Angesichts der Risiken ist Flexibilität gefragt

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Der US-Leitindex S&P 500 hatte den besten Jahresstart seit 30 Jahren. Trotzdem bleiben die meisten „Auguren“ skeptisch. Dr. Manfred Schlumberger, Leiter des StarCapital-Portfoliomanagement, zeigt sich optimistischer.

Chancen sieht Schlumberger aktuell insbesondere an den
europäischen Börsen und den Märkten der Schwellenländer, denen die
Kurseinbrüche des vergangenen Jahres günstige Bewertungen beschert hätten.
Wie er in der StarInvest, dem monatlichen Marktausblick des Oberurseler
Vermögensverwalters, erklärt, sollten die Schwellenbörsen weiter vom
vorläufigen Ende der Leitzinserhöhungen in den USA, dem nachlassenden
Aufwertungsdruck auf den US-Dollar und den seit Ende letzten Jahres wieder
zunehmenden Kapitalzuflüssen profitieren.

Unterdessen befände sich Europa noch immer im Abseits der
internationalen Kapitalflüsse. Zum einen sei die Region in den Portfolios
internationaler Investoren weiterhin stark untergewichtet. Außerdem hätten
erschöpfte Risikobudgets institutionelle Investoren zum Jahresende zu
massiven Abverkäufen von Aktien gezwungen. Auch Publikumsfonds hätten hohe
Abflüsse verzeichnet und ihre Aktienquoten momentumgetrieben und aus Sorge
vor schmerzhaften Jahresperformancezahlen gesenkt. „Die Januarrallye erwischte
folglich viele Investoren auf dem falschen Fuß“, so Schlumberger. „Setzt sich
die aktuelle Kurserholung fort, geraten viele dieser unterinvestierten
Trendfolger unter massiven Kaufdruck. So könnte die Hausse weiter die Hausse
nähren.“

Die globale Konjunktur habe sich zwar abgekühlt, aber
eine Rezession in 2019 sei wenig wahrscheinlich. Während in den USA mit einem
Wachstum von etwas über 2% gerechnet werde, stemme sich China mit
Steuererleichterungen, höheren staatlichen Investitionen und einer expansiveren
Geldpolitik gegen den Wirtschaftsabschwung. In Europa sorge die Aufweichung
der Haushaltsregeln in Italien und Frankreich für fiskalpolitischen
Rückenwind. Zusätzlich werde der private Konsum durch das starke Lohnwachstum
nicht nur in Deutschland gestützt.

Nachdem die amerikanische Notenbank (FED) eine Zinspause
sowie eine Reduktion ihrer monatlichen Anleiheverkäufe in Aussicht gestellt
hat, sieht Schlumberger auch die Gefahr eines Überschießens der
FED-Zinspolitik vom Tisch. Im Euroraum werde es unter dem im Herbst
ausscheidenden EZB-Präsidenten Mario Draghi ohnehin keine Zinserhöhung geben.
Stattdessen werde die EZB in Kürze mit einem neuen Langfristtender zur
Bankenfinanzierung (TLTROs) geldpolitisch sogar wieder etwas mehr Gas geben.

Bei aller Zuversicht sieht Schlumberger aber auch zwei
große Risiken. Eines wäre eine Eskalation des US-chinesischen Handelsstreits,
durch die sich der Abschwung der chinesischen Wirtschaft verschärfen würde.
In diesem Fall wäre eine Rezession im vom Exportland Deutschland dominierten
Europa unausweichlich. Der gleiche Effekt könnte eintreten oder noch
verschärft werden, wenn die chinesische Führung nicht ausreichend aufs
Gaspedal drückt. „In diesen Fällen müsste man den Optimismus für das
Börsenjahr 2019 abschreiben“, warnt der erfahrene Investmentexperte.

Als geringeres Risiko betrachtet er dagegen
inzwischen den Brexit. Hier zeichne sich zwar noch keine Lösung ab. Der Markt
schätze das Risiko eines harten Brexit jedoch immer niedriger ein. Schlumberger
zufolge würde aber selbst ein ungeordneter Austritt Großbritanniens aus der EU
vermutlich nur kurzfristige Kurskorrekturen auslösen, da viele Investoren
inzwischen lieber „ein Ende mit Schrecken als einen Schrecken ohne Ende“
herbeisehnen.

Den ausführlichen Marktkommentar finden Sie hier.

Vorsicht bei Leveraged Loan-ETFs

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Investoren sollten bei den Aussichten für Leveraged Loan-ETFs vorsichtig sein, da sich die Finanzkonditionen zu verschärfen beginnen, erklärt Mark Benbow, Co-Manager des Kames High Yield Global Bond Fonds.

Nach der
Einschätzung von Benbow sollten die Investoren wachsam sein, da verschärfte
Finanzkonditionen die Performance schnell beeinträchtigen und die enormen
Ströme in den Sektor, die über ETFs getätigt wurden, wieder umkehren könnten.

Die Zahlen
sind eindeutig. Anfang 2000 gab es lediglich 15 ETFs oder Investmentfonds, die
der Anlageklasse Leveraged Loan zugeordnet waren. Angesichts steigender
Zinserwartungen ist diese auf fast 300 gestiegen.

„Die
Theorie geht dahin, dass steigende Zinsen im Allgemeinen die
(Festkupon-)Anleihemärkte belasten, aber fremdfinanzierte Kredite (als variabel
verzinsliche Instrumente) davon profitieren, da die Zentralbanken die Bilanzen
abwickeln und die Zinssätze erhöhen“, führt Benbow aus.

Während
die Fundamentaldaten im vergangenen Jahr positiv waren, zeigten die vielen
Investitionen in den Markt für Leveraged Loans, dass die Liquidität sehr
begrenzt ist, was wiederum zu Emissionen für alle Produkte führt, die sofortige
Rücknahmen anbieten.

„Die
meisten gehebelten Kredite sind Bestandteil von CLOs (Collateralised Loan
Obligations). Investoren von CLOs sind mit ihrem Kapital gebunden. Sie
benötigen einen Zweitkäufer ihres Anteils am CLO, um ihr Kreditengagement zu
tilgen, während ETFs und Investmentfonds einen sofortigen Zugang zu Liquidität
versprechen, obgleich viele der Kredite selten gehandelt werden“, so
Benbow.

Wie sich
dieses Szenario weiterentwickeln wird, ist noch nicht absehbar, aber Benbow warnt
vor einem Worst-Case-Szenario, denn die Aussichten für eine Kapitalrückzahlung
ausfallenden Krediten sind nach einer Verschlechterung der Kreditsituation
ungünstig.

Obgleich
Kredite typischerweise ein höheres Ranking als Anleihen haben, so Benbow weiter,
wenn Kreditnehmer zahlungsunfähig sind – was bedeutet, dass die
Rückzahlungsrate höher ist – hatten in letzter Zeit mehr als 50% der
ausgegebenen Kredite keine neuen Kreditnehmer. Historische Rückzahlungsraten
von etwa 75% könnten überschätzt sein. 

Laut einem
kürzlich von Moody’s veröffentlichten Bericht ist die Erwartung, dass die
Rückzahlungen in der zweiten Linie von 43% auf nur 14% sinken werden, da viele
Kredite zunehmend am unteren Ende der Kapitalstrukturen zu finden sind.

„Angesichts
der Stärke der Wirtschaft wurden viele dieser Fakten entweder nicht berücksichtig
oder an als beunruhigend angesehen“, meint Benbow.

