EdR AM: China in der Opferrolle

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Auf chinesischer Seite ist es offensichtlich, dass China die Opferrolle gerne einnimmt, was innerhalb eines großen Teils der Bevölkerung zu funktionieren scheint.

Jean-Jacques Durand, Head of Emerging Debt Total Return und leitender Fondsmanager des Edmond de Rothschild Fund Emerging Bonds, zur jüngsten Abwertung des Yuan als Reaktion auf US-Präsident Donald Trumps jüngste Ankündigungen im Handelskrieg zwischen den USA und China.

„Die
Währung ist eines der wichtigsten Instrumente, mit denen die
chinesische Regierung auf den zunehmenden Druck der USA reagieren kann.
Direkte Maßnahmen gegen US-Unternehmen in China könnten das Land in
puncto Arbeitslosigkeit und soziale Stabilität stärker belasten.
Insbesondere jetzt, in einer Zeit, in der sich die Wirtschaft
verlangsamt und die Machtkonzentration, die Xi Jinping vor einigen
Jahren eingeleitet hat, innerhalb und außerhalb Chinas sowie in Hongkong
in Frage gestellt wird. Es ist jedoch ein zweischneidiges Schwert, da
die Situation auch Instabilität bringen und die Kapitalflucht
beschleunigen kann, während China von einer
Leistungsbilanzüberschusswirtschaft zu einer Wirtschaft mit Defiziten
übergegangen ist.

Nach den Erfahrungen vom Sommer 2015, als ein
ähnlicher Schritt verheerende Auswirkungen auf die chinesischen Märkte
hatte und zu massiver Kapitalflucht führte, haben die Behörden die
Daumenschrauben mit verschiedenen Kontrollen und administrativen
Barrieren angezogen, um solche Ereignisse zu verhindern. Nur die Zukunft
wird zeigen, ob China in der Lage sein wird, diese Entwicklung
langfristig zu kontrollieren, da es keine echten Wirtschaftsreformen und
neuen Handelsregeln gibt. Das ist genau ein Teil der Forderungen der
USA.

Ein
wichtiger Punkt, den es zu berücksichtigen gilt, ist, dass beide
Tagesordnungen in Washington DC und Peking von innenpolitischen
Überlegungen und nationalistischen Impulsen bestimmt werden, um
Unterstützung zu gewinnen und die eigene Macht zu festigen. Auf
chinesischer Seite ist es offensichtlich, dass China die Opferrolle
gerne einnimmt, was innerhalb eines großen Teils der Bevölkerung zu
funktionieren scheint. Das verspricht nichts Gutes für ein kurzfristiges
Ende der Konfrontation.“

DNCA Investments: Neue Marschrichtungen

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Eine Kehrtwende stellt der ‚harte‘ (abkommenslose) Brexit für die Märkte dar, die das britische Pfund erneut unter Beschuss genommen haben.

Donald Trump ist es erneut gelungen, die Märkte zu überraschen.

Der US-Präsident ließ wissen, er
werde Strafzölle in Höhe von 10 % auf chinesische Importe im Wert von 300 Mrd. US-Dollar
erheben, was die Aktienmärkte unverzüglich einknicken ließ und ‚Zufluchtswerte‘ (Yen, Gold,
Schweizer Franken, Staatsanleihen) in die Höhe trieb. Nachdem es der Fed angesichts der alles in
allem relativ starken US-Wirtschaft (der Dienstleistungs-EMI steht bei 52,2 Zählern) schwerfiel, die
Senkung ihrer Leitzinsen (um -25 Bp. auf 2,25 %) zu begründen, hat die Kehrtwende im Weißen Haus
nun ‚zufällig‘ ein Argument für diese geldpolitische Entscheidung geliefert.

Eine Kehrtwende stellt auch der ‚harte‘ (abkommenslose) Brexit für die Märkte dar, die das britische
Pfund erneut unter Beschuss genommen haben. Für die europäischen Verhandlungsführer ist die
Ernennung von Boris Johnson kein gutes Omen, denn orientiert man sich an den slawischen
Ursprüngen seines Vornamens (Boris ist eine Ableitung des Begriffs „borotj“, der „Krieger“
bedeutet), so scheint der Bruch mit der EU bereits vollzogen.

