Moventum: Ifo-Geschäftsklima verzeichnet neuen Rückgang

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Zu
Wochenbeginn deutete das Ifo-Geschäftsklima auf eine sich weiter eintrübende
Stimmung hin. Mit einem Wert von 102,0 Punkten wurde den dritten Monat in Folge
ein Rückgang verzeichnet. Zudem wurden die ohnehin schon zurückgenommen
Erwartungen von 102,3 Punkten enttäuscht. Ebenfalls schwächer zeigten sich die
Geschäftserwartungen, da auch hier ein Rückgang von 99,7 auf 98,7 Punkte
vermeldet wurde. Die Einschätzungen zur Geschäftslage fielen zwar im Rahmen der
Erwartungen aus, blieben aber mit 105,4 Punkten hinter der Vorperiode (106,1
Punkte) zurück. Bestätigt wurde diese Tendenz im Wochenverlauf durch ein
enttäuschendes GfK-Konsumklima, bei dem mit 10,4 Punkten erneut ein Rückgang zu
verzeichnen war. Die am Donnerstag vermeldete Arbeitslosenquote von 5,0 Prozent
fiel dagegen sogar noch besser aus als erwartet. Als nachlaufender Indikator
spielte sie für die unmittelbare Kursentwicklung allerdings kaum eine Rolle. In
den USA ging das Konsumentenvertrauen im Vergleich zur Vorperiode zwar
ebenfalls zurück, verharrte mit einem Wert von 135,7 Punkten aber auf hohem
Niveau. Die 2. BIP-Schätzung für das 3. Quartal 2018 wurde wiederum bei 3,5
Prozent belassen und bewegt sich damit weiterhin im Rahmen der Erwartungen.
Wesentlich einschneidender war allerdings die Rede von US-Notenbankchef Powell,
in der dieser zur Überraschung der Marktteilnehmer einen moderateren
Zinserhöhungszyklus in Aussicht stellte. Dies liegt auch an einer anhaltend
stabilen Inflationsentwicklung, was durch den PCE-Deflator (2,0 Prozent)
nochmals bestätigt wurde. Gleiches gilt im Übrigen auch für die Eurozone, in
der mit einem Zuwachs von nur 2,0 Prozent im Vergleich zur Vorperiode (2,2
Prozent) die Erwartungen erfüllt wurden.

Der
Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent stabilisierte sich hingegen bei 58,71
US-Dollar je Barrel. Der US-Dollar zeigte sich erneut fest und legte relativ
zum Euro 0,19 Prozent zu. Der japanische Yen wertete dagegen um 0,49 Prozent
zum Euro ab.

Die
globalen Aktienmärkte zeigten sich im Zuge der „Relief-Rallye“ nach der
US-Notenbanksitzung allesamt fest. Angeführt von den USA erlebten aber auch die
Emerging Markets, Japan und Europa eine positive Woche. Innerhalb Europas
entwickelte sich die Eurozone auf dem Niveau des Gesamtmarktes. Auf Sektorebene
ergab sich folgendes Bild: In Europa entwickelten sich die Sektoren Telekom,
Energie und IT am besten. Eine Underperformance zeigten dagegen die Sektoren
Zyklischer Konsum, Rohstoffe und Basiskonsum. In den USA gehörten Titel aus den
Sektoren Zyklischer Konsum, IT und Gesundheitswesen zu den Gewinnern, während
Aktien aus den Bereichen Versorger, Basiskonsum und Rohstoffe relative Schwäche
zeigten. Nebenwerte schnitten in den USA wie auch in Europa schlechter ab als
Large Caps. Hinsichtlich der Investmentstile entwickelte sich in den USA
„Growth“ besser als „Value“. In Europa wiederum zeigte „Value“ eine
Outperformance.

Im Rentenbereich entwickelten sich Euro-Staatsanleihen positiv, während
Unternehmensanleihen mit IG-Rating einen minimalen Wertrückgang zu verzeichnen
hatten. Hochzinsanleihen profitierten dagegen vom „risk on“-Marktumfeld und
beendeten die Woche ebenfalls im Plus.

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