„Nun, dieses Szenario könnte durchaus eingetroffen sein, da sich
die finanziellen Bedingungen in den letzten Monaten zu verschärfen begannen,
und damit auch die Abflüsse innerhalb der Assetklasse Leveraged Loan.“

New Perspective: Eine Strategie, die sich mit dem Welthandel weiterentwickelt

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Vor drei Jahren haben wir den Capital Group New Perspective Fund (LUX) aufgelegt – im Rahmen einer Initiative mit dem Ziel, einige unserer interessantesten Strategien für US-Investoren auch Anlegern in Europa und Asien zugänglich zu machen. Das Konzept war erfolgreich:

Vor drei Jahren haben wir den Capital Group New Perspective Fund (LUX) aufgelegt – im Rahmen einer Initiative mit dem Ziel,
einige unserer interessantesten
Strategien für US-Investoren auch Anlegern in Europa und Asien zugänglich zu machen. Das Konzept war erfolgreich: Seit der Auflegung im
Oktober 2015 haben Investoren aus 19 Ländern 3,6 Milliarden US-Dollar Kapital
angelegt.1 Der Luxemburger Fonds wird vom gleichen Investmentteam gemanagt wie die New Perspective Strategie in den USA. Sie hat trotz des wechselhaften Marktumfelds
über vier Jahrzehnte lang überdurchschnittliche stetige Erträge erwirtschaftet.

In diesem Interview spricht Portfoliomanager Rob Lovelace – der
maßgeblichen Anteil an der Entwicklung
 der New Perspective Strategie
in den letzten 17 Jahren hat – über das aktuelle Marktumfeld und seine möglichen Auswirkungen auf die Strategie.

Warum bieten Sie New Perspective jetzt auch in
Europa und Asien an?

Die Strategie hat ein sehr klares Ziel, das gut zu unserem
themen- statt
länderorientierten Investmentkonzept passt. Angestrebt wird langfristiger Wertzuwachs durch weltweite Aktieninvestitionen. Wir glauben,
dass
sich unser Ansatz für Investoren
in den meisten Ländern eignet.

Anders als viele andere Assetmanager teilen wir unsere Portfolios in
Segmente
auf, die verschiedene Portfoliomanager unabhängig voneinander
steuern. Dadurch wollen wir für stetigere
Erträge sorgen und die Angst vor möglichen Managerwechseln nehmen. Das soll gewährleisten, dass uns unsere Investoren langfristig treu bleiben. Weil das „Capital System“, mit dem wir unsere Portfolios managen, so einzigartig ist, legen wir großen Wert darauf, das Konzept möglichen Investoren zu erklären. Wer sich die Mühe macht,
den Ansatz zu verstehen, erkennt oft dessen Stärken.

Zurzeit ist der Welthandel ein großes Thema. Ist das das erste Mal seit Einführung der New Perspective Strategie, oder gibt es Präzedenzfälle? 

Seit der Auflegung im März 1973 investiert New Perspective in Unternehmen,
die von Veränderungen des Welthandels sowie
vom wirtschaftlichen und politischen Wandel profitieren. Dabei ist für uns entscheidend, wo ein Unternehmen geschäftlich tätig ist und nicht, wo es seinen Hauptsitz hat.

Das Ziel der Strategie ist heute so interessant
wie vor 45 Jahren. Seitdem haben unsere Portfoliomanager viele Krisen des Welthandels erlebt. Schon oft war die Lage ähnlich wie heute, auch wenn die Herausforderungen und Chancen
jedes Mal anders waren.

Führen Handelskriege dazu, dass Sie Ihren Schwerpunkt auf multinationalen Unternehmen überdenken?

Unabhängig von der Strategie können unsere Portfoliomanager und Analysten gezielter
investieren, wenn eine gewisse Vorauswahl stattfindet – etwa durch die Konzentration auf Multinationals. Noch wichtiger
als die Festlegung des Anlageuniversums
ist aber der nächste
Schritt: Jetzt geht es darum, durch den Investmentprozess
und die Einzelwertauswahl Mehrwert zu erzielen.

Betrachten wir dazu einmal
den FTSE Multinationals Index.
Seit seiner Auflegung hat er den MSCI ACWI um jährlich etwa einen Prozentpunkt hinter sich gelassen, und die New Perspective Strategie war sogar noch besser. Multinationals verzeichnen meist höhere Gesamterträge. Wirklich spannend ist aber, was unsere Portfoliomanager (und die Analysten in ihrem Researchportfolio) tun, um auch den FTSE Multinationals zu schlagen.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass Multinationals keineswegs jedes Jahr vor der Benchmark lagen. Auch jetzt dürften die Zeiten für Multinationals eher schwieriger sein.

Die New Perspective Strategie
hat Mehrertrag erzielt – unabhängig
von der 
Wertentwicklung von Multinationals insgesamt

Durchschnittliche monatliche Mehrerträge der New Perspective Strategie2 ggü. dem MSCI ACWI3 seit Auflegung des FTSE Multinationals Index4

Die New Perspective Strategie hat Mehrertrag erzielt
Die New Perspective Strategie hat Mehrertrag erzielt

Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist keine Garantie für künftige Ergebnisse. Kapitalverluste sind möglich. Ziel der Strategie ist positiver
Langfristertrag, der allerdings weder für den genannten noch für einen anderen
Zeitraum garantiert werden kann.

Wie beurteilen Sie die Handelskriege im Jahr 2018?

Die vielen parallelen Entwicklungen waren
durchaus irritierend. Erstens werden
Handelsvereinbarungen weltweit auf den Prüfstand gestellt. So glaube ich, dass die Neuverhandlung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA)
keineswegs das Ende des Freihandels ist. Vielmehr hoffe ich – trotz des schwierigen Prozesses
–, dass das United States Mexico-Canada Agreement (USMCA), das die NAFTA ersetzt, letztlich eine bessere und weitreichendere Vereinbarung sein wird.

Beim Brexit ist es ähnlich. Es handelt sich um eine Veränderung, aber Großbritannien
und die Europäische
Union arbeiten hart daran, dass
Großbritannien die gewünschten Beschränkungen
der Arbeitnehmerfreizügigkeit bekommt und sich der Schaden für die Wirtschaft
möglichst in Grenzen hält. Neuverhandlungen sind wichtig, denn am Ende könnten belastbare Handelsverträge stehen.

Daten für die Abbildung vom 31. Mai 2000 (älteste erhältliche Daten) bis zum 31. Oktober 2018, in US-Dollar. Der Capital Group New Perspective Fund (LUX) (CGNP) wurde am 30. Oktober 2015 aufgelegt. Die hier gezeigten Ergebnisse sind die des Capital Group New Perspective Composite (einer Gruppe von
Portfolios, die nach derselben Investmentstrategie gemanagt werden oder dasselbe Anlageziel haben). Damit wollen wir unsere Erfahrung und Kompetenz im langfristigen Management dieser Strategie zeigen. Unser Luxemburger Fonds gehört seit Anfang November 2015 zum Composite. Diese Angaben ergänzen oder präzisieren die nach GIPS® verpflichtenden oder empfohlenen Informationen, die wir Ihnen auf Wunsch zur Verfügung stellen, falls sie nicht bereits enthalten sind. GIPS ist eine Handelsmarke des CFA Institute.

Keine dieser Entwicklungen ist aber ein echter Handelskrieg. Vielmehr werden bestehende Vereinbarungen neu
verhandelt. Ziel ist, auch weiterhin miteinander
Handel zu treiben.

Zugleich gibt es eine Vielzahl von Problemen mit China, was sich besonders deutlich in den Erklärungen des chinesischen Präsidenten
Xi Jinping zeigt. Er
signalisierte einen Politikwechsel, von wirtschaftlicher Zusammenarbeit zu einem
direkteren Wettbewerb. Der „Plan 2025“ zeigt sehr klar, dass China in manchen Branchen, die für andere Länder sehr wichtig sind, eine dominierende Stellung anstrebt. Der Außenhandel ist dabei nur ein kleiner Teil eines umfassenden
Verhandlungspakets. Wenn sich Chinas Haltung nicht ändert, werden der

Handel mit China, aber auch generell die Beziehungen mit dem Land problematisch bleiben.

Dennoch ist der Außenhandel das zunächst wichtigste Thema, weil China viel
mehr exportiert als importiert. Die USA können Zölle einführen, und irgendwann wird China darauf
nicht mehr in gleicher Weise reagieren können. Doch letztlich möchten beide Länder weiter Handel miteinander treiben. Entscheidend wird sein,
wie China generell mit seinen Handelspartnern umgeht.

