Neues Interesse dank attraktiver Bewertungen

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Ende Januar ließen Sorgen wegen der US-Zinsentwicklung die Aktienmärkte weltweit fallen. Sagen Sie ein paar Worte über die Auswirkungen steigender US-Zinsen?

Seit Anfang letzten Jahres hatte ich vorder Möglichkeit höherer US-Zinsen undeiner Aktienmarktkorrektur gewarnt.

Nach Gesprächen mit Fondsmanagern weltweit war ich davon überzeugt, dass US-Aktien nicht mehr günstig bewertet sind und ein unerwartet starker Zinsanstieg den Aktienmärkten zusätzlich schaden könnte. Andererseits standen den steigenden Zinsen eine gute Konjunktur und eine niedrige Inflation gegenüber, sodass eine Marktkorrektur vielleicht nur von kurzer Dauer sein würde.

Da die Unternehmensgewinne stetig und nachhaltig wachsen und die Inflation niedrig bleibt, hatte ich eineallmähliche Normalisierung der Geldpolitikund moderat steigende Zinsen erwartet. Tatsächlich war der Aktienmarkteinbruch zu Jahresbeginn dannschnell vorbei, und die Kurse stiegen einmal mehr analog zu den Unternehmensgewinnen.

Wichtig ist, dass wir weiter auf langfristige Wachstumsfaktoren und die Bewertungen japanischer Unternehmen achten. Wir bleiben unserem Investmentansatz treu und untersuchen die Fundamentaldaten jedes einzelnen. Außerdem halten wir Marktkorrekturen für eine Chance, unterbewertete Aktien zu kaufen.

Das steigende Unternehmensgewinnwachstum dürfte japanische Aktien weiter voranbringen

Gewinnwachstum
Gewinnwachstum

Stand 28. Mai 2018. Tokyo Stock Price Index (TOPIX): 29. Dezember 2007 bis 28. Mai 2018 Gewinne je Aktie: 4. Quartal 2007 bis 1. Quartal 2019 (Summe über vier Quartale). Angaben ab dem 2. Quartal 2018 sind Prognosen von Bloomberg. Quellen: Bloomberg, Capital Group


Japanische Unternehmen waren mit ihren Gewinnprognosen äußerst zurückhaltend. Glauben Sie dennoch, dass die Unternehmensgewinne immer weiter steigen?

Die Unternehmen im ersten Segment der Tokioter Börse, also die Großunternehmen, berichteten für das Geschäftsjahr bis März 2018 über hohe Gewinne. Beispielsweise stiegen sie im verarbeitenden Gewerbe um mehr als 30%.1 Hauptgrund waren die hohen Umsätze des Exportsektors, zu dem etwa Hersteller elektronischer Bauelemente zählen. Sie profitierten von der besseren Weltkonjunktur. Der recht stabile Wechselkurs des Yen gegenüber dem US-Dollar war für die Unternehmensgewinne ebenfalls hilfreich.

Zugleich waren die Gewinnprognosen japanischer Unternehmen außerordentlich konservativ, denn sie fürchteten viele Risikofaktoren – beispielsweise den Handelskonflikt zwischen den USA und China, die Auswirkungen steigender US-Zinsen auf die Emerging Markets, politische Instabilität in Europa, Probleme der Regierung Abe und weltpolitische Unsicherheiten. Außerdem fürchtete man, dass all dies den Yen aufwerten lässt. Diese Besorgnis zeigt sich auch im USD/JPY-Wechselkurs, den die Unternehmen für ihre Gewinnprognosen für das Geschäftsjahr 2018 zugrunde legen. Im Median sind das etwa 105 Yen je US-Dollar und damit mehr als früher. Vor ziemlich genau zwölf Monaten war es ähnlich, doch letztlich stiegen die Unternehmensgewinne dann doch ordentlich.

Wir glauben, dass die Unternehmensgewinne auch weiter kräftig zulegen, vor allem wegen der boomenden Binnen- und Weltwirtschaft. Für das Geschäftsjahr, das im März 2019 endet, erwarten wir daher erneut Gewinne in Rekordhöhe, wie schon im Jahr zuvor. Unterdessen rechnet der Marktkonsens damit, dass die Hersteller elektronischer Bauelemente und der übrige Elektrosektor sowie die Sektoren NE-Metalle und Einzelhandel überdurchschnittlich rentabel sein werden.

Eigenkapitalrenditen steigen, aber nicht so stark wie die Gewinnmargen

Eigenkapitalrendite
Eigenkapitalrendite

Eigenkapitalrendite unter Druck, wenn die Kapitalumschlagshäufigkeit unter 1 fällt

Verschuldungsgrad
Verschuldungsgrad

Geschäftsjahr 1980 bis Geschäftsjahr 2018. Angaben für die Aktien des TOPIX. Analyse auf Basis der DuPont-Zerlegung. Geschäftsjahr 2018 auf Basis von Schätzungen von Nomura Securities. Quellen: Nomura Securities, Capital Group

Den vollständigen Bericht zur Entwicklung an den japanischen Aktienmärkten finden Sie hier zum Download.