Nachhaltige Hamburger

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FundResearch blickt auf die letzte Woche zurück und gibt einen Ausblick auf künftige Ereignisse. Im Fokus: der €uro Roundtable in Hamburg und die Vorschau auf den €uro Roundtable in München.

Rückblick auf die vergangene Woche

Wir leben in turbulenten Zeiten. Trump und der Handelskrieg, der nicht enden wollende Brexit, dauerhaft niedrige Zinsen, verschärfte Regulierung und nun auch noch eine drohende Rezession: Die Liste an Herausforderungen ist für die Finanzbranche nicht kürzer geworden. Und so trifft das Thema der diesjährigen €uro Roundtables im November genau ins Schwarze: Trends 2020 – Investieren in turbulenten Zeiten. Zum Auftakt trafen sich am vergangenen Donnerstag im alten Hauptzollamt in Hamburg rund 30 Finanzvermittler und Vermögensverwalter, um zunächst von Dr. Michael Heise, dem ehemaligen Chefvolkswirt der Allianz SE, zu erfahren, wie er die weitere Zinsentwicklung und deren Implikation auf die Wirtschaft sieht. Danach verfolgten die Finanzintermediäre eine lebhafte Paneldiskussion, an der fünf Experten aus der Fondsindustrie teilnahmen:  Christian Ziemer, Investment Direktor bei Aberdeen Standard, Julie Dickson, Investmentdirektorin bei Capital Group, SRI-Fondsmanagerin Clémence Moullot von Edmond de Rothschild, Alexander Isak, Real-Estate-Portfoliomanager bei UBS und Marco Schmitz von AAB Asset Services bezogen Stellung zu aktuellen und kommenden Trends.

So spannend verschiedene Aspekte der Niedrigzinspolitik, des Aktien- und Immobilienmarktes in der Diskussion auch waren, so deutlich kristallisierte sich im Laufe des Abends ein übergeordnetes Thema heraus, das alle Bereiche der Finanzindustrie tangiert und das die Branche in den kommenden Jahren verstärkt beschäftigen wird: nämlich das Thema Nachhaltigkeit. Die größte Herausforderung derzeit ist – da waren sich die Panel-Teilnehmer und das Publikum in der anschließenden offenen Diskussions- und Fragerunde einig – ein fehlender Standard. ESG, SRI, SDG, die 17 UN-Ziele mit ihren 169 Unterzielen und nicht zuletzt die enorme Zahl an nationalen Öko-Siegeln sorgen für Verwirrung. Umso aufschlussreicher ist, wie die Finanzbranche damit umgeht. Die wichtigste Erkenntnis: Das Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit ist allenthalben da. Sollte der „Green Deal“ ein Markenzeichen für Europa werden, wie die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kürzlich forderte, ist die Finanzindustrie auf jeden Fall bereits ganz vorne mit dabei.

Ausblick auf die wichtigsten Termine in dieser Woche

Am heutigen Montag wird in Frankreich und Belgien der Tag des Waffenstillstands gefeiert. Leider geht es dabei nicht um die Beendigung des aktuellen Handelskriegs, den US-Präsident Donald Trump in erster Linie China, letztlich aber quasi allen Ländern dieser Welt erklärt hat, sondern um den 11. November 1918. Das war der Tag, an dem das Deutsche Reich, Frankreich und Großbritannien östlich der nordfranzösischen Stadt Compiègne in einem Eisenbahn-Salonwagen den Waffenstillstand unterzeichneten, der den ersten Weltkrieg beendete. Erstaunlich übrigens, dass diesem Tag in Deutschland keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dafür wird heute in Köln ausgiebig gefeiert. Anlass: die Sessionseröffnung zur fünften Jahreszeit. Alaaf. Hinweis an alle Finanzberater, die sich vorgenommen haben, heute in im rheinischen Raum zu akquirieren oder Kundentermine auszumachen: Vergessen Sie das. Ab 11:11 Uhr geht hier Niemand mehr ans Telefon. 

Am Dienstag veröffentlicht das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung die Umfrageergebnisse zur aktuellen Lage und zu den Konjunkturerwartungen institutioneller Anleger. Die beiden Trends sind derzeit gegenläufig: Die Einschätzung der aktuellen Lage verdüstert sich seit Monaten. Auch die Erwartungen sind gedämpft, doch hier hat der Trend gedreht. Die Mienen der institutionellen Anleger sind immer noch grimmig, doch die Stimmung hellt sich allmählich auf, scheint es. Hinweis für Finanzintermediäre: Ab dem frühen Dienstagnachmittag dürften auch in Köln die ersten Kontakte wieder ansprechbar sein.

Am Mittwoch veröffentlicht Eurostat die monatlichen Zahlen zur Industrieproduktion in der Eurozone. Von Wachstum kann aktuell leider keine Rede sein. Deshalb erwartet der Markt für den Mittwoch auch keine positiven Zahlen. 

Am Donnerstag findet der €uro Roundtable in München statt. Keynote Speaker Dr. Anton Fischer eröffnet die Runde mit seinem Vortrag „2020: Vom Leitzins zum Leid-Zins“. Danach geben fünf Finanzexperten auf dem Podium in der BMW Welt München einen Ausblick auf die bestimmenden Trends für das kommende Jahr. Wer sich noch nicht für die Veranstaltung angemeldet hat, sollte dies schleunigst nachholen. Hier geht´s zur Anmeldung.

Der Freitag veröffentlicht Eurostat die aktuellen Statistiken zur Handelsbilanz in den einzelnen Eurostaaten und in der Eurozone sowie die Entwicklung der Verbraucherpreisindizes. Beide Trends sind stabil: Die EU-Staaten weisen in Summe immer noch einen beachtlichen Handelsbilanzüberschuss aus – allen Unkenrufen zum Trotz. Gleichzeitig bleibt die Inflation im Keller. Die Verbraucherpreise steigen derzeit nicht einmal um ein Prozent. Experten erwarten für die Freitagszahlen der Eurostat keine besonderen Überraschungen. Das Wochenende kann kommen.