Softbank will weiteren Vision Fonds auflegen

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Der japanische Technologie-Investor Softbank Group will einen neuen Milliarden-Fonds platzieren. Softbank-Chef Masayoshi Son teilt mit, er spreche bereits über Finanzierung und Marketing.

Der erste Vision-Fonds, der 2017 gegründet wurde, ist 100 Milliarden US$ schwer und investiert vornehmlich in Tech-Unternehmen, die die Aussicht haben, beim Börsengang mehr als eine Milliarde US-Dollar zu erlösen – die sogenannten Unicorns.

Aktuell steckt der Vision Fund rund sieben Milliarden US$ pro Quartal in Wachstumsunternehmen; mehr als 80 Prozent des Fondskapitals sind bereits angelegt. Daher will Son nun weitere Investitionen über einen neuen Fonds finanzieren. Und der soll ebenfalls rund 100 Milliarden US$ auf die Waage bringen. “Viele Investoren auf der  ganzen Welt haben mir gesagt, dass sie definitiv bei einem zweiten Vision-Fonds dabei sein wollen. Wir werden bald starten”, prahlte Son am Donnerstag.

Zu den Top-Positionen des Vision-Fonds 1 gehört ein 16-Prozent-Anteil an Uber, den der Fonds im vergangenen Jahr für 7,7 Milliarden US$ erworben hat, und der im Rahmen des IPO am Freitag mit mehr als 13 Milliarden US$ bewertet wird. Auch der Chat-Service Slack und der Coworking-Dienstleister WeWork gehören zum Portfolio des Fonds. Beim Hersteller autonomer Fahrzeuge Cruise Automation ist der Vision-Fund mit 2,5 Milliarden US$ dabei, weitere nennenswerte Positionen bestehen bei GetAround, Fair und Zume.

Größter Kapitalgeber des ersten Vision-Fonds ist mit 45 Milliarden US$ der saudische Public Investment Fund PIF. Ob die Saudis sich auch zweiten Visiion-Fonds im selben Maß beteiligen wollen, ist noch nicht klar. Da Vision-Chef Son sich jeden Deal von den Saudis absegnen lassen muss, würde eine geringere Beteiligung an dem neuen Vehikel ihm mehr Freiraum bei der Geschäftsführung eröffnen. Weitere Anteilseigner sind die Mubadala Investment Co., der Staatsfonds aus Abu Dhabi sowie die Technologie-Unternehmen Apple und Qualcomm.

Das Betriebsergebnis des Vision Funds 1 lag im vergangenen Geschäftsjahr bei 21 Milliarden US$. Allerdings bestehen diese Gewinne zum größten Teil aus Wertzuwächsen im Anlagevermögen. Um das Kapital für den zweiten Fonds aufzutreiben, steht zum einen ein Börsengang des ersten Fonds zur Debatte; die Konzernmutter Softbank Group macht derweil 4,8 Milliarden US$ frei, indem sie ihren Anteil an Yahoo Japan an ihre Mobiltochter Softbank Corp. verschiebt. Allerdings sind die Möglichkeiten, weiteres Kapital aufzunhmen, derzeit begrenzt, denn die Softbank Group ist bereits mit rund 150 Milliarden US$ verschuldet, wenngleich CEO Masayoshi Son die Netto-Schulden auf 39 Milliarden US$ beziffert.