M&G Investments: Chinesische Aktien – resistent gegen Viren?

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Seit Beginn der Coronakrise hat sich ausgerechnet der chinesische Aktienmarkt bemerkenswert gut gehalten.

Im globalen Vergleich hat China sogar am wenigsten unter den Turbulenzen der letzten Wochen gelitten, stellt das Aktienteam von M&G Investments fest und beobachtet, dass die Wirtschaft erkennbar wieder in Gang kommt:

„Menschen
und Unternehmen in China haben Hoffnung, dass das Schlimmste
überstanden ist. Sie kehren zu ihrem normalen Leben „vor dem Virus“
zurück, und auch die Industrieproduktion läuft wieder an. Experten gehen
zwar davon aus, dass es nach einer ersten Krankheitswelle zu einer
zweiten Welle kommen kann, wenn zwischenmenschliche Kontakte wieder
aufgenommen werden. Diese sollte aufgrund einer gewissen Immunität
jedoch weniger ausgeprägt verlaufen.

Effektive politische Maßnahmen

Als
Land ist China für den Umgang mit einer solchen Krisensituation fast
einzigartig positioniert. Eine überaus starke Regierung herrscht in
einem politischen Rahmen, der eine weitgehend fügsame Bevölkerung
hervorbringt. Dadurch konnten die Behörden sehr schnell und mit wenig
Widerstand Entscheidungen treffen, ohne Rücksicht auf ihre Popularität
nehmen zu müssen.

Dazu
kommt die Finanzkraft des chinesischen Staates, der schnell mehrere
expansive geldpolitische und fiskalische Maßnahmenpakete verabschiedete.
Auf der Steuerseite gab es einen interessanten Effekt: Durch die
Steuererleichterungen erhielten die Menschen zwar mehr Geld, aber im
Großen und Ganzen wurde das Geld gespart. Das spiegelt einerseits die
Ausgangssperre, also eine Verschiebung des Konsums, aber andererseits
auch die hohe Sparneigung der Chinesen, denn in China gibt es kein
soziales Sicherheitsnetz. Diese unverhofften Mehreinkünfte tragen daher
nicht unbedingt zum unmittelbaren Schutz der Wirtschaft bei, sondern
sind vielmehr als aufgeschobener Konsum zu sehen.

Die
wirtschaftlich am stärksten gefährdeten Branchen sind in China
dieselben wie überall sonst, nämlich Gastronomie, Transport, Roh- und
Baustoffe und Energie. Chinas Kontrolle über sein gesamtes Finanzsystem
kann jedoch einen totalen wirtschaftlichen Zusammenbruch sehr wirksam
verhindern, wie auch schon in der Vergangenheit zu beobachten war.
Dieses Jahr wird einen deutlichen Konjunkturabschwung bringen, die
meisten Marktbeobachter gehen jedoch von einer Erholung ab dem dritten
Quartal aus.

Am wenigsten Kursverluste bei A-Aktien

Ein
Blick auf die verschiedenen Indizes zeigt, dass der chinesische
Inlandsmarkt – abgebildet im CSI 300 mit den 300 größten Titeln in
Shanghai und Shenzhen – seit seinem Höchststand im Januar um rund 13
Prozent gefallen ist und damit relativ am besten abgeschnitten hat
(siehe Grafik). Für internationale Anleger ist der MSCI China
repräsentativer. Dieser Index umfasst die H-Aktien der Börse Hong Kong,
A-Aktien sowie in den USA gelistete chinesische Unternehmen und ist seit
dem Januar-Hoch um etwa 20 Prozent gefallen – und liegt damit immer
noch deutlich vor dem breiteren Universum der Schwellenländer (MSCI
Emerging Markets) sowie vor Asien (MSCI Asia Pacific ex Japan) und Japan
(TOPIX).

Für
die Widerstandsfähigkeit des chinesischen Aktienmarktes gibt es mehrere
Gründe. Erstens: Durch die schnellen Korrekturmaßnahmen haben sich die
meisten chinesische Unternehmen in der Krise besser behaupten können als
ihre Gegenstücke in den Industriestaaten. Zweitens dürfte ein großer
Teil der staatlichen Zuwendungen umgehend in die A-Aktien im CSI 300
zurückgeflossen sein, denn chinesische Anleger haben wenig Alternativen.
Und drittens ist die chinesische Wirtschaft heute weniger
konjunkturanfällig als jemals zuvor. So sind die Gewichtungen zyklischer
Sektoren, wie Energie oder Baustoffen, im MSCI China in den letzten
zwanzig Jahren stark zurückgegangen.

Die
Kursniveaus liegen immer noch weit über früheren Tiefständen, und auch
das hat mit der veränderten Struktur des chinesischen Marktes zu tun. So
ist der MSCI China auf Basis der KGVs auf die nächsten 12 Monate heute
um 32 Prozent teurer als zu dem Zeitpunkt, als die Technologieblase
platzte, und 40 Prozent teurer als zu seinem Tiefstand während der
Finanzkrise. Angesichts dieser Widerstandsfähigkeit chinesischer Aktien
könnten Schwellenländer-Investoren versuchen, in den robusten Segmenten
Gewinne zu erzielen und die Erlöse in anderen Schwellenländern anlegen,
wo teils sehr starke Kursverluste zu beobachten waren – eine sorgfältige
Titelauswahl natürlich immer vorausgesetzt.“

China relatively resilient
China relatively resilient
China relatively resilient