Einnahmen der Fondsgesellschaften sinken weiter

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In den nächsten fünf Jahren könnten die Einnahmen der Fondsgesellschaften um rund ein Drittel sinken, prognostizieren die Experten.

Die Gebühren bei Investmentfonds fielen im vergangenen Jahr auf ein neues Rekordtief. Die durchschnittliche Expense-Ratio verringerte sich bei US-Aktienfonds von 59 auf 55 Basispunkte und liegt nun bei knapp der Hälfte des Stands von 2003. Das geht aus Zahlen des Investment Company Institute hervor.

Total Expense Ratio US-Aktienfonds
Total Expense Ratio US-Aktienfonds

Quelle: Investment Company Institute

Der
Preisrückgang bei den aktiv gemanagten Fonds geht Hand in Hand mit der
Entwicklung bei den passiven Fonds, wo Anbieter wie BlackRock und
JPMorgan die Gebühren auf ein Minimum gedrückt haben, um Marktanteile zu
gewinnen – was dafür sorgte, dass viele Anleger im vergangenen Jahr von aktiven in passive
Produkte gewechselt haben. Bis Ende Dezember konnten BlackRock und
Vanguard zusammen mehr als die Hälfte des gesamten US-Neugeschäfts an sich
ziehen.

Einige Analysten nennen den Wettkampf um die
niedrigsten Gebühren bereits “Feemageddon”. In einem aktuellen Report
warnt die Investmentbank Morgan Stanley, die Einnahmen der Fondsanbieter
im aktiven Bereich könnten in den nächsten fünf Jahren um 36 Prozent
zurückgehen. In den USA, wo die Entwicklung bereits weiter
vorangeschritten ist, rechnet Morningstar damit, dass das Volumen der
passiven Fonds das der aktiv gemanagten bereits 2021 überholt haben wird. Noch verwalten passive Fonds Assets im Wert von rund 5,7 Billionen
US$ während in aktiv gemanagten Vehikeln rund 7,0 Billionen US$
geparkt sind, berichtet EPFR Global data.

Auch in Europa wächst der Anteil der passiven Investments, wenn auch weniger schnell als in den USA. Hier rechnet Moody’s damit, dass ETFs und ETPs bis 2015 einen Marktanteil von 25 Prozent erreichen werden.