Spannungen gibt es auch zwischen den USA und Europa.
Die
Probleme haben hier weniger mit dem Außenhandel und mehr mit dem Geschäftsgebaren amerikanischer Unternehmen
in Europa zu tun. Dies gilt insbesondere – nach dem Brexit
– für Finanzunternehmen, aber auch für Internetfirmen. Die europäischen Aufsichtsbehörden wollen dabei mitreden, wie Unternehmen in Europa Geschäfte machen. Sie regen Steuern und andere Maßnahmen an, durch die Internetfirmen dort mehr Verantwortung übernehmen, wo sie tätig sind. Weil diese Unternehmen wichtige potenzielle Anlagen der New Perspective
Strategie sind, wollen wir die möglichen
Folgen aufsichtsrechtlicher Änderungen genau verstehen.

Diese Beispiele zeigen, dass Handelsvereinbarungen und andere Verträge weltweit überdacht werden. Letztlich ist der Außenhandel nur ein Teil eines
sehr viel größeren Themas. Zölle bestimmen die Schlagzeilen, auch weil die anderen Verhandlungsgegenstände oft so viel komplizierter sind. Dies ist nur das jüngste Kapitel in der 45-jährigen Geschichte von New Perspective.

Sorgt dies für Chancen oder für Risiken für New Perspective?

Bei jeder Veränderung gibt es Gewinner und Verlierer. Ich glaube, dass sich
geschicktere Unternehmen an das neue Umfeld anpassen und zu Gewinnern werden können.

Genau deshalb investieren wir in multinationale Unternehmen. Sie sind reif und schon jetzt oft in unterschiedlichen Ländern tätig. Ob ich glaube, dass
Unternehmen wie Nestlé schon jetzt über neue Außenhandelsstrategien nachdenken oder beispielsweise Inditex einen Weg finden kann, Mode auch
weiterhin just in time zu liefern? Zweifellos. Firmen wie Inditex haben sich schon in den letzten Jahren angepasst. Wenn sich das Umfeld verändert, verlagern sie ihre
Produktion.

In vielerlei Hinsicht dürften größere Multinationals stärker von solchen Veränderungen profitieren – denn sie haben schon viele Veränderungen erlebt
und können auf sie reagieren. Ich denke, dass dies für sie business as usual ist.

Insgesamt haben Wachstumsaktien Substanzwerte in
den letzten Jahren hinter
sich gelassen. Wenn man klassische Kennzahlen
zugrunde
legt, ist New Perspective zurzeit in
Wachstumswerten übergewichtet. Wie bewerten Sie das?

Die New Perspective Strategie gab es schon, bevor die heutige Unterscheidung zwischen Growth und Value aufkam.
Die Strategie hat niemals
nur auf eines dieser beiden Konzepte
gesetzt. Wir wollen die besten Unternehmen finden, um überdurchschnittliche Erträge für unsere Investoren zu erzielen. In den vielen Jahren,
die wir mit diesem Ansatz investieren, hat sich die Portfoliostruktur
bisweilen verändert.
Wir wollen uns nicht durch Stilvorgaben einschränken lassen.

Wir haben auch keine Top-down-Vorgaben; das Capital SystemSM beruht letztlich auf einem Bottom-up-Konzept
mit der Folge, dass sich die Anteile von Wachstums- und Substanzwerten im Zeitablauf verändern. Der Grund für solche Verschiebungen ist nicht, dass ein oder mehrere
Manager bewusst so entscheiden. Wir treffen keine aktiven Stilentscheidungen, um Growth oder Value überzugewichten. Die Strategie hat ein anderes Konzept.

Wir wollen vielmehr, dass die Portfoliomanager von New Perspective
die Welt aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Wir haben sieben Portfoliomanager, von denen jeder konsequent seinen eigenen Stil verfolgt, und wir beobachten alle diese Ansätze kontinuierlich. Zurzeit
gelten viele der Multinationals und Digitalunternehmen, in die wir investieren, als Wachstumswerte. Die Strategie hat sich also so verändert, dass sie aus Sicht vieler Beobachter einen Growth- Schwerpunkt hat – weil es uns gelungen ist, Chancen frühzeitig zu erkennen und dann vom Erwachsenwerden dieser wachstumsstarken Unternehmen zu profitieren.

Gerade erst wurde Andraz Razen zum Portfoliomanager der New Perspective Strategie
ernannt.
Wasbedeutet dies für das Team? 

Razan hat einen anderen Investmentansatz als die anderen Portfoliomanager der Strategie. Er hat ein sehr konzentriertes Portfolio und trifft mutige Anlageentscheidungen. Sein Portfolio hat einen sehr niedrigen Umschlag, und er glaubt, dass er jeden Stein umdrehen
muss, um die Unternehmen in seinem Portfolio wirklich zu verstehen. Auch wenn Razan eng mit unseren Analysten zusammenarbeitet, schätzt er doch den direkten Kontakt mit den Unternehmen,
in die er investiert. Er trifft sich deshalb häufig mit CEOs und CFOs. Außerdem besucht er Branchenkonferenzen, um sein Wissen zu vertiefen.

Zuvor war er Analyst für Gesundheitswerte und deren Zulieferer sowie
für Technologieunternehmen. Er setzt daher auch heute noch stark auf diese Branchen. Übrigens hat dieser „neue“ Portfoliomanger über 20 Jahre Investmenterfahrung, die meisten davon bei Capital.

Capital Group New Perspective Fund (LUX)

Rollierende 12-Monats-Erträge              (%)
                                                                                                    

Bis Oktober 2016                                          -0,4

Bis Oktober 2017                                          27,4

Bis Oktober 2018                                           -0,8

Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist keine Garantie für künftige Ergebnisse.

Nach Abzug der Gebühren und Kosten
der Z-Anteile als repräsentative Anteilklasse mit einer maximalen TER von 90 Basispunkten und einer langfristigen jährlichen
Managementgebühr
von 75 Basispunkten. Ergebnisse in US-Dollar. Quelle: Capital Group

1 Stand 16. November 2018. Quelle: Capital Group

2 Auf Basis des Capital Group New Perspective Composite, brutto, vor Abzug von Gebühren. Geometrisch berechnete relative Erträge. Quelle: Capital Group

3 MSCI ACWI (Net Dividends Reinvested) seit dem 30. September 2011; davor MSCI World (Net Div- idends Reinvested). Quelle: MSCI

4 FTSE Multinationals Index (Total Return). Der Index enthält Unternehmen, die über 30% ihres Umsatzes außerhalb ihres Heimatmarkts erzielen. Die aktuellsten verfügbaren Daten für den FTSE Multinationals Index sind die vom 31. Mai 2000. Quelle: FTSE

Alle Informationen und Meinungen per Ende November 2018, soweit nicht anderst erwähnt. Die Aussagen einer bestimmten
Person geben deren persönliche Einschätzung wieder.
Sie
entspricht möglicherweise nicht der Meinung anderer Mitarbeiter der Capital Group oder ihrer Tochtergesellschaften. Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Voll- ständigkeit und stellen keine Beratung dar. Diese Angaben dienen nur der Information. Sie sind kein Angebot,
keine Aufforder- ung und keine Empfehlung zum
Kauf oder zum Verkauf der hier erwähnten Wertpapiere.

Anleger, die sich von der Renditekurven beeinflussen lassen, versäumen Aktienkursgewinne

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Anleger sollten die Bewertungen von Assets nicht zur Prognose von Rezessionen nutzen, meint Jeroen Blokland, Portfoliomanager bei Robeco.