Die Zentralbanken (Fed und EZB) sind weiterhin bemüht, ein maues und inflationsloses Wachstum zu
befeuern. Ganz wie jener Wald aus Kauri-Bäumen in Neuseeland, der über sein unterirdisches
Wurzelgeflecht einen „Zombiebaum“ (einen augenscheinlich toten Stumpf) mitversorgt, halten auch
die internationalen geldpolitischen Institutionen den Mythos der Wirksamkeit dauerhaft tiefer
Zinsen für „Zombie-Volkswirtschaften“ künstlich am Leben.

Ganz so katastrophal ist die Lage freilich nicht überall. In Frankreich zum Beispiel haben zyklische
Unternehmen, Industriefirmen und Banken (BNP Paribas, Société Générale, Nexans, Air France-KLM)
erfreuliche Halbjahreszahlen vorgelegt und damit die Anleger überrascht, die diese Sektoren nur
noch als düstere Horizonte voller schwarzer Wolken wahrgenommen hatten.

Und noch eine weitere Nachricht macht Hoffnung. Was wie eine Anekdote klingt, hat angesichts der
zunehmenden Bedeutung von SRI-Kriterien in der Welt der Vermögensverwaltung durchaus
Symbolcharakter: So werden die Zoological Society of London und die Firma Conservation Capital
Anfang 2020 eine Impact-Anleihe (mit dem Namen „Rhino Impact Bond“) auflegen, mit der
Artenschutzprogramme zur Sicherung des Bestands der Spitzmaulnashörner in Kenia und Südafrika
finanziert werden. Die Population dieses Pflanzenfressers ist seit den 1970er Jahren dramatisch von
70.000 auf nur noch 5.000 Tiere zurückgegangen, nicht unähnlich derjenigen der
Vermögensverwalter, die „Value“-Strategien verfolgen. In einem nur noch von sinkenden Zinsen
bestimmten Markt kämpft auch diese gefährdete Art längst um ihr Überleben.

EdR AM: Beruhigungspille der Zentralbanken

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Nach Überzeugung von Benjamin Melman, Global Chief Investment Officer bei Edmond de Rothschild Asset Management, sind die Zentralbanken allerdings fest dazu entschlossen, ihre Aktivitäten zur Beruhigung der Anleger auch weiterhin fortzusetzen

Der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB) ist es gelungen, die Zinsen zu senken und dadurch die Kurse risikobehafteter Wertpapiere in die Höhe zu treiben.

„Zwar sind die Anleger angesichts hoher politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit weiterhin skeptisch“, sagt Benjamin Melman, Global Chief Investment Officer bei Edmond de Rothschild Asset Management.
Doch für den Anlageexperten der französischen Fondsgesellschaft ist
klar: „Zumindest vorerst haben die Maßnahmen der Zentralbanken dazu
beigetragen, die Märkte von dem gemischten Fundamentalbild abzulenken.“

Dennoch bleibt der Experte zurückhaltend. Grund dafür sind insbesondere zwei Risikofaktoren:

Die Marktteilnehmer erwarten bereits deutliche Zinssenkungen
von den Zentralbanken, bezüglich der Fed gehen sie von einer
Reduzierung um knapp 100 Basispunkte aus. Gleichzeitig hat jedoch selbst
ein glühender Verfechter einer lockereren Geldpolitik wie James
Bullard, Mitglied des Offenmarktausschusses der Fed, lediglich eine
moderate und präventive Kürzung vorgeschlagen.

Politische Risiken und protektionistische Strömungen
dürften mindestens bis zu den nächsten US-Präsidentschaftswahlen im
November 2020 andauern. Die Folge: Unternehmen nehmen eine abwartende
Haltung ein und das Investitionsvolumen geht zurück. Hinzu kommt, dass
das Risiko eines harten Brexits steigt. Und in Italien sind Neuwahlen
nach dem Sommer nicht auszuschließen. Dies beinhaltet die Gefahr, dass
eine Koalition stark rechtsgerichteter Kräfte (die Lega unter der
Leitung von Matteo Salvini und Fratelli d’Italia unter der Leitung von
Giorgia Meloni) an die Macht kommt und von den Wählern mit einem Auftrag
zum Ausstieg aus dem Euro ausgestattet wird.

