Flexibler Ansatz bei Renten für 2019 ein Muss

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Welche zentralen Themen werden die Anleihemärkte 2019 vermutlich maßgeblich beeinflussen?

Die
Zahl der Zinserhöhungen der US-Notenbank (Fed) wird 2019 erhebliche
Auswirkungen auf die globalen Anleihemärkte haben. Die Ziele ihres
Mandats wie Vollbeschäftigung und stabile Preise hat die Fed erreicht.
Aber auch wenn sie bestrebt ist, diese aufrechtzuerhalten, wird sie
nicht riskieren, dass die US-Wirtschaft in eine Rezession abgleitet. Da
die fiskalischen Stimuli und nicht die Geldpolitik derzeit das Wachstum
stützen und sich Zinserhöhungen immer erst nach Monaten bemerkbar
machen, könnte es weniger Zinsschritte nach oben geben, als die Fed
derzeit prognostiziert. Noch herrscht Unsicherheit darüber, wie sich die
US-Wirtschaft entwickeln wird. In unseren Gesprächen mit Unternehmen
klingt erste Besorgnis darüber an. Das ungebrochene Vertrauen, das wir
seit der Korrektur zur Mitte des Konjunkturzyklus 2015 bei den
Firmenentscheidern beobachten konnten, schwindet nun. Da die Unternehmen
alle möglichen wirtschaftlichen Entwicklungen abwägen, erwarten wir für
2019 eine rückläufige Risikobereitschaft und gedämpftere
Gewinnprognosen.

Wo sehen Sie die größten Anlagechancen und -risiken in Ihrer Anlageklasse?

Wenn
die Fed einen Gang zurückschaltet und das moderate Wirtschaftswachstum
anhält, erscheinen Renditen von 7 Prozent* bei US-Hochzinsanleihen
attraktiv. Wir stellen uns jedoch auf etwas weitere Spreads ein, da die
Anleger das langsamere Gewinnwachstum im Vergleich zu 2018 zur Kenntnis
nehmen. Angesichts steigender Zinsen und der generell schwindenden
Aussicht auf engere Spreads bleiben Hochzinsanleihen mit kurzen
Laufzeiten eine attraktive Ertragsquelle.

Eine Wende zum Besseren
bei den Handelsbeziehungen zwischen den USA und China könnte
Risikoanlagen auf neue Höchststände treiben. Aber angesichts der
Unsicherheiten bieten sich unseres Erachtens bei auf den Heimatmarkt
konzentrierten US-Firmen in Branchen mit sinkenden Verschuldungsquoten
wie Pharma und Gesundheit attraktive risikobereinigte Anlagechancen.
Nach unserer Einschätzung werden die positiven Auswirkungen des
Schuldenabbaus und der günstigen Angebots- und Nachfragedynamik bei
bestimmten Rohstoffen zu guter Letzt die durch Handelskonflikte
ausgelösten Schwankungen bei Metall- und Rohstofferzeugern überlagern.
Verbraucher mit ihrem Wunsch nach neuen Erfahrungen dürften die relativ
hohen Steuererstattungen in der ersten Jahreshälfte für den Konsum
nutzen.

Die Bewertungen europäischer Hochzinsanleihen sind
günstiger geworden, und die Region bietet auf risikobereinigter Basis
weiterhin attraktives Potenzial verglichen mit den USA. Bei europäischen
Titeln sind die Unterschiede hoch, und wir erwarten, dass sich daraus
dank unseres stark auf Research fokussierten Ansatzes auch weiterhin
Anlagechancen ergeben.

Wie haben die Erfahrungen in diesem Jahr Ihre Herangehensweise oder Ihren Ausblick für 2019 verändert?

2018
hat deutlich gemacht, wie wichtig das Zusammenspiel von fundamentaler
Bottom-up-Titelauswahl und einer strukturierten Top-down-Einschätzung
ist. Die Fed strafft ihre Geldpolitik, Konjunktur- und Kreditzyklen
gehen in die Verlängerung und die Volatilität ist an die Märkte
zurückgekehrt. Einerseits beobachten wir die von diesen und anderen
Makrofaktoren ausgehenden Signale ganz genau, müssen andererseits aber
an unserem disziplinierten Ansatz festhalten und Umschichtungen
vornehmen, wenn die Attraktivität einzelner Anlageklassen zu- oder
abnimmt. Ein flexibler Ansatz, der es uns erlaubt, die besten
Anlageideen in den Marktbereichen mit den höchsten risikobereinigten
Renditen umzusetzen, dürfte uns helfen, Schwankungen auf Portfolioebene
zu dämpfen und Stürme besser zu überstehen.