  • Der S&P 500-Index erreicht typischerweise sechs Monate vor dem Beginn einer Rezession einen Höchststand
  • Solche Höchststände treten noch auf, wenn andere Rezessionsindikatoren bereits auf eine Wachstumsverlangsamung hindeuten
  • Anleger, die sich von invers verlaufenden Renditekurven beeinflussen lassen, versäumen weitere Aktienkursgewinne 

Marktphänomene wie ein inverser Verlauf von Renditekurven oder Höchststände am US-Aktienmarkt treten häufig kurz vor einer Konjunkturabschwächung auf (siehe untenstehende Grafik). Die Marktdynamik bewirkt, dass Aktien unmittelbar vor einer Rezession häufig auf neue Rekordstände steigen, lange nachdem andere Indikatoren wie zum Beispiel invers verlaufende Renditekurven auf eine Abschwächung hingewiesen haben.

Das bedeutet, dass Anleger Wertzuwächse verpassen, wenn sie anhand von Indikatoren versuchen, den Zeitpunkt für einen Ausstieg aus dem Aktienmarkt zu bestimmen. Zudem ist eine Rezession in den USA derzeit ohnehin unwahrscheinlich, sagt Jeroen Blokland, Senior Portfolio Manager bei Robeco Investment Solutions. 

„Die Differenz zwischen der langfristigen und der kurzfristigen Rendite von US-Anleihen ist einer der besten – wenn nicht sogar der beste – verfügbare Rezessionsindikator“, sagt er. „Der Verlauf der Zinskurve hat alle sieben Rezessionen in den USA seit Dezember 1969 zuverlässig angekündigt. Folgende Daumenregel gilt: Nimmt die Zinskurve einen inversen Verlauf an, d. h. fallen die langfristigen Renditen unter die kurzfristigen, kommt es irgendwann innerhalb der nächsten ein, zwei Jahre zu einer Rezession.“ 

„Jedoch hat eine inverse Zinskurve den S&P 500-Index nicht davon abgehalten, weiter zu steigen (siehe untenstehende Grafik). So haben die Aktienkurse im Vorfeld der letzten sieben Rezessionen jeweils weiter zugelegt, nachdem die Zinskurve einen inversen Verlauf angenommen hatte, mit Ausnahme des Jahres 1973. Tatsächlich stieg der S&P 500-Index im Durchschnitt weitere elf Monate lang an, bevor er seinen Höchststand erreichte.“

„Demnach ist die Zinskurve zwar vielleicht der beste Rezessionsindikator, jedoch ist sie zur Prognose einer Trendwende am Aktienmarkt kaum geeignet. Man hätte auf einen beträchtlichen Ertrag verzichtet, wenn man seine Anlagestrategie an der Zinskurve ausgerichtet hätte.“

Bewertungen sind unzuverlässig

Wie sieht es mit der Orientierung an den Aktienbewertungen aus? „Einige Anleger glauben, dass die Bewertungen vor Rezessionen ein hohes Niveau erreichen und dass die Aktienkurse während einer Rezession fallen, wenn sich die Bewertungen wieder normalisieren“, sagt Blokland. „Dem liegt die Überlegung zugrunde, dass die meisten Konjunkturzyklen mit Blasen enden. Wenn beispielsweise die Geldpolitik zu lange Zeit zu locker ist, kommt es zu Überinvestitionen der Unternehmen in Erwartung eines nie endenden Wachstums oder weil das Wachstum in zunehmendem Ausmaß durch Verschuldung finanziert wird. Solche Situationen führen zu einem starken Anstieg der Bewertungen am Aktienmarkt, der irgendwann wieder korrigiert werden muss.“

„Zwar sind viele Rezessionen tatsächlich Ergebnis des Platzes einer Blase, doch geht das nicht zwangsläufig mit hohen Bewertungen am Aktienmarkt einher. Vielmehr können Rezessionen auf jedem Bewertungsniveau eintreten. So hat das Kurs/Gewinn-Verhältnis des S&P 500-Index unmittelbar vor dem Einsetzen einer Konjunkturabschwächung stark variiert. Tatsächlich waren die Kurs/Gewinn-Verhältnisse vor einer Rezession oft sogar unterhalb des langfristigen Durchschnitts.

Rezessionen können auf jedem Bewertungsniveau eintreten

Aktienmärkte auf Höchstständen

Dann gibt es das Phänomen, dass die Aktienmärkte tendenziell kurz vor Beginn einer Rezession ihren Höchststand erreichen, wie die erste Grafik zeigt. Allerdings sollten Anleger skeptisch in Bezug auf diese alte Weisheit sein, da der Höchststand gewöhnlich auftritt, lange nachdem andere Indikatoren auf eine Rezession hingedeutet haben, sagt Jeroen Blokland.

„Betrachtet man die letzten sieben Rezessionen in den USA, erreichte der S&P 500-Index im Schnitt sechs Monate vor dem offiziellen Beginn einen Höchststand“, sagt er. „Nur zweimal, 1980 und 1990, fiel der Höchststand am Aktienmarkt tatsächlich mit dem Beginn der Rezession zusammen. Allgemein tendieren die Aktienmärkte bis zu zwölf Monate vor einer Rezession solide nach oben, zeigen zwölf bis sechs Monate vor einer Rezession ein gemischtes, doch letztlich positives Bild und bewegen sich dann typischerweise innerhalb von sechs Monaten vor der Konjunkturabschwächung nach unten.“ 

„Allerdings sind einige Punkte zu berücksichtigen.“ „Erstens treten Rezessionen zum Glück nicht sehr häufig auf. Dies verringert allerdings auch die Aussagefähigkeit der Renditeentwicklung in der Vergangenheit. Zweitens werden Rezessionen häufig erst Monate oder mitunter sogar Jahre nach ihrem Auftreten als solche definiert. Zu dem Zeitpunkt, an dem der Aktienmarkt seinen Höchststand erreicht, wissen die Anleger noch nicht, wann die Rezession offiziell einsetzen wird.“ 

„Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Aktienmärkte ihren Höchststand tendenziell erst erreichen, lange nachdem anerkannte Indikatoren eine Rezession angekündigt haben. Dies wiederum erklärt, weshalb diese Indikatoren sich kaum zur Prognose der Aktienkursentwicklung eignen.

„Die Aktienmärkte erreichen ihren Höchststand tendenziell erst, lange nachdem anerkannte Indikatoren eine Rezession angekündigt haben“

Wann also kommt es zur nächsten Rezession?

„Insgesamt ist es ziemlich schwierig, den Beginn der nächsten Rezession in den USA genau vorherzusagen“, sagt Jeroen Blokland. „Dessen ungeachtet lassen die jüngsten gesamtwirtschaftlichen Daten annehmen, dass es noch eine Weile dauert, bis wieder eine Rezession eintritt. Die Lage am US-Arbeitsmarkt ist weiterhin hervorragend; dort entstehen jeden Monat zahlreiche neue Arbeitsplätze. Gleichzeitig kehren viele Leute an den Arbeitsmarkt zurück, was das Inflationsrisiko verringert. Da die Löhne schneller als die Inflation zulegen, erhöht sich dadurch die Kaufkraft der US-Verbraucher.“ 

„Hinzu kommt, dass der ISM Manufacturing Index im Januar unerwartet auf einen soliden Wert von 56,6 gestiegen ist. Dies deutet auf ein weiterhin überdurchschnittliches BIP-Wachstum hin. Parallel dazu hat die US-Notenbank offensichtlich eine Pause bei der Straffung ihrer Geldpolitik eingelegt. Dadurch verringert sich der konjunkturdämpfende Effekt und die Finanzierungsbedingungen werden begünstigt.“

„Der wichtigste externer Faktor für die US-Wirtschaft ist nach wie vor China. Dies gilt insbesondere, da der Handelskonflikt zwischen den beiden Ländern noch ungelöst ist. Allerdings spürt China ebenfalls die negativen Auswirkungen verringerter Handelsaktivität und setzt Anreize zur Stimulierung der Konjunktur. Zusammengenommen verringern diese Entwicklungen die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA im laufenden Jahr. Angesichts der begrenzten Prognosekraft der Aktienmarktentwicklung im Hinblick auf Rezessionen stehen die Chancen auf einen weiteren Kursanstieg vorerst besser als für einen Rückgang der Notierungen.“

Lesen Sie den vollständigen Monatsausblick.