„Wir werden uns auch die Ergebnisse des zweiten Quartals
ansehen, um die Margenentwicklung der Unternehmen zu analysieren“, sagt
Melman. Die entscheidende Frage dabei sei, ob der Markt an der Schwelle
zu einem Abwärtstrend steht. „Falls ja, würde dies zusammen mit der
Umkehrung der US-Zinskurve bedeuten, dass sich das Ende des Zyklus
nähert“, analysiert der Experte.

Nach
Überzeugung von Melman sind die Zentralbanken allerdings fest dazu
entschlossen, ihre Aktivitäten zur Beruhigung der Anleger auch weiterhin
fortzusetzen. „Daher sehen wir keinen Grund, unsere Anlageallokation jetzt grundsätzlich zu ändern
– abgesehen von geringfügigen Anpassungen.“ So wurden in den
Fondsportfolien von Edmond de Rothschild Asset Management beispielsweise
das Engagement in japanische Aktien heruntergefahren und stattdessen
thematische Investment-Opportunitäten wie Big Data aufgestockt.
Denn die Ertragserwartungen japanischer Unternehmen haben sich
reduziert. Und noch wichtiger: Laut Melman scheint die Bank of Japan
nicht in der Lage oder sogar nicht willens zu sein, der Fed und der EZB
auf dem Weg einer lockereren Geldpolitik zu folgen.

Benjamin Melman
Benjamin Melman
Global Chief Investment Officer bei Edmond de Rothschild Asset Management

Benjamin Melman, Global Chief Investment Officer bei Edmond de Rothschild Asset Management

Lesen Sie den vollständigen Kommentar in englischer Sprache hier im PDF-Format.

AB: Globale Aktien und zentrale Risiken

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US- und europäische Aktien entwickelten sich überdurchschnittlich, während die Aktienkurse in Japan und China fielen.

Globale Aktien legten im zweiten Quartal zu, doch es war eine holprige Fahrt. Die Ertragszahlen werden nun Aufschluss darüber geben, wie
die Unternehmen mit den zunehmenden Herausforderungen, vom Handelskrieg bis hin
zu den globalen Wachstumssorgen, zurechtkommen. Daraus können Anleger ableiten,
wie sie sich positionieren sollten.

US- und europäische Aktien entwickelten sich überdurchschnittlich,
während die Aktienkurse in Japan und China fielen (Abbildung). Finanztitel und
zyklische Werte schnitten am besten ab. Substanzwerte blieben hinter
Wachstumsaktien zurück. Der MSCI World Index beendete das Quartal mit einem
Plus von 3,6% und legte in der ersten Jahreshälfte um 16,7% in Lokalwährungen
zu.

Globale Risiken
Globale Risiken
Globale Risiken

Warum sind die Märkte so volatil?

Die Kurse haben trotz der soliden Gewinne im ersten Halbjahr stark
geschwankt. Nach hohen Kursgewinnen in den ersten vier Monaten des
Jahres 2019 kam es im Mai zu einem massiven Rückgang, da die
Handelssorgen erneut die Stimmung an den
Börsen eintrübten. Die Volatilität an den Märkten ist seit dem vierten
Quartal 2018 hoch (Abbildung oben rechts); innerhalb der letzten
neun Monate verzeichneten die globalen Aktienmärkte in drei Monaten
starke Kursrückgänge.

Die jüngste Volatilität zeigt die zunehmenden Sorgen der Anleger, da
sich die Weltwirtschaft nach einem zehnjährigen Aufschwung in einer
späten Phase des Konjunkturzyklus befindet. Dieser ist allerdings in
vielerlei Hinsicht ungewöhnlich. Das
BIP-Wachstum war moderat. Die Zinsen sind selbst nach mehreren
Anhebungen der Fed noch immer extrem niedrig und dürften angesichts der
erneuten Ankündigungen der Zentralbanken,
an der lockeren Geldpolitik
festzuhalten, auch nicht so schnell steigen. Andererseits bedroht der
zunehmende Populismus die Errungenschaften von Jahrzehnten der
Globalisierung und Handelsintegration, mit unvorhersehbaren
Konsequenzen für Unternehmen und Aktienmärkte.

