Warum rechnen die Märkte nict nah dem chinesischen Jahr?

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Die Volatilität hat vielen Investoren 2018 Kopfzerbrechen bereitet. Ende Dezember lagen viele Indizes und Portfolios im Minus. Wenn der Stichtag auf das chinesische Neujahr gelegt wird, sieht das ganz anders aus.

4,1 Prozent hat der Weltindex MSCI World in Euro gerechnet vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2018 verloren. Kein Wunder, hat er die Abwärtsbewegung im vierten Quartal doch in dieser Betrachtung voll mitgenommen. Seit Jahresbeginn gab es aber eine deutliche Gegenbewegung. „Betrachtet man die Kursentwicklung einmal aus der Sicht eines chinesischen Anlegers, war das Jahr des Hundes, das am 16. Februar 2018 begann und am 5. Februar 2019 endete, erfolgreich“, sagt Carsten Gerlinger.

Der MSCI World legte in dieser Spanne um 7,3 Prozent zu, ein Plus ziemlich genau im Durchschnitt der vergangenen Jahrzehnte. Und auch der stärker gebeutelte Dax zeigt diese Entwicklung: Nach westlichen Maßstäben liegt er für das Kalenderjahr 2018 18,3 Prozent im Minus, nach dem chinesischen Kalender beträgt das Minus nur 9,5 Prozent.
„Diese Betrachtung zeigt, wie wenig aussagekräftig die Betrachtung von Stichtagen ist. 2018/2019 lagen Abstieg und der darauffolgende Anstieg genau um den westlichen Jahreswechsel“, sagt Gerlinger. Verschiebt sich die Betrachtung auf das chinesische – und in weiten Teilen Asiens gebräuchliche – Neujahrsdatum, fallen die Ergebnisse bei gleichem Kursverlauf ganz anders aus.

Es zeigt aber auch, welchen Einfluss die Volatilität hat. MSCI wie Dax zeigten 2018 eine höhere Schwankungsbreite. Wer dann zum Jahresende verkaufen wollte oder musste, kam mit seiner Order in die schwache Phase und realisierte Verluste. Wer ein paar Wochen warten konnte, hat die Gegenbewegung schon wieder mitgenommen.
„Entscheidend für Anleger ist, dass im Portfolio die Volatilität unter Kontrolle gehalten wird“, so Gerlinger. Zwar ist noch nicht klar, wie tragfähig der Wiederaufstieg seit Anfang 2019 sein wird und wie lange er weitergehen wird. „Klar ist aber schon, dass gut gemanagte Portfolios den Abstieg nicht voll mitgemacht haben und deshalb gar nicht so viel aufzuholen haben wie solche, die einfach nur dem Markt folgen.“ Während ein ETF etwa die Marktbewegung immer mitmache, könne ein aktives Management dafür sorgen, dass die Ausschläge weniger stark ausfallen. „Das Beispiel mit dem chinesischen Neujahr zeigt dabei aber auch, dass sich nur eine langfristige Betrachtung lohnt. Sowohl Anleger als auch Berater fahren gut damit, nicht bei jeder Wasserstandsmeldung gleich die einmal eingeschlagene Strategie über Bord zu werfen“, sagt Gerlinger.

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