Gute Nachricht: Abe wahrscheinlich noch drei Jahre im Amt –

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Die heutige Nachricht, dass Premierminister Abe wahrscheinlich noch drei Jahre lang Premierminister Japans bleiben wird (zum Zeitpunkt des Schreibens ist dies noch nicht bestätigt), verheißt Gutes für die japanische Wirtschaft im Allgemeinen und die japanischen Risikoaktiva im Besonderen. Von hier aus sollten sich unserer
Meinung nach zwei spezifische Kräfte zusammenschließen, um eine NIKKEI-Rallye
in den nächsten sechs Monaten auf das 30k-Niveau zu ermöglichen:  

1) Überraschungen bei der
wachstumsfördernden Politik 

2) Ein deutlicher Aufwärtstrend bei
den positiven Ergebnisrevisionen sorgt für Dynamik. 

Während die Wiederwahl von
Premierminister Abe weithin erwartet wurde, sind die Erwartungen an neue
proaktive politische Initiativen extrem niedrig. Dagegen gehen wir davon aus,
dass relativ bald positive Überraschungen zu erwarten sind. Konkret suchen wir: 

– Einen neuen Nachtragshaushalt, der
die Inlandsnachfrage um bis zu y5trn (etwa 0,9% des BIP) erhöht.
 

Die Notwendigkeit dafür ergibt sich
aus den verschiedenen Naturkatastrophen, die Japan in den letzten sechs Monaten
heimgesucht haben. Etwa die Hälfte der Mittel sollte für den direkten
regionalen Wiederaufbau verwendet werden, die andere Hälfte soll jedoch für
landesweite Katastrophenschutzmaßnahmen vorgesehen werden. 

– Eine Kabinettsumbildung, die
Auflösung von Regierungsbürokratien und die Straffung von Beiräten. 

Obwohl die meisten wichtigen
Kabinettspositionen wahrscheinlich nicht geändert werden können, könnten
inländische Portfolios wie Landwirtschaft, Arbeit/Soziales sowie Wirtschafts-
und Steuerpolitik für eine neue Führung bereit sein. Eine wichtige positive
Überraschung wäre die Wiederbestellung von Amari Akita. Amari ist ein
vertrauenswürdiges Abe’innerer Kreis‘ Mitglied, das der Schlüsselarchitekt der
Deregulierungs- und Wachstumsstrategie im ersten Kabinett von Abe
„Aebenomics“ (Dez 2012-Jan 2016) war. 

– Eine Proaktive Handelspolitik mit
den USA

Die größte Bedrohung für den
nationalen Wohlstand Japans geht von der Trump-Administration und der Gefahr
eines Zolls von 25% auf japanische Exporte von Auto/Autoteilen aus. Dies könnte
das BIP um bis zu einem halben Prozent senken und den TOPIX-Gewinn um bis zu
15% sinken lassen.  Unserer Ansicht nach sind die Risiken einer
tatsächlichen Umsetzung der Zölle jedoch gering, und wir erwarten, dass sehr
positive, proaktive und wachstumsorientierte politische Initiativen zu einem
Markenzeichen für die Herrschaft von Premierminister Abe in den nächsten sechs
bis neun Monaten werden.

„Team Abe“ hat Überstunden
geleistet und eine dreigleisige Strategie entwickelt, um Präsident Trump so
aussehen zu lassen, als ob es einen Gewinner gäbe: Erstens, die japanischen
Importe von Agrarprodukten zu erhöhen; zweitens, die Verteidigungsausgaben
Japans zu erhöhen; und drittens, einen möglichen „America One Belt, One
Road“, einen von Japan finanzierten, auf die USA ausgerichteten
Infrastrukturinvestitionsfonds. 

Ergebnis

Entgegen der derzeitigen
Konsenserwartung von 5% Gewinn pro Aktie (EPS) im Geschäftsjahr 3/2019 halten
wir an unserer Forderung nach 18% EPS-Wachstum fest, die vor allem auf das
Umsatzwachstum zurückzuführen ist, das über den konservativen Schätzungen
liegt.  Der nächste Auslöser sollte in der nächsten Ergebnissaison kommen,
die Mitte Oktober beginnt, während gleichzeitig die neue Pro-Wachstums-,
Pro-Deregulierungs- und Privatisierungsagenda des „Team Abe“ deutlich
wird.