Von den Finanzmärkten gehen vor diesem Hintergrund gemischte Signale
aus. Während die Aktienmärkte neue Höchststände erreichen, sind die
niedrigen Anleiherenditen – Rendite 10-jähriger US-Treasuries von etwa
2,0% und eine zeitweise inverse
Renditekurve – ein Beleg für die pessimistischen Erwartungen. Allerdings
werden die Renditen auch durch die aggressiven Liquiditätsmassnahmen
der Zentralbanken, insbesondere in Europa und Asien, nach unten
gedrückt.

Drei Arten von Anlagerisiken

Angesichts der hohen Unsicherheit achten unsere Analysten und
Portfoliomanager derzeit besonders auf drei Arten von Risiken:
politische, makroökonomische (zyklische) und Zinsrisiken. Die in diesem
Monat beginnende Berichtssaison für das
zweite Quartal wird Hinweise geben, wie die Unternehmen in dieser
Situation reagieren.

Den gesamten Beitrag finden Sie hier.

AB: EZB – Großer geldpolitischer Kurswechsel

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Nach den jüngsten Aussagen des scheidenden EZB-Präsidenten Mario Draghi stellt sich scheinbar nur die Frage, wann – und nicht ob – die EZB den Basiszinssatz weiter senkt.

Noch vor Kurzem erwarteten die Märkte eine straffere Geldpolitik der EZB und höhere Volatilität.

Doch nun dürfte die neue quantitative Lockerung (QE) in der
Eurozone die Volatilität dämpfen und jenen Staatsanleihen zur Hilfe
kommen, die bisher am meisten zu kämpfen haben.

Rund um den Globus sind die Renditen langlaufender Staatsanleihen im
Sinkflug. Der Grund hierfür ist, dass viele Anleger die
Wirtschaftswachstumsprognosen gesenkt haben und der Markt eine hohe
Wahrscheinlichkeit eingepreist hat, dass sowohl die US-Notenbank (Fed)
als auch die Europäische Zentralbank (EZB) noch in diesem Jahr
Zinssenkungen vornehmen werden.

Grosser geldpolitischer Kurswechsel

Dies stellt einen beachtlichen Kurswechsel dar. Noch im November
erwarteten die Märkte seitens der Fed eine allmähliche Anhebung der
Zinssätze in den Jahren 2019 und 2020. Ebenso wurde für Europa mit einer
strafferen Geldpolitik durch die EZB gerechnet, und die europäischen
Anleger spekulierten, wie weit die Renditen deutscher Bundesanleihen
steigen und sich die Spreads italienischer Staatsanleihen ohne die
Unterstützung durch die quantitative Lockerung ausweiten würden.

Mittlerweile erwartet der Markt, dass die Fed die Zinssätze in den
kommenden zwölf Monaten um 1% senkt. Nach den jüngsten Aussagen des
scheidenden EZB-Präsidenten Mario Draghi stellt sich scheinbar nur die
Frage, wann – und nicht ob – die EZB den Basiszinssatz weiter senkt und
das QE-Programm wiederbelebt. Die nächste EZB-Präsidentin Christine
Lagarde gilt gemeinhin als Verfechter einer expansiven Geldpolitk.

Staatsanleihen: Spreads in der Eurozone verengen sich

Wie wird dies künftig die Anleihenmärkte beeinflussen? Falls das
Wirtschaftswachstum auf Kurs bleibt und die Vorhersagen in kommenden
Quartalen eintreten, dürften die Staatsanleihenrenditen nicht erheblich
von den aktuellen Niveaus abrutschen. Aber die Abwärtsrisiken für das
Wachstum sind nach wie vor groß. Viele Länder kämpfen mit den direkten
Folgen von Handelszöllen, einem sich verschlechternden Geschäftsklima
und den Folgen der hohen Verschuldung des Unternehmenssektors. In
Anbetracht dieser Risiken dürften die Renditen hochwertiger
Staatsanleihen kaum zulegen. Für ein Portfolio könnten Staatsanleihen
insgesamt ein gutes Gegengewicht zu Risikoanlagen bilden, sollte eines
der Negativszenarien eintreten.

