seine Einschätzung vor allem mit der Bereitschaft der
Zentralbanken, Wachstum und Bewertungen durch weitere Anreize zu
unterstützen, so dass geringere Gewinne durch höhere Kennzahlen
ausgeglichen werden sollten. Gleichzeitig werde auch China neue Anreize
über geld- und haushaltspolitische Maßnahmen schaffen. Daher ist der
DPAM-Experte der Auffassung, dass die derzeitige Schwäche des Wachstums
und der Gewinne lediglich eine Delle in einem langfristigen
Aufwärtstrend bilden.

Die regionalen Aktienmärkte beurteilen Yves Ceelen und sein Team aktuell folgendermaßen:

Europa:
Die Bewertungen zeigen sich weiterhin attraktiv, während die
allgemeinen Gewinnerwartungen zu optimistisch sind. Politische Probleme
(Brexit, Italien) belasten nach wie vor die Stimmung. Wir erkennen daher
keinen Impuls, der diese Bewertungslücke schließen könnte. Aus der
Bottom-up-Perspektive kennzeichnet sich der europäische Aktienmarkt
weniger durch Qualität als vielmehr eine starke Abhängigkeit von
Finanzwerten und durch Disruption beeinträchtigte Branchen.Wir
sind jedoch weiterhin fest vom Potenzial des aktiven Managements
überzeugt, mit dem sich in Europa eine Outperformance erzielen lässt.

USA:
Die Bewertungen sind im Vergleich zu Anleihen und europäischen Aktien
weniger attraktiv, während das Gewinnwachstum mit dem in Europa
vergleichbar ist. Allerdings unterstützen Aktienrückkäufe weiterhin das
Wachstum der Gewinne pro Aktie. Im US-Aktienmarkt haben vor allem
disruptive Unternehmen ein hohes Gewicht. Hinzu kommt, dass man im
Vergleich zu anderen globalen Aktienmärkten höherwertige Unternehmen
findet und der Markt robuster ist.

Japan:
Nippon-Aktien gehören mit einem hohen Anteil von Investitionsgüter- und
Automobilherstellern nach wie vor zu den konjunkturempfindlichsten
Märkten. Wir gehen davon aus, dass die für Oktober geplante
Umsatzsteuererhöhung kurzfristig eine bremsende Wirkung auf die
Wirtschaft haben wird. Die Erwartungen für das Gewinnwachstum in 2019
sinken weiter und liegen derzeit bei -7 Prozent. Massive Aktienrückkäufe
könnten jedoch einen Ausgleich zu den negativen Schlagzeilen schaffen.
Mittelfristig bleiben die Bewertungen attraktiv, und die Geldpolitik ist
weiterhin extrem akkommodierend. Der Yen behält seine Funktion einer
Fluchtwährung, mit möglicherweise negativem Einfluss auf die Entwicklung
japanischer Aktien in Euro gerechnet.

Aktien der Schwellenländer
beurteilen wir neutral und sind überzeugt, dass es China gelingen kann,
seine Wachstumsschwäche durch geld- und haushaltspolitische Maßnahmen
in den Griff zu bekommen – auch trotz der weiteren Eskalation im
Handelsstreit mit den USA. Mäßige Kapitalabflüsse haben zuletzt wieder
Kapitalzuflüssen Platz gemacht. Die Bewertungen liegen unter ihrem
langfristigen Durchschnitt, und die Risikoaufschläge sind die höchsten
im Universum der Schwellenländeraktienmärkte. Ein sich stabilisierender
oder etwas schwächerer Dollar hätte unterstützende Wirkung für die
Emerging Markets.

Moventum: Kommentar zur Zinssenkung der FED

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Auf einer Pressekonferenz betonte Fed-Präsident Powell jedoch, dass es sich bei der Zinssenkung um einen „Versicherungsschritt“ im Rahmen eines „Mid Cycle Adjustments“ handele und nicht um den Auftakt zu einem umfassenden Senkungszyklus.

Die US-Notenbank Fed senkte wie erwartet ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 2,00 bis 2,25 Prozent.

