Warum London unter dem Brexit leiden wird

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Bislang war London die Zentrale für das europäische Anlagegeschäft schlechthin: Rund 36 Prozent der gesamten europäischen Assets under Management werden hier verwaltet, Ende 2017 waren das immerhin umgerechnet mehr als zehn Billionen Euro.
Noch.
Denn das Volumen der verwalteten Vermögen wird laut einer aktuellen Untersuchung der State Street Corporation in Zukunft deutlich abnehmen: 30 Prozent der Befragten erwarten eine leichte Abnahme der Assets under Management, 31 Prozent sogar eine deutliche Verringerung, sobald Großbritannien die Eurozone verlassen hat.

Demnach glaubt höchstens ein Drittel der befragten institutionellen und alternativen Investoren, dass die Übernahmen britischer Asset Manager durch europäische Unternehmen nach dem Brexit signifikant zunehmen werden. Jedoch sehen 38 Prozent eher eine Abnahme der Fusionstätigkeit.

Auch denken außer-britische Fondsgesellschaften offenbar nicht daran, Kunden im Königreich zukünftig mit eigenen Produkten zu bedienen. Knapp zwei Drittel von ihnen haben überhaupt keine Kunden in Großbritannien und wollen das wahrscheinlich auch nicht ändern.

Neue Produkte für den UK-Markt
Neue Produkte für den UK-Markt

Quelle: State Street

Noch schlechter sind die
Prognosen für den Arbeitsmarkt in der britischen Fondsbranche: Fast drei
Viertel der Teilnehmer an der Umfrage glauben nicht, dass europäische
Fondsgesellschaften die Zahl der Stellen vor Ort zukünftig ausbauen werden.

Um
London für Asset Manager attraktiv zu halten, müssen sich die
britischen Behörden wohl etwas einfallen lassen: Mehr als die Hälfte der
Befragten hoffen, dass die Briten mit zukünftigen Maßnahmen den Standort stärken.

“Unser Research zeigt, dass trotz allen
Gegenwinds und der Komplexitäten, die aus dem Brexit entstehen,
Großbritannien immer noch ein Zentrum für Investment-Expertise und
Fondsmanagement in Europa bleiben wird”, interpretiert Brian Allis, Chef
der Global Services EMEA bei State Street, die Ergebnisse des Reports.