„In der Eurozone dürfte Italien der Hauptnutzniesser sein, falls die EZB ihr QE-Programm wiederbelebt“

Angesichts der Tatsache, dass die
Rendite fast auf dem Niveau Griechenlands (B-Rating) und deutlich über
Portugal notieren, gibt es für die Spreads italienischer Staatsanleihen
viel Spielraum für eine Verengung. Der weite Abstand italienischer BTPs
zu Bundesanleihen resultiert aus mehreren Negativfaktoren. Hierzu
gehören eine mögliche Herabstufung der Bonität auf „High Yield“ (und der
darauffolgende Ausschluss aus den breiten Anleihenbenchmarks), das
schwache Wirtschaftswachstum im Inland, der Defizitstreit mit der EU und
ein Käuferstreik nach dem Ende der QE-Käufe.

Die italienische Regierung
hat sich dieser Probleme bereits angenommen und das für dieses Jahr
prognostizierte Haushaltsdefizit nun von 3% auf rund 2% verringert. Eine
neue QE-Runde würde jedoch dazu beitragen, die Probleme für
Anleihenanleger zu lindern. Ungeachtet der zugrunde liegenden
wirtschaftlichen und politischen Probleme, würde die Unterstützung durch
die EZB die Spreads von BTPs gering und die Volatilität in Schach
halten. Auch wenn der BTP-Markt auf die aktuellen Meldungen bereits
positiv reagierte, gibt es aus unserer Sicht weiteren Spielraum.

Der Spread auf 30-jährige italienische Anleihen beträgt zu deutschen
Bundesanleihen nach wie vor fast 300 Basispunkte. Doch die italienische
Renditekurve bleibt sehr steil, und die Renditen auf kurzlaufende
Anleihen liegen nun mehr als 200 Basispunkte unter den hohen Niveaus von
2018. Wir erwarten für die kommenden Monate eine weitere Verengung der
italienischen Anleihenspreads, wobei länger laufende Anleihen besser
abschneiden dürften.

In diesem Dokument zum Ausdruck gebrachte Meinungen stellen keine
Analysen, Anlageberatungen oder Handelsempfehlungen dar, spiegeln nicht
unbedingt die Ansichten aller Portfoliomanagementteams bei AB wider und
können von Zeit zu Zeit überarbeitet werden. AllianceBernstein Limited
ist von der Financial Conduct Authority im Vereinigten Königreich
zugelassen und wird durch diese Behörde reguliert.

Quelle: AB

Kames Capital: Kommentar zur Fed-Sitzung

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Trotz der verwirrenden Kommunikation ist die US-Notenbank nun in der Liste der Zentralbanken, die 2019 eine Lockerung der Geldpolitik eingeleitet oder signalisiert haben.

Ein Kommentar von Sandra Holdsworth, Head of Rates bei Kames
Capital

Die Fed hat sich in den letzten zwei Tagen getroffen, um über die Geldpolitik zu diskutieren. Gestern gaben sie das Ergebnis ihrer Gespräche bekannt.

Die begleitende Erklärung war etwas knapp im Detail, sowohl über
die getroffene Entscheidung als auch darüber, was ein möglicher Katalysator für
weitere Veränderungen sein könnte.

Die Botschaft der Pressekonferenz wurde durch das mehrmalige
Erwähnen des Vorsitzenden Powell, dass es sich bei der Kürzung um eine
„Versicherungskürzung“ handle und dass dies nicht der Beginn eines
Lockerungszyklus, sondern ein „Mid Cycle Adjustment“ sei, etwas verwässert.

Abgesehen von der Kommunikation Powells ist dies eine
Lockerung der monetären Bedingungen. Es ist wahrscheinlich, dass bei weiterer
Konjunkturverlangsamung und einer anhaltenden Inflationsrate weitere Kürzungen
erfolgen werden.

Trotz der verwirrenden Kommunikation ist die US-Notenbank
nun in der Liste der Zentralbanken, die 2019 eine Lockerung der Geldpolitik
eingeleitet oder signalisiert haben. 
Diese Maßnahmen in Verbindung mit einer niedrigen und stabilen Inflation
bilden einen günstigen Rahmen für die Märkte für Staats- und
Unternehmensanleihen.

Aegon AM: Klimawandel – die Erde muss gekühlt werden

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Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO werden bis zum Jahr 2050 zusätzliche 255.000 Todesfälle pro Jahr durch extreme Hitzewellen zu beklagen sein.

Klima
Klima
Klima

Sie denken jetzt bestimmt, dass doch das Gegenteil der Fall ist, angesichts der rekordverdächtigen Temperaturen, die letzte Woche in Frankreich gemessen wurden, oder in Anbetracht der Forschungsergebnisse der NASA, die darauf hindeuten, dass die Welt praktisch in Flammen steht.

Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation
WHO werden bis zum Jahr 2050 zusätzliche 255.000 Todesfälle pro Jahr durch
extreme Hitzewellen zu beklagen sein, wenn wir unseren derzeitigen Kurs nicht ändern.

Wenn sich unsere Welt immer weiter erwärmt, müssen
wir für Abkühlung sorgen. 

Doch was ist die Lösung?  …. Klimaanlagen. (AC)

Bei der Internationalen Energieagentur (IEA) geht
man davon aus, dass derzeit weltweit 1,6 Milliarden Klimageräte im Einsatz
sind. Damit hat sich die Zahl der Klimaanlagen seit 1990 verdreifacht. Bei den
2,8 Milliarden Menschen, die in den heißesten Regionen der Erde leben, liegt
die Marktdurchdringung von Klimaanlagen unter 10 %.

Wie geht das nun zusammen, der Anstieg der
Temperaturen und die steigende Nachfrage nach Klimaanlagen?  

China, Indien und Indonesien werden den größten
Teil des Markts ausmachen, da einerseits die Bevölkerungszahlen und das
Pro-Kopf-Einkommen steigen und andererseits die Preise für Klimaanlagen sinken.

Den vollständigen Artikel können Sie sich hier im PDF-Format downloaden.

M&G Investments: Fed-Zinssenkung als Impulsgeber

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Gerade in Schwellenländern bieten sich jetzt neue Chancen.

Neue Chancen, die sich nach der Zinserhöhung durch die Fed jetzt für Schwellenländer bieten.

Ein Kommentar von Michael Bourke, Manager des M&G (Lux) Emerging Markets Income Opportunities Fund

„Die
gestrige Entscheidung der Federal Reserve, die Geldpolitik nun doch
wieder zu lockern, ist für viele Schwellenländer eine gute Nachricht.
Eine ganze Reihe dieser Länder hat eine Anpassungsphase hinter sich
gebracht und ihre Staatsfinanzen verbessert. Einzelne Währungen werteten
gegenüber dem Dollar ab – zusammen bildet das einen ermutigenden
Ausgangspunkt für die zukünftige Entwicklung.

Dabei
haben Investoren in Schwellenländern zwei turbulente Jahre hinter sich:
Auf die Aktienrallye 2017 folgte ein tiefer Fall, als die USA ihre
Zinsen erhöhten und die Bedrohung durch Handelskriege realer wurde. In
diesem Jahr belastet die Sorge um das globale Wirtschaftswachstum die
Märkte nach einem zunächst hoffnungsvollen Start erneut. Aktuell ist
unser Ausblick für diese Anlageklasse optimistisch, denn
Schwellenländeraktien notieren mit einem Abschlag gegenüber Werten aus
den Industrieländern, obwohl sie von der Profitabilität her vergleichbar
sind.

Solche
Schwankungen machen es jedoch denkbar schwer, in Schwellenländern
allein durch Aktienanlagen ein gleichbleibendes Einkommen zu erzielen.
Dazu kommt, dass viele Unternehmen in diesen Ländern ihre Dividenden
abhängig von ihren Gewinnen zahlen. Die Anzahl der Firmen, die ihre
Auszahlungen jedes Jahr kürzen, ist hier deutlich höher als in
Industrienationen. Auf der anderen Seite bieten Unternehmensanleihen aus
Schwellenländern gleichbleibende und vergleichsweise hohe Erträge.

Chancen in China – Indien zu teuer

Durch
die Kombination beider Asset-Klassen kann eine effektive,
diversifizierte Einkommensstrategie mit – im Vergleich zur reinen
Aktienanlage – reduzierter Volatilität entstehen. Weil wir langfristig
investieren, sehen wir Chancen in Phasen, bei denen die Volatilität eher
im gesamtwirtschaftlichen Umfeld als in den Firmendaten selbst liegt.
Aktuell haben wir unseren Aktienanteil sukzessive auf 54 Prozent erhöht
und mehrere südkoreanische Unternehmen ins Portfolio aufgenommen: Das
Land ist trotz klarer Reformbestrebungen immer noch unterbewertet. In
Mexiko nutzten wir die wirtschaftlichen Unsicherheiten und die sich
daraus ergebenden Kursverluste, um hier zuzukaufen. Rund zehn Prozent
unseres Portfolios sind in China angelegt, wo Unternehmen operativ gut
aufgestellt sind, die Kurse sich aber aufgrund der
Handelsauseinandersetzungen verbilligt haben. Auch russische Titel
finden wir aktuell attraktiv, wogegen Indien uns für einen Einstieg zu
teuer ist.

