Weekly update: Die Märkte am Montag

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Der deutsche Aktienindex kann die Gewinne der Vorwoche nicht verteidigen, China kauft weiter Gold, Renditen von Staatsanleihen steigen wieder. Die wichtigsten Nachrichten für die Börsenwoche.

DAX kann Gewinne nicht halten

Der Leitindex DAX kann zum Wochenauftakt die 12.000-Punkte-Marke nicht verteidigen und liegt mit 0,4 % im Minus bei 11.962 Punkten. Mit einem Plus von fast 500 Punkten bzw. gut vier Prozent hatte er am Freitag die Woche beendet. Der MDAX fiel im frühen Handel um 0,30 Prozent auf 25 468,40 Punkte.

Die Gewinner im DAX sind Henkel Vorzüge (+0,7%), EON (+0,5%) und Volkswagen (+0,8%). Bei den Verlierern steht SAP mit -1,8 % an der Spitze, Conti geben 1,5 % ab und Wirecard verlieren 1,4 %.

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Deutsche Exporte stark gefallen

Die Ausfuhren sind im Februar um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen, teilt das Statistische Bundesamt am Montag mit. Expertenkonsens war ein Rückgang um 0,5 Prozent. Die Auftragseingänge aus dem Ausland waren im Februar um sechs Prozent
eingebrochen.

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Börsen in Asien schließen nahe  Jahreshoch

Der Nikkei gab zum Wochenstart leicht nach, kann sich aber doch nahe seinem Jahreshöchststand halten: Aktuell steht der japanische Leitindex bei 21.761Punkten.

In Hongkong gewann der Hang Seng Index fast ein halbes Prozent und hat damit die 30.000 Punkte geknackt. Damit liegt er nur noch zehn Prozent unter dem All-Time-High vom Januar vergangenen Jahres.

Auf dem chinesischen Festland schloss der Shenzhen CSI 300 nahezu unverändert bei 4.057 Zählern nahe dem Jahreshoch. Seit Jahresbeginn haben die 300 größten Aktienwerte Chinas mehr als 30 Prozent zugelegt.

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Renditen steigen wieder

Nachdem die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe
Ende März – in Erwartung einer Abkühlung der Konjunktur – auf ein
12-Monatstief von 2,37 % gefallen war, steigt sie seit April wieder:
Aktuell rentiert die 10-Year-Treasury bei 2,50 %. Deutsche Bundesanleihen
mit zehn jahren Laufzeit haben die negativen Gefilde verlassen, die
positiven aber noch nicht betreten, will heißen: 0,0 Prozent Rendite für
die „Bunds“.

In Großbritannien zahlt die UK Gilt 1,11 %, Frankreichs Obligationen rentieren bei 0,37 % und in Italien werden 2,48 % ausgereicht.

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China im Goldrausch

Im vierten Monat in Folge hat China seine Goldbestände erhöht: 60,62 Millionen Unzen lagern nun in den Hallen der Zentralbank in Peking, umgerechnet 1.718 Tonnen im Gegenwert von knapp 79 Milliarden US$. Mehr als 23 Tonnen hat die PBoC seit Dezember dazugekauft. Die Nachricht half mit, den Goldpreis bei über 1.300 US$ zu stabilisieren.

China ist aktuell der größte Gold-Produzent und -Konsument. Insgesamt haben Regierungen im vergangenen Jahr 651 Tonnen Gold vom Markt gekauft. Die Investmentbank Goldman Sachs geht von anhaltender Nachfrage und einem Preis von 1.450 US$ pro Unze auf Sicht von zwölf Monaten aus.

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Norwegen kehrt Öl den Rücken

Die Arbeiterpartei Norwegens hat sich am Wochenende dafür entschieden, die Ölförderung bei den Lofoten in der Arktis nicht weiter zu verfolgen. Dort lagern geschätzte 16 Milliarden Barrel Öl und Gas im Meeresboden. Die norwegische Ölindustrie und die Gewerkschaften sind nicht begeistert, aber nun gibt es im Parlament eine solide Mehrheit, bei den Lofoten nicht bohren. Das trägt zu den weiter steigenden Preisen bei.

Der Preis für ein Fass der Sorte Brent hat am Freitag die 70-Dollar-Marke geknackt, aktuell steht er bei 70,63 US$ – ein neues Fünf-Monats-Hoch. Die US-Sorte WTI kostet 63,39 US$. Unterdessen droht Saudi Arabien den USA, Ölpreise nicht mehr in Dollar abzurechnen, falls der Kongress beschließt, das NOPEC-Gesetz zu verabschieden. Das soll Preisabsprachen zur Manipulation der Öl- und Gas-Märkte unter Strafe stellen. Sollte das Gesetz umgesetzt werden, will Saudi Arabien nicht mehr in Dollar abrechnen; die Scheichs produzieren täglich rund 10 Millionen Barrel, das gesamte Kartell etwas mehr als 35 Millionen Fass am Tag.

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Weitere Höhepunkte der Woche:

Am Mittwoch kommt die EZB zur Ratssitzung im April zusammen. Konkrete Entscheidungen werden wohl nicht getroffen, wohl aber Stellung bezogen zu wichtigen geldpolitischen Fragestellungen.

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Der 12. April ist das neue Datum für den Brexit – eigentlich. Was bis dahin passiert? Vielleicht gibt es mehr Klarheit nach dem EU-Sondergipfel am Mittwoch.

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Am Donnerstag gibt es das Update zu den Erzeugerpreisen in den USA für den März. Die Steigerungsrate war im Februar auf 1,9 % gesunken.

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Am Freitag legt China die Zahlen zu Ausfuhren und Einfuhren im März vor. Im Februar waren die Exporte um 20 % gegenüber dem Vorjahr gesunken, die Importe gingen um 5,2 % zurück. Das schickte damals die Börsen in Asien kräftig auf Talfahrt.

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