Fusion von Unicredit & Commerzbank ist logisch, aber voller Fallstricke

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Für Mark Peden, Investment Manager bei Kames Capital, macht das angebliche Übernahmeangebot der italienischen Unicredit für die Commerbank zwar durchaus Sinn. Doch sieht der Marktstratege vier Probleme.

Ein
Bericht der Financial Times hat zu Spekulationen geführt, die
italienische Großbank Unicredit ziehe ein Angebot für einen
„bedeutenden“ Anteil an der Commerzbank in Betracht. Die Gerüchte sind
aus unserer Sicht aus mehreren Gründen schlüssig:

Die
Unicredit kaufte bereits 2005 mit der Hypovereinsbank die damals
viertgrößte deutsche Bank und könnte mit einer Beteiligung an der
Commerzbank ein hohes Synergiepotenzial freilegen – wobei die
kolportierten 500 Millionen Euro deutlich weniger wären, als bei einem
Zusammenschluss mit der Deutschen Bank. Bereits
vor zwei Jahren hatte es Berichte gegeben, dass die italienische Bank in Berlin Interesse an der Commerzbank angemeldet habe.
Hinzu kommt: Die Bankaufsichtsbehörde der EU befürwortet angeblich
grenzüberschreitende Aktivitäten, um einigen der schwächeren Akteure mit
Blick auf die Kapitalbasis und die notleidenden Vermögenswerte unter
die Arme zu greifen.

Gleichwohl
wären wir extrem überrascht, wenn ein solcher Deal zustande käme, da es
unseren Erachtens vier sehr große Hürden zu überwinden gilt:

  1. Die Bundesregierung würde unter massive Kritik seitens populistischer
    Strömungen geraten, wenn offensichtlich würde, dass ein italienischer
    „nationaler Champion“ einen einheimischen „nationalen Champion“
    übernimmt.
  2. Die Situation für die Deutsche Bank würde noch prekärer, als sie jetzt schon ist.
  3. Ein solcher Deal wäre vor dem Hintergrund des Dreijahresplans des
    Unicredit-CEOs (der zugegebenermaßen Ende dieses Jahres durch einen
    Neuen ersetzt werden wird) völlig undenkbar, weil er keine großen,
    grenzüberschreitenden M&A-Aktivitäten vorsieht.
  4. Die Finanzierung könnte sich angesichts der Tatsache, dass der
    Börsenwert der Commerzbank bei einem Drittel der Marktkapitalisierung
    von Unicredit liegt – natürlich abhängig von der Höhe der Beteiligung –
    als unerschwinglich erweisen.