Fällt die Jahresendrallye aus?

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Die Aktienmarktentwicklung in diesem Jahr ließ bislang kaum Wünsche offen. Berater fragen sich, ob die positive Entwicklung anhält oder, wie im vergangenen Jahr, ein heftiger Rücksetzer folgen könnte. Die Entscheidung dürfte in den kommenden Tagen fallen.

Die
stille Vorweihnachtszeit für Investoren macht Pause. In den nächsten Tagen
stehen Termine an, die die Richtung der Märkte für den Rest des Jahres vorgeben
dürften. Gab es am Freitag noch Rückenwind für die Märkte durch gute
US-Arbeitsmarktdaten, drücken aktuell aus China gemeldete schwache Exportzahlen
aufs Gemüt. Im Fokus der Fondsmanager stehen in der laufenden Woche nicht nur die
EZB, deren geldpolitische Sitzung zum ersten Mal von der neuen Präsidentin
Christine Lagarde geleitet wird, und die Federal Reserve, sondern auch die Wahl
in Großbritannien am 12. Dezember. Das Ergebnis dürfte die Brexit-Diskussion weiter
befeuern. Bereits wenige Tage später, am 15. Dezember, entscheidet Trump über Strafzölle
auf chinesische Waren.

Drohende Eskalation

Eckhard Schulte, Vorstandsvorsitzender der Main Sky Asset Management AG, sieht
das größte Risiko für die Märkte in der Verhängung neuer Strafzölle und der
damit verbundenen Eskalation des Handelskonfliktes. Schulte verweist auf
Meldungen aus Washington, die bereits im Oktober einen baldigen Fortschritt mit
dem Abschluss eines Teilabkommens auf einem Gipfel in Chile angekündigt hatten:
„Heute nun, zwei Monate später wissen wir, dass erstens der Gipfel in Chile
nicht stattfand und dass es zweitens wohl mindestens noch bis ins neue Jahr
dauern wird, bis ein Teilabkommen zu den zukünftigen Handelsbeziehungen
zwischen den USA und China ausverhandelt sein dürfte.“ Aus seiner Sicht hätten
sich beide Parteien noch nicht so angenähert, wie sie es die Finanzmärkte mit
zahlreichen Wasserstandsmeldungen glauben lassen wollten. Vor dem Hintergrund
eines schon fulminanten Börsenjahres hält Schulte die Chancen, dass es zu einer
Jahresendrallye kommt, für eher gering: „Was aber nicht heißt, dass wir mittel-
bis langfristig kein Potenzial mehr für die Aktienmärkte sehen. Im Gegenteil.“

Einigung fällt aus

Eine höhere Volatilität an den Aktienmärkten hält Mark Dowding, CIO bei BlueBay
Asset Management, für möglich: „Aufgrund der sich immer noch hinziehenden
Gespräche im Handelsstreit zwischen den USA und China ist es durchaus
wahrscheinlich, dass wir noch einmal eine Phase sehen werden, in denen Anleger
Risiken an den Kapitalmärkten meiden. Aufgrund des saisonal bedingt geringen
Handelsvolumens könnten die Märkte auch wegen eher nebensächlichen Nachrichten
stark schwanken.“ Unsicherheiten sieht Dowding auch durch die anstehenden
Wahlen in Großbritannien. Er hält einen Wahlsieg der Tories für wahrscheinlich,
allerdings sei das Ergebnis nicht so sicher, wie viele glauben. Ein weiterer
Unsicherheitsfaktor für die Märkte ist laut Dowding im Wechsel an der
SPD-Spitze in Deutschland entstanden. Dadurch würde aus Sicht der
BlueBay-Experten eine Neuwahl im kommenden Jahr in Deutschland
wahrscheinlicher.

Window Dressing

Wallrich Asset Management blickt zufrieden auf den bisherigen Verlauf des
vierten Quartals an den Aktienmärkten. Die Experten verweisen mit Blick auf
Deutschland darauf, dass sich das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im
dritten Quartal entgegen der Erwartungen etlicher Ökonomen mit 0,1 Prozent
leicht erhöht hat, nachdem es im Vorquartal nach revidierten Zahlen noch zu
einem Rückgang um 0,2 Prozent gekommen war. „Unerwartete Störfeuer einmal
ausgeschlossen, rechnen wir mit einem positiven Jahresausklang. Nach der bisher
sehr guten Entwicklung spricht einiges dafür, dass Investmentfonds und andere
institutionelle Investoren, die hinter ihrer Benchmark zurückgeblieben sind, im
Geschäftsbericht zumindest eine hohe Investitionsquote ausweisen wollen.
Dadurch könnte noch etwas Liquidität an den Markt kommen“, so die Experten von
Wallrich Asset Management. Durch das übliche Window Dressing zum Jahresende
würden Portfolios noch aufgehübscht, indem in die Gewinner des Jahres
investiert wird. „Beim DAX zählen hierzu vor allem Adidas sowie der
Triebwerkshersteller MTU Aero Engines“, so Wallrich Asset Management.

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Quelle: BÖRSE ONLINE