Bei
den Rentenpapieren bleibt Lateinamerika einer unserer Favoriten. Auch
hier konzentrieren wir uns auf Segmente, die vom Markt gerade wenig
geschätzt werden.

Unsere
Mischung ausgewählter Aktien und Anleihen hat sich in den unruhigen
letzten 24 Monaten bewährt und eine widerstandsfähige Performance
gezeigt. Wir halten die Fundamentaldaten von Unternehmen in
Schwellenländern für robust, was sowohl für Aktien als auch für Anleihen
gut ist. Auf lange Sicht werden Schwellenländer immer stärker zu einem
wichtigen Markt für Anleger, die einkommensorientiert agieren. Wir
erwarten, dass die Qualität der Unternehmensführung insgesamt steigen
wird und damit die Dividendenzahlungen – alles in allem hoffnungsvolle
Voraussetzungen für ein Investment, das die Vorzüge von langfristigem
Kapitalwachstum mit einem Einkommensfokus verbindet.“

Degroof Petercam AM: ESG in Mischportfolios

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Degroof Petercam Asset Management (DPAM) erweitert mit defensiv ausgerichtetem DPAM L Balanced Conservative Sustainable sein Nachhaltigkeitsangebot in Deutschland.

Mit einer ausgewogenen Positionierung über Anlageklassen und Märkte hinweg können Anleger weiterhin von langfristigen Wertschöpfungsmöglichkeiten profitieren.

Zunehmend
verbreitet sich die Marktmeinung, dass ‚Multi Asset‘ als Kombination
verschiedener Strategien und Anlageklassen in einem Portfolio im
aktuellen Marktumfeld ausgedient hätte. Johan Van Geeteruyen, Head of
Global Balanced bei DPAM, ist da anderer Meinung: „Mit einer
ausgewogenen Positionierung über Anlageklassen und Märkte hinweg können
Anleger weiterhin von langfristigen Wertschöpfungsmöglichkeiten
profitieren – einen Anlagehorizont von mindestens 5 Jahren
vorausgesetzt. Eine kompakte Lösung mit Zugang zu den globalen Aktien-
sowie Investment Grade-Kredit- und Staatsanleihemärkten kann das
Rendite-/Risikoprofil eines Anlegerportfolios optimieren – vor allem,
wenn sie über Anlageklassen, Regionen, Sektoren und Laufzeiten breit
diversifiziert ist“.

ESG-Fokus senkt Risiken und erhöht Chancen

Zudem
verweist der Multi Asset-Experte darauf, dass die Fokussierung auf
Nachhaltigkeitsaspekte wie in reinen Aktien- und Rentenfonds auch in
Mischportfolios risikosenkend bzw. chancenerhöhend wirkt. Grund genug,
auch im DPAM L Balanced Conservative Sustainable, der vor wenigen
Wochen zum öffentlichen Vertrieb in Deutschland zugelassen wurde, neben
der fundamentalen Analyse von finanziellen Kennzahlen den bewährten,
bei DPAM produktübergreifend zum Einsatz kommenden Nachhaltigkeitsansatz
unter Einbeziehung von ESG-Kriterien für Staatsanleihen,
Unternehmensanleihen und Aktien zugrunde zu legen.

Die
Bandbreite der Asset-Allokation im DPAM L Balanced Conservative
Sustainable liegt zwischen 50 und 80 Prozent für Investment
Grade-Anleihen (Staats- und Unternehmensemissionen) sowie zwischen 20
und 50 Prozent für Aktien. Neutral positioniert ist der Multi
Asset-Fonds bei einem Anteil von 60 Prozent Investment Grade-Anleihen
und 40 Prozent Aktien. Per Ende Juni lag die Aufteilung bei 58,6 Prozent
Anleihen, 40,7 Prozent Aktien sowie 0,7 Prozent Barmitteln.

