US-ETF-Riesen dominieren den Markt

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Die größten der mit Kapital schwer beladenen Asset-Trucks haben US-amerikanische Kennzeichen.

Die aktuelle IPE-Statistik zu den 400 größten Asset Managern zeigt: In den Top-Ten finden sich kaum europäische Anbieter. Kein Wunder: Die Hälfte aller Vermögenswerte weltweit sind in den USA angelegt.

Wer den weltumspannenden Highways folgt, auf denen sich die Geldströme um den Globus bewegen, landet spätestens an jeder zweiten Kreuzung auf ein Hinweisschild mit der Aufschrift „USA“. Die größten der mit Kapital schwer beladenen Asset-Trucks haben US-amerikanische Kennzeichen. Kein Zweifel: Die Asset-Management-Branche wird von US-Firmen beherrscht. Neun der zehn größten Player – gemessen am verwalteten Vermögen (Asset under Management, AuM) – haben ihren Hauptsitz in den Vereinigten Staaten. Allein das französische Unternehmen Amundi darf sich auf Platz neun gerade eben noch unter die Top-10 einreihen. Der größte deutsche Asset Manager ist die DWS auf Platz 23. Das zeigt die aktuelle Statistik von IPE Research.

Dass US-Unternehmen die Finanzbranche dominieren, verwundert nicht. Schließlich liegen rund die Hälfte aller weltweiten Vermögenswerte in den Vereinigten Staaten. Was aber zunehmend auffällt, ist die Verteilung der Vermögen auf die verschiedenen Arten von Fonds – und damit auch auf deren Anbieter: Die drei Marktführer Blackrock, Vanguard und State Street sind nämlich auch die größten ETF-Anbieter weltweit.

Größe ist nicht alles

Wer über Marktanteile und Ertrag spricht, sollte jedoch nicht nur auf das verwaltete Kapitalvolumen sehen. Das zeigt ein Blick auf die Gebühreneinnahmen der Asset Management Industrie: Weltweit werden inzwischen über die Hälfte der Einnahmen mit Alternativen Anlageklassen erzielt. Dazu zählen auch Immobilien. Passive Investments spielen dagegen nur fünf Prozent der gesamten Gebühreneinnahmen ein. Unter dem Strich bedeutet das: Fondsgesellschaften, die einen großen Teil des bei ihnen angelegten Vermögens mit ETFs verwalten,  generieren entsprechend weniger Einnahmen als Gesellschaften, die überwiegend aktiv gemanagte Anlagen und insbesondere alternative Investments verwalten.

Kaum Wachstum im schwierigen Jahr 2018

Das vergangene Jahr hat laut IPE insbesondere große globale Vermögensverwalter spürbar belastet. Sechs der zehn Top-Institute meldeten am Jahresende einen niedrigeren AuM-Wert als im Vorjahr. Die gesamten AuM der zehn größten globalen Vermögensverwalter im jährlichen Ranking von IPE war jedoch mit 22,3 Billionen Euro relativ stabil. Auch der Anteil der von den Top-10-Managern verwalteten Vermögen war mit 33,7% im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Die Gesamt-AuM der globalen Manager wuchsen um gut ein Prozent auf 66,4 Billionen Euro. Immerhin: Die im Auftrag europäischer institutioneller Investoren verwalteten Vermögenswerte stiegen um nennenswerte zwölf Prozent auf 10,2 Billionen Euro. Das ist eine deutliche Umkehr gegenüber der letztjährigen Umfrage, die einen Rückgang des AuM um 2,2% ergab.

Legal & General ist europäischer ESG-Spitzenreiter

Geht es um nachhaltige ESG-Investments (Environment, Social, Governance) in Europa, spielen US-Anbieter (mit Ausnahme von Blackrock) kaum eine Rolle. Auf dem alten Kontinent hat sich Legal & General IM mit einem verwalteten Vermögen von von 808 Milliarden Euro an der Spitze der Vermögensverwalter etabliert. Dahinter folgen mit deutlichem Abstand Blackrock und Amundi.