Moventum: Boris Johnson scheitert vor Supreme Court

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Das Brexit-Drama wird sich voraussichtlich bis zum 31. Oktober fortsetzen.

In Großbritannien musste Premierminister Boris Johnson eine Niederlage vor dem Obersten Gericht einstecken. Sein Plan, das Parlament in einer längere Zwangspause zu schicken, wurde für null und nichtig erklärt. Das Brexit-Drama setzt sich somit bis zum wahrscheinlichen Höhepunkt am 31. Oktober fort.

Marktrückblick

Politische
Ereignisse prägten das Marktgeschehen der vergangenen Woche. In den USA
leiteten die Demokraten ein Amtsenthebungsverfahren (Impeachment) gegen
Präsident Donald Trump ein. Der Ausgang ist jedoch mehr als ungewiss,
da für ein erfolgreiches Impeachment auch mindestens Zweidrittel des
republikanisch dominierten Senats zustimmen müssten.

In
Großbritannien musste Premierminister Boris Johnson derweil eine
Niederlage vor dem Obersten Gericht einstecken. Sein Plan, das Parlament
in einer längere Zwangspause zu schicken, wurde für null und nichtig
erklärt. Das Brexit-Drama setzt sich somit bis zum wahrscheinlichen
Höhepunkt am 31. Oktober fort. Konjunkturseitig wurden die Investoren zu
Wochenbeginn von schwachen Zahlen der Einkaufsmanagerumfrage –
insbesondere aus Deutschland – geschockt. Der Absturz der deutschen
Industrie hält unvermindert an. Der PMI für das verarbeitende Gewerbe
gab massiv nach und liegt nur noch bei 41,4 Punkten. Einige
Unterkomponenten notieren sogar unter 40 Punkten. Auch der
Dienstleistungssektor scheint allmählich in Mitleidenschaft gezogen zu
werden. Hier ging der Wert von 54,8 auf 52,5 Punkte zurück. Ein Fünkchen
Hoffnung versprühte hingegen der Ifo-Geschäftsklimaindex: Dieser stieg,
wie von den Marktteilnehmern erwartet, immerhin um 0,3 Punkte auf 94,6
Punkte an. Die aktuelle Lage wurde dabei besser eingeschätzt, während
der Wert für die wichtigeren Geschäftserwartungen auf 90,8 Punkte
nachgab.

In
den USA überraschten vor allem Daten zum Immobilienmarkt positiv. So
konnten beispielsweise die Neubauverkäufe spürbar zulegen. Hier zeigen
sich bereits die positiven Impulse der tieferen Zinsen. Auch bleiben die
US-Konsumenten weiter in Kauflaune. Das von der Universität Michigan
berechnete Konsumentenvertrauen konnte final stärker als erwartet auf
93,2 Punkte zulegen. Die US-Industrie leidet derweil unter dem
anhaltenden Handelskrieg. Die Auftragseingänge für langlebige
Wirtschaftsgüter konnten im August nur um 0,2 Prozent gegenüber dem
Vormonat zulegen. Der Konsens hatte jedoch eine negative Entwicklung
erwartet.

Der
Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent gab circa drei US-Dollar nach
und schloss bei 61,91 US-Dollar. Auf der Währungsseite legte der
US-Dollar gegenüber dem Euro 0,58 Prozent zu. Auch der japanische Yen
stieg gegenüber dem Euro und zwar um 0,34 Prozent.

Im
insgesamt leicht negativen Aktienmarktumfeld konnten abermals
japanische Aktien zulegen, gefolgt von europäischen und
US-amerikanischen Titeln, die beide Verluste aufwiesen. Die
Schwellenländer entwickelten sich unterdurchschnittlich. Während in den
USA Value-Aktien besser abschnitten, hatten in Europa Growth-Aktien die
Nase vorn. Nebenwerte wiesen in beiden Regionen eine Underperformance
auf. Auf Sektorebene dominierten in den USA die Segmente Basiskonsum,
Versorger und Finanzen, während Gesundheit, Energie und
Kommunikationsdienstleistungen die Schlusslichter bildeten. In Europa
sah das Bild wie folgt aus: Versorger, Basiskonsum und Gesundheit waren
die besten Sektoren, IT, Rohstoffe und Finanzen die schwächsten.

Im
Rentenbereich konnten Euro-Staatsanleihen angesichts rückläufiger
Zinsen Kursgewinne verbuchen. Unternehmensanleihen mit
Investment-Grade-Rating verzeichneten einen geringeren Wertzuwachs und
Hochzinsanleihen wiesen Verluste auf. Lokalwährungsanleihen aus den
Schwellenländern gaben ebenfalls nach.

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