MDax eröffnet freundlich, neuer Präsident in Brasilien und Erleichterung in Italien

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MDax eröffnet freundlich

Die Freunde deutscher Dividendenwerte nutzen offensichtlich die Chance, sich billig mit Aktien einzudecken: Merck steigt mehr als 2,5 Prozent, auch Wirecard, VW und Bayer legen deutlich zu. Sieben Titel stehen derzeit auf der Verliererseite, am meisten abgestraft wird BASF mit minus 1,6 Prozent.  Bei den Nebenwerten legt Cancom um 7,7 Prozent zu, nachdem der IT-Dienstleister einen Umsatz- und Gewinnsprung bekanntgegeben hatte. Auch Gea zieht um 5,1 Prozent an: Das Quartalsergebnis ist besser ausgefallen als erwartet.

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Neuer Präsident in Brasilien

In Brasilien hat Jair Bolsonaro, auch der “Trump der Tropen” genannt, die Wahlen gewonnen. Viele Investoren sehen den Rechtsaußen als neue Hoffnung auf eine Wiederbelebung des brasilianischen Wirtschaftswunders. Aktien mit Brasilien-Exposure sind unter anderem Telefonica, die Bank Santander, Carrefour und Unilever. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Titel dem herrschenden Abwärtstrend entziehen können.

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Die Korrektur setzt sich fort

Die Aktienmärkte haben ihre Baisse am Montag fortgesetzt. Nachdem die Börse in Tokio zuerst ein Prozent zulegen konnte, schloss der Nikkei mit 21.150 Punkten – knapp 0,2 Prozent im Minus. Der Shanghai Stock Exchange Composite Index ging mit mehr als zwei Prozent Verlust aus dem Handel. Der chinesische Yuan kostet aktuell 14 US-Cent. Das neue Rekordtief konterkariert im Übrigen einmal mehr US-Präsident Trumps Handelspolitik, da es chinesische Exporte verbilligt und Warenausfuhren der USA nach China verteuert. Auch der Euro fällt am Montag auf ein neues Tief und notiert aktuell bei 1,1385 US$.

Die Korrekturen im  Oktober haben Anleger bislang mehr als acht Billionen US$ gekostet. Das ist die größte Vernichtung von Kurswerten seit der Finanzkrise 2008. Die Gründe für die Sorgen reichen von einem Ende des Gewinnwachstums in den USA über den Handelskrieg mit China bis hin zum Ende der Quantitativen Lockerung durch die Fed.

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Erleichterung in Italien

Die Entscheidung der Agentur Standard & Poor’s vom Freitag, das Rating von Italien bei “BBB” zu belassen und stattdessen den Ausblick auf “negativ” zu setzen, könnte sich als Notnagel für italienische Assets erweisen. Obwohl das Risiko eines Downgrades für Italien nicht endgültig vom Tisch ist – die unmittelbare Gefahr, dass Italien auf Ramsch-Niveau deklassiert wird, scheint fürs erste gebannt. S&P geht von einem Haushaltsdefizit von 2,7 Prozent des italienischen BIP für 2019 aus; die Staatsverschuldung, die im vergangenen Jahr 131,2 Prozent des BIP betrug, wird sich nach Ansicht von S&P bei 128,5 auf Sicht der nächsten drei Jahre stabilisieren.

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IBM greift sich Red Hat

Der Computerriese IBM will rund 33 Milliarden US$ für den Linux-Spezialisten Red Hat Inc. bezahlen. Es wäre die größte Akquisition in der Firmengeschichte. Der Deal soll den gesamten Cloud-Markt auf den Kopf stellen, erklärt IBM in einem Statement. Der angegebene Kaufpreis liegt rund 60 Prozent über dem Schlusskurs von Red Hat am Freitag. 

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Ölpreis gibt weiter nach

Die Ölpreise sind am Montag weiter gesunken: Die Befürchtungen gehen dahin, dass der Dollar weiter an Stärke gewinnt und das Wachstum in den asiatischen Emerging Markets sich verlangsamen könnte. Das Barrel Brent verliert aktuell ein halbes Prozent auf 77 US$ pro Barrel, West Texas Intermediate (WTI) gibt um 28 Cent auf 67 US$.