PBF: Gewinnen mit System

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Roman Kurevic, Mitgründer und Geschäftsführer der Torendo Capital Solutions GmbH im Interview.

Ein Handelssystem, das bereits seit gut sieben Jahren existiert, sehr erfolgreich Risiken begrenzt und damit auch schwierige Phasen an den Aktienmärkten beachtlich gemeistert hat.

Das hat uns neugierig gemacht und wir haben bei dem
NACHGEFRAGT, der die Strategie am besten kennt:

Roman Kurevic, Mitgründer und Geschäftsführer der Torendo
Capital Solutions GmbH.

Herr Kurevic, Sie haben ein Handelssystem entwickelt, das diejenigen Aktien selektiert, die bereits gut gelaufen sind?

Exakt. Das mag auf den ersten Blick für den einen oder anderen Anleger eventuell etwas ungewöhnlich klingen, hat aber einen durchaus nachvollziehbaren Hintergrund. Ein Rückblick auf die Kapitalmärkte zeigt, dass die Lieblinge an den Börsen nicht so häufig wechseln. Mit anderen Worten: Die statistische Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass die aktuellen Gewinner auch morgen noch zu den Gewinnern zählen. Unser Konzept zielt also darauf ab, bei Aktien dieser Unternehmen von deren Momentum zu profitieren.

Wenn man auf die bisherigen Gewinner setzt, verschenkt man damit nicht einen Großteil der Performance?

Wenn dem so wäre, würden Momentum-Strategien nicht zu den erfolgreichsten Anlagestrategien zählen. Aber, einen Teil der Performance verpassen wir ohne Zweifel, da es kein probates Mittel gibt, welches den Einstieg zu Tiefständen nahelegt. Dafür investieren wir allerdings in Werte, die einen robusten Aufwärtstrend und eine statistisch hohe Wahrscheinlichkeit aufweisen, sich weiterhin dynamisch zu entwickeln.  Damit haben wir seit Start der Strategie im August 2012 eine wesentlich schwankungsärmere und langfristig deutlich erfolgreichere Performance als der breite Markt erzielt.

Das hört sich sehr einfach an, kann das jeder Privatanleger einfach nachbauen oder braucht es dazu den Fonds?

Momentum-Strategien kann grundsätzlich jeder nachbauen, da sie systematisch sind. Allerdings benötigt man dafür die richtigen Parameter, die man als Systementwickler natürlich nur äußerst ungern vollständig preisgibt. Tatsache ist, dass der Einstieg bei Momentum-Strategien leichter fällt als der Ausstieg. Der Verlustbegrenzung kommt beim Deutsche Aktien SYSTEM eine besondere Bedeutung zu.

Meine Empfehlung: Wer wirklich einen eigenen systematischen Ansatz entwickeln möchte, fängt einfach mal mit einem gleitenden Durchschnitt, wie zum Beispiel dem häufig genannten 200-Tage-Durchschnitt, an und tastet sich dann Schritt für Schritt nach vorne. Hier ergeben sich schon relativ gute Ergebnisse. Die Strategie ist allerdings nicht „intuitiv“ und das macht den Einsatz für die meisten Anleger psychologisch so schwierig.

Wie lange haben Sie dieses System bereits im Einsatz?

Seit August 2012. Wir haben seinerzeit als eines der ersten Wikifolios gestartet. Alle Käufe und Verkäufe wurden hier stets transparent veröffentlicht. Auch die ausgewiesene Performance wird extern durch Wikifolio berechnet und gepflegt. Dieser Track-Record ist daher absolut realistisch, nachvollziehbar und glaubwürdig.

Wieviel bestimmt das regelbasierte Handelssystem? Greifen Sie in Extremsituationen auch einmal ein?

Nein, unser Ansatz ist vollständig regelbasiert. In die Systematik greifen wir zu keinem Zeitpunkt ein.

Mussten Sie in der Vergangenheit oft nachjustieren, bis die aktuellen Einstellungen feststanden?

Unsere Strategie wurde ursprünglich in 2009 entwickelt und in unzähligen historischen Testreihen auf ihre Robustheit überprüft. Was anfangs Excel-basiert begann, hat sich im Laufe der Jahre zu einer eigenen, auf unsere individuellen Bedürfnisse zugeschnittenen Softwarelösung entwickelt. Seit dem Start des Wikifolios im August 2012 wurden keine Änderungen oder Anpassungen mehr vorgenommen. Das gilt sowohl für unsere Hauptstrategie MapTrend als auch für unsere ergänzende Handelsstrategie Confirmed HiLo. Während das mittel- bis langfristig ausgerichtete MapTrend  die Ein- und Ausstiegssignale für die Einzelaktien generiert, steuert Confirmed HiLo die kurzfristig-opportunistischen LONG- oder SHORT-Signale für den DAX- oder den Bund-Future.

Der Fonds hat aktuell eine Kasseposition von 50%. Wie stark schwankt der Investitionsgrad und wovon hängt das ab?

