„Die US-Märkte sind weiter auf Expansionskurs“

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AssetManager: Neun Jahre Aktienrally im
S&P 500-Index. Was sagen Ihre Experten – lohnt es sich jetzt noch zu
investieren?

Dilg: Für US-Aktien ist es eigentlich nie zu spät. Die Fundamentaldaten sind
nach wie vor robust, die Markttechnik stützt ebenfalls. Wenn man die
Wachstumsprognosen zugrunde legt sind auch die Bewertungen durchaus
gerechtfertigt. Hinzu kommt, dass US-Aktien ein attraktives
Risiko-Ertrags-Profil aufweisen. Das Beta gegenüber den globalen Märkten liegt
unter 1.

AssetManager: Wird das Wirtschaftswachstum
denn anhalten?

Dilg: Sicherlich muss man eingestehen, dass die Frühindikatoren
im Mai ihren Höhepunkt erreicht haben. Seitdem fallen Auslastung,
Arbeitsmarktdaten und Verbrauchervertrauen, allerdings von hohen Niveaus.
Gewinnrevisionen, Renditespreads und das globale Industrievertrauen
stabilisieren sich jedoch. Die US-Wirtschaft ist 2017 um 2,3 % gewachsen, der
Konsens für 2018 erwartet knapp 3 %. Im 2. Quartal waren es sogar 4 %. Der
wichtige ISM-Index, der u.a. die Industrieproduktion in den USA misst, zeigt
weiterhin einen Expansionskurs an.

 

AssetManager: Ist die Bewertung des
Marktes nicht schon zu hoch?

Dilg: In den USA haben die Fundamentaldaten den
Kursanstieg voll gedeckt, vor allem dank des Technologiesektors. Die
Outperformance der USA gegenüber dem Rest der Welt ist also durch die
Unternehmensdaten gerechtfertigt. Die Bewertungen sind dadurch sogar niedriger
als noch zu Jahresbeginn. Selbst viele Wachstumstitel weisen vernünftige
Bewertungen auf, nicht zuletzt im Vergleich mit sogenannten defensiven
Sektoren. Das-US-Wachstum wird wohl weiterhin das höchste unter den
Industrieländern sein, dennoch bewegen sich die KGVs nahe am
20-Jahres-Durchschnitt.

 

AssetManager: Wie schätzen die
AllianceBernstein-Experten die technische Seite aktuell ein?

Dilg: Die technische Unterstützung kommt vor
Allem von zwei Seiten: Erstens die Aktienrückkäufe. Seit Beginn der globalen
Finanzkrise sind Buybacks im Umfang von 4,5 Billionen US-Dollar getätigt
worden, das entspricht 20 % der gesamten Marktkapitalisierung oder anders
ausgedrückt den drei QE-Programmen der Fed zusammengenommen. Der zweite Faktor
ist die US-Untergewichtung der ausländischen Investoren. Diese besteht seit
einiger Zeit und birgt daher ein erhebliches Aufholpotenzial in sich.

 

AssetManager: Keine Sorgen vor dem 10. Jahr
Aktienrally in Folge?

Dilg: Nein, denn das prognostizierte
Gewinnwachstum in den USA für 2018 liegt bei 23 % im Jahresvergleich, bei einem
Umsatzwachstum von 8 %. Für 2019 wird auch noch ein Gewinnwachstum von 10 %
erwartet, dass nennen wir ein attraktives „Soft Landing“-Szenario.

 

Die US-Gesellschaft AllianceBernstein
hat rund 85 eigene Researchexperten. Der AB
Ameri­can Growth Portfolio A
(ISIN 
LU0232524495) hat ein Fondsvolumen von über 3 Mrd. EUR
und ist eines der Flaggschiff-Produkte des Hauses.