Wachstumspotenzial dank Anlegerinnen

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Viele Sparerinnen haben Geld anzulegen, sind aber zurückhaltend bei der Verwaltung ihrer Finanzen, zeigt eine aktuelle Studie. Für Berater können sich entsprechend Wachstumschancen ergeben.

Zu wenig Selbstbewusstsein
bei Finanzen, ausbaufähige Kenntnisse von Geldanlage und fehlende Zeit: Viele
Frauen sind skeptisch, wenn es um das Verwalten des eigenen Vermögens geht,
zeigt eine Umfrage von J.P. Morgan Asset Management. Für Berater ergeben sich
damit Chancen, Frauen als Kunden zu gewinnen: Die Vermögensverwalter schätzen,
dass Frauen im Alter von 30 bis 65 Jahren in Europa über rund 200 Milliarden
Euro verfügen, die sie an den Finanzmärkten anlegen könnten – wenn sie denn die
notwendige Unterstützung von Experten dabei bekommen. Allein auf Deutschland
und Österreich bezogen schätzen die Studienautoren das potentielle
Anlagevolumen auf 45 Milliarden Euro. „Da so viele Frauen über Bareinlagen und
Sparprodukte verfügen, bietet sich ein enormes Wachstumspotenzial, wenn man sie
darin bekräftigt, langfristig mehr aus ihrem Geld zu machen“, sagt Christoph Bergweiler von J.P. Morgan Asset Management. „Wir wissen nur allzu gut, dass
die Zinserträge aus Sparprodukten im Grunde nicht mehr vorhanden sind.“

Unterschiedliche Risikotypen

Die Autoren haben
die Teilnehmerinnen der Studie in verschiedene Typen kategorisiert, zu der
größten Gruppe zählt der Typ „Passive Behüterin“: Darunter versteht die Studie
Frauen, deren Verlustangst bei der Geldanlage größer ist als die Aussicht auf
künftige Gewinne, und die bislang entsprechend nicht am Finanzmarkt engagiert
sind. Auch die zweitgrößte Gruppe der „Vorsichtigen Zweiflerin“ hat ein
großes Sicherheitsbedürfnis. Je nach Ländern beobachten die Autoren dabei
durchaus Unterschiede: Die zahlenmäßig drittgrößte Gruppe „Selbstsicher und
kontrolliert“ ist in Deutschland und Österreich besonders häufig vertreten, die
beiden Ländern stellen knapp 30 Prozent dieses Risikotyps. Interessant zu
wissen: Mehr als die Hälfte dieser Gruppe ist über 50 Jahre alt und kurz vor
dem Eintritt in den Ruhestand. Diese Frauen möchten der Studie zufolge ihre
Finanzen selbst in die Hand nehmen. Auch vermeiden sie meist übermäßige
finanzielle Risiken. Diese Frauen sind allerdings durchaus selbstbewusst und
kennen sich mit Investments aus.

Für Berater ist es
damit durchaus interessant, Anlegerinnen als potentielle Kunden zu adressieren.
Eine Umfrage des Bankenverbands hatte erst kürzlich gezeigt, dass Frauen sich
hierzulande ähnlich engagiert um ihre Finanzen kümmern wie Männer, aber nach
wie vor überwiegend in Produkte mit wenig Risiko und entsprechend geringen
Renditechancen investieren. (https://www.fundresearch.de/anlageberatung/warum-finanzberatung-zunehmend-ein-frauen-thema-ist.php).