Enttäuschende Daten sorgen für schlechte Stimmung

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Die EZB präsentierte im Rahmen ihrer Notenbanksitzung die aktualisierten wirtschaftlichen Projektionen für die Eurozone. Dabei kam es teilweise zu signifikanten Korrekturen

Marktrückblick

In der vergangenen Handelswoche präsentierte die
EZB im Rahmen ihrer Notenbanksitzung die aktualisierten wirtschaftlichen Projektionen
für die Eurozone. Dabei kam es teilweise zu signifikanten Korrekturen. Für 2019
wurden die Wachstumsprognose von 1,7 Prozent auf 1,1 Prozent und die Inflation
von 1,6 Prozent auf 1,2 Prozent zurückgenommen. Auch für 2020 und 2021 fielen
die Werte geringer aus als zuvor. Damit würde das Inflationsziel für die
nächsten Jahre weiterhin verfehlt. Daher kündigte die EZB neue geldpolitisch
expansive Maßnahmen an. Zum einen wurde die Forward Guidance dahingehend
angepasst, dass der Leitzins nicht nur über den Sommer hinaus, sondern bis Ende
2019 auf dem aktuellen Niveau verbleiben soll. Zum anderen wurden neue
Langfristtender (TLTRO) angekündigt. Von September 2019 bis März 2021 sollen
sieben TLTROs mit einer Laufzeit von jeweils zwei Jahren versteigert werden.
Unter dem Strich zeigte sich die EZB damit deutlich expansiver in ihrer
Politik, als von Marktteilnehmern erwartet.

In den USA enttäuschten vergangenen Freitag die
Zahlen des US-Arbeitsmarktes. Im Februar wurden lediglich 20.000 neue Stellen
geschaffen. Dies war deutlich weniger als erwartet (185.000). Aufgrund der
hohen Zuwachsraten in den Vormonaten kann ein Teil der Schwäche jedoch als
technische Gegenbewegung betrachtet werden. Die Arbeitslosenquote sank sogar
von 4,0 auf 3,8 Prozent. Weiterhin positiv entwickelten sich indes die
durchschnittlichen Stundenlöhne. Diese erreichten eine Jahresrate von 3,4
Prozent und damit den höchsten Wert in zehn Jahren. Aufgrund der guten
Arbeitsmarktsituation dürfte sich dieser Trend in den nächsten Monaten sogar
fortsetzen. Aus dem Reich der Mitte gab es neue Daten zum Außenhandel. Diese
fielen insgesamt sehr schwach aus. Demnach brachen die chinesischen Exporte im
Vergleich zum Vorjahr um 20,7 Prozent ein. Auch die Importe gingen um 5,2
Prozent zurück. Man kann mit hoher Sicherheit festhalten, dass die globale
Wachstumsabschwächung und der Handelskonflikt ihre Spuren in der chinesischen
Wirtschaft hinterlassen.

Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent stieg
im Vergleich zur Vorwoche auf 65,74 US-Dollar je Barrel. Die US-Währung legte
gegenüber dem Euro zu und steht nun bei etwa 1,12 EUR/USD. Auch der Yen wertete
gegenüber dem Euro auf.

In der vergangenen Handelswoche lagen die
globalen Aktienmärkte im Minus. Aus Sicht des Euro-Investors verlor der
japanische Markt dabei am wenigsten. Dahinter folgten europäische und
US-amerikanische Titel. Schwellenländeraktien verloren etwas weniger als Titel
aus den entwickelten Regionen. Innerhalb Europas zeigte sich die Eurozone
relativ schwächer. Auf Sektorebene ergab sich folgendes Bild: In Europa
entwickelten sich die Sektoren Basiskonsum, Versorger und
Kommunikationsdienstleistungen überdurchschnittlich. Relative Schwäche zeigten
hingegen die Bereiche zyklischer Konsum, Finanzen und Grundstoffe. In den USA
erzielten Versorger, Kommunikationsdienstleister und Grundstoffunternehmen eine
Outperformance, während die Sektoren Gesundheit, Energie und Industrie
zurückblieben. In den USA und Europa hielten Large Caps dem schwachen Markt
besser Stand als Nebenwerte. Hinsichtlich der Investmentstile „Value“ und
„Growth“ lag in den USA Value vorne, während sich in Europa Growth besser
entwickelte.

In
Rentenbereich erzielten Euro-Staatsanleihen ein klares Plus. Dahinter lagen
Unternehmensanleihen mit IG-Rating und Staatsanleihen mit kurzer Duration.
Hochzinsanleihen verloren hingegen.

Details zur Marktentwicklung finden Sie hier.