Auf der anschließenden Pressekonferenz betonte Fed-Präsident
Powell jedoch, dass es sich um einen „Versicherungsschritt“
im Rahmen eines „Mid Cycle Adjustments“ handele und nicht um den
Auftakt zu einem umfassenden Senkungszyklus. Mit dieser Aussage erwischte er
viele Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß, da viele sich schon auf einen
ausgeprägten Zinssenkungszyklus eingestellt hatten.

Marktrückblick

In der vergangenen Woche war erneut das Stichwort „Handelsstreit“
in aller Munde. So verkündete der US-amerikanische Präsident zur Überraschung
vieler Marktteilnehmer die Einführung weiterer Strafzölle in Höhe von 10
Prozent auf Importe aus China im Wert von 300 Milliarden US-Dollar. Die
US-Notenbank Fed senkte zudem wie erwartet ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf
eine Spanne von 2,00 bis 2,25 Prozent.

Auf der anschließenden Pressekonferenz
betonte Fed-Präsident Powell jedoch, dass es sich um einen „Versicherungsschritt“
im Rahmen eines „Mid Cycle Adjustments“ handele und nicht um den
Auftakt zu einem umfassenden Senkungszyklus. Mit dieser Aussage erwischte er
viele Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß, da viele sich schon auf einen
ausgeprägten Zinssenkungszyklus eingestellt hatten.

In der EU veröffentlichte die Kommission Zahlen zu einigen
ihrer Wirtschaftsindikatoren im Juli: Für das Konsumentenvertrauen wurde ein
Anstieg um einen Punkt auf -5,9 Punkte verzeichnet, während der Indikator für
das Geschäftsklima einen Rückgang um 0,29 auf -0,12 Punkte verzeichnete. Außerdem
veröffentlichte die Kommission ihre erste Schätzung zum BIP im zweiten Quartal
2019 in der Eurozone, welches um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen
zu sein scheint.

Zum Ende der Woche veröffentlichte schließlich das US-Amt für
Arbeitsmarktstatistiken neueste Kennzahlen zum amerikanischen Arbeitsmarkt im
Juli. So stieg die Anzahl der Beschäftigten (ex Agrar) um 164.000, während die
Arbeitslosenquote konstant bei 3,7 Prozent verblieb. Die Daten bewegten sich im
Rahmen der Erwartungen.

Der Preis für Öl der Sorte Brent verbilligte sich gegenüber
der Vorwoche deutlich um 2,26 Prozent auf 61,88 US-Dollar je Barrel. Der
US-Dollar wertete gegenüber dem Euro auf und verteuerte sich um 0,22 Prozent, während
der Yen 2,19 Prozent gegenüber dem Euro aufwertete.

In diesem Umfeld gaben die globalen Aktienmärkte deutlich
nach. Angeführt wurden die Verluste von den europäischen Aktienmärkten, gefolgt
von den USA. Relativ stabil entwickelten sich japanische Aktien. Schwellenländer
wiesen höhere Verluste auf als die Industriestaaten. Auf dem europäischen Markt
zeigten Growth-Titel eine bessere Wertentwicklung als Value-Titel und große
Unternehmen entwickelten sich äquivalent zu kleinen Gesellschaften.

In den USA
konnte eine leicht andere Dynamik beobachtet werden: Growth-Titel entwickelten
sich hier schlechter als Value-Titel und große Unternehmen entwickelten sich
schwächer als kleine Gesellschaften. Auf Sektorebene entwickelten sich in den
USA die Sektoren Versorgung, Gesundheitswesen und Verbrauchsgüter am besten und
die Sektoren Konsumgüter, IT und Finanzen am schlechtesten. In Europa zeigten
Unternehmen aus den Bereichen Verbrauchsgüter, IT und Finanzen die besten
Wertentwicklungen, während sich Titel aus den Feldern Rohstoffe, Energie und
Konsumgüter am schlechtesten entwickelten.

Auf dem europäischen Rentenmarkt entwickelten sich
Staatsanleihen sehr positiv, während Investment-Grade-Unternehmensanleihen nur
ein kleines Plus aufwiesen. Hochzinsanleihen mussten eine negative
Wertentwicklung in Kauf nehmen. Anleihen aus Schwellenländern in Lokalwährung
gaben dagegen deutlich nach.

Den vollständigen Moventum-Marktkommentar können Sie sichhier im PDF-Format downloaden.