Moventum: „Bodenbildung unter hohen Volatilitäten?“

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Angesichts der Kaufprogramme der Notenbanken beginnen sich die Rentenmärkte zu stabilisieren. Zusammenlaufende Spreads sollten für höhere Anleihenkurse sorgen. Auch der Goldpreis notierte zuletzt wieder etwas höher.

Von Michael Jensen, Head of Asset Management und Managing Director bei Moventum Asset Management S.A.

Die Corona-Pandemie
hat die Finanzmärkte fest im Griff und der massive Anstieg der
Neuinfektionen in den USA sorgte für die schlechteste Wochenperformance
des S&P 500 seit 2008. In den USA wird mit einem historisch
beispiellosen Anstieg der Arbeitslosigkeit gerechnet. Regierungen und
Zentralbanken versuchen derweil mit immer neuen, rasch
zusammengeschusterten Maßnahmenpaketen die schlimmsten Auswirkungen
abzumildern. So hat die Fed Sonntagnacht die Leitzinsen eiligst auf 0,00
– 0,25 Prozent gesenkt und ist damit am unteren Ende der Bandbreite
angekommen, da bisher Negativzinsen in den USA kategorisch
ausgeschlossen werden. Zusätzlich wurden neue Anleihenkaufprogramme im
Umfang von 700 Milliarden Dollar initiiert, um die Funktionsfähigkeit
der Märkte zu gewährleisten. Auch die EZB war nicht untätig, wurden doch
die auf der letzten Sitzung verkündeten Maßnahmen noch weithin als
unzureichend betrachtet. Mit dem Pandemic Emergency Purchase Programme
(PEPP) wurde inzwischen ein neues Wertpapierankaufprogramm im Umfang von
750 Milliarden Euro gestartet. Neben den bisherigen Staatsanleihen
dürfen zudem nun auch griechische Papiere und Commercial Paper erworben
werden. An der Datenfront zeigen sich in den Zahlen aus den USA erste
Spuren des Shutdown. Der Empire-State-Index, der die
Geschäftsaktivitäten in der Region New York misst, fiel um
rekordverdächtige 34,4 Punkte auf -21,5 Punkte. In Deutschland
verzeichneten die ZEW-Konjunkturerwartungen den schärfsten Einbruch seit
Beginn der Datenerhebung im Jahr 1991. Der vorzeitig veröffentlichte
Ifo-Geschäftsklimaindex sackte auf 87,7 Punkte ab, wobei sowohl die
Geschäftserwartungen als auch die Einschätzung der aktuellen Lage
signifikant schlechter ausfielen.

Auf der
Währungsseite konnte der US-Dollar gegenüber dem Euro abermals deutlich
zulegen und zwar um 3,56 Prozent. Mit minus 0,33 Prozent tendierte der
japanische Yen gegenüber dem Euro etwas schwächer. Der Preis für ein
Barrel Öl der Sorte Brent setzte seinen Absturz fort, gab weitere sieben
Dollar nach und schloss auf einem Niveau von 26,98 US-Dollar.

Angeführt wurde der
Ausverkauf durch den US-amerikanischen Aktienmarkt, während Aktien aus
Europa und Japan nur geringe Verluste verzeichneten. Die Verluste in den
Schwellenländern fielen geringer aus als in den Industriestaaten. Small
Caps lieferten in den USA und in Europa eine Underperformance. Auf
Stil-Ebene konnten Growth-Aktien Value-Titel sowohl in Europa als auch
den USA outperformen. Auf Sektorebene wiesen in den USA die Segmente
nicht-zyklischer Konsum, Kommunikationsdienstleistungen und zyklischer
Konsum die geringsten Verluste auf, während die Sektoren Energie,
Industrie und Financials das Verliererfeld anführten. In Europa sah das
Bild wie folgt aus: Titel aus den Segmenten Telekom, Gesundheit und
nicht-zyklischer Konsum entwickelten sich positiv, während Unternehmen
aus den Bereich Energie, Industrie und Finanzen am meisten abverkauft
wurden.

Im Rentenbereich mussten sämtliche Segmente zum Teil deutliche
Verluste hinnehmen. Am geringsten fielen diese bei Euro-Staatsanleihen
aus, gefolgt von Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating.
Hochzinsanleihen sahen eine deutliche Ausweitung der Risikoaufschläge
und auch Hartwährungsanleihen aus den Emerging Markets entwickelten sich
sehr negativ. Angesichts der Kaufprogramme der Notenbanken beginnen
sich die Rentenmärkte zu stabilisieren. Zusammenlaufende Spreads sollten
für höhere Anleihenkurse sorgen. Auch der Goldpreis notierte zuletzt
wieder etwas höher.

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