Anteilsklassen
Anteilsklassen
Anteilsklassen

Moventum: Stimmung in Deutschland pessimistisch

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In der Eurozone veröffentlichte derweil die EU-Kommission den neuesten Wert des Indikators für das Verbrauchervertrauen, welcher sich um 0,6 Punkte auf -6,6 Punkte im Juli erhöhte.

Im Mittelpunkt des Marktinteresses stand in der vergangenen Woche die Sitzung der EZB, die das Zinsniveau vorerst konstant belassen wird.

Außerdem wurde für die nächste Sitzung im September mehr
oder weniger direkt angedeutet, dass mit weiteren Zinssenkungen und der
Wiederaufnahme des QE-Programms gerechnet werden kann.

Zinsfantasie beflügelt

Marktrückblick

Im Mittelpunkt des Marktinteresses stand in der vergangenen Woche die
Sitzung der EZB, der Europäischen Zentralbank. Es wurde verkündet, dass
das Zinsniveau vorerst konstant belassen wird. Außerdem wurde für die
nächste Sitzung im September mehr oder weniger direkt angedeutet, dass
mit weiteren Zinssenkungen und der Wiederaufnahme des QE-Programms
gerechnet werden kann. In der Eurozone veröffentlichte derweil die
EU-Kommission den neuesten Wert des Indikators für das
Verbrauchervertrauen, welcher sich um 0,6 Punkte auf -6,6 Punkte im Juli
erhöhte. Konträr zu dieser positiven Entwicklung zeigte der
Markit-Einkaufsmanagerindex einen Rückgang um 0,7 Punkte auf 51,5 Punkte
im Juli.

Besonders in Deutschland zeigte sich eine weitere Ausprägung
der pessimistischen Geschäftserwartungen in Form des entsprechenden
Index des Ifo-Instituts: Der starke Rückgang um 1,8 Punkte auf 95,7 lag
deutlich unterhalb der Konsenserwartungen. In den USA gab es vorläufige
Zahlen zum Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal: 2,1 Prozent
(annualisiert) lautet hier die offizielle Schätzung, die damit einen
Prozentpunkt unterhalb der Wachstumsrate des Vorquartals liegt, jedoch
über der Markterwartung. Auftragseingänge zu langlebigen Gütern
verzeichneten im Juni einen Anstieg um 2,0 Prozent (1,2 ex Transport).

Der Preis für Öl der Sorte Brent
verteuerte sich gegenüber der Vorwoche um 2,46 Prozent auf 63,46 Dollar
je Barrel. Der US-Dollar wertete gegenüber dem Euro auf und verteuerte
sich um 0,86 Prozent, während der Yen weitestgehend unverändert blieb
und lediglich 0,01 Prozent gegenüber dem Euro zulegte.

In diesem Marktumfeld konnten die globalen
Aktienmärkte deutlich zulegen. Besonders positiv schnitten dabei
US-amerikanische Titel, gefolgt von europäischen und japanischen Werten,
ab. Aktien aus den Schwellenländern blieben deutlich hinter der
Entwicklung der Industriestaaten zurück und verzeichneten nur ein
marginales Plus. Auf Sektorebene entwickelten sich in den USA die
Bereich Kommunikationsdienstleistungen, Finanzen und IT am besten und
die Sektoren Versorgung, Energie und Gesundheitswesen am schlechtesten.

In Europa zeigten Unternehmen aus den Bereichen
Kommunikationsdienstleistungen, IT und Gesundheitswesen die besten
Wertentwicklungen, während sich Titel aus den Feldern Finanzen,
Rohstoffe und Verbrauchsgüter schwächer entwickelten. In den USA
schnitten Growth-Werte besser als Value-Titel ab und Small Caps konnten
Large Caps outperformen. In Europa war das Bild vergleichbar: Growth war
besser als Value und Small Cap besser als Large Caps.

Auf dem europäischen Rentenmarkt
entwickelten sich Staatsanleihen positiv.
Investment-Grade-Unternehmensanleihen zeigten eine bessere
Wertentwicklung und auch Hochzinsanleihen konnten Staatsanleihen
outperformen. Lokalwährungsanleihen aus den Schwellenländern mussten im
Umfeld eines stärkeren US-Dollars hingegen Verluste verkraften.