Degroof Petercam AM: Geldpolitik in den Schwellenländern vor dem Wandel

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Mit dem Ziel, das Wachstum anzukurbeln, haben viele Zentralbanken der Emerging Markets, wie zuletzt zum Beispiel in Russland, Serbien, Südafrika, Südkorea und der Türkei, die Gelegenheit für Leitzinssenkungen genutzt. Diese Entwicklung könnte nun zu einem Ende kommen.

Ein Kommentar von Michael Vander Elst, Co-Manager des DPAM L Bonds Emerging Markets Sustainable, zur Anlageklasse Emerging Markets Debt.

Das verlangsamte globale Wachstum, die weiterhin
unkonventionelle Geldpolitik in den Industrieländern sowie ein Umfeld geringer
Volatilität der Wechselkurse haben die Renditen von Staatsanleihen der
Schwellenländer seit dem letzten Quartal 2018 überwiegend ansteigen lassen.

Mit dem Ziel, das Wachstum anzukurbeln, haben viele
Zentralbanken der Emerging Markets, wie zuletzt zum Beispiel in Russland,
Serbien, Südafrika, Südkorea und der Türkei, die Gelegenheit für
Leitzinssenkungen genutzt. Diese Entwicklung könnte nun zu einem Ende kommen.

Der Hauptgrund hierfür ist sicherlich die jüngste Ankündigung
der USA, Zölle auf chinesische Waren im Wert von weiteren 300 Milliarden Dollar
zu erheben sowie die dementsprechende Reaktion des Renminbi, der das wichtige
Wechselkursniveau von 7,00 gegenüber dem Dollar durchbrach. Dies hat zu einem
Ausverkauf der meisten Schwellenländerwährungen geführt.

In einem sich abschwächenden Währungsumfeld wird es für die
Zentralbanken der Emerging Markets immer schwieriger, das Wachstum durch
Zinssenkungen anzukurbeln, insbesondere in Ländern, in denen sich die
Devisenabwertung auf die Inflation durchschlägt. Das Fenster einer lockeren
Geldpolitik könnte sich in den Schwellenländern also bald schließen.

Die globale Suche nach Rendite ist stark unterstützend für
die Anlageklasse Emerging Markets Debt, bedenkt man, dass weltweit Schuldtitel
in Höhe von fast 13 Billionen Dollar bereits unter null Prozent rentieren.
Gleichzeitig bleiben die Realzinsen der Schwellenländer auf Basis aktueller
Bewertungen auf einem attraktiven Niveau. 

Vor dem Hintergrund der global weiter sinkenden Zinsen
bleiben wir für Anleihen der Schwellenländer nach wie vor positiv eingestellt,
sind jedoch zunehmend vorsichtig im Hinblick auf deren Währungen. Aktive
Titelauswahl bleibt ein zentraler Erfolgsfaktor im aktuellen Umfeld, das geprägt
ist von hohen Bewertungen in einigen Ländern wie Costa Rica, unsicheren
Schuldenentwicklungen, wie in Argentinien und Brasilien, schwachen
Fundamentaldaten und politischen Unwägbarkeiten (Türkei) sowie möglichen
Ratingherabstufungen, zum Beispiel in Südafrika und Mexiko.