Konzentriertes Investieren über Assetklassen hinweg

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Von Aktien und Anleihen über Immobilien bis hin zu Rohstoffen– die
meisten Multi-Asset-Fonds investieren in viele verschiedene Assetklassen und
Titel. Doch bei der Portfoliokonstruktion ist weniger oft mehr: Eine kleine Auswahl an Assets kann durchaus
eine bessere Performance erzielen als hochkomplexe und schwer überschaubare
Portfolios.

Die meisten Kunden vertrauen ihr Geld Anlageexperten an, um durch
deren Expertise möglichst einen langfristigen Anlageerfolg zu erzielen. Vielen
Anlegern ist es wichtig, dass sie einen langfristigen Wertzuwachs erzielen, ihr
investiertes Kapital geschützt und laufende Erträge erwirtschaftet werden. Nach
unserer Erfahrung zweifeln einige Kunden zunehmend an den erwarteten Erträgen
von Multi-Asset-Produkten, und auch ihre Komplexität verunsichert sie. Schließlich
haben es Manager, die sich auf ein Gebiet spezialisiert haben, leichter die Risiken
ihrer Investitionen zu überblicken. Daher stellt sich die Frage, wie breit ein
Multi-Asset-Fonds gefächert sein sollte, um die bestmögliche Performance zu
erzielen und gleichzeitig für die Investoren nachvollziehbar zu bleiben. Grundsätzlich
gilt: Je klarer und einfacher eine Anlage ist, desto leichter ist es, ihre
Risiken zu verstehen.

Klassische Assets oft
vorzuziehen

Es gibt sehr viele komplexe Instrumente, beispielsweise Derivate,
die bei stabilen Märkten solide erscheinen, weil sie dann die Chance auf höhere
Erträge und weniger Risiken bieten. Allerdings kann es leicht zu Problemen
kommen, wenn die Märkte fehlbewertet und volatiler als angenommen sind. In
diesem Fall ist ihre Komplexität von Nachteil, da derivative Finanzinstrumente
sehr illiquide werden können und oftmals stark untereinander korrelieren. Weder
die Erwartungen an den Ertrag noch an das Risikomanagement können dann erfüllt werden.
Zuletzt unterlagen Derivate während der Weltwirtschaftskrise einer extremen
Marktsituation. Ungeplante Risiken kann es aber auch heute noch geben.

Um langfristig attraktive Renditen einzufahren, braucht es keine
exotischen Anlageinstrumente oder Derivate. Kurzfristige taktische Anlagen erweisen
sich auf lange Sicht häufig nicht als Vorteil. Dem vorzuziehen ist eine
überschaubare Anzahl von Assets, die dafür umso sorgfältiger ausgewählt werden
sollten. In diesem Sinne bietet sich eine langfristige Investition in jederzeit
liquide und gleichzeitig günstig bewertete Einzeltitel an.

Eine Frage der Strategie

Um vielversprechende Einzeltitel zu identifizieren, ist ein
fundamentales Research elementar. Darunter fallen unter anderem
Konjunkturanalysen, um Staatsanleihen- und Zinsrisiken einordnen zu können. Auch
bestimmte Wirtschaftssektoren hängen von der Konjunktur ab. Wer beispielsweise
in Unternehmen aus der Energie- oder Finanzbranche investieren möchte, sollte diese
ganz genau im Blick behalten, um jederzeit abschätzen zu können, wie diese
konjukturabhängigen Sektoren auf die wirtschaftliche Entwicklung reagieren.

Neben einer fundamentalen Einzelwertauswahl sollten aber auch Top-down-Einschätzungen
in die Portfoliokonstruktion einfließen. So können beispielsweise fundamentale
Analysen vor Ort mit internationalen Analysen von Konjunktur und Politik
verknüpft werden. Das Asset-Mix sollte zudem natürlich vor allem auch die
Bewertung der Assets beachten. Denn Bewertungs- und Risikokennzahlen geben
Aufschluss darüber, welches Aufwärtspotential und welches Verlustrisiko vorliegen.
Wenn das Portfolio einfacher strukturiert ist, bekommen
Einzelwertentscheidungen mehr Gewicht. Bei besonders einfachen Fondstrukturen, die
beispielsweise aus börsennotierten Aktien, Anleihen und Geldmarktinstrumenten
bestehen, kann der Mehrertrag dann häufig durch die Aktienauswahl entschieden
werden, da diese dann oftmals den größten Anteil in solch einer Fondsstruktur einnehmen
können.

Um sich gegen Risiken abzusichern, ist aber selbstverständlich
auch Flexibilität nötig.  Anfang des
Jahres machte die US-Inflation den Portfoliomanagern Sorgen. Sie war höher und
stieg schneller als erwartet. Um sich dagegen abzusichern, investiert man am
besten in Unternehmen, die höhere Preise an ihre Kunden weitergeben können. Hierzu
zählen unter anderem Unternehmen aus dem Konsumverbrauchsgütersektor, die bei
zunehmenden Produktionskosten ihre Preise erhöhen können und dadurch ihre
Umsätze und Gewinne schützen. Ein anderes Beispiel, aus dem Anleihenbereich:
Gegen steigende US-Zinsen und negative Anleihenrenditen an anderen Märkten
können sich Multi-Asset-Fonds wappnen, indem sie in länger laufende und höher
bewerterte Anleihen aus Europa und den Emerging Markets investieren. Aber auch
Anleihen mit kurzer Duration können attraktiv sein, da sie weniger stark auf
Zinsänderungen reagieren.

Folglich können günstig
bewertete Anleihen bisweilen ebenso hohe Renditen einfahren wie Aktien –
insbesondere, wenn diese hoch bewertet sind. Aber auch hier gilt: Fundamentales
Research und Einzelwertauswahl sind die Schlüssel zum Erfolg bei
Multi-Asset-Anlagen.