Mit Rohstoff-ETPs von der Elektromobilität profitieren

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Die Veränderungen in der Automobilindustrie, die auf eine Kombination aus Vorschriften für Fahrzeugemissionen und schnellen Fortschritten bei den Batterietechnologien zurückgehen, haben in den letzten Jahren das Interesse der Anleger geweckt.

Unternehmen, die an der Spitze der Entwicklung bei E-Fahrzeugen
liegen, verzeichneten ein rasantes Wachstum, bestehende
Automobilhersteller können dagegen nur schwer Schritt halten.

Abbildung 1: Geschätzte globale Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen

Geschätzte globale Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen
Geschätzte globale Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen

Die
zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen wirkt sich jedoch nicht
nur auf den Aktienkurs bestimmter Automobilunternehmen aus. Auch bei
einzelnen Rohstoffen, die zentrale Bestandteile der die Branche
treibenden Batterietechnologien sind, sehen wir Potenzial.

Chancen jenseits der Aktien

Exchange
Traded Products (ETPs) haben für Investoren den Zugang zu Rohstoffen
durch die Bereitstellung von Futures-Strategien in einem dem
Aktienhandel ähnelnden Format verbessert. Die meisten Nicht-Edelmetalle
können nicht physisch gehandelt werden, weil ihre Lagerung schwierig und
teuer ist. Agrargüter und Lebendvieh sind beispielsweise nur begrenzt
haltbar und Öl ist explosionsgefährdet.

Deshalb haben sich in
Rohstoffe engagierte Anleger, die die physischen Vermögenswerte nicht
selbst verwalten möchten, Futures-Kontrakten zugewandt. Bei ETPs ist das
nicht anders. Alle ETPs versuchen, einen zugrunde liegenden Index oder
Vermögenswert nachzubilden, und Rohstoff-ETPs nutzen auf Futures
basierende Indizes für ein Engagement in Rohstoffen.

Abbildung 2. Metalle für Batterietechnologien und ETPs

Abbildungen 3a und 3b: Bloomberg Nickel Subindex Total Return
Abbildungen 3a und 3b: Bloomberg Nickel Subindex Total Return

Einige Industriemetalle werden voraussichtlich von dem weltweiten
Aufstieg der Elektrofahrzeuge und Batterietechnologien betroffen sein.
So zum Beispiel Cobalt und Lithium, die allerdings einen illiquiden
Futures-Markt und konzentrierte Lieferketten haben. Infolgedessen gibt
es derzeit keine ETPs für diese Metalle.

Andere Metalle wie
beispielsweise Nickel und Kupfer sind von diesen Problemen nicht
betroffen. Für sie ist der Handel mit ETPs, die auf Futures aufbauende
Indizes nachbilden, so wie mit Aktien möglich.

Ein Engagement in
Futures ist allerdings mit bestimmten Kosten und Vorteilen verbunden,
die Anleger kennen sollten. Nehmen wir zum Beispiel Nickel.

Nickel-Futures
haltende Anleger tragen das Risiko für drei Renditekomponenten, die
gemeinsam die Gesamtrendite ausmachen. Da Nickel-ETPs
Total-Return-Futures-Indizes nachbilden, besteht die Rendite dieser
Produkte aus den folgenden drei Elementen:

Gesamtrendite – Spotrendite – Rollrendite – Zinskomponente

1. Spotrendite: Sie ergibt sich aus der Entwicklung der zugrunde liegenden Nickel-Futures.

2.
Rollrendite:
Alle Futures haben ein Ablauf- und ein Lieferdatum. Für
ein konstantes Engagement müssen Future-Positionen im Index regelmäßig
vor dem Ablauf geschlossen und auf einen neuen Kontrakt mit längerer
Laufzeit übertragen werden. Diesen Vorgang nennt man „rollieren“ und er
kann eine „Rollrendite“ generieren. Das Rollieren kann für den Anleger
zu einem Verlust oder einem Gewinn führen. Ein Anleger erleidet einen
Verlust, wenn die Kosten für den Erwerb des neuen Futures-Kontrakts
höher sind als der Erlös aus dem Verkauf des alten Futures-Kontrakts
(„Contango“). Ein Anleger macht einen Gewinn, wenn die Kosten für den
Erwerb des neuen Futures-Kontrakts niedriger sind als der Erlös aus dem
Verkauf des alten Futures-Kontrakts („Backwardation“).

3.
Zinskomponente:
Sie ergibt sich aus der Rückzahlung der Kosten, die beim
Halten eines Futures-Kontrakts anfallen. Bei einem Futures-Kontrakt
wird ein Großteil der Barmittel, die bei der Lieferung eines Rohstoffs
zu zahlen sind, nicht sofort ausgezahlt. Futures-Indizes gehen
allerdings davon aus, dass der Gesamtwert des Kontrakts vorab bezahlt
wird. Dies würde jedoch bedeuten, dass ein Anleger, der in
Futures-Indizes investiert, die Zinsen auf die Barmittel verlieren
würde, die er bei der Nutzung von Futures-Kontrakten erhalten hätte.
Deshalb wird bei der Indexberechnung eine Zinskomponente berücksichtigt,
damit ein rollierendes Futures-Engagement genauer abgebildet wird.

Das
Diagramm und die Tabelle unten enthalten eine Aufschlüsselung dieser
drei Elemente für den Bloomberg Nickel Subindex vom Januar 2018 bis zum
März 2019. Sie verdeutlichen, wie wichtig es für Anleger ist, die
potenziellen Auswirkungen von Contango und Backwardation an den
Rohstoffmärkten zu kennen.

Abbildungen 3a und 3b: Bloomberg Nickel Subindex Total Return

Abbildungen 3a und 3b: Bloomberg Nickel Subindex Total Return
Abbildungen 3a und 3b: Bloomberg Nickel Subindex Total Return

Wie wir bereits in unserer Serie über die
technologische Weiterentwicklung in Bezug auf Batterietechnologien
erwähnten, sind wir der Ansicht, dass sich die Kombination aus den
starken Fundamentaldaten und der steigenden Nutzung von
Elektrofahrzeugen günstig auf die Nachfrage nach Rohstoffen wie Nickel
und Kupfer auswirken könnte. Über die folgenden Links können Sie die
früheren Beiträge dieser Blog-Serie aufrufen, die genauer darauf
eingehen, welche aktuellen Trends es bei Batterietechnologien gibt und
welche Faktoren die Verbreitung von Elektrofahrzeugen vorantreiben.