Fondsmanager: Der Zeitpunkt um breit in EM-High-Yields einzusteigen ist nicht ideal

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 „Für ein Engagement
in Hochzinsanleihen aus den Schwellenländern erhalten Anleger derzeit 525 Basispunkte
mehr als bei US-Staatsanleihen und 160 Basispunkte mehr als bei
High-Yield-Bonds aus den USA. Das ist deutlich mehr als während der letzten
drei Jahre“, sagt Charles de Quinsonas, Fondsmanager im Anleiheteam bei
M&G Investments
(Foto anbei). Aber ist dieser Renditeaufschlag schon
attraktiv genug, um wieder in die Anlageklasse einzusteigen?

Für den privaten Sektor der Schwellenländer
spricht nach Meinung des Anleiheexperten, dass sich die Verschuldungsquoten,
die nach der Finanzkrise stark angestiegen waren, seit 2016 wieder deutlich
reduziert haben. Das habe vor allem am weltweiten Wirtschaftswachstum, der
Erholung der Rohstoffpreise und einer erzwungenen Kapitaldisziplin gelegen, so
de Quinsonas: „Bis Ende 2017 konnten Schwellenländer-Unternehmen ihre Gewinne
wieder steigern und ihre Schuldenquote deutlich reduzieren. Entsprechend
niedrig sind auch die Ausfallraten von Hochzinsanleihen, die aktuell zwischen
zwei und drei Prozent liegen.“

Allerdings seien Unternehmen aus
Schwellenländern besonders anfällig für die Risiken eines globalen
Handelskrieges, sagt de Quinsonas. Politische Spannungen und internationale
Handelskonflikte würden das Geschäft zwar nicht direkt von einem auf den
anderen Tag beeinträchtigen, aber über die Devisenmärkte bei den Unternehmen
spürbar werden. „Bei Emittenten von Hochzinsanleihen ist das Ungleichgewicht zwischen
Schulden und Gewinnen in Fremdwährung von Natur aus größer als bei
Investment-Grade-Unternehmen. Das macht sie bei einer Abwertung ihrer
Heimatwährung verwundbar, weil sich die Tilgungskosten von
Fremdwährungsschulden verteuern“, so de Quinsonas. Nach dem jüngsten Kollaps
der türkischen Lira könnten einige Unternehmen aus der Türkei nicht mehr in der
Lage sein, ihre Darlehen in anderen Währungen zu bedienen. Diese machten über
ein Drittel der türkischen Bankkredite aus.

„Eine Währungsabwertung hat reale Auswirkungen
auf die Fundamentaldaten“, urteilt der Fondsmanager. Trotz des Kursrückgangs
hält er daher den Zeitpunkt nicht für ideal, um (wieder) breit in die Anlageklasse
einzusteigen. Interessant findet er jedoch Hochzinsanleihen aus China, die nach
Einschätzung von de Quinsonas im Zuge des Handelskonfliktes übermäßig
abgestraft wurden. Darüber hinaus bevorzugt er quasi-staatliche Emittenten, vor
allem aus dem Öl- und Gassektor, deren solide Fundamentaldaten noch nicht in
den Kreditratings reflektiert würden.