Auswirkungen von El Niño auf Agrarrohstoffe

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Während des diesjährigen Winters wird es auf der nördlichen Halbkugel sehr wahrscheinlich zum Wetterereignis El Niño kommen. Das kann erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung der Agrarindustrie haben.

Das Wetterphänomen El Niño bezieht sich auf einen Klimakreislauf im Pazifischen Ozean, der globale Auswirkungen auf die Witterungsverläufe hat. Der Name, der frei übersetzt „Christkind“ bedeutet, geht auf peruanische Fischer in den 1600er Jahren zurück, die beobachteten, dass der Fischertrag häufig um die Weihnachtszeit herum zurückging, wenn die Wassertemperaturen anstiegen. Zu den Effekten von El Niño gehören bestimmte Windströmungen über dem Pazifischen Ozean, starker Regen in Südamerika und Dürren in Australien sowie Teilen von Asien, darunter Indien und Indonesien.

Nachdem die US-amerikanische Wetter- und Ozeanbehörde (NOAA) vorausgesagt hat, dass es während des diesjährigen Winters auf der nördlichen Halbkugel mit einer Wahrscheinlichkeit von 96% zum Wetterereignis El Niño kommen wird, stehen die Chancen gut, dass wir in den kommenden Monaten einige ungewöhnliche Wetterphänomene beobachten können.

Auswirkungen von El Niño auf die Preise von Agrarrohstoffen

El Niño kann erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung der Agrarindustrie haben, da der Anbau landwirtschaftlicher Erzeugnisse stark von den Witterungsverläufen abhängt. Für die Produktion des optimalen Ertrags kommt es auf das richtige Quantum an Sonnenlicht und Regen zum richtigen Zeitpunkt an. So können beispielsweise Dürren aufgrund des Wassermangels eine Ernte vernichten, während Überschwemmungen Pflanzen wegspülen oder den Ernteprozess verzögern und zu einer Vernichtung der Erzeugnisse führen können.

Wenngleich El Niño beträchtliche Auswirkungen auf die Preise von Agrarrohstoffen haben kann, hängt der spezifische Effekt auf einen bestimmten Rohstoffpreis von Umfang und Zeitpunkt von El Niño sowie Standortfaktoren ab, z. B. davon, wo die Feldfrüchte gewachsen sind und wie gut die Bauern auf extreme Witterungsverhältnisse vorbereitet sind.

Analyse der Auswirkungen auf die Preise von Agrarrohstoffen

Bei der Beurteilung der wahrscheinlichen Auswirkungen von El Niño sollte als erster Schritt der Zeitpunkt des Jahres berücksichtigt werden, in dem El Niño wahrscheinlich beginnt. In diesem Fall geht die NOAA davon aus, dass das Ereignis in diesem Jahr wahrscheinlich im Winter auf der Nordhalbkugel eintreten wird. Durchaus denkbar ist aber auch, dass es mit geringerer Intensität bis in den Sommer auf der Nordhalbkugel hinein andauert. Im nächsten Schritt ist zu beurteilen, auf welchen Teil des Anbauzyklus es sich auswirken wird. Einer Studie von Iizumi et al. zufolge hat eine witterungsbedingte Beeinträchtigung in der Anzuchtperiode des Anbauzyklus tendenziell die größte Auswirkung auf die Ernteerträge.

Auf Basis von Erkenntnissen von Iizumi et al. haben wir die potenziellen kurzfristigen Auswirkungen von einem El Niño-Phänomen auf Feldfrüchte in der Anzuchtphase beurteilt. Nachstehend fassen wir unsere wesentlichen Schlussfolgerungen zusammen:

Optimismus in Bezug auf Zucker, Kakao und Weizen

Zu den Agrarrohstoffen, die wir im Fall des Auftritts eines El Niño-Phänomens positiv beurteilen, zählen Zucker, Kakao und Weizen.

Die Zuckerproduktion konzentriert sich vor allem auf Indien und bestimmte Regionen in Brasilien. Wenn El Niño auftritt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Regenfälle in beiden Ländern unterdurchschnittlich ausfallen und es zu längeren Trockenperioden kommt. Dies könnte die Preise nach oben treiben.

Indonesien, das 10% des weltweiten Kakaoangebots produziert, könnte ebenfalls direkt von einem El Niño-Ereignis getroffen werden. Eine trockene und warme Witterung in Indonesien könnte zu weiteren Preisanstiegen bei Kakao führen.

Australien, das 4% des globalen Weizenangebots hervorbringt, ist ein weiteres Land, das bei einem Auftritt von El Niño unter trockenem Wetter leiden könnte. Dies könnte positive Auswirkungen auf die Weizenpreise haben, wenngleich ein Großteil der Weizenernte voraussichtlich bis Mitte Januar eingefahren sein dürfte. Dies sollte den Effekt eines El Niño-Ereignisses begrenzen.

Pessimismus in Bezug auf Sojabohnen, Mais und Arabica-Kaffee

Im Gegensatz dazu beurteilen wir die Auswirkungen auf Sojabohnen, Mais und Arabica-Kaffee pessimistisch.

Brasilien und Argentinien, die gemeinsam fast die Hälfte des weltweiten Bedarfs an Sojabohnen abdecken, dürften im Fall des Eintritts eines El Niño-Ereignisses von günstigen Wachstumsbedingungen profitieren. Daher könnte sich El Niño negativ auf die Preisentwicklung für Sojabohnen auswirken.

Quelle: Adaptiert von WisdomTree aus „Impacts of Southern Oscillation on the global yields of major crops“ (Auswirkungen der südlichen Oszillation auf die globalen Erträge der Hauptanbaukulturen) von Iizumi et al, Mai 2014. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Performance, und Investitionen jeglicher Art unterliegen Risiken und Unsicherheiten.

Die Auswirkungen von El Niño auf Mais sind weniger signifikant, könnten aber für die Anbaubedingungen in Südamerika und Teilen Australiens leicht positiv sein und somit einen geringfügigen Abwärtsdruck auf die Preise ausüben.

Die Produktion von Arabica-Kaffee ist stark auf Brasilien, Mexiko, Kolumbien und Mittelamerika konzentriert. Diese Länder könnten günstige Anbaubedingungen verzeichnen. Und da sich der meiste Kaffee in diesen Regionen in den nächsten Monaten in der Anzuchtphase befinden wird, könnte es bei diesem Rohstoff zu einem Angebotsanstieg mit anschließender Preissenkung kommen.

Weitere Faktoren

Wir weisen vorsorglich darauf hin, dass die vorstehende Analyse auf dem reinen Effekt eines El Niño-Ereignisses basiert und die zahlreichen weiteren Faktoren, die die Ernte von Feldfrüchten beeinträchtigen könnten, unberücksichtigt bleiben. Ferner stellen wir fest, dass die Preise von Agrarrohstoffen durch eine Reihe anderer Entwicklungen beeinflusst werden können, darunter Wechselkursbewegungen und die Handelspolitik. Allerdings dient die Analyse als grobe Richtschnur dafür, wie die Rohstoffpreise möglicherweise beeinflusst werden könnten, wenn demnächst ein El Niño-Ereignis eintreten würde.

Die Rückkehr der Tauben

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Die Notenbanken richten sich nach den Märkten, kommentiert Olivier de Berranger, Chief Investment Officer bei LFDE, die jüngsten Äußerungen der EZB und der Fed. Die Abkehr von der restriktiven Geldpolitik durch die Fed führte zu Kursgewinnen für US-Aktien und einem Nachgeben der Renditen in den USA.