Dies hängt allein von den entsprechenden Marktphasen ab. Für uns sind mittel- bis langfristige Trendphasen, ganz gleich in welche Richtung, vorteilhaft. Schnelle Trendwechsel, wie zuletzt im ersten Quartal 2019, sehen wir als systematischer Trendfolger hingegen nicht so gerne. Die stärksten Aktien gelangen relativ schnell ins Portfolio. Auf der Verkäuferseite reagiert das System durchaus gelassen und ohne Hektik, allerdings – das zeigt die Historie – frühzeitig genug, um Kursverluste auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Wie lange dauern Phasen an, in denen keine Aktien ausgewählt werden und wie ist der Fonds dann investiert?

Diese Phasen sind relativ überschaubar. Bisher war dies nur in sehr starken Baisse-Phasen der Fall (2000 bis 2003 sowie 2008/2009). In derartigen Phasen sorgt die zusätzliche Handelsstrategie Confirmed HiLo für das Salz in der Suppe. Da sich die starken Aktien aber in der Regel relativ schnell wieder erholen, kommt es zumeist zügig zu den ersten Neu-Einstiegen.

Sind das die Phasen, in denen die Strategie ihre Outperformance erzielt?

So ist es! In dieser Zeit ist die Outperformance auch optisch deutlich zu erkennen. Je länger und tiefer der Abstieg an den Börsen verläuft, desto grösser wird der offensichtliche Vorteil der Systematik, auch im Hinblick auf die dann sehr günstigen Einstiegsniveaus.

Sie setzen zusätzlich auf Long- oder Shortpositionen in Futures auf den DAX und/oder die Bundesanleihen. Was ist der Grund dafür und wann kommt diese Strategie zum Einsatz?

Mit der Entwicklung unserer ergänzenden Handelsstrategie Confirmed HiLo konnten wir einen überzeugenden Mehrwert erreichen, denn Confirmed HiLo hilft uns sowohl unter Rendite- als auch Risikogesichtspunkten. So konnten sowohl der maximale Verlust als auch die Rendite optimiert werden.

Confirmed HiLo trägt im historischen Rückblick seit August 2012 einen Anteil von ca. 27% an der Performance der Gesamtstrategie. Den maximalen Verlust aus dem Aktienmodell MapTrend reduziert HiLozudem um etwas mehr als 30%. Die Handelsfrequenz von Confirmed HiLo ist allerdings mit im Durchschnitt lediglich 24 opportunistischen, also kurzfristigen Signalen pro Jahr relativ gering. Es eignet sich daher eher als Ergänzung denn als komplett eigenständige Strategie.

Das Jahr 2018 war ja sehr schwierig an den Börsen, aber Ihr Fonds hat lediglich 1% verloren, im DAX waren es immerhin 18%. Hatte der Fonds damals fast keine oder nur die richtigen Aktien?

Die schwachen Aktien wurden bereits im ersten Quartal 2018 vom Markt „ausgesiebt“ und belasteten unser Fondsportfolio daher nicht. Darunter waren Automobil-, Chemie- und Bankenwerte. Diese waren und sind weiterhin sehr schwach. Diese deutlichen Verluste haben wir unseren Investoren ersparen können. Wir waren vor allem in Immobilien- und Versicherungswerten investiert, die relativ betrachtet sehr stabil waren. In der Spitze waren wir in 2018 zudem zu rund 87% in liquiden Mitteln investiert.

Für welchen Anlegertyp ist der Deutsche Aktien System der passende Fonds?

Jeder Anleger, der erfolgreich an positiven Aktienrenditen partizipieren möchte, sich aber deutlich geringere Kursverluste wünscht, als ihm dies der breite Markt und passive Investments bieten.

Auch für Investoren, die eine echte Diversifikation und Alternative für das eigene Portfolio suchen, sind wir erste Wahl. Die Überwiegende Anzahl der Anleger hat ja zumeist bekannte Fonds im Depot. Diese verfolgen häufig einen Value-Ansatz und korrelieren daher sehr stark miteinander. Dies ist bei unserem Ansatz nicht der Fall.

Wie halten Sie Ihre Anleger informiert?

Wir sind mit unserem Fonds sehr transparent. Alle im Portfolio enthaltenen Aktien und deren aktuelle Gewichtung können stets tagesaktuell auf unserer Homepage eingesehen werden.

Alle für den Newsletter angemeldeten Anleger oder Interessenten erhalten zudem einmal wöchentlich unseren Wochenkommentar mit allen neuen Aktienkäufen und -verkäufen sowie den Signalen und Positionierungen im DAX- und Bund-Future. Wir berichten dabei sowohl über erfolgreiche Transaktionen als auch über Fehltrades. Dies hilft uns realistisch zu bleiben. Insgesamt betrachtet, können wir aber erfreulicherweise deutlich mehr Erfolge vermelden.