Morgan Stanley: Kommentar

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Wie geht es mit der Politik in Großbritannien weiter?

Das International Equity Team über Politik, Gewinne und Preissetzungsmacht.

Angesichts der Turbulenzen der vergangenen Wochen ist es
vermutlich gewagt, Prognosen über die Politik Großbritanniens zu treffen.
Dennoch scheint ein Kompromiss zwischen Großbritannien und der Europäischen
Union immer unwahrscheinlicher zu werden. Bei der Europawahl drehte sich alles
um die beiden „Extreme“ der Brexit-Debatte:

Die „No-Deal-Parteien“,
angeführt von der neuen Brexit-Partei unter Nigel Farage, erhielten 35% der
Stimmen, während die ausdrücklich den Verbleib Großbritanniens in der EU
fordernden Parteien, angeführt von den Liberaldemokraten, ein Wahlergebnis von
40% einfuhren. Damit blieb weniger als ein Viertel der Stimmen für die beiden
größten, kompromissbereiten Parteien übrig: Die Labour-Partei überzeugte 14%
und die Konservative Partei 9% der Wähler – ein herber Rückschlag im Vergleich
zu den insgesamt 82%, die sie bei der Wahl zwei Jahre zuvor noch gemeinsam
erzielt hatten.

Wer letztlich Parteivorsitzender der Tories wird, ist wie so
oft schwer vorherzusagen. Jedoch scheint es wahrscheinlich, dass der nächste
Parteichef, und damit der nächste Premierminister, einen ungeordneten Brexit
vorzieht oder zumindest eine Verlängerung über den 31. Oktober hinaus ausschließt,
was effektiv auf dasselbe hinausläuft, da die EU für die nächsten Monate mit
der Wahl der neuen Kommission beschäftigt sein wird.

Die Frage ist, ob das
britische Parlament dies angesichts der aktuellen Mehrheit gegen einen
ungeordneten Brexit verhindern kann. Es handelt sich also um eine Reise ins
Ungewisse, da Großbritannien innerhalb der Konstitution absolutes Neuland
betritt. Letztlich sieht es immer mehr nach einer Entscheidung zwischen einem
No Deal und einem Verbleib in der EU aus, sei es nun über Unterhauswahlen, ein
Referendum oder gar die Aufhebung von Artikel 50 … Wie soll man da noch
Prognosen treffen?

„Wenngleich die Auswirkungen für Großbritannien bei Weitem
nicht optimal sind, so dürften die Auswirkungen auf unsere globalen Portfolios
doch relativ gering sein“

Den gesamten Kommentar des International Equity Teams finden Sie hier.