Eine Zentralbank nach der anderen bläst ins gleiche Horn: Vor zwei Wochen beherrschten die Äußerungen von Mario Draghi und die vorsichtige Positionierung der Europäischen Zentralbank die Schlagzeilen. Vergangene Woche waren dann in den USA ähnliche Töne zu hören. Im Anschluss an ein Treffen mit dem Gouverneursrat der US-Notenbank Fed lud ihr Vorsitzender Jerome Powell zu einer Pressekonferenz, auf der – gelinde gesagt – die deutliche Abkehr vom restriktiven Kurs der Geldpolitik der Fed bestätigt wurde. Die Mitglieder des Gouverneursrates vertreten die Auffassung, dass der aktuelle Leitzins (Spanne von 2,25 Prozent bis 2,5 Prozent) der wirtschaftlichen Lage angemessen ist und dass die Haltung nach dem Motto „wait and see“ eine Anpassung an das wirtschaftliche Umfeld ermöglicht. Auch wenn dieser Kurs in Anbetracht der Konjunkturindikatoren bereits vor Monaten angekündigt wurde, bedeutet dies dennoch eine größere Wende. Die Fed lässt hiermit durchblicken, dass sie ihre Zinssätze 2019 unter Umständen nicht anheben wird, während sie noch vor einigen Wochen zwei Anhebungen prognostizierte.

Überdies signalisierte die Fed, dass der schrittweise Abbau ihrer Bilanz („quantitative tightening“) früher als geplant enden könnte. Manchem Beobachter zufolge könnte sie sich ein Ziel von 3.500 Milliarden US-Dollar (derzeit 4.000 Milliarden USD) setzen. Bei dem aktuellen Tempo bedeutet dies ein Jahr der Bilanzreduzierung, und nicht zwei oder drei, wie der Markt bis vor kurzem noch erwartete. Auch dies ist ein bedeutender Schritt. Die Haltung der Fed wird demnach noch mehrere Monate leicht restriktiv sein, insbesondere mit dem fortgesetzten Entzug von Liquidität. Im Jahr 2020 wird sie jedoch einen neutralen Kurs einschlagen.

Diese Positionierung war von den Anlegern seit Wochen erwartet worden. So betrachtet lässt sich sagen, dass die Fed sich nach den Märkten gerichtet hat. Seit Dezember 2015 war die Situation eher umgekehrt, da die Fed ihren Leitzins in dieser Zeit neun Mal anhob. Diese Wende ist vor allem durch die sich abzeichnende Konjunkturverlangsamung (nachlassende Wirkung der Ende 2017 umgesetzten Steuerreform), aber auch durch die Folgen des Handelskrieges für das US-amerikanische und weltweite Wachstum bedingt. Die Gefahr einer inflatorischen Überhitzung wurde überdies deutlich kleiner, insbesondere aufgrund des Rückgangs des Ölpreises und der Entkopplung der Vollbeschäftigung von der nach wie vor sehr moderaten Lohninflation. Darüber hinaus machte Powell deutlich, dass die mögliche Pause der Fed auf die Verschärfung der Kreditbedingungen zurückzuführen sei.

Die Wall Street und US-Präsident Donald Trump begrüßten die Entscheidungen. US-Aktien legten deutlich zu, während die Rendite auf zehnjährige Anleihen weiter nachgab und der Dollar verlor. Im Hinblick auf die Allokation bedeutet dies zunächst ein neuerliches Interesse an US-Zinstiteln mit einer Präferenz für Langläufer, aber auch ein im Vergleich zu anderen Währungen weniger attraktives Dollar-Exposure und zudem ein höheres Potenzial bei US-Aktien und ganz besonders bei Wachstumstiteln. Neben US-Assets dürften sämtliche Schwellenländertitel (Anleihen und Aktien) aufgrund der rückläufigen US-Renditen und des schwächeren US-Dollar die Hauptnutznießer dieser Entscheidungen sein.

Das Jahr des Schweins – ein Jahr für Gold?

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Anleger, die hoffen, dass das Jahr des Schweins Wohlstand und Erfolg mit sich bringen wird, sehen sich in den kommenden Monaten mit einer Vielzahl von Risiken konfrontiert, von denen einige mit China selbst verbunden sind. Allerdings auch mit einer Vielzahl von Chancen, so die Experten von Bakersteel.

Zu Beginn des chinesischen Neujahrs steht die chinesische Wirtschaft selbst vor einer Reihe von Herausforderungen, darunter ein nachlassendes Wirtschaftswachstum, der anhaltende Handelskrieg mit den USA und die zunehmende geopolitische Spannung mit anderen Großmächten. Eine mögliche Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft hat Auswirkungen auf die Anleger weltweit und hat daher natürlich viel Aufmerksamkeit und Besorgnis auf sich gezogen. Anlagen in sogenannten sicheren Häfen, insbesondere Gold, haben davon profitiert, da Anleger angesichts steigender Finanzmarktrisiken und geopolitischer Spannungen einen höheren Diversifizierungsgrad anstreben. So stieg die Nachfrage nach Barren und Münzen bereits im vergangenen Jahr um 4% an und die robuste Nachfrage nach Schmuck, sowie die höchste Nachfrage nach Goldbarren seitens der Zentralbanken seit über vier Jahrzehnten untermauert die These eines länger anhaltenden Nachfraganstiegs nach physischem Gold in verschiedener Form.

Quelle: Bloomberg. World Gold Council. Data at 7 February 2019.

Die Aussichten für die chinesische Wirtschaft sind jedoch positiver als viele Schlagzeilen vermuten lassen. Trotz etwas niedrigerer Wachstumsaussichten dürfte Chinas Wirtschaft weiterhin ein starker Treiber des globalen Wachstums und der Konsumnachfrage bleiben. Die politischen Entscheidungsträger Chinas stehen jedoch auch vor Herausforderungen, vor allem im Hinblick auf die hohe Verschuldung des Landes. Die langfristigen sozioökonomischen Veränderungen (z.B. eine wachsende Mittelschicht) in dem Reich der Mitte, scheinen Chinas Binnenkonsum und die Wirtschaftstätigkeit neu zu gestalten. China ist der weltweit größte Goldmarkt, und der Kauf von Goldschmuck, Barren und Münzen in China ist ein wesentlicher Treiber für den Weltgoldmarkt von heute. Die chinesische Schmucknachfrage stieg im Jahr 2018 um 3%, und der Wohlstandseffekt, der auf steigende Einkommen zurückzuführen ist, wirkt sich positiv auf den chinesischen Goldmarkt aus und lässt vermuten, dass die Goldnachfrage und der Goldbesitz weiter wachsen werden.

Darüber hinaus gewinnt die Entwicklung spezifischer Industrien in China, vor allem in den Bereichen umweltfreundliche Technologien, Automatisierung, Elektrifizierung und Erzeugung und Speicherung von Energie aus erneuerbaren Energien, immer mehr an Bedeutung und stellt bedeutende Wachstumsbereiche für die chinesische Wirtschaft und die damit zusammenhängenden Industrien dar, einschließlich des Bau- und produzierenden Gewerbe, sowie der Förderung natürlicher Ressourcen.

Für Anleger bestehen im kommenden Jahr zwei wesentliche Risikobereiche in Bezug auf China: Erstens verunsichert der anhaltende Handelskonflikt zwischen den USA und China weiterhin die wirtschaftlichen Aussichten Chinas. Da chinesische Waren im Wert von 250 Milliarden US-Dollar zollpflichtig sind und kein klares Ende des Streits in Sicht ist, dürfte der Handelskrieg für einige Zeit ein Kernrisiko für Investoren bleiben, was sich auf die Aktienmarktrenditen auswirkt und die Volatilität erhöht.

Zweitens ist die zunehmende politische Spannung ein Risiko für China und für die globale Wirtschaft. Der jüngste diplomatische Zusammenstoß zwischen China, den USA und Kanada wegen der Inhaftierung des Huawei Finanzvorstands unter dem Vorwurf, US-Sanktionen zu verletzen, zeigt, wie sich Spannungen zu Konfrontation und Vergeltungsmaßnahmen entwickeln können, was besorgniserregende Auswirkungen auf den Handel und wirtschaftliche Aktivitäten im Allgemeinen hat. Derartige Vorfälle können mit zunehmendem Wettbewerb zwischen China, den USA und anderen großen Volkswirtschaften, sowie zunehmender Besorgnis der Regierungen und Verbraucher hinsichtlich der Technologiesicherheit immer häufiger werden. Anleger sollten nicht erwarten, dass die mit der zunehmenden politischen und wirtschaftlichen Konfrontation verbundenen Risiken nachlassen.

Wir sind der Ansicht, dass die Nachfrage nach Gold während des chinesischen Jahrs des Schweins gedeihen wird, getrieben einerseits durch, zwar langsamer, aber immer noch steigenden Einkommen einer wachsenden Mittelschicht, durch Diversifizierung, der Flucht in „sichere Häfen“ und einer Verbesserung der Stimmung gegenüber Gold, da die Erholung des Sektors an Fahrt gewinnt. Der Goldsektor wird weltweit weiterhin von einem unterstützenden makroökonomischen Hintergrund mit niedrigen Realzinsen, hoher Verschuldung und steigenden Risiken an den Finanzmärkten unterstützt. Auch Anleger außerhalb Chinas, die im Jahr des Schweins nach Wohlstand streben, sollten sich auf die Diversifizierung ihres Portfolios konzentrieren, einschließlich der Berücksichtigung von Allokationen in sicheren Häfen wie Gold- und Goldaktien.

对于我们所有的投资者和朋友,我们祝愿幸福和繁荣的猪年! Allen unseren Investoren und Freunden wünschen wir ein glückliches und erfolgreiches Jahr des Schweins!

Schroders: Diese Aktienmärkte sehen „günstig“ aus

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Die Turbulenzen an den Aktienmärkten haben viele Anleger aufgeschreckt. Ein guter Zeitpunkt für Duncan Lamont, einen Blick auf die Marktbewertungen im noch jungen Jahr zu werfen.

2018 war ein stürmisches Jahr für die Aktienmärkte, wobei die
Entwicklung insbesondere gegen Ende des Jahres verheerend ausfiel. Die
Anleger hatten sich in den vergangenen Jahren an die unnatürliche Ruhe
gewöhnt – und plötzlich meldete sich die Volatilität eindrucksvoll
zurück.

Doch je weiter wir 2018 hinter uns lassen, desto mehr Licht sehen wir
am Ende des Tunnels. Selbst vor dem Abschwung im vierten Quartal waren
die Marktbewertungen bereits günstiger geworden.

Ursächlich war eine Verbesserung der Fundamentaldaten. Für den
US-amerikanischen Markt liegt das Gewinnwachstum bei sage und schreibe
24 %, wenngleich dies teilweise auf die Steuersenkungen der
Trump-Regierung zurückzuführen ist.

Auch für Großbritannien und die Schwellenländer wird ein jeweils
zweistelliges Gewinnwachstum erwartet, während Europa im mittleren
einstelligen Bereich liegt.

Das Schlusslicht bildet Japan mit einem Gewinnwachstum von 3 %.
Allerdings hatte das Land 2018 mit erheblichen witterungsbedingten
Schwierigkeiten zu kämpfen.

Selbst wenn die Aktienkurse zum Jahresende dasselbe Niveau wie Anfang
2018 gehabt hätten, wäre die Position der Anleger aus fundamentaler
Sicht heute stärker. Einfach ausgedrückt: Für jeden investierten
US-Dollar würden Sie heute von höheren Gewinnen profitieren.

Aufgrund der jüngsten Ereignisse blieben die Aktienkurse 2018 jedoch
nicht unverändert, sondern gaben deutlich nach. Dabei sind heute die
Gewinne höher. Diese Kombination führte dazu, dass häufig verwendete,
gewinnbasierte Bewertungskennzahlen für Aktien beinahe ihre niedrigsten
Niveaus seit vielen Jahren erreicht haben.

Gemessen an den Gewinnprognosen für die kommenden zwölf Monate, sind
Aktien aus den USA, Großbritannien, Europa und den Schwellenländern so
niedrig bewertet wie zuletzt vor vier bis sechs Jahren. Ähnlich sieht es
aus, wenn man die Kurse mit den Gewinnen der vergangenen zwölf Monate
vergleicht. Japanische Aktien sind nach beiden Berechnungsmethoden so
günstig wie seit der Finanzkrise nicht mehr.

Auch andere Bewertungskennzahlen sind gesunken – zyklisch angepasste
Kurs-Gewinn- und Kurs-Buchwert-Verhältnisse (KGV bzw. KBV) gaben nach,
während Dividendenrenditen gestiegen sind. In Großbritannien beträgt die
Dividendenrendite heute sogar mehr als 5 %. Mit Ausnahme der
Finanzkrise ist dies der höchste Stand seit über 25 Jahren.

Aufgrund dieser Entwicklungen sind die Aktienmärkte heute in
bewertungstechnischer Hinsicht wesentlich attraktiver als zuvor. Zum
Jahresbeginn 2018 standen die Signale bei den Bewertungen weitgehend auf
Rot (= teuer), während heute Grün (= günstig) die vorherrschende Farbe
ist. Mit Ausnahme der USA sind alle Märkte derzeit im Hinblick auf die
meisten Bewertungskennzahlen regelrecht günstig. Und selbst die USA sind
weniger teuer als zuvor. (Alle Bewertungskennzahlen werden unten kurz
erläutert).

Zwar haben die Märkte zweifellos mit kurzfristigen Herausforderungen –
etwa geopolitischen Schwierigkeiten, einer strafferen Geldpolitik und
nachlassendem Weltwirtschaftswachstum – zu kämpfen, doch wer bei
günstigen Bewertungen Investments tätigt, verfolgt eine solide
langfristige Strategie. Bewertungen sind der wichtigste
Bestimmungsfaktor im Hinblick auf langfristige Renditen. Anleger sollten
jedoch immer im Hinterkopf behalten, dass sie bei kurzfristigen
Marktbewegungen relativ wertlos sind.

Fünf Bewertungskennzahlen für die globalen Aktienmärkte
Fünf Bewertungskennzahlen für die globalen Aktienmärkte

Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis für die
Wertentwicklung in der Zukunft und lässt sich möglicherweise nicht
wiederholen. 

Aktienmärkte: Das Für und Wider spezifischer Bewertungskennzahlen

Bei der Beurteilung von Aktienbewertungen können Anleger sich vieler
verschiedener Kennzahlen bedienen. Jede davon erzählt eine andere
Geschichte. Da sie alle ihre Vor- und Nachteile haben, ist ein
umfassender Ansatz, der die oftmals widersprüchlichen Botschaften
berücksichtigt, besonders erfolgversprechend.

Geschätztes KGV

Eine häufig verwendete Kennzahl ist das geschätzte
Kurs-Gewinn-Verhältnis bzw. KGV. Hierbei dividieren wir den Wert oder
Kurs des Aktienmarktes durch den Gewinn je Aktie von allen Unternehmen
für die nächsten zwölf Monate. Ein niedriges KGV steht für ein höheres
Wertpotenzial.

Ein offensichtlicher Nachteil dieses Indikators ist, dass er auf
Prognosen beruht – niemand weiß, welchen Gewinn Unternehmen künftig
erzielen werden. Analysten nehmen Gewinnschätzungen vor, irren sich
allerdings häufig. Wenn sie die Gewinne deutlich überschätzen, sehen die
Aktien günstiger aus, als sie tatsächlich sind.

Historisches KGV

Hierbei handelt es sich um eine Kennzahl, die möglicherweise noch
häufiger verwendet wird. Sie funktioniert ähnlich wie das geschätzte
KGV, bezieht sich jedoch auf die Gewinne der vergangenen zwölf Monate.
Im Gegensatz zum geschätzten KGV werden also keine Prognosen
vorgenommen. Dennoch kann auch die Entwicklung der vergangenen zwölf
Monate irreführend sein.

Shiller-KGV

Das zyklisch angepasste KGV ist ein weiterer Schlüsselindikator, den
die Marktbeobachter aufmerksam verfolgen – insbesondere in den
vergangenen Jahren. Er ist gemeinhin als CAPE oder eben Shiller-KGV
bekannt – benannt nach Professor Robert Shiller, der diese Kennzahl
entwickelte.

Sie versucht, die Abhängigkeit des historischen KGV von den
vergangenen zwölf Monaten aufzuheben, indem sie den Kurs stattdessen mit
den durchschnittlichen und zugleich inflationsbereinigten Gewinnen der
vergangenen zehn Jahre vergleicht. Dadurch werden kurzfristige
Schwankungen bei den Gewinnen ausgeglichen.

Ist das Shiller-KGV hoch, fallen die nachfolgenden langfristigen
Renditen in der Regel schwach aus. Einer der Nachteile ist, dass es
Wendepunkte nicht korrekt wiedergeben kann. Das Shiller-KGV der USA fiel
über viele Jahre hoch aus, was einem Bewertungsanstieg jedoch keinen
Abbruch getan hat. 

Kurs-Buchwert-Verhältnis

Das KBV vergleicht den Kurs mit dem Buch- oder Substanzwert des
Unternehmens. Ein hoher Wert bedeutet, dass eine Unternehmensbewertung
im Verhältnis zum Buchwert der Aktiva des Unternehmens überteuert
ist. Eine Ursache hierfür könnte sein, dass künftig ein höheres Wachstum
erwartet wird.

Ein niedriger Wert bedeutet, dass der Markt die Anlage nur leicht
über dem Buchwert (oder gar darunter, wenn die Zahl unter 1 liegt)
bewertet. Diese Verbindung zum Substanzwert ist einer der Gründe,
weshalb dieser Ansatz bei Anlegern so beliebt ist, die sich vor allem
auf die Bewertung konzentrieren (auch bekannt als Substanzanleger bzw.
Value-Investoren).

Für Technologieunternehmen oder auch Unternehmen im
Dienstleistungssektor, die kaum über materielle Vermögenswerte verfügen,
ist es jedoch größtenteils irrelevant. Außerdem können unterschiedliche
Rechnungslegungsstandards weltweit erhebliche Unterschiede zur Folge
haben. 

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite, also der in Prozent vom Kurs ausgedrückte
Betrag, der an die Anleger ausgeschüttet wird, hat sich als nützliches
Werkzeug erwiesen, um künftige Renditen zu schätzen. Eine niedrige
Dividendenrendite wird mit schwächeren zukünftigen Erträgen in
Verbindung gebracht.

Während die Kennzahl nach wie vor relativ nützlich ist, war sie in den vergangenen Jahrzehnten irreführend.

Ein Grund ist der, dass Aktienrückkäufe ein immer beliebteres Mittel
geworden sind, um Mittel an die Aktionäre zurückfließen zu lassen, statt
Dividenden auszuschütten (Aktienrückkäufe treiben den Aktienkurs in die
Höhe).

Dieser Trend wird vor allem in den USA, aber auch andernorts
praktiziert. Darüber hinaus wird dabei die hohe Anzahl an Unternehmen
mit hohem Wachstum berücksichtigt, die entweder keine oder nur eine
niedrige Dividende auszahlen, statt überschüssige Liquidität in das
künftige Wachstum des Unternehmens zu reinvestieren.

Einige allgemeine Regeln

Anleger sollten nicht einfach die Bewertungskennzahl einer Region mit
der einer anderen Region vergleichen. Aufgrund unterschiedlicher
Rechnungslegungsstandards und Gegebenheiten der Aktienmärkte werden
Wertpapiere an einigen Märkten zu höheren Bewertungen gehandelt als an
anderen.

Zum Beispiel sind Technologieaktien teurer als manch andere Sektoren,
da sie mit relativ hohen Wachstumsaussichten verbunden sind. Ein Markt
mit hoher Technologiesektorprägung wie die USA wird daher zu höheren
Bewertungen gehandelt als etwa Europa. Bei der marktübergreifenden
Beurteilung von Wertpotenzial zur Überwindung dieser Hürde muss
Wettbewerbsgleichheit sichergestellt werden.

Hierfür sollte beispielsweise geprüft werden, ob der Markt teurer oder günstiger ist als in der Vergangenheit.

Für die oben genannten Bewertungskennzahlen finden Sie unsere
Ergebnisse in der Tabelle oben. Diese Informationen sollten jedoch nicht
als verlässlich erachtet oder als Empfehlung zum Kauf und/oder Verkauf
verstanden werden. Anleger, die bei ihren Anlagen unsicher sind, sollten
einen Finanzberater aufsuchen.

Schlussendlich sollten Anleger nie außer Acht lassen, dass weder die
Wertentwicklung in der Vergangenheit noch historische Markttendenzen
verlässliche Indikatoren für die Zukunft sind. Wie bei jeder Anlage
besteht für ihr Kapital ein Risiko.

Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen
stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien
oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten
oder aufgeführten Ansichten dar. Der Beitrag wurde am 05.02.19 auch auf schroders.com veröffentlicht.

S&L-Anleger bleiben bullish für Gold

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Vor dem Hintergrund der zyklischen Marktvolatilität suchen Anleger nach einem Engagement in Gold. Anleger in S & L-Gold-ETPs haben ihre Aufwärtsbewegung seit Mitte 2017 gesteigert. 2019 verzeichnet ein Rekordniveau der Aufwärtsbewegung bei Gold, so Aneeka Gupta, Associate Director Research bei Wisdom Tree.

  • S&L-Anleger bleiben bullish für Gold und brechen damit neue Rekorde im Jahr 2019.

  • S&L-Aktieninvestoren nutzen die Rallye vom Januar für Gewinnmitnahmen und fahren ihr Exposure für die Zukunft herunter.

  • Investoren
    in S&L Fixed-Income-ETPs bauen weiterhin Short-Positionen in den
    USA ab. Diese fallen auf ein 10-Jahres-Tief, deutsche Bundesanleihen und
    italienische BTPs geben auf 2-Jahres-Tiefststände nach. 

Hier finden Sie ein PDF mit dem vollständigen Bericht.

Der Rückzieher der Fed eröffnet Chancen

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Der „U-Turn“ der US-Notenbank hat die Spreads von Anleihen aus den Bereichen Corporate, High Yield und Emerging Markets wieder eingeengt. Die Fed spricht nun von zukünftigen "Anpassungen" der Leitzinsen, was Kürzungen natürlich nicht ausschließt.

Axel Botte, Head of Equity and Fixed Income Strategy beim französischen Investmenthaus Ostrum Asset Management hält in diesem Umfeld an einer neutralen Haltung zu US-Treasuries fest.

Botte: „Dank der Deckelung durch die jüngste Fed-werden die Renditen für einige Zeit unter dem fairen Wert bleiben, den wir aktuell auf 3,04% schätzen. Die Zinsstrukturkurve hat Raum für weitere Steigerungen (+3bp letzte Woche bei 2y/10y). Ebenso sollte die Kurve im Zeitraum 10y/30y weiter steiler werden. Diese Strategie ist gut positioniert, um von den Zinssenkungs¬erwartungen zu profitieren (durch höhere Inflationserwartungen). Auch inflationsgebundene Anleihen sind auf dem aktuellen Break-even-Niveau attraktiv. Der leichte Rückgang des US-Dollars und der starke Ölpreisanstieg haben bereits zu einem Anstieg der Inflationsbreakevens geführt. Auch im Euroraum reagierten die Bundesanleihen auf den Umschwung in den USA, da sie die eigene akkomodierende Haltung der EZB nur verstärkten. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen liegt bei 0,20%. Die Abflachung bleibt umso mehr der Trend, als sich die wirtschaftlichen Rahmen¬bedingungen in mehreren Ländern des Euroraums verschlechtern.“

Den kompletten Wochenbericht und die dazugehörigen Daten finden Sie im beiliegenden englischen Original des „Strategy Weekly“ aus dem zu Natixis Investment Managers gehörenden Hause Ostrum.